Strom-Leitschicht einer positiven Elektrode
Die Erfindung betrifft eine flexible Strom-Leitschicht einer flächigen positiven Elektrode einer Alkali- oder Alkali-Ionen-Batterie, insbesonders einer Li- oder Li-Ionen-Batterie, bestehend aus einem Träger mit zumindest teilweise elektrisch leitend beschichteter Oberfläche. Weiters betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Strom-Leitschicht.
Primärbatterien, welche die Energie durch den Fertigungsprozess erhalten und nicht wieder aufgeladen werden können da der Elektrolyt den negativen Pol zersetzt, sind seit langem bekannt und für verschiedenste Anwendungen im Einsatz. So werden beispielsweise primäre Li-Zellen und primäre Li-Ionen-Zellen zufolge ihrer hohen gravimetrischen und volu- metrischen Energiedichte hauptsächlich in kleinen tragbaren Elektronikgeräten, wie Uhren, Hörgeräten, Kameras und dergleichen eingesetzt. Sekundärbatterien, welche die Energie erst nach der Fertigung durch Formatieren bzw. Aufladen erhalten und reversible Systeme darstellen, die in ihrem Lade/Entladeverhalten sowohl hinsichtlich Ihrer Elektrochemie als auch der Struktur ihrer Elektroden umkehrbar sind, werden erst in den letzten Jahren zufolge ihrer langsam an die Primärbatterien herankommenden, bisher immer vergleichbar niedrigeren gravimetrischen und volumetrischen Energiedichten ebenfalls für kleine, tragbare Elektronikgeräte der genannten Art verwendet, da sie zumeist im Bereich von tausend mal und öfter wieder aufgeladen werden können und damit trotz anfänglich höherer Kosten insgesamt wesentlich kostengünstiger als Primärbatterien kommen. Auch Sekundärbatterien können Alkalimetalle, Alkali-Legierungen oder Alkali-Ionen (wie insbesonders Lithium) enthalten.
Das positive elektroaktive Material von Alkali-Batterien bzw. Alkali-Ionen-Batterien, wie etwa Li- oder Li-Ionen-Zellen, kann aus verschiedenen Verbindungen bestehen, welche mit dem Alkali-Metall bzw. Lithium unter Bereitstellung einer akzeptablen Spannung reagieren - siehe dazu beispielsweise J. Desilvestro and O. Haas, J. Electrochem. Soc, 137 (1), 5C (1990) oder S. Megahed, J. Power Sources, 51, 79 (1994) oder M. Winter, J.O. Besenhard, M.E. Spahr and P. Noväk, Adv. Mater., 10 (10), 725 (1998).
Zur Verwendung in Sekundärbatterien müssen die an den positiven und negativen Elektroden ablaufenden Reaktionen wie erwähnt zumindest weitestgehend reversibel sein. Nachdem in den letzten Jahren von der anwendenden Industrie zunehmend Einzelzellen mit höheren Spannungen verlangt werden, damit mit einer oder zumindest wenigen Batterien bereits vernünftige Betriebsspannungen zur Verfügung stehen, werden entsprechend hohe Spannungen liefernde positive Elektrodenmaterialien, wie speziell LiMnO2, LiNiO2, LiCoO2 und dergleichen immer wichtiger. Derartige positive Elektroden lagern Lithium reversibel bei 4,2 V gegenüber Li/Li+ ein. Darüber hinaus werden heute in Forschung und Entwicklung auch bereits Versuche mit positiven Elektroden mit sogar noch höheren positiven Potentialen gemacht.
Üblicherweise werden Kathoden unter Anbringung von elektroaktivem Material in Pulverform mit geeigneten, die Leitfähigkeit erhöhenden Zusätzen (z.B. Ruß, Graphitpulver, Metallpulver und dergleichen) mittels eines Polymerbinders (beispielsweise PVDF, EPDM, PTFE, und dergleichen) auf einem Stromleiter hergestellt. Für positive Elektroden, die bei Elektrodenspannungen > 3,5 V gegenüber Li/Li+ arbeiten besteht der Stromleiter heutzutage üblicherweise aus einer Aluminiumfolie, da nur wenige Materialien bei derartigen Elektrodenspannungen stabil sind. Dazu gehören neben Aluminium beispielsweise Au, Ti, Mo, W, Pt oder rostfreier Stahl bestimmter Typen. Dabei sind Au und Pt für übliche Verwendungen zu teuer und die sonstigen erwähnten Beispiele nicht zu einer einfachen Aufbringung in ausreichender Schichtdicke (beispielsweise aus wässrigen Lösungen) geeignet. Bezüglich des damit wie erwähnt hauptsächlich verwendeten Aluminiums in Folienform für Stromleiter der hier interessierenden Art ist als Nachteil zu erwähnen, dass dieses in Elektrolyten, die bestimmte Salze (beispielsweise UCF3SO ) enthalten chemisch unstabil ist - derartige Salze haben aber bestimmte positive Eigenschaften im Batterieverbund, sodass es wünschenswert wäre, andere stabilere Materialien, die kostengünstig und in der Herstellung einfach handhabbar sind, speziell für die Strom-Leitschicht von positiven Elektroden von Li- oder Li-Ionen-Batterien, geeignet aber auch für andere Alkali-Metalle, zu finden.
Abgesehen von Aluminiumfolien als Grundmaterial für positive Elektroden der genannten Art sind auch Anordnungen der eingangs genannten Art bekannt geworden, bei denen an sich nicht leitende, flächige Polymergewebe (gewebt oder gewirkt) beispielsweise durch Eintauchen in wässrige Lösungen mit Kohlenstoff in verschiedener Form (Russ, Graphit oder dergleichen) beschichtet werden. Nachdem aber die Leitfähigkeit von Kohlenstoff weit unter der von üblichen Metallen liegt (Kupfer hat beispielsweise eine zumindest hundertfach höhere Leitfähigkeit als pyrolitischer Graphit und eine um den Faktor 105 höhere Leitfähigkeit als Russ) sind außerordentlich dicke Kohlenstoffschichten notwendig um eine für diesen Verwendungszweck ausreichende Stromleitung sicherzustellen.
Aus AT 408 288 B ist weiters die Beschichtung von schichtweise und/oder lokal mit unterschiedlicher Webdichte verarbeiteten, auch als Stromleitschicht verwendeten Polymerstoffen mit verschiedenen Metallüberzügen und anderen leitfähigen Substanzen, wie etwa auch Kohlenstoff, bekannt, wobei es dort aber speziell um lokal unterschiedliche Einlagerungsdichten des elektroaktiven Materials samt allfälliger Zusatzstoffe geht und die für die Leitfähigkeit angebrachte Beschichtung auf den an sich nicht leitfähigen Kunststofffäden des Polymergewebes lediglich aus den bekannten, bereits auch oben angesprochenen Materialien gemäß dem Stande der Technik besteht.
Ausgehend von dem angesprochenen Stande der Technik und den diesbezüglich oben erwähnten Nachteilen besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine flexible Strom-Leitschicht der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass die erwähnten Nachteile vermieden werden und dass insbesonders eine einfach anzubringende, kostengünstige elektrisch leitende Beschichtung für die Oberfläche des Trägers angegeben werden kann, die speziell auch bei hohen Elektrodenpotentialen (z.B. im Bereich von 4 V und darüber gegenüber Li/Li+) stabil ist. Die eigentliche Zellenspannung kann dabei auch beispielsweise < 3,5 V sein, während die positive Elektrode trotzdem auf einem entsprechend hohen Potential gegenüber z.B. Li/Li+ liegt. Wenn beispielsweise eine negative Elektrode verwendet wird, die bei einem Potential > 1 V gegenüber Li/Li+ arbeitet (beispielsweise einige söge-
nannte „high capacity carbons") und diese zusammen mit einer LiMn2O4 Kathode (mit ca. 4 bis 4,2 V gegenüber Li/Li+) eingesetzt wird, beträgt die Zellspannung weniger als 3,2 V gegenüber Li/Li+ - trotzdem ist das an der positiven Elektrode herrschende Potential über 4 V, was auf beschriebene Weise mit den Strom-Leitschichten nach dem Stande der Technik Schwierigkeiten macht.
Die erwähnte Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung bei einer Strom- Leitschicht der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die elektrisch leitende Beschichtung der Oberfläche des Trägers im wesentlichen aus einer Legierung der Zusammensetzung NiMyPχ - mit: y < 0,3
0,01 < x < 0,5 und
M aus der Gruppe : Mo, W, Cr, V, Sn, Co besteht. Diese Legierung kann darüber hinaus bei der Herstellung unvermeidbare Verunreinigungen in Spurenform enthalten, ohne dass signifikante Auswirkungen auf das positive Verhalten feststellbar sind.
Als Ansatz zur Erklärung der positiven Effekte der beschriebenen Merkmale der Erfindung kann von einer Betrachtung der üblichen bzw. bisher für derartige Beschichtungen verwendeten Materialien bzw. von deren Verhalten im vorliegenden Zusammenhang ausgegangen werden: Ni, Co, Ag und die meisten anderen metallischen Elemente zeigen starke Oxidationsströme bei hohen Potentialen gegenüber Li/Li+ in nicht wässrigen Elektrolyten. Diese Ströme können prinzipiell von der Oxidation der Elektrolyten oder der Oxidation des Metalls herrühren. Da Li-Batterie-Elektrolyten im allgemeinen stabil gegenüber relativ hohen Potentialen an anderen Oberflächen (Pt, verglastem Kohlenstoff, Oxide) sind und ein gewisser Lochfraß auf den metallischen Oberflächen beobachtbar ist, können diese Oxidationsströme jedoch mit ziemlicher Sicherheit der Oxidation und Auflösung des Metalls (beispielsweise in Form von Ag = Ag+ + e", Cu = Cu+ + e" usw.) zugeordnet werden. Elektroden aus Aluminiumfolien sind in verschiedensten Li-Batterie-Elektrolyten stabil, da ein sehr dünner Oxidfilm auf der Aluminiumoberfläche vorliegt. Der dünne Oxidfilm ist dicht genug um eine
weitere Oxidation des Aluminiums zu verhindern, ist im Elektrolyten unlösbar und bedingt auch keinen allzu hohen zusätzlichen elektrischen Widerstand. Wenn aber die Oberfläche zerkratzt oder sonst wie beschädigt oder ein nicht kompatibler Elektrolyt verwendet wird oder zu hohe Potentiale angelegt werden, gibt es auch auf der Aluminiumoberfläche Lochfraß, der nur dann wieder gestoppt wird, wenn das Aluminium mit dem Elektrolyten unter Neuformung einer Oxidschicht (oder in manchen Fällen einer Fluoridschicht - abhängig vom Elektrolyten) reagiert.
Manche Arten von rostfreiem Stahl sind hoch stabil, jedoch ist reines Eisen und reines Chrom relativ unstabil. Der rostfreie Stahl bildet im Elektrolyten offenbar ebenfalls eine Schutzschicht durch teilweise Lösung der löslicheren Komponenten und Reaktion dieser mit dem Elektrolyten (die Reaktion von rostfreiem Stahl mit Wasser hinterlässt typischerweise eine chrom- und sauerstoffreiche Oberflächenschicht). Entsprechend kann offenbar die Einführung des beschriebenen Phosphoranteils in die Legierung den Korrosionswiderstand durch Bildung einer ähnlichen „Passivierungsschicht" bei erhöhten Potentialen fördern. Das heißt, dass ein geringer Stromfluss entsprechend der Lösung von etwas Nickel an der Oberfläche und Oxidation des verbleibenden Phosphors zu erwarten ist, wonach die Schicht aus oxidier- tem Phosphor bzw. die oxidierte Phosphor-Nickel-Schicht an der Oberfläche sehr viel mehr widerstandsfähig gegenüber weiterer Oxidation als die darunter liegende Legierung ist, womit eine weitere Reaktion mit dem Elektrolyten verhindert ist. Ähnliches gilt auch für die weiters genannten Elemente wie W und Mo, die ebenfalls eine derartigen Passivierungsschicht bilden bzw. unterstützen können. Dieser Passivierungsprozess wird auch begünstigt durch die Stabilität beispielsweise von W und Mo bei hohen Potentialen (die reinen Metalle sind reaktiv und können nicht aus wässrigen Lösungen beschichtet werden, werden aber leicht - ähnlich wie Aluminium - in beschriebener Weise passiviert).
Die angegebenen Parameterbereiche haben sich für die Zwecke der vorliegenden Erfindung bestens bewährt - eine weitere Erhöhung des Phosphoranteils würde zwar den Korrosionswiderstand erhöhen, gleichzeitig aber in unerwünschter Weise auch den elektri-
sehen Widerstand. Weiters erhöht auch die Einfügung der genannten M-Materialien den e- lektrischen Widerstand und kann die reversible Einlagerung langsamer und schwerer kontrollierbar machen. Es kann aus diesem Grunde beispielsweise auch eine Ni-P-Legierung (ohne Zusätze von M-Materialien) für manche Systeme bevorzugt werden. Generell gilt, dass größere Zusätze von M-Materialien nicht nur in beschriebener Weise den elektrischen Widerstand sondern natürlich auch die Kosten, die für derartige Massenprodukte sehr relevant sein können, signifikant erhöhen.
In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen der Trägeroberfläche und der elektrisch leitenden Beschichtung zumindest eine weitere Leitschicht, vorzugsweise aus Graphit, Leitruß oder einer anderen Kohlenstoffverbindung bzw. aus Au oder Pt, angeordnet ist. Diese Schichten dienen hauptsächlich der Erleichterung der Herstellung bzw. der Verbesserung und Vereinfachung der eigentlichen Beschichtung und können auf verschiedenste geeignete Weise in sehr dünner Form als Startschicht aufgebracht werden. Auch diese Startschicht sollte gegenüber den zu erwartenden Potentialen stabil sein, sodass eine Verletzung der darüber liegenden eigentlichen Leitschicht nicht zur Oxidation und/oder Auflösung der Startschicht führen kann.
Nach einer weiters bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass über der elektrisch leitenden Beschichtung eine weitere Deckschicht aus nicht porösem Kohlenstoff aufgebracht ist, was eine zusätzliche Schutzfunktion bietet - nachdem die eigentliche Stromleitung in der Legierungsschicht erfolgt, ist diese Kohlenstoffschicht bezüglich Dicke und tatsächlicher Geschlossenheit nicht kritisch.
Der eigentliche Träger besteht in besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung aus einem dreidimensional gewobenen oder gewirkten Polymerstoff, dessen Fasern eine e- lektrisch leitende Beschichtung aufweisen (wie dies in allgemeiner Form bereits aus der eingangs angesprochenen AT 408.288 B an sich bekannt ist). Die Webfäden dieses Polymerstoffes bestehen bevorzugt aus Fasern eines Polymers folgender Gruppe: Polyester, Silikongummi, Polyethylen, Polypropylen, Ethylen-Tetrafluorethylen Copolymer, Polytetrafluorethy-
len und Polyvinylidenfluorid. Damit ergibt sich ein flexibler, besonders leichter flächiger Träger, der eine vorteilhafte große Oberfläche bei leichter Durchdringbarkeit für den Elektrolyten bzw. sonstige elektroaktive Materialien und Zusatzstoffe aufweist. Derartige Stoffe sind kostengünstig einfach herstellbar und problemlos in verschiedenste Formen und Größen schneidbar, sodass die Elektroden für verschiedenste Batterien Verwendung finden können. Abgesehen von derartigen gewobenen oder gewirkten Stoffen als Träger der Leitschicht können dafür aber auch sogenannte Wirrfassermatten (non-woven fibre fabrics) aus Polymerfasern zufälliger Orientierung oder auch dünne Polymerfolien mit Perforationen oder ähnliche flächige Gebilde verwendet werden, was beispielsweise den Einsatz derartiger Strom- Leitschichten auch für extrem dünne, flächige, auf den jeweiligen Einsatzzweck zugeschnittene Batterien ermöglicht.
Das erfindungsgemäß besonders vorteilhafte Verfahren zur Herstellung einer flexiblen Strom-Leitschicht der vorstehend beschriebenen Art ist dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitende Beschichtung chemisch oder elektrochemisch oder unter Kombination dieser beiden Verfahrensschritte erfolgt, was eine einfache und kostengünstige Herstellung ermöglicht, die die Verwendung der Erfindung auch an Massenprodukten wirtschaftlich macht.
Die Erfindung wird im folgenden noch anhand von zwei Beispielen näher erläutert. Die dabei zur Erklärung verwendete Fig. 1 zeigt den ersten Zyklus eines Aluminiumfolien- Stromableiters nach dem Stande der Technik und eines mit Nickellegierung gemäß Beispiel 1 beschichteten Stromabieitergewebes nach der vorliegenden Erfindung in einem Elektrolyten aus 1 mol dm"3 LiCF3SO3/Ethylencarbonat/Diethylcarbonat bei einer Scangeschwindigkeit von 0.2 mV s"1 und Fig. 2 einen entsprechenden zweiten Zyklus, Fig. 3 und 4 zeigen Entsprechendes für Beispiel 2 mit anderem Elektrolyten bei anderen Stromdichten.
Beispiel 1:
Ein Polyestergewebe wurde vor der Aktivierung mit einem auf Palladium basierenden Aktivator in einer alkalischen Lösung gereinigt und danach gespült. Danach wurde das akti-
vierte Gewebe, durch 600 s langes Tauchen in einem Bad bei 65-70°C mit folgender Zusammensetzung, mit einer Legierung chemisch beschichtet.
Tabelle 1 - Bad Zusammensetzung:
Ein pH-Wert von 6 wurde durch Zugabe von Natriumhydroxid eingestellt.
Eine einfache Widerstandsmessung ergab, dass das Gewebe über die gesamte Fläche elektrisch leitfähig war. Zusätzlich ergaben Untersuchungen mit dem Raster Elektronen Mikroskop (REM), dass das Gewebe einheitlich beschichtet war. Durch EDX Analyse wurde das Verhältnis der Atome Ni:P mit 88:12 bestimmt, dies entspricht einer Legierungszusammensetzung von NiP0.ι -
Gravimetrische Messungen ergaben, dass die Beladung der Legierung 1.5 mg cm'2 auf dem Gewebe mit einer Masse von 8.0 mg cm"2 betrug.
In einem mit Argon befüllten Handschuhkasten wurden Knopfzellen unter Verwendung von Elektroden aus dem beschichteten Gewebe (~ 1 cm"2 geometrische Fläche), von Lithium als Gegenelektrode und von einem inerten Separator hergestellt. Die Elektroden wurden bei 30°C mittels zyklischer Voltametrie untersucht. Die Scangeschwindigkeit betrug 0.2 mV s"1 von der Ruhespannung bis 4.3 V vs. Li/Li+ und dann widerholend zwischen 2.3 V und 4.3 V vs. Li/Li+.
Mit einem Elektrolyten aus 1 mol dm"3 LiCF3SO3 in Ethylencarbonat/ Diethylcarbonat zeigten Elektroden aus Aluminiumfolie ein Verhalten, das in den Fig. 1 und 2 veranschaulicht
ist. In Fig. 1 erkennt man, dass die Aluminiumfolie „aktiviert,Λ wurde (z.B.: Passivierender Film wurde entfernt) wenn das Potential bis auf 4.3 V vs. Li/Li anstieg. Dies führte zu einem hohen Stromfluss, bis sich der passivierende Film bei niederen Potentialen wieder rückbildete.
Im Gegensatz dazu zeigte die Nickel Phosphor Legierung ein permanentes passivie- rendes Verhalten.
Diese- Effekte sind weiter ausgeprägt, wenn man das Verhalten der Stromableiter während des zweiten Zyklus betrachtet. Die Aluminiumfolie zeigte einen signifikant höheren, irreversiblen Stromfluss im Vergleich zur Nickel Phosphor Legierung. Elektroden aus der Nickel Phosphor Legierung zeigten im 2. Zyklus einen geringeren Stromfluss als im ersten Zyklus.
Aus diesem Grund zeigen Stromableiter aus Nickel -Phosphorlegierungen gemäß der vorliegenden Erfindung sogar eine höherer Stabilität in diesem Elektrolyten als die konventionellen Aluminiumfolien-Stromableiter.
Beispiel 2:
Ein Polyestergewebe wurde nach Aktivierung mit einem auf Palladium basierenden Aktivator (wie in Beispiel 1) mit einer Legierung beschichtet. Das aktivierte Gewebe wurde 1.800 sec lang bei 60°C in ein Bad folgender Zusammensetzung getaucht
Tabelle 2 - Bad Zusammensetzung:
Durch Zugabe von Natriumhydroxid wurde ein pH-Wert von 9 eingestellt.
Optisch feststellbar war daraufhin ein silberfarbener metallischer Film auf dem Gewebe. Entsprechende Messungen bestätigten die elektrische Leitfähigkeit der Oberfläche.
Durch EDX-Analyse wurde ein Atomverhältnis der Elemente Ni:P:W von 82:14:4 festgestellt, was einer Legierungszusammensetzung NiW0,osPo.i7 entspricht.
Die Elektroden wurden wiederum in Knopfzellen geprüft, allerdings nun mit einem auf LiCI04-basierenden Elektrolyten. Fig. 3 zeigt dazu Daten des ersten Zyklus der erfindungsgemäßen Strom-Leitschicht und von Aluminiumfolie. Fig. 4 zeigt den zugehörigen zweiten Zyklus. Es ist zu beachten, dass sowohl Fig. 3 als auch Fig. 4 unterschiedliche Stromdichteskalen zu Fig. 1 und 2 zeigen.
Aluminiumfolie ist in diesem hier verwendeten Elektrolyten deutlich stabiler als gemäß Beispiel 1 besprochen. Sowohl die Ni-W-P-Legierung als auch die Aluminiumfolie zeigten irreversible Ströme. Es ist dabei zu beachten, dass die Oberfläche der Ni-W-P-Legierung (auf beschriebene Weise auf dem Kunststoffgewebe aufgebracht) sehr viel größer war als die der Aluminiumfolie, sodass davon ausgegangen werden kann, dass unter Zugrundelegung der „elektrochemischen Oberfläche" anstelle der „geometrischen Oberfläche" die Legierung stabiler als die Aluminiumfolie ist.
Weiters ist aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich, dass sowohl die Aluminiumfolie als auch die erfindungsgemäße Anordnung im zweiten Zyklus stabiler als im ersten waren.
Die im Beispiel 2 hinzugekommene „MΛ -Komponente erhöht zwar Kosten und Komplexheit des Beschichtungsvorganges, verringert die Abscheiderate und erhöht den elektrischen Widerstand, bietet aber den Vorteil einer Erhöhung der Stabilität der Strom-Leitschicht unter den gegebenen Bedingungen (Spannung, Elektrolytzusammensetzung ....).
Patentansprüche: