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AT142703B - Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl., insbesondere für medizinische Zwecke. - Google Patents

Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl., insbesondere für medizinische Zwecke.

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Publication number
AT142703B
AT142703B AT142703DA AT142703B AT 142703 B AT142703 B AT 142703B AT 142703D A AT142703D A AT 142703DA AT 142703 B AT142703 B AT 142703B
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AT
Austria
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acid
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Application number
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English (en)
Original Assignee
Chemische Forschungs Gmbh
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Chemische Forschungs Gmbh filed Critical Chemische Forschungs Gmbh
Application granted granted Critical
Publication of AT142703B publication Critical patent/AT142703B/de

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Description


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  Fäden, Saiten, Bänder,   Röhren u. dgl.,   insbesondere für medizinische Zwecke. 



   Im Patente Nr. 135162 wurde festgestellt, dass Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl. aus Polyvinylalkohol durch die Eigenschaft ausgezeichnet sind, vom Organismus reaktionslos vertragen zu werden und insbesondere bei Verwendung als chirurgisches   Verschlussmaterial   weder herauszueitern noch zur Fistelbildung Anlass zu geben. Bei der weiteren Bearbeitung dieses Gebietes hat sich ergeben, dass diese wertvolle Eigenschaft nicht auf den Polyvinylalkohol   beschränkt,   sondern auch andern Polyvinylverbindungen eigen ist. Beispielsweise können Fäden aus Estern, Äthern oder Acetalen des Polyvinylalkohols oder aus den Produkten einer teilweisen Verseifung solcher Ester oder Acetale, ferner Fäden aus Estern der Polyacrylsäure oder Polyitakonsäure oder aus Polystyrolen zum Vernähen von Wunden benutzt werden. 



   Durch die Möglichkeit, für den jeweiligen medizinischen Zweck ein besonders geeignetes Glied der Gruppe der Polyvinylverbindungen auszuwählen, wird die Anwendbarkeit des im Stammpatent zum Ausdruck gebrachten Grundsatzes, durch Herstellung von   künstlichen   chirurgischen Fäden u. dgl. aus Lösungen die Keimfreiheit der Erzeugnisse zu erreichen und deshalb tatsächlich gewährleisten zu können und zugleich eine zweckentsprechende Anpassung an den jeweiligen Gebrauchszweck zu ermöglichen, noch erheblich gesteigert. 



   Die Möglichkeit einer zweckentsprechenden Auswahl wird dadurch erweitert, dass auch Gemische 
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 mit andern Stoffen als chirurgische Fäden u. dgl. verwendbar sind. Beispielsweise kommen Umsetzungsprodukte von Polyvinylacetat mit Sulfosäure wie Sulfosalicylsäure in Betracht. 



   Obgleich Resorbierbarkeit nicht in allen Fällen erforderlich oder erwünscht ist, beispielsweise beim Ersatz von Seide für chirurgische Zwecke, ist es doch von grosser Bedeutung, dass an sich nicht oder nicht genügend resorbierbaren Polyvinylkörpern durch geeignete Zusätze und durch geeignete Dosierung dieser Zusätze eine beliebig abzustufende Resorbierbarkeit verliehen werden kann. Die im Patente Nr. 135162 schon festgestellte Möglichkeit, durch geeignete Zusätze die Resorbierbarkeit an sich schwer resorbierbarer Polyvinylalkohole zu vergrössern, erfährt hier eine erhebliche Erweiterung ihres Anwendungsgebietes. 



  Eine spezifische Wirkung wird erzielt durch Einverleibung wasserlöslicher resorbierbarer Stoffe, wie Gelatine, Gummiarten, oder solcher Stoffe, die durch Fermente zu wasserlöslichen Stoffen abgebaut werden, wie Eiweissstoffe, Stärke u. dgl. Besonders geeignet für die Erhöhung der Resorbierbarkeit sind Zusätze von Elektrolyten. Aus der grossen Anzahl in Betracht kommender Zusätze seien einige angeführt. Beispielsweise sind organische Säuren, wie Oxalsäure,   Apfelsäure, Milchsäure   u.   dgl.,   wirksam, insbesondere wenn sie mit negativen oder positiven Resten substituiert sind. So sind Sulfosalicylsäure, Benzolsulfosäure, Toluolsulfosäure,   Trichloressigsäure,   Glycokoll, Asparaginsäure sehr wirksam. Anderseits hat Phenylhydrazin-Chlorhydrat eine hervorragenden Wirkung.

   Aber auch anorganische Elektrolyte, wie Borax, Nickelnitrat, Kaliumbiehromat u. a., begünstigen die Resorbierbarkeit. 



   Um beispielsweise, die Resorption des Polyvinylacetats zu befördern, kann-man ihm Sulfosalicyl-   säure oder Benzolsulfosäure zusetzen. Die Resorption des Polyacrylsäureesters kann durch Zugabe von Sulfosalicylsäure befördert werden. Die nicht oder ungenügend resorbierbaren Modifikationen des Poly-   *) Erstes Zusatzpatent Nr. 140461 ; zweites   Zusatzpatent Nr.   142693. 

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Trichloressigsäure oder Phenylhydrazinehlorhydrat leichter resorbierbar gemacht. Es genügen im allgemeinen einige Prozent als Zusatz, z. B. 5-10   %.   Durch die Höhe des Zusatzes kann man die Re- sorbierbarkeit nach Belieben abstufen. Ist die Resorbierbarkeit zu gross, wird die Zusatzmenge verringert und umgekehrt.

   Die resorptionsbefördernden Stoffe   können   ebenso wie die unten angeführten weiteren
Zusätze unter geeigneten Umständen schon dem zur Herstellung der Polyvinylverbindung dienenden
Ausgangsprodukte zugesetzt werden. Stellt man beispielsweise Fäden aus freiem oder teilweise verestertcm oder acetalisiertem Polyvinylalkohol dadurch her, dass man Lösungen von Estern oder Acetalen verspinnt und die so erhaltenen Fäden nachträglich verseift, so kann man gegebenenfalls die Zusätze schon den zu verspinnenden Lösungen zusetzen. 



   Im Bedarfsfalle kann auch die Festigkeit der Fäden usw. aus Polyvinylverbindungen zweckensprechend verstärkt werden. Das lässt sich beispielsweise durch Zusätze, von geeigneten Elektrolyten bewirken, unter denen insbesondere Rhodanverbindungen, wie   Kalium-oder Ammoniumrhodanid ge-   nannt seien. Eine sehr erhebliche Verfestigung ergibt auch ein Zusatz von Zuckern wie Traubenzucker. 



  Die mechanische Festigkeit, beispielsweise von Fäden aus Polyvinylalkohol, kann sowohl durch Zusatz von Rhodaniden wie auch von Traubenzucker oder Borax oder durch gleichzeitigen Zusatz solcher Stoffe   verstärkt   werden. Auch hier nimmt man etwa   5-10 % des   Zusatzes, doch kann selbstverständlich die Zusatzmenge entsprechend den Erfordernissen und dem gewünschten Ergebnis variiert werden. 



   Weiterhin kommen Zusätze mit bakterizider Wirkung in Betracht. Geeignet sind alle bakteriziden Substanzen, die sich mit den   Polyvinylkörpern   vertragen. Es seien aus der grossen Anzahl Zusätze bakteriziden Charakters verschiedene Gruppen herausgehoben, z. B. Ester aromatischer Säuren, wie Propylbenzoat, ferner Salze oder Verbindungen oder Sole von Metallen, wie Silber, Quecksilber,   Wismut,   Arsen u. a. Auch Schwefelverbindungen und sonstige Stoffe mit bakterizider Wirkung kommen in Betracht,
Beispielsweise nehmen Fäden aus Polyvinylalkohol oder aus Polyvinylaeetat durch Zusatz von Propylbenzoat oder von Quecksilberchlorid stark bakterizide Eigenschaften an. Es genügen hier je nach ihrer bakteriziden Wirkung meist schon Zusätze von geringen Mengen. 
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   Beispiel 1 : Eine   10% ige Losung   von Formaldehydacetal des Polyvinylalkohols in einem aus 6 Teilen Benzol, 4 Teilen Alkohol und 3 Teilen Methylenehlorid bestehenden Lösungsmittel wird in dünner Schicht ausgegossen und die Verdunstung bei etwa   200 bewirkt.   Der entstehende dünne Film wird in 
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   Beispiel 3 : Eine   15%ige Lösung   von Polyacrylsäuremethylester in einem aus gleichen Teilen Aceton und Essigester bestehenden Lösungsmittel ergibt Filme, die sich zu chirurgisch verwendbaren Fäden und Bändern zerschneiden lassen. 



   Beispiel 4 : Eine 25% ige Lösung von Polyvinylacetat in Spiritus wird durch eine   Düse     von l MM   Durchmesser bei   50-60  in   ein wässeriges Fällbad versponnen und dabei auf die vierfache   Länge ge-   streckt. Man erhält chirurgisch verwendbare Fäden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl., insbesondere für medizinische Zwecke, vornehmlich als Verschlussmaterialien für die Chirurgie, beispielsweise als Ersatzstoffe für Catgut, Seide, Zwirn, Pferdehaar u. dgl. gemäss Patent Nr. 135162, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle des im   Stammpatellte   verwendeten Polyvinylalkohols andere Polyvinylverbindungen, deren Gemische bzw. Verbindungen oder Mischungen solcher Stoffe mit, Polyvinylalkohol mit oder ohne   zweckentsprechende   Zusätze als Grundmaterial verwendet werden. 
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AT142703D 1931-03-10 1933-10-16 Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl., insbesondere für medizinische Zwecke. AT142703B (de)

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DE142703X 1932-10-17

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AT142703D AT142703B (de) 1931-03-10 1933-10-16 Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl., insbesondere für medizinische Zwecke.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1274277B (de) * 1960-11-14 1968-08-01 Dr Med Walter Jacoby Traeger fuer Arzneimittel bzw. therapeutisch wirkende Stoffe

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1274277B (de) * 1960-11-14 1968-08-01 Dr Med Walter Jacoby Traeger fuer Arzneimittel bzw. therapeutisch wirkende Stoffe

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