Eingabegerät und System zur Steuerung von auf einer Anzeige darstellbaren Objekten
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Eingabegerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder ein System gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 11.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich generell auf manuell betätigbare Eingabegeräte zur Erzeugung von Steuersignalen bzw. zur Steuerung. Insbeson- dere dienen die Eingabegeräte der Steuerung von Computer-animierten bzw. Computer-erzeugten Darstellungen, Spielen, Objekten oder dgl., vorzugsweise von insbesondere grafischen Objekten auf einer Anzeige, wie einem Bildschirm oder dergleichen. Eingabegeräte im genannten Sinne sind daher beispielsweise sogenannte Mäuse.
Die vorliegende Erfindung ist primär auf dreidimensionale Anwendungen gerichtet. Daher ist das Eingabegerät vorzugsweise frei - also in alle drei Raumrichtungen - bewegbar. Das Eingabegerät hat dann drei translatorische Freiheitsgrade (drei Achsen) sowie drei rotatorische Freiheitsgrade (drei weitere Achsen). Diese Freiheitsgrade werden nachfolgend auch einfach als Achsen bezeichnet.
Die WO 00/14676 AI, die den Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung bildet, offenbart ein Eingabegerät mit einem würfelförmigen Gehäuse und stabförmigen Betätigungsorganen, die entlang der orthogonalen Raumachsen mittenzentriert von den Seitenflächen des Gehäuses vorspringen. Die paarweise einander gegenüberliegenden Betätigungsorgane sind entlang ihrer gemeinsamen Erstreckungsrichtung betätigbar - ggf. gegen die Kraft einer Rückholfeder - und dienen der Steuerung einer translatorischen Verschiebung in einer Richtung, also der Steuerung einer Achse. Durch Längsverschiebung der Betätigungsorgane insgesamt kann eine translatorische Verschiebung eines von einer Anzeigevorrichtung dargestellten in drei Achsen gesteuert werden.
Des weiteren sind bei dem bekannten Eingabegerät die stabförmigen Betätigungsorgane oder diesen zugeordneten Hülsen verdrehbar, um eine rotatori- sche Bewegung des dargestellten Objekts zu steuern.
Folglich ist jedes Betätigungsorgan höchstens zur Steuerung von zwei Achsen vorgesehen. Bei komplexen Anwendungen und insbesondere zur Steuerung von sechs Achsen und mehr sind daher eine Vielzahl von Betätigungsorganen erforderlich, wodurch die Bedienung des Eingabegeräts erschwert und insbesondere keine intuitive Bedienung ermöglicht wird.
Das bekannte Eingabegerät weist ferner eine Lageerkennungssensorik zur Erfassung der Orientierung und/oder Position des Gehäuses auf. Die Sensorik erzeugt ein entsprechendes Steuersignal für die Anzeigevorrichtung zur Ausrichtung des Objekts auf der Anzeigevorrichtung entsprechend der Orientie- rung und Position des Gehäuses. Eine weitergehende oder sonstige Verarbeitung der Lagesignale ist nicht vorgesehen.
Die EP 0 979 990 A2 offenbart einen stationären Kraft-Momenten-Sensor mit einem kappenförmigen Betätigungsorgan. Das Betätigungsorgan ist in sechs Achsen bewegbar bzw. betätigbar, und der Sensor kann diese Betätigung erfassen und entsprechende Steuersignale für Steuerungszwecke ausgeben. Dieser Sensor wird üblicherweise von einem stationären Teil, wie einer Befestigungsplatte, oder einem quasi stationären Teil, wie einem Roboterarm oder dgl., gehalten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Eingabegerät und ein System zur Erzeugung von Steuersignalen, insbesondere zur Steuerung von auf einer Anzeige darstellbaren Objekten oder eines Computers, anzugeben, wobei eine einfache, insbesondere intuitive Bedienung bzw. Hand- habung des Eingabegeräts ermöglicht wird und insbesondere auch komplexe Vorgänge gesteuert werden können, ohne daß ein Umgreifen eines Bedieners erforderlich ist.
Die obige Aufgabe wird durch ein Eingabegerät gemäß Anspruch 1 oder ein System gemäß Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Eine wesentliche Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß zwei Betätigungsorgane im Durchmesser größer als ein vorzugsweise dazwischen angeordneter Zentralabschnitt des Eingabegeräts ausgebildet sind und/oder daß der Zentralabschnitt die insbesondere ringförmigen, zueinander beabstandeten Betätigungsorgane durchgreift.
Vorzugweise weisen die Betätigungsorgane und der Zentralabschnitt eine gemeinsame Symmetrieachse auf. Vorzugweise weist das Eingabegerät oder zumindest der Zentralabschnitt eine zumindest im wesentlichen stabartige oder zylindrische Form bzw. Außenkontur auf.
Jedoch können die Betätigungsorgane gemäß einer AusfΛihrungsvariante auch gegeneinander und/oder gegenüber dem Zentralabschnitt im Durchmesser, im Querschnitt, in der Außenkontur, in der Farbe, im Material und/oder in der Oberflächenbeschaffenheit oder Haptik variieren, insbesondere um ihre Unterscheidung zu ermöglichen.
Alternativ oder zusätzlich kann mindestens ein Betätigungsorgan selbst auch bereichsweise elastisch verformbar ausgebildet sein, wobei Verformungen zur Erzeugung entsprechender Betätigungssignale erfaßbar sind, insbesondere in der Art sogenannter Soft-Keys.
Die vorschlagsgemäße Lösung ist sehr ergonomisch gestaltet und gestattet ei- ne verhältnismäßig einfache, insbesondere weitgehend intuitive Betätigung bzw. Steuerung, vorzugsweise von grafischen Objekten oder dgl. auf einem Bildschirm oder einer sonstigen Anzeige.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung weist das Eingabegerät mindestens zwei derartige Betätigungsorgane zur Steuerung von jeweils mindestens drei Achsen auf. Dies ermöglicht bei verhältnismäßig einfacher Handhabung beispielsweise die unabhängige Steuerung von zwei Objekten, ohne daß hierbei ein Umgreifen des Bedieners am Eingabegerät erforderlich ist.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, jedes Betätigungsorgan mit einem zugeordneten Betätigungssensor zur Erfassung der manuellen Be-
tätigungskraft und/oder -momente für mindestens drei Achsen, vorzugsweise vier oder sechs Achsen, auszubilden und des weiteren einen Lagesensor zur Erfassung der Orientierung des Eingabegeräts einzusetzen, um zumindest die absolute (also tatsächliche) Richtung der am Eingabegerät bzw. auf das je- weilige Betätigungsorgan wirkenden Betätigungskräfte und/oder -momente bestimmen zu können. Weiter wird dann der Betrag der Betätigungskräfte bzw. -momente erfaßt. Dementsprechend können Steuersignale bereitgestellt werden, die unter Berücksichtigung der absoluten Richtung einwirkende Manipulationen bzw. Steuerungen von auf einer Anzeige, wie einem Bildschirm, dargestellten Objekten gestatten.
Ein weiterer Aspekt liegt also darin, Betätigungs-Kräfte/Momente zu erfassen und mit der absoluten Betätigungsrichtung durch Berücksichtigung der vom Lagesensor bereitgestellten Lagesignale zu kombinieren, um eine weitgehend wirklichkeitstreue Steuerung, insbesondere Manipulation eines grafischen Objekts, beispielsweise auf einem Bildschirm oder bei einer sonstigen Projektion, zu ermöglichen.
Weitere Vorteile, Merkmale, Eigenschaften und Aspekte der vorliegenden Er- findung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung anhand der Zeichnung. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Eingabegeräts zur generellen Erläuterung;
Fig. 2 eine schematische Stirnansicht des Eingabegeräts gemäß Fig. 1;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Systems mit dem Eingabegerät, einer Anzeige und einem Computer; und
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht eines Eingabegeräts gemäß der vorliegenden Erfindung.
In den Figuren werden für gleiche oder ähnliche Teile dieselben Bezugszei- chen verwendet, wobei entsprechende oder vergleichbare Vorteile erreicht
werden, auch wenn eine wiederholte Beschreibung teilweise aus Vereinfachungsgründen weggelassen ist.
Fig. 1 zeigt ein vorzugsweise tragbares Eingabegerät 1 in schematischer Sei- tenansicht.
Beim Darstellungsbeispiel gemäß Fig. 3 dient das Eingabegerät 1 einer Steuerung von mindestens einem auf einer Anzeige 2 dargestellten, hier grafischen Objekt 3, vorzugsweise mehreren Objekten 3. Bei der Anzeige 2 handelt es sich insbesondere um einen Bildschirm oder dgl. Jedoch kommt auch jede sonstige Projektion in Betracht.
Beim Darstellungsbeispiel sind das Eingabegerät 1 und die Anzeige 2 einem Steuerungsfunktionen ausübenden Computer 4 zugeordnet, insbesondere mit diesem verbunden. Die Verbindung kann beispielsweise über Kabel oder insbesondere zum Eingabegerät 1 auch drahtlos, beispielsweise oder Funk oder Licht, erfolgen.
Gemäß Fig. 1 weist das Eingabegerät 1 einen Zentralabschnitt 5 sowie minde- stens ein Betätigungsorgan 6, hier zwei Betätigungsorgane 6, auf.
Jedes Betätigungsorgan 6 ist in mindestens drei Achsen, vorzugsweise vier Achsen und beim Darstellungsbeispiel in sechs Achsen relativ zum Zentralabschnitt 5 bewegbar bzw. betätigbar.
Die Betätigungsorgane 6 sind beim Darstellungsbeispiel elastisch am Zentralabschnitt 5 mittelbar oder unmittelbar angebracht bzw. gehalten.
Die Betätigung eines Betätigungsorgans 6 ist durch einen zugeordneten Betä- tigungssensor 7, wie in Fig. 1 angedeutet, erfaßbar. Der Begriff "Sensor" ist hier in einem weiten Sinne dahingehend zu verstehen, daß es sich um eine geeignete Erfassung bzw. Sensorik, insbesondere Elektronik, handelt, die eine ausreichend genaue Erfassung einer Betätigung des zugeordneten Betätigungsorgans 6 ermöglicht.
Zur Verdeutlichung wird darauf hingewiesen, daß die Betätigungsorgane 6 beim Darstellungsbeispiel vorzugsweise in alle drei translatorischen Raumrichtungen verschiebbar und um diese Achsen verkippbar sind, also eine Betätigung in sechs Achsen gestatten. Um eine entsprechende Erfassung zu ermöglichen ist der jeden Betätigungsorgan 6 zugeordnete Betätigungssensor 7 bzw. die von einem Betätigungsorgan 6 und dem zugeordneten Betätigungssensor 7 gebildete Einheit vorzugsweise gemäß der EP 0 979 990 A2 ausgebildet. Diese Druckschrift wird hiermit als ergänzende Offenbarung eingeführt.
Je nach Bedarf können das Betätigungsorgan 6 und der zugeordnete Betätigungssensor 7 auch in sonstiger, geeigneter Weise aufgebaut oder realisiert sein.
Bedarfsweise kann mindestens ein Betätigungsorgan 6 zusätzlich selbst auch bereichsweise elastisch verformbar ausgebildet sein, wobei Verformungen vom zugeordneten Betätigungssensor 7 zur Erzeugung entsprechender Betätigungssignale erfaßbar sind, insbesondere in der Art sogenannter Soft-Keys. Diese zusätzliche Funktionalität kann zur Steuerung weiterer Funktionen, an- derer Objekte 3 oder dgl. eingesetzt werden.
Darüber hinaus oder alternativ kann das Eingabegerät 1 auch sonstige Betätigungsorgane, Schalter oder dgl. aufweisen.
Die beiden Betätigungsorgane 6 können insbesondere für die Steuerung unterschiedliche Funktionen und/oder Objekte 3 Verwendung finden. Entsprechend können die Betätigungsorgane 4 und/oder deren zugeordnete Betätigungssensoren 7 unterschiedliche Eigenschaften, Auswertungen oder dgl. aufweisen. Beispielsweise können die beiden Betätigungsorgane 6 mit unterschiedlichen wegabhängigen und/oder rückgekoppelten bzw. aktiven (also vom gesteuerten Objekt 3 - z.B. dessen Geschwindigkeit - abhängigen) Kräften bzw. Federhärten, relativ zum Zentralabschnitt 5 bewegbar, insbesondere verkippbar bzw. verdrehbar und/oder verschiebbar, sein.
Beim Darstellungsbeispiel ist jedem Betätigungsorgan 6 ein separater bzw. eigener Betätigungssensor 7 zugeordnet. Je nach Ausführung kann ggf. auch je-
doch nur ein einziger Sensor 7 zur Erfassung der Betätigung von beiden Betätigungsorganen 6 vorgesehen sein.
Die Betätigungssensoren 7 sind beim Darstellungsbeispiel im Zentralabschnitt 5 angeordnet. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Vielmehr kann die Anordnung den jeweiligen technischen Gegebenheiten angepaßt werden.
Die Betätigungssensoren 7 sind vorzugsweise derart ausgebildet, daß die auf die Betätigungsorgane 6 bei einer Betätigung wirkenden Betätigungskräfte und -momente erfaßbar sind, und zwar nach Betrag und Richtung. Es handelt sich also insbesondere um Kraft-Momenten-Sensoren. Die Betätigungssensoren 7 können entsprechende Steuersignale erzeugen bzw. ausgeben.
Dem vorschlagsgemäßen Eingabegerät 1 ist ein Lagesensor 8 zur Erfassung bzw. Bestimmung zumindest der Orientierung und insbesondere auch der Position des Eingabegeräts 1 und zur Erzeugung von entsprechenden Lagesignalen zugeordnet. Beim Darstellungsbeispiel ist der Lagesensor 8 ebenfalls im Eingabegerät 1 angeordnet, insbesondere in den Zentralabschnitt 5 integriert bzw. eingebaut, wie in Fig. 1 angedeutet.
Alternativ kann der Lagesensor 8 auch außerhalb des Eingabegeräts 1 angeordnet und beispielsweise durch geeignete Kameras, sonstige Tracking- Systeme oder dgl. gebildet sein.
Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante kann der Lagesensor 8 auch durch einen Orientierungssensor und einen Positionssensor gebildet sein.
Die Lageerfassung kann quellenfrei oder quellenbehaftet erfolgen. Entsprechend arbeitet dann der Lagesensor 8 ggf. mit externen Quellen zusammen.
Die von den Sensoren 7, 8 bereitgestellten Signale können je nach Bedarf bereits in dem Eingabegerät 1 und/oder in dem zugeordneten Computer 4 oder einer sonstigen Vorrichtung konvertiert, verarbeitet und/oder ausgewertet werden. Die Signale können dann beispielsweise über das in Fig. 1 angedeu- tete Kabel 9 an den Computer 4 und/oder die Anzeige 2 ausgegeben werden.
Alternativ kann beispielsweise auch eine drahtlose Übertragung von Signalen vorgesehen sein, beispielsweise durch eine Auswerte- und/oder Übertragungseinrichtung 10, wie in Fig. 1 angedeutet.
Auf die Auswertung bzw. Nutzung der von den Sensoren 7, 8 bereitgestellten Signale bzw. erfaßten Meßwerte wird später noch näher eingegangen.
Vorzugsweise weisen die Betätigungsorgane 6 und der Zentralabschnitt 5 einen zumindest im wesentlichen ähnlichen Querschnitt oder Durchmesser auf und sind hintereinander angeordnet, wie in Fig. 1 gezeigt.
Insbesondere ist das Eingabegerät 1 zumindest im wesentlichen stabförmig oder, wie in Fig. 1 und 2 angedeutet, zylindrisch ausgebildet. Hierbei sind die Betätigungsorgane 6 und der Zentralabschnitt 5 vorzugsweise Scheiben- bzw. ringförmig ausgebildet und weisen eine gemeinsame Symmetrieachse 11 auf. Jedoch sind auch andere geometrische Formgebungen und/oder Anordnungen möglich.
Die Betätigungsorgane 6 sind beim Darstellungsbeispiel auf entgegengesetz- ten Seiten des Zentralabschnitts 5 angeordnet. Zwischen dem Zentralabschnitt
5 und jedem Betätigungsorgan 6 kann je nach Ausbildung des Eingabegeräts 1 ein Spalt gebildet sein. Vorzugsweise überlappen die benachbarten Teile bzw.
Ränder jedoch zumindest teilweise, um ein Eindringen von Schmutz oder dgl. zumindest weitgehend zu verhindern. Bedarfsweise kann auch ein elastisches Zwischenstück oder dgl. zur Ausfüllung oder Überbrückung des genannten
Spalts vorgesehen sein.
Die Betätigungsorgane 6 sind beim Darstellungsbeispiel zumindest im wesentlichen kappenartig ausgebildet. Die Betätigungsorgane 6 und der Zentral- abschnitt 5 bilden insbesondere äußere Anlageflächen bzw. Umfangsflächen 12 zur radialen Anlage von Fingern 13 zur Bedienung des Eingabegeräts 1, wie in Fig. 1 beispielhaft angedeutet, wobei ein Bediener jedoch nicht dargestellt ist.
Die Längserstreckung der Finger 13 verläuft beim Halten/Bedienen vorzugsweise im wesentlichen parallel zur Symmetrieachse 11 des Eingabegeräts 1.
Wenn das Eingabegerät 1 zwischen zwei einander zugewandten Händen eines nicht dargestellten Bedieners gehalten wird, können die Finger 13 von beiden Seiten jeweils ein Betätigungsorgan 6 und den Zentralabschnitt 5 übergreifen. Durch geringfügiges radiales Öffnen und Schließen der Finger 13 im Bereich des Zentralabschnitts 5 kann die relative Beweglichkeit eines Betätigungsorgans 6 zum Zentralabschnitt 5 bedarfsgerecht freigegeben oder blockiert werden. Entsprechend wird eine sehr vielfältige Bedienung des Eingabegeräts 1 ohne Umgreifen ermöglicht.
Jedoch kann es auch genügen, lediglich ein Betätigungsorgan 6 mit einer Hand bzw. den Fingern 13 einer Hand zu halten oder abzustützen.
Das vorschlagsgemäße Eingabegerät 1 gestattet in ergonomischer Hinsicht eine sehr einfache und je nach Programmierung bzw. Weiterverarbeitung der erzeugten Signale auch intuitive Bedienung bzw. Handhabung.
Bei der Weiterverarbeitung der von den Betätigungssensoren 7 und dem Lagesensor 8 bereitgestellten Signale bzw. erfaßten Werte werden die auf die Betätigungsorgane 6 wirkenden Kräfte und/oder Momente vorzugsweise nach Betrag und Richtung bestimmt, wobei durch Berücksichtigung der von dem Lagesensor 8 bereitgestellten Lagesignale die unter Berücksichtigung der aktuellen Orientierung des Eingabegeräts 1 tatsächliche bzw. gewünschte Richtung der Kräfte und Momente bestimmt werden kann, also die absolute Richtung insbesondere bezüglich des Koordinatensystems der Erde oder ggf. des grafischen Raums des gesteuerten Objekts 3.
Die absoluten Betätigungskräfte bzw. Momente werden dann zur Steuerung bzw. Manipulation mindestens eines Objekts 3, wie in Fig. 3 angedeutet, verwendet. Beispielsweise handelt es sich bei dem hier dargestellten Auto um ein erstes Objekt 3, das mittels eines Betätigungsorgans 6 gesteuert oder manipuliert wird. Der Reifen des Autos bildet ein zweites Objekt 3, das dann mit dem anderen Betätigungsorgan 6 steuerbar bzw. manipulierbar ist. So ist es möglich, mit dem Eingabegerät 1 eine Reifenmontage zu simulieren, wobei beispielsweise das Auto angehoben und der Reifen richtig angesetzt wird.
Ein weiteres Beispiel für ein Computer-gesteuertes bzw. -simuliertes Zwei- Körper-Problem, das mit dem vorschlagsgemäßen Eingabegerät 1 besonders leicht bewältigt werden kann, ist eine Flasche mit einem Verschluß, insbesondere einem Schraubverschluß, der bei entsprechendem Festhalten und/oder Positionieren der Flasche auf die Flaschenöffnung aufgesetzt, insbesondere aufgeschraubt, wird.
Jedoch ist das Eingabegerät 1 auch zur Steuerung einzelner Objekte 3 einsetz- bar, beispielsweise für das Verformen eines Schlauchs oder einer Kurve.
Fig. 3 zeigt ein vorschlagsgemäßes System 14, das beim Darstellungsbeispiel das vorschlagsgemäße Eingabegerät 1, die Anzeige 2 für Objekte 3 und den zugeordneten Computer 4 umfaßt. Zusätzlich zum Eingabegerät 1 kann der Computer 4 auch in üblicher Weise über eine Tastatur 15, wie in Fig. 3 ange- deutet, steuerbar sein.
Anstelle der beim vorschlagsgemäßen System 14 angedeuteten Anzeige 2, beispielsweise in Form eines Bildschirms oder dgl., kann selbstverständlich auch eine sonstige Projektion oder Erzeugung von insbesondere grafischen Objekten 3 vorgesehen sein.
Das vorschlagsgemäße Eingabegerät 1 ist jedoch nicht auf die Steuerung bzw. Manipulation von Objekten 3 im vorgenannten Sinne beschränkt. Vielmehr kann das Eingabegerät 1 universell für Steuerungsfunktionen, beispielsweise für Spiele, oder als Musikinstrument oder dgl. eingesetzt werden. Generell kann das Eingabegerät 1 für jegliche technische Steuerung Verwendung finden.
Insbesondere sind durch die beiden Betätigungsorgane 6 insgesamt bis zu zwölf Achsen steuerbar.
Fig. 4 zeigt eine vorschlagsgemäße, zweite Ausführungsform des Eingabegeräts 1. Nachfolgend wird im wesentlichen auf die Unterschiede gegenüber der ersten Ausführungsform eingegangen. Die Funktionalität und Vorteile ent- sprechen - zumindest im wesentlichen - denjenigen der ersten Ausfuhrungsform.
Der Zentralabschnitt 5 durchgreift die seitlichen Betätigungsorgane 6 und ist insbesondere achsenförmig bzw. stabförmig ausgebildet. Die Betätigungsorgane 6 sind beabstandet voneinander und vorzugsweise jeweils mit Abstand zu den freien Enden des Zentralabschnitts 5 an diesem angeordnet. Insbesondere umfassen die Betätigungsorgane 6 den Zentralabschnitt 5 ringartig bzw. scheibenförmig.
Bei der zweiten Ausführungsform sind die Betätigungsorgane 6 in ihrem Durchmesser bzw. in Ihrer Außenkontur größer als der Zentralabschnitt 5 ausgebildet. Dies kann bei Bedarf auch bei der ersten Ausfuhrungsform verwirklicht sein.
Die Betätigungsorgane 6 sind bei der zweiten Ausführungsform insbesondere plattenförmig mit vorzugsweise eckiger oder polygonaler Außenkontur ausgebildet. Dies ermöglicht beispielsweise ein definiertes Ablegen des Eingabegeräts 1 auf einer ebenen Unterlage oder dergleichen. Diese bevorzugte, von einer Kreis- bzw. Zylinderform abweichende Form kann bedarfsweise auch bei der ersten Ausfuhrungsform realisiert werden.
Je nach Bedarf können die Betätigungsorgane 6 beispielsweise auch zylindrisch, konisch und/oder pyramidenstumpfförmig ausgebildet sein. Dies gilt wiederum sowohl für die erste als auch die zweite Ausrnhiungsform.
Bei der zweiten Ausführungsform kann der Zentralabschnitt 5 einstückig bzw. durchgängig oder aus mehreren Einzelteilen bzw. Abschnitten zusammengesetzt sein. Je nach Bedarf kann der Zentralabschnitt 5 einen zumindest im wesentlichen über seine Längserstreckung konstanten oder variierenden Querschnitt aufweisen.
Vorzugsweise ist der Zentralabschnitt 5 im Bereich seiner freien Enden - zumindest im Randbereich der Stirnflächen - abgerundet, um ein angenehmes Greifen bzw. Halten des Eingabegeräts 1 zu ermöglichen. Vorzugsweise bilden die vorstehenden freien Enden oder Stirnflächen des Zentralabschnitts 5 Anlagebereiche zur manuellen Halterung oder Handhabung des Eingabegeräts 1. Beispielsweise kann das Eingabegerät 1 an den freien Enden des Zentralab-
schnitts 5 mit den Handflächen oder einigen Fingern gehalten werden, wobei zumindest einzelne Finger, wie der Daumen, dann die Betätigungsorgane 6 bedarfsgerecht bedienen, also beispielsweise bezüglich der gemeinsamen Längsachse 11 verdrehen, verschieben und/oder bezüglich dieser neigen, können.
Hinsichtlich der zweiten Ausführungsform wird ansonsten ergänzend auf die Beschreibung zu der ersten Ausführungsform bzw. die allgemeine Beschreibung verwiesen.