Verwendung und Herstellung beschichteter Filamente für
extrusionsbasierte 3D-Druckverfahren
Gebiet der Erfindung Die vorliegende Erfindung betrifft ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von beschichteten Filamenten zum späteren Verdruck in extrusionsbasierten-3D- Druckern, wie z.B. FDM-Druckern (Fused-Deposition-Modeling-Druckern). Dabei werden die Filamente außerhalb des Druckers in einem getrennten Verfahren beschichtet und können auch in einem entsprechenden nicht modifizierten Drucker des Standes der Technik Verwendung finden. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung die Beschichtungsvorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens und Rollen mit beschichteten Filamenten.
Stand der Technik Rapid-Prototyping bzw. Rapid-Manufacturing-Verfahren sind
Fertigungsverfahren, die das Ziel haben, vorhandene dreidimensionale CAD- Daten möglichst ohne manuelle Umwege oder Formen direkt und schnell in Werkstücke umzusetzen.
Unter den Rapid-Prototyping-Verfahren gibt es inzwischen diverse Verfahren. Diese lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Laserbasierte und Verfahren ohne Verwendung eines Lasers.
Das bekannteste laserbasierte und gleichzeitig älteste 3D-Druckverfahren ist die Stereolithographie (SLA). Hierbei wird eine flüssige Zusammensetzung eines strahlen härtbaren Polymers mit einem Laser schichtweise ausgehärtet. Dem Fachmann ist klar ersichtlich, dass ein auf diese Weise produziertes
Werkstück nur nachträglich an der Oberfläche koloriert werden kann. Dies ist aufwendig und zeitintensiv.
Ähnlich ist das Selective Laser Sintering Verfahren (SLS), bei dem ein pulverförmiger Rohstoff, wie z.B. ein Thermoplast oder ein sinterfähiges Metall, mittels eines Lasers analog zum SLA Schicht für Schicht selektiv gesintert wird.
Auch mit diesem Verfahren kann man im ersten Verfahrensschritt nur einfarbige
oder unspezifisch gefärbte 3D-Objekte erhalten. Das gleiche gilt für das dritte laserbasierte Verfahren„Laminated Object Manufacturing", bei dem eine mit Klebstoff versehene Papierbahn oder Kunststofffolie Schicht für Schicht aufeinander verklebt und mittels Laser geschnitten wird. Das nachträgliche Färben eines Objekts ist zum Beispiel in US 6,713,125 beschrieben.
Ein bekanntes 3D-Druckverfahren, das auch zur Herstellung mehrfarbiger Objekte verwendet werden kann, ist das UV-lnkjet-Verfahren. Bei diesem dreistufigen Verfahren wird ein pul verförmiges Material in dünnen Schichten aufgetragen, auf diese wird eine UV-härtbare Flüssigkeit in Form der jeweiligen Schicht des späteren dreidimensionalen Produktes gedruckt und schließlich wird die bedruckte Schicht mit einer UV-Quelle ausgehärtet. Diese
Verfahrensschritte werden Schicht für Schicht wiederholt.
In EP 1 475 220 werden verschieden gefärbte Flüssigkeiten mit Härter bereitgehalten und in WO 2008/077850 zusätzlich in einer Kammer direkt vor dem Drucken vermischt. So ist eine selektive Färbung möglich. Durch die Mischkammer sind jedoch keine scharfen Farbübergänge möglich. Ferner ist ein solches Verfahren an den Grenzen der Aushärtung unscharf, was zu einer weniger glatten Oberfläche und unter Umständen zu einer ungleichmäßigen Färbung führen kann. In WO 01/26023 werden zwei Druckköpfe mit
verschiedenfarbigen Härterzusammensetzungen, die zu Objektteilen mit unterschiedlichen Elastizitätseigenschaften führen, beschrieben. Mehr als zwei Farben sind jedoch nicht beschrieben.
Eine Variante, bei der anstatt mit UV-Licht mit einer Wärmestrahlung
ausgehärtet wird und gleichfalls verschiedenfarbige Härterzusammensetzungen verwendet werden, ist in WO 2008/075450 beschrieben.
In GB 2419679 ist ein Verfahren offenbart, bei dem verschieden gefärbte Polymerteilchen selektiv aufgetragen und bei verschiedenen Wellenlängen ausgehärtet werden können. Dieses Verfahren ist äußerst aufwendig und führt gleichzeitig zu einem unscharfen Farbbild. In einem dem Inkjet-3D-Druck ähnlichen Verfahren nach der WO 2009/139395 wird eine farbige Flüssigkeit schichtweise aufgetragen und selektiv mit einer zweiten Flüssigkeit, die zu einer Härtereaktion mit der ersten Flüssigkeit führt, bedruckt. Ein solches Verfahren kann Farben nur schichtweise aufbauen,
davon abgesehen, dass es zwischen den nicht gehärteten
Flüssigkeitsschichten zu Vermischungen kommen kann.
Ein weiteres Verfahren stellt das Three Dimension Printing (TDP) dar. Bei diesem Verfahren werden analog zu den Inkjet-Verfahren pulverförmige
Materialien, bei denen es sich jedoch bevorzugt um Keramiken handelt, mit einer der Schmelze eines thermoplastischen Polymers Schicht für Schicht selektiv durchtränkt. Nach jeder Druckschicht muss eine neue Schicht des pulverförmigen Materials aufgebracht werden. Beim Erstarren des
Thermoplasten wird das dreidimensionale Objekt gebildet. Bei dem in US 2004/0251574 beschriebenen Verfahren wird anschließend an den Druck des Thermoplasten selektiv mit einer Farbe gedruckt. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sehr selektiv gedruckt werden kann. Nachteil dieses Verfahrens jedoch ist, dass kein gleichmäßiges und leuchtendes Farbbild erreicht werden kann, da ein gleichmäßiges Eindringen der Farbe in den Composite aus dem (Keramik)Pulver und dem Bindemittel nicht erreicht werden kann.
Bei dem in EP 1 491 322 beschriebenen Verfahren werden zwei
unterschiedliche Materialien gedruckt. Das erste enthält das Bindemittel und eine Farbe, die bei Kontakt mit dem zweiten Material ausgefällt wird und damit selektiv die Oberfläche einfärbt. Auf diese Weise können besseren
Farbeigenschaften an der Objektoberfläche erzeugt werden. Probleme stellen jedoch die gleichmäßige Vermischung der beiden Materialien und der aufwendige zweistufige Prozess dar. Wie und ob ein gutes Farbbild bei einem Mehrfarbdruck gewährleistet werden kann, ist nicht beschrieben. In US 6,401 ,002 werden verschiedene Flüssigkeiten mit unterschiedlichen
Farben und dem Bindemittel verwendet. Diese Flüssigkeiten werden entweder getrennt aufgetropft oder über Leitungen in einer Düse vor dem Auftropfen zusammengeführt. Der Fachmann weiß, dass beide Vorgehen zu nicht optimalen Farbbildern führen. Bei ersterem findet die Mischung der Farben in viskosen Flüssigkeiten auf der Oberfläche statt. Diese Mischung erfolgt so nur selten vollständig. Beim zweiten Vorgehen können Druckunterschiede in den Leitungen zu sehr starken Farbschwankungen führen.
Das bezüglich der Herstellung von dreidimensionalen Objekten mittels eines Druckverfahrens materialsparenste und auch in Bezug auf die maschinelle Ausgestaltung günstigste Verfahren ist das Fused Deposition Modeling (FDM). Dabei handelt es sich um ein extrusionsbasiertes, digitales Fertigungssystem. Weitgehend analoge Verfahren mit kleinen Abwandlungen sind zum Beispiel auch unter dem Namen fused filament fabrication (FFM), melted extrusion manufacturing (MEM) oder Selective Deposition Modeling (SDM) bekannt.
Bei der FDM-Methode werden zwei unterschiedliche Polymerfäden in einer Düse aufgeschmolzen und selektiv gedruckt. Bei dem einen Material handelt es sich um ein Support-Material, das nur an Stellen benötigt wird, über denen später z.B. ein überhängender Teil des 3D-Objekt.es, der während des
Druckvorgangs gestützt werden muss, gedruckt wird. Dieses Support-Material kann später, z.B. durch Lösen in Säuren, Basen oder Wasser entfernt werden. Das andere Material (das Build-Material) formt das eigentliche 3D-Objekt. Auch hier erfolgt der Druck in der Regel schichtweise. Zum ersten Mal wurde das
FDM-Verfahren in US 5,121 ,329 beschrieben. Das Färben allgemein wird in US 2000/201 1 1707 erwähnt, nicht jedoch näher ausgeführt.
Bei dem in EP 1 558 440 beschriebenen Verfahren werden die einzelnen Schichten in einem anschließenden Verfahrensschritt farbig bedruckt. Dieses Verfahren ist langsam und führt bei dem bedrucken der bereits härtenden Thermoplasten zu schlecht aufgelösten Farbbildern.
Bei der farbigen 3D-Druck-Methode nach US 6,165,406 werden für jede einzelne Farbe getrennte Düsen verwendet. Mischfarben sind somit jedoch nur sehr eingeschränkt möglich und das Farbbild wird sehr einfach. Bei der in US 7,648,664 beschriebenen Variante des FDM werden verschieden gefärbte Build-Materialien in Granulatform eingesetzt, getrennt voneinander aufgeschmolzen und je nach Farbe mittels eines zwischengeschalteten
Extruders miteinander vermischt, bevor es verdruckt wird. Diese Methode ist apparativ sehr aufwendig und viele Vorteile des FDM gehen verloren. In einem sehr ähnlichen System gemäß EP 1 432 566 erfolgt die Vermischung der geschmolzenen Granulate direkt im geheizten Druckkopf, bevor diese direkt verdruckt werden. Diese Mischung kann keinesfalls vollständig erfolgen und die Qualität des Druckbildes ist entsprechend schlecht. Weiterhin hat man auch
hier den Nachteil, dass man Granulate oder Pulver benutzen muss und diese in der Maschine getrennt gelagert und geschmolzen werden müssen.
In US 6,129,872 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem das Build-Material in einer Düse aufgeschmolzen wird und am Ende der Düse zu der Schmelze verschiedene Farbmischungen selektiv zudosiert werden. Dies führt jedoch zu keiner ausreichenden Durchmischung und zu einem unsauberen Farbbild.
In der US 2010/0327479 ist ein Verfahren beschrieben bei dem mehrere farbige Filamente in einem Mikroextruder zusammengeführt werden und in diesem kontinuierlich zu einem neuen gefärbten Filament extrudiert werden, bevor dieses zum Verdruck in den Druckkopf weitergeleitet wird. Dieses Verfahren ist apparativ sehr anspruchsvoll und aufwendig. Außerdem ist die umsetzbare Farbbreite durch die Anzahl der Filamente begrenzt. In einer alternativen Ausführungsform können die verschiedenfarbigen Filamente auch direkt in den Druckkopf geführt und dort vermischt werden. Jedoch zeigt auch diese Variante die aufgeführten Nachteile.
Sämtliche Verfahren des Standes der Technik offenbaren ausschließlich Techniken, bei denen auf Basis eines extrusionsbasierten-3D-Drucks - wie z.B. dem FDM-3D-Druck - entweder online Beschichtet wird oder aber die Matrix des Materials an sich gefärbt ist. Die Onlinebeschichtung hat jedoch den Nachteil, dass dazu spezielle 3D-Drucker mit entsprechender
Onlinebeschichtung benötigt werden. Gefärbtes oder mit Additiven versehenes Matrixmaterial hat dagegen den Nachteil, dass unnötig viel Farbstoff, Pigment oder Additiv eingesetzt werden muss, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Aufgabe
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es Filamente für ein 3D- Druckverfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem gefärbte und/oder addtivierte dreidimensionale Objekte mit geringen Mengen Farbstoff, Pigment und/oder Additiv hergestellt werden können.
Insbesondere war es Aufgabe, farbige und/oder additivierte Filamente für den Einsatz in extrusionsbasierten-3D-Druckern zur Verfügung zu stellen, ohne dass ein entsprechend gefärbter und/oder additivierter Kunststoff-Masterbatch hergestellt werden muss. Gleichzeitig war es Aufgabe gefärbte und/oder additiverte Filamente für den Einsatz in extrusionsbasierten-3D-Druckern zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese Drucker eine Modifikation, wie eine Beschichtungseinheit, benötigen.
Es war weiterhin Aufgabe, Filamente für ein günstiges und schnell
durchführbares 3D-Druckverfahren zum Druck mechanisch stabiler,
mehrfarbiger Objekte zur Verfügung zu stellen.
Eine weitere Aufgabe war es, farbige und/oder additiverte Objekte darstellen zu können, wobei die Farbe und/oder Additive nicht erst durch eine
Nachbearbeitung eingebracht werden soll.
Weitere nicht explizit genannte Aufgaben ergeben sich aus dem
Gesamtzusammenhang der nachfolgenden Beschreibung, Ansprüche und Beispiele.
Lösung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von beschichteten
Filamenten zur Verwendung in einem Extrusions-3D-Druckverfahren, sowie eine Vorrichtung zur Beschichtung der Filamente und Rollen mit den
beschichteten Filamenten.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die einfache Ausrüstung von Filamenten, die dadurch zum Beispiel in ihrer elektrischen oder thermischen Leitfähigkeit, in ihrer spektralen Absorption, IR-, UV-Absorption, der Optik, im Glanz, der Haptik, den Adhäsionseigenschaften, Benetzungseigenschaften, der Wasseraufnahme, den mechanischen Eigenschaften, der Reaktivität und der Zwischenschichthaftung angepasst oder verbessert werden. Auf diese Weise lassen sich effizient Druckfilamente herstellen, die einen Zusatznutzen über die Eigenschaften des polymeren Werkstoffs hinaus in der Anwendung zeigen. Insbesondere ist dies ein effizientes Verfahren, bei dem nicht das gesamte Polymer, sondern spezifisch die Oberfläche des polymeren Ausgangsfilaments als auch des gedruckten Bauteils beschichtet wird.
Unter Extrusions-3D-Druckverfahren werden insbesondere ein Fused
Deposition Model ing-Verfahren (im Weiteren kurz FDM) oder dem FDM- Verfahren sehr ähnliche Druckverfahren verstanden. Die Ausdrücke
Extrusionbasiertes-3D-Druckverfahren, FDM-Druckverfahren oder FDM-3D- Druckverfahren werden im weiteren Text synonym verwendet. Gleichfalls werden die Begriffe Extrusionsbasierter-3D-Drucker und FDM-3D-Drucker bzw. FDM-Drucker im Weiteren synonym verwendet.
Die Ausgestaltung eines FDM-3D-Druckers und die dazugehörigen
Prozessparameter können in der US 5,121 ,329 und der US 2010/0327479 nachgelesen werden. Diese Parameter können vom Fachmann in Bezug auf die vorliegende Erfindung leicht und ohne großen Aufwand auf andere
Extrusionsbasierte-3D-Druckverfahren übertragen werden.
Unter dem Begriff Zusammensetzung wird im Rahmen dieser Erfindung die Zusammensetzung verstanden, die erfindungsgemäß auf den Polymerstrang aufgetragen wird. Die Zusammensetzung enthält Farben, Pigmente und/oder Additive.
Unter dem Begriff Fixierung wird im Rahmen dieser Erfindung die Trocknung, Aushärtung, Polymerisation, Addition, Vernetzung, Anbindung oder Reaktion der Beschichtung verstanden.
Unter dem Begriff Filament wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Rohform der Build- bzw. Supportmaterialien in Form eines Stranges
verstanden. Dieses Filament wird in dem Druckkopf erfindungsgemäß aufgeschmolzen und danach zu einem 3D-Objekt verdruckt. Bei dem Filament handelt es sich um ein thermoplastisch verarbeitbares Material. In der Regel ist das Filament ein Polymerfilament, jedoch auf solche nicht eingeschränkt. Auch können Polymerfilamente beispielsweise nur teilweise aus einem
thermoplastisch polymeren Matrixmaterial und weiteren Füllstoffen oder z.B. Metallen zusammengesetzt sein.
Unter dem Begriff Druckkopf wird im Rahmen dieser Erfindung die gesamte Vorrichtung zum Fördern, Schmelzen und Auftragen eines Filaments in einem Extrusionsbasierten-3D-Druckverfahren verstanden.
Gelöst wurden die Aufgaben durch Bereitstellen eines neuartigen Verfahrens zum extrusionsbasierten-3D-Druck zur Herstellung ein- oder mehrfarbiger, dreidimensionaler Objekte aus Filamenten. Bei diesem Verfahren werden die verwendeten Filamente mit einer Beschichtungszusammensetzung, bestehend aus Additiven und/oder Pigmenten und/oder Farben, vorbeschichtet. Die so beschichteten Filamente können dann in einem Extrusionsbasierten-3D- Drucker eingesetzt werden.
Die so auf die Filamente aufgetragene Beschichtung verbleibt nach der Extrusion im späteren extrusionsbasierten-3D-Druck im Wesentlichen auf der
Oberfläche der gedruckten Stränge, also der Oberfläche des Bauteils. Dies bringt Vorteile wie Materialeinsparung und die Vermeidung negativer Einflüsse auf das Matrixmaterial mit sich. Insbesondere können so Bauteile in beliebigen Farben und/oder mit verbesserter Zwischenschichthaftung und
Oberflächeneigenschaften mit besonders geringem Additiv- und
Farbkörperverbrauch effizient hergestellt werden, ohne die Polymermatrix zu beeinflussen. Es lassen sich so auf einfache Weise Filamente mit beliebigen Farben, insbesondere mit Farben, die die Bedürfnisse für den späteren Druck
erfüllen, sofort bereitstellen, ohne dass entsprechende Kunststoff- Masterbatches bestellt, hergestellt, geliefert, bereitgehalten und einer
Qualitätskontrolle unterzogen werden müssen. Weiterhin ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren einen Verdruck von beschichteten Filamenten, ohne dass der dazu verwendete Drucker einer zusätzlichen Modifikation bedarf. Somit können mittels dieses Verfahrens auch mit nicht für Mehrfarbdruck ausgestatteten extrusionsbasierten 3D-Druckern Bauteile in beliebiger Farbe und/oder mit Zusatzeigenschaften hergestellt werden.
Besonders bevorzugt erfolgt die Beschichtung in einer Beschichtungseinheit, in der das Filament mit der Beschichtungszusammensetzung, deren
Komponenten aus einem oder mehreren Vorratsbehältern, zur Verfügung gestellt werden, beschichtet wird. Insbesondere sind die Vorratsbehälter dabei mit Dosiervorrichtungen ausgestattet. Genauso bevorzugt wird das Filament nach der Beschichtungseinheit in einer Fixiereinheit fixiert.
Die vorliegende Erfindung betrifft zusätzlich eine Vorrichtung zum Beschichten eines solchen Filaments, insbesondere des Build-Materials aufweisend eine Beschichtungseinheit.
Bei der Beschichtungseinheit, mittels derer das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann, kann es sich um eine Anordnung mit einer oder mehreren Düsen, insbesondere mit einem oder mehreren Inkjet-Druckköpfen handeln. In einer alternativen Ausführungsform handelt es sich um ein das Filament umgebenden und mit der Beschichtungszusammensetzung getränktes schwammartiges Material oder um einen möglichst kleinen Ringspalt, der kontinuierlich mit wechselnden Färb- bzw. Additivmischungen gefüllt wird.
Weiterhin kann es sich bei der Beschichtungseinheit um einen Extruder, z.B. in Form eines Mikroextruders, handeln. In Bezug auf diesen Extruder gibt es wiederum zwei Varianten. Zum einen kann mittels des Extruders eine Schmelze der Beschichtungszusammensetzung erzeugt werden, die auf das feste
Filament geleitet wird. Zum anderen ist aber auch eine Variante denkbar, nach der die Beschichtung bei der Produktion des Filaments in Form einer Co- extrusion erfolgt.
Bevorzugt befindet sich am Austritt des Filaments aus der Beschichtungseinheit eine Restriktion, mittels derer die Beschichtungsdicke des Filaments passend zur Auslegung des Druckkopfs eingestellt wird. Weiterhin sollte die
Beschichtungseinheit über einen Auslass für überschüssige
Beschichtungsmittel und für Reinigungsvorgänge aufweisen. Hier ist dafür Sorge zu tragen, dass die in die Beschichtungseinheit eingeführte
Zusammensetzung oder die von der Restriktion abgestriffene Beschichtung nicht einfach über den Auslass wieder abläuft, sondern dass eine gezielte Steuerung zur Verminderung des Materialverbrauchs erfolgt. Weiterhin sollte der Auslass mit einem Auffangbehälter zum Sammeln dieser Reste versehen sein.
Bei der Fixiereinheit kann es sich um eine thermische Trocknungseinheit handeln, wie zum Beispiel eine IR-Strahlenquelle und/oder um einen Luft- bzw. Gasstrahl, letzterer optional temperiert. Das zuvor beschichtete Filament wird dabei durch diese Einheit geführt und volatile Bestandteile werden mittels der Trocknungseinheit entfernt. So kann ein späteres Verlaufen von nicht getrockneten Farben vermieden werden. Darüber hinaus kann das Problem eines Ausgasens flüchtiger Bestandteile während des Drucks in der Düse, welches wiederum zur Blasenbildung oder zu unpräzisem Druck führen kann, vermieden werden.
Bevorzugt sollte an dieser Stelle zusätzlich dafür Sorge getragen werden, dass freigesetzte volatile Bestandteile - wie Lösungsmittel - aufgefangen oder unschädlich abgeführt werden.
Alternativ zur thermischen Trocknungseinheit kann auch eine Lufttrocknung vor Eintritt des beschichteten Filaments erfolgen. Dazu muss das beschichtete
Filament nach Verlassen der Beschichtungseinheit und vor einem weiteren Prozessschritt wie der optionalen Aufwicklung auf eine Rolle mindestens eine Strecke von 1 cm, bevorzugt von mindestens 10 cm, besonders bevorzugt von mindestens 15 cm und insbesondere bevorzugt von mindestens 25 cm zurücklegen. In einer bevorzugten Ausführungsform befinden sich die
Beschichtungseinheit und diese Nachlaufstrecke in einem beheizten Gehäuse. Mittels dieser Ausführung wird die Lufttrocknung zusätzlich beschleunigt. Bei dieser Ausführung ist bevorzugt für eine ausreichende Durchlüftung des
Gehäuseinnenraums zu sorgen und darauf zu achten, dass volatile
Bestandteile unschädlich abgeführt werden.
Die Fixierung der Besch ichtung kann statt oder zusätzlich zur Trocknung auch durch eine chemische Reaktion wie Polymerisation, Addition oder Vernetzung erfolgen oder beschleunigt werden.
Im einfachsten Fall handelt es sich bei der aufgetragenen Beschichtung um eine reaktive Mischung, die unter Umgebungsbedingungen von selbst reagiert und so fixiert wird. Dazu muss das beschichtete Filament nach Verlassen der Beschichtungseinheit mindestens eine Strecke von 1 cm, bevorzugt von mindestens 10 cm, besonders bevorzugt von mindestens 15 cm und
insbesondere bevorzugt von mindestens 25 cm zurücklegen. Alternativ kann die Fixierung der Beschichtung auch durch Plasma, UV- Strahlung, Mikrowellenstrahlung, magnetische Induktion oder kaltes Plasma erfolgen oder beschleunigt werden. Dadurch kann die Länge der
Fixierungsstrecke deutlich reduziert werden.
Sofern es sich um eine reaktive Beschichtung handelt, kann die Fixierung der Beschichtung vor der Weiterverarbeitung auch unvollständig erfolgen. Eine weitergehende Fixierung kann dann nach dem Extrusionsvorgang bei der Verwendung in dem extrusionsbasierten-3D-Drucker erfolgen, wiederum durch Plasma, UV-Strahlung, Mikrowellenstrahlung, magnetische Induktion oder ein Plasma. Dadurch kann insbesondere die Zwischenschichthaftung verbessert werden.
Aufgrund der geringeren Scherraten innerhalb des Druckkopfes und der angepassten Viskositäten von Polymer und Beschichtung bei der gewählten Extrusionstemperatur erfolgt kaum Vermischung der Beschichtung mit dem Filament während der Extrusion in der Druckdüse, sofern diese nicht mit einer weiteren, z.B. statischen Mischvorrichtung ausgestattet ist.
Auf diese Weise erhält man bei der Verwendung der nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Filamente ein Bauteil, bestehend aus überwiegend oberflächlich gefärbten beziehungsweise beschichteten Strängen. Dadurch ist es gegenüber einer in Gänze gefärbten Polymermatrix ein Material sparendes Verfahren. Weiterhin werden Additive, wie insbesondere
Haftvermittler, auf diese Weise genau dort aufgebracht, wo sie zur Steigerung der Stabilität des 3D-Objekts nach der Extrusion benötigt werden.
Insbesondere kann in einer optionalen Ausführungsform die
Beschichtungszusammensetzung vor dem Beschichten in einem Mischer aus den Einzelkomponenten erzeugt werden, bevor die
Beschichtungszusammensetzung in die Beschichtungseinheit weitergeleitet wird. Bei diesem Mischer kann es sich um einen dynamischen, oder bevorzugt um einen statischen Mischer handeln. Diesem Mischer werden verschiedene Additive, Pigmente und/oder Farben zunächst zugeführt. Die im Mischer erzeugte Mischung wird darauf in die Beschichtungseinheit weitergeleitet.
Dieser Mischer ist bevorzugt direkt an der Beschichtungeinheit angebracht bzw. bildet mit dieser eine integrale Einheit, um Totvolumina, Druckverluste und Leitungen zu minimieren. Die Mischung aus Farben, Pigmenten und/oder Additiven wird auf die Oberfläche des festen Filaments aufgetragen. Bei der späteren Verwendung in einem Drucker, insbesondere bei der Extrusion im Druckkopf kann eine teilweise Vermischung der Beschichtung mit dem aufgeschmolzenen Basisfilament durch Diffusion in der Schmelze erfolgen. Eine homogene Verteilung in der Schmelze ist jedoch wie beschrieben nicht nötig, da die spätere Oberfläche des dreidimensionalen Objektes überwiegend und vorteilhaft aus der zugeführten Beschichtung besteht, die die Oberfläche des Schmelzestranges bildet. Mit dieser Variante ist es somit insbesondere möglich, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, das farbintensive Objekte mit einem geringeren Farbverbrauch herstellt bzw. bei der Beschichtung der Oberfläche bei gleichem Farbverbrauch zu einem deutlich intensiverer Farbton führt.
Entsprechendes gilt auch für Additive, vor allem solche, die eine
Haftungsverbesserung zwischen den einzelnen Schichten im dreidimensionalen
Objekt bewirken sollen. Diese werden ausschließlich an der Oberfläche des Schmelzestrangs benötigt.
Bevorzugt wird das beschichtete Filament nach der Fixierung mit einem Wickler auf eine Rolle aufgewickelt. Diese aufgewickelte Rolle kann gelagert und später in jedem zum Verdrucken von Filamenten nach Stand der Technik
vorgesehenen extrusionsbasierten-3D-Drucker verdruckt werden.
Die Anordnung des optionalen Wicklers, der Beschichtungseinheit, der
Fixierungseinheit und der weiteren Komponenten kann bezüglich ihrer
Ausrichtung relativ frei gewählt werden und ist nur in Bezug auf die Reihenfolge
erfindungsgemäß einzuhalten. So können die Filamente optional auch horizontal oder von unten nach oben die Beschichtungseinheit und/oder die Fixiereinheit durchlaufen. Richtungsänderungen vor dem Eintritt in den Wickler können dabei mittels Umlenkrollen realisiert werden. Alternativ zu Umlenkrollen kann das Filament auch durch einen Schlauch geführt werden. Vorteil dieser Variante ist eine eventuell weniger anfällige Durchführung des Verfahrens. Vorteil einer Umlenkrolle dagegen ist die höhere Spannung des Filaments.
Die Förderung des Filaments erfolgt mittels einem aus dem Stand der Technik bekannten Mechanismus, bei dem es sich in der Regel um zwei Förderrollen und einen diese betreibenden Motor handelt, wobei eine oder beide Rollen angetrieben sein können. Insbesondere kann der optionale Wickler gleichzeitig zur Förderung dienen. Alternativ oder aber auch insbesondere zusätzlich kann sich eine weitere Fördereinheit direkt hinter der Fixiereinheit und bevorzugt vor einer optionalen Umlenkrolle oder einer Schlauchführung befinden. Eine weitere Fördereinheit - jeweils mit eigenem Motor und getrennt voneinander steuerbar - kann sich direkt hinter der Filamentrolle, auf der das Rohfilament vorgelegt wird, und vor der Beschichtungseinheit befinden.
Bevorzugt befindet sich direkt vor der Beschichtungseinheit eine Führung oder eine Bremse, z.B. in Form von ein oder zwei Bremsrollen, mittels derer sichergestellt wird, dass das Filament in der Beschichtungseinheit gespannt ist. Besonders bevorzugt befindet sich dann eine zweite Fördereinheit oder eine zweite Führung direkt hinter der an die Beschichtungseinheit anschließende Fixiereinheit oder nach der zur Trocknung benötigten Mindeststrecke von 1 cm eine zweite Fördereinheit oder eine zweite Führung.
Die zum erfindungsgemäßen verfahren verwendete Vorrichtung kann mit weiteren optionalen Komponenten ausgestattet sein. Die folgende Liste ist als beispielhafte und nicht als abschließende Auflistung zu verstehen: Optional kann vor der Beschichtungseinheit das Roh-Filament zur
Verbesserung der Haftung mit Methoden wie Plasmaentladung aktiviert werden.
Weiterhin können vor oder hinter der Fixierungseinheit optional Farbdetektoren und/oder Sensoren zur Bestimmung des Durchmessers des Filaments bzw. der Schichtdicke des Ausgangs- und des beschichteten Filaments angeordnet sein. Deren Informationen können zur Optimierung des Materialflusses, zur
Farbkontrolle und Drucksteuerung verwendet werden.
Bei den in der Vorrichtung verwendeten Farben handelt es sich um
Zusammensetzungen verschiedener Farben, wie z.B. um drei Primärfarben wie z.B. die subtraktive Mischung Magenta, Cyan und Blau bzw. Gelb oder die additive Mischung der Lichtfarben Rot, Grün und Blau, bei der Verwendung von drei Primärfarben kann bevorzugt zusätzlich Schwarz als vierte„Farbe" hinzukommen. Alternativ kann in Abhängigkeit des Build-Material auch weiß als vierte oder fünfte„Farbe" eingesetzt werden. Für true color Systeme können jedoch je nach System auch bis zu zwanzig Farben benötigt werden. Bevorzugt sind insbesondere Systeme mit mindestens 10, insbesondere 12 verschiedenen Farben. Mit einem solchen System kann eine höhere Farbbrillanz erzielt werden.
Die aufgeführten Farbsysteme unterschiedlicher Zusammensetzungen sind dem Fachmann bereits lange aus dem 2D-Druck bekannt. Alle verwendeten Farben liegen jeweils in getrennten Vorratsbehältern, jeweils ausgestattet mit einer eigenen Dosiervorrichtung, vor und werden von dort je nach
Ausführungsform direkt in die Beschichtungseinheit oder den dynamischen Mischer dosiert.
Bei den Additiven handelt es sich bevorzugt um ein oder mehrere
haftverbessernde Additive. Es kann sich auch um durch Mikrowellen, Wärme, Plasma, UV-Licht oder Magnetfelder aktivierbare Additive handeln. Alternativ oder zusätzlich kann es sich auch um weitere Additive wie z.B. um UV- Vernetzer oder thermisch bzw. magnetisch aktivierbare Klebstoffe oder um Haftvermittler handeln. Weiterhin denkbar sind der Zusatz von Additiven zur
Verbesserung der Haptik, Schmutz abweisende bzw. die Kratzfestigkeit verbessernde Beschichtungsbestandteile oder Additive zur
Oberflächenstabilisierung, wie z.B. UV-Stabilisatoren. Für industrielle
Anwendungen sind darüber hinaus Additive zur Verbesserung der
Wärmeleitfähigkeit bzw. der elektrischen Leitfähigkeit oder Antistatika von Interesse. Eine Additive enthaltende Beschichtungszusammensetzung kann dabei durchaus auch farblos sein. Zur Reduzierung der Entzündbarkeit des 3D-Objekt.es oder zur Verbesserung der thermischen Eigenschaften, Oberflächenleitfähigkeit und/oder Haptik können auch anorganische Additive, wie Siliziumoxid, Aluminiumoxid oder - im Falle von dunkel gefärbten Objekten - Ruß als Additiv auf der Oberfläche aufgebracht werden. Weiterhin kommen auch CNT (Carbon Nanotubes) oder MWCNT (Multiwall Carbon Nanotubes) als Additive in Frage. Hier wird die jeweilige Wirkung deutlich besser entfaltet, als wenn die entsprechenden Additive der Matrix des Materials zugegeben sind.
Insbesondere zur Verbesserung der thermischen und elektrischen
Oberflächenleitfähigkeit kann Graphen als Additiv Verwendung finden. Die Additive werden aus separaten Vorratsbehältern oder gemischt mit einer oder mehreren Farben vorgelegt. Das jeweilige Build-Material und/oder
Support-Material wird mit diesen Additiven derart beschichtet, dass sie beim späteren Verdrucken auch nach dem Aufschmelzen in der Düse bevorzugt an der Oberfläche der extrudierten Stränge vorliegen und dort ihre Wirkung erzielen, zum Beispiel haftverbessernde Eigenschaften der Stränge
untereinander oder Oberflächenleitfähigkeit.
Bevorzugt handelt es sich bei den Build-Materialien jeweils um
thermoplastische verarbeitbares Material. Bevorzugt handelt es sich bei dem Material, aus dem das Filament besteht, um Acrynitril-Butadien-Styrol-
Terpolymer (ABS), Polycarbonat (PC), Poly(meth)acrylat, Polyphenylensulfon (PPSU), HDPE, Polyetherimid (PEI), Polyetheretherketon (PEEK),
Polymilchsäure (PLA) oder eine Mischung aus mindestens zwei dieser
Polymere oder eine Mischung, die mindestens zu 50 Gew% aus einem dieser genannten Polymere zusammengesetzt ist. Die Schreibweise (Meth)acrylat bedeutet hier sowohl Methacrylat, wie z.B. Methylnnethacrylat, Ethylmethacrylat
usw., als auch Acrylate, wie z.B. Ethylhexylacrylat, Ethylacrylat usw., sowie Mischungen aus beiden.
Es ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren jedoch nicht nur möglich, Filamente, die später Verwendung als Built-Material finden, zu verwenden, sondern genauso möglich, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Filament zu beschichten, die als Support-Material in einem estrusionsbasierten-3D-Drucker verwendet werden können. Hier ist insbesondere die Beschichtung mit
Additiven wichtiger als die Beschichtung mit Farben oder Pigmenten. Bei den Materialien für diese Filamente handelt es sich in der Regel um säure-, base- oder wasserlösliche Polymere.
Der jeweilige Farbton kann in ein rechnerbasiertes CAD-Programm eingegeben und dabei eine Datei bereitstellt werden, die zusätzlich zu den Koordinaten die Farbinformation zur Fertigung und zur Regelung der Material- und
Farbeinstellung enthält. Ein geeigentes Dateiformat ist beispielsweise im
Additive Manufacturing File Format (ASTM F2915-12) beschrieben. Dabei wird durch Regelung der Dosiervorrichtungen und gesteuerte Zudosierung der jeweiligen Additive, Primärfarben bzw. Schwarz aus den Vorratsbehältern der jeweilige Farbton eingestellt. Die Vorratsbehälter können auch Additive, Haftvermittler oder Klebstoffe enthalten, die durch Mikrowellen, magnetische oder elektische Felder erwärmbar sind, und/oder aktivierbar sind. Diese können entweder einer oder allen Zusammensetzungen zugesetzt sein oder aus getrennten
Vorratsbehältern zugesetzt werden. In letzterem Fall sind diese
Zusammensetzungen farblos. Die konkrete Auswahl der entsprechenden
Additive ergibt sich dem Fachmann aus der Zusammensetzung und dem verwendeten Build-Material.
Darüber hinaus können ein oder mehrere Vorratsbehälter auch Vernetzer, Initiatoren oder Beschleuniger enthalten, die durch Kontakt mit dem Filament, durch Reaktion miteinander in der Mischung, durch thermische oder
andersartige Aktivierung der Reaktion in der Fixiereinheit und/oder nach der Extrusion zu einer Reaktion, wie Addition oder Vernetzung führen, so dass man ein ganz oder teilweise elastomeres oder duroplastisches dreidimensionales Objekt erhält. Dabei kann es sich beispielsweise auch um luft- oder
wasserhärtende Beschichtungen handeln. Wobei insbesondere wasserhärtende Beschichtungen bevorzugt sind. In diesem Fall ist für den Fall, dass die
Aushärtung erst beim Druck erfolgen soll, darauf zu achten, dass die
beschichteten Filamente vor dem Einsatz in einem extrusionsbasierten-3D- Drucker trocken bzw. unter Luftausschluss gelagert werden.
Eine Reaktion der Oberflächenbeschichtung beim späteren Verdrucken des beschichteten Stränge kann auch nachträglich erfolgen, indem zunächst mittels Mikrowellen, Wärme, Plasma, UV-Licht oder Magnetfelder aktivierbare Additive als Beschichtung aufgetragen werden und diese beim späteren Verdrucken in einem folgenden Verfahrensschritt entsprechend aktiviert werden. So kommt es zu einer besonders vorteilhaften Reaktion an der Oberfläche der extrudierten Stränge, die insbesondere auch zur Vernetzung der Stränge untereinander genutzt werden kann. Durch Diffusion oder eine zusätzliche, bereits oben beschriebene dynamische oder statische Mischeinheit im Bereich des
Druckkopfes, in dem das geschmolzene Filament vorliegt kann diese
nachträgliche Vernetzung jedoch auch innerhalb der ehemaligen Filamente erfolgen.
Alternativ können die Additive aus verschiedenen Vorratsbehältern nach dem Vermischen selbst miteinander reagieren und so z. B. zu einer chemischen Vernetzung an der Filamentoberfläche führen und/oder zu einer
Haftverbesserung der Filamente nach dem Druck untereinander.
Üblicherweise handelt es sich bei den Vorratsbehältern um bewegliche
Kartuschen, wie sie zum Farbdruck aus dem Stand der Technik für 2-D- Tintenstrahl-Farbdrucker bekannt sind, oder um Vorratsgefäße, aus denen zum Beispiel über Pumpen Flüssigkeiten entnommen oder um Kartuschen die in eine Kolbenpumpe eingespannt werden können. Diese können derart gestaltet sein, dass sie einfach und individuell ausgetauscht bzw. erneuert werden können.
Neben der Vorrichtung ist auch ein neuartiges, farbiges extrusionsbasiertes-3D- Druckverfahren an sich Bestandteil der vorliegenden Erfindung. Dieses neuartige Verfahren zeichnet sich durch folgende Verfahrensschritte aus:
Beschichten eines kontinuierlich transportierten Filaments mit Additiv- und/oder
Farbstoffzusammensetzungen, Fixieren der Additiv- und/oder Farbstoffzusammensetzung auf der Oberfläche des Filaments, Entnahme des beschichteten Filaments und optionale Lagerung oder Verpackung zu einem späteren Verdrucken in einem extrusionsbasierten-3D-Drucker. In diesem erfolgt das Einführen in den Druckkopf, Aufschmelzen des Filaments in diesem Druckkopf und Ausgabe der Schmelze mittels einer Düse zum Zweck des dreidimensionalen Drucks.
Bevorzugt zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch aus, dass die Beschichtungsbestandteile nach dem späteren Druck an der Oberfläche des Stranges angereichert sind.
In einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Beschichtung online direkt nach der Extrusion zur Herstellung des Filaments durchgeführt. In dieser besonderen Ausführungsform erfolgen die Herstellung und die Beschichtung somit in einem Verfahren. Insbesondere ist dies
Ausführungsform für die oben bereits ausgeführte Beschichtung durch Co- Extrusion geeignet.
In einer anderen Alternative des erfindungsgemäßen Verfahren, in der fertige Filmante beschichtet werden, werden diese bevorzugt auf Rollen vorgelegt und nach der erfindungsgemäßen Beschichtung auf andere Rollen aufgewickelt. Weiterhin ist eine Ausführung der vorliegenden Erfindung möglich, bei der das Filament nicht einheitlich beschichtet ist, sondern z.B. mit wechselnden Farben. Auf diese Weise können einerseits besondere Farbeffekte im am Ende hergestellten dreidimensionalen Objekt erzeugt werden, als auch ein Farbablauf auf dem Filament hinterlegt werden, der bei einem späteren Verdruck mit einer korrespondierenden Druckdatei zu einem gezielt gefärbten, mehrfarbigen
Objekt führt. Bei einem solchen Vorgehen können zum Beispiel die farbigen Filamente mit einem entsprechenden Datenträger zusammen vertrieben werden.
Weiterhin ist die isolierte Beschichtungsvorrichtung zur Herstellung von beschichteten Filamenten zur Verwendung in extrusionsbasierten-3D-Druckern, bestehend aus den zuvor beschriebenen Beschichtungseinheiten und
Fixiereinheiten, und geeignet zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens gleichsam Bestandteil der vorliegenden Erfindung. Mit einer solchen
isolierten Beschichtungsvorrichtung ist es möglich, Filamente getrennt von einem Extrusionsbasierten-3D-Drucker zu beschichten. Diese beschichteten Filamente können anschließend in Extrusionsbasierten-3D-Druckern verwendet werden, wobei es sich bei diesen Druckern insbesondere auch um nicht erfindungsgemäße Drucker handeln kann.
Weiterhin ist die Rolle mit einem beschichteten Filament zur Verwendung in extrusionsbasierten-3D-Druckern Bestandteil der vorliegenden Erfindung.
Diese Rolle trägt dabei ein Filament, welches mit Additiven und/oder Pigmenten und/oder Farben beschichtet ist. Genauso ist eine Rolle mit beschichtetem Filament zur Verwendung in extrusionsbasierten-3D-Druckern Bestandteil der vorliegenden Erfindung, wobei die Rolle mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens, welches mit einem
Wickler betrieben wird, hergestellt wird.