Ausdampfverfahren zur Reinigung und/oder Aufkonzentrierung verunreinigter Flüssigkeiten
Die Erfindung betrifft ein energiesparendes Ausdampfverfahren zur Reinigung und/oder Aufkonzentrierang verunreinigter Flüssigkeiten, beispielsweise zur Herstellung von Trinkwasser aus salz- oder säure- bzw. laugenbelasteten Wässern. Das erfindungsgemäße Verfahren arbeitet mit einer Ausdampf ung über ein größeres, zusammenhängendes Prozesstemperaturintervall und nutzt die Abwärme der Destillatverflüssigung zur Norwärmung der zu reinigenden bzw. aufzukonzentrierenden Flüssigkeit.
Die verunreinigte Flüssigkeit wird zu diesem Zweck als Kühlmittel durch eine Kondensier- einrichtung geleitet, anschließend in einer Heizeinrichtung nacherhitzt und dann unter Ausdampf ung und Abkühlung durch eine Ausdampfeinrichtung geleitet. Durch beide Einrichtungen zirkuliert in mehreren, mit unterschiedlichen Gesamtdrucken operierenden Umläufen dampfgesättigtes Trägergas in entgegengesetzten Richtung zu der verunreinigten Flüssigkeit. In den einzelnen Umläufen reichert sich das Trägergas in der Ausdampfeinrichtung unter Erwärmung mit Dampf an und in der Kondensiereinrichtung unter Abkühlung und Destillatausscheidung ab. Das abgekühlte Destillat wird aus der Kondensiereinrichtung abgeführt und das abgekühlte Konzentrat aus der Ausdampfeinrichtung. In dieser beschriebenen Ausföhrungsform arbeitet das Verfahren gänzlich ohne zusätzliches Kühlmittel.
Derartige mit einem Trägergasumlauf über ein Temperaturintervall operierende Ausdampfverfahren sind aus der Literatur bekannt und sind in der EP 0531 293 Bl bzw. in der PCT/ DEöl/04072 offenbart. In den Schriften werden Maßnahmen dargestellt, wie sich die negativen Einflüsse des Trägergases auf den Prozessablauf in den Wärme- und Stoffaustausch-Apparaten mindern lassen, insbesondere wie die Wärmeverschleppungen aus dem Ausdampfteil in den Kondensationsteil kompensiert werden können.
In der EP 0531 293 Bl sind dafür zwei Wärmetauscher vorgesehen, wovon ein erster im Kondensationsteil und ein zweiter, gleichdimensiomerter im Ausdampfteil angeordnet ist. Im ersten Wärmetauscher soll der abgekühlte dampfverarmte Trägergasgesamtstrom mittels Nerflüssigungsabwärme aufgeheizt und im zweiten Wärmetauscher dann wieder abgekühlt werden und die verschleppte Wärme in einem ersten Schritt zunächst die ausdampfende verunreinigte Flüssigkeit im Ausdampfteil beheizen.
werden und die verschleppte Wärme in einem ersten Schritt zunächst die ausdampfende verunreinigte Flüssigkeit im Ausdampfteil beheizen. In einem weiteren Schritt soll die ausdampfende Flüssigkeit dann wieder das sich mit Dampf sättigende Trägergas erwärmen. Diese Wärmerückführung ist auch ohne den offenbarten Umweg, auf direktem Wege möglich.
Die beiden offenbarten Wärmetauscher sind nicht nur voluminös und teuer und vergrößern zusätzlich die Apparate. Sie verursachen vor allem gasseitig hohe Druckverluste und induzieren weitere unnötige Temperaturverluste. Die Trägergaszirkulation durch beide Wärmetauscher erfordert einen hohen mechanischer Energieaufwand. Die offenbarten Wärmetauscher stellen aus prozesstechnischer Sicht eine ungeeignete Problemlösung dar.
In der PCT/DEO 1/04072 sind Maßnahmen offenbart, die die Wärmerückführung wesentlich verbessern helfen, indem einzelne, aus dem Ausdampfteil in den Kondensationsteil übergeleitete TrägQrgasteilströme in zusätzlichen Wärmeaustauschelementen angepasste Teilströme von verunreinigter Flüssigkeit in Stufen erwärmen und diese gestuft erwärmten Teilströme dann in den Ausdampfteil übergeleitet sind und darin zusammen mit dem Hauptstrom der verunreinigten Flüssigkeit unter Abkühlung wieder ausdampfen. Ergänzend hierzu wird die umlaufende Trägergasmenge reduziert, indem mehrere Trägergaskreisläufe mit angepassten Gesamtdrucken in sich ergänzenden Ausdampf-/Kondensationsabschnitten innerhalb des Ausdampf-ZKondensationstemperaturintervalls operieren.
Exakte thermische Berechnungen dieses Prozessablaufs zeigen dagegen auf, dass es noch energiesparender ist, wenn keine Teilmengen von gestuft aufgewärmter verunreinigter Flüssigkeit abschnittsweise aus dem Kondensationsteil abgezogen und in den Ausdampfteil übergeleitet sind und der Gesamtstrom der verunreinigten Flüssigkeit in unveränderter Menge sämtliche Aufheizstufen der Wärmeaustauscheinrichtung innerhalb des Kondensationsteils passiert, in der äußeren Heizeinrichtung nachgeheizt wird und abschließend sämtliche Ausdampfstufen des Ausdampfteils unter Ausdampfung und Abkühlung durchströmt.
In diesem Fall könnte mit einem kleinen, nicht separierten und nicht an der Ausdampfung beteiligten Teilstrom der im Durchlauf befindlichen verunreinigten Flüssigkeit das Trägergas im Ausdampfteil wieder rückerwärmt werden.
Diese Möglichkeit eröffnet sich mit dem folgenden erfindungsgemäßen Gedanken: Die negative Einflussnahme des Trägergases lässt sich mindern, indem innerhalb des zusammenhängenden Ausdampftemperaturintervalls mehrere auf unterschiedlichem Gesamtdruckniveau operierende Trägergasυmläufe gleich große, sich ergänzende Ausdampftemperaturabschnitte realisieren und die Gesamtdrücke in den Trägergasumläufen nur wenig höher gewählt sind als die Sättigungsdrucke der in den jeweiligen Ausdampfabschnitt eintretenden verunreinigten Flüssigkeit. Dadurch mindern sich nicht nur gezielt die in den einzelnen Kreisläufen umlaufenden Trägergasmengen sondern letztere gleichen sich in den Kreisläufen derart an, als würde eine konstante Menge Trägergas in nur einem einzigen Umlauf über das gesamte Prozesstemperaturintervall durch die Ausdampfeinrichtung und die Kondensiereinrichtung zirkulieren.
Diese erfindungsgemäße Lösung reduziert nicht nur den spezifischen Energieverbrauch bei der Destillatgewinnung, sie verringert vor allem den apparativen Aufwand für den internen Wärme- und Stoffaustausch. Derartige Module bauen kompakter und sind preisgünstiger zu fertigen.
Energetisch besonders günstig ist es, wenn jeweils in jedem dieser AusdampfTKondensa- tionstemperaturabschnitte ein geschlossener, mengenkonstanter Trägergasumlauf realisiert ist, mit einem speziell angepassten Gesamtdruck. In jedem Abschnitt herrscht dann ein anderer Gesamtdruck, der abschnittsweise mit der Sättigungstemperatur der ausdampfenden verunreinigten Flüssigkeit ansteigt. Dadurch operieren sämtliche Trägergasumläufe in den ihnen zugeordneten Temperaturabschnitten mit annähernd derselben Trägergasmenge. Die vo Trägergas verursachte Energieverschleppung aus der Ausdampfeinrichtung in die Kondensiereinrichtung sinkt dadurch beispielsweise bei der Herstellung von destilliertem Wasser
in den sich ergänzenden Temperaturabschnitten auf gleichgroße Werte unter 4 kWh/m3 Destillat. Diese Energiemenge lässt sich folglich besonders günstig mit der mitumlaufenden, nicht am Ausdampfprozess beteiligten Menge verunreinigter Flüssigkeit in entgegengesetzter Richtung zur Strömungsrichtung des Trägergases zurück in den Ausdampfeinrichtung transportieren. Der für die Rückerwärmung des gesamten Trägergases in der Ausdampfeinrichtung erforderliche nicht ausdampfende Flüssigkeitsanteil beträgt in diesem Fall weniger als 0,5% der Gesamtdurchlaufmenge.
Für die Anlagenherstellung ist es besonders vorteilhaft, wenn mehrere seriell von der verunreinigten Flüssigkeit durchströmte komplementäre Kondensierelemente und Ausdampfelemente zu Gruppen zusammengefasst sind und in jeder Gruppe ein mengenangepasster Trägergasumlauf unter angepasstem Gesamtdruck operiert und die dampfgesättigten Trägergasteilmengen in jeder Gesamtdruckstufe von den entsprechenden Ausdampfelementen zu den komplementären Kondensierelementen übergeleitet sind.
Prozess- und fertigungstechnisch ist es vorteilhaft, wenn Gruppen von komplementären Ausdampfelementen und Kondensierelementen in einem gemeinsamen Behälter angeordnet sind, wobei der Behälter den Gesamtdruckraum umschließt oder der Behälter in mehrere Druckräume unterteilt sein kann.
Prozesstechnisch vorteilhaft ist außerdem, wenn in den einzelnen Trägergasumläufen Tropfenabscheider integriert sind, die den Übertritt von Destillat in die Ausdampfeinrichtung und den Übertritt von verunreinigter Flüssigkeit in die Kondensiereinrichtung mindern. Die einzelnen Trägergasumläufe werden mit Ventilatoren erzwungen. Mittels einer Drehzahlregelung der Antriebsmotore lassen sich die Umlaufmengen angepassen. Die von einer Ausdampfdruckstufe zu nächsten Ausdampfdruckstufe übergeleitete verunreinigte Flüssigkeit wird mittels Drosseleinrichtungen auf den jeweils folgenden Gesamtdruck entspannt.
Außerdem ist es vorteilhaf , wenn anstatt einer unteren Ausdampfdruckstufe ein gewöhnlicher Wärmeaustauscher dem Ausdampfprozess vorgeschaltet wird. In diesem Wärme-
tauscher wird die eintretende verunreinigte Flüssigkeit im Gegenstrom mit den Restwärmen von austretendem Destillat und austretendem Konzentrat vorgewärmt. Mit dieser Zusatzmaßnahme lässt sich die für die Trägergasumwälzung erforderliche Antriebsleistung des Gesamtprozesses mindern und gleichzeitig das Ausdampftemperaturintervall stabilisieren.
Als Trägergase bieten sich alle Edelgase, Luft, Stickstoff oder Kohlendioxid oder Mischungen von diesen Gasen oder überhitzten Dämpfen an. Für eine destillative Gewinnung von Trinkwasser aus Meerwasser ist die Verwendung von Umgebungsluft oder Stickstoff besonders vorteilhaft.
Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 4 näher ausgeführt.
Fig. 1: zeigt das Verfahrensschema in seiner elementaren Ausführungsform,
Fig. 2: zeigt das Verfahrensschein a mit mehreren, bei unterschiedlichen Gesamtdrücken arbeitenden komplementären Kondensations- und Ausdampfelementen, die seitens der verunreinigten Flüssigkeit in Serie geschaltet sind,
Fig. 3: zeigt das Verfahrenschema von mehreren, zu einer Gruppe zusammengefassten komplementären Kondensations- und Ausdampfelementen, die unter einem gemeinsamen Gesamtdruck stehen und seitens der verunreinigten Flüssigkeit ebenfalls in Serie geschaltet sind und
Fig. 4 zeigt den modularen Aufbau des Verfahrens beispielhaft ausgeführt mit drei seriell geschalteten Ausdampfmodulen.
Das Grundprinzip des erfϊndungsgemäßen Ausdampfverfahrens geht aus der Fig. 1 hervor. Es enthält als Prozesskomponenten eine Kondensiereinrichtung 1, eine Ausdampfeinrichtung 2, einen Heizer 3 und einen Trägergasumlauf 4. Innerhalb der Kondensiereinrichtung 1 befindet sich ein Wärmetauscher 5. In dem Trägergasumlauf 4 sind die Tropfenabscheider 6
und 7 angeordnet. In der Ausdampfeinrichtung 2 sind ein Flüssigkeitsverteiler 8 und ein Stoffaustauschelement 9 angeordnet. Ein Ventilator 10 erzwingt den Trägergasumlauf 4 durch die Kondensiereinrichtung 1 und die Ausdampfeinrichtung 2. Der Gesamtdruck ist in dem über ein Temperaturintervall operierenden dampfgesättigten Trägergasumlauf 4 konstant. Die Dampfsättigung des Trägergases bewegt sich im Umlauf durch die Kondensiereinrichtung und die Ausdampfeinrichtung zwischen einem oberen und einem unteren Grenzwert. In der Ausdampfeinrichtung nimmt der Dampfgehalt des Trägergases zwischen den Grenzwerten zu und in der Kondensiereinrichtung gleichwertig ab.
Mittels einer Pumpe 11 wird eine verunreinigte Flüssigkeit 12 zur Vorwärm ung durch die Wärmeaustauscheinrichtung 5 gefördert. Sie passiert unter weiterer Wärmeaufnahme den Heizer 3 und wird über das Verteilsystem 8 in die Ausdampfeinrichtung 2 eingeleitet und durchströmt unter Ausdampfung und Abkühlung die Stoffaustauschpackung 9. Das abgekühlte Konzentrat 13 tritt aus der Ausdampfeinrichtung 2 aus. i,
Die wärmeübertragenden Oberflächen der Wärmeaustauscheinrichtung 5 können zur Intensivierung des Wärmeübergangs, zur Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit und zur Vermeidung von Feststoffablagerungen mit selektiv wirkenden Niedrigenergie-Nanostruktur- beschichtungen überzogen werden. Das erhöht die Lebensdauer der Wärmeaustausch- einrichtung 5 und mindert deren Wartungsbedarf.
Der Ventilator 10 saugt über den Tropfenabscheider 7 dampfgesättigtes Trägergas 4 aus der Ausdampfeinrichtung 2 an und fördert es zur Destillatabscheidung in die Kondensiereinrichtung 1. An der äußeren Oberfläche des Wärmeaustauschers 5 schlägt sich unter der Kühlwirkung der im Inneren in entgegengesetzter Richtung strömenden verunreinigten Flüssigkeit 12 Destillat 14 nieder. Das dampfverarmte Trägergas strömt über den Tropfenabscheider 6 zurück in den Ausdampfeinrichtung 2 und sättigt sich unter Erwärmung, in entgegengesetzter Richtung zur ausdampfenden verunreinigten Flüssigkeit erneut mit Dampf. Das abgekühlte Destillat 14 wird aus der Kondensiereinrichtung 1 abgeleitet.
Mit einem in konstanter Menge, bei einem konstanten Gesamtdruck umlaufendem Trägergas ist eine energiesparende Ausdampfung der verunreinigten Flüssigkeit nur in Temperaturabschnitten von jeweils 5 K bis 20 K möglich. Der Energiespareffekt entfaltet sich allerdings erst mit der Ausdampfung über ein wesentlich größeres, zusammenhängendes Prozesstemperaturintervall. Hierfür müssen mehrere gleichartige, gemäß Fig.l ausgeführte Systeme seitens der verunreinigten Flüssigkeit hintereinander geschaltet werden und eine entsprechende Zahl von Trägergasumläufen mit unterschiedlichen Gesamtdrucken betrieben werden. Die in der Kondensiereinrichtung vorgewärmte verunreinigte Flüssigkeit muss in diesem Fall vor dem Eintritt in den obersten Ausdampfabschnitt der Ausdampfeinrichtung mit Fremdenergie nachgeheizt werden. Eine solche mehrfache Hintereinanderschaltung zeigt Fig. 2.
Die Kondensiereinrichtung 20 besteht in diesem Beispiel aus den Kondensierelementen 20.1 , 20.2 und 20.n und die Ausdampfeinrichtung 21 aus den komplementären Ausdampfelementen 21.1, 21.2 und 21.n. Innerhalb der Kondensierelemente 20.1 bis 20.n sind die Wärmeaustauschelemente 22, ,1 bis 22. n angeordnet. Die Ausdampfelemente 21.1 bis 21. n enthalten Flüssigkeitsverteilsysteme 23.1 bis 23. n und Stoffaustauschelemente 24.1 bis 24. n. Durch die komplementären Elemente 20.1 und 21.1 bis 20. n und 21. n zirkulieren in entgegengesetzter Richtung zu der verunreinigten Flüssigkeit 25 separate Trägergasumläufe 26.1 bis 26. n, mit jeweils unterschiedlichen Gesamtdrucken Pges. 1 bis Pges. n. und sich darin ergänzenden Sättigungsgrenzwerten. Die Ventilatoren .27.1 bis 27. n erzwingen die einzelnen Trägergasumläufe.
Mit einer Pumpe 28 wird die verunreinigte Flüssigkeit zur Vorwärmung nacheinander durch die Wärmeaustauschelemente 22.1 bis 22. n geleitet. Anschließend passiert die vorgewärmte verunreinigte Flüssigkeit 25 unter weiterer Erwärmung den Heizer 29 und wird danach in das Ausdampfelement 21.n eingeleitet. Sie durchströmt das Ausdampfelement 21. n unter partieller Ausdampfung und Abkühlung, wird in der Drosseleinrichtung 30. n auf den Gesamtdruck des darunter befindlichen Ausdampfelements 21.2 entspannt, durchströmt das mittlere Ausdampfelement 21.2 unter partieller Ausdampfung und Abkühlung, wird in der
Drosseleinrichtung 30.2 auf den im unteren Ausdampf element 21.1 vorliegenden Gesamtdruck entspannt und durchströmt unter partieller Ausdampfung und Abkühlung das untere Ausdampfelement 21.1. Das abgekühlte Konzentrat 31 wird aus dem unteren Ausdampfelement 21.1 abgeleitet.
Das in den Kondensierelementen 20.1 bis 20, n abgeschiedene Destillat 32.n bis 32.1 wird über eigenständige Drosselelemente 33. n bis 33.2 zur weiteren Abkühlung durch die nachfolgenden Kondensierelemente 20.2 und 20.1 geleitet und abschließend aus dem unteren Kondensierelement 20.1 abgeführt. Alternativ kann das Destillat im Gegenstrom zu angepassten, aus dem Hauptstrom der kalten verunreinigten Flüssigkeit abgezweigten Teilströmen abgekühlt werden.
Dieser energiesparende kombinierte Aufheiz-, Rückverflüssigungs- und Ausdampfzyklus lässt sich mit einer mehrfachen ( n-fachen) Serienschaltung der vorgenannten komplementären Elemente und mit mehreren darin operierenden gesamtdaickgestuften Trägergasumläufen in Temperaturabschnitten von ca. 10 K zu einem zusammenhängenden Ausdampf-/ Kondensationstemperaturintervall (Prozesstemperaturintervall) von mehr als 150 K erweitern. Das Verfahren entfaltet so seine optimalen Wirkungen. Bis zu 5 solcher auf unterschiedlichen Druckstufen arbeitenden, komplementären Elementepaare können in einem gemeinsamen Modulbehälter angeordnet werden. In den Druckstufen zirkulieren in geschlossenen Kreisläufen jeweils konstante Trägergasmengen.
Eine andere Ausführungsform von flüssigkeitsseitig seriell geschalteten Ausdampf- und Kondensierelementen zeigt Fig.3. In dieser Darstellung sind komplementäre Kondensierelemente 40.1 bis 40.3 und komplementäre Ausdampfelemente 41. Ibis 41.3 zu einer komplementären Gruppe 40/41 zusammengefasst. Durch und zwischen diesen zu einer Gruppe zusammengefassten komplementären Elementen zirkuliert mit konstantem Gesamtdruck ein zwischen den komplementären Elementen mengenangepasster Trägergasumlauf 42 in Gegenstromrichtung zur verunreinigten Flüssigkeit.
Nach jedem Ausdampfelement wird jeweils ein in seiner Menge angepasster dampfgesättigter Trägergasteilstrom mittels der Ventilatoren 44.1 bis 44.3 in das zugehörige komplementäre Kondensierelement übergeleitet. Die Anpassung erfolgt in einer Weise, dass in den einzelnen Ausdampfelementen möglichst gleiche Dampfmengen ausdampfen und diese von den ange- passten Trägergasmengen aufgenommen und in den komplementären Kondensierelementen unter maximal möglicher Aufheizung des Kühlmittels verflüssigt und abgekühlt werden. Die zu der komplementären Gruppe 40/41 zusammengefassten Elemente sind in dem Modulbehälter 43 angeordnet. Der Modulbehälter 43 stellt die äußere Begrenzung des Gesamtdruckraumes dar. In einem Modulbehälter können wiederung bis zu 5 komplementäre Elementepaare angeodnet sein. Durch jedes Elementepaar zirkuliert bei konstantem Behälterdruck das dampfgesättigte Trägergas in angepassten Mengen.
Wie die Fig. 4 zeigt, können mehrere Modulbehälter 50.1 bis 50.3, wie sie in Fig. 3 beispielhaft beschrieben sind , flüssigkeitsseitig seriell geschaltet werden. In jedem Modulbehälter herrscht ein anderer konstanter Gesamtdruck . Mit dieser Methode kann das zusammenhängende Prozesstemperaturintervall zu höheren Temperaturen hin erweitert werden. Bis zu 5 Modulbehälter können so verschaltet werden. In Fig. 4 ist zum Beispiel ein Prozesstemperaturintervall von 90 K dargestellt
Die Kondensiereinrichtungen 51. Ibis 51.3 der Module werden mit Hilfe der Pumpe 56 von der verunreinigten Flüssigkeit in Richtung zunehmendem Gesamtdruck durchströmt und die komplementären Ausdampfeinrichtungen 52.3 bis 52.1 in Richtung abnehmendem Gesamtdruck. In jedem Modul 50.1 bis 50.3 zirkuliert zwischen und durch die komplementären Elemente ein Trägergasumlauf 53.1 bis 53.3 mit angepasstem Gesamtdruck. Der Gesamtdruck (Arbeitsdruck) in den Modulen steigt in Stufen mit der Ausdampftemperatur der in die Module eintretenden verunreinigten Flüssigkeit.
Zwischen den Modulen 50.3 und 50.2 und den Modulen 50.2 und 50.1 befinden sich aus- dampfelementeseitig Drosseleinrichtungen 54.3 bis 54.2 für die gestufte Entspannung der eingeleiteten verunreinigten Flüssigkeit. Die Destillatströme 55.1 bis 55.3 werden in
derselben Weise behandelt, wie in Fig. 2 beschrieben. Sie addieren sich von Stufe 3 in Richtung Stufe 1. Die Nachheizung der verunreinigten Flüssigkeit erfolgt über die Heizeinrichtung 57.
Die modulare Bauart nach Fig. 3 eignet sich besonders gut für eine kostengünstige Fertigungsweise und die Verschaltung nach Fig.4 bietet die Möglichkeit, Anlagen in jeder Leistungsgröße herzustellen. Zur Steigerung der Produktausbeuten können mehrere derartige Module flüssigkeitsseitig parallel und/oder seriell geschaltet werden.
Zur höheren Anreicherung der verunreinigten Flüssigkeit kann entweder ein Teilstrom des Konzentratablaufs in einer Modulkaskade, wie sie beispielhaft in Fig. 4 ausgeführt ist, recycliert werden oder, der Konzentratablauf einer ersten Modulkaskade dient als Zulauf für eine weitere Modulkaskade, wobei mehrere Modulkaskaden dann seriell von der verunreinigten Flüssigkeit durchströmt werden .
Eine Möglichkeit zur Erhöhung der Destillatausbeute und zur Steigerung der Endkonzentration der verunreinigten Flüssigkeit besteht darin, dass in den einzelnen Temperaturabschnitten des Prozesstemperaturintervalls mehrere gleichartige Module von der verunreinigten Flüssigkeit parallel durchströmt werden und das gesammelte und zusammengeführte Konzentrat derselben Zahl von Modulen des nachfolgenden Temperaturabschnitts zugeführt wird. Dies geschieht der Reihe nach in Richtung abnehmender Temperatur durch sämtliche Temperaturabschnitte und endet mit dem kalten Konzentrataustritt.
Im Falle der Trinkwassergewinnung aus Meerwasser eignet sich das beanspruchte Verfahren auch zur Kombination mit den herkömmlichen MSF- oder MED- Verfahren. Während letztere Verfahren speziell im oberen Sättigungsdruckbereich effizient und in kompakter Bauweise arbeiten, weist das beanspruchte Verfahren diese Eigenschaften im unteren Sättigungsdruckbereich des Trennprozesses auf. Die Kombination beider Verfahren verspricht einen Kosten- und Energie optimierten Anlagentyp. Der beanspruchte Verfahrensteil lässt sich auch in bestehende MSF-Anlagen integrieren und nachrüsten, xxx