Süßwasseraufbereitungsanlage und Verfahren zur Trinkwassergewinnung
Die Erfindung betrifft eine Süßwasseraufbereitungsanlage zur Trinkwassergewinnung unter Nutzung natürlicher Vorkommen, insbesondere unter Nutzung von Grundwasser und Sonnenenergie zum Betreiben der Anlage, im wesentlichen bestehend aus einer Pumpenanordnung zur Wasserförderung, einer Solarzelleneinheit und einer UV-Entkeimungs-Filter-Anordnung.
Die Erfindung betrifft des weiteren ein Verfahren zur Trinkwassergewinnung unter Nutzung natürlicher Vorkommen, insbesondere unter Nutzung von Süßwasser und Sonnenenergie.
Bekanntermaßen erkranken und sterben jährlich Millionen von Menschen an den Folgen von unsauberen, bakteriell verunreinigten und verseuchten Wassers. Betroffen sind dabei insbesondere die Menschen in den Entwicklungsländern oder in Katastrophengebieten. Aber auch bei Kleinkindern und Säug- lingen besteht hierzulande in bekannten Gebieten die Gefahr von lebensbedrohlichen Erkrankungen durch verunreinigtes Trinkwasser.
Trinkwasseraufbereitungsanlagen sind in vielfältiger Form und Größe bereits bekannt. So arbeiten beispielsweise eine Reihe Wasseraufbereitungsanlagen nach dem sogenannten Verdampferprinzip. Hierbei wird Wasser auf eine eingedunkelte Glasoberfläche geleitet, wo es verdunstet. Auf einer weiteren Glasfläche schlägt sich der Dampf nieder und konden- siert, wobei das Wasser durch eine Filtermatte, die an der Rückseite der Fläche angeordnet ist, geleitet und so gerein-
igt wird.
Nachteilig ist die geringe Trinkwasserausbeute pro Tag, so dass diese Anlagen in der Regel nur individuell genutzt wer- den können.
Bekannt ist des weiteren das Osmoseverfahren, wonach das aufzubereitende Wasser durch eine halbdurchlässige Membran gepresst wird. Dabei werden sowohl Schwebstoffe als auch die lebensnotwendigen Mineralien und Spurenelemente herausgefiltert. Man erhält ein destilliertes Wasser, welches nachträglich remineralisiert werden muss. Dem Wasser werden dabei auf chemischem Wege die notwendigen Mineralien und Spurenelemente wieder zugesetzt.
Nachteilig an dieser Lösung ist der große technische Aufwand, da für die Remineralisierung das Wasser auf eine bestimmte Temperatur gekühlt werden muss. Derartige Anlagen können nur als stationäre Systeme eingesetzt werden, da sie immer an eine Wasserleitung gebunden sind. Auch die Energiebereitstellung erschwert einen Einsatz beispielsweise in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer oder nach Katastrophen.
Dezentrale Wasserentkeimer zur Einleitung des Wassers in eine Trinkwasseranlage sind auch bereits bekannt. Die Energiebereitstellung erfolgt hierbei über Solarzellenanordnungen. Das zu entkeimende Wasser wird durch ein Aktivkohlefilter mit nachfolgender UV-Bestrahlung geleitet, wodurch es zur Abtötung der krankmachenden Bakterien kommt. Ob jedoch Gifte im Wasser enthalten sind, ist nicht feststellbar. E- benso kann die chemische Zusammensetzung des Wassers mittels dieser bekannten Wasseraufbereitungsanlagen nicht ermittelt werden. Die Wartung der Geräte kann nur vor Ort erfolgen, was einen großen Zeit- und Kostenaufwand mit sich bringt.
Bekannt ist des weiteren die Nutzbarmachung von Solarenergie zum Betreiben von Pumpen zur Wasserförderung aus Brunnen. Eine Wasserreinigung ist hierbei jedoch nicht vorgesehen.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine Süßwasseraufbereitungsanlage zur Trinkwassergewinnung zu .schaffen, die mobil und autonom einsetzbar ist, deren Wartung und Reparatur kostengünstig durchführbar ist und mit der sicher gewährleistet werden kann, dass qualitätsgerechtes Trinkwasser dem Verbraucher zur Verfügung steht.
Es ist des weiteren Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Trinkwassergewinnung unter Nutzung natürlicher Süßwasservorkommen anzugeben, mit dem die Trinkwassergewinnung sicher gewährleistet, Trinkwasser in der benötigten Menge und bei ständiger Überwachung seiner Qualität bereitgestellt werden kann und die im Wasser enthaltenen Mineralien und Spurenelemente darin verbleiben.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe anlageseitig dadurch gelöst, dass die Pumpenanordnung mit einem schrankartigen Modul verbunden ist, an dem eine von außen bedienbare Wasserentnahmevorrichtung und wenigstens eine Solarpaneele angeordnet sind und in dessen Innerem wenigstens ein mehr- stufiges Partikelfiltersystem, die UV-Entkeimungs-Filteran- ordnung, eine Sensoranordnung zur chemischen Bestimmung der Wasserqualität, eine elektronische Steuereinrichtung zum automatischen Ein- und Abschalten wenigstens der Pumpenanordnung, wenigstens ein Solarakkumulator und eine Über- wachungselektronik zur telemetrischen Fernüberwachung der Funktionsabläufe der Anlage angeordnet sind.
Diese erfindungsgemäße Süßwasseraufbereitungsanlage erlaubt den weltweiten autarken Einsatz. Sie ist weder an eine Ener- gieleitung noch an eine Wasserleitung gebunden. Nach der
Bohrung eines entsprechenden Bohrloches zum Erreichen des
Grundwassers wird die Pumpenanordnung eingesetzt und der schrankartige Modul aufgesetzt. Die Süßwasseraufbereitungsanlage ist in verhältnismäßig kurzer Zeit an beliebigen Orten funktionsfähig einsetzbar. Sie kann von einem zentra- len Ort fernüberwacht werden. Bei Nichteinhaltung vorgegebener Grenzwerte der chemischen Analyse beziehungsweise der Wasserdruckparameter schaltet automatisch die Pumpenanordnung ab, die Anlage wird vollständig entleert. Über die zentrale Überwachungselektronik kann aus der Ferne die Ur- sache der Abschaltung der Pumpenanordnung ermittelt und analysiert und die Störung in vielen Fällen beseitigt werden. Erst dann, wenn eine automatische Fehlerbeseitigung nicht möglich ist, wird ein Fachmann vor Ort eingesetzt. Nach Beseitigung der Störung oder des Fehlers oder nach einem vor- eingestellten Zeitraum, beispielsweise einer Stunde, schaltet die Pumpenanordnung automatisch wieder ein.
Nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Pumpenanordnung als Tauchpumpe ausgebildet ist und ein Siebfilter zur Grobpartikelfiltration aufweist.
Die erste Filterung des Wassers erfolgt damit unmittelbar während des Ansaugprozesses. Grobe Partikel werden bereits vor dem Pumpen in den schrankartigen Modul aus dem Wasser entfernt.
Zur Überwachung der Pumpfunktion weist die Pumpenanordnung eine Vorrichtung zur hydrostatischen Messung der Brunnentiefe und zur Niveauregulierung auf, die mit der elektro- nischen Steuereinrichtung verbunden ist.
Damit werden Defekte der Pumpenanordnung durch Absinken des Grundwasserspiegels unterbunden. Der Pumpvorgang wird überwacht und kann von der Fernüberwachung gesteuert werden. Bei Absinken des Wasserniveaus wird automatisch die Pumpenanordnung abgeschalten.
Nach einer anderen vorteilhaften Ausführung der erfindungsgemäßen Anlage ist ein Grenzwertschalter mit einem Magnetventil angeordnet, der gesteuert und automatisch den Was- serauslauf der Wasserentnahmevorrichtung schließt oder öffnet .
Damit wird verhindert, dass verunreinigtes oder vergiftetes Wasser entnommen werden kann. Ebenso wird verhindert, dass bei Erreichen der maximalen Durchflussleistung, die durch die UV-Entkeimungs-Filteranordnung vorgegeben ist, eine weitere Wasserentnahme möglich ist.
Um die Sonnenstrahlung über einen maximalen Zeitraum zur Energiegewinnung nutzen zu können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass auf der Oberseite des schrankartigen Moduls die Solarpaneele angeordnet ist.
Von Vorteil ist auch, wenn im Modulinneren zwei Speicher- akkuulatoren zur Energiespeicherung angeordnet sind, die über einen Laderegler mit der Solarpaneele verbunden sind und über eine Verteilereinheit die gesamte Anlage mit Energie versorgen.
Damit wird mit minimalem Aufwand ermöglicht, Geräte mit Energie zu versorgen, die in unterschiedlichen Spannungsbereichen arbeiten.
Um zu sichern, dass die Anlage möglichst wartungsfrei und mit geringen Ausfallzeiten arbeitet, ist des weiteren vorgesehen, dass das Partikelfiltersystem aus zwei wahlweise einsetzbaren Grobfiltereinheiten und einer Filtereinheit zur Feinfiltration besteht und dass die Filtereinheiten selbstreinigend ausgebildet sind.
Als Filtereinheiten kommen Automatikfilter zum Einsatz, wo-
β bei wenigstens eine der Filtereinheiten einen versilberten Filterkörper aufweisen sollte, der eine keimtötende Wirkung hat. Da die Grobfiltereinheiten schneller verschmutzen und gereinigt werden müssen, ist die Anordnung von zwei wahlweise einsetzbaren Filtereinheiten von Vorteil, weil es durch den automatischen Reinigungsprozess dann nicht zum Abschalten der Anlage kommt, wenn eine der Filtereinheiten einsatzbereit ist. Das Zu- und Abschalten der Filtereinheiten erfolgt automatisch mittels Differenzdruckmessung.
Zur sicheren Abtötung der im Wasser enthaltenen Bakterien ist vorgesehen, dass die UV-Entkeimungs-Filteranordnung aus einem Aktivkohlefilter besteht, in dem ein UV-Strahler angeordnet ist.
Die UV-Entkeimungs-Filteranordnung enthält eine kombinierte Mikrofiltrations- und Aktivkohlefilterpatrone, um noch vorhandene Partikel und Mikroorganismen aus dem Wasser zu filtern. Bei diesem Prozess werden gelöste Gase und toxische Chloraminverbindungen beseitigt. Der nachgeschaltete UV-Strahler gewährleistet die bakteriologische und virale Entkeimung des Wassers.
Zur chemischen Analyse des Wassers weist die Sensoranordnung Sensoren zur Bestimmung des Ammoniakgehaltes, des pH-Wertes, des Redoxpotentioals und der Leitfähigkeit des Wassers auf. Werden vorgegebene Werte über- oder unterschritten, schaltet die Pumpenanordnung ab, die Anlage entleert sich und wird nach einem voreingestellten Zeitraum wieder eingeschalten.
Sollten die vorgegebenen Werte dauerhaft über- oder unterschritten werden, schaltet die Pumpenanordnung nach einer bestimmten Anzahl Wiederholungszyklen ganz ab. Notwendig ist in diesem Fall eine Inspektion vor Ort.
Zur Fernüberwachung der Süßwasseraufbereitungsanlage sendet
die Überwachungselektronik die gespeicherten Daten in einem festgelegten Rhythmus über Satellitentelefon an eine an einem festen Standort befindliche zentrale Computereinheit.
Bei Defekten kann zentral entschieden werden, wie weiter vorgegangen werden muss. Zirka halbjährlich ist eine Inspektion vor Ort notwendig, um die Sensoranordnung auszutauschen und weitere Wartungsarbeiten durchzuführen.
Nach einer weiteren vorzugsweisen Ausbildung der erfindungsgemäßen Süßwasseraufbereitungsanlage ist vorgesehen, dass das durch das Partikelfiltersystem herausgefilterte Schmutzwasser zur Reinigung der Solarpaneele eingesetzt wird.
Damit wird das gewonnene Wasser optimal genutzt.
Um insbesondere in sehr warmen Regionen ein zu starkes Aufheizen des Wassers zu verhindern, ist der schrankartige Modul temperaturisolierend ausgebildet. So wird auch die Bil- düng von Algen unterbunden.
Vorgesehen ist des weiteren, dass bei Bedarf zur Kühlung des Wassers zusätzlich ein Kühlaggregat im schrankartigen Modul angeordnet ist.
Die Aufgabe wird verfahrensseitig des weiteren dadurch gelöst, dass das Wasser grob vorgefiltert in ein mehrstufiges Partikelfiltersystem gepumpt wird und dieses in vorgegebener Reihenfolge durchläuft, dass es anschließend in einer UV- Entkeimungs-Filteranordnung entkeimt wird, dass danach mittels einer Sensoranordnung eine mehrstufige chemische Analyse des Wassers zur Bestimmung seiner Qualität durchgeführt wird, dass mittels gesteuerter Wasserdruckmessungen die Funktion der Pumpenanordnung und ihre Position im Grundwas- ser ständig kontrolliert sowie gesteuert automatische Filterreinigungsprozesse ausgelöst werden, dass bei Fehlfunkti-
onen, Funktionsstörungen und/oder Über- oder Unterschreiten vorgegebener Grenzwerte der chemischen Analyse ein automatisches Abschalten der Pumpenanordnung und Schließen des Wasserauslaufs für das Trinkwasser erfolgt und dass der gesamte Verfahrensablauf fernüberwacht erfolgt.
Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet ein vollautomatisches Aufbereiten von Süßwasser zur Bereitstellung von Trinkwasser bei ständiger Überwachung seiner Qualität und die Entnahme des aufbereiteten Wassers im Bedarfsfalle.
Von Vorteil ist, wenn das Wasser wahlweise die einzelnen Stufen des Partikelfiltersystems durchläuft, wobei nach der Grobfilterung im Pumpenbereich mindestens eine Stufe der Grob- und eine Stufe der Feinpartikelfilterung durchlaufen wird.
Damit wird ermöglicht, dass sehr schmutziges Wasser, beispielsweise durch eine Naturkatastrophe mit Schlamm und Ver- unreinigungen angereichertes Wasser, dennoch zur Trinkwasseraufbereitung genutzt werden kann, ohne dass die Wasseraufbereitungsanlage Funktionsstörungen erleitet.
Zur sicheren bakteriologischen Entkeimung und Filterung von Mikroorganismen wird die UV-Entkeimung des Wassers mittels eines Aktivkohlefilter mit darin angeordnetem UV-Strahler durchgeführt .
Verfahrensgemäß ist des weiteren vorgesehen, dass zur chemi- sehen Ermittlung der Qualität des Wassers wenigstens sein Ammoniakgehalt, sein pH-Wert, sein Redoxpotential und seine Leitfähigkeit ständig überprüft und fernüberwacht ausgewertet werden.
Hierdurch kann beispielsweise ermittelt werden, ob sich Tierkadaver oder Giftstoffe im Wassereinzugsgebiet befinden
und ob die chemische Zusammensetzung des Wassers seine Trinkbarkeit erlaubt.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbei- spieles näher erläutert werden. Die Zeichnung zeigt dabei in
Fig. 1 eine prinzipielle Darstellung einer Süßwasseraufbereitungsanlage,
Fig. 2 das schematische Flussbild des Wassers zu dessen Aufbereitung und
Fig. 3 das elektrische Flussbild in schematischer Darstellung.
Nach Fig. 1 besteht die Süßwasseraufbereitungsanlage aus dem schrankartigen Modul 1, der über eine Steigleitung mit einer - in dieser Figur nicht dargestellter - Pumpenanordnung - verbunden ist. Auf dem Modul ist eine Solarpaneele 2 ange- ordnet, die, wie Fig. 1 und 3 zeigen, über einen Laderegler mit zwei Solarakkumulatoren 3, 4, die im Modull angeordnet sind, verbunden ist. Über diese Solarzelleneinheit erfolgt die Energieversorgung aller Komponenten der Süßwasseraufbereitungsanlage. Zusätzlich ist eine externe Stromversorgung in Form einer Steckdose vorgesehen, um im Bedarfsfall eine Stromentnahme realisieren zu können.
Möglich ist auch, die Solarpaneele 2 an oder auf einer gesonderten Einhausung anzuordnen.
Die Pumpenanordnung besteht aus einer Tauchpumpe, die ein Siebfilter für die Grobpartikelfiltration und eine Pumpensteuerung aufweist. Sie ist mit einer ebenfalls nicht dargestellten Vorrichtung zur hydrostatischen Messung der Brun- nentiefe und zur Niveauregulierung gekoppelt, die die Funktion der Tauchpumpe überwacht und ihre Position einstellt.
Die Tauchpumpe ist in einem entsprechend ausgebildeten Bohrloch angeordnet und schwebt im Grundwasser. Ein Brunnen wird zur Süßwasseraufbereitung nicht benötigt. Sinkt der Grundwasserspiegel wird die Tauchpumpe automatisch abgeschalten, so dass Beschädigungen oder Funktionsstörungen durch eventuelles Aufsitzen auf dem Boden verhindert werden können.
Aus Fig. 1 ist des weiteren ersichtlich, dass im Inneren des Moduls 1 eine Partikelfiltersystem 5, bestehend aus zwei Grobfiltereinheiten 6, 7 und einer Filtereinheit zur Feinfiltration 8, angeordnet ist. Zur bakteriellen Entkeimung des Wassers und zur weiteren Feinfiltration ist eine UV-Entkeimungs-Filteranordnung 9 vorgesehen, die im wesentlichen aus einem Aktivkohlefilter mit darin angeordnetem UV- Strahler besteht. Alle eingesetzten Filtersysteme 6, 7, 8, 9 sind am Markt verfügbar. Als Grobfiltereinheiten 6, 7 und auch als Feinfiltereinheit 8 werden Automatikfilter eingesetzt, die selbstreinigend ausgebildet sind. Dies geschieht mittels eines um den Filterkörper rotierenden, vertikal ver- stellbaren Reinigungsstab. Wenigstens einer der Filterkörper sollte versilbert ausgeführt sein, da Silber keimtötende Eigenschaften besitzt.
Es ist auch möglich, Handfilter einzusetzen, allerdings führt dies zu erhöhten Ausfallzeiten der Anlage, da diese Filter nur von Hand rückgespült werden können. Sie bedingen auch den Einsatz einer kundigen Bedienperson vor Ort, was sich unter Umständen kostenmäßig negativ auf die Anlage und die Wasserentnahme auswirken kann.
Aus Fig. 1 ist andeutungsweise auch erkennbar, dass im schrankartigen Modul 1 die Sensoranordnung 10, bestehend aus mehreren Sensoren zur stufenweisen Überprüfung der Wasserqualität und der Steuerelektronik, angeordnet ist. Da die Analyse von Giftstoffen im Wasser sehr aufwendig ist und ein Echtzeitnachweis nicht möglich ist, muss die chemische Ana-
lyse des Wassers stufenweise erfolgen. Analysiert und ausgewertet werden der Ammoniakgehalt des Wassers, der pH-Wert, das Redoxpotential und die Leitfähigkeit. Der Ammoniakgehalt und der pH-Wert werden .beispielsweise durch das Vorhanden- sein verwesender Tiere im Einzugsbereich des Wassers verändert. Ebenso führt der Gehalt an gelösten Metallen zu Veränderungen des pH-Wertes. Mit der Messung des Redoxpotentials erfolgt eine Analyse aller reduzierenden und oxidierenden SchadstoffSubstanzen und die Leitfähigkeitsüberprüfung er- gibt Aufschluss auf im Wasser enthaltene metallische Substanzen.
Die Kontrollelektronik für die Fernüberwachung der gesamten Anlage steht über eine Antenne, Satellit, GSM-Handy oder Internet mit einer zentralen Computereinheit in Verbindung. Diese wertet die übermittelten Daten aus und leitet ferngesteuert mittels eines telemetrischen Alarmierungssystems eventuell notwendige Maßnahmen, wie das Abschalten der Pumpenanordnung, Schließen des Grenzwertschalters und damit des Magnetventils zur Verhinderung weiteren Wasserauslaufes oder die Einleitung der Reinigung der Filtereinheiten, ein. Auch die Funktion der Sensoren selbst wird überwacht, um diese rechtzeitig austauschen zu können. Im Regelfall ist Wartungspersonal vor Ort ca. zweimal im Jahr notwendig, um die Sensoren zu tauschen und weitere Reinigungs-, Wartungs- und Kontrollaufgaben auszuführen.
Die Funktionsweise der Wasseraufbereitungsanlage sowie der Verfahrensablauf ist anhand der Fig. 2 und 3 ersichtlich.
Die Pumpenanordnung pumpt grob vorgereinigtes Wasser durch die Steigleitung in den Modul 1. Dort passiert das Wasser zunächst eine oder je nach Verschmutzungsgrad beide Grobfiltereinheiten 6, 7, des Partikelfiltersystems 5. Danach er- folgt der Durchlauf durch die Feinfiltereinheit 8 und die bakterielle Entkeimung in der UV-Entkeimungs-Filteranordnung
9. Bevor das gereinigte Wasser entnommen werden kann, erfolgt die Messung und Fernüberwachung der chemischen Zusammensetzung des Wassers durch Bestimmung des Ammoniakgehaltes, des pH-Wertes, der Leitfähigkeit und des Redoxpo- tentials. Sind keine Über- oder Unterschreitungen der festgelegten Werte ermittelbar, steht das Wasser als Trinkwasser zur Verfügung und kann über das geöffnete Magnetventil durch den Auslauf entnommen werden.
Die automatische Reinigung der Filtereinheiten geschieht vorwiegend in der Nacht, wenn nur wenig oder kein Wasser entnommen wird. Bei sehr stark verschmutztem Wasser ist es möglich, die Grobfiltereinheiten derart zu steuern, dass abwechselnd ein Grobfilter in Funktion ist, während das andere gereinigt wird.
Die Energiebereitstellung für die gesamte Anlage erfolgt über die Solarpaneele, deren Energie über einen Laderegler in zwei 12V-Solarakkumulatoren 3, 4 eingespeist wird. Die Verteileranordnung ermöglicht eine 12V- und 24V-Verteilung und stellt den einzelnen Komponenten die notwendige Energie zur Verfügung.
Sobald Fehler in der Anlage auftreten oder das Wasser nicht den vorgegebenen Werten entspricht, eine Filtereinheit oder die UV-Entkeimungsfilter-Anordnung funktionsgestört ist, der Wasserstand des Grundwassers sich derart verändert, dass die Funktion der Pumpenanordnung gefährdet ist, erfolgt mittels der telemetrischen Fernüberwachung ein Signal, dass zum Abschalten der Pumpenanordnung und zum Schließen des Grenzwertschalters führt. Das Magnetventil wird geschlossen, so dass keine Wasserentnahme mehr möglich ist. Die Anlage wird aufgrund des entstehenden Unterdrucks vollständig entleert, was in vielen Fällen bereits ausreicht, um aufgetretene Män- gel zu beseitigen, so dass nach einem vorgegebenen Zeitraum die Pumpenanordnung automatisch wieder einschaltet und die
Anlage weiterarbeitet.
Die Wasserentnahme geschieht durch Einschalten der Anlage von Hand und bei Bedarf. Wurde über einen längeren Zeitraum kein Wasser entnommen, schaltet die Anlage automatisch ab.
Zur Reinigung der Solarpaneele kann das Schmutzwasser genutzt werden, dass durch die Filtration entsteht.
Mittels der Kontrollelektronik, der Steuerelektronik und der Vorrichtung zur hydrostatischen Messung der Brunnen-tiefe und deren Schnittstellen zur Fernüberwachung wird die Funktion der Anlage überwacht, alle auftretenden Störungen an den zentralen Rechner mittels GPS-Verbindung über Satellit übermittelt. Es werden die Filterzyklen ausgewertet und auch das Ab- und Einschalten der Pumpenanordnung wird überwacht.
Mit der zentralen Computereinheit können ca. 50 derartige Süßwasseraufbereitungsanlagen überwacht und ferngesteuert werden, so dass es mit verhältnismäßig geringem Aufwand möglich ist, kostengünstig ein System an Wasseraufbereitungsanlagen zu installieren, zu überwachen und zu warten, wobei sich der manuelle Wartungsaufwand vor Ort in Grenzen hält.
Das Gehäuse des schrankartigen Moduls 1 weist eine Temperaturisolierung auf, so dass das Wasser mit normaler Temperatur entnommen werden kann. Bei Einsatz in besonders warmen Ländern kann zusätzlich ein Kühlaggregat eingesetzt werden, auch um die Bildung vom Algen in der Anlage zu unterbinden.
Die erfindungsgemäße Anlage ist nach Installation sofort einsatzbereit. Sie benötigt keinerlei von Menschenhand geschaffene Energiequelle vor Ort zur Betreibung der Anlage und ist insbesondere in ländlichen Gegenden einsetzbar, wo weder Strom noch Trinkwasser ausreichender Qualität vorhanden ist.
Süßwasseraufbereitungsanlage und Verfahren zur Trinkwassergewinnung
Bezugszeichenliste
schrankartiger Modul Solarpaneele Solarakkumulator Solarakkumulator Partikelfiltersystem Grobfiltereinheit Grobfiltereinheit Feinfiltereinheit UV-Entkeimungs-Filteranordnung Sensoranordnung