WO2026012709A1 - Druckluftversorgungssystem, pneumatisches system, fahrzeug und betriebsverfahren - Google Patents
Druckluftversorgungssystem, pneumatisches system, fahrzeug und betriebsverfahrenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft Druckluftversorgungssystem (100), umfassend: - einen Verdichter (101) mit mindestens einer ersten und zweiten Verdichterstufe (110, 120) zum Verdichten von Druckluft (D) auf zwei voneinander verschiedene Druckniveaus (D1, D2), - eine Druckluftversorgungsanlage (201, 202, 203, 204, 205, 206) mit einem an den Verdichter (101) angeschlossenen Haupt-Druckluftanschluss (1.1), einer Pneumatikhauptleitung (210) mit einem Lufttrockner (220) zum Trocknen und Führen von Druckluft (D) vom Haupt-Druckluftanschluss zu einem Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1), eine Versorgungsleitung (251) zum Führen von Druckluft (D) zu einem Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) mit einem schaltbaren pneumatischen Element (250) zum Freigeben und Sperren der Versorgungsleitung (251). Die Erfindung schlägt vor, dass der Haupt-Druckluftanschluss an die zweite Verdichterstufe (120) anschließt und die Druckluftversorgungsanlage (201, 202, 203, 204, 205, 206) einen an die erste Verdichterstufe (110) angeschlossenen Neben-Druckluftanschluss (1.2) aufweist, wobei die Versorgungsleitung (251) Druckluft (D) vom Neben-Druckluftanschluss (1.2) zum Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) führt. Die Erfindung betrifft ferner ein pneumatisches System, ein Fahrzeug und ein Betriebsverfahren.
Description
Druckluftversorgungssystem, pneumatisches System, Fahrzeug und Betriebsverfahren
Die Erfindung betrifft ein Druckluftversorgungssystem für ein pneumatisches System eines Fahrzeugs, insbesondere Nutzfahrzeugs, welches einen Verdichter umfasst, mit einer ersten Verdichterstufe zum Verdichten von Druckluft auf ein erstes Druckniveau und einer zweiten Verdichterstufe zum Verdichten der Druckluft auf ein zweites Druckniveau, wobei das zweite Druckniveauhöher ist als das erste Druckniveau. Ferner umfasst das Druckluftversorgungssystem eine Druckluftversorgungsanlage mit einem Haupt-Druckluftanschluss zum Anschluss an den Verdichter, einem Haupt-Druckluftver- sorgungsanschluss und einem Neben-Druckluftversorgungsanschluss zum Bereitstellen von Druckluft, einer Pneumatikhauptleitung zum Führen von Druckluft von dem Haupt- Druckluftanschluss zu dem Haupt-Druckluftversorgungsanschluss, einem in der Pneumatikhauptleitung angeordneten Lufttrockner zum Trocknen der zum Haupt-Druckluft- versorgungsanschluss geführten Druckluft, eine Versorgungsleitung zum Führen von Druckluft zu dem Neben-Druckluftversorgungsanschluss und ein in der Versorgungsleitung angeordnetes pneumatisches Schaltelement zum selektiven Freigeben und Sperren der Versorgungsleitung. Der Haupt-Druckluftversorgungsanschluss ist dabei zum Anschließen eines Hauptverbrauchers und der Neben-Druckluftversorgungsanschluss zum Anschließen eines Nebenverbrauchers eingerichtet.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein pneumatisches System mit einem solchen Druckluftversorgungssystem, ein Fahrzeug mit einem entsprechenden pneumatischen System sowie ein Verfahren zum Bereitstellen einer Druckluftversorgung für ein Fahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug.
In Fahrzeugen dienen Druckluftversorgungssysteme der Versorgung von Druckluftab- nehmern mit Druckluft. Der Druckluftversorgungsanlage solcher Druckluftversorgungssysteme wird zu diesem Zweck Druckluft über den Haupt-Druckluftanschluss von einem Verdichter bzw. Kompressor bereitgestellt. Verdichter oder Kompressor werden in der vorliegenden Beschreibung als Synonyme verstanden und bezeichnen Aggregate, die Luft komprimieren, also Luft verdichten. Ein solcher Verdichter bildet gemeinsam mit
der Druckluftversorgungsanlage ein Druckluftversorgungssystem. Die Ansteuerung eines solchen Druckluftversorgungssystems erfolgt bevorzugt über ein elektronisches Steuergerät (ECU).
Ein Druckluftversorgungssystem wird in Fahrzeugen aller Art zur Versorgung eines Verbrauchers mit Druckluft eingesetzt. Das Druckluftversorgungssystem bildet dabei gemeinsam mit einem oder mehreren Verbrauchern ein pneumatisches System.
Derartige Verbraucher umfassen beispielsweise Luftfederanlagen, Bremssysteme, Sen- sorreinigungsvorrichtungen, Signalhörner oder Reifenbefüllanlagen.
Luftfederanlagen können auch Niveauregelungseinrichtungen umfassen, mit denen der Abstand zwischen Fahrzeugachse und Fahrzeugaufbau eingestellt werden kann. Eine Luftfederanlage eines eingangs genannten pneumatischen Systems umfasst eine Anzahl von an einer gemeinsamen Leitung (Galerie) pneumatisch angeschlossenen Luftfederbälgen, die mit zunehmender Befüllung den Fahrzeugaufbau anheben und entsprechend mit abnehmender Befüllung absenken können. Ein Absenken des Fahrzeugaufbaus erfordert eine Entlüftung des Verbrauchers, wobei Druckluft aus dem Verbraucher und insbesondere den Luftfederbälgen der Luftfederanlage über einen Entlüftungspfad der Druckluftversorgungsanlage an die Umgebung abgegeben wird. In analoger Weise wird auch in einem Bremssystem als Verbraucher eine Bremskraft durch Zuführen von Druckluft über die Druckluftversorgungsanlage aufgebracht und zum Lösen der Bremsen eines solchen Bremssystems ist eine Entlüftung des Verbrauchers notwendig, wobei Druckluft aus dem Verbraucher über eine Entlüftungsleitung der Druckluftversorgungsanlage an die Umgebung abgegeben wird. Luftfederanlagen und Bremssysteme bilden daher gemeinsam mit den entsprechenden Druckluftversorgungssystemen eine geschlossene Druckluftversorgung, durch welche die im Druckluftversorgungssystem in einer Befüllrichtung geförderte und dem Verbraucher bereitgestellte Druckluft anschließend in das Druckluftversorgungssystem zurückgeführt wird. Die Befüllrichtung beschreibt eine Förderrichtung von jeweiligen Druckluftanschluss zum jeweiligen Druckluftversorgungsanschluss.
Weiterhin gibt es Verbraucher, wie beispielsweise Sensorreinigungsvorrichtungen, die mit den entsprechenden Druckluftversorgungssystemen eine offenen Druckluftversorgung bilden, durch welche dem Verbraucher Druckluft von dem Druckluftversorgungs-
system zugeführt wird und die genutzte Druckluft von dem Verbraucher an die Umgebung abgegeben wird. Mittels einer Sensorreinigungseinrichtung können Oberflächen an einem Fahrzeug, insbesondere Sensoroberflächen von Sensoren, mittels mindestens eines Reinigungsfluides, beispielsweise Druckluft, gereinigt werden. Dabei kann mittels einer, insbesondere regelmäßig durchgeführten, Reinigung von Sensoroberflächen am Fahrzeug erreicht werden, dass Sensoren weniger verschmutzt sind und dadurch zuverlässiger funktionieren.
Zur Sicherstellung eines langfristigen Betriebs der Druckluftversorgungsanlage, weist eine Pneumatikhauptleitung der Druckluftversorgungsanlage einen Lufttrockner auf, mit dem die Druckluft zu trocknen ist. Dadurch wird dem Verbraucher am Druckluftversorgungsanschluss getrocknete Druckluft bereitgestellt und eine Ansammlung von Feuchtigkeit im Verbraucher vermieden. Feuchtigkeit kann bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen zu ventilschädigender Kristallbildung und darüber hinaus zu ungewünschten Defekten führen. Ein Lufttrockner weist ein Trockenmittel auf, üblicherweise ein Trocknungsgranulat, welches von der Druckluft derart durchströmt wird, dass das Trocknungsgranulat in der Druckluft enthaltene Feuchtigkeit durch Adsorption aufnehmen kann. Ein Lufttrockner kann gegebenenfalls als regenerativer Lufttrockner ausgelegt werden. Dies kann dadurch geschehen, dass das Trocknungsgranulat durch Druckluft aus einem Reservoir oder den Luftfederbälgen - meist im Gegenstrom, jedoch teilweise auch im Gleichstrom relativ zur Befüllrichtung - durchströmt wird.
Sofern der Verbraucher mit dem Druckluftversorgungssystem eine geschlossene Druckluftversorgung bilden, wird zur Regeneration zumeist die aus dem Verbraucher zurückgeführte Druckluft genutzt.
Bei Druckluftversorgungssystemen für Sensorreinigungseinrichtungen besteht die Herausforderung, dass die am Druckluftversorgungsanschluss bereitgestellte Druckluft nicht in die Druckluftversorgungsanlage zurückgeführt werden kann, sondern zur Reinigung der Sensoren ausgestoßen wird. Somit verbleibt anders als bei bekannten Druckluftversorgungssystemen, wie sie beispielsweise DE102017010772 A1 zeigt, keine durch den Lufttrockner bereits getrocknete Druckluft, welche zur Regeneration des Lufttrockners genutzt werden kann in der Druckluftversorgungsanlage bzw. im Druckluftabnehmer. Aus diesem Grund werden Verbraucher mit offenen Druckluftversorgungen,
wie Sensorreinigungsvorrichtungen oder Signalhörner, häufig auch von Druckluftversorgungssystemen ohne einen Lufttrockner versorgt.
In Druckluftversorgungssystemen, welche einerseits Verbrauchern mit offenen Druckluftversorgungen und andererseits Verbraucher mit geschlossenen Druckluftversorgungen versorgen, besteht daher die Herausforderung, dass bei der Versorgung der Verbraucher mit offenen Druckluftversorgungen die Sättigung des Lufttrockners stark vorangetrieben wird, ohne Druckluft für die Regeneration des Lufttrockners zurückzuführen. Die Betriebsdauer von Druckluftversorgungssystemen zur Versorgung von zwei oder mehr Verbrauchern, welche sowohl offene als auch geschlossene Druckluftversorgungen aufweisen, ist somit erheblich reduziert.
So zeigt WO0176898A1 beispielsweise einen einstufigen Verdichter mit einer daran angeschlossenen Luftfederanlage und einer daran angeschlossenen Reifenbefüllanlage. Bei der Versorgung der Reifenbefüllanlage mit feuchter Druckluft aus dem Verdichter wird auch feuchte Druckluft zum Lufttrockner gefördert, wodurch die Sättigung des Lufttrockners vorangetrieben wird.
An dieser Stelle setzt die Erfindung an, deren Aufgabe es ist, ein Druckluftversorgungssystem anzugeben, das zumindest einen der aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile überwindet. Insbesondere ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Betriebsdauer von Druckluftversorgungssystemen zur Versorgung von zwei oder mehr Verbrauchern, welche nicht ausschließlich Druckluft in das Druckluftversorgungssystem zurückführen, zu erhöhen.
Die Aufgabe wird in einem ersten Aspekt der Erfindung durch ein Druckluftversorgungssystem nach Anspruch 1 gelöst. Insbesondere schlägt die Erfindung vor, dass die Druckluftversorgungsanlage ferner einen Neben-Druckluftanschluss aufweist, der an die erste Verdichterstufe angeschlossen ist, wobei die Versorgungsleitung zum Führen von Druckluft von dem Neben-Druckluftanschluss zu dem Neben-Druckluftversorgungsanschluss eingerichtet ist, und der Neben-Druckluftversorgungsanschluss zum Bereitstellen von Druckluft mit dem ersten Druckniveau eingerichtet ist, und dass der Haupt-Druckluftan- schluss an die zweite Verdichterstufe angeschlossen und der Haupt-Druckluftversor- gungsanschluss zum Bereitstellen von Druckluft mit dem zweiten Druckniveau eingerichtet ist.
Ein erfindungsgemäßes Druckluftversorgungssystem ermöglicht somit die Versorgung eines Hauptverbrauchers mit Druckluft mit dem zweiten Druckniveau über den Haupt- Druckluftversorgungsanschluss und ergänzend dazu die Versorgung eines Nebenverbrauchers mit Druckluft mit einem ersten, geringeren Druckniveau über den Neben- Druckluftversorgungsanschluss. Somit werden mit nur einem Verdichter zwei unabhängige Druckluftversorgungen ermöglicht, nämlich einerseits über den Haupt-Druckluftan- schluss und den Haupt-Druckluftversorgungsanschluss zur Versorgung des Hauptverbrauchers und andererseits über den Neben-Druckluftanschluss und den Neben-Druck- luftversorgungsanschluss zur Versorgung des Nebenverbrauchers. Dadurch, dass die zur Versorgung des Nebenverbrauchers bereitgestellte Druckluft das erste, geringere Druckniveau aufweist, können Nebenverbraucher und Hauptverbraucher mit unterschiedlichen Anforderungen hinsichtlich des Druckniveaus bedarfsgerecht versorgt werden. Weiterhin ist die Versorgung eines Nebenverbrauchers mit Druckluft mit dem ersten, geringeren Druckniveau für den Fall vorteilhaft, dass ein solcher Nebenverbraucher mit dem Druckluftversorgungssystem eine offene Druckluftversorgung ausbildet, in welcher das Druckluftversorgungssystem dem Nebenverbraucher Druckluft zuführt und dieser die Druckluft nach der Betätigung von Nebenaktuatoren an die Umgebung abgibt. Die so an die Umgebung verlorene Druckluft kann nicht in die Druckluftversorgungsanlage zurückgeführt und somit nicht zur Regeneration des Lufttrockners genutzt werden. Dadurch, dass die am Neben-Druckluftversorgungsanschluss bereitgestellte Druckluft lediglich das erste Druckniveau aufweist, wird die Belastung des Verdichters durch die verlorene Druckluft reduziert. Die Effizienz des Druckluftversorgungssystems somit erhöht, ohne eine Funktionsbeeinträchtigung des Hauptverbrauchers oder des Nebenverbrauchers zu erfordern.
Unter einem pneumatischen Schaltelement ist m Rahmen der Erfindung ein elektrisch oder pneumatisch aktuierbares Bauteil zum selektiven Freigeben oder Sperren einer pneumatischen Verbindung zu verstehen.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben, welche das Konzept der Erfindung in Bezug auf vorteilhafte Merkmale im Rahmen der Aufgabenstellung und im Hinblick auf weitere Vorteile weiterbilden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Versorgungsleitung eine Boostlei- tung, an welcher ein Reservoir zum Befüllen der ersten Verdichterstufe anschließbar ist.
Alternativ ist die Versorgungsleitung bevorzugt eine Boostleitung, an welcher ein Reservoir der Druckluftversorgungsanlage angeschlossen ist. Weiter bevorzugt ist das pneumatische Schaltelement ein Befüllventil, welches zum selektiven Freigeben und Sperren der Boostleitung eingerichtet ist. Somit kann die Boostleitung genutzt werden, um Druckluft von der ersten Verdichterstufe über den Neben-Druckluftanschluss hin zum Neben-Druckluftversorgungsanschluss zu fördern. Es wird somit auf zusätzliche Pneumatikleitungen verzichtet und insgesamt ein kompakteres Druckluftversorgungssystem bereitgestellt.
Vorzugsweise umfasst die Druckluftversorgungsanlage ein Reservoir, eine mit dem Reservoir verbundene Boost-Zweigleitung, die von der Versorgungsleitung zwischen dem Neben-Druckluftanschluss und dem Neben-Druckluftversorgungsanschluss abzweigt, und ein Befüllventil, das in der Boost-Zweigleitung angeordnet und zum selektiven Sperren und Freigeben der Boost-Zweigleitung eingerichtet ist. Somit kann Druckluft vom Reservoir über die Versorgungsleitung und die Boost-Zweigleitung hin zum Neben- Druckluftanschluss geführt werden.
Vorzugsweise sind die erste Verdichterstufe und die zweite Verdichterstufe in Reihe geschaltet, wobei der Neben-Druckluftanschluss zwischen der ersten Verdichterstufe und der zweiten Verdichterstufe angeordnet ist. Dadurch, dass ferner die erste Verdichterstufe und die zweite Verdichterstufe in Reihe geschaltet sind und der Neben-Druckluft- anschluss zwischen der ersten Verdichterstufe und der zweiten Verdichterstufe angeordnet ist, kann die aus dem Reservoir zum Neben-Druckluftanschluss geführte Druckluft zum Aufladen der zweiten Verdichterstufe genutzt und einem Einlass der zweiten Verdichterstufe zugeführt werden. Somit kann die Versorgungsleitung neben der Versorgung des Nebenverbrauchers ferner auch zum Aufladen der zweiten Verdichterstufe genutzt werden. Das Druckluftversorgungssystem wird somit insgesamt kompakter, da auf parallele Führungen von Pneumatikleitungen verzichtet werden kann.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Druckluftversorgungsanlage ein Reservoir, eine mit dem Reservoir verbundene Boostleitung und ein Befüllventil aufweist, das in der Boostleitung angeordnet und zum selektiven Freigeben und Sperren der Boostleitung eingerichtet ist, wobei die Boostleitung an die zweite Verdichterstufe angeschlossen ist. Insbesondere sind die erste Verdichterstufe und die zweite Verdichterstufe in Reihe geschaltet, wobei der Neben-Druckluftanschluss zwischen der
ersten Verdichterstufe und der zweiten Verdichterstufe angeordnet ist, wobei die Boost- leitung an den Neben-Druckluftanschluss angeschlossen ist. Über das Reservoir und die Boostleitung kann die zweite Verdichterstufe somit mit Druckluft aus dem Reservoir aufgeladen werden. Die Boostleitung verläuft dabei unabhängig von der Versorgungsleitung zwischen dem Reservoir und der zweiten Verdichterstufe, insbesondere zwischen dem Reservoir und dem Neben-Druckluftanschluss. Somit ist ein Aufladen der zweiten Verdichterstufe unabhängig von der Führung von Druckluft über den Neben- Druckluftanschluss und die Versorgungsleitung zu einem Nebenverbraucher möglich.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Druckluftversorgungsanlage einen Ansauganschluss bzw. einen kombinierten Ansaug- und Entlüftungsanschluss auf und die erste Verdichterstufe weist einen mit dem Ansauganschluss bzw. dem Ansaug- und Entlüftungsanschluss verbundenen ersten Einlass und einen ersten Auslass auf. Die zweite Verdichterstufe weist vorzugsweise einen mit der Pneumatikhauptleitung verbundenen zweiten Auslass und einen über ein Leitungsstück mit dem ersten Auslass verbundenen zweiten Einlass auf. Es handelt sich somit um einen zweistufigen Verdichter, bei welchem Druckluft die erste Verdichterstufe und die zweite Verdichterstufe sequentiell passiert. In der ersten Verdichterstufe wird Druckluft auf das erste Druckniveau vorverdichtet und gelangt über den Leitungsabschnitt in die zweite Verdichterstufe, in welcher die Druckluft auf das Zieldruckluftniveau, das zweite Druckluftniveau, verdichtet wird. Derartige Verdichter werden auch als Twin-Kompressor bezeichnet.
Vorzugsweise weist das Druckluftversorgungssystem ferner ein Verdichter-Schaltventil auf, welches dazu eingerichtet ist, das Leitungsstück selektiv zu sperren und freizugeben. Somit kann die erste Verdichterstufe bedarfsweise von der zweiten Verdichterstufe getrennt werden. Es ist somit möglich, Druckluft am ersten Auslass der ersten Verdichterstufe einem Nebenverbraucher zuzuführen, wobei in der zweiten Verdichterstufe keine Druckluft aus der ersten Verdichterstufe vorhanden ist. Dementsprechend kann über den zweiten Auslass der zweiten Verdichterstufe auch keine Druckluft mit dem zweiten Druckluftniveau bereitgestellt und über den Haupt-Druckluftanschluss in die Pneumatikhauptleitung gefördert werden. Die erste Verdichterstufe kann somit losgelöst von der zweiten Verdichterstufe betrieben und zur Bereitstellung von Druckluft genutzt werden.
Vorzugsweise ist das Verdichter-Schaltventil ein 2/2-Wege-Verdichterventil, welches vorzugsweise stromlos geschlossenen und elektrisch betätigbar oder pneumatisch betätigbar ist. Im Falle eines pneumatisch betätigbaren 2/2-Wege-Verdichterventils ist dieses bevorzugt durch einen auslassseitig an der ersten Verdichterstufe abgenommenen Steuerdruck, also einem an dem ersten Auslass der ersten Verdichterstufe abgenommenen Steuerdruck, betätigbar.
Die Erfindung löst die eingangs genannte Aufgabe in einem zweiten Aspekt durch ein pneumatisches System nach Anspruch 7.
Insbesondere schlägt die Erfindung vor, dass das pneumatische System ein Druckluftversorgungssystem gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung, einen an den Haupt- Druckluftversorgungsanschluss angeschlossenen Hauptverbraucher und einen an den Neben-Druckluftversorgungsanschluss angeschlossenen Nebenverbraucher aufweist. Ein entsprechendes pneumatisches System macht sich durch das vorhandene Druckluftversorgungssystem die eingangs in Bezug auf den ersten Aspekt der Erfindung beschriebenen Vorteile zu eigen. Vorteile und bevorzugte Ausführungsformen gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung sind somit ebenso Vorteile und bevorzugte Ausführungsformen gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung und umgekehrt.
Vorzugsweise ist der Hauptverbraucher dazu eingerichtet, eine geschlossene Druckluftversorgung mit der Druckluftversorgungsanlage auszubilden, derart, dass Druckluft dem Hauptverbraucher zum Aktuieren einer Anzahl von Hauptaktuatoren zugeführt wird und zum Entlüften der Hauptaktuatoren Druckluft zu der Druckluftversorgungsanlage zurückgeführt wird.
Dadurch, dass es sich bei dem Hauptverbraucher um einen solchen handelt, der eine geschlossene Druckluftversorgung ausbildet, geht die vom Lufttrockner getrocknete Druckluft nicht verloren, sondern kann zur Regeneration des Lufttrockners zurückgeführt werden. Ein entsprechend gestaltetes pneumatisches System ermöglicht somit eine gesteigerte Betriebsdauer des Lufttrockners.
Weiter bevorzugt ist der Nebenverbraucher dazu eingerichtet, eine offene Druckluftversorgung mit der Druckluftversorgungsanlage auszubilden, derart, dass Druckluft dem Nebenverbraucher zum Aktuieren einer Anzahl von Nebenaktuatoren zugeführt und von
dem Nebenverbraucher an eine Umgebung abgegeben wird. Somit kann das pneumatische System effizient betrieben werden, da dem Nebenverbraucher keine getrocknete Druckluft zugeführt wird, welche er an die Umgebung abgibt. Für die Bereitstellung von Druckluft, welche somit durch die Abgabe an die Umgebung verloren ist, wird der Lufttrockner folglich nicht belastet und dessen Sättigung vorangetrieben.
In bevorzugten Ausführungsformen ist der Hauptverbraucher eine Luftfederanlage oder ein Bremssystem und/oder der Nebenverbraucher ist eine Sensorreinigungsvorrichtung oder eine Reifenbefüllanlage oder ein Signalhorn.
Die Erfindung löst die eingangs genannte Aufgabe in einem dritten Aspekt durch ein Fahrzeug nach Anspruch 12.
Dabei schlägt die Erfindung vor, dass ein solches Fahrzeug ein pneumatisches System gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung aufweist. Durch ein entsprechendes pneumatisches System mit einem Druckluftversorgungssystem macht sich das Fahrzeug die in Bezug auf den ersten Aspekt und den zweiten Aspekt der Erfindung beschriebenen Vorteile zu eigen. Vorteile und bevorzugte Ausführungsformen gemäß dem ersten und zweiten Aspekt der Erfindung sind somit ebenso bevorzugte Ausführungsformen und Vorteile gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung.
Die Erfindung löst die eingangs genannte Aufgabe in einem vierten Aspekt durch die Verwendung einer Boostleitung zur Ausbildung der Versorgungsleitung in einem Druckluftversorgungssystem, insbesondere einem Druckluftversorgungssystem gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung.
Die Erfindung löst die eingangs genannte Aufgabe in einem fünften Aspekt durch ein Verfahren nach Anspruch 14.
Insbesondere schlägt die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines pneumatischen Systems, insbesondere eines pneumatischen Systems gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung vor, welches die Schritte umfasst:
Verdichten von Druckluft auf ein erstes Druckniveau mit einer ersten Verdichterstufe und auf ein zweites Druckniveau mit einer zweiten Verdichterstufe, wobei das erste Druckniveau geringer ist als das zweite Druckniveau,
Bereitstellen von Druckluft mit dem zweiten Druckniveau an einem Haupt-Druck- luftanschluss,
Führen von Druckluft von dem Haupt-Druckluftanschluss zu einem Haupt-Druck- luftversorgungsanschluss,
Versorgen eines an den Neben-Druckluftversorgungsanschluss angeschlossenen Nebenverbrauchers mit Druckluft mit dem ersten Druckniveau und/oder dem zweiten Druckniveau,
Bereitstellen Druckluft mit dem ersten Druckniveau an einem Neben-Druckluftan- schluss,
Führen von Druckluft von dem Neben-Druckluftanschluss zu einem Neben- Druckluftversorgungsanschluss,
Versorgen eines an einen Haupt-Druckluftversorgungsanschluss angeschlossenen Hauptverbrauchers mit Druckluft mit dem zweiten Druckniveau.
Dadurch, dass ein Hauptverbraucher über den Haupt-Druckluftversorgungsanschluss mit Druckluft mit dem zweiten Druckniveau versorgt wird und ein Nebenverbraucher über den Neben-Druckluftversorgungsanschluss mit Druckluft mit dem ersten Druckniveau versorgt wird, macht sich das Verfahren die eingangs in Bezug auf den ersten Aspekt der Erfindung beschriebenen Vorteile zu eigen. Vorteile und bevorzugte Ausführungsformen, die in Bezug auf den ersten und den zweiten Aspekt der Erfindung beschrieben wurden, sind ebenso bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens gemäß dem fünften Aspekt der Erfindung.
Vorzugsweise wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren die Druckluft mit dem ersten Druckniveau zumindest abschnittsweise über eine Boostleitung zu dem Neben-Druck- luftversorgungsanschluss geführt. Durch die Führung von Druckluft über eine Boostleitung, welche üblicherweise zum Führen von Druckluft aus einem Reservoir hin zu einem Einlass der zweiten Verdichterstufe geführt wird, mit dem Ziel, die zweite Verdichterstufe aufzuladen, wird eine Funktionsintegration ermöglicht. Ein derartiges Betriebsverfahren erlaubt eine effiziente Nutzung vorhandener Leitungen, vorliegend der Boostleitung zur Integration von neuen Funktionen in ein Druckluftversorgungssystem.
Ausführungsformen der Erfindung werden nun nachfolgend anhand der Zeichnung im Vergleich zum Stand der Technik, welcher zum Teil ebenfalls dargestellt ist, beschrieben. Diese soll die Ausführungsformen nicht notwendigerweise maßstäblich darstellen,
vielmehr ist die Zeichnung, wo zur Erläuterung dienlich, in schematisierter und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen der aus der Zeichnung unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vielfältige Modifikationen und Änderungen betreffend die Form und das Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden können, ohne von der allgemeinen Idee der Erfindung abzuweichen. Die in der Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Weiterbildung der Erfindung wesentlich sein. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen aus zumindest zwei der in der Beschreibung, der Zeichnung und/oder den Ansprüchen offenbarten Merkmale. Die allgemeine Idee der Erfindung ist nicht beschränkt auf die exakte Form oder das Detail der im Folgenden gezeigten und beschriebenen bevorzugten Ausführungsform oder beschränkt auf einen Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in den Ansprüchen beanspruchten Gegenstand. Bei angegebenen Bemessungsbereichen sollen auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig einsetzbar und beanspruchbar sein.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in:
FIG. 1 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer ersten Ausführungsform;
FIG. 2 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer zweiten Ausführungsform;
FIG. 3 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer dritten Ausführungsform;
FIG. 4 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer vierten Ausführungsform;
FIG. 5 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer fünften Ausführungsform;
FIG. 6 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer sechsten Ausführungsform;
FIG. 7 ein Fahrzeug mit einem pneumatischen System schematisch in einer siebten Ausführungsform;
FIG. 8 ein Verfahren zum Betreiben eines pneumatischen Systems gemäß FIG. 1 bis FIG. 7.
FIG. 1 zeigt ein Fahrzeug 1000, bei welchem es sich bevorzugt um einen Personenkraftwagen 1100 handeln kann.
Das Fahrzeug 1000 umfasst ein pneumatisches System 10 mit einem Druckluftversorgungssystem 201 zum Bereitstellen von Druckluft D, D‘ und einem Hauptverbraucher 300 sowie mindestens einem Nebenverbraucher 400 zum Abnehmen der Druckluft D, D‘.
Das Druckluftversorgungssystem 201 umfasst einen Verdichter 101 zum Verdichten von feuchter Druckluft D und eine Druckluftversorgungsanlage 201 zum Führen der verdichteten Druckluft D, D‘ zu dem Hauptverbraucher 300 und dem Nebenverbraucher 400.
Die Druckluftversorgungsanlage 201 umfasst einen Haupt-Druckluftanschluss 1.1 zum Anschluss an den Verdichter 101 und einen Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 , der zum Anschließen des Hauptverbrauchers 300 eingerichtet ist. An dem Haupt-Druck- luftversorgungsanschluss 2.1 wird getrocknete Druckluft D‘ für den Hauptverbraucher 300 bereitgestellt.
Die Druckluftversorgungsanlage 201 umfasst ferner einen Neben-Druckluftversorgungs- anschluss 2.2, der zum Anschließen des Nebenverbrauchers 400 eingerichtet ist. Die Druckluftversorgungsanlage 201 ist dazu eingerichtet, verdichtete, feuchte Druckluft D am Neben-Druckluftversorgungsanschluss 2.2 für den Nebenverbraucher 400 bereitzustellen.
Ferner umfasst die Druckluftversorgungsanlage 201 einen kombinierten Ansaug- und Entlüftungsanschluss 0/3. Es soll dabei verstanden werden, dass die Druckluftversorgungsanlage 201 alternativ auch zwei getrennte Anschlüsse zum Entlüften der Druckluftversorgungsanlage, nämlich einen Entlüftungsanschluss, und zum Ansaugen von Druckluft für den Verdichter, nämlich einen Ansauganschluss umfassen kann. Derartige Anschlüsse von Druckluftversorgungsanlagen sind bekannt.
Der Ansaug- und Entlüftungsanschluss 0/3 ist über eine Ansaugleitung 213 der Druckluftversorgungsanlage 201 mit dem Verdichter 101 verbunden. Dabei ist eine erste Verdichterstufe 110 mit einem ersten Einlass 111 zum Anschluss an die Ansaugleitung 213 ausgebildet. Die erste Verdichterstufe 110 verdichtet die angesaugte feuchte Druckluft D bevorzugt auf ein erstes Druckniveau D1 und stellt diese Druckluft an einem ersten Auslass 112 bereit. Bei dem in FIG. 1 gezeigten Verdichter 101 handelt es sich um einen sogenannten Twin-Kompressor. Dabei handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform, welche nicht einschränkend zu verstehen ist. Im Falle eines Twin-Kompres- sors wird die auf das erste Druckniveau D1 verdichtete Druckluft D vom ersten Auslass 112 der ersten Verdichterstufe 110 einer zweiten Verdichterstufe 120 zugeführt.
Die zweite Verdichterstufe 120 weist einen zweiten Einlass 121 und einen zweiten Auslass 122 auf. Der erste Auslass 112 ist über ein Leitungsstück 140 mit dem zweiten Einlass 121 der zweiten Verdichterstufe 120 verbunden. Die zweite Verdichterstufe 120 ist dazu eingerichtet, die auf das erste Druckniveau D1 verdichtete feuchte Druckluft D auf ein zweites Druckniveau D2 zu verdichten und am zweiten Auslass 122 bereitzustellen. Die erste Verdichterstufe 110 und die zweite Verdichterstufe 120 werden dabei bevorzugt über einen Motor 130 angetrieben. Die auf das zweite Druckniveau D2 verdichtete feuchte Druckluft D wird der Druckluftversorgungsanlage 201 an dem Haupt-Druckluft- anschluss 1.1 bereitgestellt.
Die Druckluftversorgungsanlage 201 umfasst eine Pneumatikhauptleitung 210 zum Führen der am Haupt-Druckluftanschluss 1.1 bereitgestellten Druckluft D zum Haupt- Druckluftversorgungsanschluss 2.1 . Die Druckluftversorgungsanlage 201 weist ferner einen in der Pneumatikhauptleitung 210 angeordneten Lufttrockner 220 auf, welcher dazu eingerichtet ist, die vom Haupt-Druckluftanschluss 1.1 zum Lufttrockner 220 geführte feuchte Druckluft D zu trocknen, sodass am Haupt-Druckluftversorgungsan- schluss 2.1 getrocknete Druckluft D‘ bereitgestellt wird. Durch die Verdichtung mittels der zweiten Verdichterstufe 120 weist die am Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1
bereitgestellte trockene Druckluft D‘ dabei das zweite Druckluftniveau D2 auf. Die Druckluft D, D‘ wird dabei in einer Befüllrichtung B vom Haupt-Druckluftanschluss 1.1 zum Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 gefördert. Die Pneumatikhauptleitung 210 unterteilt sich dabei in einen feuchten Hauptleitungsabschnitt 210.1 , welcher in Befüllrichtung B stromabwärts des Lufttrockners ausgebildet ist, und einen trockenen Hauptleitungsabschnitt 210.2, welcher in Befüllrichtung B stromaufwärts des Lufttrockners 220 ausgebildet ist.
In Befüllrichtung B stromabwärts des Lufttrockners 220 ist ferner eine Drossel 230 angeordnet, welche dazu eingerichtet ist, durch Entspannen von durchgeführter Druckluft deren relative Feuchtigkeit zu reduzieren.
Die Druckluftversorgungsanlage 201 umfasst ferner eine Entlüftungsventilanordnung 260, welche dazu eingerichtet ist, ein Entlüften des Hauptverbrauchers 300 und der Druckluftversorgungsanlage 201 , insbesondere der Pneumatikhauptleitung 210, über den kombinierten Ansaug- und Entlüftungsanschluss 0/3 zu erlauben.
Der Hauptverbraucher 300 bildet gemeinsam mit dem Druckluftversorgungssystem 201 eine geschlossene Druckluftversorgung G. Zum Entlüften des Hauptverbrauchers 300 wird dabei Druckluft in die Pneumatikhauptleitung 210 zurückgeführt und entgegen der Befüllrichtung B zum Lufttrockner 220 gefördert. Die entgegen der Befüllrichtung B zurückgeführte Druckluft wird dabei durch die Drossel 230 zunächst entspannt, sodass deren relative Feuchtigkeit sinkt. Beim Zurückführen dieser entspannten Druckluft durch den Lufttrockner 220 wird Feuchtigkeit aus einem Trocknungsgranulat des Lufttrockners 220 gebunden, sodass der Lufttrockner 220 regeneriert wird. In Befüllrichtung B stromaufwärts des Lufttrockners 220 zweigt eine Entlüftungsleitung 216 von der Pneumatikhauptleitung 210, insbesondere dem feuchten Hauptleitungsabschnitt 210.1 der Pneumatikhauptleitung 210, ab und ist dazu eingerichtet, die durch den Lufttrockner 220 entgegen der Befüllrichtung B zurückgeführte Druckluft über die Entlüftungsventilanordnung 260 in Richtung des kombinierten Ansaug- und Entlüftungsanschlusses 0/3 zu führen. Die Entlüftungsleitung 216 schließt dabei an die Ansaugleitung 213 an. Die Entlüftungsventilanordnung 260 umfasst ein Relaisventil 261 , welches zum selektiven Sperren und Freigeben der Entlüftungsleitung 216 eingerichtet ist. Das Relaisventil 261 wird über ein Entlüftungs-Vorsteuerventil 262 betätigt. Derartige Entlüftungsventilanordnungen 260 sind bekannt und werden vorliegend nicht im Detail erläutert.
Die Druckluftversorgungsanlage 201 umfasst ferner eine Versorgungsleitung 251 , die zum Führen von Druckluft D von dem Neben-Druckluftanschluss 1 .2 zu dem Neben- Druckluftversorgungsanschluss 2.2 eingerichtet ist. In der Versorgungsleitung 251 ist ein pneumatisches Schaltelement 250 angeordnet. Das pneumatische Schaltelement 250 ist zum selektiven Sperren und Freigeben der Versorgungsleitung 251 eingerichtet.
Unter dem Begriff „Schaltventil“ bzw. „pneumatisches Schaltelement“ ist vorliegend ein pneumatisches Element zu verstehen, welches durch eine gesteuerte Aktuierung, beispielsweise eine elektrische oder pneumatische Aktuierung, oder selbst gesteuert zwischen mindestens zwei Schaltzuständen wechseln kann. Hierunter fallen beispielsweise 2/2-Wegeventile, 3/2-Wegeventile oder auch Rückschlagventile. Letztere schalten selbsttätig von einer Sperrposition, in welcher bidirektional kein Durchfluss von Druckluft möglich ist, durch Wirken eines Öffnungsdrucks in eine Freigabestellung, in welcher ein lediglich unidirektionaler Druckluftdurchfluss möglich ist. Der Öffnungsdruck muss dabei einlassseitig an dem Rückschlagventil anliegen, wobei die Druckluft in der Freigabestellung von der Einlassseite des Rückschlagventils hin zur Auslassseite des Rückschlagventils strömen kann.
Der Neben-Druckluftanschluss 1 .2 ist dabei an die erste Verdichterstufe 110 und insbesondere einen ersten Auslass 112 der ersten Verdichterstufe 110 angeschlossen. Über den Neben-Druckluftanschluss 1.2 und die Versorgungsleitung 251 wird somit Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 von der ersten Verdichterstufe 110 hin zu dem Druckluftversorgungsanschluss 2.2 geführt. Somit wird der Nebenverbraucher 400 mit feuchter Druckluft D versorgt, welche das erste Druckniveau D1 aufweist, welches geringer ist als das von der zweiten Verdichterstufe 120 am Haupt-Druckluftanschluss 1.1 bereitgestellte zweite Druckniveau D2.
Bei der Versorgungsleitung 251 handelt es sich in FIG. 1 um eine Boostleitung 282, an welcher grundsätzlich auch ein Reservoir (nicht gezeigt) zum Aufladen der zweiten Verdichterstufe 120 anschließbar ist. In diesem Fall wirkt das pneumatische Schaltelement als ein Befüllventil 283 (vgl. FIG. 2 und FIG. 3). Zum Aufladen der zweiten Verdichterstufe 120 über eine solche Boostleitung 282 wird Druckluft D über die Boostleitung 282 und das Leitungsstück 140 dem zweiten Einlass 121 der zweiten Verdichterstufe 120 zugeführt.
Der Hauptverbraucher 300 ist vorliegend bevorzugt eine Luftfederanlage 301. Die Luftfederanlage 301 umfasst eine an den Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 angeschlossene Galerie 313, an welcher eine Anzahl von Hauptaktuatoren 320 angeschlossen ist. Bei den Hauptaktuatoren 320 handelt es sich bevorzugt um Luftfederbälge 321 , 322, 323, 324, die über eine Hauptverbraucher-Ventilanordnung 330 mit der Galerie 313 verbunden sind. Die Hauptverbraucher-Ventilanordnung 330 umfasst eine Anzahl von Hauptverbraucher-Schaltventilen 331 , 332, 333, 334, wobei jeweils ein Hauptverbraucher-Schaltventil 331 , 332, 333, 334 einem korrespondierenden Luftfederbalg 321 , 322, 323, 324zugeordnet ist. Die gezeigten Hauptverbraucher-Schaltventile 331 , 332, 333, 334 sind vorliegend dazu eingerichtet, in der gezeigten ersten Schaltstellung S1 als Rückschlagventil zu wirken und einen ausschließlich unidirektionalen Druckluftdurchfluss von der Galerie 313 hin zu den Hauptaktuatoren 320 zu erlauben. In einer nicht gezeigten zweiten Schaltstellung sind die Hauptverbraucher-Schaltventile 331 , 332, 333, 334 dazu eingerichtet, einen bidirektionalen Druckluftdurchfluss zwischen der Galerie 313 und den Hauptaktuatoren 320 zu erlauben.
Weiterhin umfasst der Hauptverbraucher 300 optional ein zwischen der Galerie 313 und dem Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 angeordnetes schaltbares Galerieventil 350, welches dazu eingerichtet ist, in der gezeigten ersten Schaltstellung S1 als Rückschlagventil zu wirken und einen ausschließlich unidirektionalen Druckluftdurchfluss in die Galerie 313 zu erlauben. In einer nicht gezeigten zweiten Schaltstellung ist das Galerieventil 350 dazu eingerichtet, einen bidirektionalen Druckluftdurchfluss zwischen der Galerie 313 und dem Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 zu erlauben.
Ferner umfasst der Hauptverbraucher 300 einen mit der Galerie 313 verbundenen Drucksensor 360, welcher dazu eingerichtet ist, einen Galeriedruck DG zu erfassen. Dieser Galeriedruck DG kann bevorzugt als Steuersignal zum Steuern des Galerieventils 350 oder der Hauptverbraucher-Ventilanordnung 330 genutzt werden.
Der Nebenverbraucher 400 bildet mit dem Druckluftversorgungssystem 201 bevorzugt eine offene Druckluftversorgung O. Dabei wird Druckluft D vom Neben-Druckluftan- schluss 1 .2 über die Versorgungsleitung 250 zum Nebenverbraucher 400 gefördert, wobei dieser die Druckluft D allerdings zur Betätigung von Nebenaktuatoren (nicht gezeigt)
über Nebenverbraucher-Schaltventile 420, 430 in die Umgebung A abgibt. Die Neben- verbraucher-Schaltventile 420, 430 sind dabei über eine gemeinsame Zuführleitung 410 mit dem Neben-Druckluftversorgungsanschluss 2.2 verbunden.
Die Nebenaktuatoren sind bevorzugt Reinigungsdüsen einer Sensorreinigungsvorrich- tung 401 . Die Nebenverbraucher-Schaltventile 420, 430 sind dabei vorliegend in einer Sperrposition SP gezeigt, in welcher die Zuführleitung 410 gesperrt wird. In der nicht gezeigten zweiten Schaltstellung geben die Nebenverbraucher-Schaltventile 420, 430 die Zuführleitung 410 frei und die am Nebenverbraucher-Druckluftversorgungsanschluss 2.2 bereitgestellte Druckluft D wird den Reinigungsdüsen (nicht gezeigt) der Sensorreinigungsvorrichtung 401 bereitgestellt und über diese an die Umgebung A abgegeben. Es soll dabei verstanden werden, dass es sich sowohl bei der Luftfederanlage 301 als auch bei der Sensorreinigungsvorrichtung 401 lediglich um Beispiele für Hauptverbraucher 300 und Nebenverbraucher 400 handelt, welche nicht einschränkend zu verstehen sind.
FIG. 2 zeigt eine zweite Ausführungsform des Fahrzeugs 1000 und insbesondere der Druckluftversorgungsanlage 201. Gleiche bzw. ähnliche Bauteile haben vorliegend identische Bezugszeichen und es wird lediglich auf Unterschiede hinsichtlich des Druckluftversorgungssystems 100 gemäß FIG. 1 und des Druckluftversorgungssystems 100 gemäß FIG. 2 eingegangen.
Das pneumatische System gemäß dem in FIG. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel und insbesondere dessen Druckluftversorgungsanlage 201 unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform dadurch, dass von der Versorgungsleitung 251 eine Boostlei- tung 282 in Form einer Boost-Zweigleitung 284 abzweigt. Die Boost-Zweigleitung 284 zweigt dabei an der Boost-Abzweigstelle ZB von der Versorgungsleitung 251 ab. In der Boost-Zweigleitung 284 ist ein Befüllventil 283 angeordnet, welches zum selektiven Freigeben und Sperren der als Boost-Zweigleitung 284 ausgebildeten Boostleitung 282 eingerichtet ist. An der Boost-Zweigleitung 284 ist ein Reservoir 281 angeordnet. Das Befüllventil 283 ist dabei zwischen der Abzweigstelle ZB und dem Reservoir 281 angeordnet. Die Befüllleitung 283 wird dabei insbesondere durch das Befüllventil 283 unterbrochen und nur bedarfsweise freigegeben. Das Befüllventil 283 ermöglicht somit bedarfsweise auch ein Aufladen der zweiten Verdichterstufe 120 mit Druckluft D aus dem
Reservoir 281 . Die Boostleitung 282 bzw. die Boost-Zweigleitung 284, das Befüllventil 283 und das Reservoir 281 sind dabei Bestandteile einer Reservoireinheit 280.
FIG. 3 zeigt eine dritte Ausführungsform des Fahrzeugs 1000 und insbesondere der Druckluftversorgungsanlage 203. Gleiche bzw. ähnliche Bauteile haben vorliegend identische Bezugszeichen und es wird lediglich auf Unterschiede hinsichtlich Druckluftversorgungsanlage 201 gemäß FIG. 1 und Druckluftversorgungsanlage 203 gemäß FIG. 3 eingegangen.
Die dritte Ausführungsform gemäß FIG. 3 unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform gemäß FIG. 1 dadurch, dass sich von dem Verdichter 101 , insbesondere dem Leitungsstück 140, parallel zu der Versorgungsleitung 251 eine Boostleitung 282 erstreckt. Die Boostleitung 282 ist dazu eingerichtet, den zweiten Einlass 221 der zweiten Verdichterstufe 120 mit einem Reservoir 281 zu verbinden. Das Reservoir 281 und die Boostleitung 282 sind Bestandteile einer Reservoireinheit 280, welche ferner ein in der Boostleitung 282 angeordnetes Befüllventil 283 aufweist. Das Befüllventil 283 ist dazu eingerichtet, die Boostleitung selektiv zu sperren und freizugeben. In der gezeigten Ausführungsform handelt es sich bei dem Befüllventil 283 um ein 2/2-Wegeventil.
Somit werden die Versorgungsleitung 251 und die Boostleitung 282 unabhängig voneinander geführt. Dies ermöglichen bedarfsweise auch ein gleichzeitiges Aufladen der zweiten Verdichterstufe 120 mit Druckluft aus dem Reservoir 281 und Bereitstellen von Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 am Neben-Druckluftversorgungsanschluss 2.2 für den Nebenverbraucher 400.
Es soll ferner verstanden werden, dass das Befüllventil 283 und das pneumatische Schaltelement 250 auch in einem 3/2-Wegeventil kombiniert werden können, welches in dem Leitungsstück 140 zwischen dem Neben-Druckluftanschluss 1.2 und dem zweiten Einlass 121 der zweiten Verdichterstufe 120 angeordnet sein kann.
FIG. 4 zeigt eine vierte Ausführungsform des Fahrzeugs 1000 und insbesondere der Druckluftversorgungsanlage 204. Gleiche bzw. ähnliche Bauteile haben vorliegend identische Bezugszeichen und es wird lediglich auf Unterschiede hinsichtlich Druckluftversorgungsanlage 201 gemäß FIG. 1 und Druckluftversorgungsanlage 204 gemäß FIG. 4 eingegangen.
Insbesondere unterscheidet sich die Druckluftversorgungsanlage 204 des pneumatischen Systems 10 von der in FIG. 1 gezeigten ersten Ausführungsform durch ein Verdichter-Schaltventil 290, welches in dem Leitungsstück 140 zwischen dem Neben- Druckluftanschluss 1.2 und dem zweiten Einlass 121 der zweiten Verdichterstufe 120 angeordnet ist. Das Verdichter-Schaltventil 290 ist zum selektiven Freigeben und Sperren des Leitungsstücks 140 eingerichtet.
In der in FIG. 4 gezeigten Ausführungsform ist das Verdichter-Schaltventil 290 ein elektrisch betätigbares 2/2-Wege-Verdichterventil 291 , insbesondere ein stromlos geschlossenes 2/2-Wege-Verdichterventil 291 .
FIG. 5 zeigt eine fünfte Ausführungsform des Fahrzeugs 1000 und insbesondere der Druckluftversorgungsanlage 205. Gleiche bzw. ähnliche Bauteile haben vorliegend identische Bezugszeichen und es wird lediglich auf Unterschiede hinsichtlich der Druckluftversorgungsanlage 201 gemäß FIG. 1 und der Druckluftversorgungsanlage 205 gemäß FIG. 5 eingegangen.
Die Ausführungsform gemäß FIG. 5 unterscheidet sich von der in FIG. 4 gezeigten vierten Ausführungsform durch die Ausgestaltung des Verdichter-Schaltventils 290. Das Verdichter-Schaltventil 290 ist vorliegend ein pneumatisch betätigbares 2/2-Wege-Ver- dichterventil 292. Ein pneumatisch betätigbares Verdichter-Schaltventil 290 ermöglicht eine deutlich erhöhte Öffnungskraft bei Vereisung. Das Verdichter-Schaltventil 290 befindet sich im Mitteldruckbereich, sodass eine erhöhte Kondensationsneigung herrscht. Dem wird durch die erhöhte Öffnungskraft entgegengewirkt.
Das 2/2-Wege-Verdichterventil 292 wird mittels eines Verdichter-Vorsteuerventils 293 betätigt. Das Verdichter-Vorsteuerventil 293 nimmt dabei zur Betätigung einen Steuerdruck DS zwischen dem Neben-Druckluftanschluss 1 .2 und dem pneumatisches Schaltelement 250 ab. In diesem Abschnitt kommt es zu einem Druckanstieg für den Fall, dass die erste Verdichterstufe 110 am Neben-Druckluftanschluss 1 .2 Druck mit dem ersten Druckniveau D1 bereitstellt, das pneumatische Schaltelement allerdings die Versorgungsleitung 251 sperrt. In diesem Fall führt das Verdichter-Vorsteuerventil 293 über eine Zuführleitung 294 den Steuerdruck DS zwischen dem Neben-Druckluftanschluss 1.2 und dem pneumatisches Schaltelement 250 ab und führt diesen über eine Betätigungsleitung 296 dem pneumatisch betätigbaren 2/2-Wege-Verdichterventil 292 zu.
Weiterhin ist das Verdichter-Vorsteuerventil 293 dazu eingerichtet, das 2/2-Wege-Ver- dichterventil 292 mit einer Ventil-Entlüftungsleitung 295 zu verbinden, welche an die Ansaugleitung 213 angeschlossen ist und somit eine Verbindung zum Entlüftungs- und Ansauganschluss 0/3 ermöglicht.
FIG. 6 zeigt eine sechste Ausführungsform des Fahrzeugs 1000 mit dem pneumatischen System 11 . Gleiche bzw. ähnliche Bauteile haben vorliegend identische Bezugszeichen und es wird lediglich auf Unterschiede hinsichtlich des pneumatischen Systems 10 gemäß FIG. 1 und des pneumatischen Systems 11 gemäß FIG. 6 eingegangen.
Die Ausführungsform gemäß FIG. 6 unterscheidet sich von der in FIG. 2 gezeigten zweiten Ausführungsform dadurch, dass optional das im Zusammenhang mit FIG. 4 und FIG. 5 beschriebene Verdichter-Schaltventil 290 zum selektiven Sperren und Freigeben des Leitungsstücks 140 vorhanden ist. In FIG. 6 ist das Verdichter-Schaltventil 290 als elektrisch betätigbares 2/2-Wege-Verdichterventil 291 dargestellt. Es kann sich aber auch um ein pneumatisch betätigbares 2/2-Wege-Verdichterventil handeln.
Weiterhin unterscheidet sich die in FIG. 6 gezeigte Ausführungsform von der zweiten Ausführungsform gemäß FIG. 2 dadurch, dass der Nebenverbraucher 400 ein erster Nebenverbraucher 400 ist und das pneumatische System 10 ferner einen zweiten Nebenverbraucher 500 aufweist. Der Neben-Druckluftversorgungsanschluss 2.2 der Druckluftversorgungsanlage 201 ist ferner ein erster Neben-Druckluftversorgungsan- schluss 2.2 und die Druckluftversorgungsanlage 201 weist ferner einen zweiten Neben- Druckluftversorgungsanschluss 2.3 auf, an welchen der zweite Nebenverbraucher 500 angeschlossen ist.
Weiterhin ist die Versorgungsleitung 251 eine erste Versorgungsleitung 251 und die Druckluftversorgungsanlage 201 weist ferner eine zweite Versorgungsleitung 254 auf, welche dazu eingerichtet ist, den Haupt-Druckluftanschluss 1.1 mit dem zweiten Neben- Druckluftversorgungsanschluss 2.3 zu verbinden. In der zweiten Versorgungsleitung 254 ist bevorzugt ein drittes pneumatisches Schaltelement 280 angeordnet, welches dazu eingerichtet ist, die zweite Versorgungsleitung 254 selektiv zu sperren und freizugeben. Somit kann über die erste Versorgungsleitung 251 und den ersten Neben- Druckluftversorgungsanschluss 2.2 der erste Nebenverbraucher mit Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 über den Neben-Druckluftanschluss 1 .2 versorgt werden.
Über den Haupt-Druckluftanschluss 1.1 können sowohl der zweite Nebenverbraucher 500 als auch der Hauptverbraucher 300 mit Druckluft D mit dem zweiten Druckniveau D2 versorgt werden. Die zweite Versorgungsleitung 254 zweigt dabei an einer Abzweigstelle Z zwischen dem Haupt-Druckluftanschluss 1.1 und dem Lufttrockner 220 von der Pneumatikhauptleitung 210 ab. Somit zweigt die zweite Versorgungsleitung 254 von dem feuchten Abschnitt 210.1 der Pneumatikhauptleitung 210 ab.
Besonders bevorzugt ist die Abzweigstelle Z der zweiten Versorgungsleitung 254 zwischen dem Haupt-Druckluftanschluss 1.1 und einer Entlüftungs-Abzweigstelle E angeordnet, an welcher die Entlüftungsleitung 216 von der Pneumatikhauptleitung 210 abzweigt.
Bei dem zweiten Nebenverbraucher 500 handelt es sich bevorzugt um eine Reifenbe- füllanlage 501 oder ein Signalhorn 502.
FIG. 7 zeigt eine sechste Ausführungsform des Fahrzeugs 1000 mit dem pneumatischen System 12. Gleiche bzw. ähnliche Bauteile haben vorliegend identische Bezugszeichen und es wird lediglich auf Unterschiede hinsichtlich des pneumatischen Systems 10 gemäß FIG. 1 und des pneumatischen Systems 12 gemäß FIG. 7 eingegangen.
Die in FIG. 7 gezeigte siebte Ausführungsform unterscheidet sich von der in FIG. 1 gezeigten Ausführungsform dadurch, dass es sich bei dem Hauptverbraucher 300 nicht um eine Luftfederanlage, sondern um ein Bremssystem 302 handelt. Ein solches Bremssystem 302 bildet gemeinsam mit dem Druckluftversorgungssystem 100 eine geschlossene Druckluftversorgung D.
FIG. 8 zeigt ein Verfahren 2000 zum Betreiben eines pneumatischen Systems 10 eines Fahrzeugs 1000, insbesondere eines Nutzfahrzeugs 1100.
Das Verfahren 2000 umfasst in einem ersten Schritt 2100 das Verdichten von Druckluft D auf ein erstes Druckniveau D1 durch eine erste Verdichterstufe 110 und vorzugsweise auf ein zweites Druckniveau D2 durch eine zweite Verdichterstufe 120, wobei das zweite Druckniveau D2 höher ist als das erste Druckniveau D1.
Bevorzugt umfasst der erste Schritt 2100 einen Teilschritt 2110, in welchem ein Verdichter-Schaltventil 290 einen sequentiellen Durchfluss von der ersten Verdichterstufe 110 in die zweite Verdichterstufe 120 sperrt. Es soll dabei verstanden werden, dass beim Betrieb von pneumatischen Systemen 10, 11 , wie es die FIG. 4 bis 6 zeigen, mit einem Verdichter-Schaltventil 290 zumindest zeitweise auch lediglich Druckluft von der ersten Verdichterstufe 110 auf das erste Druckniveau D1 verdichtet werden kann.
Bevorzugt umfasst das Verfahren 2000 in einem zweiten Schritt 2200 ferner das Bereitstellen von Druckluft D mit dem zweiten Druckniveau D2 an einem Haupt-Druckluftan- schluss 1.1. Weiterhin umfasst das Verfahren bevorzugt in einem dritten Schritt 2300 das Führen von Druckluft D von dem Haupt-Druckluftanschluss 1.1 zu einem Haupt- Druckluftversorgungsanschluss 2.1.
In einem vierten Schritt 2700 umfasst das Verfahren 2000 das Versorgen eines an den Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 angeschlossenen Hauptverbrauchers 300 mit Druckluft D mit dem zweiten Druckniveau D2.
Der zweite, dritte und vierte Schritt 2200, 2300, 2400 werden dabei nur für den Fall durchgeführt, dass ein etwaiges Verdichter-Sperrventil 290 die Zuführung von Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 von der ersten Verdichterstufe 110 zu der zweiten Verdichterstufe 120 in Teilschritt 2110 zulässt und den Leitungsabschnitt 140 somit freigibt.
In einem fünften Schritt 2500 umfasst das Verfahren 2000 das Bereitstellen von Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 an einem Neben-Druckluftanschluss 1.2.
In einem sechsten Schritt 2600 umfasst das Verfahren 2000 das Führen von Druckluft D von dem Neben-Druckluftanschluss 1.2 zu einem Neben-Druckluftversorgungsan- schluss 2.2.
In einem siebten Schritt 2700 umfasst das Verfahren 2000 das Versorgen eines an den Neben-Druckluftanschluss 2.2 angeschlossenen Nebenverbrauchers 400 mit Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 und/oder dem zweiten Druckniveau D2.
Es ist im sechsten Schritt 2600 ferner bevorzugt, dass die Druckluft D mit dem ersten Druckniveau D1 zumindest abschnittsweise über eine Boostleitung 282 zu dem Neben- Druckluftversorgungsanschluss 2.2 geführt wird.
Bevorzugt umfasst das Verfahren ferner in einem achten Schritt 2800 das Führen von Druckluft D von dem Haupt-Druckluftanschluss 1.1 zu einem zweiten Neben-Druckluft- versorgungsanschluss 2.3 und in einem neunten Schritt 2900 das Bereitstellen von Druckluft D mit dem zweiten Druckniveau D2 am zweiten Neben-Druckluftversorgungs- anschluss 2.3.
In einem zehnten Schritt 3000 umfasst das Verfahren 2000 Versorgen eines an den zweiten Neben-Druckluftversorgungsanschluss 2.3 angeschlossenen zweiten Nebenverbrauchers 500 mit Druckluft D mit dem zweiten Druckniveau D2.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erfindung Druckluftversorgungssystem 100 betrifft, welches umfasst: einen Verdichter 101 mit mindestens einer ersten und zweiten Verdichterstufe 110, 120 zum Verdichten von Druckluft D auf zwei voneinander verschiedene Druckniveaus D1 , D2, eine Druckluftversorgungsanlage 201 , 202, 203, 204, 205, 206 mit einem an den Verdichter 101 angeschlossenen Haupt-Druckluftanschluss 1.1 , einer Pneumatikhauptleitung 210 mit einem Lufttrockner 220 zum Trocknen und Führen von Druckluft D vom Haupt-Druckluftanschluss zu einem Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2.1 , eine Versorgungsleitung 251 zum Führen von Druckluft D zu einem Neben-Druckluftversorgungs- anschluss 2.2 mit einem schaltbaren pneumatischen Element 250 zum Freigeben und Sperren der Versorgungsleitung 251. Die Erfindung schlägt vor, dass der Haupt-Druck- luftanschluss an die zweite Verdichterstufe 120 anschließt und die Druckluftversorgungsanlage 201 , 202, 203, 204, 205, 206 einen an die erste Verdichterstufe 110 angeschlossenen Neben-Druckluftanschluss 1 .2 aufweist, wobei die Versorgungsleitung 251 Druckluft D vom Neben-Druckluftanschluss 1 .2 zum Neben-Druckluftversorgungsanschluss 2.2 führt. Optional ist ein an die zweite Verdichterstufe 120 angeschlossener Neben-Druck- luftanschluss 1 .2 mit hohem zweiten Druckniveau D2 vorgesehen, wobei eine zweite Versorgungsleitung 254 Druckluft D vom Neben-Druckluftanschluss 1 .2 zum Neben-Druck- luftversorgungsanschluss 2.3 führt.
Die Erfindung betrifft ferner ein pneumatisches System 10, 11 , 12, ein Fahrzeug 1000 und ein Betriebsverfahren 2000.
Der Neben-Druckluftanschluss 1 .2 kann somit system bedarfsgerecht an der ersten oder zweiten Verdichterstufe angeschlossen sein. Des Weiteren können auch je ein Nebenverbraucher 400 an der ersten und zweiten Verdichterstufe 110, 120 angeschlossen sein. Falls kein Nebenverbraucher 400 an der ersten Verdichterstufe 110 angekoppelt ist, kann auch ein Reservoir Druckluft D zum Boosten des Verdichters 100 zur Verfügung stellen. Alternativ sind Nebenverbraucher 400 (low pressure) und Reservoir zum Boosten gekoppelt.
Andere Variationen der offengelegten Ausführungsformen können vom Fachmann bei der Ausführung der beanspruchten Erfindung anhand der Zeichnungen, der Offenbarung und der beigefügten Ansprüche verstanden und ausgeführt werden.
In den Ansprüchen schließt das Wort "umfassend" andere Elemente oder Schritte nicht aus, und der unbestimmte Artikel "ein" oder "an" schließt eine Mehrzahl nicht aus.
Eine einzige Einheit oder Vorrichtung kann die Funktionen mehrerer in den Ansprüchen aufgeführter Elemente erfüllen. Die Tatsache, dass bestimmte Maßnahmen in verschiedenen voneinander abhängigen Ansprüchen aufgeführt sind, bedeutet nicht, dass eine Kombination dieser Maßnahmen nicht vorteilhaft sein kann.
Etwaige Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung des Anwendungsbereichs zu verstehen.
Bezugszeichenliste (Teil der Beschreibung)
1.1 Haupt-Druckluftanschluss
1.2 Neben-Druckluftanschluss
2.1 Haupt-Druckluftversorgungsanschluss
2.2 (erster) Neben-Druckluftversorgungsanschluss
2.3 zweiter Neben-Druckluftversorgungsanschluss
0/3 kombinierter Ansaug- und Entlüftungsanschluss
10, 11 , 12 pneumatisches System
100 Druckluftversorgungssystem
101 Verdichter
110 erste Verdichterstufe
111 erster Einlass
112 erster Auslass
120 zweite Verdichterstufe
121 zweiter Einlass
122 zweiter Auslass
130 Motor
140 Leitungsstück
201- 206 Druckluftversorgungsanlage
210 Pneumatikhauptleitung
210.1 feuchter Hauptleitungsabschnitt
210.2 trockener Hauptleitungsabschnitt
213 Ansaugleitung
216 Entlüftungsleitung
220 Lufttrockner
221 Einlass des Lufttrockners
230 Drossel
250 (erstes) pneumatisches Schaltelement
251 (erste) Versorgungsleitung
254 zweite Versorgungsleitung
255 zweites pneumatisches Schaltelement
260 Entlüftungsventilanordnung
261 Relaisventil
262 Entlüftungs-Vorsteuerventil
80 Reservoireinheit
281 Reservoir
282 Boostleitung
283 Befüllventil
284 Boost-Zweigleitung
290 Verdichter-Schaltventil
291 elektrisch betätigbares 2/2-Wege-Verdichterventil
292 pneumatisch betätigbares 2/2-Wege- Verdichterventil
293 Verdichter-Vorsteuerventil
294 Zuführleitung
295 Ventil-Entlüftungsleitung
296 Betätigungsleitung
300 Hauptverbraucher
301 Luftfederanlage
302 Bremssystem
313 Galerie
320 Hauptaktuatoren
321-324 Luftfederbälge
330 Hauptverbraucher-Ventilanordnung
331-334 Hauptverbraucher-Schaltventile
350 Galerieventil
360 Drucksensor400 Nebenverbraucher
401 Sensorreinigungsvorrichtung
410 Zuführleitung
420 Nebenaktuatoren
430 Nebenaktuatoren
500 Nebenverbraucher
501 Reifenbefüllanlage
502 Signalhorn
1000 Fahrzeug
1100 Personenkraftwagen
2000 Verfahren
2100 Verdichten von Druckluft
2110 Sperren der zweiten Verdichterstufe
2200 Führen von Druckluft zum Haupt-Druckluftversorgungsanschluss
2300 Bereitstellen von Druckluft am Haupt-Druckluftversorgungsanschluss 2400 Versorgen eines Hauptverbrauchers 2500 Führen von Druckluft zum (ersten) Neben-Druckluftversorgungsan- schluss
2500 Bereitstellen von Druckluft am (ersten) Neben-Druckluftversorgungsan- schluss
2700 Versorgen eines (ersten) Nebenverbrauchers 2800 Führen von Druckluft zum (zweiten) Neben-Druckluftversorgungsan- schluss
2900 Bereitstellen von Druckluft am (zweiten) Neben-Druckluftversorgungs- anschluss
3000 Versorgen eines (zweiten) Nebenverbrauchers A Umgebung
D Druckluft
D1 erstes Druckniveau
D2 zweites Druckniveau
DS Steuerdruck
DG Galleriedruck
G geschlossene Druckluftversorgung
0 offene Druckluftversorgung
E Entlüftungs-Abzweigstelle Z Abzweigstelle
ZB Boost-Abzweigstelle
B Befüllrichtung
S1 erste Schaltstellung
SP Sperrposition
Claims
1. Druckluftversorgungssystem (100) für ein pneumatisches System (10, 11 , 12) eines Fahrzeugs (1000), insbesondere nach einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend: einen Verdichter (101 ) mit einer ersten Verdichterstufe (110) zum Verdichten von Druckluft (D) auf ein erstes Druckniveau (D1 ) und einer zweiten Verdichterstufe (120) zum Verdichten der Druckluft (D) auf ein zweites Druckniveau (D2), wobei das zweite Druckniveau (D2) höher ist als das erste Druckniveau (D1 ), eine Druckluftversorgungsanlage (201 , 202, 203, 204, 205, 206) mit einem Haupt-Druckluftanschluss (1.1) zum Anschluss an den Verdichter (101 ), einem Haupt- Druckluftversorgungsanschluss (2.1 ) und einem Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) zum Bereitstellen von Druckluft (D), einer Pneumatikhauptleitung (210) zum Führen von Druckluft (D) von dem Haupt-Druckluftanschluss (1.1 ) zu dem Haupt-Druckluft- versorgungsanschluss (2.1 ), einem in der Pneumatikhauptleitung (210) angeordneten Lufttrockner (220) zum Trocknen der zum Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1 ) geführten Druckluft, eine Versorgungsleitung (251 ) zum Führen von Druckluft (D) zu dem Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) und ein in der Versorgungsleitung (251) angeordneten pneumatisches Schaltelement (250) zum selektiven Freigeben und Sperren der Versorgungsleitung (251 ), wobei der Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1) zum Anschließen eines Hauptverbrauchers (300) und der Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) zum Anschließen eines Nebenverbrauchers (400) eingerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluftversorgungsanlage (201 , 202, 203, 204, 205, 206) ferner einen an die erste Verdichterstufe (110) angeschlossenen Neben- Druckluftanschluss (1.2) aufweist, wobei die Versorgungsleitung (251 ) zum Führen von Druckluft (D) von dem Neben-Druckluftanschluss (1.2) zu dem Neben-Druckluftversor- gungsanschluss (2.2) eingerichtet ist, wobei der Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) zum Bereitstellen von Druckluft (D) mit dem ersten Druckniveau (D1) eingerichtet ist, und dass der Haupt-Druckluftanschluss (1.1 ) an die zweite Verdichterstufe (120) angeschlossen und der Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1) zum Bereitstellen von Druckluft (D) mit dem zweiten Druckniveau (D2) eingerichtet ist.
2. Druckluftversorgungssystem (100) nach Anspruch 1 , wobei die Versorgungsleitung (251 ) eine Boostleitung (282) ist, an welche ein Reservoir (280) zum Befüllen der ersten Verdichterstufe (110) anschließbar ist, und das pneumatische Schaltelement (250) ein Befüllventil (283) ist, welches zum selektiven Freigeben und Sperren der Boostleitung (282) eingerichtet ist.
3. Druckluftversorgungssystem (100) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Druckluftversorgungsanlage (202, 206) ein Reservoir (281 ), eine bzw. die mit dem Reservoir verbundene Boost-Zweigleitung (284), die von der Versorgungsleitung (251) zwischen dem Neben-Druckluftanschluss (1.2) und dem Neben-Druckluftversor- gungsanschluss (2.2) abzweigt, und ein Befüllventil (283) aufweist, das in der Boost- Zweigleitung (284) angeordnet und zum selektiven Freigeben und Sperren der Boost- Zweigleitung (284) eingerichtet ist, wobei die erste Verdichterstufe (110) und die zweite Verdichterstufe (120) in Reihe geschaltet sind und der Neben-Druckluftanschluss (1.2) zwischen der ersten Verdichterstufe (110) und der zweiten Verdichterstufe (120) angeordnet ist.
4. Druckluftversorgungssystem (100) nach Anspruch 1 , wobei die Druckluftversorgungsanlage (203) ein Reservoir (281 ), eine mit dem Reservoir verbundene Boostleitung (282), und ein Befüllventil (283) aufweist, das in der Boostleitung (282) angeordnet und zum selektiven Freigeben und Sperren der Boostleitung (282) eingerichtet ist, und wobei die Boostleitung (282) an die zweite Verdichterstufe (120) angeschlossen ist.
5. Druckluftversorgungssystem (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die erste Verdichterstufe (110) einen mit einem Ansauganschluss (0/3) verbundenen ersten Einlass (111 ) und einen ersten Auslass (112) aufweist und die zweite Verdichterstufe (120) einen mit der Pneumatikhauptleitung (210) verbundenen zweiten Auslass (122) und einen über ein Leitungsstück (140) mit dem ersten Auslass (112) verbundenen zweiten Einlass (121 ) aufweist, wobei die Druckluftversorgungsanlage (204, 205, 206) ferner ein Verdichter-Schaltventil (290) zum selektiven Freigeben und Sperren des Leitungsstücks (140) umfasst.
6. Druckluftversorgungssystem (100) nach Anspruch 5, wobei das Verdichter-Schaltventil (290) ein 2/2-Wegeventil (291 , 292) ist,
vorzugsweise ist das 2/2-Wegeventil (291 ) ein stromlos geschlossenes 2/2-Wege-Ver- dichterventil (291 ), oder ein pneumatisch betätigbares 2/2- Wege-Verdichterventil (292), welches durch einen auslassseitig an der ersten Verdichterstufe (110) abgenommenen Steuerdruck (DS) betätigbar ist.
7. Pneumatisches System (10, 11 , 12) für ein Fahrzeug (1000), insbesondere Personenkraftwagen (1100), umfassend: ein Druckluftversorgungssystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, einem an den Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1 ) angeschlossenen Hauptverbraucher (300), und einen an den Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) angeschlossenen Nebenverbraucher (400).
8. Pneumatisches System (10) nach Anspruch 7, wobei der Hauptverbraucher (300) dazu ausgebildet ist, eine geschlossene Druckluftversorgung (G) mit der Druckluftversorgungsanlage (201 ) auszubilden, derart, dass Druckluft (D) mit dem zweiten Druckniveau (D2) dem Hauptverbraucher (300) zum Ak- tuieren einer Anzahl von Hauptaktuatoren (320) zugeführt wird, und zum Entlüften der Hauptaktuatoren (320) Druckluft (D) zu der Druckluftversorgungsanlage (201 ) zurückgeführt wird.
9. Pneumatisches System (10) nach Anspruch 7 oder 8, wobei der Nebenverbraucher (400) dazu ausgebildet ist, eine offene Druckluftversorgung (O) mit der Druckluftversorgungsanlage (201 ) auszubilden, derart, dass Druckluft (D) mit dem ersten Druckniveau (D1 ) dem Nebenverbraucher (400) zum Aktuieren einer Anzahl von Nebenaktuatoren (420, 430) zugeführt und von dem Nebenverbraucher (400) an eine Umgebung (A) abgegeben wird.
10. Pneumatisches System (10) nach Anspruch 8 oder 9, wobei der Hauptverbraucher (300) eine Luftfederanlage (301 ) oder ein Bremssystem (302) ist, und/oder wobei der Nebenverbraucher (400) eine Sensorreinigungsvorrichtung (401) oder eine Reifenbefüllanlage (501 ) oder ein Signalhorn (502) ist.
11 . Pneumatisches System (11 ) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei der Nebenverbraucher (400) ein erster Nebenverbraucher (400) ist, und das pneumatisches System (10) einen zweiten Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.3) und einen zweiten Nebenverbraucher (500) aufweist, der über den Haupt-Druckluftan- schluss (1.1 ) an die zweite Verdichterstufe (120) angeschlossen ist, wobei der zweite Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.3) zum Bereitstellen von Druckluft (D) mit dem zweiten Druckniveau (D2) eingerichtet ist.
12. Verwendung einer Boostleitung (282) zur Ausbildung einer Versorgungsleitung (251 ) in einem Druckluftversorgungssystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
13. Fahrzeug (1000), insbesondere Personenkraftwagen (1100), mit einem pneumatischen System (10, 11 , 12) nach einem der Ansprüche 7 bis 11 .
14. Verfahren (2000) zum Betreiben eines pneumatischen Systems (10, 11 , 12) eines Fahrzeugs (1000), insbesondere Nutzfahrzeugs (1100), mit den Schritten:
Verdichten (2100) von Druckluft (D) auf ein erstes Druckniveau (D1 ) mit einer ersten Verdichterstufe (110) und auf ein zweites Druckniveau (D2) mit einer zweiten Verdichterstufe (120), wobei das zweite Druckniveau (D2) höher ist als das erste Druckniveau (D1 ),
Bereitstellen (2200) von Druckluft (D) mit dem zweiten Druckniveau (D2) an einem Haupt-Druckluftanschluss (1.1 ),
Führen (2300) von Druckluft (D) von dem Haupt-Druckluftanschluss (1 .1) zu einem Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1 ),
Versorgen (2400) eines an den Haupt-Druckluftversorgungsanschluss (2.1 ) angeschlossenen Hauptverbrauchers (300) mit Druckluft (D) mit dem zweiten Druckniveau (D2),
Bereitstellen (2500) Druckluft (D) mit dem ersten Druckniveau (D1 ) an einem Ne- ben-Druckluftanschluss (1.2),
Führen (2600) von Druckluft (D) von dem Neben-Druckluftanschluss (1 .2) zu einem Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2),
Versorgen (2700) eines an den Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) angeschlossenen Nebenverbrauchers (400) mit Druckluft (D) mit dem ersten Druckniveau (D1 ) und/oder dem zweiten Druckniveau (D2).
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei die Druckluft (D) mit dem ersten Druckniveau (D1 ) zumindest abschnittsweise über eine Boostleitung (282) zu dem Neben-Druckluftversorgungsanschluss (2.2) geführt wird.
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