Apparatur zur Behandlung von partikelförmiqem Gut
Die Erfindung betrifft eine Apparatur zur Behandlung von parti- kelförmigem Gut, mit einer Prozesskammer zum Aufnehmen und Behandeln des Gutes, die einen mit Durchtrittsöffnungen ver¬ sehenen Boden aufweist, durch die Prozessluft in die Prozess¬ kammer einführbar ist, und mit einem Auslass zum Abführen von Prozessluft von der Prozesskammer.
Eine derartige Apparatur ist beispielsweise aus der DE 100 54 557 Al bekannt.
Diese Apparaturen dienen insbesondere dazu, um ein partikelför¬ miges Gut zu granulieren oder zu coaten. Ein gasförmiges Medi¬ um, sogenannte Prozessluft, wird über den Boden in die Prozess¬ kammer eingeführt und tritt dabei durch die zahlreichen Öffnun¬ gen, meist in Form von Schlitzen zwischen sich überlappenden Leitplatten etwa horizontal gerichtet in die Prozesskammer ein.
Dabei ist bekannt geworden, den Boden unterschiedlich auszuge¬ stalten, wie das beispielsweise aus der DE 199 04 147 Al, der DE 102 02 582 Cl oder der DE 102 48 116 B3 bekannt ist. Das zu behandelnde Gut wird durch die Prozessluft verwirbelt, wobei die Wirbelcharakteristik jeweils von der Gestaltung des Bodens abhängig ist. Wird beispielsweise der Prozessluft noch eine gewisse umfängliche Komponente auferlegt, bildet sich nach und nach ein toroidal umlaufender Wirbelstromring aus.
Sollen aus staubfeinem Pulver größere Agglomerate gebildet werden, also soll das Gut granuliert werden, wird dem toroida- len Ring über Düsen ein klebriges Medium zugeführt. Bei der DE 102 48 116 Cl sind es beispielsweise in der Wand des Behälters, der die Prozesskammer umschließt, eingesteckte schräg nach oben gerichtete Sprühdüsen. Beim Coaten soll einem bereits vorhande¬ nen größeren Körper möglichst gleichmäßig eine Überzugsschicht aufgebracht, also aufgesprayt werden.
Die von der Prozessluft verwirbelten Gutteilchen fallen auf¬ grund der Schwerkraft wieder auf den Boden herab, trennen sich also von der Prozessluft, die am oberen Abströmende über einen Auslass aus der Prozesskammer abströmt.
Die Prozessluft wird über einen Einlass in einer unter dem Boden angeordneten Anströmkammer eingeführt und dringt dann durch die zahlreichen Öffnungen durch den Boden in die Prozess¬ kammer ein.
Nach Verlassen der Prozesskammer, ggf. nach Durchströmen von am oberen Ende der Prozesskammer angeordneten Filtern, wird die Prozessluft aus der Apparatur abgeführt und aufgearbeitet.
Bei herkömmlichen Apparaturen sind separate sogenannte Mono- bloc-Einheiten vorgesehen, die in Räumen abseits der Apparatur, meist daneben oder darüber, angeordnet sind und über Rohr¬ leitungssysteme mit der Apparatur verbunden sind.
Man spricht in solchen Fällen von Zuluft-Monobloc-Einheiten, die für die Konditionierung der Prozessluft verantwortlich sind und von Abluft-Monobloc-Einheiten, die für die umweltgerechte Entsorgung der Prozessabluft sorgen. Die zugeführte Prozessluft wird entsprechend erwärmt und auf einen bestimmten Trocknungs-/ Feuchtigkeitsgehalt gebracht sowie in ein zur Prozessführung geeignetes Durchströmmaß bewegt.
Je nach Art der Behandlung des Gutes muss der abgeführten Prozessluft Feuchtigkeit, insbesondere Lösemittel, entzogen werden.
Die bekannte Art des Zusammenspiels zwischen der eigentlichen Apparatur, also der Wirbelschicht-Granulier- und Coatinganlage (auch WSG genannt) und den notwendigen Zuluft-Monobloc- und Abluft-Monobloc-Einheiten benötigt viel Platz und Raum. Dabei entstehen oftmals lange Luftwege über Versorgungsrohre und daraus resultierend große Innenoberflächen, die von Fall zu Fall zu reinigen oder sonst wie zu warten sind.
Da sich solche Apparaturen verbreitet in der pharmazeutischen Industrie im Einsatz finden, sind diese Leitungen aus hochwer¬ tigen metallischen Materialien hergestellt, die eine relativ große metallische Masse darstellen, die einer schnellen Verän¬ derung von Prozesslufttemperaturen entgegenstehen, da diese große Masse ein träges System darstellt.
Luftführende Rohrleitungen sind nur selten an ihrer Innenober¬ fläche gut einsehbar, so dass deren Reinigung nur mit technisch aufwändigen integrierten Reinigungssystemen beherrschbar sind. Man spricht dabei von „Cleaning in place" oder „Washing in place"-Einrichtungen.
Zerklüftete Anlagesysteme erfordern auch relativ große Aufwen¬ dungen zur Schall- und Wärmeisolierung, woraus erhebliche Kos¬ ten für die Errichtung und den Betrieb einer derartigen Appara¬ tur resultieren.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, hier Abhilfe zu schaffen und eine Apparatur der eingangs genannten Art da¬ hingehend zu verbessern, dass eine kosteneffektive Prozess¬ führung möglich ist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass in die Apparatur eine Vorrichtung zur Konditionierung der Prozessluft und zur Umwälzung der Prozessluft im Kreislauf integriert ist.
Durch diese Maßnahme wird sich nun von dem etablierten Prinzip der entfernt von der Apparatur vorhandenen Monoblocbauweise gelöst und wesentliche Behandlungen der Prozessluft direkt in der Apparatur durchgeführt, nämlich die Konditionierung der Prozessluft und die Umwälzung in der Apparatur im Kreislauf.
Durch diese kompakte Bauweise im Sinne einer Integration der notwendigen Bauelemente in die Apparatur resultiert ein gerin¬ ger Platz- und Raumbedarf. Zugleich sind geringere Massen an Bauelementen notwendig, was gleichbedeutend mit schnelleren Temperatur- und Regelgeschwindigkeiten ist.
Die kompakte Bauweise führt auch zu geringeren Schall- und Wärmeemissionen. Es sind weniger Oberflächen vorhanden, die mit der Prozessluft in Berührung treten, somit sind auch die zu reinigenden Flächen wesentlich geringer. Insgesamt resultieren geringere Kosten für die Gesamtanlage und auch ein geringerer Energiebedarf aufgrund von wesentlich geringeren Energieverlus¬ ten.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Vorrich¬ tung zur Konditionierung um die Prozesskammer herum angeordnet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass eine sehr kompakte Bau¬ weise resultiert, die zugleich die Möglichkeit eröffnet, ein¬ fachen Zugang zu den Bauteilen der Vorrichtung zur Konditionie¬ rung von der Außenseite her zu erhalten. Diese kompakte Bau¬ weise erlaubt auch entsprechende Schall- und Wärmedämmmaßnahmen in einfachster Art und Weise.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Vor¬ richtung zur Konditionierung einen Kondenser und einen Luft¬ erhitzer auf.
Die von der Prozesskammer abströmende Prozessluft enthält meist Lösemittel des Behandlungsmediums, das in der Prozesskammer auf das Gut aufgebracht wird, insbesondere Wasser und organische Lösemittel. Ferner ist nicht ausgeschlossen, dass trotz Vorhan¬ densein von Filtern gasförmige oder sonstige kleinste Flüssig¬ keitströpfchen von der Prozessluft mitgerissen werden und somit eine Schadstoffbelastung der Prozessabluft darstellen. In dem Kondenser können diese Bestandteile auskondensiert und von der Prozessabluft abgetrennt werden.
Durch die Anordnung des Kondensers unmittelbar in der Apparatur entfallen somit Leitungen zum Zuführen der schadstoffbelasteten Prozessluft zu abseits liegenden Einheiten, die den Kondenser enthalten.
Die Anordnung des Lufterhitzers in der Apparatur erlaubt ein Aufwärmen der Prozessluft auf Prozesstemperatur unmittelbar nachdem diese den Kondenser verlassen hat. Damit sind sowohl der Abkühlvorgang zum Auskondensieren von mitgeführten Schad¬ stoffen und das anschließende Wiedererwärmen auf Prozesstempe¬ ratur energiebilanztechnisch günstig durchzuführen.
In einer weiteren Ausgestaltung ist eine Filteranordnung vorge¬ sehen, um Feststoffe aus von der Prozesskammer abströmender Prozessluft zu entfernen.
Diese an sich bekannte Maßnahme hat den Vorteil, dass die Pro¬ zessluft von mitgerissenen Feststoffpartikeln befreit wird. Die Filteranordnung kann aus bekannten dynamischen Filtersystemen bestehen, die auch feinste Partikel zurückhalten, die durch Druckstöße periodisch vom Filter abgelöst und der Prozesskammer zurückgeführt werden. Dies können Filterkerzen, Filterpatronen oder auch sogenannte Clownkragen-Filter sein, die am oberen Endbereich der Prozesskammer angeordnet sind.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Filteran¬ ordnung strömungstechnisch vor der Vorrichtung zum Konditionie- ren angeordnet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Prozessluft durch die Filteranordnung von mitgerissenen Feststoffpartikeln befreit
wird bevor diese Prozessluft den Kondenser erreicht. Dadurch wird ausgeschlossen, dass die Oberfläche des Kondensers durch diese mitgerissenen Feststoffpartikel verschmutzt wird, diese sich also auf dessen Oberfläche ablagern.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Filteran¬ ordnung ebenfalls um die Prozesskammer herum angeordnet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass trotz vorhandener Filter eine kompakte Bauweise der gesamten Apparatur entsteht, und dass auch hier die Filteranordnungen sehr leicht zugänglich sind, nämlich beispielsweise von der Außenseite her.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist unter dem Boden ein Ventilator zum Umwälzen der Prozessluft angeordnet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Anordnung unter dem Boden eine Stelle darstellt, an der ein solcher Ventilator günstig untergebracht werden kann, da solche Böden üblicher¬ weise ohnehin eine kreisförmige Außenkontur aufweisen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Ventila¬ tor strömungstechnisch zwischen Kondenser und Lufterhitzer angeordnet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die dem Ventilator zuströ¬ mende Prozessluft bereits von allen Schadstoffen befreit ist und von diesem nur noch an dem Lufterhitzer vorbeigeführt und zum Boden verbracht werden muss. Dies erlaubt eine besonderes effektive Steuerung der Konditionierung der Prozessluft hin¬ sichtlich Menge und/oder Wärmeinhalt.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest eine Düse vorgesehen, mittels der ein Behandlungsmedium für das Gut in die Prozesskammer einsprühbar ist.
Diese an sich bekannte Maßnahme führt dazu, dass über die Düsen an einer geeigneten Stelle das Behandlungsmedium in die Pro¬ zesskammer eingeführt werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist Sprühluft zum Versprühen des Behandlungsmediums über eine Leitung von der Prozessluft abziehbar und der Düse zuführbar.
Diese Maßnahme hat nun den erheblichen Vorteil, dass ein in sich abgeschlossenes gasdichtes System geschaffen werden kann. Es entsteht im System ein sogenanntes Luftmengen-Nullsummen¬ spiel dadurch, dass diejenige Luftmenge, die zum Versprühen des Behandlungsmediums durch die Düse benötigt wird, von der Pro¬ zessluft abgezweigt und der Düse zugeführt wird. Dies erlaubt eine besonders kompakte Bauweise mit einer nach außen hin gas¬ dichten Führung von sowohl der Prozessluft als auch der Sprüh¬ luft für die Düse. Da die Düse in die Prozesskammer hinein¬ sprüht, vermengen sich die von der Düse versprühten Gasmengen mit der Prozessluft, können zusammen aufgearbeitet bzw. kondi¬ tioniert werden, also insbesondere von Lösemittel oder derglei¬ chen befreit werden und dann wieder als „Rein-Sprühluft" der Düse zugeführt werden.
In einer weiteren Ausgestaltung ist ein Kompressor zum Verdich¬ ten der Sprühluft vorgesehen.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass durch diesen Kompressor individuell die Steuerung des Sprühluftdruckes bzw. der Sprüh- luftmenge steuerbar ist. Der Kompressor kann ebenfalls integra¬ ler Bestandteil der Apparatur sein, kann aber auch außerhalb angeordnet sein, da zwangsläufig das Behandlungsmedium mit irgendwelchen Substanzen von der Außenseite her gespeist werden muss, insbesondere dem Stoff, der dem zu behandelnden Gut zuge¬ führt werden soll.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist um die Pro¬ zesskammer herum ein Ringraum angeordnet, in dem zumindest Teile der Filteranordnung und/oder der Vorrichtung zur Konditi¬ onierung angeordnet sind.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass eine sehr kompakte schlan¬ ke Bauweise erzielt wird, in der die Bauteile gut zugänglich um die Prozesskammer herum angeordnet werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Pro¬ zesskammer eine stehende zylindrische Wand auf, die durch den Boden abgeschlossen ist, unter dem Boden ist ein Lufterhitzer und der Ventilator angeordnet, und in einem Ringraum um die Wand sind ringförmige Filter und ein nachgeschalteter ringför¬ miger Kondensator angeordnet.
In dieser speziellen Ausgestaltung findet eine optimale Anpas¬ sung der konditionierenden Vorrichtung für die Prozessluft an die Geometrie der Prozesskammer statt, so dass eine besonders kompakte effektiv bauende und somit auch günstig zu betreibende Apparatur resultiert.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Pro¬ zesskammer an einem oberen Abströmende einen Deckel auf, der zur Umlenkung der Prozessluft in die Vorrichtung zum Konditio- nieren dient.
Der Deckel dient also nicht nur als ein Abschluss und ggf. auch als ein Beobachtungsfenster für die Vorgänge in der Prozess¬ kammer, sondern stellt zugleich die Umlenkung der von der Pro¬ zesskammer abströmenden Prozessluft in die weiteren aufarbei¬ tenden bzw. konditionierenden Vorrichtungen, wie Filter, Kon- denser etc. dar.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist am Abström¬ ende der Prozesskammer ein Sieb angeordnet. Insbesondere ist von Vorteil, dieses Sieb als Schwingsieb auszubilden.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass eine Abscheidung von Fest¬ stoffPartikeln von der abströmenden Prozessluft möglich ist. Aufgrund der Ausgestaltung als Schwingsieb fallen die Partikel wieder von dem schwingenden Sieb ab und in die Prozesskammer zurück. Diese stehen somit wieder zur Behandlung zur Verfügung. Die Ausgestaltung als flächiges Sieb fördert die kompakte Bau¬ weise der Apparatur.
Es versteht sich, dass die vorgenannten und nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wird anhand eines ausgewählten Ausführungs¬ beispiels in Zusammenhang mit den beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
Figur 1 einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemäße Apparatur mit integrierter Vorrichtung zur Konditio¬ nierung der Prozessluft und zu deren Umwälzung,
Figur 2 einen Querschnitt durch die Apparatur von Figur 1, und
Figur 3 stark schematisiert ein Prinzipschema der erfindungs¬ gemäßen Apparatur mit einigen imperiphären Zusatz¬ geräten zur Versorgung der Düse.
Eine in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Apparatur zur Behand¬ lung von partikelförmigem Gut ist in ihrer Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
Wie insbesondere aus der Schnittdarstellung von Figur 1 hervor¬ geht, weist die Apparatur 10 einen Behälter 12 auf, der eine innere stehende hohlzylindrische Wand 14 aufweist. Die Wand 14 umgrenzt eine Prozesskammer 16, die durch einen Boden 18 abge¬ schlossen ist.
Der Boden 18 ist aus einer Reihe an sieben übereinander geleg¬ ten Ringblechen zusammengesetzt, die sich einander teilweise überlappen, so dass zwischen den Ringblechen Schlitze ausgebil¬ det sind, die ringförmige Durchtrittsöffnungen durch den Boden darstellen.
In der Draufsicht von Figur 2 ist stellvertretend ein solches Ringblech mit der Bezugsziffer 17 bezeichnet, ein entsprechen¬ der ringförmiger Schlitz mit der Bezugsziffer 19.
Mittig im Boden 18 ist eine Düse 20 aufgenommen, die als Ring¬ spaltdüse ausgebildet ist, wobei der hier nicht bezeichnete Ringspalt der Düse 20 umfänglich verläuft und die Düse 20 somit in der Bodenebene ringförmig aussprüht.
Die nähere Ausgestaltung und die Arbeitsweise eines solchen Bodens ist beispielsweise in der DE 102 48 116 Cl beschrieben, auf die diesbezüglich ausdrücklich Bezug genommen wird.
Eine derartige Zerstäubungsdüse mit einem 180° Sprühwinkel und einem Umschlingungswinkel von 360° ist beispielsweise in der DE 102 32 863 Al beschrieben, auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird.
Die Kombination eines solchen Bodens mit einer derartigen Sprühdüse ist ferner in der internationalen Patentanmeldung PCT/EP 2004/010096 vom 10.09.2004 beschrieben.
Die innere Wand 14 ist im Abstand von einer äußeren Wand 22 umrundet, wodurch zwischen den Wänden 14 und 22 ein Ringraum 24 ausgebildet ist. Die Außenwand 22 überragt in der Höhe etwas die Wand 14 und ist mit einem Deckel 26 verschlossen.
Eine Filteranordnung 28 weist ein Schwingsieb 30 auf, das das obere Ende der Wand 14 bedeckt.
Im oberen Bereich des Ringraumes 24 sind zwei ringförmig umlau¬ fende V-Filter 32 und 33 zwei verschiedener Filterklassen ange¬ ordnet.
Das Schwingsieb 30 dient als Abluftvorfilter, das V-Filter 32 als Abluftfeinfilter und das darunter liegende V-Filter 33 als Abluftfeinstfilter.
Unterhalb der Filteranordnung 28 ist im Ringraum 24 ein zwei¬ stufiger Kondenser 35 angeordnet, der über Anschlüsse 37, 38 mit einem Kühlmedium 40 beaufschlagbar ist. Je nach Art der auszukondensierenden Stoffe, beispielsweise Wasser und Lösungs¬ mittel, wie Aceton, Isopropanol, Ethanol etc., werden über An¬ schlüsse 37 und 38 Kühlmedien 40 im Bereich von —400C bis +5°C zugeführt.
Die innere Wand 14 endet im Abstand vor einem Sockel 41, der einen unteren Abschluss der äußeren Wand 22 darstellt. Dadurch ist eine ringförmige Öffnung 42 vorhanden. Im Bereich dieser Öffnung 42 ist ein Tropfenabscheider 43 angeordnet, der über einer Sammelwanne 44 steht, die mit einem Auslass 45 verbunden ist, so dass auskondensierte Flüssigkeiten einem Sammelgefäß 46 (siehe Figur 3) zugeführt werden können.
In einem Raum 47 unterhalb des Bodens 18 und innerhalb der Wand 14 ist ein Ventilator 48 angeordnet, der als Radialgebläse wirkt. Dieser saugende Zentrifugal-Hochleistungsventilator wird über einen hydraulischen, pneumatischen oder elektrischen An¬ trieb betrieben. Mittig zentral über dem Ventilator 48 steht die Düse 20, die nach unten vom Boden 18 aus der Apparatur 10 abziehbar ist. Der etwa zylindrische Körper der mittigen Düse
20, der sich unterhalb des Bodens 18 erstreckt, ist im Abstand von einem Rohr 51 umgeben.
Um das Rohr 51 herum ist ein Lufterhitzer 52 angeordnet, der über Anschlüsse 54, 55 zur Außenseite hin mit einem Heizmedium 57 versorgbar ist. Die Heizmedien können Warmwasser, Heißwasser oder Dampf sein. Er kann auch mit elektrischer Energie betrie¬ ben werden.
Im Raum zwischen der Außenseite des Körpers der Düse 20 und dem Rohr 51 sind Klappen 50 angeordnet.
Zwischen dem Ventilator 48 und dem Lufterhitzer 52 sind weitere Klappen 49 angeordnet.
Je nach Stellung der Klappen wird mehr oder weniger Prozess¬ luft, die durch den Ventilator 58 Richtung Lufterhitzer 52 bewegt wird, direkt dem Lufterhitzer 52 zugeführt oder im Bypass zwischen Lufterhitzer 52 und Körper der Düse 20 der Unterseite des Bodens 18 zugeführt. Eine hier nicht näher dar¬ gestellte Steuerung erlaubt ein entsprechendes Verstellen der Klappen.
Wie aus den Schnittdarstellungen ersichtlich, sind die Wände 14, 22 mit einer Isolation 59 bzw. einer Isolation 61 versehen, so dass der Kondenser 35 thermisch vom Lufterhitzer 52 isoliert ist und umgekehrt.
Der im Ringraum 24 angeordnete Kondenser 35, der Ventilator 48 und der Lufterhitzer 52 bilden Teile einer Vorrichtung 60 zum
Konditionieren von Prozessluft 21 und zur Umwälzung der Pro¬ zessluft 21 im Kreislauf.
Um ein in sich abgeschlossenes Kreislaufsystem auszubilden, wird über eine Ansaugleitung 63 Prozessluft 21, nachdem diese die Tropfenabscheider 43 durchdrungen hat, aus der Apparatur 10 abgeführt, wie das aus Figur 3 ersichtlich ist.
Die über die Ansaugleitung 63 abgezogene Prozessluft 21 wird von einem Kompressor 73 verdichtet und über zwei Leitungen 74, 75 der Düse 20 als Sprühluft wieder zugeführt. Das von der Düse 20 zu versprühende Behandlungsmedium 76 wird in einem Mischbehälter 67 mit einem Rührer 69 aufbereitet und über eine Pumpe 71 der Düse 20 zugeführt.
Wie bereits zuvor erwähnt ist die Düse 20 mit einer Ringspalt¬ düse versehen, die das Behandlungsmedium im Zusammenwirken mit der Sprühluft zu einer etwa horizontal im Abstand über der obersten Leitplatte des Bodens 20 verlaufenden planebenen Sprühflade aussprüht.
Die Anordnung der übereinander angeordneten Ringbleche 17 ist derart, dass die Prozessluft 21 in einer radial von innen nach außen gerichteten Strömung austritt, von der Innenseite der Wand 14 nach oben umgelenkt wird, die dabei zu behandelnden Gutteilchen mitreißt, die anschließend dann wieder mittig auf den Kopf der Düse 20 zurückfallen, wie das in Figur 1 durch die entsprechende Bewegungspfeile dargestellt ist.
In der Prozesskammer 16 werden also die zu behandelnden Gut¬ teilchen durch die durch den Boden 18 hindurchtretende Prozess-
luft 21 verwirbelt, beispielsweise zu einem toroidal umlaufen¬ den Ring. Die planeben ausgesprühte Sprühflade behandelt das zu behandelnde Gut äußerst gleichmäßig.
Die Prozessluft 21 tritt am oberen Ende der Prozesskammer 16 aus dieser aus und tritt dabei durch das Schwingsieb 30 hin¬ durch, wodurch grobe mitgerissene Feststoffteile abgetrennt werden und durch die Anordnung als Schwingsieb von diesen bzw. von dessen Unterseite wieder abgeschüttelt und der Prozess¬ kammer 16 zurückgeführt werden.
Von der Unterseite des Deckels 26 wird die Prozessabluft 21 vertikal nach unten umgelenkt und gleichmäßig in den Ringraum 24 eingeführt. Sie strömt in dem Ringraum 24 von oben nach unten, durchströmt den ersten V-Filter 32 sowie den zweiten V- Filter 33, wodurch auch feinste mitgerissene Feststoffpartikel ausgefiltert werden.
Anschließend durchläuft die Prozessabluft den zweistufigen Kondenser 35, durch den sowohl Wasser als auch andere Löse¬ mittel auskondensiert werden. Das Kondensat wird in der boden- seitigen Sammelwanne 44 gesammelt.
Die Tropfenabscheider 43 sorgen dafür, dass noch feine mitge¬ rissene Tropfen abgetrennt werden.
Die so aufgearbeitete Prozessabluft 21 strömt nunmehr in den Raum 47 und ist von allfälligen Verunreinigungen, sei es von Feststoffen oder von Flüssigkeitsteilchen befreit. Über die Ansaugleitung 63 wird ein Teil angesaugt und wie zuvor be¬ schrieben über den Kompressor 33 der Düse 20 als Sprühluft zugeführt.
Die Prozessluft 21 wird über den Ventilator 48 dem Lufterhitzer 52 zugeführt, wobei der Prozessluft 21 ein entsprechender Wärmeinhalt übertragen wird.
Je nach Stellung der Klappen 49, 50 wird mehr oder weniger Prozessluft 21 unmittelbar über den Lufterhitzer 52 geführt.
Die nunmehr erwärmte Prozessluft wird der Unterseite des Bodens 18 zugeführt, tritt durch die Schlitze 19 im Boden durch und bildet ein zunächst etwa horizontal ausgerichtetes Luftpolster, auf dem sich der toroidal bewegte, stark fluidisierte Ring an verwirbelten Gutteilchen befindet.
Aus Figur 1 und Figur 3 ist ersichtlich, dass über einen An- schluss 65, der mit einem Ventilator 77 verbunden ist, dem Aktivkohlefilter 79 nachgeschaltet sind, im System dauerhaft ein gewisser Unterdruck von etwa 100 Pa aufrecht erhalten wer¬ den kann.
In dem System selbst besteht ein sogenanntes Luftmengen- Nullsummenspiel, das heißt die über die Ansaugleitung 63 aus dem inneren Kreislauf abgezogene Prozessluft wird wieder als Sprühluft über die Düse zugeführt, so dass keine Prozessluft¬ mengen die Apparatur verlassen oder dieser von außen zugeführt werden müssen. Da in solchen Systemen gegenüber der Außenseite ein gewisser Unterdruck aufrecht erhalten werden soll, ist der als Schnüffel-Ventilator bezeichnete Ventilator 77 vorhanden, der in der Lage ist, den Systemunterdruck von 100 Pa herzustel¬ len und gleichzeitig die Packung des Aktivkohlefilters 70 bzw. dessen Widerstand zu überwinden.
In der Praxis ist das System vollkommen gasdicht, der Schnüf¬ felventilator 77 arbeitet immer gegen den Unterdruck, fördert aber keine Luftmenge, weil eine Leckage nicht vorhanden ist.
Die Befüllung der Prozesskammer 16 mit dem zu behandelnden Gut kann von oben bei geöffnetem Deckel 26 und abgehobenem Schwing¬ sieb 30 erfolgen.
Die Entleerung des behandelten Gutes erfolgt radial oder tan¬ gential über einen Stutzen 82, der einen radial oder tangential angeordneten Verschlussstopfen 84 aufweist, welcher manuell oder mechanisiert/automatisiert herausgezogen oder wieder ein¬ gesteckt werden kann. Das durch die Prozessluft 21 über den Boden 18 radial und tangential bewegte Produkt aus behandelten Gutteilchen findet selbständig den Weg zu dem Entleerstutzen 82 in ein entsprechendes, hier nicht näher dargestelltes Aufnahme¬ gefäß.
Die dargestellte Anordnung erlaubt auch eine sehr einfache Reinigung des gesamten Innenraums des Systems.
Es ist möglich, den gesamten Innenraum mit einer Spül-/Reini- gungsflüssigkeit zu fluten und diese durch nunmehr relativ langsames Bewegen des Ventilators 48 umzuwälzen, also quasi einen Art Waschmaschineneffekt zu erzielen.
Für eine einfache Zugänglichkeit für die im Ringraum 24 aufge¬ nommenen Teile der Vorrichtung 60 ist es möglich, die gesamte äußere Wand 22 anzuheben, oder diese äußere Wand 22 als seg¬ mentweise bewegbare aufschwingbare Türen auszubilden.