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Vorrichtung zur Regelung des Ablaufes von Güterzügen auf Ablaufbergen.
Die Eisenbahngüterzüge müssen auf den Rangierbahnhöfen auseinandergenommen werden, um neue Züge für die verschiedenen Fahrtrichtungen zusammenstellen zu können. Hiefür werden Ablaufberge mit im Gefälle liegenden Gleisen und anschliessenden Richtungsharfen benutzt. Auf den Ablaufbergen werden die aufzulösenden Güterzüge auseinander genommen, auf den Sammelgleisen der Richtungsharfe 'die neu zu bildenden Züge zusammengestellt.
Es gibt einseitige und doppelseitige Ablaufberge.
Auf den doppelseitigen Ablaufbergen wird der aufzulösende Giiterzug durch eine Rangierlokomotive oder mechanisch bewegte Wagenschubvorrichtung nach und nach über den Kopf des Ablaufberges gedrückt, damit die vor jedem Arbeitsspiel vom Zug abgekuppelten Wagen über die Gefä1Jsstrecke selbsttätig ihren neuen Sammelgleisen zulaufen können.
Auf Gefällebahnhöfen mit einseitigem Ablaufberge erfolgt die Zerlegung der Züge in der Weise, dass jeder ankommende Zug nach einem schwach geneigten Ablaufgleise gezogen und dort bis zum Ablaufbeginn abgestellt wird.
Der Ablauf geht dann in der Weise vor sich, dass der Zug mit mehreren Bremsern besetzt wird, die die Ablaufgeschwindigkeit regeln und dass am unteren Ende ein Wagen nach dem anderen abgehängt wird und frei nach dem Gleise abläuft, für das er bestimmt ist.
Man unterscheidet also zwei festumgrenzte Arbeitshandlungen : 1. Das Festhalten und schrittweise Fortbewegen des aufzulösenden Güterzuges auf dem Ablaufberge (Eselsrücken) vor den Verteilungsweiehen der Richtungsharfe.
2. Das Fortbewegen der einzelnen Eisenbahnwagen (oder Wagengruppen) nach ihrer Abkupplung von dem auseinanderzunehmenden Güterzug, u. zw. vom Ablaufpunkt bis zum neuen Sammelgleise.
Die der Erfindung zugrundeliegende Vorrichtung bezieht sich auf die erstgenannte Arbeitshandlung. Sie ist durch eine Seilablaufanlage gekennzeichnet, wobei der aufzulösende Güterzug im Ganzen an das von der Antriebsmaschine gehaltene Drahtseil mit einem letzten obersten Wagen gehängt wird und dann mittels des Seiles in regelbarer Geschwindigkeit am Ablaufberg schrittweise abgelassen oder auch durch das Seil bis zum Ablaufpunkt gezogen wird, der vor der Verteilungsharfe der Richtungweichen, aber an beliebig wählbarer Stelle des Ablaufberges liegt, von wo das Ablaufen der einzelnen Wagen in üblicher Weise erfolgt. Zu bemerken ist, dass es bekannt ist. Eisenbahnzüge auf Sehrägstrecken mittels Drahtseil usw. fortzubewegen.
Diese bekanntgewordenen Einrichtungen dienen jedoch einem anderen Zweck und sollen in der Hauptsache die Überwindung von grösseren Steigungen u. dgl. ermöglichen.
Die Erfindung bezweckt im Gegensatz hiezu das Fortbewegen und Auflösen ganzer Güterzüge auf Ablaufbergen und stellt gegenüber dem bisher Bekannten eine wesentliche Verbesserung dar.
In der Zeichnung ist die erfindungsgemässe Zugablaufeinrichtung beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 die Anwendung der neuen Einrichtung bei Verwendung einer Rangierwinde, Fig. 2 die Ausbildung der Rangieranlage mit endlosem Seil, Fig. 3 das Kuppelgesehirr, welches vermittels Vorder-und Hinterseil in das Zugmittel der Rangieranlage eingebunden ist.
In den verschiedenen Abbildungen ist a die vor den Verteilungsweichen der Richtungsharfe liegende Gefällestrecke des Ablaufberges (Eselsrücken), auf welcher der aufzulösende Güterzug b durch das von dem Antrieb c in Bewegung gesetzte Drahtseil d festgehalten und fortbewegt wird.
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In Fig. 3 ist d1 das Vorderseil, d2 das Hinterseil und d3 ein Verbindungsseil. Die Anordnung der zugablaufanlage ist in diesem Falle so gedacht, dass ein stärkeres Vorderseil und ein schwächeres Hinterseil zu einem endlosen Seil zusammengespleisst werden. Die bei Verschiebung zweier Züge im Pendelbetrieb vorgesehenen beiden Speissstellen liegen einige Meter vor den beiden Enden h des Vorderselies,
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zwei Gleisen des Ablaufberges so angeordnet, und im Pendelbetrieb in Bewegung gesetzt, dass das eine Kuppelgeschirr stets am Fusse des Ablaufberges bzw. kurz vor den Verteilungsweichen der Richtungsharfe angelangt ist, wenn das andere Kuppelgeschirr am Kopfe des Ablaufberges zur Anhängung eines neuen Wagenzuges bereit steht.
Auf diese Weise lässt sich ein ununterbrochener Wagenablauf auf zwei Gleisen des Ablaufberges durchführen und die Leistungsfähigkeit des Ablaufbetriebes durch Verkürzung der Ablaufpausen erhöhen.
Das Ende des Vorderseiles d wird bei Nichtbenutzung des Kuppelgeschirres e mittels des Verbindungsseiles dz an das Hinterseil fP angepresst, damit es den Seillauf nicht behindern kann.
Hiezu ist die Einrichtung so getroffen, dass das Verbindungsseil d3 durch ein Keilseilschloss oder
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auch zum Abwärtsziehen des aufzulösenden Güterzuges, wenn grosse Fahrwiderstände (zahlreiche Schlecht- läufer, starker Gegenwind usw.) seine Abwärtsbewegung hemmen.
Die Arbeitsweise mit der erfindungsgemässen Rangiervorrichtung ist folgende :
Der oberste Wagen des aufznlösenden Güterzuges wird mittels des Kuppelgesehirres e an das Vorderseil d1 angehängt. Nun beginnt der Ablauf des Zuges, indem das Vorderseil mit einer bestimmten genau regelbaren Geschwindigkeit nachgelassen wird, wobei die Loslösung der einzelnen Wagen voneinander am Fusse des Ablaufberges oder von einer höher gelegenen Stelle aus erfolgt.
Mit dieser Rangiervorrichtung, die den gesamten Güterzug in ununterbrochenem Betriebe in genau regelbarer Geschwindigkeit den Ablaufberg bis zum jeweiligen Ablaufpunkt hinunterlässt, wird die Leistungsfähigkeit der Rangierbahnhöfe bei weniger Bedienungsleuten erheblich gesteigert, denn die Zwischenpausen der verschiedenen Arbeitsspiele werden verkürzt. Die Bremser werden überflüssig, der Ablaufpunkt für die angekuppelten Wagen kann beliebig gewählt und genau eingehalten werden. die Zugbewegung wird durch einen einzigen Bedienungsmann von einer Stelle aus vorgenommen, von der die ganze Richtungsharfe übersehen werden kann und sich die verschiedenen Entfernungen zwischen Ablaufpunkt und Sammelgleisen genau abschätzen und festlegen lassen. Der Wagenabstoss von dem auf-
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Zuges durch mehrere Bremser.
Das vorzeitige Stehenbleiben der Wagen auf der Richtungsharfe wird sich nach kurzer Einarbeitung des Bedienungsmannes fast ganz vermeiden lassen, wodurch auch die bekannten Wagenschubvorrichtungen überflüssig werden, die die von dem aufuzlosenden Güterzug abgekuppelten
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