Strömungsenergieanlage
Die Erfindung betrifft eine Strömungsenergieanlage zur Umwandlung der Energie strömender Fluide, insbesondere eine Windenergieanlage nach dem Oberbegriff des Anspruch 1.
Es ist bekannt, die Windkraft mit Windenergieanlagen zu nutzen, wobei an einem Mast ein um eine horizontale Achse rotierender Rotor mit Rotorblättern angeordnet ist, wobei der Rotor mit einem elektrischen Generator verbunden ist und die durch eine Windströmung erzeugte Rotation des Rotors im Generator in elektrische Energie umgewandelt wird.
Bei derartigen Windenergieanlagen ist von Nachteil, daß zur Erzielung großer Leistungen die Anlagen sehr groß dimensioniert werden müssen. Insbesondere werden Anlagen mit mehr als 40 m Rotordurchmesser benötigt. Bei diesen Anlagen ist von Nachteil, daß sie einen hohen Investitionsaufwand erfordern. Darüber hinaus ergibt sich bei derartig großen Windenergieanlagen ein Stabilitätsproblem unter anderem auch durch die drehenden bzw. schwingenden Massen. Des weiteren ist bei diesen Windenergie- anlagen von Nachteil, daß sie nur in einem bestimmten Windgeschwindigkeitsbereich verwendet werden können. Bei zu niedrigen Windgeschwindigkeiten wird der Rotor nicht in Bewegung gesetzt oder der Wirkungsgrad der Energieumwandlung ist zu gering. Bei zu hohen Windgeschwindigkeiten, insbesondere Sturm, müssen derartige Windenergieanlagen abgeschaltet werden, um Beschädigungen bzw. Zerstörungen der Anlage durch zu hohe Rotationsgeschwindigkeiten und damit verbundene Schwingungen zu verhindern. Darüber hinaus ist von Nachteil, daß die sehr großen, drehenden Rotoren im Bereich von Vogelfluglinien den Volgelflug negativ beeinträchtigen. Darüber hinaus geht von den drehenden Rotoren ein
Stroboskopeffekt (Disco-Effekt) aus, welcher in umliegenden Wohngebäuden als rhythmisches Schwanken der Lichtintensität besonders störend empfunden wird.
Aus der DE 40 38 907 AI ist eine Windenergieanlage mit Horizontal- und Vertikalrotoren bekannt, welche als mechanische, pneumatische und hydraulische Antriebe einzeln oder im Verbund arbeiten und deren segmentale Profile der Windzuleitungseinrichtung ähnlich sind. Diese Anlage weist einen Rotorträger auf, an dem um vertikale Achsen drehende Rotoren angeordnet sind. Die um vertikale Achsen drehenden Rotoren weisen einen mittigen axialen Zylinder auf, an dem radial sich erstreckende Rotorschilde angeordnet sind, wobei die Rotorschilde im Profil eine halbierte Tropfenform bzw. bogenförmig oder kreissegmentför ig ausgebildet sind. Bei einer derartigen Windenergieanlage ist die Strömungsausnutzung der Windkraft nicht optimal.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Strömungsenergieanlage zu schaffen, bei welcher die Energie, insbesondere die Bewegungsenergie des strömenden Mediums mit einem hohen Wirkungsgrad in andere Energieformen überführt werden kann.
Die Aufgabe wird mit einer Strömungsenergieanlage, insbesondere einer Windkraftanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in Unteransprüchen gekennzeichnet .
Erfindungsgemäß sind zu ebener Erde oder erhöht auf einem Mast ein oder mehrere Durchströmrotoren an einem Rotorträger angeordnet. Um den Wirkungsgrad der Windenergieanlage zu erhöhen, wird eine definierte, vorbestimmte Anströmung der Durchströmungsrotoren durch Windleitflächen, insbesondere verstellbare Windleitflächen erreicht. Diese Windleitflächen sind umfänglich um den oder die Rotoren herum angeordnet, wobei sichergestellt wird, daß der aus einer Richtung einfallende Wind von den Windleit- flachen optimal auf den oder die Durchströmrotoren geführt wird. Durch eine Veränderung des Anstellwinkels bzw. eine Veränderung
der räumlichen Orientierung der Windleitflächen insbesondere zur Windrichtung kann die Anstromung der Durchströmrotoren verändert werden, insbesondere kann die Geschwindigkeit der Rotation beeinflußt werden. Die Durchströmrotoren können mit ihrer Rotationsachse beliebig im Raum angeordnet werden, beispielsweise horizontal, geneigt oder vertikal. Bevorzugt rotieren die Durch- strömrotoren um eine vertikale Rotationsachse. Erfindungsgemäß können ein, zwei, drei oder mehrere Rotoren, insbesondere vier oder sechs vertikal orientierte Durchströmrotoren auf einem Rotorträger angeordnet sein. Die Rotoren weisen eine im Rotorträger gelagerte Welle auf, welche axial mit der Rotorachse ausgerichtet ist. An der Welle können zur einstufigen Energieumwandlung in elektrische Energie elektrische Generatoren angeordnet sein, wobei vorzugweise jeder Rotor auf einen eigenen Generator wirkt . Jedoch können die Rotoren auch zu Rotorgruppen zusammengefaßt sein, so daß je eine Rotorgruppe auf je einen Generator wirkt . Zur zweistufigen Energieumwandlung können die Rotoren mit ihren Rotorwellen auf- Pumpen wirken, welche ein Fluid in einen Druckspeicher fördern, wobei in einer zweiten Energieumwandlungstufe das Fluid aus dem Druckspeicher einer mit dem Fluid angetriebenen Vorrichtung zugeführt wird, die wiederum einen elektrischen Generator antreibt. Insbesondere können die Rotoren Hydraulikpumpen antreiben, welche einen Hydrauliköldruckspeicher befallen.
Der Rotorträger ist beispielsweise als runde oder polygone Platte ausgebildet, wobei vertikal gegenüberliegend, ein oberer Rotorträger vorgesehen ist, so daß die Rotoren, welche gleichmäßig im bzw. am Umfang des Rotorträgers verteilt angeordnet sind, sowohl im unteren Rotorträger als auch im oberen Rotorträger drehbar gelagert sind. Von den Rotoren radial gering beabstandet erstrecken sich die Windleitflächen im wesentlichen radial nach außen, wobei die Windleitflächen einen von radial außen nach radial innen zum Rotor hin sich verengenden Trichter ausbilden, wobei benachbart zum Rotor der Trichter beispielsweise recht - eckför ig ausgebildet ist mit einer Höhe, die der Höhe des Rotors entspricht und einer Breite, die in etwa der Hälfte der
Breite des Rotors entspricht. Erfindungsgemäß ist zumindest eine Windleitfläche derart verstellbar, daß die Breite des Trichters bzw. die Breite des Fensters, durch die der Wind auf den Rotor wirken kann, veränderbar, insbesondere vergrößerbar und verkleinerbar ist .
Bei der erfindungsgemäßen Strömungsenergieanlage, insbesondere Windenergieanlage ist von Vorteil, daß durch die besondere Anordnung der Windleitflächen und der Durchströmrotoren die Energie eines strömenden, auf den Rotor wirkenden Mediums in besonders effektiver Weise genutzt und in andere Energieformen umgewandelt werden kann. Darüber hinaus ist von Vorteil, daß die erfindungsgemäße Windenergieanlage im wesentlichen unabhängig von der Windenergie bzw. der Strömungsgeschwindigkeit der Luft arbeitet. Darüber hinaus ist ein Vorteil, daß die Strömungsenergieanlage auch in Wasserströmungen einsetzbar ist. Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Windenergieanlage ist, daß sie sehr kompakt gebaut werden kann, wobei beispielsweise eine Größe von 8 m Höhe und 4 m Durchmesser erreicht werden kann. Bei dieser Größe, die dem Bruchteil der Größe von herkömmlichen Windenergieanlagen entspricht, können Leistungen erzielt werden, die den maximal erzielbaren Leistungen herkömmlicher Windenergieanlagen zumindest entsprechen und diese sogar übertreffen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung beispielhaft erläutert. Es zeigen dabei:
Fig. 1 einen Durchströmrotor zur Verwendung in der erfindungsgemäßen Strömungsenergieanlage mit drei Rotorflächen in einer teilgeschnittenen Draufsicht,
Fig. 2 einen Durchströmrotor nach Fig. 1 in einer seitlichen Ansicht,
Fig. 3 eine Windenergieanlage mit einem zentralen Durchström- rotor und Windleitflächen in einer teilgeschnittenen Seitenansicht ,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Windenergieanlage mit sechs Durchströmrotoren und verstellbaren Windleitflächen,
Fig. 5 eine weitere Ausführungform einer Windenergieanlage mit vier Durchströmrotoren sowie starren und verstellbaren Windleitflächen,
Fig. 6 eine weitere Ausführungsform einer Windenergieanlage mit einem Rotor und Windleitflächen in einer schematisierten Draufsicht,
Fig. 7 eine weitere Ausführungsform eines Rotors in einer seitlichen Ansicht,
Fig. 8 einen Rotor gemäß Fig. 7 in einer geschnittenen schematisierten Draufsicht,
Fig. 9 eine weitere Ausführungsform eines Rotors gemäß Fig. 1 mit Gefachen in einer teilgeschnittenen Draufsicht auf einen Gefachboden des Rotors.
Ein Rotor 1 zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen Windenergieanlage weist zwei sich gegenüberliegende, kreisscheibenförmi- ge und axial fluchtende Rotorscheiben 2 auf, welche mit einer zentralen, axialen, länglich zylindrischen Achse 3 miteinander verbunden sind. Zwischen den Rotorscheiben 2 sind drei Rotorflächen 4 angeordnet. Die Rotorflächen 4 sind streifenförmig, gewölbt ausgebildet und erstrecken sich vom Umfang der Rotorscheiben 2 eine gewölbte oder gebogene Linie beschreibend zum Inneren des zwischen den Rotorscheiben 2 begrenzten Raumes, wobei eine innere freie Längskante 5 der Rotorflächen 4 beab- standet zur Achse 3 angeordnet ist. Eine äußere Längskante 6 der Rotorfläche 4 schließt mit dem Umfang der Rotorscheiben 2 ab. Durch die gewölbte Ausbildung der Rotorflächen 4 wird zwischen den Längskanten 5, 6 eine konkave Fläche 7 und eine konvexe Fläche 8 ausgebilde . Die inneren Längskanten 5 der Rotorflächen
4 weisen zur konkaven Fläche 7 der in Drehrichtung 11 benachbarten nächsten Rotorfläche 4, wobei der Abstand der inneren Längskante 5 zur Achse 3 in etwa dem Abstand dieser Längskante
5 zur konkaven Fläche 7 der in Drehrichtung nächsten Rotorfläche 4 entspricht oder etwas geringer ist.
An den Außenflächen 9 der Rotorscheiben 2 bzw. den den Rotorflächen 4 abgewandten Flächen 9 der Rotorscheiben 2 sind axiale zentrale Lagerbolzen bzw. Lagerwellen 10 angeordnet, mit welchen der Rotor 1 an eine Hydraulikölpumpe, Wasserpumpe, einen Generator oder ähnliches (nicht gezeigt) angeschlossen werden kann.
Bei einer erfindungsgemäßen Windenergieanlage (Fig. 3) ist ein Rotor 1 auf einem Rotorträger 15 angeordnet, wobei der Rotorträger aus einer unteren Rotoraufnahme 16 und einer oberen Rotoraufnahme 17 besteht. Der Rotor 1 bzw. die Achsbolzen 10 des Rotors 1 sind in axialen Lagern in den Rotoraufnahmen 16, 17 drehbar gelagert .
Die Rotoraufnahmen 16, 17 weisen je eine Platte 18 auf, welche sich über den Außenumfang des Rotors 1 bzw. der Rotorscheiben 2 hinaus erstreckt. Die Platten 18 können rund, viereckig oder polygon ausgebildet sein. An den Platten 18 der Rotorträger 15 bzw. an den Rotorträgern 15 sind Windleitflächen 20 angeordnet. Die Windleitflächen 20 sind flächige, flache, radial nach außen weisende plattenför ige Gebilde, welche beispielsweise eiförmig, nierenförmig, rundlich oder polygon ausgebildet sind. Die Windleitflächen 20 stehen nach oben und nach unten zumindest teilbereichsweise über die Rotorträger 15 hinaus. Um den Rotor 1 sind am Rotorträger beispielsweise 6 bis 18 Windleitflächen 20 angeordnet. Der Rotorträger 15 mit Rotor 1 und Windleitflächen 20 ist auf einen Mast 25 aufgesetzt, welcher im Boden insbesondere mit einem Fundament 26 fest angeordnet ist.
Auf Höhe der axialen Endbereiche des Rotors 1 bzw. auf Höhe der Rotorscheiben 2 erstrecken sich zwischen je zwei benachbarten Windleitflächen 20 obere, sich schräg nach außen oben er-
streckende obere Trichterflächen 13 und untere, sich schräg nach unten außen erstreckene schräge Trichterflächen 12, welche zusammen mit den Flächen 20 einen sich zum Rotor 1 verengenden Windtrichter 14 ausbilden.
Erfindungsgemäß können ein zentraler Rotor aber auch mehrere, insbesondere drei, vier oder sechs Rotoren auf einem gemeinsamen Rotorträger 15 angeordnet sein (Fig. 4, 5), wobei im Rotorträger 15 Generatoren zur Stromerzeugung mit den Achsbolzen 10 eines jeden Rotors kraftschlüssig verbunden sein können. A_nstelle von Generatoren zur Erzeugung elektrischer Energie können auch Hydraulikpumpen, Wasserpumpen oder ähnliches (nicht gezeigt) an den Achsbolzen, insbesondere im Bereich der unteren Rotoraufnahme 16 angeordnet sein. Bei einer Ausführungsform mit sechs Rotoren sind die Rotoraufnahmen 16, 17 beispielsweise sechseckig ausgebildet und vertikal fluchtend ausgebildet, wobei die Rotoraufnahmen 16, 17 mit einer zentralen Achse 30 verbunden sind. Von der zentralen Achse 30 beabstandet sind streifen- bzw. plat- tenför ige flache Windleitflächen 31 angeordnet, welche sich von der unteren Rotoraufnahme 16 zur oberen Rotoraufnahme 17 erstrecken, wobei die Windleitflächen 31 mit ihrer Flächenebene radial vom Symmetriemittelpunkt der Rotoraufnahmen 16, 17 bzw. der Achse 30 derart nach außen erstrecken, daß die Winkel 32 der Rotoraufnahmen 16, 17 halbiert werden.
Zwischen den Windleitflächen 31 bzw. zwischen den Eckbereichen der Rotoraufnahmen 16, 17 sind Rotoren l angeordnet, wobei die Rotoren 1 bzw. die Rotorscheiben 2 gering von den Außenkanten 33 der Rotoraufnahmen 16 beabstandet sind. An den Windleitflächen 31 sind Windleitflächen 36 angeordnet, welche sich von den Außenkanten 37 der Windleitflächen 31 zu den Außenkanten 33 der Rotoraufnahmen 16, 17 erstrecken. An den Außenkanten 33 der Rotoraufnahmen 16, 17 sind die Windleitflächen 36 nach Art von Schiebekulissen entlang der Kanten 33 verschieblich gelagert, an den Außenkanten 37 der Windleitflächen 31 sind die Windleitflächen 36 drehbar gelagert. Die Windleitflächen 36 sind beispielsweise durch radiales Ausfahren und Einfahren von radial ver-
schieblichen Flächen 31 oder durch in gleicher Weise arbeitende Linearantriebe bei nicht verschieblichen Flächen 31 verstellbar, so daß der Abstand der im Bereich der Kanten 33 der Rotoraufnahmen 16, 17 angeordneten Längskanten 38 der Flächen 36 zur in Drehrichtung 11 der Rotoren nächsten Windleitfläche 31 verändert werden kann. Vorzugsweise erstrecken sich von den oberen und unteren Enden der Rotoren 1 bzw. Rotorscheiben 2 obere und untere Trichterflächen (nicht gezeigt) schräg nach unten und schräg nach oben, so daß die Flächen 31, 36 und die oberen und unteren Trichterflächen einen Windtrichter bilden, durch den der Wind durchtritt. Durch die regelbare Entfernung der Kante 38 von der Fläche 31 kann der Luftstrom gezielt auf sich vom Luftstrom wegbewegende Rotorflächen gelenkt werden, so daß sich in Windrichtung bewegende Rotorflächen 4 im Windschatten der Flächen 36 befinden. Durch weiteres Verringern des Abstandes kann die Strömungsgeschwindigkeit der Luft erhöht werden; wird die Geschwindigkeit der Rotoren zu hoch, können die Flächen 31 radial ganz nach außen ausgefahren werden, so daß die Flächen 36 an den Flächen 31 anliegen und der Windtrichter vollständig geöffnet wird. Hierdurch werden die Rotoren vollflächig dem Luftstrom ausgesetzt, wodurch aus strömungsphysikalischen Gründen die Rotorgeschwindigkeit gegenüber der Abdeckung der gegen die Windrichtung laufenden Rotorflächen 4 verringert wird.
Bei einer weiteren Ausführungsform (Fig. 5) sind auf einem Rotorträger 15 mit Rotoraufnahmen (nicht gezeigt) vier Rotoren angeordnet, welche jeweils von einer Mittelachse des Rotorträgers 15 beabstandet angeordnet sind. Im Außenbereich des Rotorträgers 15 sind zwischen den Rotoraufnahmen und den Rotoren fest angeordnete räumliche Windleitelemente 45 angeordnet, welche eine unregelmäßig eckige Form aufweisen. Zwischen den Elementen 45 sind umfänglich am Rotorträger benachbart zu den Rotoren flächige, gewölbte Windleitflächen 46, insbesondere je drei Windleitflächen 46 angeordnet, welche entgegen der Drehrichtung 11 der Rotoren von der Radialen nach außen schräg verlaufend angeordnet sind. Zwischen den Elementen 45 etwa gleich beabstandet und zwischen je zwei Rotoren 1 sind schräge Strömungsleit-
elemente 48 eingestellt. Bei einer derartigen Anordnung ist von Vorteil, daß bei Einströmung von Luft auf einer Seite der Windenergieanlage durch die speziell ausgeformten Elemente 45, Windleitflächen 46 und Elemente 48 eine Durchströmung der Windenergieanlage erzielt wird, welche alle vier Rotoren in Drehung versetzt. Bei einer derartigen Ausführungsform ist es auch möglich, zwei Rotorträger mit jeweils vier Rotoren übereinander anzuordnen. Darüber hinaus ist es möglich, bei einer derartigen Ausführungsform die Zahl der Rotoren auf drei zu verringern, wobei die Flächen 45, 46, 48 in ähnlicher Weise angeordnet werden.
Bei einer weiteren Ausführungsform einer Strö ungsenergieanlage (Fig. 6) ist lediglich ein zentraler großer Rotor 1 vorhanden, wobei die Windleitflächen 20 entgegen der Drehrichtung 11 des Rotors 1 von der Radialen weggeneigt sind. Hierbei ist es möglich, statt der dargestellten sechs Windieitflachen 20 die Zahl der Windleitflächen 20 auch zu verdoppeln, wobei vorzugsweise die Neigung der Windleitflächen 20 zur Radialen einzeln oder gemeinsam veränderbar ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform (Fig. 7, 8) des Rotors 1 sind lediglich zwei Rotorflächen 4 angeordnet, wobei die Rotorflächen 4 halbkreisförmig gewölbte Rotorflächen 4 sind, welche bezüglich einer vertikalen Ebene 49 des Rotors 1 versetzt zur zentralen Längsachse 3 angeordnet, wobei die inneren Längskanten 5 der Flächen 4 jeweils zu den konkaven Flächen 7 der Rotorflächen 4 weisen. Der Radius der Flächen 4 ist kleiner als der Radius der Scheibe 2 und beträgt insbesondere etwa 2/3 der Länge des Radius der Scheibe 2. Anstelle von zwei derart ausgebildeten Rotorflächen 4 kann ein derartiger Rotor 1 auch mit drei oder mehr Rotorflächen 4 ausgebildet sein. Die Rotorflächen 4 können darüber hinaus auch eine von der Halbkreisbogenform abweichende Querschnittsform, insbesondere eine halbtropfenförmige Form aufweisen.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform eines Rotors 1 (Fig. 9) sind an den Rotorflächen 4, parallel zu den Rotorscheiben 2 angeordnete, flachplattenförmige Böden 50 in regelmäßigen Abständen zwischen den Platten 2 angeordnet. Die Böden 50 weisen in der Draufsicht eine Form auf, die durch die Rotorflächen 4 und von von den inneren Längskanten 5 der Rotorflächen 4 zu den äußeren Längskanten 6 der jeweils nächsten Rotorfläche 4 verlaufenden Linien begrenzt wird. Insbesondere bei sehr langen Rotoren 1 werden durch die Böden 50 Gefache bzw. zum Rotorinneren offene Taschen an den Rotorflächen 4 ausgebildet, wodurch eine Fluidbewegung in axialer Richtung des Rotors 1 unterbunden wird. Dies bewirkt eine Erhöhung des Wirkungsgrades der Strömungsenergieausnutzung der Anordnung. Der Strömungsweg eines Fluids durch den Durchströmungsrotor 1 ist mit einem Pfeil 51 dargestellt .
Die Rotorflächen 4 können aus Metall oder Kunststoff, insbesondere klarsichtigem Kunststoff wie Polymethylmethacrylat ausgebildet sein. Die Rotorscheiben 2 können ebenfalls aus Metall oder Kunststoff ausgebildet sein, ebenso können die Achsen 3, welche die Rotorscheiben 2 miteinander verbinden, aus Kunststoff oder Metall, insbesondere jedoch aus klarsichtigem Kunststoff ausgebildet werden. Die Rotorträger 15 können flächige, insbesondere plattenförmige oder hohlkastenförmige Elemente sein, in welchen die Vorrichtungen zur Energieumwandlung, insbesondere Generatoren, Hydraulik-, Wasser- oder Luftpumpen angeordnet sind. Die Rotorträger 15 mit Rotoraufnahmen 16, 17 können aus Metall oder Kunststoff ausgebildet sein, wobei die Rotorträger auch aus Trägern bzw. Streben ausgebildet sind. Die Windleit- flächen können massiv aus Metallen, insbesondere Leichtmetallen oder Kunststoffen ausgebildet sein. Darüber hinaus können die Windleitflächen aus Metall oder Kunststoffprofilrahmen ausgebildet sein, welche mit Textilien, insbesondere hochreißfesten Kunstfasertextilien bespannt sind. Die Windieitflachen können insbesondere farbig oder mit farbigen Beschichtungen ausgebildet sein, wobei insbesondere bei rundlichen, radial nach außen ste-
henden Windleitflächen mit einer grünen Farbgebung ein baumähnlicher Eindruck erzielt werden kann.
Die erfindungsgemäßen Strömungsenergieanlagen können durch strömende Fluide, wie Luft oder Wasser angetrieben werden, wobei die räumliche Anordnung der Rotorachsen in vielfältiger Weise erfolgen kann.
Bei den erfindungsgemäßen Strömungsenergieanlagen ist von Vorteil, daß durch das Vorsehen von Durchströmungsrotoren in Verbindung mit Windleitflächen, insbesondere verstellbaren Windleitflächen, die Energie eines strömenden Mediums in optimierter Weise in Bewegungsenergie der Rotoren umgewandelt werden kann. Hierbei ist von besonderem Vorteil, daß bei Windenergieanlagen die Arbeitsweise derart geräuscharm ist, daß die Bewegungsgeräusche der Durchströmungsrotoren in Verbindung mit den Windleit- fl chen unter Windgeräuschen liegt, die durch die die Anlage umströmenden Wind erzeugt werden. Darüber hinaus ist von Vorteil, daß derartige Anlagen bei hohem Wirkungsgrad und sehr hoher Leistungsabgabe mit einer sehr geringen Baugröße, insbesondere beispielsweise einer Baugröße von 10 Höhe und 8 m Breite auskommen.
Darüber hinaus ist von Vorteil, daß die erfindungsgemäßen Strömungsenergieanlagen bereits bei sehr geringen Strömungsgeschwindigkeiten einen hohen Wirkungsgrad erreichen, wobei der Einsatzbereich zu höheren Strömungsgeschwindigkeiten hin nahezu unbegrenzt ist, da die umlaufenden Massen nahezu ihre jeweilige Drehachse umlaufen. Eventuell vorhandene Unwuchten machen sich hierdurch erheblich weniger bemerkbar als bei großen Windenergieanlagen mit um horizontale Achsen drehenden Zwei- oder Mehrblattrotoren. Um die Leistung einer derartigen Anlagen zu erhöhen, müssen nicht die Rotoren vergrößert und damit die umlaufenden Massen vergrößert werden, es reicht aus, wenn die Anzahl der Rotoren pro Rotorträger erhöht wird oder die Anzahl der Rotorträger mit Rotoren erhöht wird. Bei der Verwendung von klarsichtigen Materialien für die Rotoren ist von Vorteil, daß bis auf
die Windleitflächen die Windenergieanlage fast nicht sichtbar ist . Insbesondere bei der Verwendung von Windleitflächen, welche zusammen mit dem Mast der Windenergieanlage einen angenähert baumähnlichen Eindruck ergeben , wird hierdurch ein überraschender ästhetischer Ef fekt hervorgerufen .