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Krieg in Nahost

Israel und der Libanon wollen in der kommenden Woche in Washington Gespräche unter Vermittlung der USA führen. Ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums bestätigte heute, dass es ein Treffen geben werde, „um die laufenden Waffenruheverhandlungen mit Israel und dem Libanon zu erörtern“. Laut US-Präsident Donald Trump hat Israels Premier Benjamin Netanjahu zudem die Reduzierung der Angriffe im Libanon zugesagt, die zuletzt die Waffenruhe mit dem Iran bedrohten.

Netanyahu hatte direkte Gespräche mit dem Libanon in Aussicht gestellt. Dabei solle es laut Netanjahus Büro um „die Entwaffnung der Hisbollah und die Schaffung von Friedensbeziehungen zwischen Israel und dem Libanon gehen“.

Differenzen über Auslegung der Regelung

Israel und die USA bestreiten, dass die zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg auch für den Libanon gilt, wie es der Vermittler Pakistan zunächst angekündigt hatte. Der Iran übte derweil scharfe Kritik an den fortgesetzten israelischen Angriffen auf die vom Iran gesponserte Hisbollah-Miliz im Libanon.

Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert.

Die andauernden und heftigen Angriffe Israels gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon bedrohen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. US-Medien sowie der israelische Sender N12 berichteten, dass Trump und sein Sondergesandter Steve Witkoff Druck auf Netanjahu gemacht hätten, die Angriffe auf den Libanon herunterzufahren.

Erstmals seit der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat heute offenbar ein nicht iranischer Tanker die Straße von Hormus passiert. Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker „MSG“. Das Schiff war demnach mit rund 7.000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Auch weitere Schiffe nahmen Kurs auf die Meerenge. Es ist aber weiterhin eine iranische Genehmigung nötig.

Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrtsanalyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm offenbar Kurs auf die Straße von Hormus.

Früher 120 Durchfahrten pro Tag

In Friedenszeiten werden in der Meerenge nach Angaben des Brancheninformationsdienstes Lloyd’s List etwa 120 Durchfahrten pro Tag gezählt. Damit wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus abgewickelt.

Der neue Revolutionsführer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme.

In der Chamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran sei der Sieger des Konflikts. „In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft.“

Seit Ernennung nie öffentlich gezeigt

Der 56-Jährige soll verletzt sein und ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.

Sein Vater, der langjährige oberste Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, wurde am 28. Februar bei einem Luftangriff getötet. Modschtaba Chamenei verlor bei dem Angriff auch seine Ehefrau, seine Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine weiteren Details.

Der Iran besteht nach Angaben seines Atomchefs in möglichen Friedensgesprächen mit den USA weiter auf das Recht der Urananreicherung. Am Rande einer Gedenkfeier für den getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei wies Atomchef Mohammed Eslami heute die Forderung, die Urananreicherung aufzugeben, zurück, wie die iranische Nachrichtenagentur ISNA berichtete.

„Das sind ihre Wünsche, und diese Wünsche werden zu Grabe getragen“, sagte er mit Blick auf die USA. Bereits vor dem Krieg hatten Vertreter aus Washington und Teheran über das umstrittene Atomprogramm des Iran verhandelt. US-Präsident Donald Trump will verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Teheran weist zurück, solche Pläne zu verfolgen.

UNO: Mehr als 4.000 Kriegstote im Iran

Im Nahen und Mittleren Osten sind im Iran-Krieg nach UNO-Angaben insgesamt rund 4,25 Millionen Menschen geflüchtet und etwa 4.100 ums Leben gekommen. Laut dem jüngsten Lagebericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf wurden seit Kriegsbeginn Ende Februar fast 45.700 Menschen in der Region verletzt.

Die UNO-Gesundheitsorganisation berichtete von 3,2 Millionen Vertriebenen im Iran und mehr als einer Million Menschen im Libanon, die im Zuge des Konflikts ihr Zuhause verlassen mussten.

Nach Angaben des Leiters der iranischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi Arani, starben bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen im Iran über 3.000 Menschen. Etwa 40 Prozent der Leichen seien nicht identifizierbar gewesen, so der Mediziner laut einem Bericht der Zeitung „Schargh“. Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich höher liegen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Opferzahlen derzeit nicht.

Ausland

Tschechien will sein ältestes Atomkraftwerk am Standort Dukovany bis zu 80 Jahre lang laufen lassen. Das sei kein Ersatz für den geplanten Bau neuer Atomreaktoren, sondern eine „logische Ergänzung“, teilte Industrie- und Handelsminister Karel Havliceka heute in Prag mit.

Die vier Reaktorblöcke des sowjetischen Typs WWER-440/213 gingen bereits in den Jahren 1985 bis 1987 ans Netz. Sie könnten damit bis in die Jahre 2065 bis 2067 Strom produzieren.

Von 60 auf 80 Jahre

Bisher habe man mit einer Betriebsdauer von 60 Jahren gerechnet, sagte der Vorstandsvorsitzende des teilstaatlichen Stromkonzerns CEZ, Daniel Benes. Doch aktuelle Wirtschafts- und Sicherheitsanalysen hätten gezeigt, dass man die Reaktorblöcke in Dukovany länger betreiben könne.

Für Umweltschützer veralteter AKW-Typ

Umweltschützer – vor allem aus Österreich – halten die bestehende Anlage des Typs WWER 440/213 für veraltet. Neben dem Weiterbetrieb der alten Reaktorblöcke plant Tschechien in Dukovany auch den Bau von zwei neuen. Den Zuschlag erhielt im vorigen Jahr der südkoreanische Energiekonzern KHNP. Dukovany liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und nur knapp 31 Kilometer hinter der österreichisch-tschechischen Grenze.

Die OECD hat heute die vorläufigen Zahlen der öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA) durch den Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit (DAC) veröffentlicht. Demnach kürzten 26 OECD-Länder ihre Ausgaben im Jahr 2025. Österreich gab lediglich 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe aus. Heimische NGOs kritisierten den Rückgang der Ausgaben.

Laut dem OECD-Bericht verzeichnete die ODA-Quote aller DAC-Mitglieder im Jahr 2025 einen historischen Rückgang von 23 Prozent. Damit verzeichnete die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte. In den 70er Jahren setzten sich die DAC-Mitglieder das Ziel, jährlich 0,7 Prozent des BNE bereitzustellen.

Kritik von NGOs

Dieses Ziel habe Österreich noch nie erreicht, sagte Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich. Schon jetzt habe die österreichische Bundesregierung mit dem Doppelbudget 2025/2026 den Rückzug aus der internationalen Zusammenarbeit angetreten, so Bodmann.

„Im Jahr 2025 schwand Österreichs ODA-Quote zum dritten Mal infolge“, ergänzte Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung. Kritik kam auch von Alexander Buchinger, Geschäftsführer von Licht für die Welt Österreich: „Als wohlhabendes Land darf Österreich nicht auf jene Menschen vergessen, die im Globalen Süden von Armut betroffen sind und Hunger leiden. Hilfe zu kürzen, kommt zurück wie ein Bumerang.“

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich ist nach monatelanger Fahndung in Tschechien gefasst worden.

Tschechische Polizisten hätten Liebich auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgenommen, sagte heute ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle. Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Wie der leitende Oberstaatsanwalt der in Deutschland zuständigen Staatsanwaltschaft Halle im deutschen Sachsen-Anhalt, Dennis Cernota erklärte, gingen der Festnahme umfangreiche, teilweise verdeckt geführte Ermittlungsmaßnahmen voraus.

Die Staatsanwaltschaft werde nun die erforderlichen Schritte für ein Auslieferungsverfahren einleiten.

Fahndung seit Ende August 2025

Liebich wurde laut „Mitteldeutscher Zeitung“ in der Gemeinde Luby gefasst. Dem Bericht zufolge soll die Rechtsextremistin Männerkleidung getragen und einen kahlrasierten Kopf haben. Seit Ende August 2025 fahndeten Polizei und Staatsanwaltschaft nach Liebich.

Die früher als Sven lebende Liebich war im August nicht zu ihrem Haftantritt in einem Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz erschienen. Das Amtsgericht Halle hatte Liebich im Juli 2023 wegen Volksverhetzung und anderer Delikte wie übler Nachrede und Billigung eines Angriffskriegs zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Ukraine-Krieg

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Feuerpause im Krieg in der Ukraine für die orthodoxen Ostertage angekündigt. „Auf Beschluss des Oberbefehlshabers … W. W. Putin wird im Zusammenhang mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterfest ein Waffenstillstand vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 verkündet“, erklärte der Kreml heute in einer Mitteilung.

Kiew hatte zuletzt wiederholt eine Waffenruhe zu Ostern gefordert.

Zeitliche begrenzte Waffenruhen waren zuletzt brüchig

In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gab es schon mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Waffenruhen. In der Vergangenheit warfen sich die Kriegsparteien dabei immer wieder gegenseitig Verstöße vor. Außerdem warfen sich beide Seiten vor, solche Phasen für die Neuaufstellung von Truppen sowie für die Wiederaufrüstung zu nutzen.

Im vergangenen Jahr hatte Putin am Karsamstag eine 30-stündige Waffenruhe verkündet. Auch über die Weltkriegsgedenktage im Mai gab es eine. Eine Weihnachtswaffenruhe hatte der Kreml-Chef aber abgelehnt.

Inland

Der Untersuchungsausschuss zur Causa rund um den verstorbenen Ex-Justizsektionschef Christian Pilnacek hat heute den Korruptionsexperten Martin Kreutner und die ehemalige Mitarbeiterin des früheren Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) befragt.

Für die FPÖ ist die Frau, die am Nachmittag befragt wurde, „eine Schlüsselfigur“, schließlich habe sie Pilnacek am Vorabend seines Todes als eine der Letzten lebend gesehen.

„Sehr ans Herz gewachsen“

Die Frau war auch mit Pilnacek und Anna P., einer weiteren früheren Mitarbeiterin Sobotkas und Mitbewohnerin von Pilnaceks Vertrauter in Rossatz, befreundet. Ergiebig war ihre Befragung dann aber nicht. „Christian ist mir sehr ans Herz gewachsen“, sagte sie zu Beginn der Aussage.

Sie habe Pilnacek über zehn Jahren gekannt, sein Tod beschäftige sie immer noch sehr. Am Vorabend seines Todes gab es ein Treffen der beiden, Pilnacek habe da schon angetrunken gewirkt.

„Keine Wahrnehmung“ zu Interventionenliste

NEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke konfrontierte sie mit einer Liste mit Interventionen aus dem Jahr 2017, die sie angeblich erstellt haben soll, ist sie doch in dem Dokument als Erstellerin ausgewiesen. Sie kenne diese Liste nicht und habe generell „keine Wahrnehmungen“ über derartige Interventionen, antwortete die Befragte.

Arrangierte Treffen mit Sobotka

Beruflich hätten sich ihre Aufgaben nicht überschnitten, Pilnacek habe sie aber um Treffen mit Sobotka gebeten, um über seine Suspendierung – die ihm sehr zugesetzt habe – und seinen Gemütszustand zu sprechen.

Treffen zwischen den beiden hätten dann auch gelegentlich stattgefunden, Pilnacek und Sobotka seien gute Bekannte gewesen. Zudem meinte sie auf eine entsprechende Frage, sich nicht erinnern zu können, Pilnacek jemals irgendwelche Daten übermittelt zu haben.

Kreutner: Pilnacek „selbst Opfer des Systems“

Zuvor wurde Martin Kreutner von den Abgeordneten dazu befragt worden, ob es in Österreich eine „Zweiklassenjustiz“ gebe. Der Korruptionsexperte hatte die von der ehemaligen Justizministerin Alma Zadic (Grüne) eingesetzte Untersuchungskommission geleitet, die sich mit etwaiger politischer Einflussnahme in der Amtszeit Pilnaceks als Sektionschef befasste.

Die Kommission habe mögliche Einflussnahme untersucht, aber nicht das „primäre Geschehen“. Und sie hatte tatsächlich Beeinflussung festgestellt, etwa rund um die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Pilnacek habe etwa versucht, die WKStA in der „Ibiza-Affäre“ „nicht drankommen“ zu lassen. Zudem habe es Pläne gegeben, die WKStA zu „zerschlagen“.

Korruptionsexperte Martin Kreutner bei einer Sitzung des Pilnacek-U-Ausschusses im Parlament
APA/Helmut Fohringer

Pilnacek habe die Distanz zu bestimmten Leuten gefehlt, so Kreutner. Aus seiner privaten Sicht sei Pilnacek auch selbst „Opfer dieses Systems“ geworden. Er habe eine „Überfülle“ an Kompetenzen gehabt, sei aber auch vor Dilemmata gestellt worden.

Viel Kritik an Kreutner und der Kommission kam von ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger. Er kritisierte einen problematischen „Umgang mit Beweismitteln“ und die Auswahl der von der Kommission befragten Personen.

EU

Die EU-Kommission hat Ungarn wenige Tage vor der dortigen Parlamentswahl aufgefordert, zu Berichten über Absprachen mit Russland über einen EU-Beitritt der Ukraine Stellung zu nehmen. Die Berichte seien „äußerst beunruhigend, und es liegt an der betreffenden Regierung des Mitgliedstaats, sich dringend zu erklären“, sagte Kommissionssprecherin Paula Pinho heute in Brüssel.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werde die Angelegenheit „auch auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zur Sprache bringen“, fügte sie hinzu. Mehrere Medien hatten Ende März berichtet, dass der ungarische Außenminister Peter Szijjarto, ein Vertrauter von Regierungschef Viktor Orban, seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow Gesprächsinhalte der EU verraten haben soll. Szijjarto nannte die Vorwürfe in Onlinediensten „sinnlose Verschwörungstheorien“ und Fake News.

Frankreich ortet „Verrat“

Die französische Regierung übte scharfe Kritik an Ungarn. „Es ist ein Verrat am Gebot der Solidarität, das zwischen EU-Mitgliedern gilt“, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot heute dem Sender France Inter. Unterschiedliche Ansichten kämen vor, doch müsse die Einheit Vorrang haben, „sonst werden wir zu Vasallen, zu Spielbällen der Großmächte“, so Barrot.

Wahlkampfhilfe aus Washington

Bei der Parlamentswahl am Sonntag könnte Orban nach 16 Jahren aus dem Amt gewählt werden. Diese Woche hatte US-Vizepräsident JD Vance mit einem Besuch in Budapest Unterstützung für Orban demonstriert und dabei der EU Wahleinmischung vorgeworfen. US-Präsident Donald Trump setzt sich stark für Orbans Wiederwahl ein.

Abkommen mit West und Ost

Vance schloss mit Ungarn Abkommen im Wert von mehr als 21 Milliarden Dollar (rund 18 Mrd. Euro) auf den Gebieten Energie, Technologie und Verteidigung ab, wie das Onlineportal HVG.hu unter Berufung auf eine Aussendung des Weißen Hauses berichtete.

Der ungarische Erdölkonzern MOL kauft etwa 510.000 Tonnen Erdöl für 500 Millionen Dollar (rund 427 Mio. Euro) von amerikanischen Energieunternehmen. Die Vereinbarungen drehen sich auch um den Kauf von amerikanischen HIMARS-Raketensystemen im Wert von 700 Millionen Dollar und eine Vereinbarung hinsichtlich der Integrierung von einschlägigen Kommunikationstechnologien.

Auch mit Russland schloss Ungarn kürzlich ein Zwölfpunkteabkommen zur Zusammenarbeit in wirtschaftlichen, Handels-, Energie- und Kulturfragen. Dieses zeige, wie stark Budapest und Moskau künftig verbunden sein wollen, berichtete das Nachrichtenportal Politico.

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Wirtschaft

Die US-Regierung hat ihre Berechnungen zum Wirtschaftswachstum für Ende 2025 zum zweiten Mal nach unten korrigiert. Wie das US-Handelsministerium heute in Washington bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember nur um 0,5 Prozent.

Das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als Mitte März geschätzt. Im Februar hatte das Ministerium das Wachstum in einer ersten Schätzung sogar noch mit 1,4 Prozent angegeben.

Die Statistiker begründeten die erneute Korrektur mit geringeren Investitionen. Die Wachstumsschätzung für das gesamte vergangene Jahr beließ die US-Regierung bei 2,1 Prozent. Im letzten Amtsjahr von Präsident Joe Biden von den Demokraten war die US-Wirtschaft 2024 noch um 2,8 Prozent gewachsen.

Vorwürfe gegen Demokraten

Dennoch wirft US-Präsident Donald Trump Biden vor, die Ökonomie „zerstört“ zu haben. In seiner zweiten Amtszeit hat er den Bürgerinnen und Bürgern ein „goldenes Zeitalter“ versprochen. Für die relative Wachstumsschwäche nach mehr als einem Jahr im Amt machte er die oppositionellen Demokraten verantwortlich.

Nach Einschätzung vieler US-Ökonomen ist die Wirtschaft allerdings vor allem durch Trumps zahlreiche Volten in der Zollpolitik verunsichert. In diesem Jahr kamen die Auswirkungen des Iran-Kriegs dazu, vor allem der weltweite Energiepreisschock.

Die Gewerkschaft vida sieht im neuen ÖBB-Fahrgastrekord des Vorjahres zwar ein positives Signal für den Zuspruch für die „Öffis“ und die Mobilitätswende in Österreich. Seitens der Eisenbahngewerkschaft gibt es allerdings den Vorwurf an die Bundesbahnen, auf Verschleiß zu fahren.

Vida-Vorsitzender Gerhard Tauchner fordert nicht zuletzt auf Basis eines kürzlich erschienenen Berichts des Rechnungshofs (RH) zudem mehr strategischen Weitblick vom Management.

Rekorde entstünden nicht von selbst und seien nur möglich, wenn Angebot, Infrastruktur und der tägliche Einsatz der Beschäftigten zusammenpassten, so Tauchner heute via Aussendung. Der starke Angebots- und Nachfragezuwachs seien aber nicht ausreichend durch Fahrzeuge und betriebliche Reserven abgesichert worden, bezog er sich auf ein Ergebnis des RH-Berichts.

ÖBB wollen Kritikpunkte „gezielt adressieren“

Die ÖBB hatten im Zuge des RH-Berichts bereits auf „Belastungsspitzen“ verwiesen und wollen Kritikpunkte „gezielt adressieren“. Im Vorjahr erzielte sie einen Passagierrekord, es gab ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2024 und damit 559 Millionen Fahrgäste.

Der Nahverkehr auf Schiene stieg um zwei Prozent auf 301 Mio. Gäste, die Zahl der Buspassagiere blieb bei 211,5 Millionen stabil. Der Fernverkehr wuchs um 1,5 Prozent auf 47 Millionen Reisende.

Kultur

Die Österreicherin Marie Kreutzer ist mit ihrem neuen Werk „Gentle Monster“, der vom ORF kofinanziert wurde, in den Wettbewerb der 79. Filmfestspiele von Cannes aufgenommen. Das gaben die Programmverantwortlichen heute bei der Pressekonferenz des Festivals in Paris bekannt.

Die 1977 in Graz geborene Filmemacherin ist damit erstmals im Cannes-Wettbewerb vertreten: 2022 feierte ihre Sisi-Biografie „Corsage“ in der Schiene „Un Certain Regard“ (dt.: „Ein gewisser Blick“) Weltpremiere.

Filmemacherin Marie Kreutzer
IMAGO/Breuel-Bild

In „Gentle Monster“ erzählt Kreutzer die Geschichte zweier Frauen, die ihr Leben Männern widmen, die dunkle Seiten haben. Dafür drehte die 48-Jährige mit den beiden französischen Filmstars Lea Seydoux und Catherine Deneuve.

In der Kategorie „Un Certain Regard“ wiederum wird die ebenfalls aus der Steiermark stammende Sandra Wollner mit „Everytime“ vertreten sein. Darin setzt sich die Regisseurin mit Trauerverarbeitung auseinander. Dafür konnte sie Schauspielstar Birgit Minichmayr als Hauptdarstellerin für eine Tragödie um eine Mutter, deren Tochter und einen Teenager auf Teneriffa engagieren.

Babler gratuliert

„Das österreichische Cannes-Line-up zeigt, dass die heimische Filmwirtschaft sowohl bei österreichischen Filmen als auch als internationaler Partner dort brilliert, wo sich markante künstlerische Handschriften entfalten können“, gratulierte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ).

Starke Konkurrenz im Wettbewerb

Kreutzer sieht sich im Kampf um die Goldene Palme prominenten Namen gegenüber, bis dato wurden in Summe 20 Werke für den Wettbewerb benannt. So sind die beiden Altmeister Asghar Farhadi („Parallel Tales“) und Pedro Almodovar („Bitter Christmas“) hier ebenso vertreten wie die jüngeren Kollegen Cristian Mungiu („Fjord“) und Lukas Dhont („Coward“).

Als Präsident wird heuer ab 12. Mai Regisseur Park Chan Wook jener Jury vorstehen, die über die Vergabe der Goldenen Palme und der weiteren Preise entscheidet.