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Gegenstand der Erfindung ist eine Hilfsvorriehtung, die das Füllen der Druckluftbremsleitung und somit das Lösen der Bremsen beschleunigt und gleichzeitig die Folgen unsachgemässer Bedienung des Führerbremsventils beim Füllen der Bremsleitung verhütet.
Beim Lösen der Druckluftbremse wird bekanntlich der Hebel des Führerbremsventils zunächst in die Füllstellung gelegt, in der eine unmittelbare, reichlichen Druckluftdurchtritt zulassende Verbindung zwischen dem Hauptluftbehälter der Lokomotive und der Bremsleitung besteht.
Glaubt der Lokomotivführer, dass durch diesen Füllstoss die Steuerventile in die Lösestellung umgesteuert sind und in der Bremsleitung der vorgeschriebene Lösedruck (5 alü) nahezu erreicht ist, so verlegt er den Hebel des Führerbremsventils in die Fahrstellung, bei der die erwähnte, unmittelbare Verbindung zwischen dem Hauptluftbehälter und der Bremsleitung gesperrt ist und eine gedrosselte, durch den Leitungsdruck im Bedarfsfalle selbsttätig vermittelte Verbindung zwischen den genannten Räumen geschaffen wird.
Das Verlegen des Führerbremsventils aus der Füllstellung in die Fahrtstellung erfordert eine gewisse Geschicklichkeit. Plötzliches Verlegen verursacht unter Umständen, besonders bei langen Zügen, ein Sinken des Druckes hinter der die Bremsleitung durcheilenden Druckerhöhungswelle, das Anlass zum Rückgang der Steuerventile des vorderen Zugteiles in die Bremsstellung geben kann.
Bei zu langsamem Verlegen strömt unter Umständen noch immer Hauptbehälterluft in reichlichen
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Die Vorrichtung nach der Erfindung hat nun die Aufgabe, die erwähnten möglichen Missstände zu verhüten, den Lokomotivführer also von der besonderen Sorgfalt bei der Bedienung des Führerbremsventils und insbesondere von der ihn von der Beobachtung der Signale abhaltenden Beobachtung des Bremsleitungsmanometers zu befreien. Die Vorrichtung soll dafür Sorge tragen, dass bei der Verlegung des Führerbremsventils aus der Füllstellung in die Fahrtstellung dann noch ein reichliches Nachströmen von Hauptbehälterluft in die Bremsleitung über einen genügend grossen Strömungsquerschnitt erfolgt, wenn in der Bremsleitung der volle Lösedruck noch nicht erreicht war.
Diese reichliche Zufuhr von Haupt- behälterluft zur Bremsleitung wird durch die Vorrichtung selbsttätig unterbunden, sobald die Füllung der Leitung vollendet ist.
Das ist nötig, damit bei einer Notbremsung vom Zuge aus oder einer Zugzerreissung das Anziehen der Bremsen im vorderen Zugteil nicht durch zu grosse, vom Pührerventil her nachströmende Luftmengen verhindert wird.
Zu dem erwähnten Zweck wird das Führerbremsventil so eingerichtet, dass in der Fahrtstellung die Verbindung zwischen dem Hauptluftbehälter und dem Leitungsdruckregler-im Gegensatz zu der Ausführung beim bekannten Führerbremsventil-einen verhältnismässig grossen Querschnitt aufweist und dass mittels einer besonderen, im folgenden als Füllventil bezeichneten Ventilvorrichtung neben der im Leitungsdruckregler befindlichen engen Durehlassöffnung eine weite Durchlassöffnung zur Bremsleitung offengehalten wird, durch die die Leitung so lange mit Hauptbehälterluft gespeist wird, bis in ihr der
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so dass bei einer Notbremsung vom Zuge aus kein die Bremswirkung beeinträchtigendes Naehströmen von Hauptbehälterluft in die Bremsleitung eintreten kann.
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In der Zeichnung ist der die Erfindung umfassende Teil einer Lokomotivausrüstung schematisch veranschaulicht.
Mit7 ist das Fuhrerbremsventil bezeichnet, dessen Sehieberspiegel in der bekannten schematischen
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Stellung, Mittelstellung, Abschlussstellung, Betriebsbremsstellung und Schnellbremsstellung.
2 ist der bekannte, selbsttätige Leitungsdruekregler, der. den Lösedruck in der Bremsleitung selbsttätig aufrechterhält. 4 ist ein Bremsleitungsfüllventil, 5 ein Steuerbehälter, 6 ein die Füllung und Entleerung des letzteren regelndes Hilfsventil. 3 ist ein die genannten Teile überwachendes Steuerventil.
Die beweglichen Teile der Vorrichtung sind in ihrer Normallage veranschaulicht, die sie bei in Fahrtstellung befindlichen Führerbremsventil und völlig aufgeladener Bremsleitung einnehmen. In besonderen Nebenabbildungen sind die Stellungen der Steuerschieber des Steuerventils in der Betriebs- brems-und Sehnellbremsstellung veranschaulicht.
In der dargestellten Normallage wird der Kolben K im Steuerventil J auf beiden Seiten von dem durch den Leitungsdruckregler 2 auf der vorgeschriebenen Höhe gehaltenen Lösedruck belastet. Der
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die untere Stirnseite des Kolbensehiebers im Ventil 4 wirksame Bremsleitungsdruck hält das Ventil in der gezeichneten Hochlage, bei der die Leitung B, die bei in Fahrtstellung befindlichem Fuhrerventil mit dem Hauptluftbehälter H B verbunden ist, von der Bremsleitung L getrennt ist. Der Raum ober-
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entlüftet, bis beiderseits des Kolbens K Druekgleiehheit herrscht.
Sobald der Druck im Raum G und im Behälter 5 unter den verminderten Bremsleitungsdruck herabgeht, wird der Kolben K nach rechts verschoben und der Abstufungsschieber Sa gelangt in die Abschlussstellung, in der er die Bohrungen 8 und 16 verschliesst. Die Entlüftung der Räume G und 5 ist damit unterbrochen.
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die Fahrtstellung II verlegt. Durch den Ftülstoss, der in die Bremsleitung eindringt, wird der Steuer- kolben K in seine rechte Endstellung verschoben. Der Grundschieber S kehrt in die in der unteren Dar-
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kommenden Kanal 15 in Verbindung. Ausserdem sind die Kanäle f, 14, 7 und d miteinander verbunden.
Da der Leitungsdruck zu Beginn des Lösens unter dem vom Druckregler 2 eingestellten Normaldruck von 5 a. steht, so wird der Kolbenschieber im Füllventil 4 abwärts bewegt und verbindet die Leitung B über die reichlich bemessene Bohrung 17 mit der Bremsleitung L, so dass auf diesem Wege beim Verlegen des Führerbremsventils aus der Füllstellung I in die Fahrtstellung II der Bremsleitung L Hauptbehälterluft zufliesst, was sich über die Muschel 9 im Führerbremsventil 1 vollzieht.
Bei der Rechtsverschiebung des Steuerkolbens K infolge des in die Bremsleitung hineingesandten Füllstosses und der oben erläuterten Rechtsverschiebung des Abstufungsschiebers Sa wird der Steuerbehälter 5 und der rechts vom Kolben K befindliche Raum G mit Druckluft von der vom Leitungsdruck-
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14, f und g. Sobald die Füllung der genannten Räume vollendet ist, also beiderseits des Kolbens Druck- gleiehheit herrscht, wird der Kolben durch die Feder nach links verschoben, bis er am Grundschieber 8
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im Füllventil 4 nach oben, unterbricht dadurch also die direkte Verbindung zwischen der mit dem Hauptluftbehälter über die Muschel 9 des Führerventils verbundenen Leitung B und der Bremsleitung L.
Die Zeit, innerhalb deren das Füllventil 4 die Bremsleitung Lfüllt, entspricht dem bei der Bremsung erreichten Druckabfall im Raume G bzw. im Behälter 5, ist also direkt proportional dem Druckabfall in der Bremsleitung.
Bei einer Notbremsung vom Zuge aus und bei einer von der Lokomotive aus eingeleiteten Schnellbremsung sinkt der Druck auf der linken Seite des Kolbens K rasch bis zur völligen Entleerung der Bremsleitung. Der Steuerkolben K wird dadurch in seine äusserste linke Stellung gebracht, Stellung 111. In
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durch den Grundschieber gesperrt ist, so wird der Behälter 5 auch dann nicht entlüftet, wenn der Ventilkörper im Hilfsventil 6 angehoben ist.
Erst wenn ein Füllstoss in die Bremsleitung gegeben wird und die Schieber und der Steuerkolben K des Steuerventils wie oben beim Lösen der Bremse beschrieben, in die rechte Endlage gehen, wird die Bohrung H mit der Freiluftbohrung Oa verbunden, und der Steuer- behälter J und der mit ihm verbundene Raum G werden entlüftet, bis die Feder 13 das Hilfsventil 6 wieder nach unten drückt. Ist dies geschehen, so besteht wieder die Verbindung zwischen f und g, der Behälter 5 wird also wieder gefüllt, indem c mit 10, der Muschel im Abstufungsschieber Sa, 14 und f in Verbindung tritt. Das Zeitmass der Füllung der Räume 5 und G bestimmt das Zeitmass der Füllung der Bremsleitung L über den grossen Querschnitt.
Die zeitliche Zurückstellung der Entleerung des Behälters iS bei Notbremsungen, Zugtrennungen u. dgl. geschieht aus folgendem Grunde :
Bei einem solchen Vorkommnis wird die Bremsleitung völlig entleert, während der Druck in den Hilfsbehältern nur auf den Ausgleichdruek von 3, 5 atü sinkt. Infolgedessen würde bei entleertem Behälter 5 die Füllung der Leitung über den grossen Querschnitt des Füllventils 4 solange dauern, als ob auch die Hilfsbehälter völlig entlüftet wären. Das würde ein übermässig langes Offenstehen des grossen Füllquerschnittes im Füllventil zur Folge haben, wodurch eine unter Umständen beim Anfahren vorgenommene Notbremsung wirkungslos bleiben würde.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Hilfsvorrichtung zur Beschleunigung des Füllens und Lösens von Druckluftbremsen mit einem eine Verbindung von grossem Durchgangsquerschnitt zwischen dem Hauptluftbehälter und der Bremsleitung neben der durch den Leitungsdruckregler bestehenden gedrosselten Verbindung über das Führer-
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die Leitung mit Luft von Druckreglerdruck speist und nach Vollendung der Füllung des Bremssystems auf normalen Leitungsdruck selbsttätig schliesst und beim Sinken des Leitungsdruckes nicht wieder öffnet.