Beschreibung
Elektronisches Notizblatt
Die Erfindung betrifft ein elektronisches Notizblatt gemäss dem Oberbegri f des Patentanspruchs 1.
In vielen Bereichen des Alltags werden von Hand gefertigte Zeichnungen oder Notizen zur Informations-Übertragung oder - speicherung benutzt. Dieses Vorgehen ist mit einigen Nachteilen behaftet, z.B. der Aufwand ständig für Ersatzpapier sorgen zu müssen, und die fehlende Möglichkeit, Geschriebenes beziehungsweise Gezeichnetes zu löschen.
Auf dem Markt gibt es elektronische Notiz-Boards. Diese bestehen aus einem herkömmlichen Schreibblock, auf dem mit einem speziellen Stift geschrieben oder gezeichnet wird. Die Stiftposition auf dem Papier wird ständig erfasst und ermöglicht so eine Digitalisierung der Zeichnung. Dieses Stift- Tracking wird mit Hilfe von akustischen (Ultraschall) , optischen (Infrarotstrahlung) oder induktiven Verfahren realisiert.
Zur Darstellung des Inhalts dient bei elektronischen Notiz- Boards ein normales Papierblatt. Dies birgt das Problem, dass Gezeichnetes nicht mit einfachen Mitteln korrigiert oder gelöscht werden kann. Des Weiteren muss ein Papiervorrat vorhanden sein.
Weiter existieren Grafiktabletts für professionelle Cad-
Anwendungen, die sich einer der Stift-Tracking Methoden bedienen, um Handzeichnungen zu digitalisieren. Allerdings ist bei dieser Geräteklasse das Gezeichnete nicht auf dem digitalisierenden Gerät selber sichtbar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde ein elektronisches Notiz-Board anzugeben, bei dem Korrekturen und Löschungen einfach vorzunehmen sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Ein besondere Vorteil des erfindungsgemäßen elektronischen Notizblattes liegt in der Nutzung von elektrophoretischen Fo- lien nicht nur als Display zur Anzeige digitaler Bildinhalte, sondern für die Darstellung handgeschriebener Notizen. In einer Kombination mit einem der vorstehend beschriebenen Verfahren zur Stiftpositionserkennung kann so ein voll elektronisches Notizboard mit Verbindung zu digitalen Geräten aufge- baut werden, das vom Look & Feel her einem "echten" Notizblock gleich kommt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann überall genutzt werden, wo Notizpapier durch ein elektronisches Pendant ersetzt wer- den soll. Die Kombination dessen mit einem der bekannten Verfahren zur Stiftpositionserkennung ist insbesondere für Geräte interessant, die handschriftliche Notizen o- der Zeichnungen digitalisieren.
Im Folgenden wird die Erfindung an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele beschrieben. Dabei zeigen:
Figur 1 die Wirkungsweise eines Elektrophoretischen Displays, und
Figur 2 den Schreibvorgang mit einem solchen Display.
Das erfindungsgemäße elektronische Notizblatt verwendet vorzugsweise eine sogenannte elektrophoretische Displayfolie zur Darstellung des handschriftlich eingegebenen Inhalts.
Derzeit entwickeln weltweit einige Firmen elektronische Displays, die sich der Elektrophorese zur Darstellung von Bildinhalten bedienen. Das Funktionsprinzip einer elektrophoretischen Displayfolie EF ist in Figur 1 schematisch dargestellt.
Die elektrophoretischen Displayfolie EF weist mit einer Lösung gefüllte Mikrokammern auf. Die Lösung enthält beispielsweise negativ geladene Partikel (Figur 1 a) , die sich unter Einwirkung eines elektrischen Feldes je nach dessen Polarität an die Ober- (Figur 1 c) oder Unterseite (Figur 1 b) der Folie EF bewegen. Für den Betrachter wird somit auf einer An- zeigefläche, beispielsweise die Oberseite der Folie, entweder die Farbe der Lösung (schwarz) oder die Farbe der Partikel (weiss) sichtbar. Die jeweilige Position der Partikel wird bis zum nächstmaligen Anlegen des Feldes beibehalten.
Für den Schreibvorgang wird beispielsweise eine in Figur 2 dargestellte Vorrichtung verwendet.
Als Schreibfläche dient die schon beschriebene elektrophore¬ tische Folie EF. Zwischen einer metallischen Spitze eines Eingabestiftes ES und einer unter der Folie EF angebrachten flächigen Gegenelektrode GE wird eine elektrische Spannung angelegt.
Als Spannungsquelle sind beispielsweise eine erste Spannungsquelle Bl sowie für eine Weiterbildung der Erfindung eine zweite Spannungsquelle B2 vorgesehen, wobei beide Spannungsquellen Bl und B2 mit dem Stift ES und über einen Umschalter US wahlweise mit der Gegenelektrode GE verbunden sind.
So wird zwischen der Stiftspitze (ES) und der Gegenelektrode GE lokal ein elektrisches Feld erzeugt, das wie oben erklärt die enthaltenen Partikel auf die Unterseite der Folie zieht und so die Oberfläche an dieser Stelle in der Farbe der Lösung erscheinen lässt. Durch das lokale elektrische Feld werden die (hellen) Partikel zur Gegenelektrode GE gezogen, und
der Betrachter sieht entlang der Schreibspur des Stiftes ES die dunkle Farbe der Flüssigkeit. Hierbei ist angenommen, dass die hellen Partikel negativ geladen sind.
Diesen Schreibeffekt kann man bei einer Weiterbildung der Erfindung in einen Löscheffekt umkehren, indem man die zwischen Gegenelektrode GE und Stiftspitze (ES) angelegte Spannung invertiert und so die Partikel in der Folie an deren Oberfläche bringt. In diesem Fall befindet sich der Umschalter US in ei- ner Position, in der die Spannungsquelle Bl mit ihrem negativen Pol an der Gegenelektrode GE anliegt.
Die Spannungsquellen Bl und B2 können in einem Gehäuse untergebracht sein, das auch die Displayfolie EF enthält. Es ist aber auch möglich, die Spannungsquellen Bl und B2 im Eingabestift ES unterzubringen, der dann sinnvollerweise auch den Umschalter US enthält. Hierdurch kann das Gehäuse für die Displayfolie EF vergleichsweise flach gehalten werden.
Mit diesen Mechanismen ist es möglich, auf der elektrophoretischen Folie EF zu "schreiben" sowie Teile des bereits Geschriebenen gezielt wieder zu löschen.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung kann die Spitze des Stiftes ES insbesondere für den Löschvorgang verbreitert werden. Dies kann durch einen Tausch oder durch ein Umschalten der Breite der Stiftspitze erfolgen.
Unabhängig von dem beschriebenen erfindungsgemäßen Mechanis- mus ist es weiter möglich, die Stiftposition wie bereits beschrieben zu erfassen und so das Geschriebene zu digitalisieren.