Elektronisches Vorschaltgerät
Die Erfindung betrifft ein elektronisches Vorschaltgerät nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Elektronische Vorschaltgeräte zum Betreiben von Niederdruckentladungslampen weisen üblicherweise eine Vorheizung der Elektroden auf, wobei eine stromgesteuerte Vorheizung und eine spannungsgesteuerte Vor- heizung bekannt sind. Bei der stromgesteuerten Vorheizung werden die Heizwendeln der Entladungslampe in Reihe mit dem Lampenparallelkondensator betrieben. Aufgrund einer Frequenzverschiebung ist eine Vorheizung möglich, wobei die Vorheizfrequenz höher als die Betriebsfrequenz ist und wobei mit steigender Frequenz der Strom fällt. Die Höhe der Vorheizung, d.h. des Vorheizstroms wird durch die Größe des Kondensators, die Vorheizfrequenz und die maximale Vorheizspannung am Leuchtmittel bestimmt. Je nach Leuchtmit- teltyp kann es hierbei jedoch zu großen Betriebsver-
lusten und einer sehr geringen Startspannung kommen. Darüber hinaus muß für jeden Leuchtmitteltyp ein ihm zugeordneten Kondensator verwendet werden, so daß das Vorschaltgerät immer auf den verwendeten Lampentyp angepaßt sein muß.
Bei der spannungsgesteuerten Vorheizung wird beispielsweise durch extra Heiztransformatoren oder Heizwicklungen auf der Ausgangsdrossel eine Spannung an die Heizwendeln angelegt. Auch hier ist eine Vorheizung durch Frequenzverschiebung möglich. Ein Vorteil dieser Schaltung besteht darin, daß der Lampen- parallelkondensator relativ frei gewählt werden kann, ein entscheidender Nachteil ist jedoch, daß im ersten Moment bei kalten Heizwendeln ein relativ großer
Heizstrom fließt und somit weitere Maßnahmen zur besseren Heizstromeinstellung nötig sind. Ein EVG mit einer solchen Vorheizung ist aus der EP 0 535 911 AI und der EP 0 769 889 AI bekannt, wobei der Heizstrom durch eine kapazitive Last bzw. einer kapazitiven und ohmschen Last begrenzt wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine elektronisches Vorschaltgerät mit Vorheizung zu schaffen, bei dem die Betriebsverluste aufgrund der Vorheizung gering gehalten werden und bei dem ein überhöhter Einschaltstrom vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kenn- zeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs gelöst. Aufgrund der Verwendung eines Transformators, der beim Einschalten schnell in die Sättigung geht und bei dem die Primärwicklung in Reihe zu dem Lampenparallelkon- densator geschaltet ist und bei dem jeweils eine Se- kundärwicklung parallel zu der jeweiligen Heizwendel liegt, werden praktisch beide vorbekannten Vorheizme-
t oden miteinander verknüpft. Im ersten Einschaltmoment überwiegt die stromgesteuerte Vorheizung, um binnen kürzester Zeit in ein spannungsgesteuerte Vorheizung überzugehen. Dadurch entfällt ein erster stark überhöhter Einschaltstrom, so daß auch empfindliche Heizwendeln ohne größeren zusätzlichen Aufwand angesteuert werden können. Darüber hinaus kann ein sogenanntes Universal EVG zur Verfügung gestellt werden, da der Lampenparallelkondensator relativ frei gewählt werden kann und somit nur ein Kondensator für alle bzw. mehrere Leuchtmitteltypen verwendet werden kann.
Da nur ein Kondensator notwendig ist, der sowohl die Funktion der Lieferung der Zündspannung als auch die Funktion der Lieferung der Vorheizenergie mit Begrenzung durch den Ringkerntransformator übernimmt, können Bauteile gespart werden, d.h. der Bauteileaufwand gegenüber dem Stand der Technik ist weitaus geringer.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt die schaltungsgemäße Ausgestaltung eines von einem Wechselrichter versorgten Lastkreises.
Die in der Figur dargestellte Schaltung für elektronische Vorschaltgeräte weist als Ausgangskreis des Vorschaltgerätes eine Standard-Halbbrückenschaltung auf, die durch die elektronischen Schalter Tl und T2 sowie durch die zwei Halbbrückenkondensatoren CHι und CH2 dargestellt ist. Die Halbbrückenschaltung liegt an der Versorgungsspannung +Ut>. An den Verbindungspunkt zwischen den zwei elektronischen Schaltern Tl, T2 ist eine Drossel Ll geschaltet, die mit dem einen Anschluß der einen Heizwendel 2 der Entladungslampe 1
verbunden ist. Die andere Heizwendel 3 ist mit einem Anschluß mit dem Verbindungspunkt der zwei Halbbrük- kenkondensatoren CHι, CH2 verbunden. Normalerweise kann jedoch auch der eine oder der andere Kondensator der Halbbrücke entfallen.
Der üblicherweise parallel zur Lampe 1 liegende Kondensator ist mit Ci bezeichnet, wobei entsprechen der Erfindung der Kondensator mit der Primärwicklung 4 eines Transformators 2 verbunden ist, derart, daß zur Entladungslampe 1 parallel die Reihenschaltung bestehend aus Kondensator CI und Primärwicklung 4 liegt. Der Kondensator CI ist dabei so bemessen, daß er bei der Vorheizfrequenz nicht die Zündspannung erreicht, die aber dazu durch die Frequenzverschiebung geliefert wird. Der Trans-formator 2 weist neben der Primärwicklung 4 zwei Sekundärwicklungen 5, 6 auf, wobei alle Wicklungen auf einem Ringkern angeordnet sind, so daß der Transformator als Ringkerntransformator ausgebildet ist. In Reihe mit der jeweiligen Sekundärwicklung 5, 6 liegt ein Koppelkondensator Ci und Ck2, wobei Koppelkondensator und Sekundärwicklung jeweils parallel zur jeweiligen Heizwendel 2,3 angeordnet sind. Die Koppelkondensatoren dienen zur Gleich- Stromentkopplung. Der Ringkerntransformator 2 zeichnet sich dadurch aus, daß er bei einem über einer Grenze liegenden Stromstoß sofort in die Sättigung geht, da kein Luftspalt vorhanden ist.
In nicht dargestellten Ausführungsbeispielen kann der Lampenparallelkreis, d.h. Kondensator mit Heiztrans- formator direkt gegen +Ub oder Masse (GN) ) gelegt werden. Eine Anbindung an die kapazitive Halbbrücke ist nicht unbedingt erforderlich.
Im Moment des Einschaltens wird nach kürzester Zeit
(ein paar Mikrosekunden) eine hochfrequente Wechselspannung erzeugt, und bei höherer Vorheizfrequenz fließt ein Strom durch den Ausgangsschwingkreis bestehend aus Drossel Ll und Kondensator CI. Der Span- nungsabfall am Kondensator bestimmt die Vorheizspannung. Der in der Primärwicklung 4 fließende Strom induziert über den Ringkern in den Sekundärwicklungen die Vorheizströme für die Heizwendeln 2, 3, die über die Sättigungserscheinung im Ringkern begrenzt wer- den, da der Ringkern beim Hochlaufen des Vorschaltge- rätes, bei dem ein hoher Strom fließt, sofort in die Sättigung gegangen ist. Beim Übergang zur Normalfrequenz wird die Spannung über den Kondensator CI durch beginnende Resonanzerscheinungen immer größer. Auch der Strom wird immer größer, jedoch begrenzt der
Ringkern auch hier die Heizströme. Sobald die Zündspannung des Leuchtmittels bzw. der Entladungslampe 1 erreicht ist, zündet die Lampe und die Spannung bricht auf die Betriebsspannung der Lampe zusammen. Bei der Betriebsfrequenz ist der Blindstrom durch den Kondensator Ci viel kleiner, wodurch auch der Heizstrom kleiner wird und die Verluste in den Heizwendeln 2, 3 verringern sich.
Durch die Schaltung ist eine aus einer stromgesteuerten Vorheizung und einer spannungsgesteuerten Vorheizung kombinierte Vorheizung gegeben, wobei im ersten Einschaltmoment die stromgesteuerte Vorheizung überwiegt, die binnen kürzester Zeit in eine spannungsge- steuerte Vorheizung übergeht.