Einrichtung zur Steuerung des Restgasgehaltes von Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Steuerung des Restgasgehaltes von einzelnen Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine mit mehreren Zylindern mit mechanisch vollvariablem Ventiltrieb und drosselfreier Laststeuerung sowie insbesondere einem starren Ventiltrieb auf der Auslassseite.
Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern mit mechanisch vollvariablem Ventiltrieb und drosselfreier Laststeuerung und mechanisch starrem Ventiltrieb auf der Auslassseite wird der Restgasgehalt, d.h. die Menge an Abgas, die in den einzelnen Zylindern verbleibt, deutlich durch die Steuerzeit und den Ventilhub auf der Auslassseite gesteuert. Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern, z.B. V8-Zylindermotoren, ist die Menge an Restgas, die in den Zylindern nach dem Schließen der Ladungswechselventile verbleibt, bei kleinen Auslassspreizungen unterschiedlich hoch. Die Restgasmenge in dem Zylinder beeinflusst den Zündzeitpunkt und die Verbrennung im Zylinder. Ist der Restgasgehalt einzelner Zylinder zu hoch, so können diese Zylinder nicht verbrauchsoptimal gezündet werden. Der Kraftstoffverbrauch einer solchen Verbrennungskraftmaschine ist dann nicht optimal. Wird eine Verbrennungskraftmaschine mit unsymmetrischer Ladung betrieben, indem beispielsweise bei einem 4-Zylindermotor zwei Zylinder mit hohem Einlassventilhub und zwei Zylinder mit kleinem Einlassventilhub gefahren werden, stellt sich, wenn alle vier Zylinder mit gleichem Auslassventilhub und gleicher Auslasssteuerzeit betrieben werden, die entsprechend der
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Zündfolge verschoben sind, bei Zylindern, die mit niedriger Ladung bzw. mit kleinem Ventilhub betrieben werden, bezogen auf die Ladung eine zu hohe Restgasmengen ein. Diese Zylinder können nicht mehr oder nicht mehr optimal gezündet werden.
Aus der DE 10 2005 031 241 Al ist ein variabler Ventiltrieb einer Kolbenbrennkraftmaschine mit einer Steuerung zur zyklussynchronen und vorzugsweise zylinderselektiven Umschaltung von Fremdzündung in eine kontrollierte Selbstzündung und umgekehrt bekannt, wobei eine Ventilgruppe eines Zylinders mehrere Ein- und Auslassventile aufweist und eine Öffnungsdauer der Ventilgruppe auf die Ein- und/oder Auslassventile verschieden aufgeteilt ist, so dass bei der Ventilgruppe des Zylinders ein Ventil in einer Teillast normal gesteuert wird und ein anderes Ventil insbesondere zu einer inneren Abgasrückführung genutzt wird. In der DE 43 00 337 C2 wird ein Verfahren für Hubkolben-Brennkraftmaschinen mit interner Restgasrückführung in Abhängigkeit von Betriebspunkt und Betriebszustand, insbesondere bei Ottomotoren mit drosselfreier Laststeuerung über die Einlass-Schließ-Steuerzeit bei nahezu unveränderter Ventilüberschneidung beschrieben, indem der Restgasanteil am Frischgemisch durch die gezielte Steuerung der Druckdifferenz zwischen Ein- und Auslasskanal eingestellt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Steuerung des Restgasgehaltes von einzelnen Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine mit mehreren Zylindern mit mechanisch vollvariablem Ventiltrieb und drosselfreier Laststeuerung zu schaffen, um insbesondere bei kleinen Auslassspreizungen und drosselfreier Laststeuerung den Restgasgehalt der einzelnen Zylinder einer
Verbrennungskraftmaschine mit mehreren Zylindern zu optimieren und dadurch den Kraftstoffverbrauch zu optimieren.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung eine Einrichtung vor, bei der eine Auslassnockenwelle eine unsymmetrische Anordnung von Nocken aufweist, wobei der Verdrehwinkel der Nocken einzelner spezieller Zylinder auf der Auslassnockenwelle zur Anpassung des Restgasgehaltes derart veränderbar vorgesehen ist, dass eine Auslassspreizung bei Zylindern mit zu hohem Restgasgehalt verkleinert oder eine Auslassöffnungszeit der einzelnen Zylinder so angepasst wird, dass sich die gleiche Menge an Restgas in allen Zylindern einstellt.
Wird eine Verbrennungskraftmaschine mit drosselfreier Laststeuerung über die mechanisch vollvariablen Einlassventile betrieben, so wird der optimale Verbrauch bei einer kleinen Auslassspreizung und einer kurzen Einlasssteuerzeit mit kleinem Ventilhub und kleiner Spreizung erreicht. Die Menge an Restgas, die bei einer solchen Verbrennungskraftmaschine in den einzelnen Zylindern verbleibt, ist in erster Linie von der Auslassventilspreizung und von dem Gasdruckverhältnis über das Auslassventil abhängig. Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern, beispielsweise bei V8-Motoren, sind die Gasdrückverhältnisse je nach Zündfolge nicht an allen Zylindern gleich und damit erhält man bei gleicher Auslasssteuerzeit unterschiedlich hohe Restgasgehalte in den einzelnen Zylindern. Bei Zylindern mit kleineren Abgasmengen im Zylinder wird dabei die Auslassspreizung so weit vergrößert, bis sich ein gleichgroßer Restgehalt in allen Zylindern einstellt. Eine vorteilhafte Variante besteht darin, dass die Auslassöffnungszeit der einzelnen
Zylinder so angepasst wird, dass sich die gleiche Menge an Restgas in allen Zylindern einstellt.
Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern werden im allgemeinen die Auslassventile der einzelnen Zylinder mit gleichen Betätigungselementen und gleichen Nockenkonturen der Nocken gesteuert. Die Nocken der Auslassnockenwellen sind dabei um einen Zündabstand entsprechend der Zündfolge um gleiche bzw. einen vielfachen Betrag des Zündabstandes gegeneinander verdrehbar vorgesehen. Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mechanisch vollvariablem Ventiltrieb zur drosselfreien Laststeuerung wird der Verdrehwinkel der Nocken spezieller Zylinder auf der Auslassnockenwelle zur Anpassung des Restgasgehaltes verändert. Bei teilweiser oder vollständiger Zylinderabschaltung einzelner Zylinder oder Zylindergruppen werden die Auslassventile mit unterschiedlichen Betätigungselementen ausgerüstet .
Die erfindungsgemäße Einrichtung, bei der die Nocken der Auslassnockenwelle der Zylinder sowohl unterschiedliche Nockenkonturen aufweisen, als auch unterschiedlich zueinander angeordnet sind, sind die Ventilhübe und die Öffnungszeiten der Auslassventile variierbar vorgesehen. Vorteilhaft ist vorgesehen, dass die Auslassnockenwelle eine Nockenanordnung aufweist, bei der die Nocken der einzelnen Zylinder nicht um den gleichen Winkel verdreht sind, oder dass die Nockenkonturen der Nocken der Auslassnockenwelle der einzelnen Zylinder unterschiedlich sind.
Es ist bevorzugt vorgesehen, dass die Öffnungszeiten der Nocken der Auslassnockenwelle unterschiedlich sind, oder
dass die Ventilhübe der Auslassventile unterschiedlich aber die Öffnungszeiten gleich sind.
Vorteilhaft ist weiterhin vorgesehen, dass nur einzelne Zylinder auf der Auslassnockenwelle einen mechanisch vollvariablen Ventiltrieb aufweisen und andere Zylinder mit einem nichtvariablen Ventiltrieb ausgerüstet sind.
Alternativ ist vorgesehen, dass nur einzelne Zylinder auf der Auslassnockenwelle einen mechanisch schaltbaren Ventiltrieb aufweisen und andere Zylinder mit einem nichtvariablen Ventiltrieb ausgerüstet sind.
Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern können einzelne Zylinder oder Zylindergruppen vollständig stillgelegt werden, indem die Einlass- und Auslassventile dieser Zylinder geschlossen bleiben, während die Ventile der aktiven Zylinder- oder Zylindergruppen geöffnet werden. Solche Verbrennungskraftmaschinen können auf der Einlassseite mit einem mechanisch vollvariablen Ventiltrieb betrieben werden, bei denen die Ventile von einzelnen Zylindergruppen unterschiedlich geöffnet werden und die Last der Verbrennungskraftmaschine über den Ventilhub oder die Öffnungszeit eingestellt wird. Die Auslassventile werden dabei in der Regel mit einem Umschaltventiltrieb ausgerüstet, der die Ventile der deaktivierten Zylinder auf einen Ventilhub null schaltet, während die Auslassventile der aktiven Zylinder voll geöffnet werden. Dabei sind alle Zylinder mit gleichen Umschalthebeln, gleichen Betätigungselementen und gleichen Ventilen, Ventilfedern usw. ausgerüstet.
Es ist auch vorgesehen, nur die Zylinder, deren Auslassventile geschaltet werden, mit Schalthebeln auszurüsten und die Auslassventile der Zylinder, die nicht ab- oder umgeschaltet werden, mit nichtschaltbaren Hebeln. Diese Zylinder können mit unterschiedlichen Betätigungselementen, wie z.B. Rollenschlepphebeln, Ventilen, Ventilfedern oder mit Nocken mit individuellen Nockenkonturen und unterschiedlichen Nockengrundkreisen ausgerüstet sein.
Es ist in einer weiteren Ausführungsform vorgesehen, dass die Lagerdurchmesser der Auslassnockenwelle unterschiedlich vorgesehen sind und dass bei einer 4- Zylinderverbrennungsmaschine mit zwei Auslassnocken insbesondere ein Nocken eine verkürzte Steuerzeit mit reduziertem Ventilhub aufweist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines schematisch in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Einrichtung zur Steuerung des Restgasgehaltes von Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine in Gesamtansicht;
Fig. 2 eine Auslassnockenwelle als Einzelteil; Fig. 3 ein Diagramm zur Darstellung der Steuerzeiten und Ventilhübe bei drosselfreier Laststeuerung;
Fig. 4 ein Diagramm zur Darstellung der Steuerzeiten und Ventilhübe bei drosselfreier Laststeuerung und Zylindern mit höherem Restgasgehalt.
Fig. 5 ein Diagramm zur Darstellung der Steuerzeiten und der Ventilhübe der Auslassventile 1 und 2 an einem Zylinder
Figur 1 zeigt eine Einrichtung zur Steuerung des Restgasgehaltes von einzelnen Zylinder einer Verbrennungskraftmaschine mit mehreren Zylindern mit mechanisch vollvariablem Ventiltrieb und drosselfreier Laststeuerung sowie einem mechanisch starren Ventiltrieb auf der Auslassseite, bestehend aus einer
Auslassnockenwelle 1, die gemäß Figur 2 eine unsymmetrische Anordnung von Nocken 2 aufweist, wobei die Nocken 2 einzelner spezieller Zylinder auf der Auslassnockenwelle 1 zur Anpassung des Restgasgehaltes unterschiedliche Nockenstrukturen 3 aufweisen und so verdrehbar vorgesehen sind, dass, wie in Figur 3 dargestellt, bei einem Verbrennungsmotor mit drosselfreier Laststeuerung und mechanisch vollvariablem Ventiltrieb zur Betätigung der Einlassventile eine Auslassspreizung 5 bei Zylindern mit zu hohem Restgasgehalt verkleinert wird, oder eine Auslassöffnungszeit 7 für einzelne Zylinder so angepasst wird, dass sich die gleiche Menge an Restgas in allen Zylindern einstellt.
Zur Steuerung des Restgasgehaltes von Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine wird die Auslassspreizung 5 bei zu hohem Restgasgehalt eines Zylinders für diesen Zylinder vergrößert, um somit den Restgasgehalt zu reduzieren. Wird ein Verbrennungsmotor mit drosselfreier Laststeuerung über mechanisch vollvariable Einlassventile betrieben, so wird ein optimaler Verbrauch bei einer kleinen Auslassspreizung 5 und einer kurzen Einlasssteuerzeit 8 mit kleinem
Ventilhub und kleiner Spreizung erreicht. Das in Figur 3 dargestellten Diagramm zeigt die Steuerzeiten und Ventilhübe bei drosselfreier Laststeuerung für Ein- und Auslassventile mit den Auslass- und Einlassspreizungen 4,5,6, wobei eine größere Auslassspreizung 5 für Zylinder mit höherem Restgasgehalt auftritt. Die Menge an Restgas, die bei einer solchen Verbrennungskraftmaschine in den einzelnen Zylindern verbleibt, ist in erster Linie von der Auslassspreizung und von dem Gasdruckverhältnis über das Auslassventil abhängig. Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern, beispielsweise bei V8-Motoren, sind die Gasdrückverhältnisse je nach Zündfolge nicht an allen Zylindern gleich und damit treten bei gleicher Auslasssteuerzeit 8 unterschiedlich hohe Restgasgehalte auf. Bei Zylindern mit kleineren Abgasmengen im Zylinder wird dabei die Auslassspreizung 4 so weit vergrößert, bis sich ein gleichgroßer Restgehalt in allen Zylindern einstellt. Bei Zylindern mit größeren Abgasmengen im Zylinder wird dagegen die Auslassventilspreizung so weit vergrößert, bis sich ein gleichgroßer Restgehalt in allen Zylindern einstellt.
Figur 4 zeigt ein Diagramm zur Darstellung der Steuerzeiten und Ventilhübe bei drosselfreier Laststeuerung und Zylindern mit höherem Restgasgehalt. Der Effekt des gleichgroßen Restgasgehaltes in allen Zylindern kann auch dadurch erreicht werden, indem die Auslassöffnungszeit 7 der einzelnen Zylinder so angepasst wird, dass sich die gleiche Menge an Restgas in allen Zylindern einstellt. Bei Verbrennungskraftmaschinen mit mehreren Zylindern können einzelne Zylinder oder Zylindergruppen vollständig stillgelegt werden, indem die Einlass- und Auslassventile dieser Zylinder geschlossen bleiben, während die Ventile der aktiven Zylinder- oder Zylindergruppen geöffnet werden.
Solche Verbrennungskraftmaschinen können auf der Einlassseite mit einem mechanisch vollvariablen Ventiltrieb betrieben werden, bei denen die Ventile von einzelnen Zylindergruppen unterschiedlich geöffnet werden und die Last der Verbrennungskraftmaschine über den Ventilhub oder die Öffnungszeit einer Zylindergruppe eingestellt wird. Die Auslassventile werden dabei in der Regel mit einem Umschaltventiltrieb ausgerüstet, der die Ventile der deaktivierten Zylinder auf einen Ventilhub null schaltet, während die Auslassventile der aktiven Zylinder voll geöffnet werden. Dabei sind alle Zylinder mit gleichen Umschalthebeln, gleichen Betätigungselementen, gleichen Ventilen, Ventilfedern usw. ausgerüstet. Es können auch nur die Zylinder, deren Auslassventile geschaltet werden, mit Schalthebeln ausgerüstet werden und die Auslassventile der Zylinder, die nicht ab oder umgeschaltet werden, mit nichtschaltbaren Hebeln. Diese Zylinder können entsprechend Figur 1 mitunterschiedlichen Betätigungselementen, wie z.B. Rollenschlepphebeln, Ventilen oder Ventilfedern oder mit Nocken mit individuellen Nockenkonturen und unterschiedlichen Nockengrundkreisen ausgerüstet sein. In Figur 5 sind die Ventilerhebungen von 2 Auslassventilen an einem Zylinder dargestellt. Diese Erhebungen werden z.B. durch unterschiedliche Konturen der Nocken 2 und 3 in Figur 2 erreicht. Durch diese unterschiedlichen Erhebungskurven wird einmal die Restgasmenge einzelner Zylinder beeinflusst, gleichzeitig wird aber auch der Zylinderinnenströmung ein Drall aufgeprägt, der die Restgasverträglichkeit erhöht. Damit können größere Auslassspreizungen gefahren werden und die Ladungswechselarbeit bzw. der Kraftstoffverbrauch reduziert werden.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das Ausführungsbeispiel, sondern ist in der Gestaltung der Betätigungselemente der Nocken variabel.
Be zugs zeichenliste
1 Auslassnockenwelle
2 Nocken
3 Nockenkontur
4 Auslassspreizung
5 Auslassspreizung für Zylinder mit hohem Restgasgehalt
6 Einlassspreizung
7 Auslassöffnungszeit für Zylinder mit hohem Restgasgehalt
8 Auslasssteuerzeit für Zylinder mit hohem Restgasgehalt
9 Ventilerhebung des Auslassventils 1 an einem Zylinder
10 Ventilerhebung des Auslassventils 2 an einem Zylinder