Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Carbonylverbindungen
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von höherkettigen Carbonylverbindungen durch Umsetzung von niederkettigen Carbonylverbindungen mit Aldehyden an basischen oder sauren Katalysatoren in einer Rektifikationskolonne .
Die Umsetzung von Carbonylverbindungen mit Aldehyden an sauren oder basischen Katalysatoren ist, sieht man von den erfindungs- gemäßen Verbesserungen ab, in ihren wesentlichen Merkmalen bereits bekannt . So wird zum Beispiel in Römpp Chemie Lexikon (Bd. 1., 9. erweiterte, neubearbeitete Auflage, Thieme Verlag 1995) die durch Basen katalysierte Addition von Carbanionen, die aus aktivierten Methylen-Gruppen erzeugt werden, an die Carbonyl- gruppe von Aldehyden oder Ketonen beschrieben. Dieser Reaktionstyp wird als AIdol-Addition bezeichnet . Bei der Verwendung von Säuren als Katalysator schließt sich in der Regel an die Aldol- Addition eine Wasserabspaltung an, so dass man in diesem Fall von einer Aldol-Kondensation spricht. Die Aldoladdition zweier verschiedener Aldehyde bzw. eines Aldehyds mit einem Keton ist nach Römpp Chemie Lexikon nur dann präperativ nutzbar, wenn die Aldehyd-Komponente kein α-Wasserstoffatom besitzt, so dass sie nur als Carbonylkomponente fungieren kann. Dieser Reaktionstyp wird in der Literatur als Claisen-Schmidt-Reaktion bezeichnet. Da die Aldoladdition eine reversible Reaktion ist besteht die Gefahr einer Rückspaltung in die Ausgangsverbindungen. Angaben zur technischen Durchführung dieser Reaktion werden in Römpp Chemie Lexikon nicht gemacht .
Im Organikum (16. Auflage, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1986) wird als Aldolreaktion die Umsetzung von Aldehyden und Ketonen mit sich selbst oder mit anderen Aldehyden und Ketonen als CH-acider Verbindung definiert. Es wird darauf hingewiesen, dass sich die einfachen Aldole nur dann isolieren lassen, wenn bei niedriger Temperatur gearbeitet wird. In vielen Fällen schließt sich außerordentlich leicht eine Dehydratisierung an. Zudem besteht bei Ketonen mit zwei reaktionsfähigen Zentren, wie z.B. Aceton oder Butanon, die Gefahr der Bildung von Di-Aldolisierungsprodukten. Die im Organikum angegebene allgemeine Arbeitsvorschrift zur Durch-
führung von Aldolisierungen ist nicht für die Umsetzung in den technischen Maßstab geeignet.
Ein Verfahren zur Herstellung von Pseudoionon durch Umsetzung von Citral mit Aceton unter Verwendung von LiOH als Katalysator wird in US-4874900 beschrieben. Hiernach wird die Reaktion batch- weise oder kontinuierlich bei Temperaturen von -20 bis 240°C durchgeführt. Der Druck wird so eingestellt, dass das Reaktionsgemisch bei der entsprechenden Temperatur in der flüssigen Phase bleibt. Beim diskontinuierlichen Betrieb werden die Reaktanten in einem Kessel verrührt und der Katalysator nach Beendigung der Reaktion abfiltriert, während bei der kontinuierlichen Fahrweise die vorgemischten Reaktanten durch eine mit Katalysator gefüllte Kolonne gepumpt werden. In beiden Fällen wird das Reak- tionsgemisch nach Reaktionsende mit C0 neutralisiert und das überschüssige Keton abdestilliert. Bei diesem Verfahren werden bei einem Molverhältnis Aceton zu Citral von 20 mol/mol Ausbeuten von 89,5 % bez. Citral erzielt. Diese geringe Ausbeute ist unbefriedigend für ein großtechnisches Verfahren. Darüber hinaus führt der hohe Überschuss an Keton zu hohen Energie und Investitionskosten bei der Aufarbeitung.
In dem Patent PL147748 wird ein Verfahren zur Herstellung von Ionon durch Kondensation von Citral und Aceton an basischen lonentauschern bei 56°C beschrieben. Hiernach werden Aceton und Citral für 5 Stunden diskontinuierlich in einem Kolben mit dem Katalysator gerührt . Angaben zur technischen Durchführung der Reaktion werden in diesem Patent nicht gemacht . Nachteilig an diesem Verfahren sind die sehr geringen Raumzeitausbeuten.
Ein Verfahren zur Aldolisierung von Aceton in einer Reaktionskolonne wird von Podrebarac, Ng und Rempel in Chemtech (Mai 1997, Seite 41) beschrieben. Der Katalysator wird im oberen Teil einer Destillationskolonne installiert, das Aceton an einer nicht genannten Stelle in die Kolonne gepumpt und über Sumpf ein Produktgemisch aus Diacetonalkohol, Mesityloxid, Aceton und Wasser abgezogen. Podrebarac weist darauf hin, dass das Gleichgewicht der Aldolisierung von Aceton durch die Reaktivdestillation positiv beeinflusst wird. Bei der vorliegenden Erfindung ist jedoch die Bildung von Kondensationsprodukten des Ketons eine unerwünschte Nebenreaktion, die vermieden werden soll.
In CN1109860-A wird ein Verfahren zur Herstellung von Diaceton- alkohol beschrieben. Hierbei wird Aceton in einem Reaktor kondensiert und das Reaktionsprodukt in eine Destillationskolonne gefahren, in der das Aceton über Kopf abdestilliert und in den
Reaktor zurückgeführt wird. Am Sumpf der Kolonne wird das Reaktionsprodukt abgezogen. Bei diesem Verfahren handelt es sich also um eine konventionelle Kombination von Reaktion mit nachgeschalteter Destillation und Rückführung nicht umgesetzter Edukte.
Die Herstellung von Diacetonalkohol bzw. Mesityloxid in einer Reaktionskolonne ist in einer Reihe von Literaturstellen beschrieben. So zum Beispiel werden in Chem. Eng. Sei. (1998), 53 (5), Seite 1067-1088 experimentelle Daten zur Herstellung von Diacetonalkohol aus Aceton in einer Reaktionskolonne dokumentiert. Zudem wird ein mathematisches Modell zur Beschreibung der Reaktionskolonne entwickelt Hierbei wird darauf hingewiesen, dass das Gleichgewicht der Reaktion mit der Reaktiv- destillation positiv beeinflusst werden kann. Die Katalysatoraktivität und die Selektivität der Reaktion werden über die Flüssigkeitsverteilung und das Strömungsprofil in der Kolonne beeinflusst, was jedoch für eine technische Anwendung unerwünscht ist. Zudem ist bei der vorliegenden Erfindung der Diacetonalkohol ein Nebenprodukt, dessen Bildung vermieden werden soll.
In Can. J. Chem. Eng. (1998), 76 (2), Seite 323-330 werden Untersuchungen zum Stofftransport bei der Herstellung von Diacetonalkohol und Mesityloxid in einer Reaktionskolonne unter Ver- wendung von Katalysatortaschen als Kolonneneinbauten beschrieben. Hiernach haben die Katalysatortaschen keinen signifikanten Ein- fluss auf die Trennstufenzahl. Dies ist für Reaktionskolonnen in der Regel unvorteilhaft, da Reaktion und Destillation simultan erfolgen sollen. In Chem. Eng. Sei. (1998), 53 (19), S. 3489-3499 wird ein Modell zur mathematischen Beschreibung einer Reaktionskolonne für die Herstellung von Diacetonalkohol angegeben, das auf Laborexperimenten basiert .
Die Herstellung von Diacetonalkohol an stark basischen Ionen- tauschern ist in Cuihua Xuebao (1996), 17 (5), Seite 466-471 beschrieben. Für eine befriedigende Aktivität des Katalysators sind nach dieser Literaturstelle hochfrequente Oszillationen in der Reaktionskolonne erforderlich. Dies ist für eine großtechnische Umsetzung ungeeignet .
In ZA 9805328-A wird ein Verfahren zur Herstellung von Methyl- isobutylketon beschrieben. Bei diesem Verfahren werden Aceton und Wasserstoff im Gleichstrom unterhalb der Reaktionszone, die aus einer Katalysatorschüttung besteht, in die Kolonne dosiert. Hierbei reagiert das Aceton durch Aldolkondensation zum Mesityloxid, welches anschließend zum Methylisobutylketon hydriert wird. Unterhalb und/oder oberhalb der Reaktionszone
befinden sich Destillationszonen. Das Reaktionsprodukt wird in der Destillationszone abgetrennt und über Sumpf abgezogen, während nicht umgesetztes Aceton über Kopf abgetrennt und als Rücklauf zurück auf die Kolonne gegeben wird. In der Reaktions- zone ist ein bifunktioneller Katalysator installiert, der sowohl die Aldol-kondensation als auch die Hydrierung beschleunigt . Als Beispiel werden Ionentauscher, Zeolithe oder Aluminiumoxid mit einen Metal der Gruppen VIII oder IB wie zum Beispiel Nickel, Palladium oder Kupfer genannt. Mit diesem Verfahren werden Selektivitäten von 61,2 % bezogen auf Aceton erzielt. Diese Selektivität ist für ein technisches Verfahren unbefriedigend. Das Patent beschränkt sich zudem auf die Führung der Reaktanten im Gleichstrom.
Ein Verfahren zur Aldolisierung von Aldehyden in Gegenwart eines basischen Katalysators wird in JP 10053552-A beschrieben. Hiernach wird ein Aldehyd mit mindestens einem Wasserstoffatom in α-Stellung in eine Reaktionskolonne mit Siebböden dosiert. Nach diesem Verfahren kann beispielsweise 2-Ethylhexenal aus n-Butyl- aldehyd hergestellt werden. Die Dimerisierung von Aldehyden ist nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
In DE19605078A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines dimeri- sierten Aldehyds in einer Reaktionskolonne in Gegenwart einer wässrigen Lösung eines basischen Katalysators beschrieben. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Einspeisungs- aldehyd ein oder zwei Wasserstoffatome in der α-Stellung aufweist . Der Aldehyd und eine wässrige Lösung des basischen Katalysators werden an der gleichen Zulaufstelle in eine Reaktions- kolonne, in der die Umsetzung stattfindet, dosiert. Über Kopf der Kolonne wird der nicht umgesetzte Reaktant abgetrennt und zum Teil in die Kolonne zurückgeführt. Das Reaktionsprodukt wird der Kolonne an einem gasförmigen Seitenabzug zusammen mit Wasser entnommen. Da Wasser eine Mischungslücke mit dem Produkt bildet, ist ein Phasentrenngefäß erforderlich. Über den Sumpf der Kolonne werden die wässrige basische Katalysatorlösung und hochsiedende Verbindungen abgezogen, so dass an dieser Stelle ebenfalls eine Phasentrennung erforderlich ist. Die Phasentrennungen und damit verbundenen Rückführungen bei diesem Verfahren sind mit zusätz- liehen Investitionskosten verbunden. Zudem ist die Rückführung des homogenen Katalysators aufwendig.
In DE 3319-430-A wird die Herstellung von höheren Ketonen durch Kondensation von Methylketonen und ungesättigten Aldehyden an gemischten Metallkatalysatoren in Gegenwart von Wasserstoff bei 100 bis 280°C und 10 bis 60 bar einem Rohrreaktor beansprucht. Bei den beanspruchten Katalysatoren handelt es sich um eine
Kombination von Oxiden oder Phosphaten von Seltenerde-Metallen, Mg, AI, Zn oder Ti und ein Metall der Gruppe VIII. Als Beispiel wird 5 Gew.-% Pr03 und 0,5 Gew.-% Pd auf Aluminiumoxid genannt.
Für die Aldolkondensation wird in der Literatur eine Vielzahl weiterer Katalysatoren beschrieben. So werden zum Beispiel in Appl. Catal. 1988, 36 (1-2), Seite 189-97 die Erdalkalimetalloxide MgO, CaO, SrO und BaO sowie La03 und Zr02 als Katalysator für die Aldolkondensation von Aceton genannt. In Izv. Akad. Nauk. SSSR, Ser. Khim. (1978), (12), Seite 2731-7 werden Seltenerde- Metalloxide wie zum Beispiel La03, Nd0 , und Sm03 für die Kondensation von Butyraldehyd untersucht. Die Verwendung von ZnO mit Oxiden von Ti, Ce, Mg oder Be als Katalysator für die Aldolisierung von Aceton wird in GB-11881 416-R beschrieben. In J. Catal. (1995), 155 (2), Seite 219-37 wird Ce02 mit Pd oder Co als Katalysator für die Aldolkondensationen beschrieben. Darüber hinaus wurden in J. Mol. Catal. (1991), 69 (2), Seite 199-214 basische Katalysatoren wie Ca(0H)2, La(OH)3, Zr0 und Ce0 für die Kondensation von Aceton in der Gasphase untersucht. In US5254743-A wird die Verwendung von Mg-, Ca-, Ba-, Ni-, Co-, Fe-, Cu- oder Zn-Oxiden auf Oxiden der Elemente AI, Ga, Cr, Co, Fe oder La mit einer Oberfläche von mindestens 150 m2/g patentiert. In JP-162329 wird La03, Nd03 oder Pr203 auf ß-Aluminiumoxid als Katalysator für "verschiedene" chemische Reaktionen genannt.
Der oben dargelegte Stand der Technik macht deutlich, dass bisher ein kontinuierliches Verfahren zur Aldolisierung von zwei unterschiedlichen Carbonylverbindungen bei gleichzeitiger Abtrennung mindestens eines der Reaktionsprodukte nicht existiert. Zudem weisen alle bekannten Verfahren zur Dimerisierung von Carbonylverbindungen erhebliche Nachteile auf.
Die diskontinuierlichen Verfahren zur Aldolisierung unterschiedlicher Carbonylverbindungen weisen den Nachteil hoher Verweil- zeiten und dadurch geringer Raumzeitausbeuten, hoher Investitionskosten und geringer Ausbeuten auf. Bei den kontinuierlichen Verfahren zur Aldolisierung unterschiedlicher Carbonylverbindungen werden die Reaktanten zunächst vermischt, über eine Katalysatorschüttung geleitet und das überschüssige Keton erst nach der Reaktion abgetrennt. Dies führt einerseits zu erhöhten Investitionskosten und einer starken thermischen Belastung der Produkte, die mit einer reduzierten Ausbeute verbunden ist. Andererseits muss zur Erzielung einer ausreichenden Selektivität ein Reaktant in hohem Überschuss von über 20 mol/mol eingesetzt werden.
Bei den kontinuierlichen Verfahren zur Aldolisierung von Aceton wird ebenso wie bei der Kondensation von n-Butyraldehyd nur ein Reaktant benötigt, der in eine Reaktionskolonne dosiert wird. Die Reaktionsführung ist somit trivial. Zudem wird in der Literatur beschrieben, dass die Eigenaldolisierung von Ketonen oder Aldehyden in einer Reaktionskolonne stark bevorzugt abläuft, weil das Reaktionsgleichgewicht positiv beeinflusst wird. Folglich muss bei der Umsetzung von Carbonylverbindungen mit Aceton die Eigenkondensation von Aceton als bevorzugte Nebenreaktion ablaufen. Bei der Aldolisierung von unterschiedlichen Carbonylverbindungen sind aufgrund des Stands der Technik durch Eigenkondensation stets geringe Selektivitäten bezüglich mindestens einer der Reaktanten zu erwarten. Darüber hinaus ist die in der Literatur beschriebene starke Beeinflussung der Selektivitäten durch die Flüssigkeitsverteilung und die Verwendung von Trenneinbauten ohne Trennstufenzahl nur bei einfachen Reaktions- Systemen tolerierbar .
Bei den in der Literatur beschriebenen Verfahren zur Herstellung von Methylisobutylketon wird analog zur Aldolisierung von Aceton nur ein flüssiger Reaktant benötigt. Trotzdem sind die Selektivitäten äußerst unbefriedigend. Bezüglich der Probleme bei der Umsetzung unterschiedlicher Carbonylverbindungen gelten die oben beschriebenen Aspekte. Die Reaktanten werden stets im Gleichstrom durch die Kolonne geführt.
Die in der Literatur beschriebenen Verfahren zur Aldolisierung von unterschiedlichen Carbonylverbindungen weisen wie oben erläutert erhebliche Nachteile auf. Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren zur kontinuierlichen Aldolisierung von unterschiedlichen Carbonylverbindungen mit vorteilhaften Eigenschaften zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile des Stands der Technik nicht mehr aufweist und die entsprechenden Produkte in hohen Selektivitäten sowie hohen Raumzeitausbeuten liefert.
Die Umsetzung sollte dabei kontinuierlich in einem einzigen Reaktor durchführbar sein, wobei hohe Produktselektivitäten bezüglich beider Carbonylverbindungen bei möglichst kurzen Reaktionszeiten erreicht werden. Insbesondere sollte vermieden werden, dass zur Erzielung hoher Selektivitäten ein Reaktant in großen Überschuss eingesetzt und nach der Reaktion wieder abgetrennt werden muss .
Dementsprechend wurde ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Carbonylverbindungen der allgemeinen Formel (I) gefunden,
in der Rl bis R4 für Wasserstoff oder für einen gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder unverzweigten, gegebenenfalls durch eine oder mehrere Methoxygruppen substituierten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 37 C-Atomen, eine Cycloalkylgruppe mit 3 bis 12 C-Atomen, eine Cycloalkyl- alkylgruppe mit 4 bis 30 C-Atomen oder einen Aromaten mit 6 bis 18 C-Atomen steht, und in der A und B beide Wasserstoff bedeuten, oder A oder B unabhängig voneinander eine Hydroxygruppe bedeuten oder dieselbe Bedeutung wie Rl bis R4 haben können, oder A und B zusammen eine zusätzliche Bindung zwischen den A und B tragenden C-Atomen bedeutet,
indem man kontinuierlich zugeführte Carbonylverbindungen der allgemeinen Formel (II) oder kontinuierlich zugeführte Gemische von Carbonylverbindungen der allgemeinen Formel (II)
in der Rl und R2 die oben genannte Bedeutung haben, mit kontinuierlich zugeführten Carbonylverbindungen der allgemeinen Formel (III) oder kontinuierlich zugeführten Gemischen von Carbonylverbindungen der allgemeinen Formel (III)
O
R4—C—R5 (lll)-
in der R4 die oben genannte Bedeutung hat und R5 die selbe Bedeutung wie Rl bis R4 haben kann, und entweder R4 oder R5 verschieden von Rl oder R2 ist,
kontinuierlich umsetzt und bei der Umsetzung mindestens eines der Reaktionsprodukte aus dem Reaktionsgemisch abtrennt.
Besonders bevorzugt wird im erfindungsgemäßen Verfahren als CarbonylVerbindung der allgemeinen Formel (II) eine solche verwendet, in der R2 für Wasserstoff und Rl für eine Gruppe der allgemeinen Formel (IV)
steht, in der n für eine ganze Zahl von 1 bis 6 steht und X und Y entweder beide für H stehen, oder aber X und Y zusammen eine zusätzliche Bindung zwischen den X und Y tragenden C-Atomen bedeutet .
Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich prinzipiell auf alle Aldolisierungsreaktionen anwenden. Besondere Bedeutung besitzt das Verfahren jedoch für die Aldolisierung von Citral mit Aceton zur Herstellung von Pseudoionon und für die Herstellung von Methylpseudoionon, Dirnethylpseudoionon und Ethylpseudoionon, da diese Verbindungen wichtige Zwischenprodukte für die Herstellung von Vitamin A und Riechstoffen sind.
Als Cι-C3 aliphatischer Kohlenstoffrest für Rl bis R4 und A und B kommen geradkettige oder verzweigte gesättigte oder ein oder mehrfach ungesättigte Reste mit 1 bis 37, vorzugsweise mit 1 bis 20 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 1 bis 15 C-Atomen in Be- tracht.
Beispielsweise sind zu nennen der Methyl-, Ethyl-, Propyl- Isopropyl-, n-Butyl-, i-Butyl-, t-Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Heptenyl-, Octyl-, Nonyl-, Oxyl-, 1-Propenyl-, 2-Propenyl-, 2-Methyl-2-propenyl-, 1-Pentyl, l-Methyl-2-pentenyl-, Iso- propenyl-, 1-Butenyl-, Hexenyl-, Heptenyl-, Octenyl-, Nonenyl- oder der Decenylrest.
Als Cycloalkylreste seien für Rl bis R4 und A und B bevorzugt C3-Cl -Cycloalkylreste wie Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclooctyl, Cyclononyl, Cyclodecyl oder Cyclodecenyl genannt, die gegebenenfalls ein oder mehrfach durch Cι-C4-Alkyl, Halogen (Fluor, Chlor, Brom, Iod) , Nitro, Cyano, Amino, Cι-C4-Alkylamino, Cι-C4-Dialkylamino, Hydroxy oder andere Atome substituiert sein können oder gegebenenfalls 1 bis 3 Heteroatome wie Schwefel, Stickstoff oder Sauerstoff im Ring
enthalten. Cycloalkylalkylreste enthalten einen mit einem Cι-C2 alip atisehen Kohlenwasserstoffrest verknüpften Cycloalkylrest .
Als Beispiele für Arylreste sind beispielsweise Benzyl, Aryl, Naphthyl oder Biphenyl zu nennen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Selektivitäten von über 97 % bezogen auf die Carbonylverbindung der allgemeinen Formel (II) und gleichzeitig über 84 % bezogen auf die Carbonyl- Verbindung der allgemeinen Formel (III) erreicht. Die Raumzeitausbeute ist um den Faktor 3 größer als bei den bisher bekannten Verfahren. Zudem kann die bei der Reaktion freiwerdende Reaktionswärme zur Destillation genutzt werden und somit Energiekosten eingespart werden.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass die Carbonylverbindungen der Formeln (II) und (III) in einem Molverhältnis von kleiner 20 eingesetzt werden können und trotzdem hohe Selektivitäten bezüglich beider Reaktanten erzielt werden. Bevorzugt wird ein Molverhältnis zwischen 5 und 15 eingestellt, wobei die chemisch stabilere Komponente der beiden Carbonylverbindungen in der Regel die Überschusskomponente bildet. Insbesondere bei chemischen reaktiven Carbonylverbindungen mit Doppelbindungen, die zur Oligomerisierung neigen, waren bisher wesentlich höhere Molverhältnisse zur Erzielung befriedigender Selektivitäten erforderlich. Als Beispiel hierfür sei die Umsetzung von Citral mit Aceton zu Pseudoionon genannt.
Darüber hinaus wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das Reak- tionsprodukt sofort aus dem Reaktionsgemisch entfernt, so dass Folgereaktionen vermieden werden und dadurch die Ausbeute erhöht wird. Zudem kann das gegebenenfalls bei der Reaktion entstehende Wasser über den Kolonnenkopf abgetrennt werden. Hierdurch wird die Gleichgewichtseinstellung positiv beeinflusst und die destillative Aufarbeitung des Reaktionsaustrags wesentlich vereinfacht .
Gestaltet man das Verfahren als Reaktivdestillation aus, so wird das Konzentrationsprofil in der Kolonne durch Energieeintrag und Rücklaufverhältnis bevorzugt so eingestellt, dass sich ein Bauch der stabileren Carbonylverbindung bildet, in welche der chemisch instabilere Reaktant eindosiert wird. In der Regel werden die beiden Reaktanten hierzu im Gegenstrom geführt.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es im Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren möglich, die Produkte der Aldol- Addition zu isolieren. Als Produkte der AIdol-Addition werden
hierbei Verbindungen der Formel (I) bezeichnet, in der A eine Hydroxygruppe bedeutet und B die selbe Bedeutung wie Rl bis R4 haben kann. Durch die der Reaktion überlagerte Abtrennung des Additionsprodukts aus der Reaktionszone kann eine sich anschließende Aldol-Kondensation oder eine Rückspaltung des Produkts vermieden werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es ebenfalls möglich, durch eine entsprechende Konzentrationsführung das Gleich- gewicht auf die Seite des Produkts der Aldol-Kondensation unter Abspaltung von Wasser zu verschieben. Als Produkte der Aldol-Kondensation werden hierbei Verbindungen der Formel (I) bezeichnet, in der A und B eine zusätzliche Bindung bedeuten. Zur Realisierung dieses Anwendungsfalls muss das entstehende Wasser kontinuierlich aus der Reaktionszone entfernt werden, so dass das Gleichgewicht auf die Produktseite verschoben wird.
Weiterhin ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, die hydrierten Produkte der Aldolkondensation herzustellen. Als Produkte der Aldol-Kondensation werden hierbei Verbindungen der Formel (I) bezeichnet, in der A und B Wasserstoff bedeuten. Hierzu wird in der Reaktionszone des Reaktors ein bifunktioneller Katalysator eingesetzt, der sowohl die Aldolisierung als auch die Hydrierung katalysiert, und die Reaktion in Gegenwart von Wasser- Stoff durchgeführt.
Die Einsatzmengen werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren so wählt, dass sich ein Molverhältnis Carbonylverbindung (II) zu Carbonylverbindung (III) zwischen 1 und 50, vorzugsweise zwischen 5,0 und 15, ergibt.
Druck und Temperatur werden so eingestellt, dass sich hohe Reaktionsgeschwindigkeiten bei ausreichend hoher Selektivität ergeben. Bei Verwendung einer Reaktionskolonne wird der Druck am Kolonnenkopf bevorzugt so eingestellt wird, dass die Temperatur im Sumpf zwischen 50 und 300°C, bevorzugt zwischen 80 und 180°C liegt. Bei der hydrierenden Aldolisierung wird der Wasserstoff- Partialdruck zwischen 1 und 100 bar, bevorzugt zwischen 1 und 20 bar eingestellt. Die Verweilzeit im Reaktorsystem sollte zwischen 10 Minuten und 10 Stunden, bevorzugt zwischen 0,5 und 3 Stunden liegen.
Als Katalysator können für das erfindungsgemäße Verfahren prinzipiell alle in der Literatur genannten Aldolisierungs- Katalysatoren, wie zum Beispiel Alkalimetalloxide, Erdalkalimetalloxide, Alkalimetallhydroxide, Erdalkalimetallhydroxide oder Seltenerde-Metalloxide in reiner Form, als wässrige Lösung oder
auf einem Träger eingesetzt werden. Bevorzugt werden als homogene Katalysatoren Natronlauge und Kalilauge verwendet, da diese flüssig in die Fraktionierkolonne gepumpt werden können. Besonders bevorzugt der Einsatz heterogener Katalysatoren, die gezielt in der Reaktionszone der Kolonne untergebracht werden können und damit nicht zu einer Verunreinigung des Produkts führen oder eine Neutralisation des Reaktionsaustrags erforderlich machen. Bevorzugte Katalysatoren sind Katalysatoren enthaltend Elemente der Lanthanoid-Reihe, bevorzugt La, Ce und/oder Pr, in einer Konzen- tration von 0,1 bis 20 Gew.-%, bevorzugt von 1 bis 10 Gew.-%, auf Aluminiumoxid, bevorzugt auf γ-Aluminiumoxid. Der Katalysator wird in einer Konzentration von 1 bis 99 Vol.-% bezogen auf das Leervolumen des Reaktors, bevorzugt zwischen 10 und 30 Vol.-%, eingesetzt .
Der Katalysator wird auf den Einbauten oder als Einbauten einer Fraktionierkolonne oder in einem der Kolonne parallel geschalteten Verweilzeitbehälter installiert.
Eine vorteilhafte Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nachfolgend anhand der Figur 1 beschrieben.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird zweckmäßigerweise so durchgeführt, dass man die Carbonylverbindung der allgemeinen Formel (II), die Carbonylverbindung der allgemeinen Formel (III) und gegebenenfalls den Katalysator über die Zuläufe (3), (2) und (1) auf die Einbauten einer als Reaktionskolonne fungierenden Fraktionierkolonne (4) dosiert. Dabei ist es von Vorteil, aber nicht zwingend, wenn man den höher siedenden Reaktanten getrennt oder zusammen mit dem Katalysator oberhalb des tiefer siedenden Reaktanten kontinuierlich in die Fraktionierkolonne (4) einspeist und auf diese Weise einen Gegenstrom der Reaktanten erzwingt. Es kann von Vorteil sein, den tiefer siedenden Reaktanten gasförmig oder überhitzt in die Kolonne (4) zu dosieren, da dann eine Spaltung im Sumpf (19) der Kolonne bei hohen Temperaturen und die Bildung von Nebenprodukten vermieden wird. Der Druck am Kolonnenkopf (23) wird so eingestellt, dass die Temperatur im Sumpf (19) zwischen 100 und 300°C, bevorzugt zwischen 130 und 180°C liegt. Je nach StoffSystem kann dies mit einer Vakuumpumpe (10) und/oder einer Druckregeleinrichtung (11) geschehen.
Auf den Einbauten (21) der Fraktionierkolonne (4) findet die Reaktion der Carbonylverbindung der Formel (II) mit der Carbonylverbindung der Formel (III) statt. Durch die über- lagerte Destillation wird die sich bildende Carbonylverbindung der Formel (I) dem Reaktionsgleichgewicht und der Reaktionszone kontinuierlich entzogen, gelangt in den Sumpf (19) der
Fraktionierkolonne und wird über den Strom (14) abgezogen. Bei der Durchführung einer Aldolkondensation wird das durch die Reaktion entstehende Wasser ebenfalls kontinuierlich aus der Reaktionszone entfernt. Die überlagerte Destillation sorgt also einerseits für eine, positive Beeinflussung des Reaktionsgleichgewichts und andererseits für eine Verhinderung von Folgereaktionen und damit für hohe Selektivitäten.
Das Reaktionsprodukt sammelt sich im Sumpf (19) der Kolonne (4) und wird mittels einer Pumpe (16) zusammen mit eventuell nicht umgesetzten Reaktanten und hochsiedenden Nebenprodukten über den Sumpfström (14) abgezogen. Ein Teil des SumpfStroms (14) wird mit einem Verdampfer (18) verdampft und über die Brüdenleitung (15) in die Kolonne geführt. Hierdurch wird der für die Destillation erforderliche Brüden erzeugt . Das Rohprodukt wird über die
Produkt1eitung (17) der nachgeschalteten Aufarbeitung zugeführt. Diese Aufarbeitung kann zum Beispiel aus einem nachgeschalteten Verdampfer, mit welchen das Rohprodukt von Leichtsiedern, insbesondere von nicht umgesetzten Reaktanten befreit wird, bestehen. Es ist möglich, zur Entfernung von leichtsiedenden
Komponenten zusätzlich ein Inertgas (30) in den Sumpf der Kolonne einzuspeisen. Die Aufarbeitung kann aber auch direkt in nachfolgenden Kolonnen, bevorzugt in Trennwandkolonnen, erfolgen. Die nicht umgesetzten Reaktanten werden bevorzugt in die Kolonne zurückgeführt .
Am Kopf (23) der Kolonne (4) reichert sich bei Aldol-Additionen der leichter siedende Reaktant, gegebenenfalls zusammen mit leichtsiedenden Nebenprodukten, an. Dieser wird über die Leitung (7) in den Kondensator (8) geführt, auskondensiert und über die Leitung (12), gegebenenfalls nach Ausschleusung eines Teilstroms über die Leitung (13), in die Kolonne zurückgeführt. Auf diese Weise kann durch den internen Rücklauf in der Kolonne bei Bedarf eine hohe Konzentration des leichtsiedenden Reaktanten ein- gestellt werden, ohne ein hohes Molverhältnis der zulaufenden Reaktanten einzustellen.
Wird eine Aldolkondensation durchgeführt, so verlässt das gebildete Reaktionswasser die Kolonne zusammen mit eventuell nicht umgesetzten Reaktanten und/oder während der Reaktion als Nebenprodukt gebildeten Leichtsiedern über den Kopfström (7) und gelangt in den Kondensator (8) , in dem die kondensierbaren Bestandteile dieses Brüdenstroms auskondensiert werden. Ein Teil des Kondensats wird als Rücklauf (12) wieder auf die Kolonne gegeben und der andere Teil (13) abgezogen. Es sollte ein Rücklaufverhältnis zwischen 1 und 20, vorzugsweise zwischen 2 und 4 eingestellt werden. Es ist aber auch möglich, das Kondensat voll-
ständig abzuziehen (RücklaufVerhältnis = 0) , wenn der höhere siedende Reaktant am oberen Ende der Kolonne aufgegeben wird. Das Destillat (13) besteht bei der Durchführung von Aldol- kondensationen in der Regel aus Wasser und Leichtsiedern bzw. aus einem Azeotrop aus Wasser und einem der Reaktanten, das der weiteren Aufarbeitung zu geführt wird. Bei Herstellung von Pseudoionon aus Citral und Aceton fällt beispielsweise am Kolonnenkopf das Azeotrop Aceton/Wasser an, dass in einer nachfolgenden Kolonne aufgetrennt wird. Fällt am Kopf der Kolonne ein Heteroazeotrop an, so kann das Reaktionswasser mit einem Phasentrenngefäß gezielt ausgeschleust werden. Es ist ebenfalls möglich das Wasser über den Kolonnensumpf auszuschleusen und die Kolonne wie bei der AIdol-Addition zu fahren.
Bei der Durchführung von hydrierenden Aldolisierungen wird in die Reaktionszone (4) ein entsprechender Katalysator, bevorzugt ein Pd/Pr/Al03-Katalysator, installiert und über den Strom (29) Wasserstoff in die Kolonne eingespeist. Es wird ein Wasserstoff- Partialdruck von 1 bis 50 bar, bevorzugt von 1 bis 20 bar ein- gestellt. Der Wasserstoff wird über den Kopf (23) der Kolonne abgetrennt und mit einem Kompressor (10) in die Kolonne zurückgeführt .
Die Reaktionskolonne (4) besteht in der Regel aus mehreren Zonen mit unterschiedlichen Funktionen. Auf den Kolonneneinbauten der Reaktionszone (21) zwischen den Zulaufstellen (2) und (3) der Kolonne (4) erfolgt im wesentlichen die Umsetzung der Reaktanten mit simultaner destillativer Entfernung der entstehenden Produkte. Oberhalb und/oder unterhalb des Segments (21) befinden sich in der Regel Trennzonen (20, 22), die mit destilla- tiven Trennelementen versehen sind. In der unteren Trennzone (20) wird das Reaktionsprodukt weitgehend von dem gegebenenfalls entstehendem Wasser und von den leichtsiedenden Komponenten, insbesondere von dem an der Stelle (3) zugegebenen leichtersiedenden Reaktanten, abgetrennt. Die obere Trennzone (22) sorgt dafür, dass der an der oberen Zulaufstelle (2) zugegebene Reaktant nicht in das Destillat gelangt. Die Trennzonen (20) und (22) sind in der Regel von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.
In der Reaktionszone (21) werden vorteilhaft Böden mit hoher Verweilzeit der Flüssigkeit wie beispielsweise Ventilböden, bevorzugt Glockenböden oder verwandte Bauarten wie zum Beispiel Tunnelböden oder Thormannböden, installiert. Es ist aber ebenso möglich, Metallgewebepackungen oder Blechpackungen mit geordneter Struktur oder aber Füllkörperschüttungen als Kolonneneinbauten zu verwenden. Bei Verwendung heterogener Katalysatoren kann dieser auf den Böden untergebracht werden oder als Katalysatorschüttung
in der Reaktionszone (21) installiert werden. Es ist jedoch auch möglich Katalysator enthaltende Packungen, wie z.B. Montz MULTI- PAK oder Sulzer KATAPAK, zu verwenden oder den Katalysator in Form von Füllkörpern in die Kolonne einzubringen. Weiterhin ist es möglich katalytisch aktive Destillationspackungen oder mit Katalysator gefüllte Gewebetaschen (sogenannte Bales oder Texas- Tea-Bags) zu verwenden. Der Katalysator wird in einer Konzentration von 1 bis 50 Vol.-% bezogen auf das Leervolumen der Kolonne, bevorzugt zwischen 10 und 30 Vol.-%, eingesetzt.
Zur Erhöhung der Verweilzeit in der Reaktionszone ist es möglich, einen Teilstrom durch einen oder mehrere Seitenabzüge (23) aus der Fraktionierkolonne (4) durch den oder die Behälter (26) zu leiten und mit Hilfe je einer Pumpe (27) die diese Behälter verlassenden Teilströme (25) wieder in die Kolonne (4) zurückzuführen. Die Behälter können mit heterogenem Katalysator gefüllt werden. In die Behälter (26) können mit Hilfe einer Zuleitung (24) gegebenenfalls zusätzlicher Katalysator und/oder Reaktanten dosiert werden. Die Beheizung der Behälter (26) ist sinnvoll.
In den Trennzonen (20, 22) werden vorzugsweise Kolonneneinbauten mit hoher Trennstufenzahl wie Metallgewebepackungen oder Blechpackungen mit geordneter Struktur, wie zum Beispiel Sulzer Melapak, Sulzer BX, Montz Bl-Typen oder Montz A3-Typen, verwendet.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Wärmezufuhr in das Reaktionssystem bestehend aus dem Kolonnensumpf (19) und Fraktionierkolonne (4) und gegebenenfalls Behälter (26) nicht nur über den Verdampfer (18) erfolgt, sondern zusätzlich über außenliegende Wärmetauscher (28) oder über sich direkt auf den Kolonneneinbauten (21) befindliche Wärmetauscher erfolgt.
Zur Durchführung der Umsetzung verwendet man mit Vorteil Fraktionierkolonnen, die als Einbauten 10 bis 100 der oben näher beschriebenen Böden, vorzugsweise zwischen 10 und 40 Böden, aufweisen. Hierbei arbeitet man mit Vorteil so, dass man den höher siedenden Reaktanten in den oberen Teil der Kolonne und den niedriger siedenden Reaktanten in den unteren Teil der Kolonne einträgt. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn 0 bis 50 Böden, vorzugsweise 5 bis 20 Böden, in der Trennzone (22) über dem Zulaufström (2) für den höher siedenden Reaktanten, 0 bis 100 Böden, vorzugsweise 5 bis 30 Böden, in der Reaktionszone und 0 bis 50, vorzugsweise 5 bis 20 Böden, im unteren Teil der Kolonne (20) unterhalb des ZulaufStroms (3) ,
vorgesehen werden. Entsprechendes gilt für die sogenannten theoretischen Böden bei anderen Kolonneneinbauten.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern, ohne sie jedoch darauf zu beschränken.
Beispiel 1: Herstellung von Pseudoionon durch Aldolisierung von Aceton und Citral
A. Beschreibung der Apparatur
Die Versuchsapparatur bestand aus einem beheizbaren, mit Rührer ausgestatteten 2-Liter-Reaktionskolben aus Edelstahl, auf den eine Destillationskolonne (Länge: 1,2 m, Durchmesser: 50 mm) aufgesetzt war. Die Kolonne war im unteren Bereich
(Trennzone (20) ) mit 6 Segmenten einer strukturierten Gewebepackung vom Typ A3-750 (Gesamthöhe: 30 cm) und im oberen Bereich (Trennzone (22)) mit 5 Segmenten einer strukturierten Gewebepackung vom Typ A3-750 (Gesamthöhe: 25 cm) gefüllt. Die Reaktionszone (21) im mittleren Bereich der Kolonne wurde mit einer Schüttung aus 1100 g (ca. 1650 ml) des Katalysators gefüllt. Als Katalysator wurden Stränge aus 5 % Pr auf γ-Al0 verwendet, die durch Tränkung von γ-Al03 mit einer wässrigen Lösung von Pr-Nitrat und anschließende Kalzinierung her- gestellt wurden. Die Kolonne war in regelmäßigen Abständen mit Thermoelementen bestückt, so dass außer im Sumpf und am Kopf der Kolonne an jeder 3. bis 4. theoretischen Stufe die Temperatur gemessen werden konnte. Zusätzlich zum Temperaturprofil konnte mit Hilfe entsprechender Probennahmestellen das Konzentrationsprofil in der Kolonne ermittelt werden.
Die Reaktanten wurden aus auf Waagen stehenden Vorlagebehältern mit einer Pumpe massen-stromgeregelt in die Kolonne dosiert. Der Verdampfer (18), der mit Hilfe eines Thermo- staten auf 124°C beheizt wurde, hatte während des Betriebs je nach Verweilzeit ein Hold-up zwischen 50 und 150 ml. Der Sumpfström (17) wurde aus dem Verdampfer mit einer Pumpe standgeregelt in einen auf einer Waage stehenden Behälter gefördert. Der Kopfström (7) der Kolonne wurde in einem Kondensator (8) , der mit einem Kryostaten betrieben wurde, auskondensiert. Ein Teil (13) des Kondensats lief über einen Rücklaufteiler in einen auf einer Waage stehenden Vorlagebehälter, während der andere Teil (12) als Rücklauf auf die Kolonne gegeben wurde . Die Apparatur war mit einer Druck- regelung (11) ausgestattet und auf einen Systemdruck von 20 bar ausgelegt. Alle ein- und austretenden Stoffströme wurden während des gesamten Versuchs mit einem PLS konti-
nuierlich erfasst und registriert. Die Apparatur wurde im 24-Stunden-Betrieb gefahren (Stationarität) .
B . Versuchsdurchführung
Auf die oberste Stufe der Kolonne wurden kontinuierlich 55,0 g/h (0,35 mol/h) Citral (97 %ig) gegeben. Etwa 20 cm unterhalb der Reaktionszone wurden kontinuierlich 210,0 g/h (3,58 mol/h) auf 80°C vorgewärmtes Aceton (99 %ig) gepumpt. Als Katalysator in der Reaktionszone (21) wurden Stränge aus 5 % Pr auf γ-Al03 verwendet . Es wurde ein Systemdruck von 3 bar und ein Rücklaufverhältnis von 3 kg/kg eingestellt. Die Sumpftemperatur betrug 92 , 5°C und die Verweilzeit in dem Reaktorsystem ca. 1,2 Stunden, die sich aus 0,6 Stunden im Reaktionsteil (21) der Kolonne und 0,6 Stunden im Sumpf (19) zusammensetzte. Als Sumpfström der Kolonne wurden 183,9 g/h Rohprodukt mit 62,14 Gew.-% Aceton, 0,71 Gew.-% Wasser, 0,45 Gew.-% Mesityloxid, 0,95 Gew.-% Diacetonalkohol, 9,14 Gew.-% Citral, 24,43 Gew.-% Pseudoionon und 2,18 Gew.-% Hochsiedern gewonnen. Am Kopf der Kolonne wurden 80,8 g/h Destillat bestehend aus 95,8 Gew.-% Aceton und 4,2 Gew.-% Wasser abgezogen. Es wurde Pseudoionon mit einer Selektivität von 97,3 % bezogen Citral und 84,4 % bezogen Aceton erhalten. Die Ausbeute betrug 66,7 % bezogen Citral. Die Raumzeitaus- beute betrug etwa 330 g/(l*h) .
Beispiel 2 : Herstellung von Pseudoionon mit Abtrennung des Wassers über Kopf
In der in Beispiel 1 beschriebenen Apparatur wurden auf die oberste Stufe der Kolonne kontinuierlich 55,0 g/h (0,35 mol/h) Citral (97 %ig) gegeben. Etwa 10 cm unterhalb der Reaktionszone wurden kontinuierlich 210,0 g/h (3,58 mol/h) auf 80°C vorgewärmtes Aceton (99 %ig) gepumpt. Als Katalysator in der Reaktionszone (21) wurden Stränge aus 5 % Pr auf γ-Al03 verwendet. Es wurde ein Systemdruck von 3 bar und ein Rücklaufverhältnis von 3 kg/kg eingestellt. Die Sumpftemperatur betrug 92,5°C und die Verweilzeit in dem Reaktorsystem ca. 1,3 Stunden, die sich aus 0,7 Stunden im Reaktionsteil (21) der Kolonne und 0,6 Stunden im Sumpf (19) zusammensetzte. Als Sumpfström der Kolonne wurden 185,0 g/h Rohprodukt mit 61,11 Gew.-% Aceton, 0,08 Gew.-% Wasser, 1,02 Gew.-% Mesityloxid, 1,52 Gew.-% Diacetonalkohol, 4,34 Gew.-% Citral, 30,08 Gew.-% Pseudoionon und 1,85 Gew.-% Hochsiedern gewonnen. Am Kopf der Kolonne wurden 78,0 g/h Destillat bestehend aus 95,7 Gew.-% Aceton und 4,3 Gew.-% Wasser abgezogen. Es wurde Pseudoionon mit einer Selektivität von 97,2 % bezogen Citral
und 83,8 % bezogen Aceton erhalten. Die Ausbeute betrug 82,6 % bezogen Citral. Die Raumzeitausbeute betrug etwa 409 g/(l*h).
Beispiel 3: Herstellung von Pseudoionon durch Aldolisierung von Aceton und Citral
A Beschreibung der Apparatur
Die Versuchsapparatur bestand aus einer Destillationskolonne (Länge: 1,8 m, Durchmesser: 50 mm) mit Dünnschichtverdampfer. Die Kolonne war im unteren Bereich (Trennzone (20) ) mit Segmenten einer strukturierten Gewebepackung vom Typ Sulzer DX (Gesamthöhe: 125 cm) und im oberen Bereich (Trennzone (22)) mit 3 Segmenten einer strukturierten Gewebepackung vom Typ Sulzer EX (Gesamthöhe: 15 cm) gefüllt. Die Reaktionszone (21) im mittleren Bereich der Kolonne wurde mit einer Schüttung aus 600 g des Katalysators gefüllt. Als Katalysator wurden Stränge aus 1 % Pr auf γ-Al203 verwendet, die durch Tränkung von γ-Al0 mit einer wässrigen Lösung von Pr-Nitrat und anschließende Kalzinierung hergestellt wurden. Die
Kolonne war in regelmäßigen Abständen mit Thermoelementen bestückt, so dass außer im Sumpf und am Kopf der Kolonne an jeder 3. bis 4. theoretischen Stufe die Temperatur gemessen werden konnte. Zusätzlich zum Temperaturprofil konnte mit Hilfe entsprechender Probennahmestellen das Konzentrationsprofil in der Kolonne ermittelt werden.
Die Reaktanten wurden aus auf Waagen stehenden Vorlagebehältern mit einer Pumpe massen-stromgeregelt in die Kolonne dosiert. Der Verdampfer (18), der mit Hilfe einer elektrischen Heizung auf 113°C beheizt wurde, hatte während des Betriebs je nach Verweilzeit ein Hold-up zwischen 50 und 150 ml. Der Sumpfström (17) wurde aus dem Verdampfer mit einer Pumpe standgeregelt in einen auf einer Waage stehenden Behälter gefördert. Der Kopfström (7) der Kolonne wurde in einem Kondensator (8) , der mit einem Kryostaten betrieben wurde, auskondensiert. Ein Teil (13) des Kondensats lief über einen Rücklaufteiler in einen auf einer Waage stehenden Vorlagebehälter, während der andere Teil (12) als Rücklauf auf die Kolonne gegeben wurde. Die Apparatur war mit einer Druckregelung (11) ausgestattet und auf einen Systemdruck von 20 bar ausgelegt. Alle ein- und austretenden Stoffströme wurden während des gesamten Versuchs mit einem PLS kontinuierlich erfasst und registriert. Die Apparatur wurde im 24-Stunden-Betrieb gefahren (Stationarität) .
B . Versuchsdurchführung
Auf die oberste Stufe der Kolonne wurden kontinuierlich 27,5 g/h (0,18 mol/h) Citral (97 %im) gegeben. Etwa 20 cm unterhalb der Reaktionszone wurden kontinuierlich 105,0 g/h (1,79 mol/h) auf 80 °C vorgewärmtes Aceton (99 %im) gepumpt. Als Katalysator in der Reaktionszone (21) wurden Stränge aus 1 % Pr auf γ-Al 03 verwendet. Es wurde ein Systemdruck von 3 bar und ein Rücklaufverhältnis von 3 kg/kg eingestellt. Die Sumpftemperatur betrug 101°C und die Verweilzeit in dem Reaktorsystem ca. 1,9 Stunden, die sich aus 0,8 Stunden im Reaktionsteil (21) der Kolonne und 1,1 Stunden im Sumpf (19) zusammensetzte. Als Sumpfström der Kolonne wurden 90,8 g/h Rohprodukt mit 61,33 Gew.-% Aceton, 0,10 Gew.-% Wasser, 0,55 Gew.-% Mesityloxid, 2,31 Gew.-% Diaketonalkohol ,
15,08 Gew.-% Citral, 17,98 Gew.-% Pseudoionon und 2,65 Gew.-% Hochsiedern gewonnen. Am Kopf der Kolonne wurden 40,0 g/h Destillat bestehend aus 96,6 Gew.-% Aceton und 3,4 Gew.-% Wasser abgezogen. Es wurde Pseudoionon mit einer Selektivität von 99,5 % bezogen auf Citral und 51,2 % bezogen auf Aceton erhalten.