Laut der Umfrage haben 70 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher im vergangenen Jahr privates Geld für Zusatzversicherungen oder medizinische Leistungen ausgegeben. Dazu zählen etwa Zahnfüllungen, Impfungen oder Physiotherapie. Etwa ein Viertel davon hat sogar mehr als 1.500 Euro ausgegeben.
Gesundheitsversorgung dürfe aber nicht von der Zahlungsfähigkeit abhängen, warnt SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu. „Die Studienergebnisse zeigen aber, dass viele Menschen bereits tief in die eigene Tasche greifen müssen. Das kann sich nicht jeder leisten“, so Engleitner-Neu.
Längere Wartezeiten belasten Patientinnen und Patienten
Das Vertrauen in das Gesundheitssystem sei zurzeit noch da, aber es schwinde, sagt SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. „Fälle, in denen die Versorgung nicht mehr ausreichend gewährleistet ist, häufen sich. Vor allem müssen die Menschen auf planbare Behandlungen immer länger warten“, so Binder weiter.
Forderung von Reformen im Gesundheitssystem
Diese Missstände müssten behoben werden, betont die SPÖ. Konkret fordert die Partei 150 zusätzliche Kassenärztinnen und Kassenärzte, die flächendeckend eingesetzt werden sollen, sowie kürzere Wartezeiten bei planbaren Operationen. Außerdem soll die Gesundheitsprävention ausgebaut werden, um das System langfristig zu entlasten und die Versorgung für alle Patientinnen und Patienten zu verbessern.
OÖVP-Klubobfrau Margit Angerlehner ortet in der am Donnerstag vorgestellten Studie ein „Untergraben“ des Vertrauens der Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern in die Gesundheitsversorgung. "Mit der heute vorgestellten Studie setzt die SPÖ ihre Strategie des Krankjammerns unseres Gesundheitssystems weiter fort. Wir stehen dazu, dass es gut und richtig ist, immer an der Verbesserung und Weiterentwicklung zu arbeiten. Wo es Probleme gibt, braucht es punktgenaue, aber auch machbare Lösungen. Für tatsächlich konstruktive Vorschläge sind wir immer offen. Dafür, dass es die SPÖ es offenbar kaum erwarten kann, in den Wahlkampf einzutreten, haben wir dagegen kein Verständnis“, so Angerlehner.