Es ist wohl der Traum vom schnellen Geld der so viele Oberösterreicher dazu verleitet, Anlagebetrügern im Internet und in sozialen Medien auf den Leim zu gehen. Meist geht es um Kryptowährungen. Die Zahl der Geschädigten steigt rasant, so Gerald Sakoparnig, Leiter der Abteilung Betrug im Landeskriminalamt OÖ: „Ja, leider. Viel zu viele fallen darauf rein, denn wir haben Woche für Woche allein in Oberösterreich rund 500.000 Euro Schaden allein auf diesen Bereich.“
Mann zahlte 31,7 Millionen Euro an Betrüger
Geworben wird mit aberwitzig hohen Gewinnen. Doch selbst Doppel-Doktoren fallen allzu bereitwillig darauf herein, so Sakoparnig: „Wir sprechen von 20 bis 30 Prozent Vermögenszuwachs im Monat, und das weiß jeder, das gibt es natürlich auf keiner Bank.“
Im echten Leben aber auch nicht – im Internet schon gar nicht. Einmal eingezahlt ist das Geld weg – unwiederbringlich. Die höchste Summe war vor zwei oder drei Jahren 31,7 Millionen Euro, die ein einzelnes Opfer verloren hat, so Sakoparnig.
Nach dem ersten Betrug folgt ein weiterer
Besonders perfide: Einige Monate nach der ersten Abzocke melden sich die Betrüger erneut bei ihren völlig verzweifelten Opfern, um ihnen vorzuspielen, dass ihr Geld zurückhaben könnten – gegen abermalige Zahlungen, versteht sich, so Sakoparnig: „Diese Menschen, diese Opfer, nehmen sich Kredite auf, belasten ihre Häuser, borgen sich im Freundschaftskreis Geld aus und schießen dann schlussendlich dem verlorenen Geld noch einmal gutes Geld nach, weil sie es nicht wahrhaben wollen.“
Der letzte Fall von Anlagebetrug in Oberösterreich liegt übrigens erst eine gute Woche zurück: Ein 75-Jähriger aus dem Bezirk Perg hat so knapp 300.000 Euro verloren. Sakoparnig: „Er hat sich einen Neffen anvertraut. Und zu ihm gesagt, dass sich heuer alle das Osteressen selber zahlen müssen, denn er sei nicht mehr flüssig.“ Der Traum vom schnellen Geld bleibt eben ein Traum.