Beschreibung
Verfahren zum Betrieb einer Gasturbine und Gasturbine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer
Gasturbine mit einer Mehrzahl von Hybridbrennern m einer Brennkammer. Die Erfindung betrifft außerdem eine Gasturbine mit einer Mehrzahl von Hybridbrennern m einer Brennkammer.
Das Prinzip eines Hybridbrenners ist beschrieben in dem Artikel „Progress in Nox and CO Emission Reduction of Gas Turbi- nes", H. Maghon, P. Behrenbnnk, . Termuehlen und G. Gärtner, ASME/IEEE Power Generation Conference, Boston, October 1990.
In der DE 196 37 725 AI sind ein Verfahren und eine Einrichtung zur Verbrennung von Brennstoff mit Luft in einer Brennkammer beschrieben. Der Brennkammer werden durch zumindest einen Lufteinlaß die Luft und durch mehrere Brenner der Brennstoff zugeführt. Dabei hat jeder Brenner einen charakteristischen Phasengang, z.B. eine zugehörige Verzugszeit, entsprechend einer Zeitdauer, nach der ein akustischer Impuls in der Brennkammer einen thermischen Impuls bei der Verbrennung des über diesen Brenner zugefuhrten Brennstoffes hervorruft. Die Zufuhrung des Brennstoffes über die Brenner wird derart gesteuert, daß die Verzugszeiten der Brenner wesentlich verschieden untereinander sind. Die Verzugszeit eines Brenners entspricht einem Phasenunterschied am Ort des Brenners zwischen einer akustischen Schwingung m der Brennkammer und ei- ner thermischen Schwingung am Brenner. Solche Verbrennungsschwingungen werden durch die Wechselwirkung zwischen der Akustik der Brennkammer und einer thermischen Leistungsfreisetzung bei der Verbrennung hervorgerufen. Diese Verbrennungsschwingungen können zu hohen Larmbelastungen oder gar zu mechanischen Beschädigungen fuhren. Bei einer Anordnung mit mehreren Brennern m einer Brennkammer können sich von den einzelnen Brennern ausgehende Verbrennungsschwingungen gegen-
seitig verstärken. Dadurch, daß den Brennern unterschiedlich große Brennstoffmengen zugeführt werden, werden die Verzugszeiten für die Brenner unterschiedlich. Die Verzugszeit eines Brenners in einer Brennkammer setzt sich zusammen aus ver- schiedenen Summanden, die jeweils auf einzelnen Komponenten des Systems aus Brenner, Brennkammer und Flamme zurückführbar sind. Die auf den Brenner und die Brennkammer beziehbaren Summanden bestimmen sich hauptsächlich durch die Geometrie von Brenner und Brennkammer; ein auf die Flamme selbst zu- rückführbarer Summand ist wesentlich durch die Eigenschaften der Verbrennung selbst bestimmt. Der Summand selbst läßt sich weiter zerlegen in eine konvektive Verzugszeit, die eine Transportzeit für den Transport der Reaktionspartner zur Flammenfront, wo die Verbrennung einsetzt, charakterisiert, eine Aufheizungszeit, welche die Zeit für die Aufheizung der Reaktionspartner auf die zur Zündung erforderliche Temperatur angibt, sowie eine reaktionskinetische Verzugszeit, welche durch den Ablauf der Verbrennung selbst bestimmt ist. In der Regel überwiegt die konvektive Verzugszeit die beiden anderen Summanden deutlich. Unterschiedliche Verzugszeiten bei den verschiedenen Brennern führen dazu, daß sich die von den einzelnen Brennern ausgehenden Verbrennungsschwingungen nicht mehr gegenseitig verstärken.
Aufgabe der Erfindung ist die Angabe eines Verfahrens zum Betrieb einer Brenneranordnung, bei dem Verbrennungsschwingun- .gen weitgehend unterdrückt werden. Weitere Aufgabe der Erfindung ist die Angabe einer Gasturbine, die insbesondere hinsichtlich einer geringen Neigung zur Ausbildung von Verbren- nungsSchwingungen günstige Eigenschaften aufweist.
Erfindungsgemäß wird die auf ein Verfahren gerichtete Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb einer Brenneranordnung mit einer Mehrzahl von Hybridbrennern in einer Brennkammer, wobei jeder Hybridbrenner einen Pilotbrenner und einen Hauptbrenner aufweist und wobei jedem Pilotbrenner eine Pilot- brennstoffmenge zugeleitet wird, wobei mindestens zwei der
Pilotbrenner mit einer unterschiedlichen Pilotbrennstoffmenge betrieben werden, und wobei der Unterschied in der Pilot- brennstoffmenge abhängig von einer Abgabeleistung der Brenneranordnung eingestellt wird.
Ein Hybridbrenner weist einen Pilotbrenner und einen Hauptbrenner auf. Der Pilotbrenner arbeitet vorzugsweise als ein Diffusionsbrenner, d. h. Brennstoff und Verbrennungsluft werden in der Brennkammer durch Diffusion gemischt und ver- brannt. Der Hauptbrenner ist ein Vormischbrenner, d. h.
Brennstoff und Verbrennungsluft werden vor Eintritt in die Brennkammer vermischt und anschließend verbrannt. Dabei entzündet sich in der Regel das Brennstoffge isch des Hauptbrenners an der Flamme des Pilotbrenners.
Die Brenneranordnung gibt eine Leistung ab. Diese Abgabeleistung kann z. B. eine Leistung für einen Heizkessel oder eine Leistung für den Antrieb einer Turbine sein. Hohe Abgabeleistungen werden durch den Betrieb der Hauptbrenner erreicht, wobei die Pilotbrenner in erster Linie zur Stabilisierung der Verbrennung des Hauptbrenners verantwortlich sind. Bei niedrigen Abgabeleistungen kann auch ausschließlich der Pilotbrenner als Diffusionsbrenner arbeiten.
Wie oben beschrieben, kann es bei einer solchen Brenneranordnung zur Ausbildung einer VerbrennungsSchwingung kommen. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß eine statische Zuführung einer unterschiedlichen Brennstoffmenge zu den Brennern zu einer Unterdrückung von Verbrennungsschwingungen nicht über den ganzen Bereich der möglichen Abgabeleistung, auch Last genannt, der Brenneranordnung durchführbar ist. Bei niederen Abgabeleistungen müssen die Pilotbrenner in der Regel mit einer hohen Brennstoffmenge versorgt werden, um ein mageres Brennstoffgemisch des Hauptbrenners stabil zu zünden. Indem nun bei mindestens zwei der Pilotbrenner die jeweils zugeführten Pilotbrennstoffmengen abhängig von der Abgabeleistung der Brenneranordnung eingestellt werden, ergibt sich
eine Verstimmung der Brenner untereinander, angepaßt an den jeweiligen Betriebszustand. Die Zufuhr unterschiedlicher Pi- lotbrennstoff engen ist abgestimmt auf die zur Stabilisierung der Verbrennung erforderliche Mindestpilotbrennstoff enge . Die Brenneranordnung ist somit einerseits stabil bei niederen Lasten betreibbar und andererseits sind Verbrennungsschwingungen durch die Zufuhr unterschiedlicher Pilotbrennstoffmengen zu mindestens zwei der Pilotbrenner mittels der dadurch bewirkten unterschiedlichen Verzugszeiten der Pilotbrenner wirksam unterdrückbar.
Bevorzugt steigt der Unterschied in der Pilotbrennstoffmenge mit steigender Abgabeleistung an. Damit wird bei erhöhter Abgabeleistung ein größerer Unterschied in der Pilotbrennstoff- menge einstellbar, ohne die Stabilität der Verbrennung zu beeinträchtigen. Da es gerade bei höheren Abgabeleistungen zu störenden Verbrennungsschwingungen kommt, ist hier ein Betrieb der Pilotbrenner mit unterschiedlicher Pilotbrennstoffmenge hinsichtlich der Unterdrückung von Verbrennungschwin- gungen besonders vorteilhaft.
Bevorzugt wird bei Maximallast der Gasturbine ein Großteil der Hybridbrenner mit ein bis zwei Prozent einer maximalen Pilotbrennstoffmenge und der Rest der Hybridbrenner mit fünf bis 15 Prozent der maximalen Pilotbrennstoffmenge betrieben.
Bevorzugtermaßen werden bei Abgabeleistungen oder Lasten oberhalb von 60% der Maximalabgabeleistung der Brenneranordnung eine erste Anzahl der Hybridbrenner mit einer ersten Pi- lotbrennstoffmenge und eine zweite Anzahl der Hybridbrenner mit einer zweiten Pilotbrennstoffmenge betrieben, wobei die erste Anzahl mehr als 4 mal so groß wie die zweite Anzahl und die zweite Pilotbrennstoffmenge mehr als 2 mal so groß wie die erste Pilotbrennstoffmenge ist. Bei Abgabeleistungen oberhalb von 60% der Maximalabgabeleistung der Brenneranordnung reicht es aus, eine vergleichsweise geringe Anzahl der Hybridbrenner mit einer geringeren Pilotbrennstoffmenge zu
betreiben, als die übrigen Hybridbrenner. Auf diese Weise wird eine Leistungsfreisetzung aus den Pilotbrennern kaum reduziert und trotzdem eine Verbrennungsschwingung wirksam unterdrückt. Vorzugsweise wird das Verfahren in einer Gastur- bine mit einer Ringbrennkammer, angewendet. Dies kann eine stationäre Gasturbine oder ein Flugtriebwerk sein. Bei den großen Abgabeleistungen einer Gasturbine kann es zu sehr starken VerbrennungsSchwingungen kommen. Gerade bei einer Ringbrennkammer sind solche VerbrennungsSchwingungen prak- tisch nicht vorhersagbar und müssen durch zusätzliche Maßnahmen bekämpft werden. Die lastabhängig unterschiedliche Einstellung der Pilotbrennstoffmengen bietet hier ein einfaches und effizientes Mittel zur Unterdrückung von Verbrennungsschwingungen .
Erfindungsgemäß wird die auf eine Gasturbine gerichtete Aufgabe gelöst durch eine Gasturbine mit einer Mehrzahl von Hybridbrennern in einer Brennkammer, wobei jeder Hybridbrenner einen Pilotbrenner und einen Hauptbrenner aufweist und wobei jedem Pilotbrenner eine Pilotbrennstoffmenge zuleitbar ist, wobei eine Steuereinheit zur lastabhängigen Steuerung der Zufuhr unterschiedlich großer Pilotbrennstoffmengen zu mindestens zwei der Pilotbrenner vorgesehen ist.
Vorteile einer solchen Gasturbine ergeben sich entsprechend den Ausführungen zu den Vorteilen des Verfahrens zum Betrieb einer Gasturbine.
Die Erfindung wird in einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen näher erläutert: Es zeigen schematisch und nicht maßstäblich:
FIG 1 eine Gasturbine mit einer Ringbrennkammer und FIG 2 einen Längsschnitt durch einen Hybridbrenner.
FIG 1 zeigt eine entlang einer Achse 3 gerichtete Gasturbine 1. Entlang der Achse 3 hintereinander angeordnet sind ein
Verdichter 5, eine Ringbrennkammer 7 und eine Turbine 9. Entlang eines Umfanges der Ringbrennkammer 7 sind eine Vielzahl von Hybridbrennern 11 angeordnet. Zu jedem Hybridbrenner 11 führt eine BrennstoffZuleitung 13 für Pilotbrennstoff. In ei- nen Teil der BrennstoffZuleitungen 13 ist eine Steuereinheit 15 geschaltet. Die Steuereinheit 15 könnte auch in alle der Brennstoffzufuhrleitungen 13 geschaltet sein. Zur Steuereinheit 15 führt weiterhin eine Signalleitung 17.
Die Gasturbine 1 kann bei unterschiedlichen Abgabeleistungen oder Lasten betrieben werden. Die Leistungsfreisetzung aus einer Verbrennung von Brennstoff und Verbrennungsluft führt zu einer abgegebenen Leistung der Gasturbine 1. Über die Signalleitung 17 wird der Steuereinheit 15 ein Signal zuge- führt, welches die Größe einer momentanen Abgabeleistung der Gasturbine 1 wiedergibt. Aufgrund dieses Ξignales regelt die Steuereinheit 15 die Pilotbrennstoffmenge in den angeschlossenen Brennstoffzufuhrleitungen 13. Die Steuereinheit 15 braucht nicht notwendigerweise direkt mit den Brennstoffzu- fuhrleitungen 13 verbunden zu sein. Sie könnte auch Ventile ansteuern, welche in den Brennstoffzufuhrleitungen 13 angeordnet sind. Durch die Steuereinheit 15 wird mindestens zwei der Hybridbrenner 11 eine unterschiedliche Pilotbrennstoffmenge zugestellt. Durch diese unterschiedliche Pilotbrenn- stoffmenge ergeben sich für diese Hybridbrenner 11 unterschiedliche Verzugszeiten. Die Verzugszeiten kennzeichnen dabei einen Phasenunterschied zwischen einer akustischen Schwingung in der Brennkammer 7 und einer Schwingung einer thermischen Leistungsfreisetzung am jeweiligen Hybridbren- ner 11. Durch die unterschiedlichen Verzugszeiten werden diese Phasenlagen so geändert, daß sich Verbrennungsschwingungen, welche von den einzelnen Hybridbrennern 11 ausgehen, sich gegenseitig schwächen, zumindest aber nicht gegenseitig verstärken. Hierdurch wird eine Unterdrückung der Ausbildung einer Verbrennungsschwingung erreicht.
In FIG 2 ist in einem Längsschnitt schematisch ein Hybridbrenner 11 dargestellt. Der Hybridbrenner 11 weist einen zentralen Pilotbrenner 21 auf. Dem Pilotbrenner 21 wird über eine Brennstoffzufuhrleitung 13 eine Pilotbrennstoffmenge 23 und über einen Luftkanal 22 Verbrennungsluft 24 zugeführt. Der Pilotbrenner 21 ist konzentrisch von einem ringkanalför- migen Hauptbrenner 25 umgeben. In diesem wird ein vorgemischter Brennstoff-Luftstrom 27 geführt, welcher sich an einer Pilotflamme 29 des Pilotbrenners 21 entzündet. In die Brenn- stoffzufuhrleitung 13 ist eine Steuereinheit 15 geschaltet. Diese regelt abhängig von einem Signal aus einer Signalleitung 17 die in der Brennzufuhrleitung 13 zugeführte Pilotbrennstoffmenge 23. Diese Regelung erfolgt dabei abhängig von der abgegebenen Leistung einer hier nicht näher dargestellten Gasturbine, in die der Hybridbrenner 11 eingebaut ist. Bei einer niederen Abgabeleistung wird dem Pilotbrenner 21 die maximale Pilotbrennstoffmenge 23 zugeführt, um damit ein relativ mageres Brennstoff Luftgemisch 27 im Hauptbrenner 25 durch eine intensive Pilotflamme 29 stabil zu zünden. Bei ei- ner höheren Leistung ergibt sich ein fetteres Gemisch für den Brennstoffluftstro 27. Somit genügt auch eine etwas kleinere Pilotbrennstoffmenge 23, um mit Hilfe der Pilotflamme 29 eine stabile Verbrennung des Brennstoff Luftgemisches 27 aufrechtzuerhalten.
Ein kleiner Teil der Hybridbrenner wird mit einer gegenüber den restlichen Hybridbrennern 11 erhöhten Pilotbrennstoffmenge betrieben. Dies bewirkt eine effiziente Unterdrückung von Verbrennungsschwingungen.