DaimlerChrysler AG
BAUTEIL MIT EINEM VERBINDUNGSBEREICH, SOWIE VERFAHREN UND WERKZEUG ZU SEINER HERSTELLUNG
Die Erfindung betrifft einen Verbindungsbereich auf einem Bauteil, welcher zum Fügen dieses Bauteils mit mindestens einem weiteren Bauteil aus Metallblech unter Verwendung eines thermischen Fügeverfahrens, insbesondere des Punktschweißens, vorgesehen ist .
Im Zuge von Gewichtseinsparungen an Kraftfahrzeugkarosserien ist es bekannt, Strukturteile von Karosserien den lokalen Beanspruchungen entsprechend zu gestalten und zu optimieren. Um Gewichtsreduktionen zu erreichen, können aus Blech bestehende Strukturteile als Verbundbauteile ausgestaltet werden; ein solches Verbundbauteil umfasst ein Basisblech, das in hochbeanspruchten Bereichen mit lokal begrenzten Verstärkungsblechen versehen wird. Auf diese Weise braucht nicht das gesamte Strukturbauteil aus einem dickeren Blech hergestellt zu werden, sondern die höhere Blechdicke wird nur den zu verstärkenden Bereichen vorgesehen. Ein solches Patchwork-Bauteil ist beispielsweise aus der DE 43 07 563 AI bekannt.
Alternativ kann das Strukturbauteil aus einem Taylored Blank hergestellt werden, d.h. einer Platine, die aus mehreren Blechabschnitten unterschiedlicher Materialstärke zusammengefügt ist. Weiterhin kann als Halbzeug zur Herstellung des Strukturbauteils ein flexibel gewalztes Blech verwendet werden, bei dessen Erzeugung der Abstand zwischen Walzen vari-
iert wird, während das Blech durch den Zwischenraum zwischen den Walzen transportiert wird; hierdurch wird eine Platine hergestellt, die mindestens zwei Flächenabschnitte mit unterschiedlichen Materialstärken aufweist. Eine solche flexibel gewalzten Platine kann auch - wie beispielsweise in der (unveröffentlichten Patentanmeldung 103 53 479.2-14) beschrieben - als lokal begrenztes Verstärkungsblech für ein Verbundbauteil verwendet werden.
Zur Herstellung des Strukturbauteils können Kaltumformverfahren, insbesondere das Tiefziehen, zum Einsatz kommen. Alternativ kann das Strukturbauteil unter Verwendung eines Warmumformverfahrens aus einem warmverformbaren Blech hergestellt werden; besonders hohe Festigkeiten des Bauteils können erreicht werden, wenn im Zuge der Warmumformung einer festig- keitserhöhende Wärmebehandlung erfolgt . Die Herstellung eines warmumgeformten Strukturbauteils aus einer lokal verstärkten Platine ist beispielsweise in der DE 100 49 660 AI beschrieben. - Weiterhin ist aus der DE 196 53 543 AI bekannt, eine Platine in einer solchen Weise lokal wärmezubehandeln, dass Bereiche unterschiedlicher Werkstoffdehnungskoeffizienten erzeugt werden; dies führt bei einem nachfolgenden Umformvorgang zu Bereichen unterschiedlicher Materialstärke auf dem fertigen Bauteil.
Den beschriebenen Ausführungsformen gewichtsoptimierter Strukturbauteile ist gemeinsam, dass die Materialstärke des Bauteils über das Bauteil hinweg variiert, so dass in hochbeanspruchten Bereichen eine höhere Materialstärke vorliegt als in weniger belasteten.
Zur Erzeugung einer Rohbaukarosserie werden die einzelnen Strukturbauteile aus Metallblech mit Hilfe des Punktschweißens gefügt. Dabei werden jeweils zwei oder mehr Einzelbau-
teile mit einem einzelnen Schweißpunkt verschweißt; Voraussetzung für ein gutes Fügeergebnis ist allerdings, dass im Fügebereich die gesamte Materialstärke der aufeinanderliegen- den, zu fügenden Blechteile eine Dicke von 3 mm nicht wesentlich übersteigt. Wenn nun die (lokale) Materialstärke eines oder mehrerer der zu fügenden Einzelbauteile in einer solchen Weise beanspruchungsgerecht erhöht ist, dass der Stapel der aufeinander!iegenden Bauteile im Fügebereich wesentlich dicker als 3 mm ist, so lassen sich die Einzelbauteile nicht mehr prozesssicher mit Hilfe des Punktschweißens verbinden.
Zur Lösung dieses Problems wird in der gattungsbildenden DE 100 02 617 AI vorgeschlagen, das Patchwork-Bauteil in einer solchen Weise zu gestalten, dass das Verstärkungsblech im Fügebereich eine Aussparung aufweist, so dass im Fügebereich (anstelle der erhöhten Materialstärke des Patchworks) die einfache Materialstärke des Basisblechs vorliegt. Eine solche Aussparung im Verstärkungsblech ist jedoch mit einer lokalen Schwächung des Patchwork-Bauteils verbunden, weswegen die in der DE 100 02 617 AI gezeigte Lösung in hochbelasteten Bauteilbereichen nur eingeschränkt anwendbar ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine alternative Gestaltung des Verbindungsbereiches mehrerer zu fügender Einzelbauteile vorzuschlagen, bei der gewährleistet ist, dass die Einzelbauteile prozesssicher mit Hilfe eines thermischen Fügeverfahrens, insbesondere des Punktschweißens, verbunden werden können. Weiterhin soll ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung eines solchen Verbindungsbereichs vorgeschlagen werden.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1, 3 und 9 gelöst.
Danach wird im Verbindungsbereich die Materialstärke mindestens eines der zu verbindenden Einzelbauteile lokal reduziert, indem das Bauteil mit einer lokal begrenzten Einprägung versehen wird. Sollen die Bauteile mit Hilfe des Punktschweißens verbunden werden, so wird die Tiefe dieser Einprägung so gewählt, dass die Gesamt-Materialstärke des zu verbindenden Bauteilstapels im Fügebereich 3 mm nicht übersteigt .
Die Erfindung ermöglicht es, Bauteile, deren Materialstärke beanspruchungsgerecht lokal erhöht wurde, auch im Bereich dieser vergrößerten Materialstärke mit Hilfe der herkömmlichen thermischen Fügeverfahren, insbesondere des Punktschweißens, prozesssicher zu fügen. Die Erfindung ermöglicht es weiterhin, zwei Bleche mit stark unterschiedlichen Material- stärken prozesssicher mit Hilfe eines thermischen Fügeverfahrens zu verbinden, indem die Blechdicke des dickeren Blechs im Fügebereich lokal reduziert und somit der Blechdicke des dünneren Blechs angenähert wird.
Die Erfindung ist insbesondere auf metallische Blechbauteile anwendbar, deren dreidimensionale Form mittels eines Kaltumformverfahrens, z.B. des Tiefziehens, erzeugt wurde. Die Einprägung im Verbindungsbereich kann dabei beispielsweise im Zuge der dreidimensionalen Formgebung des Bauteils hergestellt werden. Hierzu ist das Ober- oder das Unterwerkzeug an der dem Verbindungsbereich entsprechenden Stelle mit einer Auswölbung versehen, die beim Schließen des Umformwerkzeugs - d.h. beim Ausformen der Bauteilkontur - in das Blech eindringt und das Bauteilmaterial aus diesem Bereich hinausdrängt. Da die für eine solche makroskopische Werkstoffverdrängung notwendigen Drücke sehr hoch sind, kann es vorteilhaft sein, diese Eindrückung erst nach Abschluss der Erzeugung der dreidimensionalen Bauteilkontur in einem separaten
Prozessschritt (d.h. vorzugsweise mit einem separaten Werkzeug) zu erzeugen.
Die zur Verdrängung des Bauteilmaterials aus dem Verbindungsbereich benötigten Drücke können reduziert werden, wenn die Einprägungen am Bauteilrand vorgesehen werden, so dass das aus dem Prägebereich verdrängte Material über den Bauteilrand hinaus nach außen gedrängt werden kann. Vorteilhafterweise wird in diesem Fall zunächst die dreidimensionale Bauteilgestalt fertig ausgeformt und das Bauteil beschnitten, bevor die Einprägung erzeugt wird.
Befindet sich der Verbindungsbereich in einer randfernen Zone des Bauteils, so kann das aus dem Prägebereich verdrängte Material nicht über den Bauteilrand hinweg entweichen. In diesem Fall ist es vorteilhaft, die Auswölbung des Werkzeugs - zumindest abschnittsweise - mit einer ringförmigen Aussparung zu umgeben, in die das verdrängte Bauteil-Material abfließen kann. In dem der Aussparung gegenüberliegenden Bereich des Bauteils entsteht so ein flacher, der Einprägung benachbarter Wulst.
Um hohe Standzeiten des Prägewerkzeugs zu erreichen, wird vorteilhafterweise die Festigkeit des Werkzeugs im Bereich der Auswölbung lokal erhöht. Dies kann beispielsweise durch Laserhärten erfolgen. Alternativ kann das Werkzeug im Bereich der Auswölbung mit einem Keramikeinsatz (oder einem Einsatz aus einem anderen geeigneten Hartwerkstoff) versehen sein.
Weiterhin können die für die Erzeugung der Einprägung im Verbindungsbereich erforderlichen Kräfte bzw. Drücke reduziert werden, wenn der Bereich der Einprägung und seine Umgebung vor dem eigentlichen Prägevorgang lokal erwärmt wird. Der Prägevorgang erfolgt vorteilhafterweise bei einer Temperatur,
bei der bereits ein Erweichen des Bauteilwerkstoffe eingesetzt hat. Die hierfür notwendige lokale Erwärmung des Bauteils kann beispielsweise durch Induktionsheizung erfolgen.
Alternativ zu den bisher beschriebenen kaltumgeformten Bauteilen kann die Erfindung auch in Bauteilen aus einem warmum- formbaren Stahlblech zum Einsatz kommen, deren dreidimensionale Bauteilkonturen mit Hilfe eines Warmumformverfahrens („Presshärtens") erzeugt werden. Bei diesem Verfahren wird die Platine, aus der das Bauteil geformt wird, zunächst auf eine Temperatur oberhalb einer solchen Gefügeumwandlungstem- peratur des Werkstoffes - meist eine bestimmte Temperatur innerhalb des Temperaturbereichs zwischen 850° C und 930° C - erwärmt, oberhalb derer das Werkstoffgefüge in austenitischem Zustand vorliegt. Die Platine wird dann in das Warmumformwerkzeug eingelegt und darin umgeformt und wärmebehandelt ,- durch eine gezielte Abkühlung kann eine Einstellung der (lokalen) Werkstoffestigkeit erreicht werden. Da der Platinenwerkstoff im erwärmten Zustand wesentlich weicher ist als bei Raumtemperatur, kann die Einprägung im gleichen Arbeits- schritt erfolgen wie die Ausformung der dreidimensionalen Bauteilkontur. Die zur Herstellung der Einprägungen notwendigen Auswölbungen auf einer der Werkzeughälften sind in diesem Fall vorteilhafterweise Teil des Warmumformwerkzeugs, so dass - im Unterschied zum Kaltumformen - für das Herstellen der Einprägungen kein weiterer separater Prozessschritt vonnöten ist .
Die Auswölbungen des Werkzeugs haben vorteilhafterweise eine runde oder ovale Außenkontur und eine Größe von 10 - 20 mm. Auf diese Weise können Einprägungen erzeugt werden, die einerseits in Bezug auf ihre Form der Geometrie der Punkt- schweißzangen angepasst sind, andererseits aber eine so geringe seitliche Erstreckung haben, dass sie nur vernachläs-
sigbare Auswirkungen auf die Festigkeit und die Steifigkeit des zu erzeugenden Bauteils haben. Alternativ kann die Auswölbung eine rechteckige Außenkontur haben. Die Ecken bzw. Berandungen der Auswölbung sind vorteilhafterweise verrundet, um eine Schwächung des Bauteils aufgrund von Kerbung zu minimieren.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten AusführungsbeiSpiels näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. la eine perspektivische Ansicht einer B-Säule für ein Kraftfahrzeug mit lokalen Einprägungen;
Fig. 1b einen Zusammenbau der B-Säule der Figur la mit einem Verstärkungsteil in einer Schnittansicht entlang der Linie Ib - Ib der Figur la;
Fig. 2a ein Hälfte eines Warmumform-Werkzeugs zur Herstellung der B-Säule der Figur la;
Fig. 2b einen Ausschnitt der Warmumformwerkzeughälfte der Figur 2a in einer Detaildarstellung;
Fig. 3 eine schematische Schnittdarstellung durch ein War- mumform-Werkzeug entsprechend der Linie III - III in Figur 2a ... Fig. 3a ... bei geöffnetem Werkzeug Fig. 3b ... bei geschlossenem Werkzeug
Fig. 4 einen Ausschnitt eines Werkzeugs mit unterschiedlichen Formen von Ausprägungen.
Figur la zeigt ein Formbauteil 1, im vorliegenden Fall eine B-Säule 2 für ein Kraftfahrzeug, welches durch einen Warmum- formprozess aus einer Stahlblechplatine hergestellt wurde. Zur Herstellung dieser B-Säule 2 wurde als Halbzeug 3 ein ge- patchtes Verbundblech verwendet mit einer Basisplatine, welche lokal mit einem Verstärkungsblech versehen wurde . Diese
Gestaltung des Halbzeugs 3 hat zur Folge, dass die Material- stärke 4,4' der fertig ausgeformten B-Säule 2 über die Länge der B-Säule 2 hinweg variiert, so dass die B-Säule 2 im oberen und unteren Übergangsbereich 5,6 eine geringere Material- stärke 4' aufweist, während die Materialstärke 4 in einem zwischen den Übergangsbereichen 5,6 liegenden Mittelbereich 7 beanspruchungsgerecht erhöht ist. Einzelheiten bezüglich der Herstellung eines Verbundblechs als Halbzeug 3 und seiner Warmumformung zur Erzeugung einer solchen B-Säule 2 sind in der DE 100 49 660 AI beschrieben, deren Inhalt hiermit in die vorliegende Anmeldung übernommen wird.
Entlang ihrer Ränder 8 weist die B-Säule 2 der Figur la Verbindungsbereiche 9 auf, in denen die B-Säule 2 mit weiteren Bauteilen 10 gefügt werden soll. Figur Ib zeigt eine Schnittansicht eines Ausschnitts der B-Säule 2 der Figur la in Zusammenbaulage mit dem weiteren Bauteil 10. Im oberen Übergangsbereich 6 ist die Gesamtdicke 11' der aufeinanderliegen- den Bleche 2,10 genügend gering (d.h. ≤ 3 mm), dass die beiden Bleche 2,10 mittels Punktschweißen miteinander gefügt werden können. Im Mittelbereich 7 hingegen, in dem - wie oben beschrieben - die Materialstärke 4 der B-Säule 2 beanspruchungsgerecht erhöht wurde, ist die Gesamtdicke 11 der auf- einanderliegenden Bleche 2,10 zu groß (d.h. > 3.5 mm), so dass kein prozesssicheres Punktschweißen der beiden Bleche 2,10 in diesem Bereich 7 möglich ist. Um die Bleche 2,10 auch in diesem Mittelbereich 7 Punktschweißen zu können, ist die B-Säule 2 erfindungsgemäß mit lokal begrenzten Einprägungen 12 versehen, so dass die Materialstärke 4"der B-Säule 2 in diesem Teil des Verbindungsbereichs 9 lokal reduziert ist . Die Gesamtdicke 11" der beiden aufeinanderliegenden Bleche 2,10 ist im Bereich dieser Einprägungen 12 genügend gering (d.h. ≤ 3 mm), so dass die beiden Bleche 2,10 am Ort dieser Einprägungen 12 mit Hilfe des Punktschweißens prozesssicher
gefügt werden können. Um unempfindlich gegenüber Ungenauig- keiten in der Positionierung der Punktschweisszangen zu sein sind die Einprägungen 12 in einer solchen Weise gestaltet, dass die Materialstärke 4" über die Einprägung 12 hinweg näherungsweise konstant ist.
Figur 2a zeigt eine Werkzeughälfte 13 eines Warmumformwerkzeugs 14 zur Herstellung der B-Säule 2 der Figur la. Die Be- randung 8 der mit diesem Werkzeug 14 hergestellten B-Säule 2 ist in Figur 2a durch eine strichpunktierte Linie angedeutet. Um die lokalen Einprägungen 12 im Verbindungsbereich 9 der B- Säule 2 zu erzeugen, ist die Werkzeughälfte 13 an den entsprechenden Stellen mit lokalen Auswölbungen 15 versehen, die in Figur 2b in einer Detailansicht dargestellt sind.
Die Wirkung der lokalen Auswölbungen 15 der Werkzeughälfte 13 auf das Halbzeug 3 ist in Figuren 3a und 3b in einer Detail- darstellung gezeigt: Das Halbzeug 3, aus dem die B-Säule 2 geformt werden soll, wird in das geöffnete Warmumformwerkzeug 14 eingelegt (Figur 3a) . Beim Schließen des Warmumformwerkzeugs 14 (Figur 3b) erfolgt eine Aus- bzw. Umformung der dreidimensionalen Form der B-Säule 2. Da bei geschlossenem Werkzeug 14 der lichte Abstand 16 der beiden Werkzeughälften 13,13' im Bereich der Auswölbungen 15 geringer ist als die ursprüngliche Blechdicke 4 in diesem Bereich, wird beim Schließen des Werkzeugs 14 durch die Auswölbungen 15 lokal Blechmaterial verdrängt, was die bleibenden Einprägungen 12 auf dem Blech 3 zur Folge hat . Die Größe und Form der Einprägungen 12 entspricht daher im Großen und Ganzen der Größe und Form der Auswölbungen 15 auf dem Werkzeugteil 13.
Die Auswölbungen 15 auf dem Werkzeugteil 13 werden in bezug auf ihre Form und Größe vorteilhafterweise auf das Fügeverfahren angepasst, mit Hilfe dessen das fertige Bauteil 2 in
einem Folgeschritt mit dem weiteren Bauteil 10 verbunden werden sollen. Neben den in Figur 2a, 2b gezeigten rechteckigen Auswölbungen 15 können die Auswölbungen 15 insbesondere rund oder oval gestaltet sein (siehe Figur 4) oder eine beliebige andere Form haben. Die Kanten 17 der Auswölbungen 15 sind zweckmäßigerweise verrundet, um im Kantenbereich 17 eine kontinuierliche Änderung der Materialstärke 4,4" sicherzustellen und eine lokale Schwächung des Bauteils 1 aufgrund scharfer Kanten zu vermeiden.
Da das Werkzeugteil 13 im Bereich der Auswölbungen 15 eine lokale Materialverdrängung auf dem Bauteil 1 bewirkt, sind diese Bereiche 15 der Werkzeughälfte 13 (und der gegenüberliegenden Werkzeughälfte 13') besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Um die Standzeiten des Werkzeugs 14 zu erhöhen, ist es vorteilhaft, die Festigkeit der Werkzeughälften 13,13' im Bereich der Auswölbungen 15 lokal zu erhöhen. Dies wurde im Ausführungsbeispiel der Figuren 2a und 2b dadurch erreicht, dass die entsprechenden Bereiche 15 lasergehärtet wurden; die Ränder dieser lasergehärteten Zonen sind in Figur 2b gestrichelt angedeutet .
Wie in Figur la dargestellt, überlappen die Einprägungen 12 der B-Säule 2 räumlich mit den Bauteilberandungen 8. Das hat den Vorteil, dass der Werkstoff (-überschuss) , der im Zuge des Einbringens der Einprägungen 12 aus diesen Bereichen 12 hinausgedrängt wird, frei über die Bauteilberandung 8 hinaus entweichen kann. Zur Herstellung der B-Säule 2 der Figur la empfiehlt sich die Verwendung des in der (Patentanmeldung 102 54 695.9-14) beschriebene Verfahren, bei dem zunächst aus dem (ungehärteten) Halbzeug durch ein Kaltumformverfahren ein Bauteilrohling 3 geformt wird, welcher anschließend entsprechend der Berandungskontur 8 beschnitten wird. Dieser Bauteilrohling 3 wird dann erwärmt und in einem Warmumform-
Werkzeug 14 pressgehärtet, wobei die endgültige dreidimensionale Form der B-Säule 2 erzeugt und an ausgewählten Stellen der Verbindungsbereiche 9 die lokalen Einprägungen 12 eingebracht werden.
Alternativ bzw. zusätzlich zu den randnahen Einprägungen 12 können auch Einprägungen 12 in randfernen Bereichen des Bauteils 1 vorgesehen werden (entsprechend Verbindungsbereichen 9 in randfernen Bereichen des Bauteils 1) . In diesem Fall muss sichergestellt werden, dass der Materialüberschuss, der beim Schließen des Warmumformwerkzeugs 14 aus dem Bereich der Auswölbungen 15 hinausgedrängt wird, gezielt aufgenommen werden kann. Hierzu kann die Werkzeughälfte 13 in unmittelbarer Umgebung der Auswölbungen 15 mit Aussparungen 18 versehen sein, in die das Überschussmaterial hineinfließen kann. Beispiele für die Gestaltung solcher Aussparungen 18 sind in Figur 4 dargestellt und (gestrichelt) in Figuren 3a und 3b angedeutet. Vorteilhafterweise sind diese Aussparungen 18 in einer solchen Weise gestaltet, dass sie die Auswölbungen 15 - zumindest abschnittsweise - ringförmig umgeben; dadurch wird ein gleichförmiger Materialfluss in alle Richtungen hin erreicht .
In dem bisher beschriebenen Ausführungsbeispiel wurden die lokalen Einprägungen 12 im Zuge eines Warmumformprozesses in das Bauteil 1 eingebracht. Alternativ können die Einprägungen 12 auch durch ein Kaltumformverfahren in das Bauteil 1 eingedrückt werden.
Die Einprägungen 12 kommen - wie oben beschrieben - vor allem auf Bauteilen 1 zum Einsatz, die Bereiche 7 mit einer beanspruchungsgerecht erhöhten Materialstärke 4 aufweisen und dort in Verbindungsbereichen 9 mit Hilfe des Punktschweißens mit anderen Bauteilen 10 gefügt werden sollen. Die erfin-
dungsgemäße Gestaltung der Verbindungsbereiche 9, in denen lokale Einprägungen 12 vorgesehen sind, eignet sich weiterhin insbesondere auch für Bauteile 1, die mit Hilfe des Laserschweißens verbunden werden sollen. Es ist bekannt, dass beim Laserschweißen die Materialstärken der zu verschweißenden Bleche 1,10 genau aufeinander abgestimmt werden müssen, um ein Durchbrennen im Fügebereich zu vermeiden. Hier gestattet die Erfindung eine einfache gegenseitige Anpassung der lokalen Materialstärken der zu verbindenden Bauteile 1,10 in den Verbindungsbereichen 9.
Wurden bisher Bauteile 1 aus Stahlblech betrachtet, so sind die erfindungsgemäßen Einprägungen auch auf Blechbauteile aus beliebigen Leichtmetall-Legierungen (beispielsweise Aluminium) und anderen Metallen und Legierungen anwendbar.
Die Erfindung kommt vorzugsweise bei Struktur- und Beplankungsbauteilen im Fahrzeugbau zum Einsatz, beispielsweise bei A- und B-Säulen, Längs-, Quer- und Integralträger, Fahrzeugdächer etc. Die Erfindung ist aber auch auf ein weites Spektrum weiterer Bauteile anwendbar, die mit Hilfe eines thermischen Fügeverfahrens, insbesondere mit Hilfe des Punktschweißens, mit anderen Bauteilen verbunden werden sollen.