Vorrichtung zum Bestimmen eines Fixationspunktes
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bestim- en eines Fixationspunktes eines anthropomorph aufgebauten Auges beim Betrachten eines Gegenstandes mit einer Augenreferenzpunktsdetektions- einrichtung, mit der räumliche Augenreferenzpunkts- koordinatenwerte eines Augenreferenzpunktes be- stimmbar sind, mit einer Blickrichtungsdetektions- einrichtung, mit der eine Blickrichtung des Auges als Blickrichtungsfunktion bestimmbar ist, und mit einer Recheneinrichtung, mit der aus der Blickrichtungsfunktion und den Augenreferenzpunktskoordina- tenwerten der Fixationspunkt des Auges bestimmbar ist.
Eine derartige Vorrichtung ist aus dem Abschlußbericht zu dem von dem Bundesministerium für Bil- düng, Wissenschaft, Forschung und Technologie unter dem Förderkennzeichen 01BK203/8 geförderten Projekt "Fernseh-Bildgüte bei dynamischem Blickverhalten", Anlage 2, bekannt. Bei der vorbekannten Vorrichtung ist als Augenreferenzpunktsdetektionseinrichtung ein raumfest angeordneter Kopfstellungssender und ein beispielsweise an einem brillenartigen Gestell an einem Kopf eines Anwenders angebrachten Kopfstellungsdetektor vorgesehen. Weiterhin verfügt die Vorrichtung über eine Recheneinrichtung, mit der die Relativlage des KopfStellungsdetektors in bezug auf den Kopfstellungssender in Raumkoordinaten, nämlich der Abstand und die Verdrehung des Kopf- stellungsdetektors zu dem Kopfstellungssender, berechenbar ist.
Weiterhin weist die vorbekannte Vorrichtung eine Blickrichtungsdetektionseinrichtung auf, die ebenfalls an dem Gestell angebracht und zum Erfassen einer Blickrichtungsfunktion eines Auges, dessen Fixationspunkt auf einem Bildschirm zu erfassen ist, eingerichtet ist. Dabei wird die Blickrichtungsfunktion mit Hilfe eines Kalibrierverfahrens aus der bekannten Tatsache gewonnen, daß die mittels zweier Meßwerte erfaßte Augenstellung ein- deutig einer Blickrichtungsfunktion zugeordnet werden kann. Weiterhin wird bei der vorbekannten Vorrichtung beispielsweise durch Abschätzung ein Translationsvektor zwischen dem KopfStellungsdetektor und einem Augenreferenzpunkt, beispielsweise dem Pupillenmittelpunkt oder dem Augenmittelpunkt, ermittelt.
Zum Bestimmen des Fixationspunktes auf dem Bildschirm wird mittels der Recheneinrichtung verhält- nismäßig rechenaufwendig die Blickrichtungsfunktion skaliert, um den Translationsvektor verschoben, mit einer die Verdrehung des Kopfes gegenüber dem Kopfstellungssender repräsentierenden Drehmatrix multipliziert und um den Abstandsvektor zwischen dem Kopfstellungssender und dem KopfStellungsdetektor korrigiert. Zur Berechnung des Skalierungs aktors wird die die Kopfverdrehung repräsentierende Drehmatrix zum einen mit dem Translationsvektor zwischen dem Kopfstellungsdetektor und dem Augen- referenzpunkt und zum anderen mit der vektoriellen Blickrichtungsfunktion mit nachfolgender Quotientenbildung multipliziert und die beiden Multiplikationsergebnisse miteinander dividiert.
Aus dem Artikel "Gaze Point Detection System Allowing Head Motion" von M. Iida und A. Tomono in Systems and Computers in Japan, Vol. 23, No. 6, 1992 ist eine ähnlich aufgebaute Vorrichtung mit einem an einem Kopf anzubringenden Gestell bekannt, an dem ein Kopfstellungssender zugeordneter Kopfstellungsdetektor, eine Augenreferenzpunktsdetek- tionseinrichtung und eine Blickrichtungsdetektions- einrichtung angebracht sind.
Aus der US-A-4, 582, 403 ist eine Vorrichtung bekannt, mit der durch Erfassen eines Referenzpunktes mittels einer Referenzpunktserfassungseinrichtung Kopfbewegungen beim Bestimmen eines Fixationspunk- tes ausgleichbar sind. Bei Ausgestaltungen dieser Vorrichtung ist zum einen in für einen Anwender wenig komfortabler Weise ein brillenartiges Gestell vorgesehen, das einen Referenzpunktsdetektor zum Erfassen eines Referenzpunktes auf einem Bildschirm sowie eine Blickrichtungsdetektionseinrichtung trägt. Bei einer anderen Ausgestaltung ist vorgesehen, den zu beobachtenden Referenzpunkt beispielsweise auf der Stirn eines Anwenders durch einen im infraroten Spektralbereich hochreflektiven Beschichtungspunkt auszugestalten. Allerdings besteht hier die Gefahr, daß sich der Beschichtungspunkt ablöst und die Vorrichtung vollkommen neu kalibriert werden muß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, die in einer für den Benutzer absolut störungsfreien Art und Weise schnell die Erfassung eines Fixationspunktes auf einem betrachteten Gegenstand gestattet.
Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Augenreferenzpunktsdetektionseinrichtung einen als Flächendetektor ausgebildeten Augenrefe- renzpunktsdetektor aufweist, mit dem das Auge innerhalb eines vorbestimmten Raumbereiches abbildbar ist, daß die Blickrichtungsdetektionseinrich- tung über einen als Flächendetektor ausgebildeten Blickrichtungsdetektor verfügt, der auf einem in zwei überlagerbaren Richtungen schwenkbaren und neigbaren Schwenk/Neigeelement angebracht ist, wobei mit dem Blickrichtungsdetektor wenigstens die Pupille und die unmittelbare Pupillenumgebung abbildbar ist und das Schwenk/Neigeelement von einer mit Steuersignalen aus der Augenreferenzpunkts- detektionseinrichtung speisbaren und derart nachführbaren Nachführeinheit so einstellbar ist, daß bei Bewegen des Augenreferenzpunktes im Raum der Blickrichtungsdetektor auf den Augenreferenzpunkt ausgerichtet bleibt, und daß die Recheneinrichtung über eine Kompensationseinheit zur Kompensation der Bewegung des Augenreferenzpunktes verfügt, der dem Gegenstand zugeordnete Gegenstandskoordinatenwerte, dem Blickrichtungsdetektor zugeordnete Blickrich- tungsdetektorkoordinatenwerte, der Blickrichtungsfunktion in einem Blickrichtungskoordinatensystem zugeordnete Blickrichtungswerte, der Ausrichtung des Blickrichtungsdetektors zugeordnete Ausrichtwerte und die Augenreferenzpunktskoordinatenwerte zum Bestimmen des Fixationspunktes einspeisbar sind.
Dadurch, daß zum Bestimmen des Fixationspunktes lediglich das Auge eines Benutzers optisch berüh- rungsfrei erfaßt und mittels der Kompensationsein-
heit Kopfbewegungen durch Verrechnung der der Kompensationseinheit eingespeisten, durch den Augenreferenzpunktsdetektor und den Blickrichtungsdetektor sowie das Schwenk/Neigeelement gewonnenen Daten ist eine verhältnismäßig wenig rechenaufwendige Ermittlung des Fixationspunktes durch Ausführen eines Rotations-, eines Skalierungs- und eines Translationsrechenschrittes erzielt, die bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel mittels eines Rota- tionskompensationsgliedes, eines Skalierungsgliedes und eines Translationskompensationsgliedes der Kompensationseinheit ausführbar sind.
Zu einer hochpräzisen Erfassung des Augenreferenz- punktes ist vorgesehen, sowohl die Augenreferenz- punktsdetektionseinrichtung als auch die Blickrich- tungsdetektionseinrichtung jeweils mit einer Flächenkamera als Flächendetektor auszustatten, wobei die Flächenkamera der Augenreferenzpunktsdetek- tionseinrichtung vorzugsweise den Kopfbereich des Benutzers innerhalb eines Raumbereiches erfaßt, in dem Bewegungen zu erwarten sind, während die Flächenkamera der Blickrichtungsdetektionseinrichtung den unmittelbaren Bereich um die Pupille des Auges hochaufgelöst erfaßt.
Bei einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Augenreferenzpunktsdetektionseinrichtung und die Blickrichtungsdetektionseinrichtung über eine gemeinsame Flächenkamera als Doppeldetektor hoher Auflösung verfügen, wobei die Flächenkamera als Autofokuskamera ausgebildet ist, deren Autofokuseinstellungen der Recheneinheit zum Bestimmen des Abstandes des vorzugsweise aus der Pupille des Auges abgeleiteten Augenreferenzpunktes von der
Detektorebene des Doppeldetektors einspeisbar sind. Dadurch ist der apparative Aufwand verhältnismäßig gering.
Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung. Es zeigen:
Fig. 1 in einem Blockschaltbild ein Ausführungs- beispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei dem eine Augenreferenzpunkts- detektionseinrichtung und eine Blickrich- tungsdetektionseinrichtung jeweils mit einem Flächendetektor ausgestattet sind,
Fig. 2 in einem Blockschaltbild den Aufbau einer Augenreferenzpunktsbewegungskompensat ions- einheit der Vorrichtung gemäß Fig. 1,
Fig. 3 in einer schematischen Darstellung die bei der Vorrichtung gemäß Fig. 1 verwendeten Koordinatensysteme,
Fig. 4 in einer graphischen Darstellung einen Aus- richtvσrgang einer Blickrichtungsdetek- tionseinrichtung des Ausführungsbeispieles gemäß Fig. 1,
Fig. 5 in einer graphischen Veranschaulichung die Funktionsweise von Teilschritten einer in der Augenreferenzpunktsbewegungskompensa- tionseinheit gemäß Fig. 2 erfolgenden Kompensationsschritten und
Fig. 6 in einem Blockschaltbild ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung gemäß der Erfindung, bei der die Augenreferenz- punktsdetektionseinrichtung und die Blick- richtungsdetektionseinrichtung über einen gemeinsamen schwenkbar und neigbar gelagerten Flächendetektor verfügen.
Fig. 1 zeigt in einem Blockschaltbild ein Ausfüh- rungsbeispiel einer Vorrichtung zum Bestimmen eines Fixationspunktes gemäß der Erfindung. Zum Bestimmen eines beispielsweise auf einem Bildschirm 1 eines Arbeitsplatzrechners als von einer Person 2 betrachteter Gegenstand gelegener Fixationspunkt 3, wobei unter Fixationspunkt 3 der Punkt auf dem Bildschirm 1 zu verstehen ist, der von einer Blicklinie 4 eines Auges 5 der Person 2 getroffen wird, ist eine Augenreferenzpunktsdetektionseinrichtung vorgesehen, die über einen Augenreferenzpunkts- detektor 6 verfügt. Der Augenreferenzpunktsdetektor 6 ist beispielsweise durch eine kurzbrennweitige Videokamera als Flächendetektor ausgeführt. Mit dem Augenreferenzpunktsdetektor 6 ist innerhalb eines vorbestimmten Raumbereiches beispielsweise der Kopf-Schulter-Bereich der Person 2 erfaßbar und in einem Kopfbildspeicher 7 als Bilddaten speicherbar. Der Kopfbildspeicher 7 ist an eine Flächenaugen- referenzpunktsbestimmungseinheit 8 der Augenrefe- renzpunktsdetektionseinrichtung angeschlossen, mit der ein Augenreferenzpunkt aus den Bilddaten des Kopfbildspeichers 7 bestimmbar ist. Aus meßtechnischen Gründen ist als Augenreferenzpunkt vorzugsweise der Pupillenmittelpunkt vorgesehen.
Weiterhin verfügt die Vorrichtung gemäß Fig. 1 über einen Blickrichtungsdetektor 9, der beispielsweise durch eine langbrennweitige Videokamera als Flächendetektor gebildet und zusammen mit einer Be- leuchtungseinheit 10 auf einer in zwei Raumrichtungen schwenkbaren und neigbaren Schwenk/Neigeplattform 11 als Schwenk/Neigeelement angebracht ist. Die Beleuchtungseinheit 10 ist beispielsweise als im nahen infraroten Spektralbereich bei bei- spielsweise etwa 880 Nanometer emittierendes Leuchtdiodenarray ausgebildet, dessen Ausgangsstrahlung in die gleiche Richtung wie ein Sichtbereich des Blickrichtungsdetektors 9 abgegeben wird. Der Blickrichtungsdetektor 9 ist mit einem Autofokusmodul ausgestattet, das eine scharfe Abbildung des Auges 5 auch bei Änderung des Abstandes zwischen dem Auge 5 und dem Blickrichtungsdetektor 9 gestattet. Der Blickrichtungsdetektor 9 ist auf das Auge 5 der Person 2 ausgerichtet, dessen Fixa- tionspunkt 3 zu bestimmen ist. Dabei ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 das Auge 5 mit der Pupille, der Hornhaut, üblicherweise auch Cornea genannt, und dem sichtbaren Teil des Glaskörpers erfaßbar.
Der Blickrichtungsdetektor 9 ist an einen Augen- bildspeicher 12 angeschlossen, in dem dessen Bilddaten speicherbar sind. In der Darstellung gemäß Fig. 1 sind als abgespeicherte Bilddaten schema- tisch ein Bild des Auges 5 mit der Pupille 13 und die sie umgebende Regenbogenhaut 14, der sogenannten Iris, mit dem sichtbaren Teil des Glaskörpers 15 als unmittelbare Pupillenumgebung dargestellt. Der Augenbildspeicher 12 ist an eine Flächenblick- richtungsbestimmungseinheit 16 der Blickrichtungs-
bestimmungseinrichtung angeschlossen, mit der beispielsweise nach der bekannten sogenannten "Cornea- Reflex-Methode", bei der aufgrund des monotonen Zusammenhanges zwischen einem durch Bestrahlung mit Ausgangslicht der Beleuchtungseinheit 10 auf der Hornhaut des Auges 5 erfaßten Reflexmittelpunktes 17 und dem Mittelpunkt der Pupille 13 als Meßwerte nach Durchführen eines Kalibriervorganges eine mit der Blickrichtung eineindeutig verknüpfte Blick- richtungsfunktion berechenbar ist. Weiterhin sind mit der Flächenblickrichtungsbestimmungseinheit 16 in einem dem Blickrichtungsdetektor 9 zugeordneten Blickrichtungsdetektorkoordinatensystem die flächigen zweidimensionalen Koordinaten des Augenrefe- renzpunktes in der Detektorebene des Blickrichtungsdetektors 9 bestimmbar.
Die Augenreferenzpunktsdetektionseinrichtung der Vorrichtung gemäß Fig. 1 weist eine an die Flächen- augenreferenzpunktsbestimmungseinheit 8 angeschlossene Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 auf, die an die Flächenblickrichtungsbestimmungs- einheit 16 angeschlossen und mit Augenreferenz- punktskoordinatenwerten in dem Blickrichtungskoor- dinatensystem beaufschlagbar ist. Weiterhin ist die Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 mit Ursprungsraumkoordinaten als Blickrichtungsdetek- torkoordinatenwerte aus einem Blickrichtungsdetek- torkoordinatenspeicher 19 beaufschlagbar, die den Ursprung des Blickrichtungskoordinatensystemes repräsentieren.
Die Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 ist mit Parameterdaten aus einem Blickrichtungs- detektorparameterspeicher 20 beaufschlagbar, die
Abbildungseigenschaften des Blickrichtungsdetektors 9 zugeordnet sind. Schließlich ist die Raumaugen- referenzpunktsbestimmungseinheit 18 mit einem Schwenkwinkelwert und einem Neigungswinkelwert aus einer Nachführeinheit 21 der Blickrichtungsdetek- tionseinrichtung beaufschlagbar, mit denen über zugeordnete Stellsignale Verstellelemente der Schwenk/Neigeplattform 11 zum Ausrichten des Blickrichtungsdetektors 9 und der Beleuchtungseinheit 10 auf das Auge 5 der Person 2 ansteuerbar sind.
An die Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 sind weiterhin ein Augenreferenzpunktsdetektorpara- meterspeicher 22 und ein Augenreferenzpunktsdetek- torkoordinatenspeicher 23 angeschlossen, denen Geräteparameter des Augenreferenzpunktsdetektors 6 und Ursprungskoordinatenwerte eines dem Augenreferenzpunktsdetektor 6 zugeordneten Augenreferenz- punktsdetektorkoordinatensystems zum Berechnen von Augenreferenzpunktskoordinatenwerten einspeisbar sind.
Mit der Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 sind räumliche Augenreferenzpunktskoordinaten- werte sowohl in dem Blickrichtungskoordinatensystem als auch in einem dem Bildschirm 1 zugeordneten Displaykoordinatensystem berechenbar. Die Augenreferenzpunktskoordinatenwerte in dem Blickrichtungskoordinatensystem sind über ein Rückführlei- tung auf die Nachführeinheit 21 rückführbar und dienen zur Ermittlung von neuen Neigungswinkelwer- ten und neuen Schwenkwinkelwerten zum nachführenden Ausrichten des Blickrichtungsdetektors 9 auf das Auge 5.
Augenreferenzpunktskoordinatenwerte in dem Display- koordinatensystem sind über eine Raumaugenreferenz- punktsleitung 18 ' einer an die Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 angeschlossenen Augen- referenzpunktsbewegungskompensationseinheit 24 einer Recheneinheit einspeisbar, die weiterhin über eine Blickrichtungsleitung 16* an die Flächenblick- richtungsbestimmungseinheit 16, über eine Blick- richtungsdetektorkoordinatenleitung 19 ' an den Blickrichtungsdetektorkoordinatenspeicher 19, über eine Nachführleitung 21' an die Nachführeinheit 21 sowie über eine Bildschirmkoordinatenleitung 25 ' an einen Bildschirmkoordinatenspeicher 25 angeschlossen ist. Mittels der Flächenblickrichtungsbestim- mungseinheit 16 sind der Augenreferenzpunktsbe- wegungskompensationseinheit 24 Blickrichtungsfunk- tionswerte in dem Blickrichtungskoordinatensyste einspeisbar. Von der Nachführeinheit 21 sind der Augenreferenzpunktsbewegungskompensationseinheit 24 die Schwenkwinkelwerte und Neigungswinkelwerte des Blickrichtungsdetektors 9 zuführbar.
Schließlich sind der Augenreferenzpunktsbewegungs- kompensationseinheit 24 die Ursprungskoordinaten- werte für den Blickrichtungssensor 9 im zugeordneten Blickrichtungskoordinatensystem aus dem Blick- richtungsdetektorkoordinatenspeicher 19 und die räumlichen Koordinatenwerte des Bildschirmes 1 als Gegenstandskoordinatenwerte aus dem Bildschirmkoor- dinatenspeicher 25 einspeisbar. Wie weiter unten näher erläutert ist, sind mit der Augenreferenz- punktsbewegungskompensationseinheit 24 unter Kompensation von beispielsweise durch Kopfdrehungen und/oder Kopfverschiebungen hervorgerufenen räum- liehe Änderungen des Augenreferenzpunktes die
Blickrichtungsfunktionswerte in dem Blickrichtungskoordinatensystem in Fixationspunktskoordinaten- werte des Fixationspunktes 3 in dem Displaykoordinatensystem transformierbar und einer der Augen- referenzpunktskompensationseinheit 24 nachgeord- neten Fixationspunktskoordinatenauswerteeinheit 26 über eine Fixationspunktsleitung 24' einspeisbar. Mittels der Fixationspunktskoordinatenauswerteein- heit 26 sind beispielsweise Schaltfunktionen zur Steuerung des den Bildschirm 1 aufweisenden Ar- beitsplatzrechners auslösbar, wenn der Fixationspunkt 3 in bestimmte Schaltfunktionen symbolisch darstellende Fensterbereiche fällt und dort über eine gewisse Zeit verbleibt.
Fig. 2 zeigt in einem Blockschaltbild die Augenreferenzpunktsbewegungskompensationseinheit 24 gemäß Fig. 1, die über ein Rotationskompensations- glied 27, ein Skalierungsglied 28 und ein Trans- lationskompensationsglied 29 verfügt. Das Rota- tionskompensationsglied 27 ist an die Blickrichtungsleitung 16', die Nachführwerteleitung 21' und die Bildschirmkoordinatenleitung 25' angeschlossen. Mit dem Rotationskompensationsglied 27 sind die Blickrichtungsfunktionswerte mittels einer Rotationsmatrix, die den Neigungswinkelwert und den Schwenkwinkelwert des Blickrichtungsdetektors 9 sowie räumliche Koordinatenwerte des Bildschirmes 1 als Gegenstandskoordinatenwerte enthält, in ein bewegliches kopffestes Kopfkoordinatensystem transformierbar.
Das dem Rotationskompensationsglied 27 nachgeord- nete Skalierungsglied 28 ist an die Raumaugenrefe- renzpunktsleitung 18 ' , die Blickrichtungsdetektor-
koordinatenleitung 19' und die Bildschirmkoordinatenleitung 25' angeschlossen. Mit dem Skalierungsglied 28 sind die Blickrichtungsfunktionswerte in dem Kopfkoordinatensystem unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Abbildung der Blickrichtungsfunktion auf den Blickrichtungsdetektor 9 proportional zu dem Abstand zwischen dem Auge 5 und dem Blickrichtungsdetektor 9 und die Abbildung auf dem Bildschirm 1 proportional zu dem Abstand zwischen dem Auge 5 und dem Bildschirm 1 ist, mit einem Skalierungsfaktor zum Bestimmen der Abbildungsgröße der Blickrichtungsfunktionswerte auf dem Bildschirm 1 multiplizierbar.
Das dem Skalierungsglied 28 nachgeordnete Trans- lationskompensationsglied 29 ist schließlich an die Raumaugenreferenzpunktsleitung 18 ' sowie die Bild- schirmkoordinatenleitung 25' angeschlossen und zum Verschieben des Koordinatenursprunges des Kopfkoor- dinatensystemes zu dem Ursprung des Displaykoordi- natensystemes eingerichtet. Die somit bestimmten Fixationspunktskoordinaten in dem Displaykoordinatensystem sind über die Fixationspunktsleitung 24' der Fixationspunktskoordinatenauswerteeinheit 26 gemäß Fig. 1 einspeisbar.
Fig. 3 zeigt in einer schematischen Darstellung die bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung relevanten Koordinatensysteme. Ein dem Bildschirm 1 zugeordne- tes Displaykoordinatensystem 30 hat seinen Ursprung beispielsweise in der Darstellung gemäß Fig. 3 in der linken oberen Ecke des Bildschirmes 1. Ist der Bildschirm 1 raumfest angeordnet, ist es zweckmäßig, das Displaykoordinatensystem 30 als Welt- koordinatensystem zu wählen. Die von der Blicklinie
4 beaufschlagte Displayoberfläche 31 liegt in der durch die x.-Achse 32 und die yD~Achse 33 des Dis- playkoordinatensystems 30 aufgespannten x-y -Ebene. Eine zD-Achse 34 des Displaykoordinatensystemes 30 ist in Richtung des Auges 5 gerichtet. Mit dem so gewählten Displaykoordinatensystem 30 hat ein Fixationspunkt 3 auf der Displayoberfläche 31 die Koordinaten dD=(dDχ,dDγ,0) .
Dem Augenreferenzpunktsdetektor 6 ist ein Augenreferenzpunktskoordinatensystem 35 zugeordnet, dessen xp-Achse 36 und yp-Achse 37 in der Detektorebene des Augenreferenzpunktsdetektors 6 liegen. Die zp-Achse 38 des Augenreferenzpunktskoordinaten- systemes 35 steht rechtwinklig auf der x -Achse 36 und der yp-Achse 37.
Dem Blickrichtungsdetektor 9 ist ein Blickrichtungskoordinatensystem 39 zugeordnet, dessen x - Achse 40 sowie yß-Achse 41 in der Detektorebene des Blickrichtungsdetektors 9 liegen und dessen zß-Achse 42 in Richtung des aus meßtechnischen Gründen durch vorzugsweise aus dem Pupillenmittelpunkt, im Hinblick auf die Genauigkeit jedoch idealerweise durch den Augenmittelpunkt gebildeten Augenreferenzpunktes ausgerichtet ist.
Der Ursprung des Augenreferenzpunktskoordinaten- systemes 35 in Koordinaten des Displaykoordinaten- systemes 30 liegt in dem Punkt P=(PDX,PDY,PDZ) • Der Ursprung des Blickrichtungskoordinatensystemes 39 in den Koordinaten des Displaykoordinatensystemes liegt in dem Punkt bD=(bDχ,bDγ,bDZ) .
Das Blickrichtungskoordinatensystem 39 ist um eine Neigeachse 43 um einen Neigewinkel α und um eine Schwenkachse 44 um einen Schwenkwinkel ß neigbar beziehungsweise schwenkbar gegenüber dem Display- koordinatensystem 30 ausrichtbar.
Weiterhin wird ein bewegliches, köpffestes Kopfkoordinatensystem 45 eingeführt, dessen Ursprung im Augenreferenzpunkt liegt. Der Ursprung des Kopf- koordinatensystemes 45 hat im Displaykoordinaten- system 30 die Koordinaten aD= ( aDχ, aDγ, aßZ) . Eine durch eine xκ~Achse 46 und eine yκ~Achse 47 aufgespannte xκ-yκ-Ebene des Kopfkoordinatensystemes 45 ist parallel zu der durch die xB-Achse 40 und die yß- Achse 41 des Blickrichtungskoordinatensystemes 39 aufgespannte Detektorebene ausgerichtet, während eine zκ-Achse 48 des Kopfkoordinatensystemes 45 parallel zu der zß-Achse 42 des Blickrichtungskoor- dinatensystemes 39 ausgerichtet ist.
Fig. 4 zeigt in einem Schaubild eine Nachführbewegung des Blickrichtungsdetektors 9 bei Bewegen des Augenreferenzpunktes 49 mit den Koordinaten
im Blickrichtungskoordinatensystem 39 nach Neigen um den Neigewinkel a und Schwenken um den Schwenkwinkel ß zusammen mit den Verschiebestrecken a
ßχ, a
ßγ und a
ßZ. Bei der Neigung um den Neigewinkel α wird die x
ß-Achse so gedreht, daß die z
ß-Achse auf der Strecke Oa
γz liegt. Bei der Schwenk- bewegung um den Schwenkwinkel ß wird das Blickrich- tungskoordinatensystem so um die y
ß-Achse 41 gedreht, daß die z
ß-Achse 41 auf der Strecke zwischen dem Ursprung 0 des Blickrichtungskoordinatensyste- mes 39 und dem Augenreferenzpunkt 49 liegt. Dabei sind der Neigewinkel durch die Gleichung
α =-arctan- *BY
( 1 )
*BZ
und der Schwenkwinkel ß durch die Gleichung
Zum Bestimmen der Koordinaten des Fixationspunktes 3 in dem Displaykoordinatensystem 30 muß die in dem Blickrichtungskoordinatensystem 39 gemessene Blickrichtungsfunktion f_ (2)= ( fßχ(gßχ, gßγ) , fßγ( gßχ, gßγ) , aßZ) nun in das Displaykoordinatensystem 30 transformiert werden, wobei gßχ, gßγ für die die Blicklinie der Blickrichtungsfunktion f_B(c[) festlegenden Meßwerte stehen, fßχ und fßγ die Komponenten der Blickrichtungsfunktion in der durch die xß-Achse 40 und die y -Achse aufgespannte xß-yB~Ebene 50 sind und aßZ der Abstand zwischen dem Augenreferenzpunkt 49 und der xß-yß-Ebene 50 ist.
Fig. 5 zeigt in einer schematischen Darstellung den Transformationsvorgang zum Transformieren der Blickrichtungsfunktion f_B(3) von dem Blickrich- tungskoordinatensystem 39 in das Displaykoordinatensystem des Bildschirmes 1.
Zu Beginn dieser Transformation ist die durch die Blickrichtungsdetektionseinrichtung ermittelte Blickrichtungsfunktion _B(g_) in ihren Komponenten fßχ, fßγ und dem über die Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 ermittelbaren Abstand aßZ, die mittels der Augenreferenzpunktsdetektionseinrich-
tung ermittelten Raumkoordinaten aD=(aDχ,aDγ,aDZ) im Displaykoordinatensystem 30 sowie der Neigewinkel und Schwenkwinkel ß des Blickrichtungsdetektors 9 gegeben.
Bei einem ersten Transformationsschritt wird das Blickrichtungskoordinatensystem 39 zuerst um den Augenreferenzpunkt 49 um die Winkel -ß, -α zurückrotiert, so daß die xß-yß-Ebene 50 des Blickrich- tungsdetektors 9 und die in der Displayoberfläche 31 liegende, durch die xD~Achse 32 und die yß-Achse 33 des Displaykoordinatensystemes 30 aufgespannte xß-yD-Ebene 50 parallel zueinander stehen. Diese Rotationstransformation wird mittels des Rotations- kompensationsgliedes 27 der Augenreferenzpunkts- bewegungskompensationseinheit 24 gemäß Fig. 1 und Fig. 2 durchgeführt.
Die resultierende Blickrichtungsfunktion f_'B(c[) hat nunmehr die Gestalt
is) = {fL. firr. ) =& • £,, ( ) > <3>
wobei R eine Rotationsmatrix und f_B(g_) die im Blickrichtungskoordinatensystem 39 gemessene Blickrichtungsfunktion ist.
Bei Zusammenfallen des Displaykoordinatensystemes 30 mit dem Weltkoordinatensystem, beispielsweise bei einem feststehenden Bildschirm 1, hat die Rotationsmatrix R folgende Form:
__ (4)
wobei die Winkel a und ß den Winkel gemäß obiger Gleichung (1) und Gleichung (2) entsprechen.
Diese Transformation stellt sich als Überführen der xß-yß-Ebene 50 in die parallel zu der Displayober- flache 31 ausgerichteten x ' -y ' ß-Ebene 51 gemäß Fig. 5 dar.
Dann wird in einem zweiten Transformationsschritt die Blickrichtungsfunktion f 'B(c[) mit einem Faktor
F = -^ (5) z B
mit aßZ als dem Abstand zwischen dem Augenreferenzpunkt 49 und der Displayoberfläche 31 und z'B als dem Abstand zwischen dem Augenreferenzpunkt 49 und der x ' -y ' ß-Ebene 51 gemäß Fig. 5 skaliert. Die Größe z'ß berechnet sich gemäß
zB' = (_S- j_B(s))_ . <6>
so daß die Blickrichtungsfunktion auf der Bildschirmoberfläche 31 nunmehr die Größe
( fB' ) Xt y - F (R * fB ^) ) χ y (7)
aufweist. Die Transformation gemäß Gleichung (7) wird mittels des Skalierungsgliedes 28 durchge- führt.
In einem dritten Transformationsschritt, der mit dem Translationskompensationsglied 29 durchführbar ist, wird der Ursprung des Kopfkoordinatensystemes 45 auf den Ursprung des Displaykoordinatensystemes 30 verschoben. Die Koordinaten des Fixationspunktes 3 in dem Displaykoordinatensystem 30 lauten somit
Mit den drei Transformationsschritten, nämlich einer Rotation, einer Skalierung und einer Translation der x-y-Komponenten der Blickrichtungsfunktion ist eine effiziente, verhältnismäßig wenig rechenaufwendige Transformation erzielt. Da die Rotationsmatrix R die Ist-Rotationswinkel , ß des Blickrichtungsdetektors 9 beschreibt, ist deren mechanisch präzise Erfassung in verhältnismäßig einfacher Weise möglich.
Die Abweichungen der Ist-Rotationswinkel α, ß von den durch die Raumaugenreferenzpunktsbestimmungs- einheit 18 erfaßten Soll-Winkeln lassen sich durch die Rückkopplung der Augenreferenzpunktskoordinaten von der Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 auf die Nachführeinheit 21 weitgehend verringern.
In vielen Fällen ist eine Bewegung des Augenreferenzpunktes 49 zum Blickrichtungsdetektor 9 und/oder zum Bildschirm 1 wesentlich kleiner als die Abstände zß und aDZ, so daß der Skalierungsfaktor F weitgehend von der Meßgenauigkeit des Augenrefe- renzpunktsdetektors 6 unabhängig ist. Die Genauig-
keit der drei Transformationsschritte wird im wesentlichen durch die Genauigkeit der x-y-Komponente des Augenreferenzpunktes im Displaykoordinatensystem 30 bestimmt. Diese Komponenten sind in der Regel genauer als die z-Komponente aDZ gegeben.
Fig. 6 zeigt in einem Blockschaltbild ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung gemäß der Erfindung, wobei sich bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 6 entsprechende Bauelemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen und im weiteren nicht näher erläutert sind. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 ist vorgesehen, für den Flächendetektor der Augenreferenzpunkts- detektionseinrichtung und Blickrichtungsdetektions- einrichtung gemeinsam einen hochauflösenden Doppeldetektor 52 vorzusehen, der auf der Schwenk/Neigeplattform 11 schwenkbar sowie neigbar angebracht ist und ein Autofokusmodul aufweist, dessen Auto- fokuswerte der Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 einspeisbar sind.
Die in einem Doppelbildspeicher 53 speicherbaren beispielsweise dem Bildausschnitt des Blickrich- tungsdetektors 9 gemäß Fig. 1 entsprechenden Bilddaten sind zum einen der Flächenblickrichtungsbe- stimmungseinheit 16 und zum anderen der Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 einspeisbar. In Abweichung von dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist mit der Raumaugenreferenzpunktsbestimmungseinheit 18 gemäß Fig. 6 der Augenreferenzpunkt mittels der Parameterdaten des Blickrichtungsdetektorpara- eterspeichers 20, die Abbildungseigenschaften des Doppeldetektors 52 zugeordnet sind, sowie der Auto- fokuswerte bestimmbar. Das Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 6 zeichnet sich durch einen verhältnismäßig geringen apparativen Aufwand aus, da lediglich ein Flächendetektor sowohl zur Bestimmung des Augenreferenzpunktes als auch dem Erfassen der Blickrichtung vorgesehen ist.