VERFAHREN UND ANORDNUNG ZUR SPEICHERUNG UND DOSIERUNG VON KLEINEN FLÜSSIGKEITSMENGEN
Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der chemisch/biologischen Analytik und betrifft ein Verfahren und eine Anordnung nach den Oberbegriffen der entsprechenden Patentansprüche. Verfahren und Anordnung dienen zur Speicherung und Dosierung von kleinen Flüssigkeitsmengen, insbesondere zur parallelen Dosierung kleiner Mengen von verschiedenen Flüssigkeiten, wie dies beispielsweise für die Bereitstellung von Proben durch Entnahme von gelösten Substanzen aus Substanzbibliotheken notwendig ist.
Substanzbibliotheken enthalten grosse Zahlen verschiedener Substanzen, beispiels- weise durch kombinatorische Chemie hergestellte chemische Verbindungen. Aus einer derartigen Substanzbibliothek, in der die Substanzen meist in gelöster Form gelagert sind, wird für spezifische, biologische oder pharmazeutische Tests von allen Substanzen oder von einer ausgewählten Zahl der Substanzen je eine bestimmte, üblicherweise sehr kleine Menge (Aliquot) entnommen und dem Test unterzogen.
Üblicherweise werden die Tests oder mindestens die für die Tests notwendigen Probenvorbereitungen an einer möglichst grossen Zahl von Substanzen parallel durchgeführt. Dazu werden die Substanzen in Kavitaten von Mikrotestplatten gegeben und in diesen beispielsweise durch Zugabe von Reaktionspartnern, durch Inkubation
und/oder durch Auftrennung behandelt und anschliessend physikalischen Messungen unterzogen. Die Platten haben vorzugsweise eine genormte Form und weisen 96, 384 oder 1536 Kavitaten auf (gemäss Normen der Society for Biomolecular Screening, SBS). Zur parallelen Behandlung von in den Kavitaten enthaltenen Proben werden üblicherweise Anordnungen von Instrumenten verwendet, die auf die Testplatten bzw. auf den Raster der Kavitätenanordnung auf den Testplatten abgestimmt sind und mit denen alle Kavitaten einer Platte gleichzeitig oder verschiedene Gruppen der Kavitaten oder auch einzelne Kavitaten nacheinander und nach je einer entsprechenden Verschiebung der Instrumentenanordnung relativ zur Testplatte behandelt wer- den.
Zur Entnahme von Flüssigkeiten aus Kavitaten von Testplatten werden beispielsweise Anordnungen von Pipetten oder Anordnungen von kapillarenartigen oder nadelartigen Instrumenten in die Proben eingetaucht, wobei die Flüssigkeiten aktiv in die Pipetten eingesaugt werden, passiv in die Kapillaren hochsteigen oder die nadelarti- gen Instrumente einfach benetzen. Für die Abgabe der mit den Instrumentenanordnungen entnommenen Flüssigkeiten werden diese aus Pipetten oder Kapillaren ausgestossen oder von nadelartigen Instrumenten durch Kontakt mit einer möglichst ad- hesiv wirkenden Oberfläche abgegeben. Für die Entnahme von Flüssigkeiten aus Kapillaren wird auch vorgeschlagen, die Kapillaren oder ganze Kapillarenanordnun- gen zu beschleunigen und dann schockartig zu bremsen, derart, dass die Flüssigkeit aus den Kapillaren geschleudert wird. Pipettenanordnungen der genannten Art sind beispielsweise in der Publikation EP-0363450 bzw. US-5193403 (Bürgisser), Anordnungen mit kapillarenartigen Instrumenten in der Publikation US-5957167 (Pharmacopeia Inc.) beschrieben.
Pipetten-Anordnungen, wie sie oben kurz beschrieben sind, werden auch verwendet, um gelöste Substanzen aus einer Substanzbibliothek in Kavitaten von Testplatten einzubringen. Dazu ist es erforderlich, dass die Substanzbibliothek ein auf das For-
at der Testplatten und der Instrumentenanordnung abgestimmtes Format aufweist, dass die Substanzbibliothek also beispielsweise aus einer Mehrzahl von sogenannten Bibliotheksplatten besteht, wobei in jeder Kavität jeder Bibliotheksplatte eine Substanz, beispielsweise in Dimethylsulfoxid gelöst, aufbewahrt wird. Derartige Biblio- theken bestehen also beispielsweise aus Testplatten mit je 96 Vertiefungen, aus denen Aliquote mit Hilfe von Pipetten- Anordnungen mit 96 Pipetten entnommen und auf Testplatten mit 96 Kavitaten (eine Testplatte aus einer Bibliotheksplatte), 384 Kavitaten (eine Testplatte aus vier Bibliotheksplatten) oder 1536 Kavitaten (eine Testplatte aus 16 Bibliotheksplatten) transferiert werden, wobei die Pipetten nach jedem Dosierschritt gereinigt werden müssen. Üblicherweise werden die Bibliotheksplatten bei tiefen Temperaturen und/oder in einer Schutzgasatmosphäre gelagert. Für die Entnahme von Substanzen werden die Bibliotheksplatten aus der Schutzgasatmosphäre entnommen und mindestens soweit aufgewärmt, dass die Substanzlösungen flüssig sind.
Bekannte Pipettenanordnungen erlauben eine berührungsfreie Dosierungen (Abgabe eines Aliquots) bis hinunter zu Flüssigkeitsmengen von ca. 5μl. Üblicherweise werden Bibliotheksplatten verwendet, in deren Kavitaten bei der Erstellung der Bibliothek ca. lOOμl der Lösungen eingebracht werden. Das heisst mit anderen Worten, dass die Substanzmengen der Bibliotheksplatten für die Erstellung von recht vielen Testplatten ausreicht. Dies reduziert einerseits die aufwendige Herstellung von Bibliotheksplatten, birgt aber andererseits die Gefahr, dass insbesondere empfindliche Substanzen sich verändern können, dadurch, dass die Bibliotheksplatten derart viele Male aus der Schutzgasatmosphäre entnommen und erwärmt werden. Ferner muss für jede Entnahme eine Pipette in die Lösungen der Bibliothek eingetaucht werden. Auch nach der Abgabe haftet an den Pipetten Lösung, die weggespült wird. Dies bedeutet nicht nur, dass bei jeder Aufnahme/Abgabe von den Bibliothekssubstanzen etwas verloren geht, sondern es bedeutet auch, dass eine gegenseitige Verunreinigung der Bibliotheksubstanzen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Die Erfindung stellt sich nun die Aufgabe, ein Verfahren und eine Anordnung zum Speichern und Dosieren von kleinen Flüssigkeitsmengen aufzuzeigen, wobei es mit dem Verfahren und der Anordnung möglich werden soll, Flüssigkeitsmengen bis hinunter zu 0,1 μl oder noch weniger genau und berührungsfrei zu dosieren und gro- sse Zahlen derartiger Dosierungen parallel durchzuführen. Dabei soll der Verlust an Flüssigkeiten und die gegenseitige Verschmutzung von nacheinander dosierten Flüssigkeiten deutlich kleiner sein als dies bei Verwendung der bekannten Pipettenanordnungen der Fall ist. Die genannte gegenseitige Verschmutzung soll vernachlässigbar werden. Verfahren und Anordnung gemäss Erfindung sollen es erlauben, Sub- Stanzbibliotheken aufzubauen und zu nutzen, wobei in den Substanzbibliotheken relativ grosse Substanzmengen gelagert werden können, so dass von jeder Substanz sehr viele Proben erstellbar sind, ohne dass dies zu einer Beeinträchtigung der Substanzen führt. Verfahren und Anordnung gemäss Erfindung sollen aber nicht nur im Zusammenhang mit Substanzbibliotheken und mit der Entnahme von Probemengen aus Substanzbibliotheken sondern für jede Anwendung, in der kleinste Flüssigkeitsmengen dosiert, insbesondere parallel dosiert werden sollen, verwendbar sein.
Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren und die Anordnung, wie sie in den Patentansprüchen definiert sind.
Gemäss Erfindung werden für die Speicherung und Dosierung von Flüssigkeiten Do- sieφlatten mit je mindestens einer durch die Dosieφlatte verlaufenden Kapillaröffnung mit vorgegebenem Volumen, vorteilhafterweise mit je einer Mehrzahl derartiger Kapillaröffnungen verwendet. Eine Mehrzahl von solchen Dosieφlatten wird derart gestapelt, dass die Kapillaröffnungen der einzelnen Platten genau aufeinander ausgerichtet sind. Die aufeinander ausgerichteten Kapillaröffnungen eines solchen Plattenstapels werden dann mit Flüssigkeit gefüllt, wobei beispielsweise lediglich die eine äussere Öffnung der durch den Plattenstapel verlaufenden Kapillaröffnungen auf der Stapeloberfläche mit der Flüssigkeit in Kontakt gebracht wird und die Flüssigkeit
durch die Kapillarwirkung, gegebenenfalls unterstützt durch einen Druckunterschied, in die Öffnung und durch den Stapel gezogen wird.
Für die Speicherung werden die Dosieφlatten als Stapel gelagert, in welchen Stapeln die Kapillaröffnungen der einzelnen Dosieφlatten aufeinander ausgerichtet sind und die so gebildeten, den Stapel ganz durchdringenden Kapillaröffnungen mit Flüssigkeit gefüllt sind. Dabei schliesst jede Platte die Kapillaröffnungen der benachbarten Platten und es muss lediglich auf den Stirnseiten des Plattenstapels beispielsweise eine Blindplatte für die Abdeckung der Kapillaröffnungen der im Stapel zu äusserst positionierten Dosieφlatten eingesetzt werden.
Für die Dosierung wird je eine Dosieφla te vom Stapel abgetrennt und werden die in den Kapillaröffnungen dieser Dosieφlatte positionierten Flüssigkeitsmengen aus den Kapillaröffnungen ausgestossen durch einen Druckunterschied zwischen den beiden Plattenseiten, durch schockartige Verzögerung der Platte, durch Beschleunigung (Zentrifugieren) der Platte, durch Verdrängung mit einer anderen Flüssigkeit oder durch Ausstossen mit mechanischen Mitteln. Die derart abgegebenen Flüssigkeitsmengen entsprechen dem Volumen der Kapillaröffnungen der Platte. Für eine Mehrfachdosierung wird der Dosierschritt mit weiteren einzelnen Dosieφlatten repetiert oder wird eine entsprechende Anzahl von Dosieφlatten als Stapel der Entnahme unterzogen.
Für die Separierung von Dosieφlatten von einem Plattenstapel ist es nicht relevant, ob die ursprünglich flüssig in die Kapillaröffnungen eingeführten Substanzen in einem flüssigen oder in einem festen (gefrorenen) Zustand sind. Damit die Dosierung aber reproduzierbar ist, ist es wichtig, die Separierung bei einer immer gleichen Temperatur vorzunehmen.
In einer Substanzbibliothek werden also nach dem erfindungsgemässen Verfahren die Substanzen nicht mehr in Kavitaten von Testplatten sondern in aufeinander ausgerichteten Kapillaröffnungen von aufeinander gestapelten Dosieφlatten aufbewahrt. Dabei werden vorteilhafterweise für jeden Dosierschritt einzelne Dosieφlatten aus der Bibliothek entnommen, so dass jede in der Bibliothek vorgebildete Dosis nur einmal aus der Schutzgasatmosphäre der Bibliothek entfernt und/oder in eine Umgebung höherer Temperatur gebracht werden muss, was auch im Falle von empfindlichen Substanzen Bibliotheken mit relativ grossen Substanzmengen möglich macht.
Die Dosieφlatten sind beispielsweise 0,5 bis 2 mm dick, die Kapillaröffnungen ha- ben beispielsweise einen runden Querschnitt von 0,05 bis 1mm . Bei einer Plattendicke von 1mm sind für Flüssigkeitsmengen von 0,1 μl Kapillaröffnungen mit einem Durchmesser von 0,36mm vorzusehen.
Bei einer passiven Befüllung der Kapillaröffnungen eines Plattenstapels von unten ist die Höhe des Plattenstapels begrenzt durch die kapillare Steighöhe, die ihrerseits ab- hängig ist vom Querschnitt der Kapillaröffnungen und vom Verhältnis der Kohäsion in der Flüssigkeitsoberfläche und der Adhäsion zwischen Flüssigkeit und Kapillarenwand, wobei die Kapillarenwand durch die Flüssigkeit benetzbar sein muss. Die Steighöhe ist bei einer vorgegebenen Paarung von Flüssigkeit und Kapillarenwand umgekehrt proportional zum Radius der Kapillaröffnung. Für das System Was- ser/Glas beträgt der Proportionalitätsfaktor etwa 15.
Die Dosieφlatten bestehen beispielsweise aus einem geeigneten Kunststoff, aus Glas, Metall, Keramik oder aus einem Halbleitermaterial. Die Kapillaröffnungen werden beispielsweise mit einem Laser gebohrt oder geätzt (Plasmaätzen oder Nassätzen). Die Platten können aber beispielsweise auch in einem Spritzgussverfahren beispielsweise aus Polypropylen bereits mit den Kapillaröffnungen hergestellt wer-
den. Gegebenenfalls sind die Innenoberflächen der Kapillaröffnungen für eine gute Benetzbarkeit zu behandeln oder mit einem weiteren Material zu beschichten.
Diejenigen Oberflächen der Dosieφlatten, mit denen diese in den Platteristapeln aneinander liegen, sind derart auszugestalten, dass zwischen aufeinandergelegten Plat- ten möglichst keine Kapillarwirkung entsteht, durch die in nebeneinanderliegenden Kapillaröffnungen positionierte Substanzen miteinander in Kontakt kommen könnten. Eine solche Kapillarbremsung kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die genannten Oberflächen der Dosieφlatten eine sehr kleine Oberflächenrauheit aufweisen und vorteilhafterweise von der zu dosierenden Flüssigkeit nicht oder sehr wenig benetzbar sind. Die gewünschte, geringe Benetzbarkeit dieser Oberflächen kann ebenfalls mit einer geeigneten Oberflächen-Behandlung oder -Beschichtung erreicht werden. Es können auch mechanische Kapillarbremsen in Form von beispielsweise scharfen Kanten um die Mündungen der Kapillaröffnungen vorgesehen werden.
Für eine exakte Trennung der in den Kapillaröffnungen durch einen Stapel von Dosieφlatten verlaufenden Substanzsäulen bei der Separierung der Dosieφlatten ist es insbesondere für gefrorene derartige Substanzsäulen von Vorteil, wenn durch entsprechende Ausgestaltung der Mündungen der Kapillaröffnungen eine Art Sollbruchstellen in den Säulen erzeugt werden.
Die Anordnung der Kapillaröffnungen auf den Platten entspricht vorteilhafterweise der Anordnung von Kavitaten auf Testplatten, in die die Flüssigkeiten zu dosieren sind. Für eine Dosierung in Testplatten beispielsweise gemäss SBS-Normen weisen also die Dosieφlatten eine rasterartige Anordnung von 12x8, 24x16 oder 48x32 Kapillaröffnungen mit Rastermassen von 9mm, 4,5mm oder 2,25mm auf.
Verfahren und Anordnung gemäss Erfindung werden anhand der folgenden Figuren mehr im Detail beschrieben. Dabei zeigen:
Figur 1 die Anwendung von Verfahren und Vorrichtung gemäss Erfindung für die Speicherung von Substanzen in Substanzbibliotheken und für die Dosierung von kleinen Mengen der Bibliothekssubstanzen in Kavitaten von Testplatten;
Figuren 2 bis 4 Schnitte durch beispielhafte Ausführungsformen von Dosieφlatten in einem grösseren Massstab;
Figuren 5 und 6 beispielhafte Anordnungen zum Füllen der aufeinander ausgerich- teten Kapillaröffnungen eines Plattenstapels;
Figuren 7 bis 10 beispielhafte Anordnungen zur Abgabe der Flüssigkeitsdosen aus Kapillaröffnungen von Dosieφlatten.
Figur 1 zeigt in einer teilweise geschnittenen, dreidimensionalen Darstellung einen Plattenstapel 1 von Dosieφlatten 2, in welchem Plattenstapel 1 die Kapillaröffnun- gen 3 der Dosieφlatten 2 aufeinander ausgerichtet sind und den Plattenstapel 1 durchdringende Kapillaröffnungen 3' bilden, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Ferner zeigt die Figur eine vom Plattenstapel 1 abgehobene Dosieφlatte 2, die für die Abgabe der Flüssigkeitsmengen aus ihren Kapillaröffnungen 3 auf einer Testplatte 4 mit Kavitaten 5 positioniert ist.
Der Plattenstapel 1 ist beispielsweise auf einer entsprechend gelochten Unterlage 10 positioniert. Als Ausrichtmittel sind auf der Unterlage 10 beispielsweise Richtbolzen 11 befestigt und weisen die Dosieφlatten 2 zusätzlich zu den Kapillaröffnungen 3 Richtbohrungen 12 auf, in die die Richtbolzen 11 eingreifen. Damit die Dosieφlatten
2 einfach vom Plattenstapel 1 separiert (Pfeil S) werden können, weisen sie vorteilhafterweise Separiermittel auf, beispielsweise wie in der Figur 1 dargestellt, abgeschrägte Kantenbereiche 13, die ein Untergreifen jeder Platte mit einem geeigneten Werkzeug erlauben. Als Separiermittel können auch alternierende Randmuster vor- gesehen werden.
Figuren 2 bis 4 zeigen in einem grösseren Massstab als Figur 1 Schnitte durch Dosieφlatten 2 mit verschieden ausgestalteten Kapillaröffnungen 3.
Figur 2 zeigt eine Dosieφlatte 2, die aus einem Grundmaterial 20 besteht und die auf ihren Oberflächen als Kapillarbremse mit einem nicht oder wenig benetzbaren Material 21, in den Kapillaröffnungen 3 mit einem benetzbaren Material 22 beschichtet ist. Je nach Benetzungseigenschaften des Grundmaterials 20 und je nach Anwendung kann auch die eine oder die andere der Beschichtungen 21 oder 22 oder beide Beschichtungen 21 und 22 fehlen. Anstelle einer Oberflächenbeschichtung kann auch eine entsprechende Oberflächenbehandlung treten.
In jedem Falle ist es vorteilhaft, die Dosieφlatten 2 derart auszugestalten, dass sie möglichst günstig herstellbar sind und dadurch als Einwegartikel verwendet werden können.
Figur 3 zeigt eine Dosieφlatte mit scharfen Kanten 23 rund um die Mündungen der Kapillaröffnungen 3 auf der einen Plattenseite. Diese scharfen Kanten 23 dienen als Kapillarbremse. Die Dosieφlatten 2 liegen in diesem Falle nur im Bereiche der Mündungen 25 der Kapillaröffnungen direkt aufeinander. Zwischen den Mündungen sind aufeinander liegende Dosieφlatten 2 durch einen Abstand 24 voneinander getrennt, welcher Abstand vorteilhafterweise derart gross ist, dass er keine Kapillarwir-
kung erzeugt. Die zur Bildung der scharfen Kanten 23 notwendigen Ausformungen auf der einen Seite der Dosieφlatten korrespondieren vorteilhafterweise mit entsprechenden Einformungen auf der gegenüberliegenden Seite der Dosieφlatten, derart, dass Ausformungen und Einformungen die Richtfunktion zur Ausrichtung der Ka- pillaröffnungen der einzelnen Platten aufeinander übernehmen können.
Figur 4 zeigt an einer einzigen Dosieφlatte 2 zwei Möglichkeiten der Ausgestaltung der Kapillaröffnungen 3, derart, dass sich in gefrorenen Flüssigkeitssäulen am Übergang von der einen Platte zur nächsten je eine als Sollbruchstelle dienende Verengung bildet. Die links dargestellten Kapillaröffungen 3 verjüngen sich zu diesem Zwecke von der einen Seite der Dosieφlatte zur anderen, so dass jede Kapillaröffnung zwei verschieden grosse Mündungen 25 und 25' aufweist. Die rechts dargestellten Kapillaröffnungen haben verengte Mündungen 25.
Figur 5 zeigt eine einfache Anordnung zum Füllen der einen Plattenstapel 1 durchdringenden Kapillaröffnungen 3'. Es handelt sich dabei um eine Anordnung von Füllpipetten 30, die an ihren offenen, gegen den Plattenstapel 1 gerichteten Enden Dichtungen 31 tragen und die beispielsweise mittels einer Tragplatte 32 gegen den Plattenstapel 1 pressbar sind. Die Füllpipetten 30 werden von ihren oberen, ebenfalls offenen Enden mit den entsprechenden Flüssigkeiten 33 beschickt, die dann aus den Füllpipetten mit einem Überdruck (Pfeile 34) oder passiv durch die Kapillarwirkung der Kapillaröffnungen 3' in diese eingezogen werden. Um gegenseitige Kontaminationen zu verhindern, wird diejenige Platte, die mit den Füllzylindern in Kontakt kommt, vorteilhafterweise nicht für eine Dosierung eingesetzt. Diese im Plattenstapel 1 oberste Platte kann auch als Pressplatte ausgebildet sein, die für eine Presswirkung auf die anderen Dosieφlatten dicker, schwerer und/oder steifer ist als die im Platten- Stapel 1 darunter angeordneten Dosieφlatten 2 und die auch aus diesem Grunde nicht als Dosieφlatte verwendet wird.
Figur 6 illustriert eine weitere Methode zur Füllung von Kapillaröffnungen 3', die einen Dosieφlattenstapel 1 durchdringen. Diese Methode besteht darin, auf jeder Kapillarmündung 25 auf der Stapeloberseite einen Flüssigkeitstropfen 35 zu positionieren, welcher Flüssigkeitstropfen 35 dann durch die Kapillarwirkung in die Kapil- laröffnung gezogen wird.
Figuren 7 bis 10 zeigen in einer sehr schematischen Art und Weise beispielhafte, einfache Anordnungen zum Ausstossen von Flüssigkeitsmengen aus Kapillaröffnungen 3 von Dosieφlatten 2.
Figur 7 zeigt eine Vorrichtung zum Ausstossen der Flüssigkeitsmengen mit Hilfe eines Druckunterschiedes zwischen den beiden Seiten der Dosieφlatte 2, dadurch also, dass auf der einen Seite der Dosieφlatte der Druck leicht erhöht oder auf der anderen Seite der Druck leicht reduziert wird. Eine Dosieφlatte 2 ist auf einer entsprechenden Testplatte 4 positioniert, derart, dass jede Kapillaröffnung 3 der Dosierplatte 2 auf eine Kavität 5 der Testplatte 4 ausgerichtet ist. Über der Dosieφlatte 2 ist eine Druckkammer 40 positioniert, die an eine Druckquelle anschliessbar ist (Pfeil 41), derart, dass in der Druckkammer ein sehr geringer Überdruck erstellbar ist, mit dessen Hilfe die Flüssigkeitsmengen aus den Kapillaröffnungen 3 in die Kavitaten 5 ausgestossen werden.
Figur 8 zeigt eine Vorrichtung zum Ausstossen der Flüssigkeitsmengen mittels schockartiger Verzögerung der Dosieφlatte 2. Die Dosieφlatte 2 ist mit Druckfedern 42 wirkverbunden, wobei die Druckfedern mittels geeigneter, nicht dargestellter Arretiermittel in einem komprimierten Zustand gehalten sind. Die Testplatte 4, in deren Kavitaten 5 die Flüssigkeitsmengen zu übertragen sind, wird auf der den Druckfedern 42 gegenüberliegenden Seite der Dosieφlatte 2 angeordnet. Dann werden die Arretiermittel deaktiviert, so dass die Dosieφlatte 2 gegen die Testplatte 4 beschleu-
nigt und von der Testplatte oder von anderen, geeigneten Bremsmitteln schockartig gebremst wird, wobei die Flüssigkeitsmengen in die Kavitaten 5 geschleudert werden. .
Figur 9 zeigt eine Vorrichtung zum mechanischen Ausstossen der Flüssigkeitsmengen. Dafür ist eine Anordnung von Nadeln 43 vorgesehen, die in die Kapillaröffnungen 3 geschoben werden (Pfeile 44). Für den Antrieb der Nadelanordnung eignet sich ein hydraulischer oder pneumatischer Linearmotor oder ein piezoelektischer Antrieb.
Figur 10 zeigt eine Anwendung der Dosieφlatte 2 in einem geschlossenen Fluidsy- stem. Auf beiden Seiten der Dosieφlatte 2 sind an den Mündungen der Kapillaröff- nungen 3 Fluidanschlüsse 45 dicht angeschlossen. Durch Bewegen des Fluids durch die Kapillaröffnungen 3 der Dosieφlatte 2 werden die in den Kapillaröffnungen 3 positionierten Flüssigkeitsmengen ausgestossen oder ausgespült.