Titel: Optisches Datenlaufwerk
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein optisches Datenlaufwerk nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruches.
Die Datenspeicherung auf optischen Medien per se ist bekannt; dabei werden Daten zum Beispiel auf CD-Roms, DVD-Medien usw. gespeichert. Weiter ist vorgeschlagen worden, optische Daten auf einem allgemein runden Informationsträger zu speichern, der optisch transparent und derart ausgestaltet ist, daß der Informationsträger durch mehrere Informationstragerlagen hindurch auslesbar ist, wobei dieser Informationsträger spiralartig aufgewickelt ist, vergleiche DE-GBM 298 168 02.2.
Derartige Datenspeicher können, einen transparenten Trager des Wickelkorpers vorausgesetzt, durch eine innen liegende Optik ausgelesen beziehungsweise beschrieben werden. Zum Lesen wird dazu mit einem beispielsweise durch eine Laserlicht- quelle wie einem Diodenlaser erzeugten Lichtstrahl, der auf einen bestimmten Bereich des Informationsträgers gerichtet wird, bestimmt, ob an einer gegebenen Stelle eine starke Re- flektion beziehungsweise Absorption vorliegt oder nicht, indem mit einem Fotosensor die von der abgetasteten Stelle zurück gelangende Menge eingestrahlten Lichtes bestimmt wird.
Bei optischen Datenlaufwerken besteht nun allgemein das Erfordernis, Daten mit hoher Geschwindigkeit und dennoch hoher Präzision, also geringen Fehlerraten, auszulesen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Neues für die gewerbliche Anwendung bereitzustellen.
Die Losung dieser Aufgabe wird unabhängig beansprucht. Bevor- zugte Ausfuhrungsformen finden sich in den Unteranspruchen.
Gemäß einem ersten wesentlichen Aspekt der Erfindung wird somit ein optisches Datenlaufwerk mit einem Lese- und/oder Schreibkopf, der ein vom Speichermedium umgebendes Funktion- sende aufweist, vorgeschlagen, wobei vorgesehen ist, daß der Lese- und/oder Schreibkopf für den Empfang von Licht aus und/oder die Aussendung m zwei allgemein diametral entgegen gesetzte Richtungen ausgebildet ist.
Hierdurch wird eine wesentliche Erhöhung der Schreib- beziehungsweise Lesegeschwindigkeit erreicht, in dem das Speichermedium in zwei Richtungen gleichzeitig abgetastet wird. Da der Empfang beziehungsweise die Aussendung von Licht m zwei allgemein diametral entgegen gesetzte Richtungen erfolgt, ist eine geringst mögliche Störung der ruckgesendeten Signale durch Ubersprechen am beziehungsweise im Speichermedium zu erwarten.
Das Speichermedium kann allgemein hohlzylmdπsch sein und bevorzugt insbesondere durch einen Wickelkorper realisiert werden. Ein geeignetes Medium ist in der DE 298 16 802.2 beschrieben.
Das Funktionsende und das allgemein hohlzylmdrische Spei- chermedium können gegeneinander rotieren. Es ist hierbei möglich und bevorzugt, daß das Funktionsende auf einer angetriebenen Welle angeordnet ist. Dies erlaubt es, das optische Datenlaufwerk mit einem feststehenden optischen Datenträger,
wie einem Wickelkorper aus PMMA oder dergleichen zu verwenden, ohne daß dieser hochprazise ausgewuchtet werden muß, denn es ist ausreichend, ein ruhendes optisches Speichermedium zu verwenden; lediglich das Funktionsende beziehungsweise der Lese- und/oder Schreibkopf ist noch einmalig präzise auszuwuchten.
Wenn das allgemein hohlzylmdrische Speichermedium als Wik- kelkorper oder mit mehreren konzentrischen Lagen übereinander ausgebildet ist, kann bevorzugt mit dem ersten Teil des Lese- und/oder Schreibkopfes eine weiter innen liegende Wickellage abgetastet werden, wahrend in der allgemein diametral entge¬ gen gesetzten Richtung der weiter außen liegende Wickellagen- bereich erfaßt wird. Auf diese Weise wird die Zeit zum Fokus- sieren auf unterschiedliche Wickellagen verringert. Es sei erwähnt, daß bei einer derartigen Anordnung ein großer Datenblock, der als Ganzes abgespeichert werden soll, auf sowohl innen- als auch außenliegende Wickellagenbereiche aufgeteilt werden kann.
Auch bei einer Anordnung, mit welcher bei den diametral entgegen gesetzten Richtungen Wickellagen in unterschiedlichen Tiefen abgetastet werden, ist es möglich und bevorzugt, daß das Funktionsende allgemein ausgewuchtet ist. Dazu ist es be- vorzugt, wenn die vorhandene Fokussieroptik an den Funktionsenden jeweils identisch ist.
Der Lese- und/oder Schreibkopf umfaßt bevorzugt eine Quelle für das Lese- und/oder Schreiblicht , insbesondere eine Laser- diode oder dergleichen, die bevorzugt nichtkolmeares, insbesondere divergentes Licht aussendet. Bei Anordnung eines Strahlteilers zwischen den Fokussieroptiken für die allgemein diametral entgegen gesetzten Richtungen mit einem Ruckreflek-
tor auf der Durchtrittseite des durch den Strahlteller geradeaus laufenden Strahles kann dann durch den Wegunterschied der beiden diametral entgegen gesetzt laufenden Lichtstrahlen erreicht werden, daß bei einer derartigen Anordnung ldenti- sehe Linsen für die beiden Richtungen verwendbar werden und die Anordnung trotzdem zunächst naherungsweise ausgewuchtet ist, wenn an beiden Richtungen n unterschiedlichen diametralen Entfernungen gelesen und/oder geschrieben wird.
Wenn e Strahlteller eingesetzt wird, so ist es bevorzugt, wenn dieser das einfallende Licht aus der Lese- und/oder Schreiblichtquelle m einem Intensitatsverhaltnis von etwa 50:50 auf die beiden diametral entgegengesetzt liegenden Richtungen aufteilt.
Bevorzugt ist dem Strahlteiler em Reflektor für den durch diesen laufenden Strahl nachgeordnet, wobei zwischen Strahl- teiler und Ruckreflektor insbesondere em λ/4-Plattchen vorgesehen sein kann, um die Polarisation des hindurch laufenden Lichtes zu drehen und das Signal-Rausch-Verhaltnis durch Verringern von Ubersprechen zu verbessern.
Weiter ist der Strahlteiler bevorzugt geringfügig gekippt, damit sich die beiden allgemein diametral entgegen gesetzt laufenden Strahlen weniger stark durch Ubersprechen beeinflussen .
In einem bevorzugten Ausfuhrungsbeispiel befindet sich der Strahlteiler, sowie bevorzugt die Linsen, das λ/4-Plattchen und der Ruckreflektor gemeinsam auf einem Drehantrieb.
Das vom Speichermedium ruckempfangene Licht wird bevorzugt mit zwei separaten, zum Lese- und/oder Schreibkopf gehören-
den, aber gegegebenenfalls außerhalb des Funktionsendes angeordneten Fotodetektoren nachgewiesen. Diese Fotodetektoren werden bevorzugt so angeordnet, daß das Licht aus der ersten der allgemein diametral entgegen gesetzten Richtungen auf den ersten Fotodetektor fokussiert wird, wahrend Licht aus der zweiten Richtung auf dem zweiten Fotodetektor gesammelt wird. Wenn wie bevorzugt diese Fokussierung hinreichend stark ist und das Licht aus der jeweils anderen Richtung hinreichend schwach fokussiert ist, ist unerheblich, wenn auf jeden der Fotodetektoren noch Licht aus beiden Richtungen fallt, da signifikante Signalanteile nur vom fokussierten Lichtstrahl zu erwarten sind. Es kann bevorzugt zwischen beiden Fotodetekto¬ ren em strahlteilendes Element vorgesehen sein, um das gesamte, vom Funktionsende und damit dem optischen Datenspei- chermedium ruckgestrahlte Licht auf beide Fotodetektoren zuteilen.
Die Erfindung wird im folgenden nur beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben. In dieser zeigt:
Fig. 1 em optische Datenlaufwerk gemäß der vorliegenden Erfindung.
Nach Fig. 1 umfaßt em allgemein mit 1 bezeichnetes optisches Datenlaufwerk einen Lesekopf 2, der em von einem Speichermedium 3 umgebenes Funktionsende 4 sowie eine Lichtquelle 5 und eine Fotodetektionsemheit 6 aufweist.
Das Speichermedium 3 besteht aus einem Wickelkorper aus bei- spielsweise 90 Lagen PMMA, die durch em geeignetes Adhasi- onsmittel hinreichender Klarheit miteinander fest verbunden sind. Geeignete Materialien für PMMA und verbindende Zwi-
schenschichten können realisiert sein wie bei „Tesafilm kri¬ stallklar".
Die Lichtquelle 5 des Lesekopfes 2 umfaßt eine Laserdiode 5a mit geeigneter Ansteuerung (nicht gezeigt), sowie eine leicht defokussierend wirkende Streulinse 5b, um einen defokussier- ten Leselichtstrahl 7 zu erzeugen.
Der defokussierte Lichtstrahl 7 ist auf das Funktionsende 4 gerichtet, welches einen Strahlteiler 8, ein in Durchgangsrichtung hinter dem Strahlteiler 8 angeordnetes λ/4-Plattchen 9 sowie einen Ruckreflektor 10 umfaßt. Der Strahlteiler 8 weist eine Strahlteilerflache 8a auf, mittels welcher die Hälfte des einfallenden Lichtes im Strahl 7 auf eine erste verschieblich gelagerte Linse 11a gerichtet wird. Die Brenn¬ weite der Linse 11a ist so gewählt, daß sie das Licht auf eine der inneren Wickellagen 12a fokussiert.
In Durchgangsrichtung ist hinter dem Strahlteiler f r das durch die Strahlteilerflache 8a hindurch laufende Licht zur Drehung seiner Polaπsationsrichtung das λ/4-Plattchen 9, sowie ein Ruckreflektor 10 vorgesehen. Der Ruckreflektor 10 ist so ausgerichtet, daß das Licht zurückgelangt, an der Trennflache 8b reflektiert und auf die verschieblich gelagerte Fo- kussierlmse 11b gerichtet wird. Diese Linse 11b ist an der diametral entgegen gesetzten Richtung zur Linse 11a angeord¬ net und die Brennweite der Linse 11b ist so gewählt, daß das Licht der Ausgangslage auf die äußere Lage des gewickelten Speichermediums 3 gerichtet ist. Die Brennweiten der Linsen 11a, 11b sind dabei identisch.
Die Linsen lia, 11b sind, um ihre Verschiebung zu ermöglichen, auf einer Stellemheit (nicht gezeigt) angeordnet. Der
Stellbereich ist so groß, daß mit dem jeweiligen Brennpunkt des Lichtes zumindest die Hälfte aller Wickellagen überschrieben werden kann, und zwar die innere Hälfte mit Lmse 11a und die äußere Hälfte mit Lmse 11b.
Das Funktionsende 4 ist mit dem Strahlteiler 8, dem λ/4- Plattchen 9, dem Ruckreflektor 10, den beiden Linsen 11a, 11b sowie den zugehörigen Fokussierungsemheiten auf einem Drehantrieb (nicht gezeigt) angeordnet, welcher den Strahl- teiler mit hoher Geschwindigkeit um die durch den Lichtstrahl 7 definierte Achse drehen kann. Das Funktionsende 4 ist dabei ausgewuchtet .
Weiter kann das Funktionsende axial verschoben werden. Die Lmse 11a ist weiter dazu ausgebildet, das von dem Speichermedium 3 an der Stelle 12a ruckreflektierte Licht zu sammeln und so in den Strahlteiler 8 einzustrahlen, daß es auf einen Stahlteiler 13 trifft, von welchem es auf die Fotodetektions- einheit 6 reflektiert wird.
Die Lmse 11b ist dazu ausgebildet, das vom Fokuspunkt 12b ruckreflektierte Licht zu sammeln, so daß es an der Flache 8b des Strahltellers 8 in Richtung auf das λ/4-Plattchen 9 reflektiert und nach Durchtritt durch dieses am Reflektor 10 zurückgeworfen wird, worauf es nach neuerlichem Durchtritt durch das λ/4-Plattchen 9 und den Strahlteiler 8 zurück in Richtung auf die Laserlichtquelle 5 geworfen wird, wobei es durch den vor der Laserlichtquelle angeordneten Strahlteiler auf die Fotodetektionsemheit 6 gelenkt wird.
Die Fotodetektionsemheit 6 umfaßt einen Strahlteiler 13, der im Strahlengang zwischen Strahlteilerwurfel 8 und defokussie- render oberen Lmse 5b angeordnet ist, um das von den Berei-
chen 12a und 12b ruckempfangene Licht in Richtung auf zwei Fotodetektoren 16a, 16b zu richten.
Dem Strahlteiler 13 ist e weiterer Strahlteiler 14 nachge- ordnet, mit welchem Licht auf eine Lmse 15a gelenkt wird, die dem ersten Fotodetektor 16a vorgeschaltet ist. Die Linse 15a und der Fotodetektor 16a sind derart angeordnet, daß das Licht aus dem Speichermediumbereich 12a auf den Fotodetektor 16a fokussiert wird. Hinter dem Strahlteiler 14 ist in Durch- trittsrichtung eine Lmse 15b vorgesehen, mit welcher Licht auf einen Fotodetektor 16b fokussiert wird. L se 15b und Fotodetektor 16b sind so angeordnet, daß das Licht aus dem Speichermediumbereich 12b auf den Fotodetektor 16b fokussiert wird.
Das optische Datenlaufwerk 1 der vorliegenden Erfindung wird betrieben wie folgt:
Zunächst wird em beschriebenes Speichermedium 3 in seine Po- sition um das Funktionsende 4 des Lesekopfes 2 gesetzt und es wird erforderlichenfalls eine Abdeckung geschlossen (nicht gezeigt) . Anschließend wird das Funktionsende 4 m Rotation innerhalb des Speichermediums versetzt und in eine gewünschte Axialposition bewegt.
Die Laserlichtquelle 5a wird erregt und sendet einen Strahl 7 durch den Strahlteiler 13 hindurch m Richtung auf den Strahlteiler 8. Die Lmse 11a wird auf eine gewünschte Wik- kellage fokussiert. Em erster Teil des Strahls 7 wird am Strahlteiler 8 m Richtung auf Lmse 11a gerichtet, welche den Strahl auf den axial gewünschten Speicherbereich 12a fo- Kussiert .
Der andere Teil des sich ergänzenden Lichtstrahls 7 gelangt unter weiterer Aufweitung durch den Strahlteiler 8, das λ/4- Plattchen 9, unter Reflektion am Reflektor 10, unter neuerlichem Durchtritt durch das λ/4-Plattchen 9 in den Strahlteiler 8 zurück, worin dieses Teil des Strahls 7 an der Flache 8b auf die Lmse 11b gerichtet wird, welche den Strahl auf einen anfokussierten äußeren Wickellagenbereich defokussiert .
Das vom inneren Wickellagenbereich 12a an der Lmse 11a emp- fangene Licht gelangt durch den Strahlteiler 8 unter Reflektion am Strahlteiler 13 m die Fotodetektionsemheit 6. Dort wird em Teil des Lichtes durch den Stahlteiler 14 auf die Lmse 15a gerichtet und von dieser auf den Fotodetektor 16a. Dabei ergibt sich im Fotodetektor 16a em präziser Fokus. E weiterer Teil des aus dem Bereich 12a stammenden Lichtes lauft durch den Strahlteiler 14 in die Lmse 15b und wird von dieser in die Fotodetektionsemheit 16b gelenkt. Aufgrund der Divergenz des eingestrahlten Strahls 7, die sich im gesamten Strahlengang hindurch auswirkt, ergibt sich jedoch kein scharfer Fokuspunkt für das Licht vom Speicherbereich 12a am Fotodetektor 16b.
Das Licht aus dem inneren Wickellagerbereich 12b gelangt gleichfalls nach Durchtritt durch das Funktionsende 4 auf den Strahlteiler 13 und wird partiell am Strahlteiler 14 reflektiert, wahrend es zugleich partiell transmittiert wird. Dabei ergibt sich aufgrund der Divergenz des Strahls 7 am Fotodetektor 16a kein scharfer Fokus des vom Bereich 12b stammenden Lichtes, wahrend dieses vom Bereich 12b des Speichermediums 3 stammende Licht auf den Fotodetektor 16b durch die L se 15 scharf fokussiert wird. Damit ergibt sich em scharfes Bild des vom Wickellagenbereich 12a ruckempfangenen Lichtes nur auf der Fotodetektoreinheit 16a, wahrend sich em scharfes
Bild des vom Wickellagenbereich 12b ruckempfangenen Lichtes nur auf dem Fotodetektor 16b ergibt.
An den Fotodetektoren 16a, 16b wird dann die Modulation der empfangenen Lichtsignale bestimmt. Diese Modulation ist von den im Speichermedium gespeicherten und sequentell ausgelesenen Daten abhangig, die binar durch Veränderung der optischen Eigenschaf en des Speichermediums, insbesondere dessen Bre- chungsmdex, abgespeichert sind. Die Erfassung der zur Spei- cherung der Daten veränderten Reflektionseigenschaften des
Speichermediums 3 empfangenen Lichtsignale erlauben damit die Dekodierung und Auswertung der im Speichermedium 3 gespeicherten Information.
Es sei erwähnt, daß durch entsprechende Ausgestaltung der Fotodetektoren 16a, 16b und/oder der diesen zugeordneten Auswerteschaltungen festgestellt werden kann, ob sich der zugeordnete und gerade auszulesende Speicherbereich 12a beziehungsweise 12b im Fokus der Lmse 11a beziehungsweise 11b be- findet. Dazu kann auch eine Spurinformation mit abgespeichert oder , für noch zu beschreibende Medien, einformatiert wer¬ den. Es ist eine per se bekannte Regelschaltung vorhanden, die im Stand der Technik bekannt ist und auf einer Optimierung des vom jeweiligen Bereich empfangenen Signals beruht. Wenn der Speicherlagenbereich von einer weiter innen liegenden zu einer weiter außen liegenden Wickellage oder umgekehrt gewechselt werden soll, ist es durch entsprechende Veränderung der Fokuslage pro Lmse 11a, 11b ohne weiteres möglich.