KURZNACHRICHTENDIENST BESTELLWESEN
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, ein System und eine Vorrichtung für ein Kurznachrichtendienst Bestellwesen gemäss den Ansprüchen 1, 8, 9 und 10.
Kurznachrichtendienste werden verwendet in kabellosen Kommunikationsnetzwerken, insbesondere Mobiltelefonnetzwerken, wie beispielsweise Netzwerke gemäss dem GSM Standard (Global System for Mobile Communication). Dem Fachmann sind Aufbau und Funktionsweise eines Mobiltelefonnetzwerkes sowie von Kurznachrichtendiensten, unter anderem gemäss den ETSI (European Teleommunications Standards Institute, www.et- si.org), ISO Standards (www.iso.ch) bzw. dem ETSI GSM-SMS Standard 3.40, bekannt, so dass im Folgenden nur auf durch die Erfindung bedingte Besonderheiten hingewiesen werden soll.
Kurznachrichtendienste, sog. SMS, erlauben den Versand und Empfang von kurzen Mitteilungen bis zu 160 Zeichen über ein Mobiltelefon oder entsprechende Terminals. Längere Mitteilungen können ebenfalls übermittelt werden, wobei die Spezifikationen die Verbindung von bis zu 255 Kurzmitteilungen zu einer längeren Mitteilung zulassen.
Aus der europäischen Patentanmeldung EP 0 986 273 ist es unter anderem bekannt, Werbung per Kurzmitteilung an ein Mobiltelefon zu übertragen. In der Praxis zeigt sich, dass Streuwerbung an eine Vielzahl von Personen nur beschränkt erfolgreiche Marketing¬
methoden zulässt Marketingkampagnen dieser Art stellen eine einseitige Kommunikation
dar, welche nicht zu unmittelbaren Kaufaktionen der angesprochenen Personen führen können, sondern nur der Übermittlung der Werbebotschaft dienen. Die eigentliche Kaufaktion muss separat abgewickelt werden, bspw. über Telefon oder manuelle Verarbeitung von Kurzmitteilungen.
Es sind SMS-Dienstleistungen bekannt, bei denen Benutzer eine Kurzmitteilung (SM) an eine bestimmte Telefonnummer senden und daraufhin z.B. eine Fahrplanauskunft erhalten. Eine solche Kurzmitteilung wird durch ein Kurzmitteilungs-Service-Center (SMSC), dem die betreffende, durch den Benutzer gewählte Telefonnummer zugeordnet ist, ausgewertet, wobei der Inhalt der Meldung analysiert wird und in der Regel eine automatisierte Antwort an den Benutzer gesendet wird. Solche herkömmlichen SMS- Dienste erlauben nur die Abwicklung einfacher Informationsanfragen, da mit Absenden der Antwort an den Benutzer eine Transaktion abgeschlossen ist. Hinzu kommt, dass das Anbieten verschiedener Angebote über je eine Telefonnummer benutzerunfreundlich ist und grosse Ressourcen beim SMSC voraussetzt. Ein Bestellwesen ist mit solchen her- kömmlichen SMS-Diensten nicht möglich. Im Zusammenhang mit einem SMS-Bestellwesen bietet eine besondere Schwierigkeit die dem Kurzmeldewesen immanente Tatsache , dass aus Akzeptanzgründen nur sehr kurze Informationsinhalte übertragen werden können und zudem die Kommunikation mit einem jeweiligen Benutzer nicht kontinuierlich aufrechterhalten bleiben kann, sondern der Informationsaustausch aufgrund der Systemspezifikationen unterbrochen ist und potentiell zeitlich und inhaltlich unkoordi- nierte Mitteilungen enthalten kann.
Es ist Aufgabeder vorliegenden Erfindung, ein Verfahren, ein System und eine Vorrichtung zu schaffen, welche ein automatisiertes Bestellwesen mittels Kurznachrichtendienst ermöglichen. Es ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, ein Bestellwesen zu schaffen, das, falls gewünscht, eine grosse Zahl von Angeboten an eine Vielzahl von Personen bzw. deren Bestellungen gemäss vordefinierbaren Kriterien oder bestehenden Kundendaten in Echtzeit abwickeln kann.
Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen definierte Erfindung gelöst.
Die Erfindung sieht ein virtuelles Kurzmitteilungs-Servicecenter (vSMSC) vor, mit einem Benutzer (User) Session Management (USM) und bietet damit die Möglichkeit, auch komplexe Transaktionen zwischen Benutzer und vSMSC abzuwickeln. Dabei geht die
Erfindungsidee davon aus, einen bestimmten Benutzer aufgrund einer spezifischen Aktion in einen besonderen Status zu versetzen, z.B. durch eine Aktion Meldungsversand mittels
,Push Offerte". Im Unterschied zu herkömmlichen Systemen, wo bei einem beim üblichen
SMSC eintreffenden SMS nur der Inhalt (Content, ev. auch Keyword) ausgewertet werden, erlaubt die Erfindung den Benutzer zu identifizieren und seinen persönlichen Status bezüglich dergewünschten Transaktion abzufragen und ein Statusmanagementaufrecht zu erhalten. Es wird dadurch möglich, sehr kurze Mitteilungen eines Benutzers, wie Ja, Nein, Rot, XL, usw. spezifischen Aspekten oder Fragen zuzuordnen, ohne dass der Benutzer lange Erklärungstexte eingeben müsste, was bei heute verbreiteten Benutzerschnitt- stellen der Mobiltelefone nur beschränkt möglich oder aus Bedienungsgründen un¬
erwünscht ist.
Zum besseren Verständnis sei darauf hingewiesen, dass übliche SMSC, wie diese durch verschiedene Operators betrieben werden, auch Kundendaten erfassen. Diese betreffen jedoch Daten wie Verbindungszeit, Kostenerfassung und andere Angaben für das HLR (home location register) und sind nicht auf die Echtzeitauswertung im Verkehr mit dem Benutzer ausgerichtet. Das erfindungsgemässe vSMSC benötigt des weiteren, im Falle eines GSM-Netztes, keinen SS7-Link und erfordert somit im Vergleich zu einem üblichen SMSC einen geringeren Implementierungsaufwand.
Anhand der Folgenden Figuren werdenAusführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Es zeigen
Fig.1 eine Übersicht über ein System gemäss der Erfindung
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Verwaltungslogik des Kurznachrichten
Servicecenters
Fig. 3a-3b einen Beispielablauf eines Bestellablaufs über ein vSMSC
Fig.4 eine schematische Darstellung der mittels der Erfindung verwaltbaren Daten- beständen
Fig. 5 Ausführungsbeispiele der MIS/USM-lmplementierung
Figur 1 zeigt eine schematische Übersicht einer Anordnung für das erfinderische System.
Ein oder mehrere Mobiltelefone 2a-2c oder entsprechende SMS-taugliche Geräte bzw.
Terminals, wie z.B. Personal Organizers (PDA), sind über eine kabellose Infrastruktur 3, typischerweise ein GSM Funksystem oder ein analoges Netzwerk, mit einem virtuellen
Kurzmitteilungs-Service-Center (vSMSC) 1 verbunden. Selbstverständlich ist es denkbar, dass die kabellose Infrastruktur 3 bereichsweise auch Netzwerkteile mit Kabelverbindungen enthält. Das vSMSC 1 enthält ein oder mehrere SMS-fähige Sende-/Empfangsmodule 5a-5c, die ihrerseits mit einem Rechner 4 verbunden sind. Bei Bedarf können mehrere Rechner oder eine entsprechende Clusteranordnung zum Einsatz kommen. Die Funktionalität des vSMSC 1 ist in einer bevorzugten Ausführungsform mittels einer Java- Applikation implementiert und realisiert ein protokollunabhängiges Dispatching und Routing- System, vorzugsweise basierend auf einem TCP/IP Server. Das System kann insbesondere eine automatische Konversion der verschiedenen Protokolle vornehmen, Daten speichern sowie weiterleiten und bietet die notwendigen Interfaces zu Zusatzapplikationen bzw.-modulen und den unter Umständen auf Drittrechnern gespeicherten Datenbanken.
Der Rechner 4 ist mit einer Benutzerdatenbank 6 verbunden. Diese Benutzerdatenbank kann direkt im Rechner 4 gespeichert sein oder in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung über eine Netzwerkinfrastruktur mit dem Rechner 4 (LAN/WAN, Internet etc.) verbunden sein. Der Rechner4verwaltet die Benutzerdaten der Datenbank 6 mittels einer Überwachungsfunktion 7, die soft- oder hardwaremässig implementiert sein kann. Dabei werden kontinuierlich der jeweils aktuelle Benutzerstatus gespeichert. Ein oder mehrere übliche SMSC mit SS7-Links, über die eine SM an das vSMSC weitergeleitet wird, sind
typischerweise Bestandteil der Infrastruktur 3 eines GSM-Netzes. Es ist im Rahmen der Erfindung aber selbstverständlich möglich, die Funktionalität des vSMSC ganz oder teilweise in ein herkömmliches SMSC zu integriereren, bzw. mit jenem zu verbinden.
Die vSMSC-seitige Kommunikationslogik ist anhand von Figur 2 näher erläutert. Das vSMSC ermöglicht gemäss Erfindung in einer Initialphase 21 den Versand einer oder mehrerer SM. Der entsprechende Versand wird gemäss vordefinierten Kriterien unter Verwendung der Benutzerdatenbank 6 (Fig. 1) vorgenommen. Ein SMS-Empfangsteil 22 ermöglichtdie Annahme (Empfang) allfälligerdurch BenutzergesandterKurznachrichten. Ein sog. Code-Recognition-Teil 23 ermöglicht die Auswertung der Kurznachrichten. Im weiteren Sinne wird darunter die Analyse der Kurznachricht hinsichtlich ihrer logischen Zuordnung zu einem bestimmten Angebot und zu einem bestimmten Benutzer verstanden. Die Zuordnung zu einem bestimmten Angebot kann bevorzugt durch ein in der Kurznachricht an definierter Stelle, in der Regel am Anfang der Mitteilung, enthaltenes Keywort geschehen und die Zuordnung zu einem bestimmten Benutzer durch Auswertung der Telefonnummer des Absenders der Kurzmitteilung. Bevorzugte Möglichkeiten dieser Code-RecogmJion werden weiter unten noch näher beschrieben werden.
Die Code-Recognition 23 initiiert nunmehr erfindungsgemäss ein vom Angebot abhängi- ges Benutzer Session Management (USM). Im Rahmen des USM wird der betroffene Benutzer in einen logischen Status versetzt, der datenbankmässig, mittels eines User- Logfiles oder auf andere Weise gespeichert und verwaltet wird. Das Status Management ist bevorzugterweise mit einer Zeitüberwachung gekoppelt, so dass weitere über SMS erhaltene Informationseinheiten des Benutzers auch bei minimalen Inhalt auswertbar sind und zudem Plausibilitätsprüfungen möglich werden. Das USM wird weiter unten noch im Einzelnen erläutert werden. Ein sog. Special-TreatmentTeil 26 ermöglicht bereits auf Stufe der Code-Recognition 23 oder bei Undefiniertem oder besonderem USM Status
das Auslösen von Sonderbehandlungen durch das vSMSC. Beispielsweise kann bei Eintreffen von Kurzmitteilungen von Benutzern mit Telefonnummern aus einem spezifischen Land oder bei bewussten Störaktionen eine Sonderbehandlungsroutine ausgelöst werden oder es können, z.B. bei Eintreffen unplausibler Kurzmitteilungen eines Benutzers, wäh- rend des USM besondere Massnahmen getroffen werden, z.B. Administratormitteilungen initiiert werden. Der Special-Treatment Teil 26 ermöglicht unter anderem auch das Auslösen von Aktionen anderer Art als Kurzmitteilungen, z.B. E-mails, Faxsendungen, Kreditkartenverifizierung etc. Sowohl das USM 24 als auch der Special-Treatment Teil 26 ermöglichen das Auslösen (Senden) von Kurzmitteilungen durch das vSMSCoderSMSCan den betroffenen Benutzer.
Mittels der Code-Recognition 23 werden essentielle Informationen für das erfinderische Verfahren gewonnen. Einerseits muss der Benutzer eindeutig identifiziert werden, andererseits muss eine bestimmte Kurzmitteilung einem bestimmten Angebot bzw. Dienst zugeordnet werden. Die Erfindung sieht mehrere, miteinander unterschiedlich kombinier- bare bevorzugte Möglichkeiten der Code-Recognition Logik vor. Die Benutzeridentifikation kann über die Absendertelefonnummer, einen PIN-Code, Auswertung des SMS-Headers oder über einen bestimmten Usernamen erfolgen. Selbstverständlich sind auch Kombina¬
tionen dieser Identifikationsparameter möglich. Die Identifikation des Dienstes bzw. des Angebots kann durch die Zieltelefonnummer, ein in der Kurzmitteilung enthaltenes Keywort oder durch Auswertung des SMS-Headers erfolgen. Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit werden in der Regel die Möglichkeit der Verwendung der Zieltele¬
fonnummer als Identifikationskriterium einschränken. Bei den gegenwärtigen GMS-SMS
Spezifikationen ist für die Auswertung eines SMS-Headers der TP-User-Data-Header- Indicator (TP-UDHI, Bit 6) auf True zu setzen und die gewünschten Identifikations- oder Statusinformationen können im mittels einem entsprechend definierten Header gewünschter Länge ausgewertet werden.
Das Verfahren eines automatisierten Bestellablaufs kann in drei Phasen eingeteilt und beschrieben werden. In der ersten Phase werden die Spezifikationen des oder der Artikel bzw. des Angebots sowie die Daten der Benutzer, an welche der Artikel offeriert werden soll durch das vSMSC erfasst. Die Aufbereitung dieser Daten kann wahlweise direkt durch dasvSMSCoderdurch das Unternehmen, das einen Artikel an Benutzer offerieren möchte (Dienstleistungskunde des vSMSC) erfolgen. Die durch das Angebot anzusprechenden Benutzer werden vorzugsweise in einer Gruppe zusammengefasst, damit im späteren Verlauf weitere Angebote an die gleiche Benutzergruppe verschickt werden können. Die entsprechenden Daten umfassen Informationen wie den Namen des Anbieters, Namedes Portals (Liste mit einer registrierten Benutzergruppe), Artikel-Identifikation, Artikel-Be- Zeichnung, -Preis und Beschreibung, Ländercodes der Zielländer, Währung, Lagerbestand. Als Attributdaten können hinzukommen der Typ der (erwarteten) Benutzerantwort, wie Ja/Nein", „Zahl", „Wort" usw., bzw. andere Attribute, wie Grosse, Kategorien, Farbe usw. Als Benutzerdaten werden Kundennummer, Mobiltelefonnummer, Adresse, Land, Sprache, Bezahlungsart, PIN-Code, Benutzergruppe etc. bereitgestellt.
In der zweiten Phase löst das vSMSC direkt oder über entsprechende Netzwerkverbindun¬
gen auf Veranlassung des Anbieters die Offertphase aus (vgl. SMS-Init 21 gemäss Fig. 2).
Vorzugsweise werden die folgenden Daten in dieser Initiierungsphase verwendet: Name des Anbieters, Artikel-Identifikation, Haupttext der Kurzmitteilung (Verwendung von Artikel-Beschreibung usw.) und maximale Zeitlimite für das Angebot. Durch Spezifikation der Benutzergruppe oder einer Kundennummernliste kann diese zweite Phase ausgelöst werden.
In der dritten Phase erfolgt die Code-Recognition sowie das USM. Sofern das vSMSC den Service als Dienstleister für Dritte anbietet, werden je nach Dienst bzw. Angebot die Mobiltelefonnummer und Name (inkl. Adresse) an den Anbieter übermittelt, sowie die Anzahl der bestellten Artikel. Die anbieterinterne Kundennummer wird bevorzugt eben- falls angegeben, sofern sie in der ersten Phase bereitgestellt wurde.
Auf diese Weise kann beispielsweise eine Kurzmitteilung mit dem Inhalt „Musikshop X präsentiert die neue CD von Sänger Y: Songs für CHF 28.50. Antworten Sie mit OK, damit die Bestellung eingeleitet wird." an eine Benutzergruppe gesandt werden. Erwartet werden nunmehr Bestellungseingänge mit dem Textinhalt „OK". Eine SMS-Registrierung könnte beispielsweise wie folgt vorgesehen werden. Über das vSMSC wird die Meldung „Um CDs zu bestellen, müssen Sie sich einmalig registrieren. Bitte Adresse im Format (?Vorname?Name?Strasse?PLZ) zurücksenden oder besuchen Sie www.portal.com." versandt. Entsprechende, gültige Antworten besitzen z.B. den SMS-Inhalt ,,?Thomas?Mus-
ter?Feldstrasse 45?8008". Die beiden Beispiele zeigen auf, dass es zum Wesen der Erfin- dung gehört, ein Bestellwesen für textbasierte Kurzmitteilungen zu ermöglichen. Die zu
verarbeitenden SMS Inhalte enthalten nur kurze Textbestandteile (inklusive Zahlen und
einem eingeschränkten Satz von Zusatzzeichen), die mittels der Erfindung, trotz dieser Einschränkung, im Rahmen sicherer und logischer Bestellabläufe verarbeitet werden können. Die Anfragen von Benutzern können in Echtzeit abgewickelt werden, wobei darunter nicht sofortige Transaktionsabwicklungen, abersolche mitsehr kurzen Antwort-
Zeiten verstanden werden.
Anhand der Figuren 3a und 3b soll im Folgenden ein komplexeres Beispiel eines automatisierten Bestellverfahrens gemäss der Erfindung erklärt werden. Die vorstehend erklärte Logik bzw. die entsprechende Software/Softwaremodule werden im Folgenden als MIS (Mobile Instant Shopping Modul) bezeichnet. Ein bestimmtes Angebot, entsprechend den vorgenannten Beispielen, wurde mittels des MIS in einem Zeitpunkt vor der Startmarke „Start" an eine Benutzergruppe versandt. In den Figuren 3a und 3b sind in der ersten Spalte jeweils die für die Eingabe zuständige „Person" (Input), in der dritten Spalte die für die Auswertung der Meldung zuständige „Person" und in der vierten Spalte ein allfälliger SMS-Text mit Bemerkungen enthalten. Die zweite Spalte zeigt den verfahrensmässigen Funktionsablauf des Bestellwesens sowie die entsprechend vorgenommenen USM Statusupdates bezüglich eines Benutzers. Der Übersichtlichkeit halber wird der Ablauf nur für einen Benutzer (User) dargestellt, wobei selbstverständlich durch das vSMSC gleichzeitig eine Vielzahl paralleler Abläufe parallel ausgewertet und abgearbeitet werden.
Nach Auslösung der SMS-Receipt Phase 22 (Fig. 2) prüft das MIS, in Abhängigkeit einer bestimmten, vorgebbaren Zeitlimite (TimeOut), ob der User eine Antwort retournierte.
Sendet der User keine Antwort, so wird nach Ablauf der Zeitlimite dessen USM Status
aktualisiert. Erfolgt eine Antwort, wird eine Gültigkeitsprüfung gemäss dem für das betreffende Angebot vorgegebenen Validierungsregeln (z.B. Prüfung des Typs der Antwort) durchgeführt. Werden die Validierungsregeln durch die SMS-Nachricht des Users nicht erfüllt, wird eine Fehlerrückmeldung an den User versandt, bspw. mit dem Inhalt „Antwortfehler, bitte senden Sie eine gültige SMS an... „. Erfolgt innerhalb der Zeitlimite keine gültige Antwort, wird der USM Status „TimeOut" neu gesetzt. Wird eine weitere Nachricht erhalten, erfolgt eine erneute Validierung. Ist die Antwort erneut ungültig, kann bei Bedarf (in diesem Ausführungsbeispiel nichtdargestellt) nach derzweiten Fehlantwort für den betroffenen User ein Abbruch eingeleitet und der USM Status auf „Abort" gesetzt, um eine Endlosschlaufe bis zum definitiven Timeout zu vermeiden. Entspricht die SMS- Nachricht des Users den Validierungsregeln, so werden Zusatzfragen, z.B. bezüglich Produktattributen gestellt. Validierungsprüfungen, Abbruch und TimeOut können in analoger Weise auch hier vorgesehen werden. Nach Abfrage und Beantwortung aller Attribute/Zusatzfragen wird überprüft, obfürden betroffenen Usereine korrekte Kunden- registrierung vorliegt und bei Bedarf eine Neuregistrierung vorgenommen (vgl. obiges Beispiel). In der ersten Spalte „Input" ist ersichtlich, dass das MIS bei bestimmten Zuständen auf entsprechende MIS-Datenbanken zugreifen muss (vgl. Figur 4).
In einer nächsten Kurznachricht (Figur 3b) wird die Zahlungsart abgefragt, z.B. zur Sicherheitsprüfung mittels PIN. Wird eine Kurznachricht mit korrektem PIN erhalten, sendet das MIS eine Transaktionsbestätigung an den User. Über das Special-Treatment Modul (vgl. Figur 2) kann zusätzlich zu einer SMS-Bestätigung z.B. eine E-mail oder Fax-Bestätigung gemäss Kundendaten vorgesehen werden. Vorzugsweise wird eine Rück-
bestätigungderTransaktionsbestätigung des MIS durch den User abgewartet und diesem die Möglichkeitzur Stornierung gegeben (USM Status „Cancel"). Während allen Kommunikationstransaktionen wird für den entsprechenden User sein Status durch das USM laufend aktualisiert. Selbstverständlich lassen sich die USM Statusinformationen ihrerseits auf Plausibilität überprüfen, was durch den Special-Treatment Teil (vgl. Figur 2) erfolgen kann.Treffen z.B. innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls mehrere Bestellungsrückmeldungen desselben Users ein, können diese entweder gefiltert werden (Massnahme gemäss USM Status), eine spezielle SMS Nachricht ausgelöst werden oder ein besonderer Vermerk in das Userlogfile vorgenommen werden, das bei der Bestellungsausführung durch den Anbieter ausgewertet werden kann.
Die USM Statusüberwachung kann, je nach Dienst oder Angebot, verschiedene Statusinformationen enthalten.Vorzugsweise werden mindestens ein Timeout- Status (der User antwortete nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeitlimite; seine Session wird terminiert oder durch besondere Schutzvorkehren gesichert), ein Abort-Status (der User hat eine bestimmte, vordefinierte Anzahl ungültiger Antwort angegeben; seine Session wird (allenfalls nach Rückfrage) terminiert), ein Cancel-Status (der User hat seine Bestellung annulliert; die Session wird (allenfalls nach Rückfrage) terminiert), ein PinCodeError-Status (der User hat eine bestimmte, vordefinierte Anzahl falscher PinCode-Eingaben vorgenommen; die Session wird terminiert, allenfalls die Bestellung an den Anbieter zur manuellen Bearbeitung weitergeleitet) und ein OrderOK-Status (Bestellung wurde ordnungsgemäss
abgeschlossen) vorgesehen.
Das USM gemäss der Erfindung ermöglicht es, die von Benutzern erhaltenen, potentiell zeitlich und inhaltlich unkoordinierten Mitteilungen dienstspezifisch auszuwerten und, auch bei kurzen Inhalten, korrekt zu analysieren, so dass aufgabengemäss ein automatisiertes Bestellwesen, auch bei grosser Anzahl von Transaktionen und Benutzern, realisiert Werden kann.
Die Code-Recognition gemäss der Erfindung erlaubt es, in einer bevorzugten Ausführungsform mit sehr wenigen SendeJEmpfangsmodulen 5a-5c (Figur 1) auszukommen. Diese SendeJEmpfangsmodule können als Responsetracker ausgebildet sein, z.B. als GSM- Module mit Computerschnittstelle oder als Interfaces zu virtuellen Nummern auf einem SMSC etc. Durch Auswertung eines Keywortes kann eine Vielzahl von Angeboten über wenige Zieltelefonnummern entgegengenommen werden und dank USM dennoch eine klares Kundenmanagementbewirktwerden. DervorbeschriebeneTimeout-Status erlaubt es, nach z.B. 48 Stunden eine bestimmte Nummer für einen vollständig neuen Dienst freizuhalten, so dass die Belastung des Rechners 4 (Figur 1) auch bei umfangreichen Rundsenden keine grösseren Anforderungen an diesen stellt. Eine weitere Möglichkeit effizienter Code-Recognition bietet die Möglichkeit der Auswertung der Kurzmitteilungs- Headers, wobei letztere Möglichkeit von den Spezifikationen und dem technischen Angebot des konkreten Infrastrukturanbieters der Infrastruktur 3 (Figur 1) abhängt.
Es ist für besondere Dienste möglich, dem Benutzer auf einem zusätzlichen Kommunika- tionsweg Einblick in seine Kundendaten bzw. seine Bestellungs- und Rechnungsdaten zu ermöglichen, bspw. durch ein herkömmliches Webinterface über Internet. Diese Möglich-
keit ist jedoch optional und kein zwingender Bestandteil dieser Erfindung, da grundsätzlich kompliziertere Technik, wie dies ein Internetzugang oder WAP-Interfaces darstellen, nicht erforderlich (aber möglich) sein sollen.
Figur 4 zeigt schematisch die Anbindung der Benutzerdatenbank 6 an Produktedaten, Bestellungsdaten oder an weitere bevorzugte Erweiterungen der Erfindung. Die entsprechenden Informationen bzw. Datenbanken können beim vSMSC oder bei dessen Dienstleistungsbezügern lokalisiert sein. Über entsprechende Softwareinterfaces können herkömmliche ERP-Applikationen in das erfindungsgemässe System mit einbezogen werden. Eine erste, MIS Mobile Instant Shopping bezeichnete Datenbank 11a enthält die Informationen über die Angebote oder Produkte. Eine zweite, MOR Mobile Order Request Modul bezeichnete Datenbank 11b umfasst das Bestellwesen und zugehörige Daten. Eine dritte, MPS Mobile Power Shopping bezeichnete Datenbank 11c enthält Zusatzmodule für komplexe E-commerce Lösungen, z.B. mit Anbindung an Internet. Weitere bevorzugte Lösungen enthalten optionale Datenbanken für Wettbewerbsabwicklung (Datenbanklld, MOS Mobile Quiz Solution) und Datenbanken für Erfassen von Statistiken oder anderen Marktingformationen (Datenbank 11e, MTS Mobile TED Solution).
Figur 5 zeigt schematisch die mögliche Zuordnung des MIS und/oder des USM. Bereits
erwähnt wurden die Möglichkeiten die Logik und/oder die Daten beim vSMSC, beim SMSC oder beim Anbieter (der in der Regel Dienstleistungen vom Betreiber des vSMSC bezieht) anzuordnen. Eine bevorzugte, in Figur 5 dargestellte Ausführungsvariante (SIM/Handy) der Erfindungsiehtvor, mindestensTeile des MIS auf einerSIM-Kartefürdas Mobiltelefon
bzw. dessen Speicher zu implementieren. Es sind SIM-Karten für Mobiltelefone bekannt, die im Auslieferungszustand Software enthalten, welche anbieterspezifische Logik enthalten. Zusätzlich ist es möglich, mittels SMS weitere Funktionen „over the air" (OTA) auf der SIM-Karte eines Benutzers zu einem späteren Zeitpunkt zu speichern. Dies wird erfindungsgemäss genutzt um mittels Kurzmitteilungen die SIM-Karte von Benutzern zu schreiben und zu lesen. Auf diese Weise ist es möglich, das oben beschriebene MIS mindestens teilweise auf der SIM-Karte zu implementieren. Dies ermöglicht u.a. unwesentliche Statusänderungen des USM lokal, d.h. beim Mobiltelefonbenutzer, abzufangen und dadurch den unnötigen Versand einer SM zu vermeiden. Bspw. kann das Absenden einer SM mit falschem Antworttyp unterbunden werden. Mittels dynamischer Menüerweiterung auf dem Mobiltelefon, bewirkt durch ein OTA Update der SIM-Karte, können zudem Sonderfunktionen, wie z.B. eine „Cancel-Funktion",für die Abwicklung des Bestell- wesensfürden Benutzervorgesehen werden. Vorzugsweise werden die auf derSIM-Karte gespeicherten Statusinformationen beim Versand der nächsten SM an das vSMSC mitge- sandt Gemäss der Erfindung sind somit Software (Logik) und Speicherplatz zur Verwaltung von Benutzerdaten betreffend den Bestellvorgang auf der SIM-Karte vorgesehen, wobei mindestens Teile des Speicherplatzes mittels eines vSMSC lesbar und/oder schreibbar sind.