Verfahren zur Herstellung eines zylinderförmigen optischen Bauteils aus Quarzglas sowie nach dem Verfahren erhaltenes optisch aktives Bauteil
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines zylinderförmigen optischen Bauteils aus Quarzglas, mit einer sich in Richtung einer Längsachse erstreckenden Innenzone aus einem Innenzonenglas, die von einer Mantelzone aus einem Mantelzonenglas umhüllt ist, deren mittlere Wandstärke mindes- tens über einen Teil ihrer Länge in Richtung der Bauteil-Längsachse variiert.
Außerdem betrifft die Erfindung einen zylinderförmigen Rohling für die Herstellung eines optisch aktiven Bauteils, der eine Längsachse, mindestens einen sich entlang der Längsachse erstreckenden Kern aus einem optisch aktiven Material, eine entlang des Kerns verlaufende Pumplichtschicht, sowie eine die Pumplichtschicht umgebende Mantelschicht mit niedrigerem Brechungsindex als dem der Pumplichtschicht aufweist, wobei die Pumplichtschicht entlang einer Auskoppelstrecke eine abnehmende Wandstärke aufweist.
Technischer Hintergrund
Seitengepumpte optisch aktive Bauteile in Stab- oder Faserform werden zum Bei- spiel als Hochleistungslaser oder in der Kommunikationstechnologie als optische Faserverstärker mit einem laseraktiven Kern und einen den Kern umhüllenden Pumpmantel eingesetzt. Unter dem Begriff „optisch aktives Bauteil" werden außer Lasern auch optische Verstärker und so genannte Superlumineszenzquellen zu- sammengefasst.
Faserverstärker können Verluste in Lichtwellenleitern bei der optischen Datenübertragung ausgleichen, indem durch so genanntes „optisches Pumpen" Laserlicht in den Faserkern eingekoppelt wird, das laseraktive Substanzen der Kernzone anregt. Der durch den Faserkern laufende Lichtpuls nimmt Energie von den angeregten Ionen zusätzlich auf und wird dadurch verstärkt.
Alternativ dazu können die laseraktiven Substanzen durch das eingekoppelte Pumplicht auch selbst zur Abgabe von Laserlicht angeregt werden, wie dies bei Hochleistungslasern in Faser- oder Stabform der Fall ist.
Das laseraktive Material enthält beispielsweise kristallines Nd:YAG oder es be- steht aus Quarzglas, das Dotierstoffe enthält, die eine Abgabe oder eine Verstärkung von Laserstrahlung im Wirtsmaterial Quarzglas bewirken. Bei den Dotierstoffen handelt es sich in der Regel um Seltenerd-Kationen (Lanthanoide) oder um Kationen der sogenannten Übergangsmetalle.
Um eine ausreichende Pumplichtwirkung auch noch nach einer gewissen Ein- dringtiefe zu gewährleisten, ist eine besonders hohe Energiedichte der Pumplichtstrahlung im Einkoppelbereich erforderlich. Dies geht mit einer Degradation des Kernbereichs durch Wärmeeinwirkung und Photodarkening einher. Außerdem führen die hohe Energiedichte des Pumplichts im Einkoppelbereich einerseits und die exponentielle Abnahme der Pumplichtleistung andererseits zu unerwünschten nicht-linearen Effekten.
Diese Nachteile vermeiden seitengepumpte optisch aktive Bauteile und Lasersysteme gemäß der eingangs genannten Gattung, bei denen das Pumplicht nicht direkt in den laseraktiven Kern, sondern über die Mantelfläche in den Kern eingekoppelt wird. Wegen der Länge der Faser ist die Mantelfläche um ein Vielfaches größer als die Faser-Stirnfläche. Dies ermöglicht das Einkoppeln einer hohen Anregungsenergie ohne Beeinträchtigung des Kernbereichs des optisch aktiven Bauteils.
Ein derartiges optisch aktives Bauteil in Form eines seitengepumpten Lasers ist aus der US-5,048,026 A bekannt. Es wird ein Faserverstärker beschrieben, mit einem zylinderförmigen, laseraktiven Kern aus Nd:YAG und einem Auskoppelende für die Laserstrahlung, der von einem hülsenförmigen Pumpmantel aus Quarzglas umgeben ist. Der Pumpmantel ist in einem vorderen Längenbereich konisch ausgebildet, so dass seine Dicke in Richtung auf das Auskoppelende abnimmt und in einen hinteren, zylinderförmigen Teil mündet, der mit dem Auskoppelende des Kerns bündig abschließt. Das Pumplicht wird an der dem Auskoppelende gegenüberliegenden Stirnseite in den Pumpmantel eingestrahlt und zwischen den Mantel-
flächen des Pumpnnantels hin- und herreflektiert und durchquert dabei den laseraktiven Kern. Um dies zu gewährleisten, weist der Pumpmantel einen Brechungsindex auf, der größer ist als der Brechungsindex der Umgebung (wie etwa Luft) aber kleiner als der Brechungsindex des laseraktiven Kerns. Im konischen Teil des Pumpmantels wird dabei mit jeder Reflexion der Winkel zu den Mantelflächen steiler, so dass das Pumplicht auf den laseraktiven Kern im zylindrischen Bereich fo- kussiert wird.
Ein ähnliches Lasersystem ist auch aus der US 5,086,433 A bekannt. Das Lasersystem umfasst ein Quarzglaselement, das zum optischen Pumpen eines Laser- Stabes dient, welcher in eine zentrale Bohrung des Quarzglaselements eingesetzt ist. Das Quarzglaselement verjüngt sich in Ausbreitungsrichtung konisch und es ist außen verspiegelt.
Als Pumplichtquellen werden mehrere Laserdioden eingesetzt, die an unterschiedlichen radialen Positionen stirnseitig in das Quarzglaselement einstrahlen. Je nach radialer Position der Laserdiode treffen die Pumplichtstrahlen an axial unterschiedlichen Positionen auf die Verspiegelung und werden von dort in den Laserstab reflektiert.
Das in das Quarzglaselement eingestrahlte Pumplicht hat eine im Wesentlichen ringförmige Intensitätsverteilung und es ist auch möglich, je nach Anzahl und Posi- tion der Laserdioden, die Einstrahlung des Pumplichts über die Länge des Laserstabes mehr oder weniger gleichmäßig zu verteilen. Die Vorrichtung selbst und die Justierung der Bauteile sind jedoch sehr aufwändig.
Die DE 28 44 129 A1 beschreibt eine ähnliche Vorrichtung zum optischen Pumpen eines Laserstabes. Die Vorrichtung umfasst einen seitlich gepumpten Nd:YAG- Laser und eine Pumplichtquelle. Der Laserstab ist von einem Mantel und dieser wiederum von einer innen verspiegelten Hülle umgeben. Der Mantel besteht aus einem Werkstoff mit niedrigerem Brechungsindex als der Laserstab und er verjüngt sich konisch in Licht-Ausbreitungsrichtung. Am Auskoppelende ist ein Glas- plättchen angeordnet, das sowohl das Pumplicht reflektiert als auch ein Auskop- peln von Laserlicht ermöglicht.
Das von der Pumplichtquelle ab seinem breiten stirnseitigen Ende in den Mantel eingestrahlte Pumplicht wird in einem bestimmten Winkel an der verspiegelten Hülle reflektiert und trifft dann auf die Mantelfläche des Laserstabs auf.
Die Herstellung eines Laserbauteils mit einem sich konisch verjüngenden Pump- lichtmantel aus Glas ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Ein derartiges Bauteil ist beispielsweise herzustellen, indem der Pumplichtmantel von außen mechanisch bearbeitet wird, oder indem ein zylinderförmiges Bauteil zonenweise erweicht und dabei elongiert wird, wobei sich beim Elongierprozess die Ziehgeschwindigkeit kontinuierlich erhöht wird, so dass sich der Außendurchmesser des abgezogenen Strangs kontinuierlich verringert. Diese Verfahrensweise ist aufwändig und erfordert eine komplizierte Steuerung, und sie ist insbesondere zur Einstellung steiler Konuswinkel (zum Beispiel mehr als 10 Grad) nicht geeignet.
Darüber führt ein konischer Pumplichtmantel zu einem Laserbauteil mit einem sich verjüngenden Außendurchmesser, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen wer- den. Ein sich verjüngender Außendurchmesser hat jedoch Nachteile. So ist etwa eine Kühlung über einen Festkörper schwieriger zu realisieren als bei einem konstanten Außendurchmesser und das Konfektionieren des Laserbauteils, insbesondere einer Laserfaser, ist schwierig. Daher wäre trotz konischem Pumpmantel ein zylindrischer Außenmantel des optischen Bauteils wünschenswert.
Aus der WO 2006/049186 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung einer Vorform mit konischem Kern bekannt, indem zunächst eine zylindrische Vorform mit einem Kernbereich und einem Mantelbereich mit jeweils konstantem Durchmesser konisch elongiert wird (wie oben erläutert), so dass zunächst ein Halbzeug mit einem konischen Kernbereich und einem konischen Mantelbereich erhalten wird. An- schließend wird der Außendurchmesser des Halbzeugs auf Kosten des Mantelbereichs auf konstantes Maß geschliffen. Der so erhaltene Zylinder weist einen konischen Kernbereich und einen gegenläufig konischen Mantelbereich auf.
Das Schleifen ist mit einem hohen Arbeitsaufwand und Materialverlust verbunden.
Aus der JP 11021142 A ist ein anderes Verfahren zur Herstellung eines zylinder- förmigen optischen Bauteils mit konischem Kernbereich und gegenläufig koni-
schem inneren Mantelbereich bekannt. Dabei wird zunächst ein zylinderförmiger Kernstab mit zylinderförmigem Kernbereich und zylinderförmigem inneren Mantelbereich hergestellt. Anschließend wird der innere Mantelbereich zu konischer Form abgetragen, so dass ein Halbzeug mit konischem Außendurchmesserverlauf erhalten wird. Das konische Halbzeug wird in einem Elongierprozess zu einem zylinderförmigen Halbzeug mit konstantem Außendurchmesser abgezogen. Dieses weist danach einen konischen Kernbereich und einen gegenläufig konischen Mantelbereich auf. Das zylinderförmige Halbzeug wird anschließend mit einem zusätzlichen Außenmantel versehen und zu einer Faser gezogen.
Die bekannten Verfahren erfordern einen hohen Arbeits- und Zeitaufwand zur Erzeugung eines zylinderförmigen Außendurchmessers des optischen Bauteils.
Technische Aufgabenstellung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, das eine ein- fache und kostengünstige Herstellung eines zylinderförmigen optischen Bauteils aus Quarzglas ermöglicht, das mit einer radialen Schicht versehen ist, die mindestens über einen Teil ihrer Länge eine variierende Wandstärke aufweist.
Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Rohling für ein optisch aktives Bauteil bereitzustellen, bei dem eine geringe Beeinträchtigung der Kernzo- ne im Bereich der Einkoppelstelle des Pumplichts und des Auftretens nichtlinearer Effekte durch hohe Absorption des Pumplichts weitgehend vermieden werden kann, und bei dem sich ein hoher Wirkungsgrad des Pumplichts ergibt.
Hinsichtlich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, das ausgehend von einem Verfahren der eingangs genannten Gat- tung folgende Verfahrensschritte umfasst:
(a) Bereitstellen einer ersten Vorform aus dem Innenzonenglas, die an einer Stirnseite eine erste, außenkegelförmige Kontaktfläche aufweist,
(b) Bereitstellen einer zweiten Vorform aus dem Mantelzonenglas,
(c) Einbetten der außen kegelförmigen Kontaktfläche (13) in Mantelzonenglas und Verschweißen der Kontaktfläche (13) mit dem Mantelzonenglas unter Bildung einer Verbundvorform (18), die in einem Kontaktbereich (16) einen kegelförmigen Innenzonenbereich aus dem Innenzonenglas aufweist, der von einem Mantelzonenbereich mit Innenkegelform umgeben ist, und
(d) Elongieren der Verbundvorform zu dem optischen Bauteil oder einem Vorprodukt des Bauteils.
Ziel des Verfahrens ist ein zylinderförmiges optisches Bauteil (oder ein Vorprodukt desselben), das mindestens über einen Teil seiner Länge eine Innenzone mit ei- ner in Richtung der Zylinderachse variierenden Wandstärke aufweist, und das gleichzeitig möglichst Zylinderform aufweist.
Bei dem optischen Bauteil handelt es sich beispielsweise um eine Vorform zum Ziehen optischer Fasern oder um eine optische Faser für die Lichtleitung. Oder es handelt sich um einen Laser in Form eines Stabes, eines Rohres oder einer Faser, wobei diese Bauteile typischerweise mindestens eine laseraktive Zone aufweisen.
Bei den bekannten Verfahren erfolgt die Ausbildung einer Innenzone mit variierender Wandstärke durch Bearbeitung der Zylindermantelfläche eines Halbzeugs oder durch axial inhomogene Abscheidung von Innenzonenmaterial auf einer Zylindermantelfläche. Die Wiederherstellung der Zylinderform erfordert einen oder mehrere zusätzliche Verfahrensschritte. Im Gegensatz dazu ist beim erfindungsgemäßen Verfahren ein Schweißprozess vorgesehen, bei dem zwei vorgefertigte Vorformen so miteinander verschweißt werden, dass sie stirnseitig gegenseitig ineinander dringen. Zu diesem Zweck ist die erste Vorform stirnseitig mit einer außenkegelförmigen Kontaktfläche ausgestaltet, die in Mantelzonenglas der zweiten Vorform eingebettet werden kann, beispielsweise dadurch, dass sie in das Mantelzonenglas eindringt. In nur einem Arbeitsgang werden so über die Eindringtiefe des Außenkegels aus dem Innenzonenglas in das Mantelzonenglas eine variierende Wandstärke der Mantelzone und eine gegenläufig variierende Wandstärke der Innenzone erzeugt. Der Bereich der gegenseitigen Durchdringung von Mantel- zonenglas und Innenzonenglas wird im Folgenden als „Kontaktbereich" bezeichnet.
Die in Mantelzonenglas eingebettete außen kegelförmige Kontaktfläche wird mit dem Mantelzoneglas verschweißt. Dabei wird eine Schmelzverbindung erhalten, in der Mantelzonenglas an dem Außenkegel des Innenzonenglases formschlüssig anliegt und mit diesem verschmolzen ist.
Die Geometrie von Grundfläche und Mantel des Außenkegels bestimmen den axialen Verlauf von Innenzone und Mantelzone im Kontaktbereich. Im einfachsten Fall nimmt die Wandstärke der Innenzone linear in einer Richtung ab, so dass sich im axialen Längsschnitt entlang der Bauteil-Zylinderachse ein konischer Verlauf der Innenzone ergibt. Je nach Form des Außenkegelmantels ergeben sich andere axiale Wandstärkenverläufe, beispielsweise mit einer exponentiellen oder einer stufenweisen Abnahme der Innenzonen-Wandstärke in Richtung der Zylinderachse. Besonders zu erwähnen ist auch eine ziehzwiebelähnliche Verjüngung mit so genannter „Taperform". Der Einfachheit halber wird die Erfindung im Weiteren beispielhaft anhand eines konischen Wandstärkenverlaufs erläutert, der auch andere Wandstärkenverläufe repräsentieren soll. Insbesondere wird im Folgenden der Begriff „Konusstruktur" zur Beschreibung des geometrischen Zusammenspiels von Mantelzonenglas und Innenzonenglas allgemein verwendet.
Die Grundfläche des Außenkegels der ersten Vorform hängt von der Funktion des herzustellenden optischen Bauteils ab. Im einfachsten Fall ist die Grundfläche kreisförmig, aber auch ovale, polygonale Grundflächen und insbesondere Grundflächen mit einer sogenannten „D"-Form (oder beidseitiger D-Form, die auch als Doppel-D-Form bezeichnet wird) sind für Spezialanwendungen geeignet, die weiter unten noch näher erläutert werden.
Die durch das stirnseitige Verschweißen und das gegenseitige Durchdringen von erster und zweiter Vorform erhaltene Verbund vorform wird in der Regel weiteren Bearbeitungsschritten unterzogen, wobei hier insbesondere das Hinzufügen weiterer Glaszonen im Innen- oder Außenbereich der Verbundvorform zu nennen ist. Nach einem Elongierprozess oder nach mehreren Elongierprozessen wird das optische Bauteil erhalten, das in einem Längenabschnitt eine aus dem Kontaktbe- reich der ehemaligen Verbundvorform stammende Konusstruktur aufweist, in der
eine Innenzone mit variierender Dicke und eine daran angrenzende Mantelzone mit gegenläufig variierender Dicke vorgesehen sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zur Herstellung seitengepumpter Laser in Faser-, Rohr- oder Stabform mit einem oder mehreren laser- aktiven Bereichen, wobei Pumplicht in eine Pumplichtzone eingestrahlt wird, die an einen laseraktiven Bereich unmittelbar oder über eine Trennzone getrennt angrenzt, und die sich in Richtung der Faser- oder Stab-Längsachse verjüngt oder erweitert.
Vorteilhafterweise weist die zweite Vorform eine zweite Kontaktfläche auf, wobei die Bildung der Verbund vorform ein Zusammenfügen von erster und zweiter Kontaktfläche umfasst.
Das Zusammenfügen erfolgt mechanisch, so dass ein mechanischer Fügeverbund erhalten wird, aus dem durch anschließendes Verschweißen der Kontaktflächen die Verbund vorform hergestellt wird, oder das Zusammenfügen erfolgt thermisch, wobei gleichzeitig die Kontaktflächen verschweißt werden.
In der Regel sind Blasen an der Grenzfläche zwischen Innenzonenglas und Mantelzonenglas unerwünscht. Daher ist bei einer besonders bevorzugten Verfahrensvariante vorgesehen, dass beim Zusammenfügen ein Zwischenraum zwischen erster und zweiter Kontaktfläche evakuiert wird.
Dabei wird beim Zusammenfügen der Kontaktflächen ein Unterdruck angelegt. Zu diesem Zweck ist entweder die erste Vorform und/oder die zweite Vorform mit einer Durchgangsbohrung versehen, die an der jeweiligen Kontaktfläche mündet und die somit beim Verschweißen in fluidischer Verbindung mit dem Zwischenraum steht. Die Durchgangsbohrung ist dabei vorzugsweise so angeordnet, dass sie möglichst erst am Ende des Verschweißungsprozesses verschlossen wird, so dass der Unterdruck bis zum Schluss wirken kann.
Dabei kann der Außenkegel der ersten Vorform zur Abdichtung des Zwischenraumes herangezogen werden. Dies geschieht bei einer bevorzugten Verfahrensvariante dadurch, dass beim Zusammenfügen der Vorformen der Kegelmantel der
ersten Vorform an einer umlaufenden Kante der zweiten Vorform dichtend zur Anlage kommt.
Hierzu ist beispielsweise die zweite Vorform stirnseitig mit einer kegelförmigen Vertiefung versehen, die an der Stirnseite in Form einer umlaufenden Kante endet. Der Außenkegel der ersten Vorform ist ausreichend breit, so dass er beim Zusammenfügen der Vorformen mit seinem Kegelmantel an der umlaufenden Kante zur Anlage kommt. Dabei ist die Vertiefung der zweiten Vorform so tief ausgelegt, dass die Kegelspitze des Außenkegels nicht anstößt, bevor die Abdichtung über die Anlage des Außenmantels an der umlaufenden Kante erzeugt ist.
Das Verschweißen der Vorformen miteinander geschieht beispielsweise auf einer drehbankähnlichen Vorrichtung, mittels der Vorformen um eine gemeinsame Rotationsachse rotierbar und in Richtung der Rotationsachse axial verschiebbar sind. Vor dem Verschweißen kann die Kontaktfläche der zweiten Vorform so erweicht werden, dass der Außenkegel der ersten Vorform in das erweichte Mantelzonen- glas eindringen kann, oder dass das erweichte Mantelzonenglas auf den Außenkegel aus Innenzonenglas aufkollabiert. In diesen Fällen muss die Kontaktfläche der zweiten Vorform nicht an die Form des eindringenden Außenkegels angepasst sein; sie kann beispielsweise eben oder rohrförmig sein. Gegebenenfalls kann das beim Eindringen des Außenkegels verdrängte Mantelzonenglas eine wulstförmige Verdickung um den Kontaktbereich ausbilden. Die Verdickung kann durch ein Formwerkzeug unmittelbar beim Verschweißungsprozess ausgeglichen und vermieden werden, oder sie wird nachträglich durch mechanische Bearbeitung entfernt. Bei einer bevorzugten Verfahrensvariante ist jedoch vorgesehen, dass die Kontaktfläche der zweiten Vorform eine Vertiefung ausweist, die vorzugsweise als Innenkegel ausgebildet ist.
Durch die stirnseitige Vertiefung der zweiten Vorform ergibt sich eine gewisse Zentrierung des Außenkegels beim Zusammenfügen der beiden Vorformen. Außerdem ist die Masse des zu verdrängenden Mantelzonenglases kleiner, so dass sich eine geringere Wulstbildung einstellt und eine geringere Erweichung des Mantelzonenglases genügt. Insbesondere ist es nicht unbedingt erforderlich, jedoch bevorzugt, wenn die Form der Vertiefung an den Außenkegel der ersten Vor-
form angepasst ist. Bei guter Anpassung stellt sich beim Anschweißvorgang keine Verdrängung oder allenfalls eine geringe Verdrängung von Mantelzonenglas ein, und es findet keine wesentliche Verformung im Kontaktbereich statt. Damit einhergehend ist eine vergleichsweise geringe Erweichung im Kontaktbereich erfor- derlich, die zum Verschweißen der Kontaktflächen genügt. Auf diese Weise wird eine exakte und gut reproduzierbare Konusstruktur erhalten. Bei einer Verfahrensvariante, bei der beim Verschweißen ein Unterdruck im Kontaktbereich erzeugt und aufrecht erhalten wird (wie oben bereits erläutert), bietet es sich an, dass in der Vertiefung der zweiten Vorform eine Durchgangsbohrung mündet, über die ein Vakuum angelegt werden kann.
Die Vertiefung beziehungsweise die innenkegelförmige Kontaktfläche wird vorzugsweise durch mechanische Bearbeitung erzeugt.
Die mechanische Bearbeitung umfasst Bohren, Fräsen oder Schleifen. Zur Glättung und Beseitigung von Abrieb kann ein chemisches Ätzen hilfreich sein. Im ein- fachsten Fall ist die Vertiefung beispielsweise als Sacklochbohrung ausgeführt; in der Regel ist sie aber der Außen kegelform mindestens näherungsweise angepasst.
Zum stirnseitigen Zusammenfügen der Vorformen verfügt die erste Vorform somit über die stirnseitige kegelförmige Ausbuchtung, die mit der Zylinder-Längsachse einen mittleren Konuswinkel von mindestens 25 Grad einschließt, und die Stirnseite der zweiten Vorform ist vorzugsweise an die Außen kegelform angepasst, indem sie einen Innenkonus mit einem mittleren Konuswinkel von mindestens 25 Winkelgraden aufweist.
Bei einer zweiten, gleichermaßen bevorzugten Verfahrensvariante ist vorgesehen, dass die Vertiefung durch einen Heißformprozess erzeugt wird.
Beim Heißformprozess wird zumindest der stirnseitige Bereich der zweiten Vorform erweicht und mittels eines Formwerkzeuges, beispielsweise mittels eines Grafitstempels, die stirnseitige Vertiefung eingeprägt. Nach Entfernen des Formwerkzeugs verschmilzt der oberflächennahe Bereich der Vertiefung, so dass auf diese Weise eine besonders glatte Oberfläche mit wenig Aufwand erhalten wird.
Vorzugsweise wird als Mantelzonenglas ein mit Fluor dotiertes Quarzglas eingesetzt.
Fluor lässt sich auch in hohen Konzentrationen bis zu 9 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich zwischen 1 bis 5 Gew.-%, vergleichsweise einfach und homogen in Quarzglas einbringen. Bekanntlich bewirkt die Dotierung von Quarzglas mit Fluor sowohl eine Verringerung des Brechungsindex als auch eine Herabsetzung der Viskosität. Durch die Verringerung des Brechungsindex leistet das Mantelzonenglas einen Beitrag zur Lichtführung. Die Verringerung seiner Viskosität führt dazu, dass das Mantelzonenglas beim Schweißvorgang trotz gleicher Temperatur wei- eher ist als das Innenzonenglas, was das Eindringen des Außenkegels in das weichere Mantelzonenglas und die reproduzierbare Herstellung einer vorgegebenen Konusstruktur erleichtert.
Als besonders günstig hat es sich erwiesen, wenn die erste Vorform und die zweite Vorform jeweils als Zylinder ausgebildet sind.
Zum Zusammenschweißen werden die zylinderförmigen Vorformen in Richtung ihrer gemeinsamen Zylinderlängsachse zusammengefügt. Dies kann beispielsweise auf einer Drehbank erfolgen, wobei die Vorformen jeweils mittels eines Drehfutters gehalten werden. Dies ermöglicht ein besonders exaktes und reproduzierbares Zusammenfügen der Vorformen. Vorformen mit gleichem Außendurchmesser ergeben auf diese Weise eine Verbundvorform mit durchgehend gleichem Außendurchmesser.
Vorteilhafterweise wird die außenkegelförmige Kontaktfläche der ersten Vorform durch mechanische Bearbeitung erzeugt.
Durch die mechanische Bearbeitung, für die in diesem Fall in erster Linie Schleif- verfahren in Betracht kommen, ergibt sich mit geringem Aufwand eine exakte Geometrie der außen kegelförmigen Kontaktfläche.
Alternativ dazu ist es günstig, die außen kegelförmige Kontaktfläche der ersten Vorform durch einen Heißformprozess zu erzeugen.
Hierbei wird die außen kegelförmige Kontaktfläche erzeugt, indem die Stirnseite der ersten Vorform erweicht und mittels eines Werkzeugs, wie etwa einer Grafit- form, zu der gewünschten Außenform geformt wird. Bei Entnahme der Grafitform schmilzt der erhaltene Außenkegel oberflächlich auf, so dass sich eine besonders glatte Oberfläche ergibt.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die außen kegelförmige Kontaktfläche der ersten Vorform mit einer abgerundeten Kegelspitze versehen wird.
Die abgerundete Kegelspitze weist eine höhere mechanische Stabilität als eine scharfe Spitze auf und unterliegt beim Eindringen in die Stirnseite der zweiten Vor- form daher einer geringeren Verformung, was sich auf die Reproduzierbarkeit und Maßhaltigkeit der Konusstruktur im Kontaktbereich vorteilhaft auswirkt.
In dem Zusammenhang hat es sich auch als günstig erwiesen, wenn als Innenzo- nenglas undotiertes Quarzglas eingesetzt wird. Undotiertes Quarzglas zeigt gegenüber dotiertem Quarzglas in der Regel eine höhere Viskosität.
Sofern die Mantelzone mit einem dem Außenkegel entsprechenden Innenkegel versehen ist, können die Vorformen in kaltem Zustand zusammengefügt und anschließend die aneinander liegenden Kontaktflächen verschweißt werden. In der Regel ist es aber vorteilhafter, wenn bereits beim Zusammenpressen mindestens die zweite Vorform im Bereich der zweiten Kontaktfläche erweicht wird.
Beim Verschweißungsvorgang werden vorzugsweise beide Vorformen im Kontaktbereich gleichmäßig erhitzt und dabei mindestens die zweite Vorform erweicht, um ein Verschmelzen mit dem Außenkegel der ersten Vorform zu ermöglichen.
Weiterhin hat es sich bewährt, wenn die Verbund vorform mit mindestens einer Innenbohrung zur Aufnahme eines Kernstabs versehen und vor dem Elongieren mit einem Kernstab bestückt wird.
Die Innenbohrung beziehungsweise die Innenbohrungen werden mechanisch erzeugt, und zwar nachdem die Konusstruktur in der Verbundvorform fertig gestellt ist. Dadurch wird ein Elongierprozess, der zu einem nicht konstanten axialen Durchmesserverlauf des Kernbereichs führt, der in der Regel nicht erwünscht ist,
vermieden. Darüber hinaus sind mechanische Bohrungen mit hoher Maßhaltigkeit ausführbar. In die mindestens eine Innenbohrung wird ein Kernstab eingesetzt. Hierbei kann es sich um einen optischen Kernstab für die Lichtwellenleitung oder um einen Stab aus einem laseraktiven Glas handeln. Dabei kann jeweils ein zent- raler Kernglasbereich von einem inneren Mantel bereich umgeben sein.
Weiterhin hat es sich als günstig erwiesen, wenn die Verbundvorform vor dem E- longieren mit einer Schicht aus fluordotiertem Quarzglas umhüllt wird.
Die Schicht aus fluordotiertem Quarzglas wird beispielsweise durch Abscheiden eines entsprechenden Quarzglases mittels eines so genannten POD-Verfahrens (Plasma Outside Deposition) oder durch Überfangen mit einem fluordotiertem
Rohr erzeugt. Die fluordotierte Schicht wirkt sich auf die Lichtführungseigenschaften im Mantelzonenbereich aus, insbesondere dann, wenn das Mantelzonenglas aus einem Quarzglas mit höherem Brechungsindex besteht.
Bei einer bevorzugten Verfahrensvariante wird die Verbund vorform mit einer Au- ßenschicht aus undotiertem Quarzglas versehen.
Durch seine höhere Viskosität stabilisiert die äußerste Schicht aus undotiertem Quarzglas darunter liegende Quarzglasschichten mit niedrigerer Viskosität bei nachfolgenden Verfahrensschritten, insbesondere wirkt sie Verformungen bei Heißverformungsschritten entgegen. Die Außenschicht aus undotiertem Quarzglas kann mittels üblicher Außenabscheideverfahren oder durch Überfangen mit einem Quarzglasrohr aufgebracht werden.
Hinsichtlich des Rohlings wird die oben angegebene technische Aufgabe ausgehend von einem Rohling der eingangs genannten Gattung erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Wandstärke der Pumplichtschicht bei einem Außendurch- messer der Mantelschicht im Bereich von 3 mm bis 50 mm mit einem mittleren Konuswinkel zwischen 25 und 80 Winkelgraden entlang der Auskoppelstrecke abnimmt, wobei die Mantelschicht mit demselben Konuswinkel gegenläufig zunimmt.
Die Weiterverarbeitung des Rohlings umfasst mindestens einen Ziehprozess, bei dem der Kern, die Pumplichtschicht und die Mantelschicht zu „Zonen" eines op-
tisch aktiven Bauteils elongiert werden, das beispielsweise als Laser in Form eines Stabes, eines Rohres oder einer Faser vorliegt. Das nach dem Elongieren des Rohlings erhaltene optische Bauteil weist demnach eine Längsachse auf, mindestens eine sich entlang der Längsachse erstreckende zylinderförmige Kernzone aus einem optisch aktiven Material, eine entlang der Kernzone verlaufende Pumplichtzone, aus der entlang einer Auskoppelstrecke Pumplicht in die Kernzone gelangen kann, sowie eine die Pumplichtzone umgebende Mantelzone mit niedrigerem Brechungsindex als die Pumplichtzone, wobei Kernzone, Pumplichtzone und Mantelzone Bestandteile eines monolithischen Quarzglaskörpers sind.
Die Ausbildung der Zonen des Bauteils (beziehungsweise der „Schichten des Rohlings) aus ein und demselben Grundwerkstoff - nämlich dotiertem oder undotiertem Quarzglas - erleichtert die Herstellung und vermeidet weitgehend Probleme infolge unterschiedlicher thermischer Ausdehnungen. Die Zonen sind integrale Bestandteile des optisch aktiven Bauteils, so dass jeglicher Aufwand für eine Jus- tierung der Zonen zueinander entfällt. Das Bauteil besteht aus Quarzglas, wobei unter „Quarzglas" hier auch ein hochkieselsäurehaltiges Glas mit einem Siθ2- Anteil von mindestens 80 Gew.-% verstanden wird.
Wichtig ist, dass der Rohling mindestens über einen Teil seiner Länge eine Pumplichtschicht mit einer in Richtung des eingestrahlten Pumplichts abnehmenden Wandstärke und eine Mantelschicht mit gegenläufig zunehmender Wandstärke sowie einen zylinderförmigen Kern aufweist.
Dabei wird der variable Wandstärkenverlauf der Pumplichtschicht durch den gegenläufigen Wandstärkenverlauf der Mantelschicht so kompensiert, dass sich ein axial gleichmäßiger Gesamt-Außendurchmesser des Rohlings ergibt. Dies erleich- tert die Herstellung eines zylinderförmigen Bauteils.
In der Kernzone des Bauteils wird Lichtstrahlung geführt, erzeugt, beziehungsweise verstärkt. Die Kernzone grenzt unmittelbar oder mittelbar an die Pumplichtzone an. Die Pumplichtzone erstreckt sich entlang der Kernzone. Die Pumplichtzone ist vorzugsweise so ausgelegt, dass sie zur Lichtführung geeignet ist. Das bedeutet, dass eine Mehrfachreflexion innerhalb der Pumplichtzone möglich ist. Insbesondere kann hierzu an ihrer der Kernzone zugewandten Mantelfläche ein „Brechzahl-
sprung nach unten" vorgesehen sein, das bedeutet, dass an diese Mantelfläche eine Quarzglasschicht mit kleinerem Brechungsindex angrenzt. Das in der Pumplichtzone geführte Pumplicht muss zur Anregung optisch aktiver Substanzen letztlich in die Kernzone gelangen, damit es seinen bestimmungsgemäßen Zweck er- füllen kann. Um dies zu erreichen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass sich zumindest über einen Teil der Länge der Pumplichtzone - nämlich über die Auskoppelstrecke - die Bedingungen für die Reflexion des geführten Pumplichts so ändern, dass Pumplicht in definierter Art und Weise nach und nach in die Kernzone gelangt. Dies bewirkt eine gleichmäßige Aktivierung der optisch aktiven Sub- stanzen über der Länge der betreffenden Auskoppelstrecke und führt zu einem höheren Wirkungsgrad des eingestrahlten Pumplichts.
Der Rohling wird vorzugsweise anhand des oben näher erläuterten Verfahrens erhalten, wobei die „Pumplichtschicht" des erfindungsgemäßen Rohlings in der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit dem allgemeineren Begriff „Innenzone" bezeichnet ist. Auf diese Erläuterungen wird daher verwiesen.
Die Wandstärke der Pumplichtschicht nimmt (in Ausbreitungsrichtung der Pumplichtstrahlung) ab. Im einfachsten Fall nimmt die Wandstärke mit einem Konuswinkel linear ab, so dass sich im axialen Längsschnitt entlang der Rohling- Längsachse ein konischer Verlauf ergibt. Es sind aber auch andere axiale Wand- Stärkenverläufe der Pumplichtschicht möglich, wie etwa mit exponentieller oder stufenweiser Abnahme der Wandstärke in Richtung der Zylinderachse des Bauteils oder einer ziehzwiebelähnliche Verjüngung mit so genannter „Taperform". Unter einem mittleren Konuswinkel wird dabei derjenige Konuswinkel verstanden, der sich aus der linearen Verbindung zwischen den Punkten mit maximalem und minimalem Außendurchmesser und dem axialen Abstand dieser Punkte ergibt. Wie oben bereits erläutert, ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren die Herstellung besonders steiler Konuswinkel. Bei einem Außendurchmesser des Rohlings zwischen 3 mm bis 50 mm liegt der mittlere Konuswinkel erfindungsgemäß zwischen 25 und 80 Winkelgraden. Das bedeutet, dass der Rohling ein Elongieren mit großem Ausziehverhältnis ermöglicht, ohne dass dabei der Konuswinkel der Pumplichtzone im Hinblick auf eine Pumplicht-Auskopplung uneffektiv flach wird.
Ein größerer Konuswinkel ermöglicht eine Auskopplung von Pumplicht über eine relativ kurze Auskoppelstrecke, ohne dass hierfür eine hohe Intensität des Pump- lichts in Bereich der Pumplichteinkopplung erforderlich ist. Die Pumplichtleistung wird über die Länge der Auskoppelstrecke in die Kernzone möglichst vollständig ausgekoppelt. Eine lange Auskoppelstrecke erleichtert die axiale Vergleichmäßigung der ausgekoppelten Pumplichtleistung. Andererseits unterliegt das Pumplicht in der Pumplichtzone einer optischen Dämpfung, die durch einen steilen Konuswinkel im Bereich der Auskoppelstrecke vermindert wird.
Bei einer mittleren Intensitätsabnahme von weniger als 1 %/m ergibt sich für eine vollständige Auskopplung des Pumplichts eine Lichtführung in der Pumplichtzone über eine Auskoppelstrecke mit einer Länge von mehr als 100 m, was - je nach Art des optisch aktiven Bauteils und der Pumplichtzone - mit einem merklichen Verlust durch optische Dämpfung des Pumplichts einhergehen kann. Vorzugsweise wird das in der Pumplichtzone geführte Licht über die Auskoppelstrecke mit einer Auskoppelrate ausgekoppelt, die durch eine mittlere Intensitätsabnahme von maximal 10%/cm (bezogen auf den Intensitätswert vor Beginn der Auskoppelstrecke) gekennzeichnet ist. Bei einer mittleren Intensitätsabnahme von mehr als 10%/cm ergibt sich eine Lichtführung in der Pumplichtzone über eine Auskoppelstrecke mit einer Länge von weniger als 10 cm, was mit einer vergleichsweise ho- hen mittleren Intensität des in die Kernzone ausgekoppelten Pumplichts einhergeht.
Die radiale Geometrie der Pumplichtschicht kann vom kreisförmigen Querschnitt abweichen und zum Beispiel ovale, polygonale Querschnitte und insbesondere radiale Querschnitte mit einer sogenannten „D-Form" (oder beidseitiger D-Form, die auch als „Doppel-D-Form" bezeichnet wird) umfassen.
Im Hinblick auf eine effektive Auskopplung des Pumplichts aus der Pumplichtzone wird eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rohlings besonders bevorzugt, bei der die Pumplichtschicht mindestens über einen Teil der Auskoppelstrecke einen radialen Querschnitt aufweist, der von einer Kreisringform abweicht, insbesondere einen radialen Querschnitt in Form eines Kreisrings mit mindestens einer Außenabflachung.
Die Abweichung von der Kreishngform bewirkt im optischen Bauteil eine Veränderung der Lichtführung innerhalb der Pumplichtzone. Insbesondere werden dadurch Lichtmoden (so genannte Helixmoden) behindert und geändert, die nicht ohne weiteres in die Kernzone eingekoppelt werden können. Die Geometrieänderung der Pumplichtzone trägt insoweit zu einem effektiveren Auskoppeln des Pumplichts bei. Eine einfache und besonders wirksame Geometrieänderung gegenüber einer einfachen Kreisringform wird dadurch erzeugt, dass der Außenmantel der Pumplichtzone an einer Seite oder an mehreren (vorzugsweise gegenüberliegenden) Seiten plan geschliffen wird, und so eine oder mehrere Abflachungen der Kreisringform erzeugt werden. Die Ausführungsform mit einer Abflachung wird in der Literatur auch als „D-Form" bezeichnet, diejenige mit zwei gegenüberliegenden Abflachungen auch als „Doppel-D-Form". Die D-Form und Doppel-D-Form der Pumplichtzone haben sich insbesondere in Verbindung mit einer sich verjüngenden Querschnittsfläche der Pumplichtzone als besonders günstig erwiesen.
Im Hinblick auf möglichst niedrige Fertigungskosten sind über die Länge des Rohlings mehrere Auskoppelstrecken vorgesehen.
Jede der „Auskoppelstrecken" dient zur Herstellung eines optischen aktiven Bauteils.
Weiterhin hat es sich bewährt, wenn mindestens ein Kern exzentrisch neben der Längsachse verläuft.
Der Rohling weist somit einen oder mehrere exzentrisch angeordnete Kerne auf. Bei einem Einsatz des daraus hergestellten optischen Bauteils als Laser hat die exzentrische Anordnung der Kernzone Vorteile bei der Einkopplung von Pumplicht. Denn dadurch wird die Kernzone in einen Bereich des Bauteils verlagert, in der sie weniger von dem stirnseitig eingestrahlten Pumplicht getroffen wird. Dies reduziert die Absorption des Pumplichts im Bereich der Einkoppelfläche. Darüber hinaus lässt sich eine exzentrische Anordnung der Kernzone auch leichter von außen kühlen. Darüber hinaus beispielsweise wird bei einer Doppelkern- Laserfaser das Pumplicht stirnseitig in die Faser eingekoppelt und sowohl im Kern als auch im Pumpmantel geführt. Die Faser wird somit stark ungleichmäßig bean-
sprucht, das Pumplicht wird in der Faser vorrangig in der Nähe der Einkoppelstelle absorbiert, weil hier die Intensität am höchsten ist. Die absorbierte Leistung fällt dann mit zunehmender Länge exponentiell ab. Durch eine Verwendung von sehr langen und niedrig dotierten aktiven Kernen wird hierbei vermieden, dass der akti- ve Kern das Pumplicht zu stark in der Nähe der Einkoppelstelle absorbiert und die Faser durch die entstehende Wärmeentwicklung oder durch einen zu hohen Inversionsgrad (Photodarkening) geschädigt wird. Diese langen Fasern sind aber durch nichtlineare Effekt wie SRS und SBS (stimulierte Raman- und BrN- louinstreuung) in ihrer Einsetzbarkeit begrenzt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Bauteils ergeben sich aus den Unteransprüchen. Soweit in den Unteransprüchen angegebene Ausgestaltungen des Bauteils den in Unteransprüchen zum erfindungsgemäßen Verfahren genannten Verfahrensweisen nachgebildet sind, wird zur ergänzenden Erläuterung auf die obigen Ausführungen zu den entsprechenden Verfahrensan- Sprüchen verwiesen.
Ausführungsbeispiel
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und einer Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigt in schematischer Darstellung:
Fig. 1 das Bereitstellen von Vorformen als erstem Verfahrensschritt bei der Her- Stellung eines optisch aktiven Bauteils in Form eines Laserstabes,
Fig. 2 das stirnseitige Zusammenfügen der Vorformen unter Bildung einer Verbundvorform,
Fig. 3 das Erzeugen einer zentralen Innenbohrung in der Verbundvorform,
Fig. 4 das Einbringen eines Kernstabes in die Innenbohrung in der Verbundvor- form,
Fig. 5 das Elongieren der Verbund vorform unter Ausbildung eines stabförmigen Rohlings gemäß der Erfindung mit einem Konusbereich,
Fig. 6 eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rohlings mit mehreren Konusbereichen,
Fig. 7 eine kreisförmige Querschnittsgeometrie im Konusbereich, Fig. 8 eine D-förmige Querschnittsgeometrie im Konusbereich,
Fig. 9 eine erste Ausführungsform eines aus dem Rohling erhaltenen optisch aktiven Bauteils in Form einer zylinderförmigen Laserfaser mit einer im ra- dialen Querschnitt ringförmigen und im axialen Querschnitt konischen
Pumplichtzone, in einem Längsschnitt,
Fig. 10 eine zweite Ausführungsform eines optisch aktiven Bauteils in Form einer zylinderförmigen Laserfaser in einem Längsschnitt,
Fig. 11 eine weitere Variante des Bereitstellens und Zusammenfügens von Vor- formen bei der Herstellung eines optisch aktiven Bauteils,
Fig. 12 eine weitere Variante des Bereitstellens und Zusammenfügens von Vorformen bei der Herstellung eines optisch aktiven Bauteils,
Fig. 13 eine weitere Variante des Bereitstellens von Vorformen bei der Herstellung eines optisch aktiven Bauteils, Fig. 14 das stirnseitige Zusammenfügen der Vorformen von Fig. 13 unter Bildung einer Verbundvorform mit einem Außenwulst, und
Fig. 15 den nach Abschleifen des Außenwustes der Verbundvorform von Fig. 14 erhaltenen Quarzglas-Rohling.
Fig. 1 zeigt schematisch einen ersten Zylinder 11 aus undotiertem Quarzglas und einen zweiten Zylinder 12 aus einem Quarzglas, das mit 4 Gew.-% Fluor dotiert ist. Der erste Zylinder 11 weist eine Stirnseite auf, die in Form eines Spitzkegels 13 geschliffen ist. Der zweite Zylinder 12 weist eine Stirnseite auf, in die eine kegelförmige Vertiefung 14 eingefräst ist. Der Außendurchmesser beider Zylinder 11 ; 12 ist gleich und beträgt 40 mm. Die Höhe des Spitzkegels 13 und die Tiefe der kegelförmigen Vertiefung 14 sind ebenfalls gleich und betragen jeweils 15,6 mm. Der Konuswinkel α (das ist der halbe Kegelwinkel) beträgt somit 52 Grad und entspricht dem Konuswinkel ß der kegelförmigen Vertiefung 14.
Die Zylinder 11 ; 12 werden mit sich gegenüberliegenden Stirnseiten 13; 14 in die Drehfutter einer Drehbank eingespannt und auf eine gemeinsame Mittel- und Ro- tationsachse 15 justiert.
Anschließend werden die Zylinder 11 ; 12 entlang der Mittelachse 15 zu einem Fügeverbund zusammengepresst, so dass die stirnseitigen Enden 13; 14 miteinander in Kontakt kommen, wie dies Fig. 2 schematisch zeigt. Der Fügeverbund 17 wird in dem durch gestrichelte Linien markierten Kontaktbereich 16 unter Rotation erhitzt, so dass die Stirnseiten 13; 14 miteinander verschmelzen. Wegen der Fluordotierung wird dabei das Quarzglas des zweiten Zylinders 12 weicher als das des ersten Zylinders 11.
Auf diese Weise wird ein zylinderförmiger Schmelzverbund 18 erhalten, in dem sich die Quarzgläser von erstem und zweitem Zylinder 11 ; 12 im Kontakt 16 ge- genseitig kegelförmig durchdringen. Der Außendurchmesser des Schmelzverbundes 18 entspricht demjenigen der Ausgangszylinder 11 , 12.
Der Schmelzverbund 18 wird nach dem Abkühlen mit einer Innenbohrung 19 versehen, wie dies Fig. 3 schematisch zeigt. Der Durchmesser der Innenbohrung 19 beträgt 4 mm und dient zur Aufnahme eines Kernstabes 20, wie in Fig. 4 schema- tisch dargestellt. Der Kernstab 20 besteht entweder aus einem Kernglas mit radial homogenem Brechungsindex, oder er besteht aus einem Kernglas, das von einem oder mehreren Mantelglasschichten mit anderem Brechungsindex umhüllt ist.
Der mit dem Kernstab 20 versehene Schmelzverbund 18 wird anschließend durch zonenweises Erhitzen gleichmäßig zu einem Stab 21 mit einem Außendurchmes- ser von 1 mm elongiert. Der ursprüngliche Kontaktbereich 16 wird dabei zu einer Konusstruktur 22 mit einer Länge von 25 m lang gezogen, wie in Fig. 5 schematisch gezeigt. Die Konusstruktur 22 setzt sich aus einer Innenzone 23 und einer Mantelzone 24 zusammen. Der Durchmesser des Innenzylinders 23 nimmt von einem Ende zum anderen Ende der Konusstruktur 22 kontinuierlich ab und der Durchmesser der Mantelzone 24 nimmt über dieselbe Strecke gegenläufig zu. Aus der Konusstruktur 22 wird das gewünschte optische Bauteil erhalten, indem die Enden beiderseits der Konusstruktur 22 ganz oder teilweise entfernt werden. Die abgesägten Enden sind in diesem Fall Abfall.
Die Abfallmenge wird bei der in Fig. 6 schematisch gezeigten abgewandelten Aus- führungsform des Schmelzverbundes 25 verringert. Gleiche oder äquivalente Bauteile sind dabei mit denselben Bezugsziffern bezeichnet wie in Fig. 5. Über die
Länge des Schmelzverbundes 25 sind mehrere Konusstrukturen 22 verteilt. Diese werden durch Einsatz abgewandelter Zylinder 11 '; 12' erzeugt, deren beide Stirnseiten jeweils als Außenkegel (11 ') beziehungsweise als Innenkegel (12') ausgebildet sind.
Außerdem sind zwei, exzentrisch angeordnete Kernstäbe 20' vorgesehen. Bei einem Einsatz des daraus hergestellten optischen Bauteils als Laserfaser hat die exzentrische Anordnung der Kernzone Vorteile bei der Einkopplung von Pumplicht, wie weiter oben bereits erläutert.
Fig. 7 zeigt schematisch einen radialen Querschnitt entlang der Linie „A" der Ko- nusstruktur 22 des Bauteils von Fig. 5. Gleiche oder äquivalente Bauteile sind dabei mit denselben Bezugsziffern bezeichnet wie in Fig. 5. Innenzone 23 und Mantelzone 24 sind kreisringförmig ausgebildet.
Demgegenüber zeigt Fig. 8 schematisch eine von der Ringform abweichende radiale Querschnittsfläche, nämlich eine Kontur mit einer sogenannten „D-Form", bei der eine Außenmantelfläche des Bauteils als Planfläche 26 ausgebildet sind. Diese Kontur wird erzeugt, indem die erste Vorform 11 mit einem Außenkegel versehen wird, der eine entsprechende Planfläche aufweist.
Beim Einsatz des Bauteils als seitengepumpter Laser reduzieren von der Kreisringfläche abweichende Konturen, die beispielsweise als Polygonal, mit D-Form oder Doppel-D-Form, Sternform, Blütenform und dergleichen ausgeführt sein können, die Ausbildung von Helixstrahlen, die nicht in den aktiven Kern eindringen und damit nicht zum Pumpen desselben zur Verfügung stehen. Die Effizienz des Pumplichts wird so verbessert.
Fig. 9 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine Laserfaser gemäß der Er- findung. Der laseraktive Kern 1 ist zylinderförmig ausgebildet und erstreckt sich entlang der Längsachse 9. Er ist über seine gesamte Länge umhüllt von einem Pumpmantel 3 und einem Außenmantel 2.
Der Kern 1 besteht aus laseraktivem Quarzglas, das mit 0,25 mol.-% Yb2θ3 und mit 1 ,0 mol-% AI2O3 dotiert ist. Der Brechungsindex des Kern-Quarzglases ist ge- ringfügig größer als der von undotiertem Quarzglas. Er hat einen Durchmesser
von 0,1 mm. Im laseraktiven Kern 1 wird die zu emittierende Laserstrahlung 5 durch optisches Pumpen über den Pumpmantel 3 erzeugt.
Der Pumpmantel 3 besteht aus undotiertem Quarzglas. Der Pumpmantel 3 ist konisch ausgeführt, wobei seine Dicke über eine Länge von 20 m von der Einkop- pelstirnseite 6 für das Pumplicht 8 bis zur Auskoppelstirnseite 7 für das Laserlicht von 1 mm auf 100 μm kontinuierlich abnimmt. Der Konuswinkel beträgt somit etwa 0,02 mrad.
Der den Pumpmantel 3 umhüllende Außenmantel 2 besteht aus Quarzglas, das mit 4 Gew.-% Fluor dotiert ist und das einen um 14 x 10~3 niedrigeren Brechungs- index als undotiertes Quarzglas aufweist. Der niedrigere Brechungsindex des Außenmantels 2 vermindert das Austreten von Pumplicht 8 aus dem Pumpmantel 3. Der Außenmantel 2 ist umgekehrt konisch zum Pumpmantel 3 ausgeführt. Seine Dicke nimmt über eine Länge von 20 m von der Einkoppelstirnseite 6 für das Pumplicht 8 bis zur Auskoppelstirnseite 7 für das Laserlicht von 10 μm auf 1 mm kontinuierlich zu. Dadurch ergibt sich eine insgesamt zylinderförmige Form der Laserfaser.
Das Pumplicht 8 wird an der Einkoppelseite 6 (über die größere der beiden kreisförmigen Endflächen 6 des Pumpmantels 3) eingekoppelt. Die NA (Numerische Apertur) des eingekoppelten Pumplichts 8 ist dabei an die NA des Pumpmantels 3 so angepasst, dass eine gleichmäßige Einkopplung des Pumplichts 8 über die volle Länge des Kerns 1 erreicht wird. Das Pumplicht 8 kann hierbei vollständig oder nur partiell die Endfläche 6 bestrahlen. Vorzugsweise wird das Pumplicht 8 so in den Pumpmantel 3 eingestrahlt, dass der Bereich der aktiven Kernfläche nicht oder möglichst wenig mit Pumplicht 8 beaufschlagt wird.
Das Pumplicht 8 wird im Pumpmantel 3 so lange geführt, bis die Bedingung für die Totalreflexion nicht mehr erfüllt ist und die Pumpstrahlung 8 in den Kern 1 eindringen kann. Durch die konische Form des Pumpmantels 3 kommt es bei jeder Reflexion an der Grenzfläche zum Außenmantel 2 zu einem zunehmend steileren Reflexionswinkel. Wird der Reflexionswinkel nach mehreren Reflexionen zu steil, kann die Pumpstrahlung 8 in den Kern 1 eindringen und eine Besetzungsinversion
im aktiven Kern 1 auslösen, wodurch sich bei genügend hoher Anregungsleistung die Laseremission 5 ergibt.
Die Lichtführung im Pumpmantel 3 kann verbessert werden, wenn der Kern 1 von einer dünnen inneren Mantelschicht umhüllt ist, deren Brechungsindex kleiner als derjenige des Pumpmantels ist. In diesem Fall wird der Brechungsindex des Außenmantels 2 vorzugsweise so gewählt, dass er niedriger ist als derjenige der inneren Mantelschicht. Dadurch wird verhindert, dass das Pumplicht 8 in Richtung des Außenmantels 2 austreten kann.
Bei einer alternativen Ausführungsform zeigt der Pumpmantel 3 anstelle einer sich in Richtung zum Auskoppelende 7 hin linear verjüngenden, kegelförmigen Ausbildung einen sich in Richtung zum Auskoppelende 7 hin nicht linear verjüngenden, gekrümmten Verlauf. Ein derartiger Verlauf ergibt sich beispielsweise beim Elon- gieren eines Glaszylinders in Form einer Ziehzwiebel oder eines so genannten „Tapers".
Die Länge des optisch aktiven Bauteils kann in einem Bereich von einigen cm bis zu einigen Metern betragen. Der Durchmesser liegt typischerweise im Bereich von 0,2 mm bis 10 mm. Im Ausführungsbeispiel hat die Laserfaser eine Länge von 20 m und dies entspricht auch der Länge der Auskoppelstrecke.
Bei der in Fig. 10 dargestellten Ausführungsform liegt der erfindungsgemäße La- ser in Form einer Faser vor, die hinsichtlich Kern 1 , konischem Pumpmantel 3 und gegenkonischem Außenmantel 2 der Ausführungsform von Fig. 1 entspricht. Der Außenmantel 2 ist zusätzlich von einer Stabilisierungsschicht 4 aus undotiertem Quarzglas umgeben. Die Faser weist insgesamt einen gleichmäßigen Außendurchmesser auf.
Die folgenden Figuren 11 und 12 zeigen schematisch Abwandlungen des in Fig. 1 dargestellten Verfahrensschrittes. Sofern identische Bezugsziffern wie in Fig. 1 verwendet sind, bezeichnen diese gleiche oder äquivalente Bauteile oder Bestandteile.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 11 ist vorgesehen, dass der Zylinder 11 stirnseitig einen Außenkegel 13 aufweist, dessen Konuswinkel α' kleiner ist als der Konuswinkel ß' der stirnseitigen kegelförmigen Vertiefung 14 des anderen Zylinders 12. Beim Zusammenfügen der Zylinder 11 , 12 kommt es daher definiert und reproduzierbar zu einem ersten Kontakt zwischen der Kegelspitzen und dem Boden der Vertiefung 14. Vom Boden der Vertiefung 14 ausgehend wandert die Kon- taktierungsfront von innen nach außen. Dadurch können Gase aus dem Spalt zwischen den Stirnseiten der Zylinder 11 , 12 bis zum Schluss entweichen.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 12 ist vorgesehen, dass der Zylinder 11 stirnseitig einen Außenkegel 13 aufweist, dessen Konuswinkel α" größer ist als der Konuswinkel ß" der stirnseitigen kegelförmigen Vertiefung 14 des anderen Zylinders 12. Der Zylinder 12 aus dem Mantelzonenglas ist außerdem mit einer Entlüftungsbohrung 28 versehen, die sich in der Längsachse 15 erstreckt und die am Boden der Vertiefung 13 mündet. Beim Zusammenfügen der Zylinder 11 , 12 kommt es daher definiert und reproduzierbar zunächst zu einer Anlage der Mantelfläche des Außenkegels 13 am umlaufenden Außenrand 27 der Vertiefung 14. Dieser Kontakt führt zu einer Abdichtung des verbleibenden Spaltes zwischen den Stirnseiten der Zylinder 11 ; 12. Das Gas aus diesem Spalt wird über die Entlüftungsöffnung 28 abgesaugt und anschließend ein Vakuum aufrechterhalten. Vom Außenrand 27 ausgehend wandert die Kontaktierungsfront von außen nach innen. Dadurch können Gase aus dem Spalt zwischen den Stirnseiten der Zylinder 11 , 12 über die Entlüftungsbohrung 28 bis zum Schluss entweichen. Die Entlüftungsbohrung 28 wird anschließend zur Aufnahme eines Kernstabs aufbereitet und verwendet.
Fig. 13 zeigt schematisch einen ersten Zylinder 11 aus undotiertem Quarzglas und einen zweiten rohrförmigen Zylinder 30 aus Quarzglas, das mit 4 Gew.-% Fluor dotiert ist. Der erste Zylinder 11 weist eine Stirnseite auf, die in Form eines Kegels 13 mit abgerundeter Kegelspitze geschliffen ist. Der Konuswinkel beträgt etwa 35 Grad. Der Außendurchmesser des ersten Zylinders 11 beträgt 40 mm und ist an den Durchmesser der Innenbohrung 31 (41 mm) angepasst.
Die Zylinder 11 ; 12 werden in die Drehfutter einer Drehbank eingespannt und auf eine gemeinsame Mittel- und Rotationsachse 15 justiert. Anschließend wird der erste Zylinder 11 in die Innenbohrung 31 so weit eingeführt, dass die Zylindermantelfläche an die Innenwandung der Innenbohrung anliegt.
Der so hergestellte Fügeverbund wird im Kontaktbereich unter Rotation erhitzt, so dass der rohrförmige Zylinder 30 zunächst auf den Zylinderaußenmantel aufkollabiert und mit diesem verschmilzt. Wegen der Fluordotierung wird dabei das Quarzglas des zweiten Zylinders 30 weicher als das Quarzglas des ersten Zylinders 11.
Anschließend wird über die Innenbohrung 31 ein Unterdruck angelegt und aufrechterhalten, wie dies der Blockpfeil 36 andeutet. Der rohrförmige Zylinder 30 kollabiert auf den Außenkegel 13 auf. Unterstützend kann der Zylinder 30 dabei zu einem länglichen Vollzylinder abgezogen werden, wie dies in Fig.14 schematisch gezeigt ist. Dabei verbleibt ein umlaufender Außenwulst 32 aus dem Mantelzo- nenglas, der anschließend entlang der Linien 33 abgeschliffen wird.
Auf diese Weise wird ein im Wesentlichen zylinderförmiger Rohling 35 gemäß Fig. 15 erhalten, der in einem Kontaktbereich 37 eine sich konisch verjüngende Innenzone (13) und eine sich gegenläufig konisch erweiternde Mantelzone aufweist. Der Kontaktbereich wird zu einem optischen Bauteil weiterverarbeitet, wie dies weiter oben erläutert ist.