Ultrabreitbandige Messbrücke
Die Erfindung betrifft eine Messbrücke, die beispielsweise innerhalb eines Netzwerkanalysators dazu verwendet werden kann, um ein Anregungssignal einem Prüfling zuzuführen und um gleichzeitig Reflektionen des Prüflings einer
Messelektronik zuzuführen, und ein Balun, der in der Messbrücke eingesetzt sein kann, wobei die Messbrücke eine sehr hohe Bandbreite aufweist.
Neben Reflektionen eines Prüflings kann eine Messbrücke auch dahingehend verwendet werden, um das
Transmissionsverhalten des Prüflings genauer zu
untersuchen. In diesem Fall ist ein Anschluss des
Prüflings mit einem ersten Tor des Netzwerkanalysators verbunden, wohingegen ein zweiter Anschluss des Prüflings mit einem zweiten Tor des Netzwerkanalysators verbunden ist. Ein Anregungssignal wird innerhalb des
Netzwerkanalysators generiert und dem Prüfling an seinem ersten Anschluss zugeführt. Das durch den Prüfling
transmittierte Signal wird beispielsweise an dem zweiten Anschluss ausgegeben und dem zweiten Tor des
Netzwerkanalysators zugeführt. Dieses zweite Tor ist ebenfalls mit einer Messbrücke verbunden, um das
transmittierte Signal der Messelektronik zuzuführen, die dieses bevorzugt nach Betrag und Phase misst. Von
Bedeutung ist dabei, dass die Bandbreite des nutzbaren Frequenzbereichs möglichst groß ist, sich also über mehrere Dekaden erstreckt, was wiederum eine Messbrücke erfordert, die sowohl bei niedrigen, als auch bei hohen Frequenzen eine hohe Direktivität aufweist.
Aus der DE 10 2006 005 040 AI ist schon eine Messbrücke bekannt, die für einen großen Frequenzbereich Verwendung findet. Die Messbrücke umfasst eine resistive Brücke für einen niedrigen Frequenzbereich und einen Hybridkoppler für einen hohen Frequenzbereich, wobei Schalter vorgesehen sind, um zwischen diesen beiden Einheiten umschalten zu
können. Nachteilig an der DE 10 2006 005 040 AI ist, dass aufgrund der unterschiedlichen Baugruppen, die für unterschiedliche Frequenzen eingesetzt werden, der Aufbau der Messbrücke aufwendig ist und der Betrieb umfangreiche Kalibrierroutinen erfordert.
Es ist daher die Aufgabe der hier vorliegenden Erfindung, eine Messbrücke, die einfacher hergestellt und sehr breitbandig betrieben werden kann, und einen dabei verwendbaren Balun zu schaffen
Die Aufgabe wird bezüglich der Messbrücke durch die
Merkmale des Anspruchs 1 und bezüglich eines Baluns, der in der Messbrücke eingesetzt sein kann, durch die Merkmale des Anspruchs 8 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen
Messbrücke und des erfindungsgemäßen Baluns angegeben.
Die erfindungsgemäße Messbrücke weist ein erstes
Anpassglied, ein zweites Anpassglied und ein drittes
Anpassglied auf, wobei alle Anpassglieder aus zumindest drei Widerständen bestehen, die in einer T-Struktur angeordnet sind, wobei jeweils ein zweiter Widerstand des zweiten Anpassglieds mit einem zweiten Widerstand des ersten Anpassglieds und ein dritter Widerstand des dritten Anpassglieds mit einem dritten Widerstand des ersten
Anpassglieds verbunden ist, wobei ein zweiter Widerstand des dritten Anpassglieds mit einem Messobjekt verbindbar ist .
Es ist besonders vorteilhaft, dass drei symmetrische
Anpassglieder eingesetzt werden, die aus zumindest drei Widerständen bestehen, die in einer T-Struktur angeordnet sind, weil dadurch an dem Ausgang von zwei Anpassgliedern bei einer abgeglichenen Messbrücke nur ein
Gleichtaktsignal anliegt.
Ein weiterer Vorteil bei der erfindungsgemäßen Messbrücke besteht, wenn ein dritter Widerstand des zweiten
Anpassglieds mit einem Kalibrierstandard verbindbar ist und wenn ein erster Widerstand des zweiten und des dritten Anpassglieds mit je einem Signaleingang eines Bauelements verbunden ist, das einen Gleichtaktanteil auf seinen beiden Signaleingängen unterdrückt. Hier ist es besonders vorteilhaft, dass die Signale an dem Ausgang des zweiten und des dritten Anpassglieds einem solchen Bauelement zugeführt werden. Für den Fall, dass die Messbrücke abgeglichen ist, kann am Ausgang dieses Bauelements keine Spannung gemessen werden. Für den Fall, dass die
Messbrücke nicht abgeglichen ist, ist dem Gleichtaktsignal noch ein Gegentaktsignal überlagert, welches von dem
Bauelement nicht unterdrückt wird und daher an dem Ausgang des Bauelements gemessen werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn sich die Abschlussimpedanz des Messobjekts von der Abschlussimpedanz des Kalibrierstandards
unterscheidet .
Bei der erfindungsgemäßen Messbrücke besteht außerdem ein Vorteil, wenn die Widerstände des ersten, zweiten und dritten Anpassglieds als Dünnfilmwiderstände auf einem Substrat, z.B. einer Keramik oder einem Quarzsubstrat oder einem anderen Trägermedium ausgebildet sind. Diese
Widerstände können dabei mittels eines Lasers auf ihren exakten Wert getrimmt werden, wobei gleichzeitig die parasitären Kapazitäten und Induktivitäten dieser
Widerstände im Gegensatz zu diskreten Bauelementen auf ein Minimum beschränkt sind.
Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, wenn die
erfindungsgemäße Messbrücke eine Bias-Einrichtung umfasst, die an den zweiten Widerstand des dritten Anpassglieds angeschlossen ist und wenn die erfindungsgemäße Messbrücke eine Dummy-Bias-Einrichtung umfasst, die an den dritten Widerstand des zweiten Anpassglieds angeschlossen ist und wenn die Dummy-Bias-Einrichtung die Messbrücke in der
gleichen Art und Weise beeinflusst wie die Bias- Einrichtung, wodurch die Messbrücke symmetrisch aufgebaut ist. Es ist hierbei besonders vorteilhaft, dass mit einer solchen Messbrücke auch Messobjekte geprüft werden können, die eine Vorspannung für ihren Betrieb erfordern. Dabei weist der Leitungszweig zum Messobjekt hin die gleichen elektrischen Eigenschaften auf, wie der Leitungszweig zum Kalibrierstandard. Die Dummy-Bias-Einrichtung umfasst bevorzugt die gleichen Bauelemente, mit dem Unterschied, dass diese nicht zwingend eine Vorspannung bereit stellen muss .
Im Weiteren kann das den Gleichtaktanteil unterdrückende Bauelement innerhalb der erfindungsgemäßen Messbrücke durch einen erfindungsgemäßen Balun gebildet sein, wobei der Balun einen ersten Abschnitt umfasst, der ein Substrat beinhaltet, auf dessen Oberseite eine erste Signalleitung und zumindest eine zweite Signalleitung geführt sind und auf dessen Unterseite unterhalb der Signalleitungen eine Dünnfilmwiderstandsschicht ausgebildet ist. Es ist hierbei besonders vorteilhaft, dass eine solche
Dünnfilmwiderstandsschicht , die direkt unterhalb der
Signalleitungen ausgebildet ist, dafür sorgt, dass der Gleichtaktanteil stärker gedämpft wird, als der
Gegentaktanteil . Ein derart aufgebauter Balun eignet sich für den Betrieb bis hin zu sehr hohen Frequenzen.
Ein weiterer Vorteil besteht, wenn der erfindungsgemäße Balun einen zweiten Abschnitt umfasst, wobei der zweite Abschnitt eine Koaxialleitung aufweist, deren Innenleiter mit der ersten Signalleitung verbunden ist und deren
Außenleiter an einem ersten Ende der Koaxialleitung mit der zweiten Signalleitung verbunden ist und wobei
zumindest ein erster Ferrit die Koaxialleitung umgibt. Der Einsatz eines solchen Ferrits, der die Koaxialleitung umgibt, ermöglicht, dass der Balun den Gleichtaktanteil auch bei sehr niedrigen Frequenzen zuverlässig
unterdrückt .
Außerdem besteht bei dem erfindungsgemäßen Balun ein
Vorteil, wenn die Dünnfilmwiderstandsschicht in dem ersten Abschnitt eine DGS-Struktur (engl. Defective Ground
Structure; dt. unterbrochene Massestruktur) aufweist, so dass die Dünnfilmwiderstandsschicht in zwei voneinander getrennte Dünnfilmwiderstandsschichten aufgespaltet ist, wobei die Breite der DGS-Struktur entsprechend dem
verwendeten Substratmaterial zu optimieren ist und wobei diese direkt zwischen den beiden Signalleitungen auf der
Unterseite des Substrats ausgebildet ist. Eine solche DGS- Struktur hat den Vorteil, dass das Gegentaktsignal noch weit weniger stark gedämpft wird als das Gleichtaktsignal, wodurch die Gleichtaktunterdrückung des Baluns zunimmt.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Baluns besteht außerdem, wenn der Außenleiter der Koaxialleitung an einem zweiten Ende mit der Bezugsmasse verbunden ist und/oder wenn der Balun eine Kompensationsleitung aufweist, die bevorzugt aus einem Draht besteht und deren erstes Ende mit der ersten Signalleitung verbunden ist. Eine solche Kompensationsleitung stellt sicher, dass der Innenleiter in Bezug auf die Gehäusemasse die gleiche Induktivität sieht wie der Außenleiter und somit die Brücke auch bei niedrigen Frequenzen abgeglichen ist, wenn die
Abschlussimpedanz des Messobjekts gleich der
Abschlussimpedanz des Kalibrierstandards ist.
Schlussendlich besteht bei dem erfindungsgemäßen Balun noch ein Vorteil, wenn das Ende der Koaxialleitung, welches von dem ersten Abschnitt des Baluns entfernt ist, mit einem ersten Topfkern verbunden ist, wobei der erste Topfkern eine in einem Ferrit aufgewickelte Koaxialleitung umfasst und/oder wenn die Kompensationsleitung mit einem zweiten Topfkern verbunden ist, wobei der zweite Topfkern eine in einem Ferrit aufgewickelte Leitung, insbesondere einen Draht, umfasst, und wobei der zweite Topfkern die gleichen elektrischen Eigenschaften aufweist, wie der
erste Topfkern. Ein solcher Topfkern führt dazu, dass der Gleichtaktanteil auch für noch niedrigere Frequenzen zuverlässig unterdrückt wird. Eine Messbrücke, in die ein derartiger Balun eingesetzt ist, kann folglich sehr breitbandig betrieben werden.
Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
beispielhaft beschrieben. Gleiche Gegenstände weisen dieselben Bezugszeichen auf. Die entsprechenden Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen: ein Ausführungsbeispiel für ein Ersatzschaltbild der erfindungsgemäßen Messbrücke; ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein
Ersatzschaltbild der erfindungsgemäßen Messbrücke ; Fig. IC ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein
Ersatzschaltbild für die erfindungsgemäße
Messbrücke ;
Fig. 2A ein Ausführungsbeispiel für die Realisierung von drei Anpassgliedern für die erfindungsgemäße
Messbrücke ;
Fig. 2B ein Ausführungsbeispiel für die Realisierung
eines Kalibrierstandards der erfindungsgemäßen Messbrücke; ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messbrücke, die sich zum Anschluss an einen separaten Kalibrierstandard eignet; ein Ausführungsbeispiel eines Chocked-Balun;
Fig. 4 Ausführungsbeispiel eines resistiven Baluns;
Fig. 5 eine Darstellung, die die Feldverteilung für
Gleichtaktsignale und Gegentaktsignale in einem resitiven Balun beschreibt;
Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen resistiven Baluns mit einer DGS-Struktur;
Fig. 7 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Kombination eines Baluns mit Ferriten und einer
Kompensationsleitung und eines resistiven
Baluns ;
Fig. 8 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Kombination eines Baluns mit Ferriten und einer
Kompensationsleitung und eines resistiven
Baluns ;
Fig. 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Kombination eines Baluns mit
Ferriten und einer Kompensationsleitung und eines resistiven Baluns mit einer DGS-Struktur;
Fig. 10 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Kombination eines Baluns mit Ferriten und einer
Kompensationsleitung und eines resistiven Baluns mit einer DGS-Struktur;
Fig. 11 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Kombination eines Baluns mit Ferriten und einer
Kompensationsleitung und eines resistiven Baluns mit einer DGS-Struktur zusammen mit Topfkernen; und Fig. 12 ein Ausführungsbeispiel einer getrennten Führung einer Koaxialleitung und einer
Kompensationsleitung durch räumlich getrennte Ferrite .
Fig. 1A zeigt ein Ausführungsbeispiel eines
Ersatzschaltbilds der erfindungsgemäßen Messbrücke 1. Die erfindungsgemäße Messbrücke 1 weist ein erstes Anpassglied 2, ein zweites Anpassglied 3 und ein drittes Anpassglied 4 auf. Das erste Anpassglied 2 besteht aus zumindest drei Widerständen 2 \ , 22, 23, die in einer T-Struktur angeordnet sind. Das zweite Anpassglied 3 besteht ebenfalls aus zumindest drei Widerständen 3i, 32, 33, die auch in einer T-Struktur angeordnet sind. Selbiges gilt für das dritte Anpassglied 4, welches ebenfalls aus zumindest drei
Widerständen 4i, 42, 43, besteht, die in einer T-Struktur angeordnet sind. Dabei ist der zweite Widerstand 22 des ersten Anpassglieds 2 mit dem zweiten Widerstand 32 des zweiten Anpassglieds 3 verbunden. Der dritte Widerstand 23 des ersten Anpassglieds 2 ist mit dem dritten Widerstand 43 des dritten Anpassglieds 4 verbunden.
Der dritte Widerstand 33 des zweiten Anpassglieds 3 ist mit einem Kalibrierstandard 5 verbunden. Dieser
Kalibrierstandard 5 ist entweder direkt innerhalb der Messbrücke 1 ausgebildet oder er kann mit der Messbrücke 1 verbunden werden. In diesem Fall weist die Messbrücke 1 ein erstes Anschlusselement 6 auf, bei welchem es sich z.B. um eine Anschlussbuchse handeln kann, mit dem der separate Kalibrierstandard 5 verbunden, insbesondere verschraubt ist.
Auf der anderen Seite ist der zweite Widerstand 42 des dritten Anpassglieds 4 mit dem zu messenden Messobjekt 7 verbunden. Das Messobjekt 7 wird dabei bevorzugt mit einem zweiten Anschlusselement 8 verschraubt, wobei das zweite Anschlusselement 8 bevorzugt als Anschlussbuchse
ausgebildet ist und mit dem zweiten Widerstand 42 des dritten Anpassglieds 4 verbunden ist.
Der erste Widerstand 2 \ des ersten Anpassglieds 2 ist mit einem Signalgenerator 9 verbunden. Dieser Signalgenerator
9 kann innerhalb eines Netzwerkanalysators ausgebildet sein und über ein drittes Anschlusselement 10 mit dem ersten Widerstand 2i des ersten Anpassglieds 2 verbunden werden. Bei dem dritten Anschlusselement 10 handelt es sich bevorzugt ebenfalls um eine Anschlussbuchse. Es ist allerdings auch möglich, dass die Messbrücke 1 als
Einschubkarte direkt innerhalb eines Netzwerkanalysators integriert ist, so dass es sich bei dem dritten
Anschlusselement 10 einzig um eine Art Steckkontakt oder Intersubstratverbinder handelt.
Die Widerstände des ersten Anpassglieds 2, des zweiten Anpassglieds 3 und des dritten Anpassglieds 4 sind so zu wählen, dass der Signalgenerator 9 eine angepasste Last sieht. Weiterhin muss das zweite Anpassglied 3 in Richtung des Kalibrierstandards 5 (Match, dt. Anpassung) eine
Impedanz aufweisen, die derjenigen des Kalibrierstandards 5 entspricht, so dass keine weiteren Reflektionen
entstehen. Selbiges gilt auch für das dritte Anpassglied 4, dessen Widerstände derart gewählt sind, dass bei einem angeschlossenen Messobjekt 7, welches die gleiche Impedanz aufweist, wie der Kalibrierstandard 5, keine zusätzlichen Reflektionen entstehen. Für ein 50 Ohm-System gilt
beispielsweise, dass alle Widerstände innerhalb des ersten Anpassglieds 2, des zweiten Anpassglieds 3 und des dritten Anpassglieds 4 einen Widerstandswert von ca. 16,78 Ohm aufweisen .
Weiterhin ist der erste Widerstand 3i des zweiten
Anpassglieds 3 und der erste Widerstand 4i des dritten
Anpassglieds 4 mit einem Bauelement 11 verbunden, welches einen Gleichtaktanteil auf seinen beiden Signaleingängen unterdrückt. Bei dem den Gleichtaktanteil unterdrückenden Bauelement 11 handelt es sich in dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1A um einen Balun Iii. Gut zu erkennen ist, dass eine erste Signalleitung 12i den Innenleiter des Baluns Iii mit dem ersten Widerstand 3i des zweiten Anpassglieds 3 verbindet. Andererseits verbindet eine zweite
Signalleitung 122 den ersten Widerstand 4i des dritten Anpassglieds 4 mit einem Außenleiter des Baluns Iii. Der Balun Iii kann beispielsweise sehr einfach durch ein
Koaxialkabel aufgebaut sein, welches von Ferriten umgeben ist. Das der Messbrücke 1 abgewandte Ende des Baluns Iii ist mit einem vierten Anschlusselement 13 verbunden, an welches die Messelektronik des Netzwerkanalysators , insbesondere verschiedene Mischerstufen und/oder Analog- /Digital-Wandler angeschlossen sind. Der Außenleiter dieser Seite des Baluns Iii ist dabei mit der Bezugsmasse verbunden. Der Balun Iii wandelt ein differenzielles
Signal in ein massebezogenes Signal um.
Für den Fall, dass das Messobjekt 7 die Verbindung
zwischen dem zweiten Widerstand 42 und dem Messobjekt 7 in der gleichen Weise wie der Kalibrierstandard 5 abschließt, sind die Signale auf der ersten Signalleitung 12i und der zweiten Signalleitung 122 gleich groß in ihrer Amplitude und in Phase. Der Balun Iii bewirkt, dass dieser
Gleichtaktanteil unterdrückt wird, so dass an dem vierten Anschlusselement 13 keine Spannung bezüglich der
Bezugsmasse gemessen werden kann. Etwas anderes gilt, falls das zweite Anschlusselement 8 durch das Messobjekt 7 nicht in der gleichen Weise wie durch den
Kalibrierstandard 5 abgeschlossen wird. In diesem Fall sind die Signale auf der ersten Signalleitung 12i und der zweiten Signalleitung 122 nicht exakt gleich, so dass an dem vierten Anschlusselement 13 der Gegentaktanteil bezüglich der Bezugsmasse gemessen werden kann.
Dieser Aufbau erlaubt, dass problemlos das
Reflektionsverhalten des Messobjekts 7 gemessen werden kann. Wie bereits erläutert, kann der Kalibrierstandard 5 ebenfalls innerhalb der Messbrücke 1 angeordnet werden, so dass auf das erste Anschlusselement 6 verzichtet werden kann. In diesem Fall weist die Messbrücke 1 allerdings eine leichte Unsymmetrie auf, die mittels eines
Kalibriervorgangs ermittelt werden muss, weil das
Messobjekt 7 nach wie vor über das zweite Anschlusselement 8 mit der Messbrücke 1 verbunden werden muss. Um eine möglichst hohe Bandbreite realisieren zu können, sollte der dritte Widerstand 33 des zweiten Anpassglieds 3 daher bevorzugt mit einem ersten Anschlusselement 6 verbunden werden. Das erste Anschlusselement 6 sollte dabei die gleichen elektrischen Eigenschaften aufweisen, wie das zweite Anschlusselement 8. Die erzielbare Isolation zwischen dem Generatorpfad (Signalgenerator 9) und
Messpfad (Anschlusselement 13) richtet sich demnach danach, wie gut der Anschluss für das Messobjekt 7 durch den Kalibrierstandard 5 im Fall "Angepasst" nachgebildet wird . Wie später noch erläutert wird, handelt es sich bei den Widerständen des ersten, zweiten und dritten Anpassglieds 2, 3, 4 bevorzugt um Dünnfilmwiderstände, die auf einem Substrat 25, z.B. einer Keramik oder einem Quarzsubstrat oder einem anderen geeigneten Trägermaterial ausgebildet sind. Auch der Kalibrierstandard 5 kann, falls er direkt in der Messbrücke 1 integriert ist, in Form einer oder mehrerer Dünnfilmwiderstände realisiert werden.
Fig. 1B zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Ersatzschaltbilds der erfindungsgemäßen Messbrücke 1, wobei dem Messobjekt 7 eine Vorspannung zugeführt werden kann. Dies geschieht über eine sogenannte Bias-Einrichtung 20. Die Bias-Einrichtung 20 stellt am zweiten
Anschlusselement 8, an dem das Messobjekt 7 angeschlossen ist, einen einstellbaren von der Hochfrequenz entkoppelten Gleichstrom zur Verfügung. Durch das Einfügen einer solchen Bias-Einrichtung 20 wird die mit der Messbrücke 1 erreichbare Direktivität in der Regel verschlechtert. Um die Einflüsse der Bias-Einrichtung 20 auf die Direktivität zu kompensieren, wird die erfindungsgemäße Messbrücke durch eine Dummy-Bias-Einrichtung 21 auf der Seite des Kalibrierstandards 5 ergänzt. Der schaltungstechnische Aufbau dieser Dummy-Bias-Einrichtung 21 ist der gleiche
wie der Aufbau der Bias-Einrichtung 20. Der Unterschied besteht darin, dass die Dummy-Bias-Einrichtung 21
allerdings keinen Gleichstorm in dem Kalibrierstandard 5 einspeist. Die erfindungsgemäße Messbrücke 1 wird dadurch wiederum in einen symmetrischen Zustand überführt, weil Veränderungen in der Phasenlage aufgrund der Bias- Einrichtung 20 ebenfalls durch die Dummy-Bias-Einrichtung 21 am Kalibrierstandard 5 hervorgerufen werden. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1A und dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1B besteht darin, dass der zweite Widerstand 22 des ersten Anpassglieds 2 und der zweite Widerstand 32 des zweiten Anpassglieds 3 zu einem ersten Ersatzwiderstand 22 \ zusammengefasst worden sind. Dieser Ersatzwiderstand weist für das 50 Ohm-System einen Wert von ca. 33,56 Ohm auf. Weiterhin wurde auch der dritte Widerstand 23 des ersten Anpassglieds 2 und der dritte Widerstand 43 des dritten Anpassglieds 4 zu einem zweiten Ersatzwiderstand 222 zusammengefasst . Dieser zweite Ersatzwiderstand 222 weist für das 50 Ohm-System ebenfalls einen Wert von ca. 33,56 Ohm auf. Die übrige Funktionsweise der erfindungsgemäßen Messbrücke 1 aus Fig. 1B entspricht der Funktionsweise der erfindungsgemäßen Messbrücke 1 aus Fig. 1A, weshalb bezüglich der anderen Bauelemente auf die Ausführungen zu Fig. 1A verwiesen wird.
Fig. I C zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Ersatzschaltbild der erfindungsgemäßen Messbrücke 1, wobei für das gleichtaktunterdrückende Bauelement I i i ein
Differenzverstärker 112 eingesetzt worden ist. Dieser Differenzverstärker 112 sollte allerdings eine ausreichend hohe Gleichtaktunterdrückung aufweisen. Dadurch kann die räumliche Anordnung der erfindungsgemäßen Messbrücke 1 verkleinert werden. Die obere Grenzfrequenz ist allerdings bei Einsatz eines Differenzverstärkers 112 im Gegensatz zum Einsatz eines Baluns I i i deutlich niedriger. So eigenen sich Differenzverstärker 112, die eine ausreichend
hohe Gleichtaktunterdrückung aufweisen, bisher nur bis zu einem oberen Frequenzbereich von ca. 5 GHz. Die übrige Schaltungsstruktur aus Fig. IC entspricht der
Schaltungsstruktur aus Fig. 1B und Fig. 1A, weshalb im Weiteren auf die bisherigen Beschreibungsteile verwiesen wird .
Fig. 2A zeigt ein Ausführungsbeispiel für die Realisierung der drei Anpassglieder 2, 3, 4 der erfindungsgemäßen
Messbrücke 1. Die erfindungsgemäße Messbrücke 1 ist dabei in Dünnfilmtechnik basierend auf Mikrostreifenleitungen realisiert. Gut zu erkennen sind der erste Widerstand 3i und der dritte Widerstand 33 des zweiten Anpassglieds 3 und der erste Widerstand 4i und der zweite Widerstand 42 des dritten Anpassglieds 4 sowie der erste Widerstand 2i des ersten Anpassglieds 2.
Wie bereits zu Fig. 1B erläutert wurde, sind der zweite Widerstand 32 des zweiten Anpassglieds 3 und der zweite Widerstand 22 des ersten Anpassglieds 2 zu einem ersten Ersatzwiderstand 22 \ zusammengefasst . Selbiges gilt auch für den dritten Widerstand 23 des ersten Anpassglieds 3 und den dritten Widerstand 43 des dritten Anpassglieds 4, welche zu dem zweiten Ersatzwiderstand 222 zusammengefasst sind. Bei diesen Widerständen handelt es sich um
Dünnfilmwiderstände, die mittels eines Lasers auf ihren nominalen Wert getrimmt werden können.
Die erfindungsgemäße Messbrücke 1 ist dabei auf einem Substrat 25, z.B. auf einer Keramik 25 oder einem
Quarzsubstrat 25 oder einem anderen geeigneten
Trägermedium 25 ausgebildet. Die parasitären Verluste eines Keramikträgers sind bei hohen Frequenzen deutlich geringer, als die der bekannten Kunststoffe, die in
Leiterplatten Verwendung finden.
Fig. 2B zeigt ein Ausführungsbeispiel für die Realisierung eines Kalibrierstandards 5 der direkt auf der
erfindungsgemäßen Messbrücke 1 ausgebildet ist. Gut zu erkennen ist, dass ein erster gestrichelter Bereich 26 innerhalb von Fig. 2B den Ausschnitt aus Fig. 2A enthält. Bezüglich des ersten gestrichelten Bereichs 26 wird auf die Beschreibungsteile zu Fig. 2A verwiesen. Der
Kalibrierstandard 5 kann gerade bei niedrigen Frequenzen, wenn die Phasendrehung der Zuleitungen und die Einflüsse der Übergänge zur Ankopplung des Messobjekts 7
vernachlässigbar sind, durch einen einfachen 50 Ohm- Widerstand nachgebildet werden. Innerhalb von Fig. 2B ist dieser Kalibrierstandard 5 durch zwei 100 Ohm- Dünnfilmwiderstände 27i, 272 nachgebildet, die über je eine Durchkontaktierung 28i, 282 mit der Bezugsmasse auf der Rückseite des Substrats 25, also auf der Rückseite des Trägermaterials 25 verbunden und damit parallel geschalten sind. Diese beiden 100 Ohm-Dünnfilmwiderstände 21lr 212 sind ebenfalls mittels eines Lasers auf ihren exakten nominalen Wert trimmbar. Weiterhin ist eine Leiterbahn 29 zu sehen, die den dritten Widerstand 33 des zweiten
Anpassglieds 3 mit den beiden 100 Ohm-Dünnfilmwiderständen 27i, 272 verbindet. Diese Leiterbahn 29 weist an ihrem dem Kalibrierstandard 5 zugewandten Ende eine V-förmige
Ausnehmung 30 auf. Dadurch wird der Stromfluss nicht bis zum Ende hin geführt, wodurch das kapazitive Streufeld reduziert wird.
Fig. 2C zeigt ein Ausführungsbeispiel der
erfindungsgemäßen Messbrücke 1, die sich zum Anschluss an einen separaten Kalibrierstandard 5 eignet. Gut zu
erkennen ist in Fig. 2C in der Mitte der Bereich 26 aus Fig. 2B, der die drei Anpassglieder 2, 3, 4 enthält, wie dies zu Fig. 2A beschrieben worden ist. Weiterhin weist die erfindungsgemäße Messbrücke 1 aus Fig. 2C ein erstes Anschlusselement 6, ein zweites Anschlusselement 8 und ein drittes Anschlusselement 10 auf. Bei den
Anschlusselementen 6, 8, 10 kann es sich um
Anschlussbuchsen handeln. An das erste Anschlusselement 6 kann ein separater Kalibrierstandard 5 geschraubt werden,
wohingegen das zweite Anschlusselement 8 mit dem
Messobjekt 7 verbunden wird. Das dritte Anschlusselement 10 kann, wie bereits erläutert, mit dem Signalgenerator 9 verbunden werden. Wichtig ist, dass das erste
Anschlusselement 6 die gleichen elektrischen Eigenschaften aufweist, wie das zweite Anschlusselement 8. Das bedeutet, dass die Phasendrehungen, die durch das erste
Anschlusselement 6 und das zweite Anschlusselement 8 hervorgerufen werden, genauso wie die Dämpfung des Signals an den beiden Anschlusselementen 6, 8, in etwa gleich groß sein muss. Bevorzugt weist das dritte Anschlusselement 10 ebenfalls die gleichen elektrischen Eigenschaften auf. Gut zu erkennen ist, dass die erfindungsgemäße Messbrücke 1 neben dem Substrat 25 noch ein Gehäuse 31 besitzt. Dieses Gehäuse 31 ist bevorzugt aus einem leitfähigen Metall, wie z. B. Aluminium, gefertigt und verhindert dass
Störstrahlung in die Messbrücke 1 einkoppelt.
Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Chocked-Baluns Iii. Wie bereits in Fig. 1A erläutert wurde, wird die erste Signalleitung 12i mit dem Innenleiter 35 des Baluns Iii verbunden, wohingegen die zweite Signalleitung 122 mit dem Außenleiter 36 des Baluns Iii verbunden wird. Der Balun Iii aus Fig. 3 hat einen koaxialen Aufbau. Der
Innenleiter 35 ist dabei von einem Außenleiter 36 radial umgeben. In dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 3 sind weiterhin zwei Ferrite 311 und 372 vorhanden, die den Außenleiter 36 radial umgeben. Die störenden Mantelströme IM auf dem Außenleiter 36 werden mithilfe der Ferrite 37i, 372 unterdrückt. Dieser störende Mantelstrom IM der zu einem unbalancierten Signalanteil am Ausgang des Baluns Iii führen würde, wird, wie bereits erläutert, durch die Ferrite 37i, 372 auf dem Mantel der Koaxialleitung
unterdrückt, so dass in den beiden Ausgangsleitungen 35, 36 der gleiche Strom IB in entgegengesetzte Richtungen fließt.
Die Ferrite 37i, 372 sind bevorzugt als Ferritringe ausgebildet, die eine unterschiedliche Länge und eine unterschiedliche Größe haben können und aus
unterschiedlichen Ferritmaterialien bestehen können. Diese Ferrite 37i, 372 können in unterschiedlichen Abständen auf dem Koaxialleiter angeordnet sein. Die Abfolge und
Anordnung der Ferrite 37i, 372 richtet sich nach dem abzudeckenden Frequenzbereich und muss von Fall zu Fall angepasst werden. Die Anpassung kann derart erfolgen, dass sowohl das erste Anschlusselement 6 mit dem
Kalibrierstandard 5, als auch das zweite Anschlusselement 8 mit einem bekannten Kalibrierstandard 5 verbunden werden. Über dem Signalgenerator 9 wird ein Signal über das dritte Anschlusselement 10 in die erfindungsgemäße Messbrücke 1 eingespeist. Die Ferrite werden dann auf dem Außenleiter 36 solange verschoben, bis das kleinstmögliche Spannungsminimum am vierten Anschlusselement 13 gemessen wird. Bei idealen Komponenten wäre diese Spannung gleich Null .
Allerdings treten mit zunehmenden Frequenzen Probleme auf, die durch Resonanzphänomene auf dem Außenleiter 36 der Koaxialleitung 38 verursacht werden. Weiterhin ist das Verhalten der Ferritmaterialien bei höheren Frequenzen nicht ideal und zum Teil Undefiniert. Aus diesem Grund wird zur Balancierung von Frequenzen oberhalb von z.B. 4 GHz bevorzugt ein anderes Balun-Konzept verwendet.
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines resistiven Baluns Iii, welcher für höhere Frequenzen verwendet werden kann. Gut zu erkennen sind die erste Signalleitung 12i und die zweite Signalleitung 122. Bei diesen beiden
Signalleitungen 12i, 122 handelt es sich um balancierte Leitungen, die auf der Oberseite des Substrats 25
angeordnet sind. Auf der Rückseite des Substrats 25 ist eine Massefläche angeordnet, wobei innerhalb der
Massefläche eine Widerstandsschicht 32 eingebettet ist, die unterhalb der ersten Signalleitung 12i und der zweiten
Signalleitung 122 liegt. Ein Gehäuse 31 sorgt ebenfalls dafür, dass dieser resistive Balun I i i geschirmt ist.
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel, welches die
Feldverteilung für Gleichtaktsignale und Gegentaktsignale in dem resistiven Balun I i i aus Fig. 4 näher beschreibt. Die linke Zeichnungsfigur von Fig. 5 beschreibt die
Feldverteilung für ein Gleichtaktsignal in einem
resistiven Balun I i i . Gut zu erkennen ist, dass in beiden Signalleitungen 12i, 122 der Strom in die gleiche Richtung fließt. Die Signalleitungen 12i, 122 sind, wie bereits in Fig. 4 erörtert, durch das Substrat 25 von einer
darunterliegenden Widerstandsschicht 32 getrennt. Bei dem Substrat 25 handelt es sich bevorzugt um eine Keramik. Gut zu erkennen sind die Feldlinien des elektrischen Feldes.
Wie bereits erläutert, fließt bei dem Gleichtaktsignal der Strom in beiden Signalleitungen 12i, 122 in die gleiche Richtung. Der Stromkreis wird durch den Strom in der
Massefläche auf die Substratrückseite geschlossen.
Mithilfe der Widerstandsschicht 32 auf der
Substratrückseite kann dieser Strom gedämpft werden.
Anders sieht es hingegen bei einem Gegentaktsignal aus, wie dies in der rechten Zeichnungsfigur von Fig. 5 gezeigt ist. In diesem Fall fließen die Ströme in der ersten
Signalleitung 12i und in der zweiten Signalleitung 122 in eine entgegengesetzte Richtung. Ein solches
Gegentaktsignal wird durch die Widerstandsschicht nur leicht beeinflusst, wie die Feldverteilung des
elektrischen Feldes zeigt.
Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen resistiven Baluns I i i mit einer DGS- Struktur 39 (engl. Defective Ground Structure; dt.
unterbrochene Massestruktur) . Damit die Widerstandsschicht 32 das Gegentaktsignal noch weniger beeinflusst, sind die Teile der Widerstandsschicht 32, die sich direkt unterhalb der ersten Signalleitung 12i und der zweiten Signalleitung
122 befinden, entfernt. Die DGS-Struktur 39 spaltet die Widerstandsschicht 32, bei welcher es sich um eine
Dünnfilmwiderstandsschicht 32 handelt, in zwei voneinander getrennte Dünnfilmwiderstandsschichten 32 auf, wobei die Breite der DGS-Struktur 39 an das verwendete
Substratmaterial und den abzudeckenden Frequenzbereich angepasst ist und wobei diese direkt zwischen den beiden Signalleitungen 12i, 122 auf der Unterseite des Substrat 25 ausgebildet ist. In dem Beispiel aus Fig. 6 ist die Breite der DGS-Struktur 39 deutlich größer als der Abstand der ersten Signalleitung 12i und der zweiten Signalleitung 122.
Die Dämpfung des Gegentaktsignals kann auch weiterhin dadurch verringert werden, dass die Schlitzbreite zwischen der ersten Signalleitung 12i und der zweiten Signalleitung 122 verringert wird, weil hierdurch das elektromagnetische Feld im Bereich der Schlitze konzentriert wird und die Feldanteile im Bereich der Widerstandsschicht 32 abnehmen, wodurch die erste Signalleitung 12i und die zweite
Signalleitung 122 nahe zusammen liegen. Dabei kann die Schlitzbreite derart gewählt werden, dass diese einen Bereich von z.B. einigen μιη bis hin zu z.B. einigen mm umfasst .
Die Verwendung einer solchen DGS-Struktur 39 führt dazu, dass bei einem Gegentaktsignal die Feldkonzentration auf der Widerstandsschicht 32 abnimmt, wohingegen bei einem Gleichtaktsignal die elektromagnetischen Felder auf den Kanten der Widerstandsschicht 32 konzentriert sind, wodurch das Gleichtaktsignal deutlich stärker gedämpft wird, als das Gegentaktsignal.
Allerdings wäre zur Balancierung von Frequenzen unter 4 GHz eine sehr lange Widerstandsschicht 32 erforderlich, die bei hohen Frequenzen zu unverhältnismäßig großen
Verlusten des Gegentaktsignals führen würde.
Aus diesem Grund kombiniert der erfindungsgemäße Balun Iii vorzugsweise die Konzepte aus Fig. 3, Fig. 4 und Fig. 6. Daher zeigt Fig. 7 ein Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Baluns Iii, der sowohl Ferrite 37i, 372, 373, 374, 375, als auch einen resistiven Anteil umfasst. Der erfindungsgemäße Balun Iii besteht aus einem ersten Abschnitt 50 und einem zweiten Abschnitt 51. Der erste Abschnitt 50 zeigt den Aufbau des resistiven Teils, wie er zu den Figuren 4, 5 und 6 erläutert wurde. Der zweite Abschnitt 51 zeigt den Aufbau, wie er zu der Fig. 3 erläutert wurde. Gut zu erkennen ist, dass der erste
Abschnitt 50 ein Substrat 25 umfasst, auf dessen Oberseite die erste Signalleitung 12i und zumindest die eine zweite Signalleitung 122 geführt sind. Auf der Unterseite des Substrats 25 ist in dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 7 unterhalb der Signalleitungen 12i, 122 eine
Dünnfilmwiderstandsschicht 32 ausgebildet.
Wie bereits erläutert, dämpft diese
Dünnfilmwiderstandsschicht 32 das Gleichtaktsignal auf der ersten und der zweiten Signalleitung 12i, 122 deutlich stärker, als das Gegentaktsignal auf den beiden Leitungen. Der erste Abschnitt 50 des erfindungsgemäßen Baluns Iii sorgt dafür, dass das Gleichtaktsignal für Frequenzen oberhalb von in etwa 4 GHz effektiv unterdrückt wird. Wie bereits erläutert, müsste diese Dünnfilmwiderstandsschicht 32 sehr lang sein, damit ein niederfrequentes
Gleichtaktsignal ebenfalls gut gedämpft werden würde. Aus diesem Grund besteht der zweite Abschnitt 51 des
erfindungsgemäßen Baluns Iii aus einem koaxial aufgebauten Balun Iii, wobei der Koaxialleiter 38 von mehreren
Ferriten 37i bis 375 umgeben ist. Der Innenleiter 35 der Koaxialleitung 38 des zweiten Abschnitts 51 des
erfindungsgemäßen Baluns Iii ist mit der ersten
Signalleitung 12i verbunden, wobei der Außenleiter 36 an einem ersten Ende der Koaxialleitung 38 mit der zweiten Signalleitung 122 verbunden ist.
Weiterhin weist der zweite Abschnitt 51 des erfindungsgemäßen Baluns Iii optional eine
Kompensationsleitung 52 auf, bei welcher es sich bevorzugt um einen Draht handelt. Diese Kompensationsleitung 52 ist an ihrem ersten Ende ebenfalls mit der ersten
Signalleitung 12i und damit mit dem Innenleiter 35 der Koaxialleitung 38 verbunden. Aufgrund der Ferrite 311 bis 375 erhöht sich die Induktivität des Außenleiters 36 der Koaxialleitung 38, wohingegen aufgrund des koaxialen
Aufbaus sich die Induktivität des Innenleiters 35 nicht erhöht. Dieser Sachverhalt würde in Abhängigkeit der jeweiligen Betriebsfrequenz zu einem unsymmetrischen
Aufbau des erfindungsgemäßen Baluns Iii führen. Aus diesem Grund wird der Innenleiter 35 mit einer separaten
Kompensationsleitung 52 verbunden, die ebenfalls bevorzugt durch die gleichen Ferrite 311 bis 375 geführt wird, wie die Koaxialleitung 38. In diesem Fall erhöht sich die Induktivität des Innenleiters 35 gegenüber der
Gehäusemasse in gleichem Maße, wie sich die Induktivität des Außenleiters 36 gegenüber der Gehäusemasse erhöht. Der erfindungsgemäße Balun Iii weist unabhängig von der
Betriebsfrequenz ein symmetrisches Verhalten auf.
Fig. 8 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Kombination eines Baluns Iii mit
Ferriten 311 bis 375 und eines resistiven Baluns Iii. Im Gegensatz zu Fig. 7, welche eine Draufsicht auf ein
Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Baluns Iii zeigt, veranschaulicht Fig. 8 eine räumliche Ansicht eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Baluns Iii. Gut zu erkennen sind ebenfalls der erste Abschnitt 50 und der zweite Abschnitt 51. Der erste Abschnitt 50 bildet den resistiven Teil des erfindungsgemäßen Baluns Iii,
wohingegen der zweite Abschnitt 51 den sogenannten
"Choked-Balun" zeigt. Fig. 8 zeigt ebenfalls die
Kompensationsleitung 52, die durch die gleichen Ferrite 37i bis 375 geführt wird wie die Koaxialleitung 38, wodurch der erfindungsgemäße Balun Iii symmetrisch
aufgebaut ist. Ein Gehäuse 31 schirmt den
erfindungsgemäßen Balun Iii von der Umgebung ab.
Fig. 9 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kombination eines Baluns Iii mit
Ferriten 311 bis 375 und eines resistiven Baluns Iii mit einer DGS-Struktur 39. Gut zu erkennen ist die DGS- Struktur 39, die dafür sorgt, dass der Gleichtaktanteil deutlich stärker gedämpft wird, als der Gegentaktanteil . Der übrige Aufbau aus Fig. 9 entspricht demjenigen aus Fig. 7, worauf in diesem Zusammenhang verwiesen wird.
Fig. 10 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Kombination eines Baluns Iii mit
Ferriten 311 bis 375 und einer Kompensationsleitung 52 und eines resistiven Baluns Iii mit einer DGS-Struktur 39.
Fig. 10 zeigt eine räumliche Ansicht des erfindungsgemäßen Baluns Iii, wohingegen Fig. 9 eine Draufsicht auf den Selbigen zeigt. Gut zu erkennen ist ebenfalls das Gehäuse 31, das den erfindungsgemäßen Balun Iii abschirmt.
Fig. 11 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Kombination eines Baluns Iii mit
Ferriten 31ι bis 375 und einer Kompensationsleitung 52 zusammen mit Topfkernen 60i, 6O2 und eines resistiven Baluns Iii mit einer DGS-Struktur 39. Die
Kompensationsleitung 52 ist von der Koaxialleitung 38 isoliert. Dies kann dadurch geschehen, dass entweder die Kompensationsleitung 52 und/oder die Koaxialleitung 38 mit einem Schrumpfschlauch versehen sind.
Gut zu erkennen sind zwei Topfkerne 6O1, 6O2, die dazu dienen, um den Einsatzfrequenzbereich bis hin zu
Frequenzen im kHz-Bereich zu erweitern. Dabei ist das Ende der Koaxialleitung 38, welches von dem ersten Abschnitt 50 des Baluns Iii entfernt ist, mit einem ersten Topfkern 6O1 verbunden, wobei der erste Topfkern 6O1 eine in einem Ferrit aufgewickelte Koaxialleitung 38 umfasst. Weiterhin
ist das Ende der Kompensationsleitung 52, welches von dem ersten Abschnitt 50 des Baluns Iii entfernt ist, mit einem zweiten Topfkern 6O2 verbunden, wobei der zweite Topfkern 6O2 eine in einem Ferrit aufgewickelte Leitung 52 umfasst, wobei dieser zweite Topfkern 6O2 in etwa die gleichen elektrischen Eigenschaften aufweist, wie der erste
Topfkern 6O1. Bevorzugt werden die Topfkerne 6O1, 6O2 nicht mit der Koaxialleitung 38 und der Kompensationsleitung 52 verbunden, sondern die Koaxialleitung 38 wird in dem ersten Topfkern 6O1 aufgewickelt, wohingegen die
Kompensationsleitung 52 in dem zweiten Topfkern 6O2 aufgewickelt wird.
Die Kompensationsleitung 52, welches bevorzugt eine elektrische Isolierung aufweist, ist am Ausgang des zweiten Topfkerns 6O2 mit der Bezugsmasse verbunden. Der Außenleiter 38 ist am Ausgang des ersten Topfkerns 6O1 ebenfalls mit der Bezugsmasse verbunden. Eine nicht dargestellte Messelektronik ermittelt Betrag und Phase der Spannung des Innenleiters 35 gegenüber der Bezugsmasse.
Fig. 12 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer getrennten Führung einer Koaxialleitung 38 und einer
Kompensationsleitung 52 durch verschiedene Ferrite 70i bis 0io bzw. 71i bis 71i0. In diesem Fall wird die
Koaxialleitung 38 durch die Ferrite 70i bis 70io geführt, wohingegen die Kompensationsleitung 52 durch die Ferrite 71i bis 71io geführt wird. Die Höhe, durch die die Ferrite 70i bis 70io die Induktivität des Außenleiters 38 erhöhen, sollte dabei genauso groß sein, wie die Höhe, durch die die Ferrite 71i bis 71i0 die Induktivität der
Kompensationsleitung 52 erhöhen.
Im Rahmen der Erfindung sind alle beschriebenen und/oder gezeichneten Merkmale beliebig miteinander kombinierbar. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen
Ausführungsbeispiele beschränkt. Selbstverständlich können
z. B. auch mehr als 10 Ferrite oder weniger als 10 Ferrite verwendet werden.