| stolze 640 Seiten |
Klappentext:
Leah, die Tochter eines erfolgreichen Hollywoodproduzenten, gerät in den Bann einer Psychosekte und bricht den Kontakt zur Außenwelt ab. Ihr Vater setzt alles daran, sie den Fängen des charismatischen Gurus zu entreißen, und bringt US Marshal Tim Rackley dazu, in dem Fall zu ermitteln. Rackley schleust sich mit falscher Identität in die Sekte ein und entdeckt schon bald, dass der Tod reiche Ernte einfährt: Wer aufbegehrt, wird ermordet. Als seine Tarnung auffliegt, steht Rackleys Leben auf Messers Schneide …
Mein Senf dazu:
Um nicht zuviel zu verraten, werde ich keine Inhaltsangabe machen, sondern meine Meinung kurz und knapp halten ;-)
Gregg Hurwitz lese ich zum ersten Mal. "Die Sekte" ist ein interessanter Thriller, der mir aber an etlichen Stellen zu langatmig ist. Obwohl mich das Thema Sekten anspricht, finde ich Hurwitzs Beschreibung der Sektenseminare und Rituale zu detailliert, was mich auch dazu verleitet hat, einiges nur zu überfliegen...Die Spannung verliert sich schon mal. Hochspannung und Action werden hier nicht groß geschrieben. Der Held dieses Thrillers Tim Rackley macht einen sympathischen Eindruck und man empfindet durchaus Mitleid für seine missliche Lage, der tiefe Fall vom US Marshal zum Wachmann; (in die er sich in " Die Scharfrichter" gebracht hat);ich habe bis zum Schluss gehofft, dass ihm sein mutiges und riskantes Engagement, Leah zu retten und die Sekte "The Program" zu zerschlagen, wenigstens seinen Polizistenjob wieder bringt. (Verrate ich natürlich nicht). Über Dray, Tim Rackleys Frau, die auch Polizistin ist, erfährt man wenig.
Die Methoden der Sekte im Einführungsseminar scheinen mir zu heftig, als dass sich erwachsene Menschen nicht davon abschrecken ließen: den ganzen Tag nix essen, nur mit Erlaubnis auf Toilette, kein Telefon, die Teilnehmer werden gedemütigt und beschimpft, eingesperrt, an jedem Ausgang ein bulliger Sicherheitsmann. Bei mir würden da sofort die Alarmglocken klingeln.Aber das ist nur mein ganz persönlicher Gedanke, denn über die Methoden solcher Sekten in der realen Welt weiß ich so gut wie gar nix. Wie gesagt, da könnte ich mich täuschen, denn eigentlich nimmt man immer an, man selber wäre immun gegen jegliche psychische Manipulation. Wie dem auch sei, machen wir mit dem Buch weiter ;-)
Umgehauen hat mich dieses Buch nicht gerade, zudem sollte man die Reihenfolge der Tim Rackley - Reihe einhalten (was ich nicht gemacht habe). Man erfährt zwar , dass ein dramatischer Schicksalsschlag das Leben des Helden Tim Rackley aus den Fugen gerissen hat aber um richtig Einblick darüber zu kriegen, was damals passiert ist und ihn zu dem Mann gemacht hat, der er heute ist, sollte man bei Interesse
erst " Die Scharfrichter" lesen.
Fazit:
Hat mich zwar unterhalten, jedoch nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Ich denke, ich werde ein weiteres Buch von Gregg Hurwitz probieren, um mir ein umfassenderes Bild vom Autor machen zu können.