Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fadens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines texturierten Fadens in mehreren Schritten sowie eine Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fadens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13.
Ein gattungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines texturierten Fadens sowie eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fadens sind aus der WO 2000/021866 bekannt.
Bei der Herstellung texturierter Fäden ist es üblich, dass zunächst ein Vorlagefaden in einem Schmelzspinnprozess erzeugt und zu einer Vorlagespule gewickelt wird. Die Vorlagespule wird dann in dem nachfolgenden Textu- rierprozess in einer Gatterstation aufgenommen, um den Vorlagefaden ab- zuziehen und zu texturieren. Der Schmelzspinnprozess und der Texturier- prozess werden unabhängig voneinander betrieben, überwacht und gesteuert. So werden insbesondere die während des jeweiligen Prozesses gemessenen Produkt- und Prozessparameter genutzt, um den jeweiligen Herstellung sprozess zu optimieren.
Da in dem Texturierprozess die gespeicherte Länge des Vorlagefadens auf einer Vorlagespule endlich ist, werden jeweils eine Fadenende einer Vorlagespule mit einem Fadenanfang einer nachfolgenden Vorlagespule miteinander verbunden. Derartige Verbindungen lassen sich vorteilhaft detektie- ren, um den Wechsel eines Vorlagenfadens anzuzeigen und zu registrieren.
Diese Möglichkeit wird genutzt, um insbesondere das Auftreten einer Bindung innerhalb einer gewickelten Endspule zu erfassen.
Bei dem aus der WO 2000/021866 bekannten Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fadens wird der Fadenübergang und somit das Ende eines Vorlagefadens einer Vorlagespule erfasst und in die Prozesssteuerung mit einbezogen. So lassen sich Kenndaten der Vorlagespule, die zuvor durch eine Bedienperson mittels einer Eingabeeinheit registriert wurden, dem texturierten Faden und der betreffenden Endspule zuordnen. Durch die manuelle Eingabe lassen sich dabei nur die wesentlichen Spulenkenndaten wie beispielsweise Spulengewicht, Fadentiter und Qualitäts stufe eingeben. Diese Daten sind jedoch völlig unzureichend, um die Herkunft und die Historie des Vorlagenfadens zu definieren. So werden oft insbesondere bei technischen Fäden Informationen gewünscht, die die Historie des Fadens von der Schmelze bis zum Endprodukt wiedergeben.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fadens bereitzustellen, mit welchem bzw. mit welcher eine nahezu kontinuierliche Herstellungskette des texturierten Fadens erfasst und in die Prozesssteuerung mit eingebunden wird.
Ein weiteres Ziel der Erfindung liegt darin, möglichst alle einem texturierten Faden zugeordneten Qualitätsparameter und Prozessparameter zu erfassen und zu dokumentieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 13 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen der jeweiligen Unteransprüche definiert. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl die erfassten Qualitätsparameter des Vorlagefadens bzw. der Vorlagespule und zumindest ein Prozessparameter des Schmelzspinnprozesses genutzt werden können, um den nachfolgenden Texturierprozess zu steuern. Damit lassen sich besonders hohe Fadenqualitäten bei der Herstellung des textu- rierten Fadens erzeugen. So kann eine Verstreckung des texturierten Fadens insbesondere einem Dehnungswert des Vorlagefadens angepasst werden, um am texturierten Faden die gewünschten physikalischen Eigenschaften zu erhalten. Auch lässt sich beispielsweise ein als Qualitätsparameter gemessener Benetzung sgrad des Vorlagefadens dazu nutzen, um die Heiztem- peratur eines Heizers im Texturierprozess einzustellen. Das erfindungsgemäße Verfahren beruht darauf, dass zunächst ein Vorlagefaden aus einer Polymerschmelze durch Schmelz spinnen erzeugt und zu einer Vorlagespule aufgewickelt wird. Dabei lassen sich ein oder mehrere Qualitätsparameter des Vorlagefadens und / oder der Vorlagespule erfassen. Die während des Schmelzspinnens des Vorlagefadens gemessenen Prozessparameter werden mit dem oder den Qualitätsparametern verknüpft, so dass beispielsweise der Vorlagespule eine Qualitäts stufe zugeordnet werden kann. Die Vorlagespule wird anschließend in einer Vorlagestelle einer Gatterstation platziert und parallel wird ein aus den Qualitätsparametern und den Prozessparametern gebildete Datensatz der Vorlagespule zur Identifizierung dem Texturierprozess übermittelt. Anschließend wird der Vorlagefaden von der Vorlagespule abgezogen und texturiert. Der texturierte Faden wird zu einer Endspule gewickelt. Hierbei kann zumindest ein Produktparameter des texturierten Fa-
dens und / oder der Endspule bestimmt werden, um diesen anschließend mit dem Datensatz der Vorlagespule zu einem Enddatensatz zu verknüpfen. Am Ende wird der Enddatensatz der Endspule zugeordnet, so dass bei der Weiterverarbeitung zu einem flächigen Gewebe die Produktdaten und Prozess- daten sowohl des Schmelzspinnprozesses als auch des Texturierprozesses dem Endverarbeiter vorliegen.
Es hat sich gezeigt, dass insbesondere auch die in einem Offlinebetrieb bei einer Endkontrolle erfassten Qualitätsparameter besonders relevant sein können, um den Texturierprozess einzustellen. Insoweit ist die Verfahrensvariante bevorzugt ausgeführt, bei welcher der Qualitätsparameter des Vorlagenfadens in einem Onlinebetrieb beim Schmelz spinnen durch ein Spinn- steuerungssystem und / oder in einem Offlinebetrieb bei einer Endkontrolle durch eine Laborprüfung bestimmt wird. Vorteilhaft werden sowohl die in einem Onlinebetrieb erfassten Qualitätsparameter des Vorlagenfadens als auch die in einem Offlinebetrieb bei einer Endkontrolle ermittelten Qualitätsparameter des Vorlagefadens in den nachfolgenden Texturierprozess eingebunden. So können insbesondere die physikalischen Eigenschaften des Vorlagefadens wichtige Hinweise enthalten, um die für eine hohe Qualität des Texturierfadens erforderlichen Endwerte der physikalischen Eigenschaften zu erhalten.
Bei der Bestimmung des Qualitätsparameters des Vorlagefadens im Onlinebetrieb werden bevorzugt ein Messort und ein Messzeitpunkt erfasst und dem Qualitätsparameter zugeordnet. Somit können die Durchlaufzeiten beim Schmelz spinnen berücksichtigt werden, um die Qualität des Vorlagefadens in der Vorlagespule zu definieren.
Es ist bekannt, dass der Wickelaufbau der Vorlagenspule maßgeblichen Einfluss auf das Abzugs verhalten des Vorlagefadens im Texturierprozess hat. Insoweit ist die Verfahrensvariante besonders vorteilhaft, bei welcher der Qualitätsparameter der Vorlagespule in dem Onlinebetrieb beim Schmelzspinnen durch das Spinnsteuerungssystem und / oder in dem Offlinebetrieb bei der Endkontrolle durch eine Inspektion und / oder durch die Laborprüfung bestimmt wird. So lassen sich Spulenkanten, Spulenbreiten, Spulengewicht und Fadendichte der Vorlagespule erfassen. Für die Qualität des Vorlagefadens sind nicht nur die Qualitätsparameter des Vorlagenfadens zu berücksichtigen, sondern auch die Prozessparameter des Schmelzspinnprozesses. Insoweit ist vorgesehen, dass bei der Bestimmung des Prozessparameters des Schmelzspinnens durch das Spinnsteuerungssystem ein Messort und ein Messzeitpunkt erfasst und dem Prozesspa- rameter zugeordnet wird. Damit ist eine weitere Spezifizierung des Vorlagefadens gegeben.
Die im Onlinebetrieb des Schmelzspinnprozesses ermittelten Parameter und die im Offlinebetrieb bestimmten Parameter werden in dem Spinnsteue- rungssystem miteinander verknüpft und dem Datensatz zugefügt. Dabei können die im Offlinebetrieb ermittelten Qualitätsparameter zusätzliche Hinweise zur Steuerung des Schmelzspinnprozesses enthalten, die unmittelbar in dem Spinnsteuerungssystem durch veränderte Prozessparameter direkt umsetzbar sind.
Die Übermittlung des Datensatzes der Vorlagespule wird bevorzugt durch einen direkten Datentransfer zwischen dem Spinnsteuerungssystem und dem Texturiersteuerungssystem vorgenommen, so dass die Vorlagespule
direkt einer Vorlagestelle in einem Gatter zugewiesen erhält. Durch eine Adressierung der Gatterstation lässt sich die Vorlagespule identifizieren und mit dem bereits hinterlegten Datensatz kombinieren. Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der Datensatz der Vorlagespule durch einen Datentransfer zu einer Kodierung s Station gegeben wird. Innerhalb der Kodierungsstation erhält die Vorlagespule zur Kodierung einen Aufkleber mit einem Barcode oder einem QR-Code, durch welchen der Datensatz der Vorlagespule verschlüsselt ist. Insoweit können der Schmelzspinnprozess und der Texturierprozess an völlig unterschiedlichen Orten stattfinden. Dennoch ist eine lückenlose Weiterführung des Datensatzes möglich. So wird der Datensatz der Vorlagespule durch ein Einlesen des Codes dem Texturiersteuerungssystem übermittelt. Die Vorlagespule und der Vorlagefaden sind damit identifiziert und können texturiert werden.
Die Verfahrensvariante, bei welcher der Datensatz der Vorlagespule innerhalb des Texturiersteuerungssystems zur Einstellung von zumindest einem Prozessparameter zum Texturieren des Vorlagefadens ausgewertet wird, ist besonders vorteilhaft zur Herstellung hochqualitativer Fäden. So können in Abhängigkeit von dem Qualitätsparametern des Vorlagefadens entsprechende Voreinstellungen des Texturierprozesses angepasst werden.
Während des Texturierens ist des Weiteren vorgesehen, ein oder mehrere Produktparameter des texturierten Fadens zu erfassen und mit dem Daten- satz der Vorlagespule zu einem Enddatensatz zu verknüpfen. So lässt sich der Datensatz entsprechend mit der Herstellung skette nach und nach anreichern, so dass am Ende der Enddatensatz des texturierten Fadens eine lückenlose Herstellungshistorie aufzeigt.
Um die Daten bei der Herstellung eines aus dem texturierten Faden hergestellten Gewebes nutzen zu können, ist die Verfahrensvariante vorgesehen, bei welcher der Enddatensatz der Endspule durch ein Datentransfer von dem Texturiersteuerungssystem einer Verpackungs Station zugeführt wird. So lässt sich beispielsweise der Datensatz als ein Ausdruck den Endspulen zuordnen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fa- dens zeichnet sich dadurch aus, dass ein direkter Datenaustausch mit einem Spinnsteuerungssystem möglich ist, das die zur Herstellung des Vorlagefadens genutzte Schmelz Spinnmaschine steuert und überwacht. Hierzu ist zwischen dem Texturiersteuerungssystem und dem Spinnsteuerungssystem eine drahtlose Datenverbindung ausgebildet, durch welche ein Austausch von Informationen erfolgt. Hierbei ist es unerheblich, ob die Schmelzspinnmaschine und die Texturiermaschine sich am selben Ort befinden oder ob die Schmelz Spinnmaschine und die Texturiermaschine an verschiedenen Orten eingesetzt werden. Für den Fall, dass die Schmelz Spinnmaschine und die Texturiermaschine an unterschiedlichen Orten eingesetzt sind, ist die Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung bevorzugt ausgeführt, bei welcher das Spinnsteuerungssystem mit einer Codierungsstation zum Codieren der Vorlagespule verbunden ist und bei welcher der Gatterstation ein Lesegerät zum Einlesen eines Codes aufweist. Insoweit ist eine Identifizierung der Vorlagespule und insbesondere des Vorlagefadens durch die Codierung möglich. Dabei kann die Codierung alle oder zumindest einen Teil der Daten eines Datensatzes enthalten.
Es ist des Weiteren vorgesehen, dass das Texturier- und Steuerungsystem mit einer der Texturiermaschine zugeordneten Inspektionsstation verbunden ist. So können Kontrollen und Laborprüfungen an dem texturierten Faden und den Endspulen durchgeführt werden. Die dabei ermittelten Produktparameter lassen sich vorteilhaft mit dem Enddatensatz verknüpfen.
Der Enddatensatz wird bevorzugt unmittelbar einer Verpackungs Station zugeführt und dort als Ausdruck ausgegeben und den betreffenden Endspu- len zugeordnet. Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass den Endspulen ein Datenträger zugeordnet wird, welcher den Enddatensatz in digitaler Form gespeichert hält.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines texturierten Fadens sind nachfolgend anhand einiger Ausführungsbeispiele unter Hinweis auf die beigefügten Figuren näher erläutert.
Es stellen dar:
Fig. 1 schematisch ein Materialverlust eines Schmelzspinnprozesses und eines Texturierprozesses zur Herstellung eines texturierten Fadens
Fig. 2 schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Materialflusses eines Schmelzspinnprozesses und eines Texturierprozesses
In Fig. 1 ist schematisch ein Materialfluss zur Herstellung eines texturierten Fadens dargestellt. Die Einrichtungen zur Ausführung der einzelnen Prozessschritte sind als Symbole gezeigt.
Um einen texturierten Faden herstellen zu können, muss zunächst in einem Schmelzspinnprozess ein Vorlagefaden erzeugt werden. Der Schmelzspinn- prozess wird durch ein Spinnsteuerungssystem 1 gesteuert und überwacht. Das Spinnsteuerungssystem 1 weist eine zentrale Prozesssteuereinheit 3 auf, die über ein Netzwerk 3.1 mit mehreren Steuermodulen 4.1 bis 4.6 verbunden ist. Die Steuermodule 4.1 bis 4.6 sind den Einrichtungen zur Ausführung einzelner Prozessschritte zugeordnet und überwachen und steuern den jeweiligen Prozessschritt. In Fig. 1 sind die wesentlichen zur Herstel- lung des Vorlagefadens erforderlichen Einrichtungen symbolisch dargestellt. So wird zunächst über eine Extrusionseinrichtung 5 aus einer Polymerschmelze eine Vielzahl von feinen Filamentsträngen extrudiert. Der Extrusionseinrichtung 5 ist das Steuermodul 4.1 zugeordnet. Im nächsten Prozessschritt werden die Filamente zu einem Vorlagefaden abgezogen und zu einer Spule aufgewickelt. Hierzu ist eine Take-Up-Einrichtung 6 vorgesehen, die über das Steuermodul 4.2 gesteuert und überwacht wird. Die Extrusionseinrichtung 5 und die Take-Up-Einrichtung 6 bilden eine Schmelzspinnmaschine zur Herstellung des Vorlagefadens. Der Extrusionseinrichtung 5 und der Take-Up-Einrichtung 6 ist eine Überwachungsein- richtung 7 zugeordnet, durch welcher einzelne oder mehrere Qualitätsparameter des Vorlagefadens oder der Vorlagespule und einzelne Prozessparameter während der Herstellung des Vorlagefadens ermittelt werden. Die Überwachungseinrichtung 7 ist mit dem Steuermodul 4.3 gekoppelt. Die Extrusionseinrichtung 5, die Take-Up-Einrichtung 6 und die Überwachungseinrichtung 7 bilden einen sogenannten Onlinebetrieb des Schmelzspinnprozesses. Im Onlinebetrieb ist ein kontinuierlicher ununterbrochener Materialfluss zur Herstellung des Vorlagefadens vorhanden.
Nachdem die Vorlagespulen von der Take-Up-Einrichtung 6 abgenommen wurden, erfolgen mehrere Prozessschritte, die in einem sogenannten Offlinebetrieb durchgeführt werden. Hierzu ist zunächst eine Inspektionsstation 8 vorgesehen, in welcher die Vorlagespule eine visuelle Prüfung erhält. Der Inspektionsstation 8 ist das Steuermodul 4.4 zugeordnet. Als weiterer Prozessschritt im Offlinebetrieb ist eine Laboreinrichtung 9 vorgesehen, in welcher Materialproben des Vorlagefadens untersucht werden. Der Laboreinrichtung ist das Steuermodul 4.5 zugeordnet. Am Ende der Prozesskette des Schmelzspinnprozesses ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Gatterbestückungseinrichtung 10 vorgesehen, die eine Mehrzahl von Vorlagestellen zur Aufnahme von Vorlagespulen aufweist. Die Gatterbestückungseinrichtung 10 ist das Steuermodul 4.6 zugeordnet. Die in der Gatterbestückungseinrichtung 10 bestückten Gattergestelle mit den Vorlagestellen werden unmittelbar einer Gatterstation 16 eines Texturierprozesses zugeführt.
Der Texturierprozess schließt sich unmittelbar dem Schmelzspinnprozess an und ist in Fig. 1 schematisch durch ein Texturiersteuerungssystem 2 dar- gestellt. Das Texturiersteuerungssystem 2 weist eine zweite Prozesssteuereinheit 11 auf, die über ein Netzwerk 11.1 mit mehreren Steuermodulen 15.1 bis 15.5 verbunden ist. Die Steuermodule 15.1 bis 15.5 sind den Einrichtungen zur Ausführung der Prozessschritte des Texturierprozesses zugeordnet. In diesem Ausführungsbeispiel sind die Einrichtungen ebenfalls durch Symbole dargestellt. Die Gatterstation 16 bildet den Anfang des Texturierprozesses, wobei üblicherweise eine Vielzahl von Vorlagefäden parallel zu texturierten Fäden verarbeitet werden. Der Gatterstation 16 ist das Steuermodul 15.1 zugeordnet. Die Gatterstation 16 wirkt unmittelbar mit
einer Texturiermaschine 17 zusammen, durch welche die Vorlagefäden von den Vorlagespulen der Vorlagestellen des Gatters abgezogen werden. Innerhalb der Texturiermaschine 17 werden die Vorlagefäden texturiert und als texturierte Fäden zu Endspulen aufgewickelt. Der Texturiermaschine 17 ist das Steuermodul 15.2 zugeordnet. Der Gatterstation 16 und der Texturiermaschine 17 ist eine Überwachungseinrichtung 18 zugeordnet, um Produktparameter und Prozessparameter während der Texturierung des Vorlagefadens und Herstellung des texturierten Fadens zu bestimmen. Der Überwachungseinrichtung 18 ist hierzu das Steuermodul 15.3 zugewiesen. Die Gatterstation 16, die Texturiermaschine 17 und die Überwachungseinrichtung 18 führen die Prozessschritte in einem Onlinebetrieb aus. Hierbei werden die Vorlagefäden kontinuierlich texturiert und die Texturierfäden zu Endspulen aufgewickelt. Nach dem Doffen der Endspulen erfolgt eine Endkontrolle. Hierzu ist eine Laboreinrichtung 19 vorgesehen, die mit dem Steuermodul 15.4 gekoppelt. Ist. Nach einer Freigabe werden die Spulen in einer Verpackungs Station 20 verpackt und versendet. Der Verpackungsstation 20 ist das Steuermodul 15.5 zugeordnet.
Um die in dem Schmelzspinnprozess gewonnenen Daten im Texturierpro- zess nutzen zu können, ist die Prozesseinheit 3 des Spinnsteuerungssystems 1 und die Prozesssteuereinheit 11 des Texturiersteuerungssystems 2 über eine Datenverbindung 12 miteinander gekoppelt. Die Datenverbindung 12 ist als drahtlose Datenverbindung ausgeführt und in Fig. 1 symbolisch durch einen Sender 13 und einen Empfänger 14 schematisch gezeigt. Dabei lassen sich alle üblichen Verbindungstechniken grundsätzlich nutzen. Es können auch webbasierte Verbindungen realisiert sein, bei welchem beispielsweise die Daten des Schmelzspinnprozesses in einem virtuellen Speicher hinterlegt sind.
Um einen texturierten Faden herzustellen, wird gemäß dem Ausführungseispiel nach Fig. 1 zunächst ein Vorlagefaden aus einer Polymerschmelze gesponnen und zu einer Vorlagespule aufgewickelt. Zur Überwachung des Schmelzspinnprozesses werden Qualitätsparameter des Vorlagefadens gemessen. Als Qualitätsparameter des Vorlagefadens könnte beispielsweise ein Uster oder eine Gleichmäßigkeit eines Präparationsauftrages gemessen werden. Es ist jedoch auch möglich ein Qualitätsparameter der Vorlagespule während des Wickeins des Vorlagefadens zu ermitteln. So lässt sich bei- spielsweise aus dem Spulenzuwachs eine Fadendichte ermitteln. Neben den Qualitätsparametern des Vorlagefadens und der Vorlagespule wird zumindest ein Prozessparameter des Schmelzspinnprozesses erfasst. So können beispielsweise Drehzahlen, Drücke, Einstellparameter oder Temperaturen während der Herstellung des Vorlagefadens erfasst werden. Daneben sind Doffzeiten, Spinnpositionen, Fadenlauf und die Qualitäts stufe weiterer Parameter zur Qualitätsbestimmung des Vorlagefadens.
Die Bestimmung der Qualitätsparameter und / oder der Prozessparameter erfolgt in dem Onlinebetrieb beim Schmelz spinnen vorzugsweise dadurch, dass neben der Messgröße auch der Messort und die Messzeit erfasst wird. Ein derartiges Verfahren zur Qualitäts Steuerung ist beispielsweise aus der WO 2006/013065 bekannt. Insoweit wird an dieser Stelle zu der zitierten Druckschrift Bezug genommen und keine weiteren Erläuterungen gegeben. Mit Einbindung des Messzeitpunktes und des Messortes ist eine direkte Zu- Ordnung der Qualitätsparameter zu den gewickelten Vorlagefaden möglich. Damit ist eine exakte Qualitätsbestimmung gewährleistet.
Neben dem Onlinebetrieb des Schmelzspinnprozesses ermittelten Qualitätsparameter und Prozessparameter lassen sich auch die bei der Kontrolle im Offlinebetrieb ermittelten Qualitätsparameter mit in einen Datensatz einbeziehen. Insoweit können die Ergebnisse einer visuelle Prüfung der Vorlagespule, die insbesondere das Wickelbild und die Spulenform betreffen, und die Ergebnisse einer Laborprüfung mit als weitere Qualitätsparameter einbezogen werden. Die ermittelten Qualitätsparameter und Prozessparameter werden über die Steuermodule 4.1 bis 4.6 in die Prozesssteuereinheit 3 gegeben. Innerhalb der Prozesssteuereinheit 3 werden die Quali- tätsparameter und die Prozessparameter zu einem Datensatz der den betreffenden Vorlagefaden enthaltenen Vorlagespule verknüpft. Die Vorlagespule wird in der Gatterbestückungseinrichtung 10 einer Vorlagestelle in einem Gattergestell zugeordnet. Die Vorlagestelle ist adressiert und lässt sich über eine Gatteradresse identifizieren. Insoweit wird über das Steuermodul 4.6 die Vorlagespule mit dem Datensatz verknüpft.
Der Datensatz der Vorlagespule wird anschließend über die Datenverbindung 12 dem Texturiersteuerungssystem 2 zugeführt. Sobald die Gatteradresse des Gattergestells in der Gatterstation 16 eingelesen ist, lässt sich die in der Vorlagestelle gehaltene Vorlagespule mit den in der Prozesssteuereinheit 11 vorliegenden Datensatz verknüpfen. Die Vorlagestelle ist einer Bearbeitungs stelle in der Texturiermaschine 17 zugeordnet, wobei die Bearbeitungsstelle der Texturiermaschine über die Steuermodule 15.2 und 15.3 gesteuert und überwacht werden. So können bereits in Abhängigkeit von dem Datensatz der Vorlagespule Voreinstellungen der Bearbeitungsstelle in der Texturiermaschine vorgenommen werden. Der Vorlagefaden wird nun von der Vorlagespule abgezogen und zu dem texturierten Faden texturiert. Der texturierte Faden wird zu einer Endspule aufgewickelt und
anschließend gedofft. Während der Texturierung wird über die Überwachung seinrichtung 18 ein oder mehrere Produktparameter beispielsweise die Fadenspannung als Qualitätsmerkmale kontinuierlich gemessen und dokumentiert. Weitere Produktparameter des texturierten Fadens lässt sich in dem nachgeordneten Offlinebetrieb durch eine Laborprüfung ermitteln. Die Produktparameter des texturierten Fadens werden mit dem Datensatz der Vorlagespule kombiniert, so dass die gesamte Herstellungshistorie aus dem Enddatensatz der Endspule hervorgeht. Dieser Enddatensatz wird bevorzugt in der Verpackungs Station 20 als ein Ausdruck den Endspulen zu- geordnet. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Enddatensatz als digital durch ein Speichermedium zu speichern und der Endspule zuzuordnen. Grundsätzlich ist jedoch möglich, den Datensatz zu verschlüsseln und als Barcode oder QR-Code mittels eines Aufklebers direkt der Endspule zuzuordnen.
Das in Fig. 1 dargestellte Schema eines Materialflusses setzt voraus, dass die Schmelz Spinnmaschine und die Texturiermaschine möglichst an einem Ort angeordnet sind. So lässt sich der Gattertransport zwischen dem Schmelzspinnprozess und dem Texturierprozess ohne größere Transport- wege ausführen. Für den Fall, dass der Schmelzspinnprozess und der Texturierprozess an unterschiedlichen Orten durch unterschiedliche Hersteller ausgeführt wird, erfolgt eine Verpackung der Vorlagespulen. In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, das insbesondere von einer örtlichen Trennung zwischen dem Schmelzspinnprozess und dem Texturierprozess ausgeht. Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist im Wesentlichen identisch zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1, so dass an dieser Stelle nur die Unterschiede erläutert werden und ansonsten Bezug zu der vorgenannten Beschreibung genommen wird.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel des Materialflusses zur Herstellung eines texturierten Fadens ist als letzter Prozessschritt des Schmelzspinnprozesses eine Codierung s Station 21 vorgesehen, die über das Steuermodul 4.6 mit der Prozesssteuereinheit 3 verbunden ist. In der Codierungsstation 21 erhält die Vorlagespule einen Aufkleber, welcher zur Codierung eines Barcode oder einen QR-Code enthält, der eine Verschlüsselung des Datensatzes oder eine Webadresse eines virtuellen Speichers enthält. Somit wird eine körperliche Verknüpfung zwischen dem Datensatz und der Vorlagespule vorgenommen. Die Vorlagespule wird danach verpackt und dem Texturierprozess zugeführt.
Der Texturierprozess weist als ersten Prozessschritt eine Einlesestation 22 auf, die über das Steuermodul 15.1 mit der Prozesssteuereinheit 11 verbun- den ist. Die Einlesestation 22 enthält ein Lesegerät, durch welches eine Codierung einer Vorlagespule eingelesen und der Prozesssteuereinheit 11 zugeführt wird. Damit ist die Verknüpfung der Vorlagespule mit dem Datensatz in dem Texturierprozess gewährleistet, so dass die Vorlagespule eine zugewiesene Vorlagestelle in einem Gattergestell der Gatterstation 16 er- hält. Hierbei kann der Datensatz unmittelbar aus der Codierung hervorgehen oder durch zusätzliche Verknüpfungen aus einem virtuellen Speicher ermittelt werden. Innerhalb der Prozesssteuereinheit 11 lässt sich der Datensatz der Vorlagespule vorteilhaft dazu nutzen, um die betreffende Bearbeitung s stelle zum Texturieren des Vorlagefadens einzustellen. So können Prozessparameter wie beispielsweise eine Heiztemperatur zum Erwärmen des Fadens oder eine Geschwindigkeitsdifferenz zum Verstecken des Fadens auf den Datensatz angepasst werden. Insoweit können texturierte Fäden mit hoher Gleichmäßigkeit der Qualität und auch besonders hoch quali-
tative Fäden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung hergestellt werden.
Das bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellte Netzwerk 3.1 und 11.1 zwischen den Prozesssteuereinheiten 3 und 11 lassen sich sowohl als BUS-Systeme oder auch als drahtlose Systeme oder als Kombination von BUS-System und drahtlosen System ausbilden. Insbesondere die Prozessschritte im Offlinebetrieb werden über drahtlose Datenverbindungen mit den jeweiligen Prozesssteuereinheiten verknüpft.