Beschreibung
Spannungsgenerator für Halbleiterschaltungen
Die Erfindung betrifft eine pyroelektrisch antreibbare Versorgungseinrichtung, ein Schaltungssystem umfassend eine solche Versorgungseinrichtung sowie ein Verfahren zum Betrieb einer Ablaufsteuerung.
Aus WO 98/36395 A2 ist eine Anordnung zur Erzeugung kodierter Hochfrequenzsignale beschrieben, bei der zur Spannungserzeugung ein pyroelektrisches Element zur Umwandlung thermischer Prozessenergie in elektrische Energie verwendet wird. Diese elektrische Energie wird mittels eines Elements mit nichtlinearer Kennlinie in hochfrequente Energie umgesetzt; ein solches Element kann eine Funkenstrecke oder ein Halbleiterbauelement sein. Das hochfrequente Signal wird sodann mittels einer Kodierungseinrichtung kodiert. Als Kodierungseinrich- tung werden Wandler und Filter, z.B. OFW-Filter, beschrieben. Auch beschrieben ist die Möglichkeit, die Anordnung abhängig von einem Umgebungsparameter, z.B. der Umgebungstemperatur, auszulösen.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Möglichkeit zur flexibleren Nutzung einer pyroelektrisch antreibbaren Versorgungseinrichtung bereitzustellen, insbesondere zur Nutzung als Spannungsquelle für eine Ablaufsteuerung, insbesondere für eine Ablaufsteuerung in Form einer Halbleiter- Schaltung.
Diese Aufgabe wird mittels einer Versorgungseinrichtung nach Anspruch 1, ein Schaltungssystem nach Anspruch 4 sowie ein Verfahren zum Betrieb einer Ablaufsteuerung in ULP-Technik nach Anspruch 8 gelöst .
Die Versorgungseinrichtung weist mindestens einen pyroelektrischen Spannungsgenerator auf. Weiterhin sind mindestens eine hochohmige Schwellwertschaltung und ein Spannungswandler vorhanden. Der Spannungswandler dient dazu, aus einem kurz- zeitig auftretenden Entladevorgang des pyroelektrischen Spannungswandlers eine für den Betrieb des Verbrauchers geeignete, im wesentlichen konstante Spannung zu erzeugen. Eine im wesentlichen konstante Spannung bedeutet, dass sie innerhalb eines Toleranzbereichs zur Stromversorgung des Verbrauchers bzw. der Halbleiterschaltung liegt.
Der Spannungswandler ist mit dem Spannungsgenerator über die Schwellwertschaltung verbunden. Die Stellwertschaltung dient dazu, die elektrische Spannung am pyroelektrischen Spannungs- generator möglichst leistungsarm zu überwachen und beim Erreichen einer konstruktiv oder schaltungstechnisch vorgegebenen Schwelle der Spannungswandler und einen damit gegebenenfalls verbundenen Verbraucher zuzuschalten bzw. abzukoppeln. Wenn dies geschieht, entlädt sich der Spannungsgenerator, und der Entladestrom treibt kurzzeitig den Spannungswandler. Der Schwellwertschalter ist zur Reduzierung von Verlusten hochoh- mig ausgeführt .
An den Spannungswandler ist ein Verbraucher anschließbar; der Verbraucher ist die elektrische/elektronische Vorrichtung o- der Schaltung, die kurzzeitig mit der erzeugten im wesentlichen konstanten Spannung, insbesondere Gleichspannung, betrieben werden kann, z.B. ein Mikrochip mit implementierter Ablaufsteuerung. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Versorgungseinrichtung mit einem Verbraucher mit niedriger Leistungsaufnahme in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten, z.B. der Messdatenabfrage, betrieben werden kann.
Der pyroelektrische Spannungsgenerator ist zur Aufrechterhal- tung eines hohen Isolationswiderstandes und damit einer geringen Verlustleistung auf geeignete Weise elektrisch isolierend gekapselt, z.B. durch Einbringung in ein hermetisch
dichtes Gehäuse oder den gasdichten Verguss mit geeigneten Kunststoffen. Er wird vorzugsweise in gutem thermischen Kontakt mit der zu nutzenden Quelle der Temperaturschwankung, z. B. einer Heizungsrippe, gebracht. Eine Temperaturänderung ΔT bewirkt die Trennung von elektrischen Ladungen im Pyromateri- al , so dass sich aufgrund der geringen elektrischen Kapazität an elektrisch leitfähigen, typischerweise metallisierten, Endflächen eine elektrische Spannung aufbaut.
Der pyroelektrische Spannungsgenerator umfasst bevorzugt einen monolithischen pyroelektrischen Einkristall, z.B. aus Lithiumtantalat , eine pyroelektrische Keramik oder pyroelektrische Kunststoffe, insbesondere vorliegend als Folien. Im Fall von pyroelektrischen Folien können diese durch Auf- rollen oder Falten auf eine kleine Baugröße gebracht werden. Ebenfalls möglich ist der Einsatz von geschichteten pyroelektrischen Materialien, wobei die pyroelektrischen Schichten ähnlich wie bei einem Plattenkondensator durch leitfähige Schichten, die an Elektroden zusammengeführt werden, getrennt sind. Der Vorteil dieser Anordnung besteht in einer größeren elektrischen Kapazität des Wandlers, wodurch die generierte elektrische Spannung geringer und somit besser an elektronische Verbraucher angepasst ist.
Der Schwellwertschalter ist vorzugsweise ausgeführt als Funkenstrecke, als Halbleiter mit entsprechendem Schaltverhalten, z.B. als Tyristor, als elektrostatisch wirkender Schalter, insbesondere in mikromechanisch ausgeführten Varianten oder als Halbleiterschaltung mit Feldeffekttransistoren, wel- ehe eine Rückkopplung nutzt.
Als Spannungswandlerschaltung wird bevorzugt ein Schaltwandler oder ein Transformator mit anschließendender Spannungs- konstanthalteschaltung eingesetzt .
Als Verbraucher sind insbesondere funktionell vorgesehen:
Sensorschaltungen, welche eine Messgröße per Drahtverbindung, Funk, Schall oder Infrarot oder eine andere optische Verbindung weiterleiten oder optisch sichtbar machen, Schaltungen zur Übermittlung von Verbrauchsdaten über die oben genannten Kanäle,
Anzeigeschaltungen, welche abgespeicherte Werte anzeigen, Alarmgeber.
Diese Liste ist nicht vollständig und soll lediglich einen Ausschnitt auf das Potential der vorgestellten Methode andeuten.
Es wird besonders bevorzugt, wenn der Verbraucher eine Logikbaugruppe in Form einer Ablaufsteuerung umfasst . Dadurch lässt sich beispielsweise ein sich zeitlich änderndes Mess- signal eines Sensors aufnehmen und weiterverarbeiten. Zusätzlich kann beispielsweise ein durch die Ablaufsteuerung abrufbarer Identcode mit den Messsignalen oder auch alleine abgerufen und ausgesendet werden. Die Verwendung der Ablaufsteuerung besitzt zusätzlich den Vorteil, dass die in der Ab- laufSteuerung generierten Sendetelegramme flexibel codierbar sind. Es wird weiterhin bevorzugt, wenn ein in der Ablaufsteuerung erzeugtes Sendetelegramm in einem nachgeschalteten Sender einem Sendesignal, beispielsweise einem Hochfrequenzsignal, aufgeprägt und dann abgesandt wird. Dabei ist es insbesondere vorteilhaft, wenn das ausgesandte Signal möglichst breitbandig ist, weil sich so zusammen mit der Ablaufsteuerung eine hohe Informationsdichte ergibt. Die Bandbreite ist bevorzugt größer als 100 kHz, insbesondere zwischen 300 kHz und 600 kHz. Die Signallänge eines Sendetele- gramms entspricht bevorzugt 32 bit bis 512 bit, die Sendedauer liegt bevorzugt im Bereich von Millisekunden, insbesondere zwischen 0,2 ms und 5 ms, speziell zwischen 0,3 und 2 ms.
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn die Versorgungseinrichtung einen Kondensator oder ein gleichwirkendes stromspeicherele- ment zur kurzfristigen Speicherung eines Teils des vom Spannungsgenerator erzeugten Spannungssignals zur zeitlichen Ver-
längerung des konstanten Spannungssignals enthält. Durch den Kondensator wird somit eine relativ zum konstanten Ausgangs- signal der Spannungswandlerschaltung erhöhtes Spannungssignal gespeichert und bei Unterschreiten der zum Betrieb des Verbrauchers nutzbaren Spannung wieder abgegeben; dadurch wird die Zeit, die für eine ausreichende bzw. im wesentlichen konstante Spannungsversorgung des Verbrauchers nutzbar ist, verlängert .
Aufgrund der durch eine Temperaturänderung zur Verfügung stehenden vergleichsweise geringen Energiemengen ist es äußerst vorteilhaft, wenn der Verbraucher in ULP- ("Ultra Low Power" - ) Technik ausgeführt ist. Nur dann ist es für viele Anwendungen mit entsprechend kleinem Platzbedarf möglich, einen Verbraucher, insbesondere eine Ablaufsteuerung, über eine ausreichende Zeitdauer zu betreiben. Als ULP-Technik wird eine Leistungsaufnahme von weniger als 20 mW, insbesondere weniger als 10mW, speziell zwischen 3 mW und 8 mW verstanden.
Als Anwendungsbeispiele für die Versorgungseinrichtung und/oder das Schaltungssystem sind die Temperatursensorik in der Industrie, im Auto oder an Heizungen/Heizkörpern zur Kostenerfassung bevorzugt. Beispielsweise kann bei jeder Temperaturänderung von ΔT = 1° kurzfristig eine Ablaufsteuerung, insbesondere in Form einer Halbleiterschaltung, aktiviert werden, welche die Temperaturen misst; die Weiterleitung der Messdaten wird vorzugsweise drahtlos über Funk realisiert. Insbesondere wird es bevorzugt, wenn das Schaltungssystem in eine Steueranlage integriert ist. Insbesondere ist es güns- tig, wenn die Messdaten mittels PLC ("Power Line Communicati- on") weitervermittelt werden.
In den folgenden Ausführungsbeispielen wird die Versorgungseinrichtung schematisch näher dargestellt :
Figur 1 zeigt eine Prinzipskizze eines Schaltungssystems,
Figur 2 zeigt ein an der Spannungswandlerschaltung abgreifbares Spannungssignal .
Figur 1 zeigt als Prinzipskizze ein Schaltungssystem mit ei- ner Versorgungseinrichtung GEN und einem nachgeschalteten Verbraucher V.
Die Versorgungseinrichtung GEN umfasst einen pyroelektrischen Spannungsgenerator 1 und einen nachgeschalteten Spannungs- wandler 3. Zwischen Spannungsgenerator 1 und Spannungswandler 3 ist ein hochohmiger Schwellwertschalter 2 zur Überwachung der Spannung des Spannungsgenerators 1 und, bei Erreichen eines ausreichenden Spannungswertes, und Zuschaltung des Spannungswandlers 3 gegeben. Dem Spannungswandler 3 nachgeschal- tet ist ein Kondensator 4, an dem vom Verbraucher V die Versorgungsspannung Unutz abgegriffen wird.
Der Verbraucher V ist eine Halbleiter-Ablaufsteuerung mit einem HF-Sender TX und Sendeantenne ANT. Angeschlossen ist ein Sensor S. Das Sendetelegramm des Verbrauchers V ist durch einen Identcode identifizierbar. Der Verbraucher ist in ULP- Technik mit einer Leistungsaufnahme von weniger als 50 mW ausgeführt und sendet im Bereich von Millisekunden ein bis zu 512 bit langes Sendetelegramm aus. Das Sendetelegramm kann aber auch länger sein.
Figur 2 zeigt die Versorgungsspannung Unutz/ aufgetragen gegen die Zeit t.
Zu einem Zeitpunkt tO schaltet der Schwellwertschalter 2 den Spannungswandler 3 zu ("ein"), wenn ein oberer Schwellwert UP erreicht ist. Die Spannung Unutz fällt dann zwischen tl und t2 ab, bis ein unterer Schwellwert LOW erreicht ist. Der Spannungsbereich zwischen UP und LOW ist die durch den Verbraucher V nutzbare Spannungsbreite. Bei Unterschreiten von LOW wird der Spannungswandler 3 vom Spannungsgenerator 1
abgekoppelt ("aus") . Die Aktivierungszeit t2 -tO liegt im Bereich von Millisekunden.