Beschreibung
Sensor zur Messung des Kohlenwasserstoffgehalts in einem Gasstrom in einer Spulleitung
Die Erfindung betrifft einen Sensor zur Messung des Kohlenwasserstoffgehalts in einem Gasstrom in einer Spulleitung.
Ein zentrales Thema der Entwicklung moderner Kraftfahrzeuge ist die Reduzierung der vom Kraftfahrzeug ausgehenden Abgase. Hierbei hat man sich in den letzten Jahren in erster Linie auf die Säuberung der Verbrennungsabgase konzentriert. Darüber hinaus gibt es aber im Kraftfahrzeug eine Reihe weiterer Quellen für unerwünschte Abgase. Zu diesen Quellen zahlt der Kraftstofftank des Kraftfahrzeuges. Kraftstoffe wie z. B. Su- perbenzm, die im Kraftstofftank gelagert sind, weisen eine Reihe von leicht fluchtigen Kohlenwasserstoffen auf. Hierzu zahlt z. B. Methan, Butan, und Propan. Diese leichtflüssigen Kohlenwasserstoffe können sich z. B. im Sommer bei hohen Au- ßentemperaturen oder durch das Schuttein des Kraftstoffes wahrend der Fahrt aus dem Kraftstoff losen und als gasformiger Bestandteil den Kraftstofftank verlassen. Um dem entgegenzuwirken, werden moderne Kraftstofftanks gasdicht nach außen abgeschlossen. Die fluchtigen Kohlenwasserstoffe müssen dann in einem KohlenwasserstoffSpeicher zwischengespeichert werden. Derartige KohlenwasserstoffSpeicher sind kleine Tanks, die über oder an dem Kraftstofftank angeordnet sind und z. B. ein Aktivkohlespeicherelement enthalten. Die abgedampften Kohlenwasserstoffe werden von der Aktivkohle aufge- nommen, gespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben. Nachdem der Aktivkohlespeicher eine gewisse Menge der Kohlenwasser¬ stoffe aufgenommen hat, wird der KohlenwasserstoffSpeicher über eine Spulleitung entleert. Hierzu wird in den KohlenwasserstoffSpeicher außen Luft eingeblasen, die die Kohlenwas- serstoffe aufnimmt und über die Spulleitung vom Kohlenwasser¬ stoffSpeicher zum Verbrennungsmotor hinfuhrt. Die Kohlenwasserstoffe können nun der Ansaugluft des Verbrennungsmotors
zugeführt werden und damit zur Verbrennung beitragen. Da durch die Kohlenwasserstoffe in der Ansaugluft dem Verbrennungsmotor schon eine gewisse Energiemenge zugeführt wird, sollte das Einspritzsystem entsprechend weniger Kraftstoff einspritzen. Nach dem Stand der Technik wird das Ventil in der Spulleitung nach einem in der Motorsteuerung abgelegten Modell geöffnet, wobei das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Verbrennungsmotor entsprechend angefettet wird und mithilfe der Λ-Sonde im Abgasstrang eine entsprechende Ausregelung des eingespritzten Kraftstoffes angestrebt wird. Diese Regelung mithilfe der Λ-Sonde erfolgt relativ trage, so dass bei der Öffnung des Ventils in der Spulleitung nach dem in der Motorsteuerung abgelegten Modell regelmäßig ein wesentlich zu fettes Luft-Kraftstoff-Gemisch im Motor verbrannt wird. Dies fuhrt zum einen zu einem erhöhten Verbrauch des Verbrennungsmotors und zum anderen zu sehr schlechten Abgaswerten. Besonders bei Hybπdfahrzeugen mit einer sehr geringen Abgasemis- sion und oft stehendem Verbrennungsmotor ist tritt das Prob¬ lem der kontrolliert Spulung des KohlenwasserstoffSpeichers auf.
Daher ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Sensor anzugeben, der den Kohlenwasserstoffgehalt im Gasstrom in der Spulleitung von einem KohlenwasserstoffSpeicher zu ei- nem Verbrennungsmotor präzise messen kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemaß durch die Sensoren nach den unabhängigen Ansprüchen 1 und 14 erfüllt.
Dadurch, dass der Sensor mindestens ein Heizelement und min¬ destens einen Temperaturfühler aufweist, wobei das Heizelement den Gasstrom aufheizt und der Temperaturfühler (29, 30) die Temperatur des Gasstroms ermittelt, welche als Maß für den Kohlenwasserstoffgehalt im Gasstrom ausgewertet wird, kann der Kohlenwasserstoffgehalt im Gasstrom in der Spullei¬ tung sehr genau erfasst werden. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich die Funktionen f (X) =STP (DTP) für
unterschiedliche Gase und Gasgemische (Kohlenwasserstoffge¬ halt im Gasgemisch) deutlich voneinander unterscheiden, was mit Kennfelder sehr gut darstellen lasst. Anhand dieser Kennfelder und mit den Messwerten des Sensors ist die Ermittlung des Kohlenwasserstoffgehalts im Gasstrom in der Spulleitung problemlos möglich.
Bei einer Weiterbildung ist der KohlenwasserstoffSpeicher als mit Aktivkohle befullter Speicher ausgebildet. Aktivkohle speichert die Kohlenwasserstoffe sehr effektiv, sie ist preiswert und umweltvertraglich .
Bei einer Ausgestaltung ist ein erster Temperaturfühler Gasstrom aufwärts und ein zweiter Temperaturfühler Gasstrom ab- warts vom Heizelement angeordnet. Damit ist die Erfassung der Gaseigenschaften besonders genau.
Bei einer nächsten Weiterbildung wird zwischen dem zweiten Temperaturfühler und dem ersten Temperaturfühler die Tempera- turdifferenz ermittelt. Die Temperaturdifferenz bildet die Warmeleitkapazitat des Gasgemisches ab.
Zudem kann zwischen dem ersten Temperaturfühler und dem zweiten Temperaturfühler die Temperatursumme ermittelt. Die Tem- peratursumme bildet die Wärmeleitfähigkeit des Gasgemisches ab.
Bei einer nächsten Ausgestaltung wird aus der Temperaturdifferenz und der Temperatursumme der Massenstrom der Kohlenwas- serstoffe in der Spulleitung ermittelt. Unter Verwendung der entsprechenden Kennfelder ist dies eine leichte und schnelle Rechenoperation, die von der elektronischen Motorsteuerung oder dem Prozessor auf dem Sensor ausgeführt werden kann.
Bei einer Weiterbildung wird aus der Temperaturdifferenz und der Temperatursumme der Volumenstrom der Kohlenwasserstoffe in der Spulleitung ermittelt. Der Volumenstrom der Kohlenwas-
serstoffe ist eine wichtige Große zur Errechnung der Zusam¬ mensetzung des Brennstoff-Luft-Gemisches . Auch die Ermittlung des Massenstroms und des Teilchenstroms Kohlenwasserstoffe in der Spulleitung ist von großer Bedeutung für die Errechnung der Zusammensetzung des Brennstoff-Luft-Gemisches .
Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn der Sensor in oder an der Spulleitung, in oder an dem KohlenwasserstoffSpeicher und/oder in oder an dem Ansaugtrakt angeordnet ist. Die Ver- wendung von mehreren Sensoren an verschiedenen zuvor genannten Positionen kann durchaus sinnvoll sein, um eine besonders genaue Messung zu erhalten.
Wenn der Sensor, wie bei einer gleichwertigen Ausfuhrung der Erfindung, mindestens eine Ultraschallquelle und mindestens einen Ultraschallempfanger aufweist, wobei die Laufzeit eines von der Ultraschallquelle durch den Gasstrom zum Ultraschall- empfanger gesendeten Ultraschallimpulses als Maß für den Koh¬ lenwasserstoffgehalt im Gasstrom ausgewertet wird, kann eben- falls der Kohlenwasserstoffgehalt im Gasstrom in der Spulleitung sehr genau erfasst werden. Der Erfindung liegt auch hier die Erkenntnis zugrunde, dass sich die Funktionen f (X) =StauP (DtauP) für unterschiedliche Gase und Gasgemische (Kohlenwasserstoffgehalt im Gasgemisch) deutlich voneinander unterscheiden, was mit Kennfelder sehr gut darstellen lasst. Anhand dieser Kennfelder und mit den Messwerten des Sensors ist die Ermittlung des Kohlenwasserstoffgehalts im Gasstrom in der Spulleitung problemlos möglich.
Bei einer Weiterbildung ist die Ultraschallquelle gleichzei¬ tig als Ultraschallempfanger ausgebildet. Damit können Ultraschallimpulse sehr einfach mit und gegen den Gasstrom ausgesendet werden.
Bei einer Ausgestaltung wird Differenz der Laufzeiten zwi¬ schen dem ersten Ultraschallsender zu dem zweiten Ultraschallempfanger und dem zweiten Ultraschallsender zu dem ers-
ten Ultraschallempfanger ermittelt. Diese Laufzeitdifferenz korreliert mit der Geschwindigkeit des Gasstromes.
Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn Summe der Laufzeiten zwischen dem ersten Ultraschallsender zu dem zweiten Ultraschallempfanger und dem zweiten Ultraschallsender zu dem ersten Ultraschallempfanger ermittelt wird. Die Summenlaufzeit korreliert mit Schallgeschwindigkeit des im Gasstrom transportierten Gasgemisches.
Bei einer Weiterbildung wird aus der Differenz und der Summe der Laufzeiten unter Ausnutzung eines Kennfeldes der Kohlenwasserstoffgehalt in dem Gasstrom in der Spulleitung ermit¬ telt. Unter Verwendung der entsprechenden Kennfelder ist dies eine leichte und schnelle Rechenoperation, die von der elektronischen Motorsteuerung oder dem Prozessor auf dem Sensor ausgeführt werden kann.
Bei einer nächsten Weiterbildung wird aus der Differenz und der Summe der Laufzeiten der Volumenstrom der Kohlenwasserstoffe in der Spulleitung ermittelt. Der Volumenstrom der Kohlenwasserstoffe ist eine wichtige Große zur Errechnung der Zusammensetzung des Brennstoff-Luft-Gemisches . Auch die Ermittlung des Massenstroms und des Teilchenstroms Kohlenwas- serstoffe in der Spulleitung ist von großer Bedeutung für die Errechnung der Zusammensetzung des Brennstoff-Luft-Gemisches .
Ausfuhrungsformen der Erfindung werden in den Figuren beispielhaft dargestellt. Es zeigt:
Figur 1: einen Verbrennungsmotor mit seiner Kraftstoffversorgung,
Figur 2: ein ideales Entladungsverhalten des Kohlenwasser- stoffSpeichers ,
Figur 3: ein reales Entleerungsverhalten des KohlenwasserstoffSpeichers,
Figur 4: ein Entleerungsverhalten des nur teilweise ge- füllten KohlenwasserstoffSpeichers,
Figur 5: den Sensor zur Erkennung des Kohlenwasserstoffge- haltes,
Figur 6: das eigentliche Sensorelement,
Figur 7: eine weitere Darstellung des Sensorelementes,
Figur 8: den Sensor zur Erkennung des Kohlenwasserstoffge- haltes in seiner Einbausituation in der Spulleitung,
Figur 9: das Kennfeld zur Auswertung der Messergebnisse des Sensors,
Figur 10: eine alternative Ausfuhrung des Sensors zur Erkennung de Kohlenwasserstoffgehaltes,
Figur 11: ein Kennfeld für den Sensor nach Figur 10.
Fig. 1 zeigt einen Verbrennungsmotor 1, der durch eine Kraftstoffleitung 5 mit dem Kraftstofftank 2 verbunden ist. Im Kraftstofftank 2 ist die KraftstofffOrdereinheit 20 zu erkennen, die den Kraftstoff 3 über die Kraftstoffleitung 5 und den Kraftstofffilter 7 hin zum Verbrennungsmotor 1 fuhrt, wo der Kraftstoff 3 mit Einspritzventilen 18 in den Ansaugtrakt 36 eingespritzt wird und im Verbrennungsmotor 1 zur Verbrennung kommt. Die Abgase des Verbrennungsprozesses werden durch den Abgasstrang 9 vom Motor weg gefordert. Im Abgasstrang 9 ist die Λ-Sonde 8 zu erkennen, die die Abgase überwacht und eine optimale Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches er¬ möglichen soll. Dazu ist die Λ-Sonde 8 über eine elektrische Signalleitung 21 mit dem elektronischen Motorsteuergerat
(EMS) 11 verbunden. Weiterhin ist in Fig. 1 der Lufteinlass 10 zu erkennen, der zum Ansaugtrakt 36 fuhrt, in dem eine Drosselklappe 37 angeordnet ist.
Im Kraftstofftank 2 ist Kraftstoff 3 zu erkennen. Zur Unterscheidung der verschiedenen Kraftstoffqualitaten ist im Kraftstofftank 2 ein Sensor 4 zur Erkennung der KraftstoffZusammensetzung angeordnet. Dies kann z. B. ein Flex-Fuel- Sensor sein. Durch eine hohe Umgebungstemperatur beispiels- weise können aus dem Kraftstoff 3 leicht flussige Kohlenwasserstoffe abdampfen. Hierdurch entsteht über dem Kraftstoff 3 im Kraftstofftank 2 ein Gasgemisch 15 mit Kohlenwasserstoffen. Da der Kraftstofftank 2 am Ende seines Emfullstutzens 22 mit dem Tankdeckel hermetisch nach außen abgeschlossen ist, entsteht im Kraftstofftank 2 ein Überdruck, der dazu fuhrt, dass die abgedampften Kohlenwasserstoffe in den KohlenwasserstoffSpeicher 12 gepresst werden. Dieser KohlenwasserstoffSpeicher kann nur eine gewisse Kohlenwasserstoffmenge aufnehmen, bis er in die Sättigung gerat. Ist der Kohlenwas- serstoffSpeicher 12 mit Kohlenwasserstoffen gesattigt, so muss der KohlenwasserstoffSpeicher 12 gespult werden. Hierzu wird das Spulventil 14 geöffnet und über den Spullufteinlass wird Luft in den KohlenwasserstoffSpeicher 12 gepumpt, die die Kohlenwasserstoffe aufnimmt und über die Spulleitung 17 zum Verbrennungsmotor 1 transportiert. Dazu muss das Spullei- tungsventil 19 geöffnet werden. Für die Öffnung des Spullei- tungsventils 19 ist die elektronische Motorsteuerung 11 zustandig.
Die Entleerung des KohlenwasserstoffSpeichers 12 wird in den Figuren 2 bis 4 dargestellt, in denen zu erkennen ist, dass die Entleerung keineswegs immer ideal nach einem in der e- lektronischen Motorsteuerung 11 abgelegten Modell erfolgen muss. Insbesondere die Fig. 3 und 4 zeigen, dass das Entlee- rungsverhalten des KohlenwasserstoffSpeichers extrem vom Ide¬ almodell, das in Fig. 2 dargestellt ist, abweichen kann. Daher ist es äußerst schwierig, nur mit einem in der elektroni-
sehen Motorsteuerung 11 abgelegten Modell das Spulleitungs- ventil 19 genau zu steuern, so dass es im Verbrennungsmotor nicht zur Überfettung des Kraftstoff-Luft-Gemisches kommen kann .
Um eine optimale Entleerung des KohlenwasserstoffSpeichers 12 zu erreichen, sind im oder am KohlenwasserstoffSpeicher 12, in oder an der Spulleitung 17 oder in oder an dem Ansaugtrakt 36 Sensoren 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehaltes B in der Spulleitung 17 ausgebildet. Mithilfe dieser Sensoren 16 kann der Kohlenwasserstoffgehalt B die im Gasstrom 31 der Spulleitung 17 mit hoher Genauigkeit erkannt werden. Aufgrund dieser Messwerte kann die elektronische Motorsteuerung 11 ein optimales Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Brennraumen des Verbrennungsmotors 1 einstellen, indem über die Einspritzventile 18 bei hoher Beladung des Gasstromes 31 mit Kohlenwasserstoffen einfach eine geringere Menge Kraftstoff 3 im Luft- Gas-Gemisch zugesetzt wird. Damit wird es für die Λ-Sonde 8 sehr einfach, ein optimales Λ=l einzuregeln, womit eine Schadstoffarme Verbrennung der Kohlenwasserstoffe im Verbrennungsmotor 1 gewährleistet ist.
Anzumerken ist, dass mithilfe des Flex-Fuel-Sensors 4 immer die vorhandene Qualität des Kraftstoffes 3 erkannt werden kann, womit in der elektronischen Motorsteuerung 11 das entsprechende Kennfeld geladen werden kann, aus dem mit den Da¬ ten des Sensors 16 auf den Kohlenwasserstoffgehalt in der Spulleitung 17 geschlossen werden kann. Hierfür sollten in der elektronischen Motorsteuerung 11 für verschiedene Kraft- stoffqualitaten verschiedene Kennfelder hinterlegt sein.
Fig. 2 zeigt ein ideales Entladungsverhalten des KohlenwasserstoffSpeichers 12. Ausgehend davon, dass der KohlenwasserstoffSpeicher 12 bis zum bis zum Zeitpunkt ti vollständig mit Kohlenwasserstoffen gesattigt ist, wird zum Zeitpunkt ti von der Motorsteuerung 11 das Spulluftventil 14 und das Spullei- tungsventil 19 geöffnet. Durch den Spullufteinlass 13 dringt
nun Spulluft in den vollständig gesattigten KohlenwasserstoffSpeicher ein und nimmt die Kohlenwasserstoffe auf, die dem Verbrennungsmotor 1 zugeführt werden. Im Idealfall erfolgt die Entleerung des KohlenwasserstoffSpeichers 12 expo- nentiell abfallend mit der Zeit. Der Gehalt B von Kohlenwas¬ serstoffen im Gasstrom 31 nähert sich mit der Zeit immer weiter dem Wert 0 an. Nach dem Offnen des Spulleitungsventils 19 strömt zunächst eine sehr große Menge an Kohlenwasserstoffen dem Verbrennungsmotor 1 zu, wobei diese Menge exponentiell abnehmend gegen B=O konvergiert. Unter realen Bedingungen kommt es durch äußere Einflüsse, z. B. Stoße auf das Kraftfahrzeug wahrend einer Fahrt über Schlaglocher oder andere Unebenheiten, zu einem wesentlich anderen Entleerungsverhalten des KohlenwasserstoffSpeichers 12.
Dieses reale Entleerungsverhalten ist in Fig. 3 dargestellt. Wiederum ausgehend von einem vollständig gesattigten KohlenwasserstoffSpeicher 12 beginnt die Entleerung des Kohlenwas¬ serstoffSpeichers 12 zum Zeitpunkt ti mit der Öffnung des Spulluftventils 14 und des Spulleitungsventils 19. Zunächst beginnt der bekannte exponentielle Abfall des Gehaltes B der Kohlenwasserstoffe im Gasstrom 31 der Spulleitung 17. Zum Zeitpunkt t2 erfahrt der KohlenwasserstoffSpeicher 12 einen Stoß z. B. durch das Überfahren eines Schlagloches. Schlagar- tig erhöht sich der Gehalt B der Kohlenwasserstoffe im Gasstrom 31. Nach diesem Ereignis fallt der Gehalt B der Kohlenwasserstoffe im Gasstrom 31 wieder exponentiell ab, wobei es zum Zeitpunkt t3 zu einem erneuten Schockereignis auf den KohlenwasserstoffSpeicher 12 kommt, das erneut zu einer er- höhten Abgabe von Kohlenwasserstoffen an den Gasstrom 31 fuhrt. Dieses sogenannte „Abhusten" des Kohlenwasserstoff- Speichers 12 fuhrt zu einem stark von der Idealkennlinie (Fig. 2) abweichenden Gehalt B der Kohlenwasserstoffe im Gasstrom 31. Ohne eine entsprechende Regelung mit einem Sensor 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehaltes B im Gasstrom 31 käme es durch das Abhusten zu einer zeitweiligen Uberfet-
tung des Kraftstoff-Luft-Gemisches und damit zu mit Schad¬ stoffen hoch belasteten Verbrennungsabgasen.
Em weiteres Szenario der Entleerung des Kohlenwasserstoff- Speichers 12 ist in Fig. 4 dargestellt. Es ist keineswegs im¬ mer davon auszugehen, dass der KohlenwasserstoffSpeicher 12 zum Zeitpunkt der Öffnung des Spulluftventils 14 und des Spulleitungsventils 19 vollständig mit Kohlenwasserstoffen gesattigt ist. Damit fallt der exponentielle Abfall des Ge- haltes B der Kohlenwasserstoffe im Gasstrom vollständig anders aus, da man sich in einem vollständig anderen Bereich der Exponentialfunktion befindet. Zum Zeitpunkt t4 wird das Spulluftventil 14 und das Spulleitungsventil 19 bei teilweise beladenem KohlenwasserstoffSpeicher 12 geöffnet und es ist gut zu erkennen, dass die e-Funktion viel flacher gegen 0 konvergiert als im Beispiel in Fig. 2. Die Figuren 3 und 4 machen deutlich, dass es für eine optimale Kraftstoff-Luft- Mischung im Verbrennungsmotor 1 unerlasslich ist, den Gehalt B der Kohlenwasserstoffe im Gasstrom 31 der Spulleitung 17 genau zu vermessen.
Fig. 5 zeigt den Sensor 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehaltes B im Gasstrom 31 in einer Spulleitung 17 von einem KohlenwasserstoffSpeicher 12 zu einem Verbrennungsmotor 1. Der Sensor 16 ist hier als mikromechanisches Bauteil ausgebildet, das auf einem Siliziumchip 32 integriert ist. Zu erkennen ist die Auswerteschaltung 25, die als Mikroprozessor ausgebildet sein kann und ein EPROM 26. Darüber hinaus enthalt der Sensor 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehal- tes B einen Analog-Digital-Wandler (ADC) 27, der die analogen Signale des Sensorelements 24 in digitale Signale umwandelt, die von der Auswerteschaltung 25 verarbeitet werden können. Der mikromechanische Sensor 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehaltes hat hier eine Ausdehnung von etwa 3 mm mal 7 mm.
Das eigentliche Sensorelement 24 ist in Fig. 6 dargestellt. Fig. 6 zeigt das Sensorelement 24 mit einem ersten Temperaturfühler 29 und einem zweiten Temperaturfühler 30. Zwischen dem ersten Temperaturfühler 29 und dem zweiten Temperaturfuh- ler 30 ist das Heizelement 28 angeordnet. Diese Elemente sind auf dem Siliziumchip 32 integriert. Der am Sensorelement 24 vorbeistromende Gasstrom 31 wird vom Heizelement 28 in einer definierten Art und Weise aufgeheizt. Der erste Temperaturfühler 29 ist stromaufwärts vom Heizelement 28 angeordnet und er erfasst die Temperatur des Gasstroms 31 vor dem Heizelement 28 und der zweite Temperaturfühler 30 ist stromabwärts vom Heizelement 28 angeordnet und er erfasst die Temperatur des aufgeheizten Gasstromes 31. Addiert man diese Temperatu¬ ren, so kommt man zur Summentemperatur STP. Bildet man die Differenz der Temperaturen, so kommt man zur Differenztemperatur DTP. Die Summentemperatur STP steht für die Eigenschaft der Wärmeleitfähigkeit in dem vorbeistromenden Medium, die Differenztemperatur DTP steht für die Eigenschaft der Wärme¬ kapazität stromenden Gasgemisches. Aus diesen beiden Werten (STP und DTP) kann man den Massenstrom des vorbeistromenden Mediums ermitteln und unter Verwendung eines Kennfeldes, wie es in Fig. 9 dargestellt ist, den Gehalt B an Kohlenwasser¬ stoffen im Gasstrom 31 in der Spulleitung 17. Das Vorgehen zur Ermittlung des Gehaltes B an Kohlenwasserstoffen im Gas- ström 31 wird spater im Zusammenhang mit Fig. 9 naher erläutert.
Zunächst zeigt Fig. 7 eine weitere Darstellung des Sensorelementes 24 mit einem ersten Temperaturfühler 29 und einem zweiten Temperaturfühler 30 sowie einem Heizelement 28. Der erste Temperaturfühler 29 besteht hier aus zwei Temperaturfühlern, die eine Temperaturdifferenz AT1 messen können und auch der zweite Temperaturfühler 30 besteht hier aus zwei Temperaturfühlern, die eine zweite Temperaturdifferenz ΔT2 messen können. Die Gesamttemperaturdifferenz ergibt sich nun als Differenz ΔT2 - AT1. Auch dieses Sensorelement 24 erfasst die Temperaturen stromaufwärts und stromabwärts des Heizele-
ments 28. Für ein bestimmtes Gas stellt sich bei einem be¬ stimmten Massenstrom ein fest bestimmtes Verhältnis von AT1 + ΔT2 zu ΔT2 - AT1 ein. Wenn die im Gasgemisch enthaltenen Gase bekannt sind, was durch den Flex-Fuel-Sensor 4 sichergestellt ist, kann z. B. die elektronische Motorsteuerung 11 oder der Mikroprozessor 25 im Sensor 16 sowohl den Massenstrom als auch die Gaszusammensetzung errechnen. Dazu greift die Auswerteschaltung auf eine Reihe in der elektronischen Motorsteuerung 11 abgelegter Kennfelder zu und sucht das für den erkannte Krafftstoff relevante heraus. Die Temperaturdifferenz ΔT2 - AT1 reagiert hierbei auf die Wärmekapazität des Gasgemisches und die Summe AT1 + AT2 reagiert mehr auf dessen Wärmeleitfähigkeit. Die Kennlinie von Luft und mit Kohlenwas¬ serstoff angereicherte Luft unterscheidet sich merklich, so dass schon geringe Konzentrationen an Kohlenwasserstoff in der Luft eine deutlich andere Kennlinie hervorrufen. Damit lasst sich mit der Hilfe des Sensors 16 der Offnungsquer- schnitt des Spulleitungsventils 18 sehr genau steuern, so dass es im Verbrennungsmotor 1 zu einer optimalen Gemischbil- düng kommt.
Fig. 8 zeigt den Sensor 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehaltes B in seiner Einbausituation in der Spulleitung 17. Der Gasstrom 31 ist mit dem Pfeil angedeutet. Der Sensor 16 enthalt das Heizelement 28 und die zum Heizelement 28 stromauf- und stromabwärts angeordneten Temperaturfühler 29, 30. Der gesamte Sensor 16 ist auf einem Siliziumchip 32 angeordnet und der Siliziumchip 32 ist in die Rohrwand der Spulleitung 17 integriert. Über dem Heizelement 28 sind Isotherme 38 zu erkennen, die den Temperaturgradienten über den Temperaturfühlern 29 und 30 darstellen sollen. Aus der Summe der gefühlten Temperaturen STP und der Differenz der gefühlten Temperaturen DTP kann auf den Gehalt B von Kohlenwasserstoffen im Gasstrom 31 geschlossen werden. Fig. 8 ist nicht maß- stablich gezeichnet, aber zur Verdeutlichung der Dimensionen ist der Querschnitt einer üblichen Spulleitung 17 mit etwa 5
mm angegeben und die Ausdehnung des Siliziumchips 32 mit etwa 2 , 8 mm.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich die Funktionen f (X) =STP (DTP) für unterschiedliche Gase und Gasge¬ mische (Kohlenwasserstoffgehalt B im Gasgemisch) deutlich voneinander unterscheiden, was im Kennfeld in Fig. 9 gut zu erkennen ist.
Fig. 9 zeigt nun das Kennfeld zur Auswertung der Messergebnisse des Sensors 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffge- haltes B im Gasgemisch. Auf der X-Achse ist die Differenztemperatur DTP aus der Temperatur T2 vom zweiten Temperaturfühler 30 und der Temperatur Tl vom ersten Temperaturfühler 29 aufgetragen (DTP = T2 - T1 oder nach Fig. 7 DTP = AT2 - AT1) . Auf der Y-Achse des Diagramms in Fig. 9 ist die Summentemperatur STP des ersten Temperaturfühlers 29 und des zweiten Temperaturfühlers 30 aufgetragen (STP = T2 + T1 oder nach Fig. 7 STP = ΔT2 + AT1) . Das gesamte Kennfeld in Fig. 9 wurde für einen bestimmten Kraftstoff ermittelt z. B. Superbenzm und ist in der Motorsteuerung 11 abgelegt. Erkennt nun der Sensor 16 eine bestimmte Differenztemperatur DTP und eine bestimmte Summentemperatur STP so fuhrt der Schnittpunkt dieser beiden Werte im Kennfeld zu einer bestimmten Linie (f (x) =STP (DTP) ), die mit einem Gehalt B an Kohlenwasserstoffen im Gasstrom korreliert. Misst der Sensor 16 beispielswei¬ se eine Differenztemperatur DTP von 0,75 * 104 und eine Summentemperatur von STP von 1,83 * 104, so ergibt sich ein Schnittpunkt der beiden Werte im Kennfeld bei einem Gehalt B von 40% Kohlenwasserstoff im Gasstrom 31 in der Spulleitung 17. Auf diese Weise lasst sich mit dem Sensor 16 der Gehalt an Kohlenwasserstoff in der Spulleitung 17 sehr genau bestimmen .
Fig. 10 zeigt eine alternative Ausfuhrung des Sensors 16 zur Erkennung de Kohlenwasserstoffgehaltes B. Gezeigt ist wiederum die Spulleitung 17 mit dem darin stromenden Gasgemisch 15
mit Kohlenwasserstoffen. Bei diesem Sensor 16 zur Erkennung des Kohlenwasserstoffgehaltes B ist eine erste Ultraschallquelle 33 ausgebildet, die ebenfalls als Ultraschallempfanger 33 dienen kann und eine zweite Ultraschallquelle 34 ausgebil- det, die auch als Ultraschallempfanger 34 dienen kann. Zudem erkennt man einen Schallreflektor 35. Der Schallreflektor 35 ist aber für die Realisierung der Erfindung nicht zwingend notwendig, die Ultraschallquellen und -empfanger (33, 34) können auch gegenüberliegend angeordnet sein. Von der ersten Ultraschallquelle 33 wird ein Ultraschallimpuls ausgesendet, der über den Ultraschallreflektor 35 zum zweiten Ultraschall- empfanger 34 gesendet wird. Die dabei benotigte Laufzeit taul wird von der Auswerteschaltung 25 registriert. Nachdem der Ultraschallpuls von der ersten Ultraschallquelle 33 über den Schallreflektor 35 zum zweiten Schallempfanger 34 gelaufen ist, wird der zweite Ultraschallempfanger nun als zweite Schallquelle 34 genutzt und sendet ebenfalls einen Ultraschallimpuls aus, der gegen den Gasstrom 31 über den Schall¬ reflektor 35 zum ersten Schallempfanger 33 lauft und dazu ei- ne Laufzeit tau2 benotigt. Auch hier lasst sich aus den Laufzeiten zwischen den Ultraschallquellen und -empfangern eine Summenlaufzeit StauP = taul + tau2 und eine Differenzlaufzeit DtauP = tau2 - taul bilden. Die Summenlaufzeit StauP korreliert hier mit der Schallgeschwindigkeit des Gasgemisches 15 und die Differenzlaufzeit DtauP korreliert mit der Mediengeschwindigkeit selbst. Die Ermittlung des Gehaltes B an Koh¬ lenwasserstoffen im Gasstrom 31 in der Spulleitung erfolgt nun analog zu der Situation mit den in den Figuren 5 bis 8 beschriebenen Sensoren.
Der Erfindung liegt auch hier die Erkenntnis zugrunde, dass sich die Funktionen f (X) =StauP (DtauP) für unterschiedliche Gase und Gasgemische (Kohlenwasserstoffgehalt B im Gasgemisch) deutlich voneinander unterscheiden, was im Kennfeld in Fig. 11 gut zu erkennen ist. Auf der X-Achse in Fig. 11 ist nur die Differenzlaufzeit DtauP = tau2 - taul dargestellt und auf der Y-Achse ist die Summenlaufzeit StauP = taul + tau2
dargestellt. Misst man nun beide Laufzeiten mit dem Sensor 16 nach Fig. 10, so kann man im Kennfeld nach Fig. 11 wiederum auf den Gehalt B an Kohlenwasserstoffen im Gasstrom 31 schließen. Als Beispiel sei hier eine Differenzlaufzeit DtauP = 1 in relativen Einheiten angegeben und eine Summenlaufzeit DTP = 1,9 in relativen Einheiten. Fuhrt man diese beiden Werte im Kennfeld zusammen, so gelangt man zu einer Kurve, die einen Gehalt B an Kohlenwasserstoffen im Gasstrom von 80% repräsentiert. Auch mit dem in Fig. 10 dargestellten Sensor 16 ist der Gehalt B an Kohlenwasserstoffen im Gasstrom 31 der Spulleitung 17 sehr genau zu bestimmen. Das Kennfeld nach Fig. 11 ist wiederum für einen bestimmten Kraftstoff erstellt und in der elektronischen Motorsteuerung 11 abgelegt. Der Flex-Fuel-Sensor 4 erkennt nun die Zusammensetzung des Kraft- Stoffes 3 im Tank 2, womit die elektronische Motorsteuerung
11 immer das für den verwendeten Kraftstoff passende Kennfeld zur Verfugung stellen kann.