Magnetische Kern-Schale-Partikel mit hoher Abtrennungseffizienz
Die Erfindung betrifft magnetische Kern-Schale-Partikel und
oberflächenmodifizierte, magnetische Kern-Schale-Partikel mit hoher
Abtrennungseffizienz, deren Herstellung und deren Verwendung.
In WO03/042315 werden Klebeverbindungen offenbart, die induktiv erwärmbare Kern-Schale-Partikel mit einem Kern aus induktiv anregbaren Materialien und einer Hülle aus Siliciumdioxid enthalten. Diese können über Sol-Gel-Prozesse oder aus der Reaktion von nanoskaligem Eisenoxid mit Natronwasserglas hergestellt werden. Die durchschnittliche Primärpartikelgrösse beträgt weniger als 1 μιτι, besonders bevorzugt 0,002 bis 0,1 μιτι.
In WO2010/063557 werden Eisen-Silicium-Oxidpartikel offenbart, die zur induktiven Erwärmung von Materialien in einem magnetischen oder
elektromagnetischen Wechselfeld eingesetzt werden können. Die Partikel weisen eine Kern-Hülle-Struktur auf, mit Eisenoxiden als Kern und einer amorphen Hülle aus Siliciumdioxid und besitzen einen mittleren Teilchendurchmesser von 5 bis 100 nm.
In DE-A-102008001433 wird ein hydrophobiertes, magnetisches Silicium-Eisen- Mischoxidpulver mit einer BET-Oberfläche von 20 bis 75 m2/g und einem
Partikelgröße von 2 bis 200 nm offenbart. Als Edukt dient ein Silicium-Eisen- Mischoxidpulver in Form aggregierter Primärpartikel, die aus räumlich voneinander getrennten Bereichen von Siliciumdioxid und Eisenoxid bestehen.
In WO01/88540 werden mit Siliciumdioxid umhüllte magnetische Nanopartikel offenbart, deren mittlerer Durchmesser weniger als 1 μιτι beträgt. Diese können durch Reaktion mit einem Silanisierungsmittel oberflächenmodifiziert werden und können der Immobilisierung von Biomolekülen dienen.
Die im Stand der Technik genannten Partikel weisen den Nachteil auf, dass bei deren Einsatz in Verfahren, in denen als abschließender Reaktionsschritt eine Abtrennung dieser Partikel aus einem Reaktionsmedium erforderlich ist, oft zu klein sind und die Konzentration der durch die Modifizierung an die Oberfläche
gebundenen funktionellen Gruppen zu gering ist, um Biomoleküle, wie
beispielsweise Enzyme in gewünschter Menge zu immobilisieren.
Die technische Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand daher in der
Bereitstellung von magnetischen Partikeln, die gegenüber dem Stand der Technik größere Partikeldimensionen und eine hohe Konzentration von gebundenen funktionellen Gruppen aufweisen.
Gegenstand der Erfindung sind funktionalisierte, magnetische, zum Beispiel ferrimagnetische, ferromagnetische oder superparamgnetische, Kern-Schale- Partikel,
a) die überwiegend in Form von isolierten, im Wesentlichen sphärischen
Einzelpartikeln vorliegen,
b) deren Kern im wesentlichen aus ein oder mehreren, magnetischen Eisenoxiden besteht,
c) deren Schale im Wesentlichen aus dichtem, amorphem Siliciumdioxid besteht, d) deren Funktionalisierung darin besteht, dass die Oberfläche der Partikel
Amino- oder Epoxygruppen Einheiten aufweisen, wobei
e) für den mittleren Partikeldurchmesser d5o gilt, dass 2 < d5o < 10 μιτι,
f) die Partikel einen Gehalt an Eisenoxiden von 83 bis 92 Gew.-%, an
Siliciumdioxid von 5 bis 15 Gew.-% und an Kohlenstoff von 0,5 bis 3 Gew.-% aufweisen, wobei die Summe dieser Bestandteile wenigstens 98 Gew.-% beträgt, bezogen auf die funktionalisierten, magnetischen Kern-Schale-Partikel, g) die Amino- oder die Epoxygruppe Bestandteil der Struktureinheit -OSi-Alkyl-X sind, wobei X gleich NH
2 oder Epoxy ist und Alkyl C2-C8 ist, wobei der Alkylrest linear oder verzweigt sein, gegebenfalls ein oder mehrere Sauerstoff- und/oder Stickstoffatome aufweisen kann, bevorzugt ist -OSi-(CH
2)3NH
2 oder
h) die Konzentration der Aminogruppen oder der Epoxygruppen wenigstens 30 μιτιοΙ pro Gramm der erfindungsgemäßen Partikel.
Die Kern-Schale-Struktur der erfindungsgemäßen Partikel lässt sich beispielsweise mittels TEM (Transmissions-Elektronen-Mikroskopie) feststellen, das TEM zeigt auch, dass die erfindungsgemäßen Partikel überwiegend in Form von isolierten Einzelpartikeln vorliegen. Unter„überwiegend" ist dabei zu verstehen, dass bei der Auszählung von ca. 1000 bis 2000 Partikeln einer TEM- Aufnahme wenigstens 70%, bevorzugt wenigstens 80%, besonders bevorzugt wenigstens 90%, ganz besonders bevorzugt wenigstens 98% als isolierte
Einzelpartikel vorliegen, der Rest jeweils als aggregierte Partikel, bei denen mindestens zwei Einzelpartikel fest miteinander verwachsen sind. Die
erfindungsgemäßen Partikel zeigen im TEM ein im Wesentlichen sphärisches Aussehen. Im„wesentlichen" soll bedeuten, dass auch ellipsoide oder
knollenförmige Partikel vorliegen können, jedoch beispielsweise keine
nadeiförmigen.
Der d5o-Wert kann aus der Bildauszählung von TEM-Aufnahmen ermittelt werden. Unter dem d5o-Wert ist der Medianwert der Gewichtsverteilung zu verstehen. Bevorzugt ist ein d5o-Wert von 3 bis 7 μιτι.
Die Konzentration der Aminogruppen oder der Epoxygruppen der
erfindungsgemäßen Kern-Schale-Partikel ist wenigstens 30 μηηοΙ/g Partikel. Im Falle einer Modifizierung der Partikel mit Aminogruppen beträgt die Konzentration der Aminogruppe bevorzugt 100 bis 200 μηηοΙ/g Partikel, die Konzentration der Epoxidgruppe bevorzugt 30 bis 80 μηηοΙ/g Partikel.
Die BET-Oberfläche der Partikel beträgt bevorzugt 3 bis 10 m2/g.
Der Kern der erfindungsgemäßen Kern-Schale-Partikel besteht in einer besonderen Ausführungsform zu 90 bis 98 Gew.-% aus Magnetit und zu 2 bis 10 Gew.-% aus wenigstens einem weiteren ferri-, ferro- oder superparamagnetischen Eisenoxid, wie Wüstit und/oder Maghemit. Es können weiterhin noch
Spurenanteile an amorphem Eisenoxid, sowie Hämatit ß-Fe2O3 und £-Fe2O3 vorliegen. Die Zusammensetzung der kristallinen Kernbestandteile kann durch Röntgendiffraktometrie unter Verwendung von Co-Ka-Strahlung in einem
Winkelbereich 2Θ von 10 - 100° bestimmt werden. Die Reflexe des Magnetits und
des Maghemits überlagern sehr stark. Der Maghemit ist signifikant anhand der Reflexe (1 10) und (21 1 ) im vorderen Winkelbereich nachweisbar. Die quantitative Phasenanalyse wird mit Hilfe der Rietveld-Methode ausgeführt, Fehler ca. 10% relativ.
Die Schale der erfindungsgemäßen Partikel besteht im wesentlichen aus dichtem, amorphem Siliciumdioxid besteht. Unter„im wesentlichen" soll verstanden werden, dass die Schale Anteile an Kohlenstoff enthalten kann. Unter amorph wird ein Material verstanden, bei dem mit den üblichen Methoden der
Röntgendiffraktometrie keine Beugungssignale erfasst werden können. Bei der äußeren Hülle handelt es sich um eine dichte Hülle. Unter dicht ist zu verstehen, dass bei Kontakt der Partikel mit Salzsäure unter bestimmten
Reaktionsbedingungen weniger als 100 ppm Eisen nachweisbar sind. Dabei werden bei Raumtemperatur 0,33 g der Partikel 15 Minuten lang in Kontakt mit 20 ml 1 N Salzsäurelösung gebracht. Ein Teil der Lösung wird anschließend mittels geeigneter Analysetechniken, beispielsweise ICP (inductively coupled plasma spectroscopy) auf Eisen untersucht. Die Dicke der Schale beträgt bevorzugt 2 bis 20 nm, besonders bevorzugt 5 bis 15 nm.
Darüber können die erfindungsgemäßen Partikel noch geringe Anteile an
Verunreinigungen enthalten, die aus den Einsatzstoffen stammen und/oder prozessbedingt sind. In der Regel beträgt der Anteil an Verunreinigungen maximal 2 Gew.-%, bevorzugt weniger als 1 ,0 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 0,5 Gew.-%.
Die erfindungsgemäßen magnetischen Kern-Schale-Partikel weisen bevorzugt eine spezifische maximale Magnetisierung Ms von mindestens 50, besonders bevorzugt von 55 bis 80, ganz besonders bevorzugt von 60 bis 70 Am2 pro kg der magnetischen Kern-Schale-Partikel auf. Ms wurde bestimmt mittels eines
Alternating-Gradient Magnetometers (AGM) vom Typ Micromag 2900 der Firma Princeton.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der funktionalisierten, magnetischen Kern-Schale-Partikel. Es umfasst die Herstellung
magnetischer Kern-Schale-Partikel, die auf ihrer Oberfläche Hydroxylgruppen aufweisen. Diese Hydroxylgruppen reagieren mit Amino- oder Epoxygruppen tragenden Silanverbindungen zu der erfindungsgemäßen funktionalisierten, magnetischen Kern-Schale-Partikel. Bei dem Verfahren wird
a) in einer ersten Reaktionszone ein Aerosol, welches aus der Verdüsung einer Lösung, die wenigstens eine oxidierbare Eisen-(ll)-verbindung und ein Traggas enthält, resultiert, einer Flamme zuführt, die gebildet wird aus der Reaktion eines Brenngases mit, in der Regel mit einem Überschuß, eines Sauerstoff enthaltenden Gas,
b) das Reaktionsgemisch aus der ersten Reaktionszone in einer zweiten
Reaktionszone mit wenigstens einer hydrolysierbaren Siliciumverbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus RaSiCI4-a, mit a = 0, 1 , 2 oder 3 oder Si(OR)4 mit jeweils R = H, CH3, C2H5 und C3H8, jeweils unabhängig
voneinander, bevorzugt SiCI4, Si(OC2H5)4 und/oder Si(OCH3)4, jeweils dampfförmig oder in Form eines Aerosoles, reagieren läßt,
c) wobei die Menge an oxidierbarer Eisen-(ll)-verbindung und oxidierbaren
und/oder hydrolysierbaren Siliciumverbindung so gewählt, dass der Anteil an oxidierbarer Eisen-(ll)-verbindung wenigstens 80 Gew.-% Eisenoxid, gerechnet als Fe3O
4, und an oxidierbarer und/oder hydrolysierbarer Siliciumverbindung maximal 20 Gew.-%, gerechnet als S1O2 beträgt, bezogen auf die Summe von
d) wobei die mittlere Verweilzeit des Reaktionsgemisches in der ersten
Reaktionszone 3 bis 20 s, bevorzugt 5 bis 10 s, und in der zweiten
Reaktionszone 300 ms bis 10 s, bevorzugt 500 ms bis 1 s ist,
e) nachfolgend das Reaktionsgemisch, gegebenenfalls kühlt, bevorzugt durch Einspeisung von Wasser, und nachfolgend magnetische Kern-Schale Partikel als Feststoff von gas- oder dampfförmigen Stoffen abtrennt und
f) die magnetischen Kern-Schale Partikel mit einem oder mehreren Silanen der allgemeinen Formel X-Alkyl-Si-Y3 unter Bildung der funktionalisierten, magnetischen Kern-Schale Partikel behandelt, wobei
X = NH2 oder Epoxy; Alkyl = C2-C8, linear oder verzweigt, gegebenfalls ein oder mehrere Sauerstoff oder Stickstoffatome aufweisend; Y = Cl oder OR, mit R = CH3, C2H5, und
der Anteil an Silan 2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Summe von Fe3O4 und SiO2, beträgt.
Es hat sich herausgestellt, dass es für das erfindungsgemäße Verfahren wichtig ist, die Temperaturen in den ersten beiden Reaktionszonen richtig zu wählen. So führt eine kürzere Verweilzeit in der ersten Reaktionsstufe zu Produkten mit niedrigerer Magnetisierung und in diesem Fall unerwünschten kleineren
Partikeldimensionen. Bevorzugt ist die Verweilzeit in der zweiten Reaktionszone deutlich kürzer als in der ersten. Besonders bevorzugt ist eine mittlere Verweilzeit in der ersten Reaktionszone von 5 bis 10 s und in der zweiten Reaktionszone eine mittlere Verweilzeit von 500 ms bis 1 s.
Die oxidierbare Eisen-(l l)-verbindung wird als Aerosol eingebracht. Die
Aerosolbildung erfolgt aus einer die oxidierbare Eisen-(ll)-verbindung enthaltenden Lösung mittels eines Traggases und einer Zwei- oder Mehrstoffdüse. Das Aerosol weist bevorzugt eine mittlere Tröpfchengröße von nicht mehr als 150 μιτι auf.
Besonders bevorzugt sind Werte von 20 bis 100 μιτι. Die oxidierbare Eisen-(l l)- verbindung wird als Aerosol eingebracht. Die Aerosolbildung erfolgt aus einer Lösung mittels eines Traggases und einer Zwei- oder Mehrstoffdüse. Als oxidierbare Eisen-(ll)-verbindung wird bevorzugt wenigstens ein Eisen-(l l)- carboxylat und/oder Eisen-(l l)-alkoxid eingesetzt. Besonders bevorzugt werden Eisen-(l l)-Salze gesättigter C4-Ci2 Alkylcarbonsäuren eingesetzt. Ganz besonders bevorzugt ist Eisen-(ll)-2-ethylhexanoat. Die oxidierbare Eisen-(ll)-verbindung wird bevorzugt in einem organischen Lösungsmittel oder einem organischen
Lösungsmittelgemisch gelöst. Als Lösungsmittel oder Bestandteil des
Lösungsmittels eignen sich besonders C4-Ci2 Alkylcarbonsäuren. Ganz besonders bevorzugt ist 2-Ethylhexansäure. Insbesondere eignet sich eine Lösung, in der ein Eisen(ll)-Salz einer gesättigten C4-Ci2 Alkylcarbonsäure in einem die
korrespondierende gesättigte C4-Ci2 Alkylcarbonsäure enthaltenden Lösungsmittel vorliegt, beispielsweise Eisen-(ll)-2-ethylhexanoat in 2-Ethylhexansäure.
Der Gehalt an oxidierbarer Eisen-(l l)-verbindung beträgt bevorzugt 20 bis 60 Gew.-%, bezogen auf die Lösung.
ln einer besonderen Ausführungsform des Verfahrens wird in der ersten
Reaktionszone eine Lösung, die Eisen-(ll)-2-ethylhexanoat und
2-Ethylhexansäure, in der zweiten Reaktionszone Si(OC2H
5) oder [-O-Si(CH
3)
2]
4 und als Silan der allgemeinen Formel X-Alkyl-Si-Y
3 H
2N(CH2)3Si(OC
2H5)3 , H
2N(CH2)2NH(CH
2)
3Si(OC2H5)3 oder
eingesetzt.
Die Behandlung mit den Silanen der allgemeinen Formel X-Alkyl-Si-Y3 erfolgt bevorzugt durch aufsprühen dieser auf die noch nicht funktionalisierten, magnetischen Kern-Schale-Partikel, woran sich eine Behandlung bei
Temperaturen von 120 bis 200°C, vorzugsweise unter Schutzgasatmosphäre, über einen Zeitraum von 1 bis 5 Stunden anschließt.
Als Brenngase können bevorzugt Wasserstoff, Methan, Ethan und/oder Propan eingesetzt werden. Besonders bevorzugt ist Wasserstoff. Als Sauerstoff enthaltendes Gas wird hauptsächlich Luft oder mit Sauerstoff angereicherte Luft eingesetzt.
Für die Stabilität der Flamme kann es vorteilhaft sein, die Menge an Luft aufzuteilen, in einen Primärluftstrom und einen Sekundärluftstrom. Der
Primärluftstrom wird axial dem Brenner zugeführt. In ihn wird das Aerosol eingespeist. Der Sekundärluftstrom ist ein Strom, der bevorzugt tangential eingebracht wird und zu einer Erhöhung der Verbrennungsgeschwindigkeit beitragen kann.
Durch die hohe Amino- beziehungsweise Epoxy-Beladungskonzentration und die hohe Abtrennungseffizienz können die erfindungsgemäßen funktionalisierten, magnetischen Kern-Schale-Partikel zur Immobilisierung von Enzymen, beispielsweise aus Biomasse, verwendet werden.
Beispiele Analytik
Der Gehalt an Eisenoxid wird durch Aufschluss mit NaOH, Lösen in verdünnter H2SO4 und nachfolgender iodometrischer Titration bestimmt. Der Gehalt an Si wird mittels ICP-OES ermittelt und anschließend als Oxid berechnet.
Der d5o-Wert ist definiert als Medianwert der Anzahlverteilung. Er wird bestimmt durch Bildanalyse mittels eines TEM Gerätes der Fa. Hitachi H 7500 und einer CCD-Kamera MegaView II, der Fa. SIS bestimmt. Die Bildvergrößerung zur Auswertung beträgt 30000:1 bei einer Pixeldichte von 3,2 nm. Die Anzahl der ausgewerteten Teilchen ist größer als 1000. Die Präparation erfolgt gemäss ASTM3849-89. Die untere Schwell wertgrenze in bezug auf Detektion liegt bei 50 Pixeln.
Die BET-Oberfläche wird bestimmt nach DIN 66131 .
Die quantitative Bestimmung der Kernanteile erfolgt durch Röntgendiffraktometrie. (Reflexion, Θ/Θ- Diffraktometer, Co-Κα, U = 40kV, I = 35mA; Szintillationszähler, nachgestellter Graphitmonochromator; Winkelbereich (2Θ)/ Schrittweite/ Meßzeit: 10 - 100° / 0,04° / 6s (4h)). Mit Hilfe der Rietveld- Methode wird eine quantitative Phasenanalyse ausgeführt (Fehler ca. 10% relativ). Die quantitative
Phasenanalyse erfolgt anhand des set 60 der ICDD-Datenbank PDF4+ (2010). Die quantitative Phasenanalyse und die Kristallitgrößenbestimmung erfolgen mit dem Rietveld-Programm SiroQuant®, Version 3.0 (2005).
Die Dicke der Schale wird mittels hochauflösenderTransmisions-Elektronen- Mikroskopie (HR-TEM) bestimmt.
NH2-Beladung: Der Feststoff wird in Essigsäure suspendiert und anschließend mit einer Perchlorsäure-Maßlösung mit potentiometrischer Endpunktdetektion titriert. Das Analysenergebnis wird auf die Probeneinwaage bezogen und die Stoffmenge titrierter Base als Aminogruppenkonzentration (-NH2) als molare Angabe angegeben. Die Titration erfasst die in Suspension mit dem Titrationsmittel (HCIO4) zugängliche Aminogruppenkonzentration.
Epoxid-Beladung: Die Epoxidgruppierungen werden mittels Titration mit
Perchlorsäure in wasserfreiem Medium bestimmt. Hierfür werden zwei
Perchlorsäuretitrationen durchgeführt, eine Titration unter Zusatz von
Tetraethylammoniumbromid, wobei als Summenparameter die Epoxidgruppen, sowie in der Probe eventuell vorhandene basische Stoffe erfasst werden. In einer zweiten Perchlorsäuretitration ohne Zusatz von Tetraethylammoniumbromid werden ausschließlich nur die in der Probe potentiell vorhandenen basischen Stoffe erfasst. Bringt man die Ergebnisse der beiden Titrationen nun in Abzug, so erhält man den tatsächlichen Gehalt der Epoxidgruppen in der jeweiligen Probe.
Die Proben sind alle wässrige Suspensionen. Der Feststoff wurde durch
Zentrifugation von der Wasserphase getrennt, das überstehende Wasser dekantiert und anschließend wurden alle Proben vor der Titration zweimal mit wasserfreier Essigsäure (Eisessig) gewaschen. Die Abtrennung des Feststoffs vom Eisessig erfolgte abermals per Zentrifugation. Nach dem letzten Waschschritt wird der Feststoff in 50 ml Eisessig suspendiert und gegen eine 0,1 N
Perchlorsäure titriert.
Abtrennungseffizienz: Es werden Dispersionen mit 2 g der erfindungsgemäßen Partikel pro Kilogramm Dispersion durch Ultraschalldispersion (IKA- Labortechnik Ultraturrax Typ T 25, 8000 rpm, 15min) hergestellt.
Als Separationszelle dient eine Zelle mit einem Innendurchmesser von 30 mm und einer Länge von 85 mm. Das Magnetfeld kann durch einen Elektro- oder
Permanentmagneten induziert werden.
Zur Bestimmung der Zulauf- und Filtratkonzentrationen wird die Trübung bestimmt. Geeignete Geräte hierfür sind beispielsweise Hach Portable
Turbidimeter Model 2100P oder Optek Konzentrationsmeßsystem 1 12/AF10. Die Strömungsgeschwindigkeit wird aus der Massenzunahme des Auffangbehälters bestimmt. Die Steigung des Massesignals über der Zeit ist der Massenstrom, der wiederum auf die Filteranströmfläche und Dichte des Fluids bezogen, die
Strömungsgeschwindigkeit ergibt.
Beispiel 1 : Ein Aerosol, welches durch Verdüsen von 2,6 kg/h einer Lösung bestehend aus 46 Gew.-% Eisen-(ll)-2-ethyhexanoat, 14 Gew.-%
2-Ethylhexansäure und 40 Gew.-% n-Octan mit 4,0 kg/h N2 mittels einer
Zweistoffdüse erhalten wird, 4 Nm3/h Wasserstoff und 20 Nm3/h Luft, davon 15 Nm3/h Primärluft und 5 Nm3/h Sekundärluft, wird in einer ersten Zone zur
Reaktion gebracht. Die mittlere Verweilzeit des Reaktionsgemisches in der ersten Zone beträgt ca. 6,5 s. In den Strom des Reaktionsgemisches aus der ersten Zone wird ein Gemisch aus 0,19 kg/h dampfförmigem Si(OC2H5) und 2,2 kg/h Wasserdampf gegeben. Die mittlere Verweilzeit des Reaktionsgemisches in der zweiten Zone beträgt 750 ms. Nachfolgend wird das Reaktionsgemisch abgekühlt und der erhaltene Feststoff auf einem Filter von den gasförmigen Stoffen abgeschieden.
100 Gewichtsanteile des Feststoffes werden in einem Mischer vorgelegt und unter intensivem Mischen mit 7 Gewichtsanteilen AMEO besprüht. Nachdem das Sprühen beendet ist, wird über einen Zeitraum von 2 Stunden bei 130°C getempert.
Die Beispiele 2 und 3 werden analog Beispiel 1 ausgeführt. Die
Einsatzstoffmengen und die Reaktionsbedingungen sind in Tabelle 1
wiedergegeben. Die physikalisch-chemischen Werte der erhaltenen Feststoffe sind in Tabelle 2 wiedergegeben.
Die Abtrennungseffizienz der erfindungsgemäßen Partikel der Beispiele 1 bis 3 beträgt >99%.
Tabelle 1 : Einsatzstoffe und Reaktionsbedingungen
propyltrimethoxysilan; GLYMO = 3-Glycidoxypropyltrimethoxysilan; c) Gramm Aminosilan bzw. Epoxysilan pro 100 Gramm nicht funktionalisierter Kern-Schale-Partikel; Tabelle 2: Physikalisch-chemische Daten
Beispiel 1 2 3
Eisenoxid Gew.-% 84,1 83,3 86,1
SiO2 Gew.-% 14,8 15,0 13,2
Kohlenstoff Gew.-% 1 ,1 1 ,7 0,7
Anteile Kern
Magnetit Gew.-% 96 91 90
Wüstit Gew.-% 0 3 2
Maghemit Gew.-% 1 0 2
Hämatit Gew.-% 3 4 6
BET-Oberfläche m2/g 6 5 7 mittl. Partikeldurchmesser d5o μιτι 3,02 3,84 5,60
Dicke Schale nm 5 6 8
NH2-Beladung μηηοΙ/g 1 19 156 -
Epoxidbeladung μηηοΙ/g - - 41
Magnetisierung Ms Am2/kg 64,2 66,8 66,3
Abtrennungseffizienz % >99,2 >99,4 >99,4