Elektro-optische Ausgabeeinheit sowie Messgerät mit einer elektro- optischen Ausgabeein- heit
Die Erfindung betrifft eine elektro-optische Ausgabeeinheit zur Darstellung von Distanzmesswerten, insbesondere eine elektro-optische Ausgabeeinheit für eine handgehaltene Län- genmessvorrichtung. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Messgerät, insbesondere ein handgehaltenes Distanzmessgerät mit einer elektro-optischen Ausgabeeinheit.
Stand der Technik
Bei der Bestimmung von Abständen bzw. Distanzen unterscheidet man zwischen einer direkten Messung durch unmittelbaren Vergleich einer Strecke mit einem Messmittel, wie beispielsweise einem Lineal, einem Maßband oder auch einem Gliedermaßstab auf der einen Seite und einer indirekten Vermessung mittels beispielsweise berührungsloser, elektro- optischer Entfernungsmessung. Elektro-optische Entfernungsmesser ermöglichen dabei die Ermittlung von Entfernungen bzw. Distanzen beispielsweise mittels Laufzeit- oder Phasenmessungen eines ausgesandten modulierten Messsignals.
Messgeräte oder messtechnische Komponenten handgehaltener Geräte zur indirekten Entfernungsmessung, also zur berührungslosen elektronischen Messung, wie beispielsweise Laseroder Ultraschallentfernungsmesser, besitzen in der Regel elektro-optische Anzeigeelemente, welche einer einzelnen Messung einen Anzeigewert, den gesuchten Distanzwert, zuordnen.
Messgeräte oder messtechnische Komponenten handgehaltener Geräte zur direkten Messung von Distanzen, bei welchen durch unmittelbaren Vergleich einer Distanz mit dem Messmittel die Größe der betreffenden Distanz bestimmt wird, besitzen hingegen eine in der Regel fixe, mechanische Messskala, wie dies beispielsweise von einem Lineal, einem Maßband oder auch einem Gliedermaßstab bekannt ist.
Aus der EP 1 566 658 Al ist eine handgehaltene Vorrichtung zum Messen von Distanzen bekannt, welche über in einem Gehäuse angeordnete Optiken Sendestrahlen gegen den Oberflächenbereich eines zu vermessenden Objektes aussendet und die daran reflektierten Strahlen wieder einsammelt. Diese Vorrichtung weist zudem ein mit dem Gehäuse verbundenes, mechanisches Bauteil auf, welches zum Messen kurzer Distanzen in Ausbreitungsrichtung der Sendestrahlen über das Gehäuse hinaus erstreckbar ist. Eine Ausführungsform dieses Gerätes der EP 1 566 658 Al sieht ein als Abstandshalter dienendes Bauteil vor, das sich in einer fest vorbestimmten Länge über das Gehäuse der Vorrichtung hinaus erstreckt.
Darüber hinaus weist die Vorrichtung der EP 1 566 658 Al ein Maßband auf, welches sich aus dem Gehäuse der Vorrichtung hervorziehen lässt, um Abstände der Vorrichtung zu einem Bezugspunkt zu bestimmen.
Offenbarung der Erfindung
Die erfmdungsgemäße elektro-optische Ausgabeeinheit zur Darstellung von Distanzmesswerten ermöglicht es in vorteilhafter Weise über die Ausgabeeinheit eine variable Längen- messskala darzustellen, welche sich beispielsweise mit variierender Messentfernung der zugehörigen Vorrichtung, insbesondere einer handgehaltenen Längenmessvorrichtung, zu ei- nem Bezugspunkt verändert. Mit der erfindungsgemäßen Ausgabeeinheit ist es möglich, nicht nur einen einzelnen Messwert für eine vermessene Distanz darzustellen, sondern es wird vielmehr einem Anwender der Vorrichtung eine Längenmessskala übermittelt, die neben den gemessenen Distanzwert eine ganze Reihe von weiteren Distanzwerten, insbesondere in Form einer Messskala darstellt. Die dargestellten Distanzmesswerte werden somit ent- sprechend ihren realen Abständen zueinander als Messskala dargestellt. Die Längenmessskala verändert sich zudem mit variierendem Abstand der Längenmessvorrichtung zu einem Bezugspunkt in entsprechender Weise, so verschiebt sich die Skala abstandsgenau beispielsweise mit größer oder kleiner werdendem Messabstand. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise neben der Bestimmung des Distanzmesswertes zudem messbegleitende Tätigkeiten, wie beispielsweise das Abtragen und Markieren von Punkten, Linien und Strecken.
Wird eine derartige erfmdungsgemäße Ausgabeeinheit in ein Messgerät integriert, insbesondere in ein handgehaltenes Distanzmessgerät, so ermöglicht ein derartiges Messgerät über die mittels der erfindungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit darstellbaren Längen- messskala, neben der Bestimmung von einzelnen Distanzmesswerten auch die Bestimmung bzw. das Abtragen von relativen Streckenlängen zu dem ermittelten Distanzmesswert.
Insbesondere bei einem Messgerät zur berührungslosen Entfernungsmessung ermöglicht die erfmdungsgemäße elektro-optische Ausgabeeinheit ein Messen, dass nicht nur auf die Länge bzw. physikalische Ausdehnung des Gerätes beschränkt ist. Vielmehr kann mit einem derartigen Messgerät, welches beispielsweise lediglich eine Ausdehnung in Messrichtung von ei- nigen Dezimetern hat, Streckenlängen bis zu einigen hundert Metern vermessen und ein Teil dieser Streckenlänge über die Messskala der erfmdungsgemäßen Ausgabeeinheit dargestellt werden.
Die erfmdungsgemäße Ausgabeeinheit ermöglicht es, eine ganze Längenmessskala darzu- stellen, die beispielsweise einen endlichen Bereich einer zu vermessenden Strecke wiedergibt. Auf diese Weise bildet eine mit der erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit versehene Vorrichtung einen Meterstab, insbesondere einen digitalen Meterstab, mit einer Messskala, insbesondere einer Längenmessskala, welche über die Ausgabeeinheit der Vorrichtung dargestellt werden kann und die Entfernungsmesswerte über einen ganzen Teil- abschnitt der vermessenen Strecke darzustellen vermag. Einem Nutzer wird somit in vorteilhafter Weise nicht nur ein singulärer Abstandswert des Messgerätes zu einem zu vermessenden Objekt übermittelt, sondern er besitzt, wie bei einem Messgerät zur direkten Entfernungsmessung, eine Messskala, welche über einen Bereich endlicher Länge den jeweiligen Abstand eines Skalenpunktes zu dem zu vermessenden Objekt wiedergibt.
Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Merkmale sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfmdungsgemäßen Vorrichtung bzw. eines erfmdungsgemäßen Messgerätes mit einer derartigen Vorrichtung möglich.
In vorteilhafter Weise ist mittels der erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit eine variable Längenmessskala darstellbar, welche sich mit zu- und/oder abnehmender Messentfernung der zugehörigen Vorrichtung entsprechend der gemessenen Entfernung zwischen einem als Bezugspunkt dienenden Zielobjekt und einem Referenzpunkt der Vorrichtung ändert.
In vorteilhafter Weise weist die Längenmessskala der erfmdungsgemäßen Vorrichtung dazu Skalenteile und/oder Zahlenwerte auf, deren Betrag dem jeweiligen Abstand des zugehörigen Skalenteiles zu einem Messobjekt bzw. Bezugspunkt entspricht. Wird der Abstand der Vorrichtung zu einem Bezugspunkt während einer Messung oder zwischen zwei aufeinan- derfolgenden Messungen variiert, so werden in entsprechender Weise auch die Skalenteile bzw. die den Skalenteilen zugeordneten Zahlenwerte variiert, d.h. aktuell angepasst und in
entsprechend aktualisierter Form über die elektro-optische Ausgabeeinheit einem Anwender zur Kenntnis gebracht.
Diese Aktualisierung der Längenmessskala kann beispielsweise kontinuierlich automatisch oder getaktet erfolgen, sobald ein entsprechendes Messgerät in einem „Dauermessmodus" arbeitet und dabei ständig die Entfernung des Gerätes zu einem Bezugspunkt misst.
In vorteilhafter und anwenderfreundlicher Weise ist die Orientierung der Messskala relativ zur Ausgabeeinheit umschaltbar, so dass beispielsweise abhängig von den Daten eines zuge- ordneten Neigungsmessers jeweils die optimale Sichtbarkeit der elektro-optischen Ausgabeeinheit für einen Anwender gewährleistet ist.
In vorteilhafter Weise kann der Nullpunkt der Längenmessskala außerhalb des von der e- lektro-optischen Ausgabeeinheit dargestellten Messbereiches liegen und beispielsweise über eine Abstandsmessung, insbesondere über eine elektro-optische Abstandsmessung bestimmt werden. Dies ermöglicht die Vermessung von relativ großen Strecken bei gleichzeitiger Verfügbarkeit einer genauen und möglicherweise sehr feinteiligen Längenmessskala für einen Teilabschnitt der zu vermessenden Strecke.
In vorteilhafter Weise ist die elektro-optische Ausgabeeinheit als ein elektro-optisches Display ausgebildet, welches insbesondere die digitale, elektro-optische Anzeige von Skalenstrichen, Messwerten und sonstigen Angaben ermöglicht. Die Darstellung der Längenmessskala sowie zugehöriger Skalenwerte kann beispielsweise über eine vektororientierte Ansteuerung des Displays, über eine Raster- oder auch Matrixanzeige sowie beispielsweise auch über eine Segmentanzeige erfolgen.
Bei einem erfindungsgemäßen Messgerät, insbesondere einem handgehaltenen Distanzmessgerät mit einer derartigen elektro-optischen Ausgabeeinheit ist die Ausgabeeinheit selbst bzw. die über die Ausgabeeinheit mögliche Darstellung einer Messskala in vorteilhafter Weise im Wesentlichen parallel zu einer Anlagekante des Gehäuses des Messgerätes angeordnet. Dies ermöglicht in einfacher Weise die Übertragung von Messwerten von der Messskala der elektro-optischen Ausgabeeinheit auf beispielsweise einen Untergrund. Dazu kann ein solches Messgerät über eine zusätzliche Skala, insbesondere eine fixe Strichskala verfügen, die das Übertragen der Längenmessskala der elektro-optischen Ausgabeeinheit auf ei- nen Untergrund vereinfacht. Eine derartige, beispielsweise am Gehäuse des Messgerätes angeordnete, zusätzliche Skala lässt sich in vorteilhafter Weise insbesondere im Bereich einer Anlagekante des Gehäuses des Messgerätes ausbilden.
Ein Messgerät mit der erfindungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit vereinbart die Vorteile von indirekter und direkter Längenmessung. So können insbesondere auch Distanzen, die mit einem Lineal bzw. einem herkömmlichen Meterstab - wenn überhaupt - nur umständlich gemessen und/oder abgetragen werden können, nunmehr problemlos ermittelt und gekennzeichnet werden. So können beispielsweise auch Strecken von mehreren Metern durch die kompakte Bauform eines entsprechenden Messgerätes in „Ein-Mann-Bedienung" ermittelt werden. Das Übertragen eines Maßes von einer derartigen Messvorrichtung beispielsweise auf einen Untergrund wird erleichtert und deutlich beschleunigt, da die Vorrichtung in Abstandsrichtung nicht exakt punktgenau positioniert werden muss.
Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. eines erfindungsgemäßen Messgerätes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtungen.
Zeichnung
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele für die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. für Messgeräte mit einer derartigen erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt, welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden sollen. Die Figuren der Zeichnung, de- ren Beschreibung sowie die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Ein
Fachmann wird diese Merkmale auch einzeln betrachten und zu weiteren sinnvollen Kombinationen zusammenfassen. Insbesondere wird ein Fachmann auch die Merkmale aus unterschiedlichen Ausführungsbeispielen zu weiteren sinnvollen Kombinationen zusammenfassen.
Es zeigen:
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Messgerätes mit einer erfindungsgemäßen e- lektro-optischen Ausgabeeinheit,
Figur 2 ein Ausführungsbeispiel für eine Darstellung einer elektro-optische Ausgabeeinheit eines Messgerätes gemäß Figur 1 ,
Figur 3 ein zweites Ausführungsbeispiel der Darstellung einer elektro-optischen Ausgabe- einheit für ein Messgerät nach Figur 1 ,
- -
Figur 4 ein zweites Ausführungsbeispiel für ein Messgerät mit einer erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit,
Figur 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Messgerät mit einer erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit,
Figur 6 die elektro-optische Ausgabeeinheit des Messgerätes nach Figur 4 in einer Detailansicht,
Figur 7 eine Darstellung der elektro-optischen Ausgabeeinheit im „Memory-Mode".
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Figur 1 zeigt in einer schematischen Übersichtsdarstellung ein Distanzmessgerät mit einer erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit.
Das Messgerät 10 weist ein Gehäuse 12 auf, in dessen Innerem elektronische Komponenten zur Signalerzeugung, Signaldetektion sowie Signalauswertung angeordnet sind. Diese elekt- ronischen Komponenten sind in der Übersichtsdarstellung der Figur 1 in symbolischer Weise zusammenfassend mit dem Bezugszeichen 14 versehen. Neben diesen elektronischen Elementen weist das Gehäuseinnere je nach Ausführungsform gegebenenfalls zusätzliche optische Elemente, wie beispielsweise Linsen oder Objektive auf. Darüber hinaus können auch mechanische Elemente, beispielsweise mechanische Verschlüsse im Inneren des Gehäuses 12 angeordnet sein. Daneben weist die Vorrichtung alle bekannten Bestandteile eines Entfernungsmessers, insbesondere eines elektro-optischen Entfernungsmessers auf.
Das Messgerät 10 besitzt einen Messkopf 16, in dem die Komponenten 14 zur elektroopti- schen Entfernungsmessung integriert sind. Das Messsignal 18 tritt durch ein Austrittsfenster 20 aus dem Gehäuse der Vorrichtung aus und wird an einem in Figur 1 nicht weiter dargestellten Zielobjekt, welches als Bezugspunkt für eine Entfernungsmessung zwischen dem Messgerät und dem Zielobjekt dient, reflektiert bzw. gestreut. Ein rücklaufender Anteil 22 der Messstrahlen gelangt durch ein Eintrittsfenster 24 wiederum in das Gerät zurück, wird dort in ein elektronisches Signal konvertiert und durch entsprechende elektronische Kompo- nenten 14 ausgewertet. Über eine Laufzeit- bzw. eine Phasenmessung des Messsignals 18 bzw. 22, die beispielsweise die relative Phasenverschiebung zwischen dem zum Zielobjekt hinlaufenden Messsignal 18 und dem am Zielobjekt reflektierten und zum Messgerät zu-
rückkehrenden Messsignal 22 auswertet, kann der Abstand zwischen dem Zielobjekt und der Messvorrichtung 10, insbesondere der Abstand zwischen dem als Bezugspunkt dienendem Zielobjekt und einem Referenzpunkt der Vorrichtung in bekannter Weise detektiert werden.
Zur näheren Erläuterung der Funktionsweise einer derartigen Vorrichtung zur Distanzmessung sei im Rahmen der Beschreibung der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf die DE 102 32 878 Al bzw. auf die DE 198 11 550 Al verwiesen, die eine prinzipiell mögliche Funktionsweise eines solchen Entfernungsmessers in Form eines Laserentfernungsmessers beschreiben.
Neben dem hier beschriebenen Laserentfernungsmesser ist in analoger Weise beispielsweise auch ein Ultraschallentfernungsmesser oder aber auch ein Radarentfernungsmesser in analoger Weise möglich.
Das erfindungsgemäße Messgerät gemäß der Ausführungsform in Figur 1 besitzt an seinem, dem Messkopf 16 entgegen gesetzten Ende eine Auswerte- und Recheneinheit 26. Im Bereich der Auswerte- und Recheneinheit 26 können beispielsweise auch entsprechende Bedienelemente und Eingabetasten für das Messgerät angebracht sein, die in der Darstellung der Figur 1 nur symbolisch als Bedienelement 28 angedeutet sind. In alternativen Ausfüh- rungsformen, kommen Messkopf und Recheneinheit in einem einzelnen Gehäuseteil integriert und lediglich einseitig an der Messskala angebracht sein.
Zwischen dem Messkopf 16 und der Recheneinheit 26 ist bei dem erfmdungsgemäßen Messgerät nach Figur 1 eine Ausgabeeinheit 30 in Form eines elektro-optischen Displays 32 angeordnet. Das elektro-optische Display 32 ermöglicht die Anzeige, insbesondere die digitale Anzeige von Skalenstrichen und Skalenwerten einer Längenmessskala, wie diese beispielsweise in Figur 2 und Figur 3 dargestellt sind. Das elektro-optische Display 32 kann ü- ber eine vektororientierte Ansteuerung verfügen bzw. auch als Raster- oder Matrixanzeige realisiert sein. Ebenso möglich ist es, die Darstellung der elektro-optischen Anzeigeeinheit 30 in Form einer Segmentanzeige, beispielsweise einer 7-Segment- Anzeige oder aber auch einer 14-Segment- Anzeige zu realisieren.
Beidseitig der Längsseiten des elektro-optischen Displays 29 besitzt das Messgerät 10 der Ausführungsform nach Figur 1 eine am Gehäuse angebrachte, fixe Skala 34 bzw. 36 mit ä- quidistanten Skalenstrichen. Diese Skalen 34 bzw. 36 dienen der Übertragung der von dem
Messgerät erzielten Messwerte beispielsweise auf einen Untergrund.
Die Ausgabeeinheit 30 besitzt eine Ausdehnung in Messsignalrichtung 17, die deutlich größer ist als seine dazu orthogonale Ausdehnung. In bevorzugten Ausführungsformen ist die Ausdehnung der Ausgabeeinheit 30 in Messsignalrichtung 17 um ein mehrfaches größer, als die Ausdehnung in dazu senkrechter Richtung. So kann bei Messgeräten der in Figur 1 dar- gestellten Art die Ausdehnung der elektro-optischen Ausgabeeinheit in Messsignalrichtung beispielsweise bei 10 bis 30 cm liegen, die Ausdehnung in dazu orthogonaler Richtung jedoch beispielsweise bei nur 2 bis 5 cm. Auf diese Weise lässt sich mit dem erfmdungsgemä- ßen Messgerät ein digitaler Meterstab realisieren, der sowohl in seiner Funktionsweise, als auch in seinem Erscheinungsbild einem herkömmlichen, rein mechanischen Meterstab äh- nelt.
Das elektro-optische Display 32 ist im Wesentlichen sowohl parallel zur Richtung 17 des Messsignals 18 ausgerichtet als auch parallel zu einer Anlagekante 38 des Gehäuses 12 des Messgerätes.
Nach Einschalten des Messgerätes 10 beispielsweise über Bedienelemente 28 wird in Display 32 der Ausgabeeinheit 30 beispielsweise direkt eine Linealskala 40 mit diskreten Skalenteilen über die gesamte Längenausdehnung der Ausgabeeinheit 30 dargestellt. In diesem Messmode sind die Mittel zur berührungslosen Abstandsmessung noch nicht aktiviert. Be- zugspunkt für die Längenmessskala ist dann sinnvoller Weise das messkopfseitige Ende 42 des Gehäuses 12. In diesem passiven Funktionsmodus entspricht das Messgerät einem klassischen Lineal bzw. Meterstab, jedoch mit einer digitalen, elektro-optischen Wiedergabe der Skalenwerte. In einem derartigen Messmodus lässt sich die erfmdungsgemäße Vorrichtung wie ein normaler, klassischer Meterstab zur direkten Messung und Abtragung von Längen nutzen.
In vorteilhafter Weise lässt sich der Bezugspunkt für die Längenmessung in diesem passiven Betriebsmode aber auch umschalten, so dass beispielsweise auch das Messkopf abgewandte Ende 43 des Gehäuses als Bezugspunkt dienen kann. Vorteilhaft ist dabei beispielsweise auch eine Umschaltung zwischen unterschiedlichen Maßsystemen, wie beispielsweise dem in Europa gebräuchlichen, metrischen System bzw. dem US -Inch- System.
Figur 2 bzw. Figur 3 zeigen mögliche Darstellungen einer digital erzeugten Messskala der elektro-optischen Ausgabeeinheit und werden an anderer Stelle noch detaillierter beschrie- ben werden.
In vorteilhafter Weise kann das Messgerät über mindestens einen Neigungssensor, beispielsweise einen Neigungsmesser oder Neigungsschalter verfugen, der je nach Ausrichtung des Messgerätes die den Skalenteilen zugeordneten Zahlenwerte in entsprechender Weise ausrichtet.
Wird bei dem Messgerät gemäß Ausführungsform der Figur 1 zusätzlich das Messsignal 18 bzw. 22 zur berührungslosen Abstandsmessung durch ein entsprechendes Bedienelement 28 aktiviert, so wird nunmehr nicht mehr der Abstand der Skalenteile der elektro-optischen Anzeigeeinheit zur Gehäusekante 42 oder auch 43 angezeigt, sondern vielmehr der Abstand der jeweiligen dargestellten Skalenteile zu einem nunmehr als Bezugspunkt dienenden Zielobjekt 18. Der Nullpunkt der dargestellten Längenmessskala liegt somit nicht nur außerhalb des von der Ausgabeeinheit 30 darstellbaren Skalenbereichs, sondern auch außerhalb des Gehäuses der Vorrichtung. Zur Erzeugung der Längenmessskala wird der Abstand des Zielobjektes zu einer Referenzebene bzw. einem Referenzpunkt des erfindungsgemäßen Messge- rätes beispielsweise nach dem bekannten Phasenmessverfahren bestimmt und ausgehend vom jeweiligen Abstand eines Zielobjektes zu diesem Referenzpunkt des Messgerätes wird dann auf rechnerische Weise eine entsprechende Längenskala 40 in der Ausgabeeinheit 30 generiert, die die Abstände der Skalenteile dieser Messskala zu dem Bezugspunkt des Zielobjektes wiedergibt. In dieser Betriebsweise der erfmdungsgemäßen Vorrichtung lassen sich Entfernungen des Messgerätes zu einem Zielobjekt über den gesamten Bereich der mittels des Displays 32 dargestellten Längenmessskala 40 wiedergeben, so dass beispielsweise auch Strecken gewünschter Länge relativ zum Bezugspunkt abgetragen werden können.
Wird nun beispielsweise in einem Dauermessmodus, bei dem ständig eine berührungslose Abstandsmessung über das Messsignal 18 bzw. 22 durchgeführt wird, der Abstand zwischen einem Zielobjekt und dem Messgerät verändert, so wird dies mittels der Auswerte- und Recheneinheit 26 berücksichtigt, so dass die Längenmessskala 40 der Ausgabeeinheit 30 des Messgerätes 10 automatisch elektronisch nachgeführt wird, so dass diese jeweils exakt und aktuell den Abstand einzelner Skalenteile zu dem gerade angepeilten Zielobjekt wiedergibt.
Das erfindungsgemäße Messgerät entspricht somit einem Meterstab, insbesondere einem digitalem Meterstab, dessen Nullpunkt der Messskala 40 außerhalb der mit der Ausgabeeinheit 30 dargestellten Messskala 40 liegt. Bei aktiviertem Messsignal 18, dass heißt bei einer berührungslosen Abstandsmessung, kann der Nullpunkt dieser Messskala 40 insbesondere auch deutlich außerhalb des Gehäuses 12 des Messgerätes 10 liegen.
In alternativen Ausfuhrungsformen bzw. alternativen Messmodi kann nach Einschalten des Messgerätes bereits auch direkt das Messsignal 18 aktiviert sein, so dass sich das Messgerät sofort in dem zweiten, oben beschriebenen berührungslosen Messmodus befindet. Hierbei kann das Messgerät beispielsweise in einem Dauermessmodus arbeiten, bei dem ununterbro- chen oder mit einer speziellen Taktrate jeweils der aktuelle Abstand der Vorrichtung zu dem jeweiligen Zielobjekt gemessen und mittels der erfindungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit 30 wiedergegeben wird.
Ein weiterer Messmodus der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann alternativer Weise je- weils nur eine Einzelmessung vorsehen, die beispielsweise durch Betätigung eines Bedienelementes ausgelöst wird. Entsprechend der gemessenen Entfernung zum Zielobjekt erfolgt dann die Darstellung der Längenmessskala mittels der elektro-optischen Ausgabeeinheit 30 beispielsweise in einem stehenden, digitalen Einzelbild, wie dies exemplarisch in Figur 2 und Figur 3 wiedergegeben ist.
So ist es beispielsweise mit einem erfindungsgemäßen Messgerät auch möglich, über eine Einzelmessung einen einzelnen Messwert aufzunehmen und über eine entsprechende „Memory-Funktion" abzuspeichern. Dieser abgespeicherte oder „abgegriffene" Messwert lässt sich mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung nun einfach auf einen anderen Untergrund übertra- gen. Im „memory-Mode" zeigt die Ausgabeeinheit 30 beispielsweise über Pfeile 44 bzw. 46 an, in welche Richtung das Messgerät verschoben werden muss, damit die aktuelle Strecke, die gerade vermessen wird, der zuvor aufgenommenen und abgespeicherten Strecke entspricht. Eine mögliche Darstellung der Anzeige der elektro-optischen Ausgabeeinehit im „Memory-Mode" ist in Figur 7 wiedergegeben. Liegt der Endpunkt 48 der abzutragenden Strecke in dem mittels der Ausgabeeinheit darstellbaren Längenbereich, so wird eine entsprechende Markierung 48 auf dem elektro-optische Display der Ausgabeeinheit dargestellt. Gleichzeitig kann der zuvor bestimmte Zahlenwert 50, also das Maßgemessenen bzw. abzutragenden Strecke ebenfalls über die Ausgabeeinheit 30 des Messgerätes wiedergegeben werden. In vorteilhafter Weise braucht die Markierung 48 bzw. der abzutragende Zahlen- wert 50 dabei nicht an einer speziellen Stelle der Ausgabeeinheit zu liegen zu kommen, sondern muss lediglich in den Bereich der mit der Ausgabeeinheit darstellbaren Längenmessskala fallen. Mittels der Markierung 48 der elektro-optischen Ausgabeeinheit kann das entsprechende Maß (im Ausführungsbeispiel der Figur 7 ist dies 304,2 cm) über die fixe Skala 34 bzw. 36, die am Gehäuse des Messgerätes ausgebildet ist, auf einen Untergrund übertragen werden, wie dies symbolisch mit der Markierung 53 in der Figur 7 angedeutet sein soll. Auf diese Weise ist es möglich, ein einmal aufgenommenes bzw. „abgegriffenes" Maß auf eine Vielzahl von Untergründen zu übertragen. So können beispielsweise in einfacher Weise eine
Mehrzahl von Brettern mit einem Maß gleicher Länge versehen und anschließend zugeschnitten werden.
Alternativer Weise ist es bei dem erfindungsgemäßen Messgerät auch möglich, den zu über- tragenden Messwert 50 nicht auszumessen bzw. abzugreifen, sondern über ein Bedienfeld, beispielsweise über ein Tastenfeld mit Ziffern bzw. ein Drehrad, direkt in ein Speichermedium des Messgerätes einzugeben. Die Ausgabeeinheit der Vorrichtung zeigt dann im „Memory-Mode" wiederum über Pfeilsymbole der Ausgabeeinheit 30 an, in welche Richtung das Messgerät in Bezug auf ein Zielobjekt verschoben werden muss, damit die Strecke zwischen dem Messgerät und dem gerade angemessenen Zielobjekt den zuvor abgespeicherten Wert erreicht.
Das Gerät verfügt darüber hinaus über eine Reset-Funktion, die es ermöglich, den Entfer- nungsmesswertspeicher auf Null zu setzen, wodurch der Startpunkt der Entfernungsmessung neu festgelegt werden kann, auf diese Weise wäre es vorteilhaft möglich, Differenzstrecken auszumessen und direkt zur Anzeige zu bringen.
In weiteren Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Messgerätes kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Messkopf 16 als separates Bauteil bzw. funktionstüchtiges Modul vom Rest des Gehäuses lösbar ist. Ist im Rest Gehäuses auch eine Empfangseinheit integriert, so kann beispielsweise der Abstand zwischen dem Messkopf 16 und dem Restgehäuse und insbesondere zu der Messskala ermittelt werden. In diesem Falle wäre die elektro- optische Ausgabeeinheit im Empfangsmodul eines entsprechenden Messgerätes integriert. Zielobjekt in diese Ausführungsform wäre somit der Messkopf selbst bzw. das Empfangs- modul.
Die Figuren 2 und 3 zeigen mögliche Ausführungsformen von mittels der erfindungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit darstellbaren Längenmessskalen 40. Das Display 32 weist eine digitale Anzeige 54 mit einer variablen Skala 40 auf, die aus Skalenstrichen 56 und zugeordneten Zahlenwerten 51 besteht. Die Position der Skalenstriche 56 bzw. die zugeordneten Zahlenwerte 51 verändern sich mit zu- oder abnehmender Distanz zwischen der Messvorrichtung und einem Bezugspunkt, beispielsweise einem anzupeilendem Zielobjekt. In den dargestellten, beispielhaften Wiedergaben der erfindungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit nach Figur 2 bzw. Figur 3 sind Skalenteile 56 mit einem Abstand von 1 cm eingeblendet. Diese Skalierung besitzt jeweils noch eine Unterteilung in 5 mm-Schritten durch zusätzliche Skalenteile 58. Eine noch weitere Unterteilung der Skalierung, beispielsweise in 1 mm-Skalen, ist ebenso möglich und kann beispielsweise auf Anforderung eines
Anwenders in die Darstellung der Ausgabeeinheit eingeblendet werden. Unter Umständen vorteilhaft ist eine Ausführungsform der erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit, die unterschiedlich feine Skalierungen in Abhängigkeit der gemessenen absoluten Gesamtentfernung zu einem Bezugspunkt zulässt. So kann beispielsweise die Messunsicherheit des Messgerätes der absoluten Entfernung der Vorrichtung zum Zielobjekt angepasst werden, wie dies anmelderseitig mit der DE 102 32 878 Al für elektrooptische Entfernungsmessgeräte vorgeschlagen wurde.
Den Skalenteilen 56 zugeordnet sind in den Ausführungsformen der Figur 2 bzw. 3 Zahlen- werte 51, die den jeweiligen Abstand eines jeden Skalenteiles 56 zu einem Bezugspunkt, beispielsweise einem Zielobjekt der berührungslosen Abstandsmessung, angeben. Die erfϊn- dungsgemäße Ausgabeeinheit bzw. ein erfmdungsgemäßes Messgerät gibt somit nicht nur den Abstand zwischen einem Zielobjekt und einer Referenzebene, beispielsweise einem Referenzpunkt der Messvorrichtung an, sondern zeigt darüber hinaus in einem endlich weiten Bereich die Absolutabstände der Messskala zu dem Bezugspunkt. Über den gesamten Bereich der Ausgabeeinheit kann der absolute Abstand von Messpunkten zu einem Bezugspunkt, beispielsweise einem Zielobjekt, abgelesen und somit auch ein relativer Abstand dieser Messpunkte beispielsweise auf einen Untergrund abgetragen werden. So ist es mit dem erfmdungsgemäßen Messgerät ohne größere Probleme möglich, eine Strecke auf einen Un- tergrund zu übertragen, die beispielsweise horizontal ausgerichtet ist, eine Länge von 15,2 cm hat und deren Anfangspunkt einen Abstand von 7,23 m von einem angepeilten Bezugspunkt hat.
Wird der Abstand des Messgerätes zu einem Zielobjekt verändert, so verschiebt sich in ent- sprechender Weise die in der Ausgabeeinheit dargestellte Längenmessskala 40, um die nunmehr aktuellen Abstände darzustellen. Dabei können, wie dies insbesondere in Figur 3 dargestellt, die Zahlenwert 51 zuerst einmal an ihrer vorherigen Position in der Ausgabeeinheit „stehen" bleiben und nur die Skalenstriche 56 bzw.58 angepasst werden. Die Skalenstriche 56 bzw. 58 wandern um den Betrag der Verschiebung des Messgerätes zum Zielobjekt in die entsprechende Richtung. Um noch eine eindeutige Beziehung zwischen den verschobenen
Skalenstrichen 56 bzw. 58 und den angezeigten, aber in ihrer Position unveränderten Messwerten 51 zu realisieren, können die Skalenstriche 56 in diesem Fall, derart dargestellt werden, dass sie beispielsweise mit einer Verlängerung 55 in Form eines „Fähnchens" dargestellt werden, wobei die Verlängerungen 55 dann jeweils auf den zugehörigen Zahlenwert 51 zeigt. Auf diese Weise ist es insbesondere bei Segmentanzeigen möglich, dass der eigentliche Skalenstrich um ein Segment weiter springt und lediglich die Orientierung des „Fähnchens" geändert wird, um den Bezug zu den feststehenden Zahlenwerten weiter sicher zu
stellen. Wird der Abstand zwischen dem Messgerät und einem Zielobjekt weiter vergrößert, so kann auch der Zahlenwert in der Ausgabeeinheit nachgeführt werden und beispielsweise seine Position ändern. So kann beispielsweise mit einer Messskala, wie sie in Figur 6 dargestellt ist, die Darstellung der Zahlenwerte jeweils in Inkrementen von 3 Millimetern sprin- gen. Für Messwerte, die dazwischen liegen, bleiben die Zahlenwerte an einem festen Ort der
Messskala und lediglich die Skalenstriche wandern in entsprechender Weise über die Ausgabeeinheit.
Vorteilhaft ist es in alternativer Weise auch, das Fähnchen 55 an den Skalenstrichen 56 oder 58 nur über einen Längenmessbereich von beispielsweise kleiner 5 Millimetern wandern bzw. seine Orientierung ändern zu lassen, während der zugehörige Zahlenwert über dieses Intervall unverändert an seiner Position in der Anzeige verbleibt. Wird die gemessene Abstandsänderung zu einem Zielobjekt dann genau 5 Millimeter, so wird das Fähnchen 55 am Skalenstrich ausgeblendet und der Zahlenwert, der zuvor beispielsweise 100 cm betrug, wird auf einen wert von 100,5 cm geändert.
Auf diese Weise ermöglicht die erfmdungsgemäße elektro-optische Ausgabeeinheit eine nahezu kontinuierlich veränderliche Längenmessskala, die auch kleine Zwischenintervalle bzw. zu messende Abstandsänderungen darzustellen vermag. Insbesondere wird es auf diese Weise ermöglicht, die Nachteile einer Diskretisierung in der Ausgabeeinheit, welche sich aufgrund beispielsweise einer Segmentanzeige nicht vermeiden lässt, weitgehend zu umgehen.
Neben den in den Figuren 1 , 2 und 3 bzw. Figur 6 oder 7 dargestellten Ausführungesformen der elektronischen Längenmessskala kann je nach Anwendung auch ein Teilmessbereich aus dem Gesamtmessbereich oder aber auch lediglich nur ein einzelner Messwert wiedergegeben werden, so dass ähnlich wie bei herkömmlichen Laserentfernungsmessern auch Einzelmes- sungen, beispielsweise in Bezug auf einen Referenzpunkt oder eine Bezugskante des Gerätes (z.B. vorderes oder hinteres Ende des Messgerätes) möglich sind. Insbesondere ist vorgese- hen, dass der geräteseitige Referenzpunkt der Entfernungsmessung umschaltbar ist.
Figur 4 zeigt in stark vereinfachter Weise ein Ausführungsbeispiel für eine derartige Ausgabeeinheit 31. Ein gemessener Einzelmesswert 50 (hier: 320,5cm) wird in vorteilhafter Weise mit zumindest einem Skalenstrich 52 versehen, der über seinen Bezug zu einer fixen Mess- skala 35 am Gerätegehäuse 12 das Abtragen des Messwertes selbst, bzw. auch das Abtragen von relativen Längen, ausgehend von dem berührungslos gemessenen Messwert 50 ermöglicht. Dazu ist die fixe Messskala 35 des Gehäuses 12 in vorteilhafter Weise als relative Ska-
Ia ausgebildet und der berührungslos ermittelte Messwert 50 wird an einer festen Stelle in der Ausgabeeinheit 31 eingeblendet. Zur Ausrichtung der Vorrichtung ist eine mechanische Libelle 57 am Objekt zugewandten Ende 42 der Vorrichtung in das Gehäuse 12 integriert. Alternativerweise kann in die Vorrichtung nach Figur 4 bzw. auch in die anderen, bereits be- schriebenen Vorrichtungen, auch ein oder mehrere beispielsweise elektronischer Neigungssensor integriert sein. Auch kann die Position und Anordnung der Libellen oder der Neigungsmesser je nach Ausführungsform variieren.
Der Neigungssensor ermöglicht es, das entsprechende Messgerät auch als Neigungsmesser zu verwenden bzw. sicherzustellen, dass bei einer entsprechenden Entfernungsmessung mit dem Gerät die Vorrichtung „im Wasser" ist. Dies kann beispielsweise durch eine oder mehrere mechanische Libellen oder aber auch über eine elektrisch-kapazitive Anordnung realisiert werden.
Darüber hinaus kann durch die Integration eines oder mehrerer Neigungs- bzw. Lagesensoren in das Gehäuse des erfmdungsgemäßen Messgerätes die Ausgabeeinheit derart gestaltet werden, dass die angezeigten Abstandswerte immer in optimal ablesbarer Position angezeigt werden. So kann je nach Ausrichtung des Gehäuses des Messgerätes der Zahlenwert, der einem Skalenteil zugeordnet ist, um beispielsweise 90° bzw. 180° zu der in Figur 2 lediglich exemplarisch dargestellten Orientierung gedreht werden, um einem Anwender die bessere
Lesbarkeit der Skalierung zu gewährleisten. Die digitale Skala der erfmdungsgemäßen Ausgabeeinheit ermöglicht somit eine gute Orientierung des Anwenders, sowohl über den gesamten Messbereich als auch insbesondere über den Anzeigebereich der Vorrichtung, wie dies durch zwei unterschiedlich mögliche Darstellungen der Anzeige der elektro-optischen Ausgabeeinheit in Figur 2 bzw. Figur 3 angedeutet sein mag.
Neben den Längenmessdaten sowie eventuellen Neigungswerten können mit der erfmdungsgemäßen Ausgabeeinheit in vorteilhafter Weise auch weitere Werte bzw. Daten wiedergegeben werden. So lässt sich auf einfache Weise eine Taschenrechnerfunktion in das Gerät in- tegrieren und über die Ausgabeeinheit darstellen.
Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Messgerät, welches mit einer erfmdungsgemäßen elektro-optischen Ausgabeeinheit 130 versehen ist. Das Messgerät 110 der Ausführungsform nach Figur 5 kann beispielsweise ein Ortungsgerät zur Detektion von in einem Medium eingeschlossenen Objekten sein, wie dies aus der DE 102 52 425 Al bekannt ist oder aber auch lediglich als ein Distanzmessgerät ausgebildet sein, das über ein Wegnehmersystem eine Entfernungsinformation aufnimmt. Im Rahmen der Beschreibung des erfϊn-
dungsgemäßen Gegenstandes wird daher bei der Beschreibung des Messgerätes gemäß Ausfuhrungsform nach Figur 5 nicht weiter auf die mögliche Ortungsfunktion dieses Messgerätes eingegangen, sondern lediglich die erfmdungsgemäße Distanzmess- und Anzeigefunktion des Messgerätes beschrieben. Hinsichtlich einer möglichen Ausbildung des Messgerätes 110 als Ortungsgerät sei hiermit beispielsweise auf die DE 102 52 425 Al oder die DE 102 04
477 Al verwiesen.
Das Gehäuse 112 des erfmdungsgemäßen Messgerätes 110 ist in zwei bevorzugte, entgegengesetzte Bewegungsrichtungen 184 und 186 verfahrbar, die senkrecht zu einer Längserstre- ckung 188 des Gehäuses 112 des Messgerätes verlaufen. Das Messgerät 110 besitzt vier als
Räder ausgebildete Wälzkörper 190, 192, 194 und 196, die in Längserstreckung 188 des Gerätes an gegenüberliegenden Stirnseiten 170 und 171 angeordnet sind. In Quererstreckung des Gerätes 110 sind die Wälzkörper im äußeren Randbereich angeordnet. Die sich jeweils in Längserstreckung 188 gegenüberliegenden Wälzkörper 190 und 194 bzw. 192 und 196 sind über starre Achsen 124 bzw. 126 drehfest miteinander verbunden.
Zur Aufnahme von Bewegungskenngrößen weist das Messgerät 110 eine Sensoreinheit mit insbesondere zwei Sensoren auf, mit denen die Bewegungskenngrößen erfassbar sind. Dazu sind auf die Achsen 124 bzw. 126 in nicht näher dargestellter Weise Segmenträder aufge- steckt, die sich in Gabellichtschranken bewegen, so dass die Bewegungsrichtung des Gerätes detektiert werden kann. Darüber hinaus bilden die Wälzkörper zusammen mit den Achsen 124,126 und der Sensoreinheit zur Detektion der Rotation ein Wegnehmersystem , dass es ermöglicht, den bei einem Abrollen des Messgerätes auf einem Untergrund zurückgelegten Weg zu detektieren und über die Ausgabeeinheit 130 einem Anwender zur Kenntnis zu brin- gen.
Das Gehäuse 112 des Messgerätes 110 weist an seiner Deckseite 102 eine von einem bügeiförmigen Griff 104 gebildete Halteeinrichtung 106 auf. Die Halteeinrichtung 106 verläuft in Längserstreckung 188 des Gehäuses 112. Mit Hilfe dieser Halteeinrichtung 106 und der Wälzkörper 190 bis 196 kann das Messgerät 110 über die Oberfläche eines zu vermessenden
Mediums, beispielsweise einer Wand, eines Bodens oder einer Decke verfahren werden.
Zur Durchführung einer Distanzmessung wird das erfindungsgemäße Messgerät 110 mit den Wälzkörpern 190 bis 196 auf die Oberfläche eines Untergrundes aufgesetzt und beispiels- weise durch Betätigung einer Messtaste 108 aktiviert. Das Messgerät weist zudem ein Bedienfeld 117 auf, in dem verschiedene Bedienelemente 114, 115 und 116 angeordnet sind, über deren Betätigung diverse Messmodi aktiviert werden können. Insbesondere kann durch
- -
Betätigung eines entsprechenden Bedienelementes der Signalspeicher für die Distanzmesswerte auf Null gesetzt werden.
Eine Distanzmessung mit dem erfmdungsgemäßen Messgerät 110 lässt sich beispielsweise wie nachfolgend beschrieben durchführen.
Das Messgerät wird auf einen zu vermessenden Untergrund aufgebracht und in die Startposition, dass heißt beispielsweise einem Streckenende einer zu vermessenden Strecke verfahren. In dieser Position wird der Entfernungsmesswertspeicher auf Null gesetzt, wodurch der Startpunkt der Entfernungsmessung festgelegt wird. Nunmehr kann das erfmdungsgemäße
Messgerät 110 mittels der Wälzkörper 190 bis 196 in die Bewegungsrichtungen 186 bzw. 184 über den Untergrund verfahren werden. Über die entsprechende Wegsensorik wird der zurückgelegte Weg detektiert. Eine Rechen- und Auswerteeinheit 125, die im Gehäuse des Messgerätes 110 angeordnet ist, bestimmt jeweils die aktuelle Position des Messgerätes und bringt diese Information in der Ausgabeeinheit 130 des Messgerätes zur Wiedergabe. Neben dem aktuell gemessenen Messwert der zurückgelegten Strecke ermöglicht die als elektro- optisches Display 132 ausgebildete Ausgabeeinheit 130 des Messgerätes 110 zudem die Darstellung einer Längenmessskala 140, die in vorteilhafter Weise neben dem Abtragen eines Referenzwertes im Bezug auf die Zentralachse 150 des Messgerätes zudem auch das Abtra- gen von relativen Strecken ermöglicht. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform eines derartigen erfmdungsgemäßen Messgerätes ist die Ausgabeeinheit 130 im Bereich der Stirnseite 170 angeordnet, so dass mittels der Ausgabeeinheit wiedergegebene Mess- bzw. Skalenwerte direkt auf den Untergrund übertragen werden können.
Je nach Größe und geometrischer Ausdehnung der Ausgabeeinheit 130 wird somit ein mehr oder weniger großer Ausschnitt einer Längenmessskala 140 mittels der erfmdungsgemäßen Ausgabeeinheit dargestellt.
Figur 6 zeigt eine mögliche Ausführungsform einer erfmdungsgemäßen Ausgabeeinheit 130 in einer Detailansicht. Das elektronische Display 132 weist eine digitale Anzeige mit einer variablen Längenmessskala 140 auf, die aus Skalenstrichen 156 und zugeordneten Zahlenwerten 151 besteht. Die Skalenstriche und/oder die Zahlenwerte verändern sich mit zu- oder abnehmender Distanz des Messgerätes von dem zuvor als Bezugspunkt festgelegten Startpunkt der Distanzmessung. Auf dem dargestellten, beispielhaften Display 132 sind Skalen- teile 156 mit einem Abstand von 1 cm eingeblendet. Diese Skalierung der Längenmessskala
140 besitzt zudem noch eine Unterteilung in 5 mm-Schritten durch zusätzliche Skalenteile 158. Eine noch weitere Unterteilung der Skalierung, beispielsweise in 1 mm-Strichen, wie
dies im Ausfuhrungsbeispiel der Figur 5 angedeutet ist, ist ebenso möglich und kann, beispielsweise auf Anforderung eines Anwenders durch Betätigung eines entsprechenden Bedienelementes 114 bis 116 des Messgerätes, in der Ausgabeeinheit 130 eingeblendet werden. Den Skalenteilen 156 zugeordnet sind Skalenwerte 151, die den jeweiligen Abstand des Ska- lenteils 156 zu dem Bezugspunkt, das heißt dem Nullpunkt der Streckenmessung angeben.
Somit gibt die erfmdungsgemäße Ausgabeeinheit 130 nicht nur den jeweiligen Abstand zwischen einem Bezugspunkt und einer Referenzebene 150 des Messgerätes 110 an, sondern zeigt darüber hinaus in einem endlichen Bereich auch die Absolutabstände 151 der Längen- messskala zu dem Bezugspunkt. Über den gesamten Bereich, der mit der Ausgabeeinheit darstellbaren Strecke, kann der absolute Abstand von Messpunkten zu einem Bezugspunkt und somit auch der relative Abstand dieser Messpunkte zueinander abgelesen und abgetragen und somit beispielsweise auch auf einen Untergrund übertragen werden. Dazu weist das Gehäuse 112 der erfindungsgemäßen Vorrichtung 110 zudem eine gehäusefeste, dass heißt fixe Skalierung 136 auf, die beispielsweise über den gesamten Längenausdehnungsbereich der Ausgabeeinheit 130 oder aber auch über den gesamten Längenausdehnungsbereich des
Gehäuses 112 gehäusefest angeordnet ist. Unter dem Längenausdehnungsbereich ist hierbei die Ausdehnung der Ausgabeeinheit bzw. des Gehäuses in Bewegungsrichtung 184 bzw. 186 der Vorrichtung zu verstehen. Im Ausführungsbeispiel der Figur 5 findet eine solche fixe Skalierung in 1 mm-Schritten Anwendung. Andere Skalierungen sind selbstverständlich e- benfalls denkbar.
Neben der in Figur 6 dargestellten Ausführungsform der elektronischen Längenmessskala kann je nach Anwendung auch ein Teilmessbereich aus dem Gesamtmessbereich oder aber auch lediglich nur ein einzelner Messwert wiedergegeben werden, so dass ähnlich wie bei herkömmlichen berührungslosen Entfernungsmessern, wie beispielsweise Laserentfernungsmessern, auch Einzelmessungen in Bezug auf eine Referenzebene 150 des Gerätes durchgeführt werden können. Dabei kann ein gemessener Einzelmesswert, im Ausführungsbeispiel der Figur 5 beispielsweise 320,5 cm in vorteilhafter Weise mit zumindest einem Skalenstrich versehen sein, der über seinen Bezug zur fixen Messskala 136 das Abtragen des Messwertes als auch das Abtragen von relativen Längen, ausgehend von diesem Messwert, ermöglicht. Dazu ist die fixe Messskala 136 dann in vorteilhafter Weise als relative Skala ausgebildet und der ermittelte Distanzmesswert wird an einer festen Stelle der Ausgabeeinheit 130 eingeblendet.
Die erfindungsgemäße Ausgabeeinheit bzw. ein erfindungsgemäßes Messgerät mit einer solchen Ausgabeeinheit sind nicht auf die Ausführungsformen der Ausführungsbeispiele beschränkt.
- o -
So kann die erfindungsgemäße Ausgabeeinheit beispielsweise realisiert werden durch die Verwendung von LEDs, OLEDs, LCDs, Fluoreszenzanzeigen (VFDS) oder dergleichen. Mögliche Darstellungen der digitalen Messskala lassen sich durch eine vektororientierte Ansteuerung des Displays oder durch Raster- bzw. Matrixanzeigen oder beispielsweise auch durch Segmentanzeigen realisieren.
Die erfindungsgemäße elektro-optische Anzeige mit einer variablen Skala, welche sich mit variierender Messentfernung verändert, kann in einer Vielzahl von Messgeräten integriert werden. Insbesondere bieten sich Messgeräte an, mit deren Hilfe endliche Distanzen vermes- sen werden sollen bzw. die die genaue Kenntnis endlicher Distanzen erfordern.
Die berührungslose Entfernungsmessung ist nicht beschränkt auf die Verwendung von Lichtsignalen. Prinzipiell ist ein derartiges Messgerät auch zu realisieren durch die Verwendung diverser elektromagnetischer Strahlung. So kann beispielsweise auf gleiche Art ein Ra- darentfernungsmessgerät ermöglicht werden. Neben der Verwendung von modulierter Messstrahlung, die die Bestimmung von Distanzmesswerten über ein Laufzeitverfahren bzw. ein Phasenauswerteverfahren ermöglicht, lassen sich auch bekannte Triangulationsmessmethoden in dem erfindungsgemäßen Messgerät verwenden.
Des Weiteren sei erwähnt, dass das erfindungsgemäße Messgerät auch als Ultraschallmessgerät realisierbar ist.
Die erfindungsgemäße elektro-optische Ausgabeeinheit kann zudem auch, wie bereits erwähnt und beschrieben, in Messgeräte zur direkten Entfernungsmessung integriert sein. Ne- ben dem Ausführungsbeispiel der Figur 4 sind des weiteren beispielsweise und nicht abschließend auch erfindungsgemäße Messgeräte möglich, die als „Roller-Tape" oder auch als optische „Mess-Mouse" ausgebildet sind.