Magnetkreisanordnung zur Bestimmung eines elektrischen Stroms
Die Erfindung bezieht sich auf die elektrische Messtechnik. Sie betrifft eine Magnetkreisanordnung zur Bestimmung eines elektrischen Stroms gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Magnetkreisanordnung wird vorzugsweise in einem Eingansteil eines Einphasen- oder Mehrphasen-Elektrizitätszählers verwendet, der eine oder mehrer Arten Energie, wie z.B. Wirk- und/oder Blind- und/oder Scheinenergie misst, gegebenenfalls ergänzt durch Ermittlungen weiterer elektrischer Parameter, wie z.B. Leistungsfaktoren und/oder Effektivwerte des elektrischen Stroms und/oder einer elektrischen Spannung.
Eine Magnetkreisanordnung der eingangs genannten Art ist bekannt aus der EP 0 886 147. Hierin ist eine Anordnung zur Erzielung einer zu einem elektrischen Strom proportionalen magnetischen Induktion am Ort eines Magnetfeldsensors beschrieben. Diese bekannte Anordnung besteht aus einem ferromagnetischen Joch, in dessen Luftspalt ein Magnetfeldsensor zwischen ferromagnetischen Stegen angeordnet ist. Die ferromagnetischen Stege dienen mit einer angepassten Geometrie der Konzentration des magnetischen Nutzflusses im Bereich des Magnetfeldsensors. Darüber hinaus weist das ferromagnetische Joch balkonartig vorstehende Enden auf, die den Einfluss äusserer magnetischer Störfelder reduzieren. Obwohl diese bekannte Anordnung gute Messeigenschaften aufweist und niedrige Herstellungskosten, zeigt sich dennoch, dass die Aufwendungen für das verarbeitete ferromagnetische Material am Joch und an den Stegen und die Fertigung der verschiedenen Bauteile und deren Montage bedeutend sind.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung eine Magnetkreisanordnung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzuentwickeln, dass
eine einfachere Herstellung der einzelnen Bauteile und eine einfachere Montage der Bauteile ermöglicht wird. Darüber hinaus sollte insbesondere die verwendete Menge des kostenintensiven ferromagnetischen Materials auf das Nötigste reduziert werden.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Von besonderem Vorteil ist, dass mit minimalem Materialaufwand eine Magnetkreisanordnung bereitgestellt wird, die darüber hinaus eine hohe Linearität und eine hohe Selbstschirmung gegen Fremdfelder aufweist. Hierfür sind in ein U-profilartiges Joch aus ein- oder mehrlagigem Magnetblech ein Leiterabschnitt und eine mit einer gedruckten Schaltung verbundene Magnetfeldsensoranordnung derart eingesetzt, dass das U-Profil ohne Verwendung weiterer magnetischer Stege zur Flusskonzentration, annähernd die Magnetfeldsensoranordnung eng umschliesst. Die Luftspaltlange über den freien Enden des ü-profilartigen Jochs ist unter Berücksichtigung der Formstabilität des Jochs hinsichtlich der Fertigungstoleranzen und unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten - im wesentlichen so gross wie die Dicke der mit der gedruckten Schaltung verbundenen Magnetfeldsensoranordnung .
Wegen der Reduzierung des verwendeten Magnetmaterials auf das Nötigste und der einfachen Form des Jochs, ist die Anzahl der für die Magnetkreisanordnung wesentlichen Bauteile massgeblich verkleinert worden, was einer schnellen, einfachen und vor allem reproduzierbaren Montage entgegenkommt. Der äusserst kompakte Aufbau lässt kleinere Montageverschiebungen der einzelnen Bauteile der Magnetkreisanordnung zu, ohne dass eine relevante Messwertabweichung aufgrund dieser Verschiebungen feststellbar ist. Dies führt zu einer angestrebten Robustheit der Magnet- kreisanordnung, die eine hohe Messpräzision über jahrelange Betriebszeiten und hohe Montage- bzw. Demontagereproduzier- barkeit gewährleistet.
Für die enge Anpassung der geometrischen Abmessungen des U- profilartigen Jochs an die mit der gedruckten Schaltung verbundenen Magnetfeldsensoranordnung, kann ebenfalls der relevante Leiterabschnitt, dessen Stromdurchfluss den Nutzfluss in diesem Joch generiert, in seinem Querschnitt angepasst werden. Dies bedeutet, dass bei der geringen Länge des für die Strommessung relevanten Leiterabschnitts von wenigen Millimetern, sein Querschnitt gegenüber dem übrigen Leiter lokal erheblich verkleinert werden kann, ohne eine unzulässige Erwärmung aufgrund der konzentrierten Stromdichte in diesem Leiterabschnitt zu erhalten.
Besonders vorteilhaft ist, dass aufgrund der kleinen geometrischen Abmessungen der Magnetkreisanordnung äussere magnetische Störfelder einen verschwindend geringen Einfluss haben auf den Nutzfluss im Joch, so dass von einer aufwendigen Abschirmung gegen diese Störfeider abgesehen werden kann. Die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Magnetkreisanordnung ist gegenüber herkömmlichen Anordnungen nicht nur wesentlich einfacher aufgebaut, sondern darüber hinaus bedeutend preiswerter.
Für eine Konzentration des Nutzflusses kann das U-profilartige Joch an den freien Enden verjüngt ausgestaltet sein. Diese Verjüngung kann zum einen mittels Verschmälerung der Jochbreite erfolgen, oder aber durch eine Abnahme der Materialdicke des Magnetmaterials erzielt werden. Besonders einfach ist die Materialdicke mit einem mehrlagig geschichteten Joch anpassbar, wenn die einzelnen Lagen zu den Enden des U-Profils gestuft ausgeführt sind. Darüber hinaus schützt die mehrlagige Ausführung des Jochs vor unerwünschten Wirbelströmen im Magnetmaterial, wenn die einzelnen Lagen - mittels Lackierung beispielsweise - elektrisch gegeneinander isoliert sind.
Eine besonders einfache Befestigung des Jochs ohne betriebsbedingte, mechanische Belastungen ermöglicht ein federndes Rastelement, das das Joch gegen den in diesem Joch angeordneten Leiterabschnitt drückt. Dieses Rastelement stützt sich zudem an Nocken am Leiter auf, so dass der Leiter mit dem Joch und Rastelement eine Baueinheit darstellen. Dies bedeutet für die Montage eines elektronischen Zählers mit der erfindungsgemässen Magnetkreisanordnung eine wesentliche Vereinfachung .
Bei einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, zur Potentialtrennung zwischen dem elektrischen Leiter und dem mit der gedruckten Schaltung verbundenen Magnetfeldsensor eine Isolierung in Form von einer Kunststofffolie zu verwenden. Mittels einer derartigen Kunststofffolie lassen sich nämlich auf einfache und wirtschaftliche Weise normgerechte Isolationsstrecken und Kriechwege nach Bedarf einstellen. Darüber hinaus ist mittels einer leitfähigen Beschichtung auf dieser isolierenden Kunststofffolie auch eine Abschirmung gegen elektrische Störfelder erzielbar.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer
Magnetkreisanordnung nach der Erfindung;
Fig. 2 eine Schnittdarstellung durch die Magnetkreisanordnung entlang der Schnittlinie A-A' in Fig. 1 ,-
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines elektrischen Leiters mit einem für die Magnetkreisanordnung vorgesehenen Leiterabschnitt ;
Fig. 4a eine perspektivische Darstellung eines Jochs für die Magnetkreisanordnung;
Fig. 4b eine weitere Ausführungsform des Jochs mit schmaleren Jochabschnitten;
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines federnden Rastelementes ;
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung der
Magnetkreisanordnung mit einer Isolierung,-
Fig. 7 eine Schnittdarstellung durch die Magnetanordnung entlang der Schnittlinie B-B ' in Fig. 6;
Fig. 8 eine perspektivische Darstellung der Isolierung in Form einer Kunststofffolie;
Fig. 9 eine perspektivische Darstellung von drei nebeneinander angeordneten Magnetkreisanordnungen mit gemeinsamer Isolierung;
Fig. 10 eine perspektivische Darstellung von Magnetfeldsensoranordnungen auf einer gedruckten
Schaltung;
Fig. 11 eine perspektivische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Ausführungsform der Magnetkreisanordnung;
Fig. 12 eine perspektivische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Ausführungsform der
Magnetkreisanordnung mit abgewinkelt angeordnetem Leiter, und
Fig. 13 eine Schnittdarstellung der Magnetkreisanordnung entlang der Schnittlinie C-C in Fig. 13.
Die Fig. 1 und Fig. 2 zeigen eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Magnetkreisanordnung 1. Diese Magnetkreisanordnung 1 umfasst ein magnetisches Joch 2, dessen Luftspalt 8 sich über eine auf einer gedruckten Schaltung 4 angeordneten Magnetfeldsensoranordnung 3 schliesst. Das Joch 2 weist einen ersten und einen zweiten Jochabschnitt 2a, 2b auf, die mittels eines dritten Jochabschnitts 2c miteinander verbunden sind, wobei die drei Jochabschnitte zusammen einen U- profilartigen Querschnitt aufweisen. Die freien Enden des ersten und zweiten Jochabschnitts 2a, 2b sind im wesentlichen parallel zueinander angeordnet. Zwischen diesen parallelen Enden der Jochabschnitte 2a, 2b ist die Luftspaltl nge 1 annähernd gleich gross wie die Dicke der Magnetfeldsensoranordnung 3 mit der gedruckten Schaltung, wobei annähernd gleich gross bedeutet, dass die mit der gedruckten Schaltung verbundene Magnetfeldsensoranordnung 3 den Luftspalt 8 beinah vollständig ausfüllt unter Berücksichtigung einer Fertigungstoleranz und unterschiedlicher thermischer Ausdehnungskoeffizienten des Jochs 2 und der mit der gedruckten Schaltung 4 verbundenen Magnetfeldsensoranordnung 3.
Die Magnetfeldsensoranordnung 3 ist vorzugsweise direkt auf einer Bestückungsseite der gedruckten Schaltung 4 verlötet. Ohne den Kern der Erfindung zu verlassen ist ebenfalls denkbar, die Magnetfeldsensoranordnung 3 seitlich neben einer gedruckten Schaltung 4 anzuordnen und elektrisch zu verbinden.
In einer bevorzugten Ausführung ist das Joch 2 einstückig aus einem ferromagn tischen Material hergestellt. Hierfür wurde beispielsweise ein 6 bis 8 mm breiter Magnetblechstreifen mit einer Stärke von etwa 1 mm U-profilartig gebogen, so dass sich zwischen den freien Enden des ersten und zweiten Jochabschnitts 2a, 2b eine Luftspaltlange 1 von etwa 3 mm ausbildet. Zwischen dem ersten und zweiten Jochabschnitt 2a, 2b befindet sich ein Leiterabschnitt 5a eines elektrischen Leiters 5, dessen zu messender Stromfluss (nicht dargestellt) eine entsprechende Induktion im Joch 2 herbeiführt. Der Luftspalt 8 hat wie die Jochabschnitte 2a, 2b am Ort der Magnetfeldsensoranordnung 3 eine Breite a von etwa 6 bis 8 mm und ebenso eine Tiefe b von etwa 6 bis 8 mm.
Der in das Joch eingebrachte Leiterabschnitt 5a, siehe auch Fig. 3, hat gegenüber dem übrigen Leiter 5 einen verkleinerten Querschnitt. Da der Leiterabschnitt 5a aber nur etwa 6 bis 8 mm lang ist, nimmt der verkleinerte Querschnitt keinerlei Einfluss auf den durch diesen Leiterabschnitt fliessenden Strom und die im Joch generierte Induktion. Der Querschnitt des
Leiterabschnitts 5a ist vorzugsweise der Form des dritten Jochabschnitts 2c des U-profilartigen Jochs angepasst. Entsprechend der Form diese Jochabschnitts 2c sollte der Leiterabschnitt 5a, wie die Fig. 2 erhellt, einen annähernd rechteckigen Querschnitt mit abgerundeten Kanten aufweisen. Des weitern ist auch denkbar, dass der Leiterabschnitt einen elliptischen oder runden Querschnitt hat, wie der später nochmals zu erwähnenden Fig. 12 entnehmbar ist.
Auf der dem Leiterabschnitt 5a abgewandten Seite weist der
Leiters 5 Anschlusslaschen 9 für die Zuführung eines Stroms auf, und zwischen diesen Anschlusslaschen 9 und dem Leiterabschnitt 5a sind Nocken 5b für die Befestigung des Jochs 2 vorgesehen. Mittels eines federnden Rastelements 6, das in Fig. 5
perspektivisch alleine dargestellt ist, wird das Joch 2 gegen den Leiterabschnitt 5a gehalten, wobei sich dieses Rastelement 6 gegen die Nocken 5b am Leiter 5 abstützt.
Fig. 4 zeigt zwei verschiedene Ausgestaltungen des Jochs 2. In Fig. 4a ist ein Joch dargestellt, dessen Jochabschnitte 2a, 2b, 2c eine einheitliche Breite a aufweisen. Fig. 4b offenbart ein Joch 2, dessen erster und zweiter Jochabschnitt 2a, 2b zu ihren freien Enden hin eine kleinere Breite a' aufweisen als der sie verbindende dritte Jochabschnitt 2c. Diese schmalere Breite a' dient der Konzentration des magnetischen Flusses in Bereich des Luftspalts 8. Die Verschmälerung kann - wie gezeigt - gestuft ausgebildet sein oder linear.
In Fig. 6, Fig. 7 und Fig. 8 ist mit 7 eine Isolierung bezeichnet, die hier als eine Kunststofffolie ausgebildet ist. Diese Isolierfolie 7 umgibt den mit der gedruckten Schaltung 4 verbundenen Magnetfeldsensor 3 mindestens im Bereich des Luftspalts 8. Im Luftspalt 8 dient diese Kunststofffolie 7 als Isolierung zwischen dem Leiterabschnitt 5a und der gedruckten Schaltung 4 bzw. dem Magnetfeldsensor 3. Darüber hinaus stellt die Kunststofffolie 7 einen normgerechten Kriechstromweg bereit, indem sie entsprechend weit aus dem Luftspalt 8 zu allen Seiten herausragt. Ebenfalls denkbar ist, den Leiterabschnitt 5a und/oder den mit der gedruckten Schaltung verbundenen
Magnetfeldsensor 3 direkt mit einer hier nicht dargestellten Isolierung zu versehen. Bei Verwendung einer Isolierfolie 7 ist es möglich, zum Magnetfeldsensor 3 ein elektrisch leitende Beschichtung vorzusehen zur Abschirmung gegen elektrische Felder.
Selbstverständlich gelangt die isolierenden Kunststofffolie 7 nur dann zum Einsatz, wenn der mit der gedruckten Schaltung 4 verbundene Magnetfeldsensor 3 vom Potential des Leiterabschnitts
5a getrennt werden soll. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn mehrere - im Beispielsfall drei - Magnetfeldsensoranordnungen 3 mit ein und derselben gedruckten Schaltung 4' verbunden sind, wie Fig. 9 in Verbindung mit Fig. 10 zeigt, die mittels einer gemeinsamen Isolierfolie 7' vom Leiterpotential getrennt sind.
Fig. 11 zeigt eine weitere Ausführungsform der Magnetkreisanordnung 1, bei der das Joch 2, 2', 2' ' mehrlagig aufgebaut ist. Dieser Aufbau erlaubt gezielt Einfluss auf die Aussteuerbarkeit des verwendeten magnetischen Materials zu nehmen. Hierfür können die einzelnen Lagen des Jochs (2; 2'; 2 ' ' ) zusätzlich zu ihrer voneinander abweichenden Geometrie aus unterschiedlichen magnetischen Materialien zur gezielten Beeinflussung der Linearität des magnetischen Flusses in diesen Lagen bestehen. Sind die einzelnen Lagen 2, 2', 2' ' gegeneinander elektrisch isoliert, können Wirbelströmen klein gehalten oder gar verhindert werden. Der elektrische Leiter ist hier aus Teilleitern 5'' aufgebaut, die entweder als Spule hintereinander verschaltet sind oder parallel als ein einziger Stromleiter dienen.
Eine weitere Ausführungsform der Magnetkreisanordnung zeigen die Fig. 12 und Fig. 13. Hieraus wird deutlich, dass das Joch 2 gegenüber einem elektrischen Leiter 5 ' vorteilhafterweise auch abgewinkelt angeordnet werden kann ohne das Wesen der Erfindung zu verlassen. Auf die runde Querschnittsform des Leiters 5' wurde bereits oben eingegangen.
Mit besonderem Vorteil findet die erfindungsgemässe
Magnetkreisanordnung Verwendung bei elektronischen Zählern für die einphasige und mehrphasige Strommessung. Dabei gelangen in jeder Magnetkreisanordnung ein oder mehrere Sensoren aus der Gruppe Hallsensor, Spule, magnetoresistive Brücke zu Einsatz.
BEZUGSZEICHEN
1 Magnetkreisanordnung
2 , 2 ' , Joch 2' '
2a, b, Jochabschnitt c
2a', Jochabschnitt b' , C
3 Magnetfeldsensoranordnung
4, 4' gedruckte Schaltung
5, 5' elektrischer Leiter 5' ' Teilleiter
5a Leiterabschnitt
5b Nocke am Leiter
6 federnder Clip
7, 7' Isolierung
8 Luftspalt
9 Anschlusslasche a, a' Luftspaltbreite b Luftspalttiefe 1 Luftspaltlange