Verfahren zur Herstellung von Biochips aus porösen Substraten
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Biochips aus porösen Substraten, worin die in einem entsprechenden Assay als Sonden bzw. Fängermoleküle eingesetzten biologisch-chemischen Substanzen zunächst auf die Porenoberflächen eines relativ langen, stabförmigen, porösen Substrats aufgebracht werden, das anschließend in kleine fertige Biochips vereinzelt wird. Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann die Homogenität der einzelnen Chips verbessert und die Fertigungsgeschwindigkeit erhöht werden.
Poröse Substrate eignen sich aufgrund ihrer vorteilhaften optischen und fluidischen Eigenschaften sehr gut als Substrat für DNA- und Protein-Mikroarrays. Technisch aufwendig ist dabei aber das Aufbringen einer großen Anzahl von biologisch- chemischen Substanzen (> 100) wie z.B. DNA, Antikörper und Proteine. Die biologischen Substanzen werden in der Regel in einem geeigneten Puffer gelöst und Spot für Spot in einem sequentiellen Prozeß auf die Oberfläche des porösen Substrats mittels Dispensiertechnik aufgebracht. Durch die sequentielle Natur ist dieser Prozeß sehr zeitintensiv. Besonders für Arrays mit hoher Spotanzahl ist es jedoch wünschenswert, den Dispensierprozeß zu parallelisieren.
Bisher wird die biologisch-chemische Substanz durch verschiedene „Spotting-Verfahrenu wie z.B. Reservoir-Nadel-, Pin-and-Ring- oder Piezoverfahren, bei der eine biologisch¬ chemische Substanz wie z.B. ein zuvor synthetisiertes Oligonukleotid als Mikrotropfen lokal auf der Substratfläche abgesetzt wird, aufgebracht. Auf jedem Chip werden nacheinander
verschiedene Spots abgesetzt. Das Spotten kann durch die Verwendung von mehreren solcher Nadeln parallelisiert werden. Dies stellt aber an die Logistik der zu spottenden Substanzen höhere Anforderungen. Ein weiteres Problem ist die Homogenität der Spots. Bei vielen Nadeln kann nicht sichergestellt werden, daß die abgesetzten Flüssigkeitsmengen bei allen Nadeln identisch sind.
Ein weiterer Ansatz, zu höherem Durchsatz zu gelangen, ist die Verwendung eines miniaturisierten Dispensierkopfes, der bis zu 384 Spots gleichzeitig absetzen kann (siehe WO 01/62377) . Jede einzelne Dispensierdüse ist über einen Schlauch mit einem Reservoir verbunden. Der technische Aufwand, um beispielsweise Substrat und Dispensierkopf plan-parallel zueinander auszurichten (Minimierung des Keilfehlers) , ist jedoch außerordentlich hoch. Bei nur unzureichender Justierung sind keine reproduzierbaren und homogenen Spots erhältlich.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu ermöglichen, welches die vorstehenden Probleme überwindet.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten Ausführungsformen gelöst.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden Verfahren bereitgestellt, die dadurch gekennzeichnet sind, daß die in einem entsprechenden Assay als Sonden bzw. Fängermoleküle eingesetzten biologisch-chemischen Substanzen zunächst auf die Porenoberflächen eines stabförmigen porösen Substrats aufgebracht werden, das anschließend in kleine, fertige Biochips vereinzelt wird. Durch diese Vorgehensweise kann die Homogenität der einzelnen Biochips verbessert und die Fertigungsgeschwindigkeit erhöht werden.
In einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Vielzahl von einzelnen Biochips aus einem stabförmigen, porösen Substrat bereitgestellt, umfassend die Schritte: (i) Bereitstellen eines stabförmigen porösen Substrats, das Poren mit einem Durchmesser im Bereich von zwischen 1 μm und 100 μm und eine Querschnittsfläche aufweist, welche den Abmessungen eines zu fertigenden, einzelnen Biochips entspricht; (ii) Beschichten der Porenoberflächen des stabförmigen porösen Substrats mit als Fängermoleküle fungierenden chemisch¬ biologischen Verbindungen, und (iii) scheibenweise Sägen des stabförmigen porösen Substrats derart, daß vereinzelte, fertige Biochips mit einer Dicke im Bereich von 100 bis 1.000 μm erhalten werden.
Das in Schritt (i) eingesetzte makroporöse Substrat weist vorzugsweise einen Porendurchmesser von 1 μm bis 50 μm, mehr bevorzugt 1 bis 20 μm auf. Der Abstand von Porenmitte zu Porenmitte (Pitch) , d.h. zweier zueinander benachbarter bzw. angrenzender Poren beträgt üblicherweise 1 bis 100 μm, vorzugsweise 2 bis 12 μm. Die Porendichte liegt üblicherweise im Bereich von 104 bis 108/cm2. Die Länge des stabförmigen porösen Substrats unterliegt keiner spezifischen Beschränkung, liegt aber aus Prozeßgründen üblicherweise im Bereich von ca. 1 cm bis 30 cm. Die Querschnittsfläche des stabförmigen, porösen Substrats entspricht den Abmessungen eines zu fertigenden, einzelnen Biochips und beträgt insofern üblicherweise 1 cm x 1 cm. Die Poren können in hexagonaler oder quadratischer Anordnung vorliegen. Ferner können die Poren beispielsweise im wesentlichen rund oder ellipsenförmig gestaltet sein. Das Material des stabförmigen porösen Substrats kann insbesondere
aus Siliziumoxid, Aluminiumoxid, Glas oder makroporösem Silizium ausgewählt werden, wobei letzteres besonders bevorzugt ist.
In Schritt (ii) erfolgt das Beschichten der Porenoberflächen des stabförmigen, porösen Substrats mit als Fängermoleküle fungierenden chemisch-biologischen Verbindungen bzw. Biomolekülen. Das ortsspezifische Anbinden von solchen chemisch-biologischen Verbindungen bzw. Biomolekülen an die Porenoberflächen erfolgt üblicherweise mittels Dispensiertechniken, gegebenenfalls durch Pumptechniken unterstützt. So kann in Schritt (ii) eine Lösung von Biomolekülen unter Ausnutzen der Kapillarkraft mittels mindestens einer Nadel oder Nadelanordnung in die Poren des eingesetzten Substrats beschickt bzw. gefüllt werden. Beispielsweise kann ein Überschuss an Flüssigkeit mit einer Nadel oder einem Instrument, welches eine Multiplizität solcher Nadeln und Flüssigkeiten aufweist, über die Porenöffnung so beschickt werden, dass sich diese Pore durch die Kapillarwirkung mit Flüssigkeit füllt. Nach der gewünschten Reaktionszeit kann die Flüssigkeit durch Anlegen von Überdruck an die Porenöffnung entfernt werden.
Als Biomoleküle, die in Schritt (ii) ortsspezifisch an die Porenoberflächen gekoppelt bzw. gebunden werden, kommen insbesondere DNA, RNA, PNA, (bei Nukleinsäuren und ihren chemischen Derivaten können z.B. Einzelstränge, Triplex- Strukturen oder Kombinationen hiervon vorliegen) , Saccharide, Peptide, Proteine (z.B. Antikörper, Antigene, Rezeptoren) , Derivate der kombinatorischen Chemie (z.B. organische Moleküle) , Zellbestandteile (z.B. Organellen) , Zellen, Mehrzeller sowie Zellverbände in Frage. Soll der fertige Biochip im Rahmen eines EIA oder ELISA verwendet werden, so werden als Biomoleküle insbesondere spezifische Antikörper verwendet. Das Anbinden bzw. Koppeln der Fängermoleküle wie
insbesondere Oligonukleotide bzw. DNA-Moleküle an das Substratmaterial kann über Linkermoleküle nach den im Stand der Technik üblichen Verfahren erfolgen, beispielsweise mittels Behandeln des porösen Substratmaterials bei Verwendung von Epoxysilanen als Linkermoleküle durch anschließende Reaktion der terminalen Epoxidgruppen mit terminalen primären Aminogruppen oder Thiolgruppen von Oligonukleotiden bzw. DNA- Molekülen, die in entsprechenden Analyseverfahren als immobilisierte bzw. fixierte Fängermoleküle für die im zu untersuchenden Analyten vorliegenden Zielmoleküle fungieren. Dabei können beispielsweise die als Fängermoleküle verwendbaren Oligonukleotide unter Verwendung der Synthesestrategie, wie in Tet. Let. 22, 1981, Seiten 1859 bis 1862, beschrieben, hergestellt werden. Die Oligonukleotide können dabei während des Herstellungsverfahrens entweder an der 5-oder der 3- Endstellung mit terminalen Aminogruppen derivatisiert werden. Eine weitere Möglichkeit der Anbindung solcher Fängermoleküle an die Innenwandoberflächen der Poren kann durchgeführt werden, indem das Substrat zunächst mit einer Chlorquelle, wie Cl2, SOCl2, COCl2 oder (COCl)2, gegebenfalls unter Verwendung eines Radikalinitiators wie Peroxide, Azoverbindungen oder Bu3SnH, behandelt wird und anschließend mit einer entsprechenden nucleophilen Verbindung, wie insbesondere mit Oligonukleotiden bzw. DNA-Molekülen, die terminale primäre Aminogruppen oder Thiolgruppen aufweisen, umgesetzt werden (siehe WO 00/33976) .
In Schritt (iii) erfolgt die Vereinzelung der dann fertigen Biochips durch scheibenweise Sägen des stabförmigen, porösen Substrats, so daß vereinzelte, fertige Biochips mit einer Dicke im Bereich von 100 bis 1.000 μm, vorzugsweise 250 bis 450 μm erhalten werden. Das derart funktionalisierte, stabförmige, poröse Substrat kann auf eine in einem Sägerahmen gespannte Sägefolie, wie z.B. eine für derartige Zwecke üblicherweise verwendete MylarO-Folie, angeordnet werden, wonach das
Aussägen der einzelnen Chips aus dem stabförmigen Substrat gemäß üblichen Techniken erfolgt. Das scheibenweise Sägen hat zur Folge, daß auf den Schnittkanten (Ober- und Unterseite der Chips) im Gegensatz zu „gespotteten" porösen Substraten vorteilhafterweise keine biologischen Moleküle immobilisiert sind.
Der Sägeprozeß sollte kompatibel zu der biologischen Beschichtung sein. Dies kann beispielsweise durch das Füllen der Poren vor dem Sägen mit Substanzen erreicht werden, welche die Oberfläche nicht angreifen, nach dem Sägen durch ein Lösungsmittel wieder vollständig aus den Poren ausgewaschen werden können, aber dennoch im Sägeprozeß die Oberfläche in den Poren vor Sägewasser und Partikeln schützt. Geeignete Substanzen hierfür sind beispielsweise langkettige Polyalkylenglykole wie insbesondere Polyethylenglykol (PEG) und Polyvinylalkohole.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann das stabförmige poröse Substrat mit Poren im Bereich von zwischen 1 μm und 100 μm und einer Querschnittsfläche von beispielsweise 1 cm x 1 cm, welche den späteren Biochip-Abmessungen entspricht, und einer Länge von beispielsweise zwischen 1 cm bis 30 cm, in Schritt (ii) durch eine fluidische Maske an den beiden durchlässigen Stirnflächen des stabförmigen, porösen Substrats fluidisch kontaktiert werden (siehe Figur 1) . Die fluidische Maske stellt sicher, daß Bereiche in Array-Anordnung gegeneinander abgedichtet werden. Jeder Bereich der Stirnfläche kann mit unterschiedlichen Substanzen belegt werden. Die als Fängermoleküle vorgesehenen Oligonukleotide werden dann direkt in den Poren synthetisiert, wobei die Synthese in den Poren des ganzen Stabs und damit auf vielen „Chips" gleichzeitig stattfindet. Anschließend wird das stabförmige, poröse Substrat wieder scheibenweise getrennt. Wenn nur eher relativ geringe
Spotdichten erforderlich sind, kann mit dieser Methode eine große Anzahl von Biochips parallel hergestellt werden, was sowohl die Kosten als auch die Homogenität der Biochips verbessert. In besonders vorteilhafter Weise können die 5 stabförmigen, porösen Substrate direkt an einen Oligo- Synthesizer (z.B. vorgesehen für Phosphoramidit-Synthesechemie) angeschlossen werden.
Eine andere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht LO vor, in den Poren lokal die Synthese zu verhindern, indem die Pore verschlossen wird, d.h. die Poren lokal und definiert zu verschließen, so daß kein Synthesereagenz in die Poren gelangen kann. An der verdeckten Stelle findet dann keine Synthese statt. Hierzu kann das stabförmige, poröse Substrat mit Poren L5 im Bereich von zwischen 1 μm und 100 μm und einer Querschnittsfläche von beispielsweise 1 cm x 1 cm, welche den späteren Biochip-Abmessungen entspricht, und einer Länge von beispielsweise zwischen 1 cm bis 30 cm, in Schritt (ii) mit einer entsprechend konfigurierten Maske bedeckt werden. Diese -0 Maske verhindert lokal, daß chemische Substanzen in die Poren gelangen. Damit ist es beispielsweise auch möglich, durch sequenzielles Auflegen von Masken in lokal unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Oligonukleotide zu synthetisieren. Hierzu kann eine entsprechend oberflächenstrukturierte Maske 25 aus elastomerem Material in Kontakt mit der Stirnfläche des stabförmigen, makroporösen Substrats gebracht werden. Bei einseitiger Aufbringung eines Flüssigkeitstropfens einer Lösung von Biomolekülen breitet sich die Flüssigkeit durch Kapillarkräfte in den durch die Maskenstruktur determinierten i0 Poren aus.
Die Maske kann zum Beispiel aus einem flexiblen Kunststoff wie einem elastomeren Material sein, das kompatibel zu der Synthesechemie (Entschützungsreagenz, Oxalsäure in Wasser im
Fall der Phosphoraraidit-Chemie) ist. Vorzugsweise ist das elastomere Material aus Polydialkylsiloxanen, Polyurethanen, Polyimiden und vernetzten Novolak-Harzen ausgewählt. Mehr bevorzugt ist das elastomere Material Polydimethylsiloxan (PDMS) . PDMS weist eine geringe Oberflächenenergie auf und ist chemisch inert. Zudem ist PDMS homogen, isotrop und bis 300 nm optisch transparent.
Es sind verschiedene Ausführungsformen unter Variierung der Maskenfläche und der Chipfläche anwendbar. So kann die Maske Löcher enthalten (Lochmaske) (siehe Fig. 2a) oder eine Reliefstruktur (Stempel) (siehe Fig. 2b) aufweisen, welche jeweils bestimmte Poren bzw. Porenbereiche abdeckt. Bei der Löchervariante sollte die dem Substrat zugeneigte Oberfläche der Maske eine flexible Schicht besitzen, die biokompatibel ist und fluidisch abdichtet, was beispielsweise bei der Verwendung von PDMS als Maskenmaterial erreicht werden kann. Die Schicht muß die Oberfläche konform abdecken, darf aber die Löcher nicht verschließen. Ein Vorteil besteht darin, daß die Maskenfläche relativ klein ist, und somit ein kompletter Maskensatz für ein 30mer (ca. 100 verschiedene Masken) auf einem einzigen 150 mm Substrat untergebracht werden kann.
Werden nämlich beispielsweise 100 Chips pro stabförmigen Substrat vorgesehen, so können, insofern die Fluidikmasken die Dimension eines Chips aufweisen, leicht 100 Masken, die für die Synthese notwendig sind, auf einem „Maskenwafer" untergebracht werden. Anders sieht es bei planaren Substraten aus. Um 100 Chips herzustellen, die sich auf einem einzigen 6" Wafer befinden, sind 100 Stück 6" Masken notwendig. Die Herstellung solcher Masken ist jedoch teuer, da jeder Fluidikmaske eine lithographische Maske zugrunde liegt.
Ein solcher Stempel bzw. Gußform bzw. Maske aus elastomerem Material mit einer ReliefStruktur kann beispielsweise durch
Replikatformen hergestellt werden, indem der flüssige Polymervorläufer eines Elastomers über eine Vorlage (Master) mit einer entsprechend vorbestimmten Oberflächenreliefstruktur gegossen wird, wie es aus der Softlithographie bekannt ist; siehe z.B. Xia et al., Angewandte Chemie, 1998, 110, Seiten 568 bis 594. Durch das Aufbringen einer solchen Stempelmaske mit ReliefStruktur kann eine Art geschlossener Kapillarstruktur bzw. mindestens Teile von Kanälen bzw. Kapillaren, die mindestens einen Einlass und nach Durchlaufen mindestens einer Pore, vorzugsweise eines Bereichs von Poren, einen Auslass aufweisen, erzeugt werden. Die Maske kann so strukturiert sein, daß die gebildeten Kanäle dabei gerade oder mäanderförmig sowie durchgehend oder kammartig geformt sind.
Es ist auch möglich, auf die Stirnflächen des stabförmigen Substrates eine strukturierte Dichtung aufzubringen, die benachbarte Bereiche des Substrats fluidisch entkoppelt. Die Maske wird dann auf die Dichtung gepresst und verhindert, daß chemische Substanzen lokal nicht in die Poren gelangen können.
Die als Fängermoleküle vorgesehenen Oligonukleotide werden dann wieder direkt in den nunmehr zugänglichen Poren synthetisiert, wobei die Synthese in den Poren des ganzen Stabs und damit auf vielen „Chips" gleichzeitig stattfindet. Anschließend wird das stabförmige poröse Substrat wieder scheibenweise getrennt.
In einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Vielzahl von einzelnen Biochips aus einem porösen Substrat bereitgestellt, umfassend die Schritte: (a) justiertes Aneinanderstapeln einer Vielzahl von porösen Substraten bzw. Chips mit einer Einzeldicke im Bereich von 100 bis 1.000 μm zu einem stabförmigen makroporösen Substrat; (b) reversibles Verbinden der einzelnen Substrate durch
Tempern des erzeugten stabförmigen makroporösen Substrats bei einer Temperatur im Bereich von 80 0C bis 2000C; (c) Beschichten der Porenoberflächen des in Schritt (b) erzeugten stabförmigen, porösen Substrats mit als Fängermoleküle fungierenden chemisch-biologischen Verbindungen, und (d) mechanisches Vereinzeln des stabförmigen, porösen Substrats derart, daß fertige Biochips mit einer Dicke im Bereich von 100 bis 1.000 μm erhalten werden.
Die in Schritt (a) eingesetzten Substrate bzw. vereinzelten Chips weisen vorzugsweise einen Porendurchmesser von 1 μm bis 50 μm, mehr bevorzugt 1 bis 20 μm auf. Der Abstand von Porenmitte zu Porenmitte (Pitch) , d.h. zweier zueinander benachbarter bzw. angrenzender Poren beträgt üblicherweise 1 bis 100 μm, vorzugsweise 2 bis 12 μm. Die Porendichte liegt üblicherweise im Bereich von 104 bis 108/cm2. Die Länge des daraus erzeugten stabförmigen porösen Substrats unterliegt keiner spezifischen Beschränkung, liegt aber üblicherweise aus Prozeßgründen im Bereich von ca. 1 cm bis 30 cm. Die Querschnittsfläche der einzelnen Substrate bzw. Chips und damit auch des stabförmigen porösen Substrats entspricht den Abmessungen eines zu fertigenden, einzelnen Biochips und beträgt insofern üblicherweise 1 cm x 1 cm. Die Poren können in hexagonaler oder quadratischer Anordnung vorliegen. Ferner können die Poren beispielsweise im wesentlichen rund oder ellipsenförmig gestaltet sein. Das Material kann beispielsweise aus Siliziumoxid, Aluminiumoxid, Glas oder makroporösem Silizium ausgewählt sein.
In den Schritten (a) und (b) werden somit polierte Einzelchips reversibel zu einem Stab gebondet . Dazu werden die Chips justiert gestapelt und durch einen Temperprozeß verbunden. Die Haltekräfte der Bondverbindung sind gering (nur
Wasserstoffbrücken, Van der Waals Kräfte) , so daß die Verbindung ohne mechanische Beschädigung wieder gelöst werden kann. Die durch den Temperprozeß erreichte Verbindung der einzelnen Chips muß nur fluidisch abdichten, um 5 sicherzustellen, daß keine Flüssigkeit zwischen die einzelnen Chips läuft.
Nach der Synthese oder Beschichtung mit Biomolekülen, wie oben beschrieben, erfolgt dann die mechanische Vereinzelung des LO Stapels in Einzelchips.
Ein Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß nach der biologischen Beschichtung bzw. der Immobilisierung der Fängermoleküle der Sägeprozeß entfallen kann. L5 Die Figuren zeigen:
Fig. 1 zeigt schematisch das Kontaktieren eines erfindungsgemäß eingesetzten stabförmigen Substrats mit einer fluidischen 20 Maske, durch welche erreicht wird, daß Bereiche des Chips getrennt fluidisch adressiert werden können.
Fig. 2 zeigt schematisch die erfindungsgemäße Ausführungsform, worin das stabförmige Substrat mit einer Masken abgedeckt wird, 5 um zu erreichen, daß die Fängermolekülverbindungen lokal in die durch die Maske determinierten Poren gelangen, wobei Fig. 2a das Vorsehen einer Maske mit durchgehenden Löchern (Lochmaske) und Fig. 2b das Vorsehen einer Stempelmaske zeigen.
0 In Figur 1 ist gezeigt, wie ein erfindungsgemäß eingesetztes stabfδrmiges poröses Substrat (10) mit Poren (11) mit einer fluidischen Maske (20) jeweils an dessen beiden Stirnflächen (12) fluidisch kontaktiert ist. An einer der fluidischen Masken (20) sind getrennte Zuleitungen (30) für einzelne, 5 determinierte Porenbereiche vorgesehen, durch welche
unterschiedliche Biomolekül.Lösungen geleitet werden können. Jeder Bereich der Stirnfläche kann über die Zuleitungen (30) mit unterschiedlichen Substanzen bzw. Biomolekülen belegt werden. Zudem stellt die fluidische Maske sicher, daß Bereiche in Array-Anordnung gegeneinander abgedichtet sind. Beispielsweise können mit einer solchen Anordnung dann auch die als Fängermoleküle vorgesehenen Oligonukleotide direkt in den Poren synthetisiert werden, wobei die Synthese in den Poren des ganzen Stabs und damit auf vielen „Chips" gleichzeitig stattfindet. Anschließend wird das stabförmige, poröse Substrat wieder scheibenweise getrennt. In besonders vorteilhafter Weise kann das stabförmige, poröse Substrat (10) über Zuleitungen (30) an einen Oligo-Synthesizer (nicht gezeigt) angeschlossen werden.
In Fig. 2a) ist das Anordnen einer Lochmaske (50) gezeigt, während in Fig. 2b) das Anordnen einer Stempelmaske mit Reliefstruktur (51) auf einem erfindungsgemäß eingesetzten stabförmigen porösen Substrat (10) mit Poren (11) dargestellt ist. In beiden Ausführungsformen werden in Abhängigkeit von dem Maskenmuster dadurch lokal Poren bzw. Bereiche von Poren verschlossen, so daß kein Synthesereagenz bzw. Biomoleküle (40) in diese Poren gelangen kann bzw. können, während andere Poren bzw. Bereiche von Poren ortsspezifisch zur Oberflächenbeschichtung mit Biomolekülen vorgesehen werden. Anschließend wird das stabförmige, poröse Substrat wieder scheibenweise getrennt.
Bezugszeichen
10 stabförmiges, poröses Substrat 11 Pore 12 Stirnflächen des Substrats
fluidische Maske Zuleitungen für die einzelnen Bereiche auf dem Chip Biomoleküle Lochmaske Stempelmaske