Beschreibung
GEBERSYSTEM FÜR EINEN FERRARIS BEWEGUNGSGEBER
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gebersystem für einen Ferraris-Bewegungsgeber, bei dem ein oder mehrere Magnetfelderzeuger zusammen mit einem bewegten, elektrisch leitenden, rotierenden Messkörper mindestens eine magnetische Messanordnung bilden, wobei durch daran angekoppelte Magnetfeldsenso- ren drehgeschwindigkeits- oder drehbeschleunigungsabhangige
Ausgangssignale generierbar sind. Derartige Gebersysteme sind beispielsweise aus dem Aufsatz "Aufnehmer zur Messung schnell veränderlicher Drehbeschleunigungen und Drehmomente", A. Den- ne, H. Rausch und W. Freise, Technisches Messen 48. Jahrgang 1981, Heft 10, Seite 339 bis 342 bekannt. Dabei dient als rotierender Messkörper ein Glockenläufer. Ferner ist aus der DE 37 30 841 AI ein weiteres Gebersystem dieser Art bekannt, bei welchem als rotierender Messkörper eine Scheibe dient. Wenn die Drehgeschwindigkeit oder Drehbeschleunigung eines Motors, vorzugsweise eines Elektromotors, mit derartigen Gebersystemen erfasst werden soll, ist es daher stets notwendig, dass an der Welle auch der auf das Gebersystem speziell angepasste Messkörper angebracht wird.
Damit stellt nicht nur der Messkörper ein spezifisches Bauteil dar, sondern es ist auch eine zugeschnittene Verbindungstechnik mit der jeweiligen Gerätewelle erforderlich. Dabei kann es dazu kommen, dass die Verbindung zwischen Messkörper und Welle bei begrenzter Steifigkeit zu Messverfäl- schungen führt. Ebenso ist bei den bekannten Lösungen auch ein eventuelles Spiel zwischen dem rotierenden Messkörper und den stationären Teilen des Gebersystems zu berücksichtigen. Dieses Spiel kann unter anderem dadurch verursacht werden, dass die Symmetrieachse des Messkörpers nicht exakt mit der Welle zur Deckung gebracht werden kann und/oder dass der Messkörper nicht vollkommen rotationssymmetrisch ist.
Wenn ein solches Spiel vorliegt, wirkt dieses störend auf den Abstand ein. Dieser kann dadurch nicht beliebig klein gewählt werden. Daher müssen insgesamt größere geometrische Abmessungen des Systems in Kauf genommen werden. Das bedingt jedoch auch größere Zeitkonstanten und damit ein schlechteres dynamisches Verhalten. Außerdem bewirkt ein größerer Abstand eine geringere Empfindlichkeit des Sensors.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gebersystem der eingangs genannten Art so auszubilden, dass mit geringem technischen Aufwand ein qualitativ hochwertiges Messverhalten erreichbar ist.
Gemäß der Erfindung wird dies für ein Gebersystem der ein- gangs genannten Art dadurch erreicht, dass als Messkörper eine vorzugsweise zylindrische Gerätewelle vorgesehen ist und zwar vorzugsweise eine Gerätewelle, deren Bewegung erfasst werden soll. Seitens des Erfinders ist nämlich erkannt worden, dass es durchaus möglich ist, von speziell zugeschnitte- nen Messkörpern ganz abzugehen, weil die üblichen Gerätewellen durchaus die Funktion des Messkörpers übernehmen können. Diese Erkenntnis ist umso überraschender, als trotz der seit langem bekannten Gebertechnik nach dem Ferrarisprinzip nie ein Vorschlag für einen solchen einfachen Aufbau bekannt ge- worden ist.
Die Welle muss dabei nicht zwangsweise massiv sein, sondern es ist auch möglich, dass als Gerätewelle eine Hohlwelle vorgesehen ist. Dabei ist es selbstverständlich prinzipiell mög- lieh, dass die Gerätewelle mehrteilig ausgebildet ist.
Es bietet sich dabei an, dass als Gerätewelle die Standardwelle eines Elektromotors verwendet wird, was den häufigsten Einsatzfall abdeckt.
Die zusätzlich zum rotierenden Messkörper erforderlichen Elemente des Gebersystems können in einer vorteilhaften Ausbil-
düng der Erfindung konstruktiv relativ einfach so angeordnet sein, dass auf einem Tragkörper, der mindestens teilweise um die Gerätewelle greift, an dessen dann beiden freien Enden zwei äußere Magnetfelderzeuger aufsitzen, zwischen denen auf dem Tragkörper ein zentraler Magnetfelderzeuger angeordnet ist, dass zwischen dem äußeren und dem zentralen Magnetfelderzeuger jeweils ein Magnetfeldsensor auf dem Tragkörper angeordnet ist und dass Magnetfelderzeuger und -Sensoren mit vorgegebenen Luftspaltbreiten gegen die Gerätewelle gerichtet sind. Für den Fall des vollständigen Umgreifens könnte ein
"äußerer" Magnet entfallen und die "freien" Enden wären miteinander vereinigt.
Bei einem solchen Gebersystem ergibt sich eine aufwandsarme Lösung dadurch, dass als Magnetfelderzeuger Permanentmagnete und dass als Magnetfeldsensoren antiseriell geschaltete Spulen vorgesehen sind. In diesem Fall wird die Drehbeschleunigung gemessen. Durch das Antiseriellschalten werden Störbeeinflussungen durch ümgebungsfeider eliminiert. Wenn nicht eine Drehbeschleunigung sondern eine Drehgeschwindigkeitsmessung gewünscht wird, kann dies mit handelsüblichen Elementen entweder dadurch erfolgen, dass als Magnetfelderzeuger Permanentmagnete und dass als Magnetfeldsensoren Hallsensoren vorgesehen sind oder dadurch, dass als Magnetfeldsensorerzeuger moduliert angesteuerte Elektromagnete und dass als Magnetfeldsensoren Hallsensoren oder antiseriell geschaltete Spulen vorgesehen sind.
Wenn als Magnetfelderzeuger mit Wechselspannung erregte Spu- len oder Elektromagnete vorgesehen sind, ergibt sich als Sensorausgangssignal eine Wechselspannung gleicher Frequenz wie die erregende Spannung. Deren Amplitude ist proportional zur Drehgeschwindigkeit .
Dadurch, dass die Gerätewelle mit einem Lager gestützt ist und dass die Elemente des Gebersystems fest mit dem Lager
verbunden sind, ergibt sich eine besonderes spielfreie Anordnung. Diea wird durch kurze Abstände noch gefördert.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. Dabei zeigen:
FIG 1 ein erstes Gebersystem,
FIG 2, 3 und 4 Varianten der Messkörper.
In der Darstellung gemäß FIG 1 ist das Gebersystem für einen Ferraris-Bewegungsgeber gezeigt, bei dem eine zylindrische Welle Wl, beispielsweise die Motorwelle eines der Übersichtlichkeit halber nicht weiter dargestellten Elektromotors, sich in einer durch einen gebogenen Pfeil angedeuteten Richtung um eine durch x bezeichnete Achse dreht. Die Welle Wl besteht in diesem Fall aus elektrisch leitendem, nicht magnetischem Material.
Um die Welle Wl ist segmentartig ein Tragkörper T aus Weicheisen angeordnet, der an seinen freien Enden jeweils einen Permanentmagneten Ml bzw. M3 aufweist, wobei die Nordpole "N" der Permanentmagnete Ml und M3 dem Tragkörper T zugewandt sind, während die Südpole "S" der Permanentmagnete Ml und M3 zur Oberfläche der Welle Wl hin gerichtet sind. Ein dritter Permanentmagnet ist am Tragkörper T zwischen den Permanentmagneten Ml und M2 so angeordnet, dass der Südpol "S" dieses Permanentmagneten M2 zum Tragkörper T hinweist, während der Nordpol "N" dieses Permanentmagneten M2 zur Welle Wl hin- weist. Die Permanentmagnete Ml bis M3 dienen als Magnetfelderzeuger, wohingegen Spulen Sl und S2 als Magnetfeldsensoren dienen. Diese Spulen Sl und S2 sind ebenfalls am Tragkörper T angebracht und befinden sich zwischen den Permanentmagneten Ml und M2 bzw. M2 und M3. Die Spulen Sl und S2 sind antise- riell geschaltet, damit störende Umgebungsfelder eliminiert werden, und beaufschlagen einen Umsetzer U, der aus den empfangenen Signalen ein Ausgangssignal generiert, das der Be-
schleunigung der Welle Wl entspricht. Dieses Signal gelangt dann an eine Verarbeitungseinrichtung VE.
Für den Fall, dass nicht die Drehbeschleunigung, sondern die Drehgeschwindigkeit einer Welle, beispielsweise der Welle Wl, zu erfassen ist, wäre es möglich, dass anstelle der Spulen Sl und S2 nach dem Hall-Prinzip arbeitende Sensoren eingesetzt würden und/oder dass anstelle der Permanentmagnete Ml bis M3 modulierte Elektromagnete, d.h. Spulenanordnungen, treten würden.
In der Darstellung gemäß FIG 2 ist die Seitenansicht der Welle Wl gezeigt, so dass die zylindrische Form der Welle Wl erkennbar ist. Prinzipiell wäre bei der Erfindung jedoch auch ein konisches oder leicht gekrümmtes Wellenende verwendbar.
In der Darstellung gemäß FIG 3 ist durch die im rechten Teil der Darstellung angedeutete gestrichelte Linie gezeigt, dass auch Hohlzylinder anstelle von Zylindern verwendbar wären, was für die Welle W2 zutreffen möge, zum anderen ist durch die gestrichelte linke Linienführung gezeigt, dass die Welle W2 auch in axialer Segmentbauweise erzeugbar ist. Dabei sind zwei Wellensegmente WS1 und WS2 hintereinander angeordnet. Die Verbindung kann dabei in beliebiger Art und Weise, bei- spielsweise durch Presssitz erzeugt werden.
In der Darstellung gemäß FIG 4 ist eine Welle W3 gezeigt, die ebenfalls aus Segmenten, in diesem Fall aus Wellensegementen WS3 und WS4, bestehen möge, die in diesem Fall jedoch nicht wie zuvor beschrieben in Axial- sondern in Radialrichtung angeordnet sind. So ist es möglich, dass am Ende der Welle W3 ein Wellensegment WS4 in Form einer Hohlwelle auf dem Wellensegment WS3 aufliegt, wobei zwischen den Wellensegmenten WS3 und WS4 ein elektrisch isolierender Hohlzylinder sitzen kann. Damit kann das Messsystem in seiner Wirkung gegenüber Störbeeinflussungen noch verbessert werden.
Die Endlage ist allerdings nicht zwingend erforderlich, sondern es kann eine axial verschobene Lage vorgesehen sein. E- benso muss der Wellendurchmesser nicht überall gleich sein, sondern gerade auch im Geberbereich sind Drehsensorvariationen nicht nur in negativer Richtung wie bei FIG 4, sondern prinzipiell auch in positiver Richtung denkbar.