Herbizides Mittel
Die vorliegende Erfindung betrifft neue selektiv-herbizide Mittel zur Bekämpfung von Gräsern und Unkräutern in Kulturen von Nutzpflanzen, insbesondere in Kulturen von Getreide, welche ein Herbizid und einen Safener (Gegenmittel, Antidot) enthalten und welche die Nutzpflanzen, nicht aber die Unkräuter vor der phytotoxischen Wirkung des Herbizides bewahren, sowie die Verwendung dieses Mittels zur Unkrautbekämpfung in Nutzpflanzenkulturen.
Beim Einsatz von Herbiziden können z.B. in Abhängigkeit von der Dosis des Herbizids und der Applikationsart, der Kulturpflanze, der Bodenbeschaffenheit und den klimatischen Bedingungen, wie Belichtungsdauer, Temperatur und Niederschlagsmengen auch die Kultuφflanzen in erheblichem Maße geschädigt werden.
Um diesem und ähnlichen Problemen zu begegnen, sind schon verschiedene Stoffe als Safener vorgeschlagen worden, welche befähigt sind, die schädigende Wirkung des Herbizids auf die Kulturpflanze zu antagonisieren, das heißt, die Kulturpflanze davor zu schützen, wobei aber die Herbizidwirkung auf die zu bekämpfenden Unkräuter praktisch nicht beeinträchtigt wird. Dabei hat es sich gezeigt, daß die vorgeschlagenen Safener sowohl bezüglich der Kultuφflanzen als auch bezüglich des Herbizids und teilweise auch in Abhängigkeit von der Applikationsart oft sehr spezifisch wirken, das heißt, ein bestimmter Safener eignet sich oft nur für eine bestimmte Kulturpflanze und eine spezielle Herbizidstoffklasse oder ein bestimmtes Herbizid. •
Es wurde nun gefunden, daß sich aus EP-A-492 366, WO 91/7874 und WO 94/987 bekannte Safener zum Schützen von Kulturpflanzen vor der phytotoxischen Wirkung von gewissen Cyclohexandionherbiziden eignen, die in JP 8-136464 beschrieben sind.
Erfindungsgemäß wird somit ein selektiv-herbizides Mittel vorgeschlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß es neben üblichen inerten Formulierungshilfsmitteln wie Trägerstoffen, Lösungsmitteln und Netzmitteln als Wirkstoff eine Mischung aus
a) einer herbizid-wirksamen Menge eines Herbizids der Formel
worin X Halogen und
Y -S(O)mR oder ein Rest der Formel ist, worin R C C -
Alkyl oder C2-C4-Alkenyl, Z eine direkte chemische Bindung oder CH2 und m 0, 1 oder 2 ist, wobei m 0 ist, wenn R C2-C4-Alkenyl ist, oder eines Salzes der Verbindung der Formel I, und b) einer herbizid-antagonistisch wirksamen Menge einer Verbindung der Formel lla
worin
Roio Wasserstoff, CrC8-Alkyl oder durch CrC6-Alkόxy oder C3-C6-Alkenyloxy substituiertes
Cι-C8-Alkyl und
X
2 Wasserstoff oder Chlor ist, einer Verbindung der Formel llbi
worin
E Stickstoff oder Methin,
Ru -CCI3 oder gegebenenfalls durch Halogen substituiertes Phenyl ist,
R12 und R13 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Halogen sind, und
R14 d-C -Alkyl ist, oder einer Verbindung der Formel llb2
worin
R12 und R13 die oben angegebenen Bedeutungen haben, und
Ree, β7 und Reβ unabhängig voneinander Cι-C4-Alkyl sind, enthält.
Die Erfindung umfaßt ebenfalls die agronomisch verträglichen Salze, die die Verbindungen der Formel I mit Aminen, Alkali- und Erdalkalimetallbasen oder quatemären Ammoniumbasen bilden können.
Unter den Alkali- und Erdalkalimetallhydroxiden als Salzbildner sind die Hydroxide von Lithium, Natrium, Kalium, Magnesium oder Caicium hervorzuheben, insbesondere aber die von Natrium oder Kalium.
Als Beispiele für zur Ammoniumsalzbildung geeignete Amine kommen sowohl Ammoniak wie auch primäre, sekundäre und tertiäre Cι-Cι8-Alkylamine, CrC -Hydroxyalkylamine und C2-C -Alkoxyalkylamine in Betracht, beispielsweise Methylamin, Ethylamin, n-Propylamin, iso-Propylamin, die vier isomeren Butylamine, n-Amylamin, iso-Amylamin, Hexylamin, Heptylamin, Octylamin, Nonylamin, Decylamin, Pentadecylamin, Hexadecylamin, Heptadecylamin, Octadecylamin, Methyl-ethylamin, Methyl-iso-propylamin, Methyl- hexylamin, Methyl-nonylamin, Methyl-pentadecylamin, Methyl-octadecylamin, Ethyl- butylamin, Ethyl-heptylamin, Ethyl-octylamin, Hexyl-heptylamin, Hexyl-octylamin, Dimethylamin, Diethylamin, Di-n-propylamin, Di-iso-propylamin, Di-n-butylamin, Di-n- amylamin, Di-iso-amylamin, Dihexylamin, Diheptylamin, Dioctylamin, Ethanolamin, n- Propanolamin, iso-Propanolamin, N.N-Diethanolamin, N-Ethylpropanolamin, N- Butylethanolamin, Allylamin, n-Butenyl-2-amin, n-Pentenyl-2-amin, 2,3-Dimethylbutenyl-2- amin, Di-butenyl-2-amin, n-Hexenyl-2-amin, Propylendiamin, Trimethylamin, Triethylamin, Tri-n-propylamin, Tri-iso-propylamin, Tri-n-butylamin, Tri-iso-butylamin, Tri-sek.-butylamin, Tri-n-amylamin, Methoxyethylamin und Ethoxyethylamin; heterocyclische Amine wie z.B. Pyridin, Chinolin, iso-Chinolin, Moφholin, Piperidin, Pyrrolidin, Indolin, Chinuclidin und Azepin; primäre Arylamine wie z.B. Aniline, Methoxyaniline, Ethoxyaniline, o,m,p-Toluidine, Phenylendiamine, Benzidine, Naphthylamine und o,m,p-Chloraniline; insbesondere aber Triethylamin, iso-Propylamin und Di-iso-propylamin.
Die in den Substituentendefinitionen der Verbindungen der Formeln I und lla bis llb2 vorkommenden Alkylgruppen können geradkettig oder verzweigt sein und stehen beispielsweise für Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, sek.-Butyl, iso-Butyl, tert.-Butyl sowie Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl und verzweigte Isomere davon. Diese Alkylgruppen können weitere Substituenten tragen wie z. B. Alkoxy oder Alkenyloxy. Beispiele für ungesättigte Substituentengruppen sind Aethenyloxy, Propenyloxy, Butenyloxy, Pentenyloxy, Hexenyloxy, Heptenyloxy und Octenyloxy sowie Isomere, welche sich durch die unterschiedliche Lage der ungesättigten Bindung bzw. Bindungen im Molekül unterscheiden, Isomere, welche Verzweigungen enthalten, und eis- und trans-lsomere.
Bedeutet Z im Substituenten Y eine direkte chemische Bindung, so ergibt sich für
Der Ausdruck "substituiert" weist, sofern an der entsprechenden Gruppe möglich, neben Einfachsubstitution auch auf Mehrfachsubstitution hin.
Bevorzugte Mittel gemass vorliegender Erfindung enthalten als Herbizid eine Verbindung der Formel I, worin X Brom und Y -SCH3 ist.
Beispiele für besonders geeignete Herbizide sind in der folgenden Tabelle 1 zusammengestellt.
Tabelle 1 : Verbindungen der Formel I
Verb. Nr.
1.01 Cl SCH
3 1.02 Br SCH
3 1.03 Cl SC
2H
5 1.04 Br SC
2H
5 1.05 Cl S-n-C
3H
7 1.06 Br S-n-C
3H
7 1.07 Cl S-i-C
3H
7 1.08 Br S-i-C
3H
7
1.11 Cl S-CH
2CH=CH
2 1.12 Br S-CH
2GH=GH
2 1.13 Cl S-CH
2GH
2GH=GH
2
Bevorzugte Mittel gemass vorliegender Erfindung enthalten als Safener eine Verbindung der Formel lla und insbesondere eine solche Verbindung der Formel lla, worin X2 Chlor und Roio -CH(CH3)C5Hι n ist.
Zur Verwendung in den erfindungsgemässen Mitteln besonders geeignete Safener sind in den folgenden Tabellen aufgeführt.
Tabelle 2: Verbindungen der Formel lla:
2.01 Cl -CH(CH3)-C5Hι n 2.02 Cl -CH(CH3)-CH2OCH2CH=CH2 2.03 Cl H 2.04 Cl C4H9-n
Tabelle 3: Verbindungen der Formel llbi
Verb. Nr. Rl4 R11 R12 F«13 E
3.01 CH3 Phenyl 2-CI H CH
3.02 CH3 Phenyl 2-CI 4-CI CH
3.03 CH3 Phenyl 2-F H CH
3.04 CH3 2-Chloφhenyl 2-F H CH
3.05 C2H5 CCI3 2-CI 4-CI N
3.06 CH3 Phenyl 2-CI 4-CF3 N
3.07 CH3 Phenyl 2-CI 4-CF3 N
3.08 CH3 2-Fluoφhenyl 2-CI H CH
Tabelle 4: Verbindungen der Formel llb2
Verb. Nr. R, 68 R 67 R, 66 R 12 R 13
4.01 CH3 CH3 CH3 2-CI 4-CI
4.02 CH3 C2Hδ CH3 2-CI 4-CI
4.03 CH3 C2H5 C2H5 2-CI 4-CI
Die in den Tabellen 2 bis 4 aufgeführten Safener und ihre Herstellung sind z. B. aus EP-A- 492 366, WO 91/7874 und WO 94/987 bekannt.
Von ganz besonderer Bedeutung sind jene erfindungsgemässen herbiziden Mittel, die eine der Wirkstoff kombinationen 1.02 + 2.01 ; 1.15 + 2.01 oder 1.16 + 2.01 enthalten:
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum selektiven Bekämpfen von Unkräutern in Nutzpflanzenkulturen, welches darin besteht, daß man die Nutzpflanzen, deren Samen oder Stecklinge oder deren Anbaufläche gleichzeitig oder getrennt mit einer herbizid wirksamen Menge des Herbizids der Formel I und einer herbizid-antagonistisch wirksamen Menge des Safeners der Formel lla bis llb2 behandelt.
Als Kultuφflanzen, welche durch die Safener gegen die schädigende Wirkung der oben erwähnten Herbizide geschützt werden können, kommen insbesondere Getreide, vorzugsweise Weizen in Betracht. Unter Kulturen sind auch solche zu verstehen, die durch konventionelle züchterische oder gentechnologische Methoden gegen Herbizide bzw. Herbizidklassen tolerant gemacht worden sind.
Bei den zu bekämpfenden Unkräutern kann es sich sowohl um monokotyle wie um dikotyle Unkräuter handeln, wie zum Beispiel Brachiaria, Polygonum, Kochia, Stellaria, Agrostis, Digitaria, Avena, Setaria, Sinapis, Lolium, Solanum, Echinochloa, Sciφus, Monochoria, Sagittaria, Bromus, Alopecurus, Sorghum halepense, Rottboellia, Cyperus, Abutilon, Sida, Xanthium, Amaranthus, Chenopodium, Ipomoea, Chrysanthemum, Galium, Viola und Veronica.
Als Anbauflächen gelten die bereits mit den Kultuφflanzen bewachsenen oder mit dem Saatgut dieser Kultuφflanzen beschickten Bodenareale wie auch die zur Bebauung mit diesen Kultuφflanzen bestimmten Böden.
Ein Safener der Formel lla bis llb2 kann je nach Anwendungszweck zur VoΦehandlung des Saatgutes der Kulturpflanze (Beizung des Samens oder der Stecklinge) eingesetzt oder vor oder nach der Saat in den Boden gegeben werden. Er kann aber auch für sich allein oder zusammen mit dem Herbizid nach dem Auflaufen der Pflanzen appliziert werden. Die Behandlung der Pflanzen oder des Saatgutes mit dem Safener kann daher grundsätzlich unabhängig vom Zeitpunkt der Applikation des Herbizids erfolgen. Die Behandlung der Pflanze kann man jedoch auch durch gleichzeitige Applikation von Herbizid und Safener (z.B. als Tankmischung) vornehmen.
Die zu applizierende Aufwandmenge Safener zu Herbizid richtet sich weitgehend nach der Anwendungsart. Bei einer Feldbehandlung, welche entweder unter Verwendung einer Tankmischung mit einer Kombination von Safener und Herbizid oder durch getrennte Applikation von Safener und Herbizid erfolgt, liegt in der Regel ein Verhältnis von HeΦizid zu Safener von 1 :10 bis 10:1 bzw. 10:1 bis 2:1 vor.
In der Regel werden bei der Feldbehandlung 0,010 bis 0,5 kg Safener/ha, vorzugsweise 0,010 bis 0,1 kg Safener/ha, appliziert.
Die Aufwandmengen an Herbizid liegt in der Regel zwischen 0,010 bis 1 kg/ha, vorzugsweise jedoch zwischen 0,010 bis 0,5 kg/ha.
Die erfindungsgemäßen Mittel sind für alle in der Landwirtschaft üblichen Applikationsmethoden wie z.B. preemergente Applikation, postemergente Applikation und Saatbeizung geeignet. Der postemergenten Applikation (z.B. als Tankmischung) kommt dabei besondere Bedeutung zu.
Bei der Samenbeizung werden im allgemeinen 0,001 bis 10 g Safener/kg Samen, vorzugsweise 0,05 bis 2 g Safener/kg Samen, appliziert. Wird der Safener in flüssiger Form kurz vor der Aussaat unter Samenquellung appliziert, so werden zweckmäßigerweise Safenerlösungen verwendet, welche den Wirkstoff in einer Konzentration von 1 bis 10000, vorzugsweise von 100 bis 1000 ppm, enthalten.
Zur Applikation werden die Safener oder Kombinationen von diesen Safenern mit den Herbiziden der Formel zweckmäßigerweise zusammen mit den in der Formulierungstechnik üblichen Hilfsmitteln zu Formulierungen verarbeitet, z.B. zu Emulsionskonzentraten, streichfähigen Pasten, direkt versprühbaren oder verdünnbaren Lösungen, verdünnten Emulsionen, Spritzpulvem, löslichen Pulvern, Stäubemitteln, Granulaten oder Mikrokapseln. Die Formulierungen werden in bekannter Weise hergestellt, z.B. durch inniges Vermischen und/oder Vermählen der Wirkstoffe mit flüssigen oder festen Formulierungshilfsmitteln wie z.B. Lösungsmitteln oder festen Trägerstoffen. Ferner können zusätzlich oberflächenaktive Verbindungen (Tenside) bei der Herstellung der Formulierungen verwendet werden.
Als Lösungsmittel können in Frage kommen: Aromatische Kohlenwasserstoffe, bevorzugt die Fraktionen Cβ bis Cι2, wie z.B. Xylolgemische oder substituierte Naphthaline, Phthalsäureester wie Dibutyl- oder Dioctylphthalat, aliphatische Kohlenwasserstoffe wie Cyclohexan oder Paraffine, Alkohole und Glykole, sowie deren Ether und Ester wie Ethanol, Ethylenglykol, Ethylenglykolmonomethyl- oder -ethylether, Ketone wie Cyclohexanon, stark polare Lösungsmittel wie N-Methyl-2-pyrrolidon, Dimethylsulfoxid oder N,N- Dimethylformamid, sowie gegebenenfalls epoxidierte Pflanzenöle wie epoxidiertes Kokosnußöl oder Sojaöl; oder Wasser.
Als feste Trägerstoffe, z.B. für Stäubemittel und dispergierbare Pulver, werden in der Regel natürliche Gesteinsmehle verwendet, wie Calcit, Talkum, Kaolin, Montmorillonit oder Attapulgit. Zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften der Formulierung können auch hochdisperse Kieselsäure oder hochdisperse saugfähige Polymerisate zugesetzt
werden. Als gekörnte, adsoφtive Granulatträger kommen poröse Typen wie z.B. Bimsstein, Ziegelbruch, Sepiolit oder Bentonit, als nicht soφtive Trägermaterialien z.B. Calcit oder Sand in Frage. Darüber hinaus kann eine Vielzahl von vorgranulierten Materialien anorganischer oder organischer Natur wie insbesondere Dolomit oder zerkleinerte Pflanzenrückstände verwendet werden.
Als oberflächenaktive VeΦindungen kommen je nach der Art des zu formulierenden Wirkstoffes der Formel I nichtionogene, kation- und/oder anionaktive Tenside und Tensidgemische mit guten Emulgier-, Dispergier- und Netzeigenschaften in Betracht.
Geeignete anionische Tenside können sowohl sog. wasserlösliche Seifen wie wasserlösliche synthetische oberflächenaktive Verbindungen sein.
Als Seifen seien die Alkali-, Erdalkali- oder gegebenenfalls substituierte Ammoniumsalze von höheren Fettsäuren (C10-C22), wie z.B. die Na- oder K-Salze der Öl- oder Stearinsäure, oder von natürlichen Fettsäuregemischen genannt, die z.B. aus Kokosnuß- oder Talgöl gewonnen werden können. Femer sind auch die Fettsäure-methyl-taurinsalze zu erwähnen.
Häufiger werden jedoch sog. synthetische Tenside verwendet, insbesondere Fettalkohol- sulfonate, Fettalkoholsulfate, sulfonierte Benzimidazolderivate oder Alkylarylsulfonate.
Die Fettalkoholsulf onate oder -sulfate liegen in der Regel als Alkali-, Erdalkali- oder gegebenenfalls substituierte Ammoniumsalze vor und weisen einen Alkylrest mit 8 bis 22 C- Atomen auf, wobei Alkyl auch den Alkylteil von Acylresten einschließt, z.B. das Na- oder Ca-Salz der Ligninsulfonsäure, des Dodecylschwefelsäureesters oder eines aus natürlichen Fettsäuren hergestellten Fettalkoholsulfatgemisches. Hierher gehören auch die Salze der Schwefelsäureester und Sulfonsäuren von Fettalkohol-Ethylenoxid-Addukten. Die sulfonierten Benzimidazolderivate enthalten vorzugsweise 2 Sulfonsäuregruppen und einen Fettsäurerest mit 8-22 C-Atomen. Alkylarylsulfonate sind z.B. die Na-, Ca- oder Triethanolaminsalze der Dodecylbenzolsulfonsäure, der Dibutylnaphthalinsulfonsäure, oder eines Naphthalinsulfonsäure-Formaldehydkondensationsproduktes.
Femer kommen auch entsprechende Phosphate wie z.B. Salze des Phosphorsäureesters eines p-Nonylphenol-(4-14)-Ethylenoxid-Adduktes oder Phospholipide in Frage.
Als nichtionische Tenside kommen in erster Linie Polyglykoletherderivate von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen, gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren und Alkylphenolen in Frage, die 3 bis 30 Glykolethergruppen und 8 bis 20 Kohlenstoffatome im (aliphatischen) Kohlenwasserstoffrest und 6 bis18 Kohlenstoffatome im Alkylrest der Alkylphenole enthalten können.
Weitere geeignete nichtionische Tenside sind die wasserlöslichen, 20 bis 250 Ethylen- glykolethergruppen und 10 bis 100 Propylenglykolethergruppen enthaltenden Polyethylen- oxidaddukte an Polypropylenglykol, Ethylendiaminopolypropylengiykol und Alkyl- polypropylenglykol mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette. Die genannten Verbindungen enthalten üblicherweise pro Propylenglykol-Einheit 1 bis 5 Ethylen- glykoleinheiten.
Als Beispiele nichtionischer Tenside seien Nonylphenolpolyethoxyethanole, Ricinusölpoly- glykolether, Polypropylen-Polyethylenoxidaddukte, Tributylphenoxypolyethoxyethanol, Polyethylenglykol und Octylphenoxypolyethoxyethanol erwähnt.
Femer kommen auch Fettsäureester von Polyoxyethylensorbitan wie das Polyoxyethylen- sorbitan-trioleat in Betracht.
Bei den kationischen Tensiden handelt es sich vor allem um quartäre Ammoniumsalze, welche als N-Substituenten mindestens einen Alkylrest mit 8 bis 22 C-Atomen enthalten und als weitere Substituenten niedrige, gegebenenfalls halogenierte Alkyl-, Benzyl- oder niedrige Hydroxyalkylreste aufweisen. Die Salze liegen vorzugsweise als Halogenide, Methylsulfate oder Ethylsulfate vor, z.B. das Stearyltrimethylammoniumchlorid oder das Benzyldi-(2-chlorethyl)-ethylammoniumbromid.
Die in der Formulierungstechnik gebräuchlichen Tenside, die auch in den erfindungsgemäßen Mitteln verwendet werden können, sind u.a. in "Mc Cutcheon's Detergents and Emulsifiers Annual" MC Publishing Corp., Ridgewood New Jersey, 1981 , Stäche, H., "Tensid-Taschenbuch", Carl Hanser Verlag, München/Wien, 1981 und M. und J. Ash, "Encyclopedia of Surfactants", Vol l-lll, Chemical Publishing Co., New York, 1980-81 beschrieben.
Die herbiziden Formulierungen enthalten in der Regel 0,1 bis 99 Gew%, insbesondere 0,1 bis 95 Gew.-% Wirkstoffgemisch aus der Verbindung der Formel I mit den Verbindungen der Formeln lla bis llb2, 1 bis 99,9 Gew.% eines festen oder flüssigen Formulierungshilfstoffes und 0 bis 25 Gew.%, insbesondere 0,1 bis 25 Gew.% eines Tensides.
Während als Handelsware üblicherweise konzentrierte Mittel bevorzugt werden, verwendet der Endverbraucher in der Regel verdünnte Mittel.
Die Mittel können auch weitere Zusätze wie Stabilisatoren z.B. gegebenenfalls epoxydierte Pflanzenöle (epoxydiertes Kokosnußöl, Rapsöl oder Sojaöl), Entschäumer, z.B. Silikonöl, Konservierungsmittel, Viskositätsregulatoren, Bindemittel, Haftmittel sowie Dünger oder andere Wirkstoffe enthalten.
Für die Verwendung der Safener oder sie enthaltender Mittel zum Schützen von Kultuφflanzen gegen schädigende Wirkungen von Herbiziden der Formel I kommen verschiedene Methoden und Techniken in Betracht, wie beispielsweise die folgenden:
i) Samenbeizung a) Beizung der Samen mit einem als Spritzpulver formulierten Wirkstoff durch Schütteln in einem Gefäß bis zur gleichmäßigen Verteilung auf der Samenoberfläche (Trockenbeizung). Man verwendet dabei etwa 1 bis 500 g Wirkstoff (4 g bis 2 kg Spritzpulver) pro 100 kg Saatgut.
b) Beizung der Samen mit einem Emulsionskonzentrat des nach der Methode a) (Naßbeizung).
c) Beizung durch Tauchen des Saatguts in eine Brühe mit 100-1000 ppm Wirkstoff während 1 bis 72 Stunden und gegebenenfalls nachfolgendes Trocknen der Samen (Tauchbeizung).
Die Beizung des Saatguts oder die Behandlung des angekeimten Sämlings sind naturgemäß die bevorzugten Methoden der Applikation, weil die Wirkstoffbehandlung vollständig auf die Zielkultur gerichtet ist. Man verwendet in der Regel 1 bis 1000 g Antidot, vor-
zugsweise 5 bis 250 g Antidot, pro 100 kg Saatgut, wobei man je nach Methodik, die auch den Zusatz anderer Wirkstoffe oder Mikronährstoffe ermöglicht, von den angegebenen Grenzkonzentrationen nach oben oder unten abweichen kann (Wiederholungsbeize).
ii) Applikation als Tankmischunα
Eine flüssige Aufarbeitung eines Gemisches von Antidot und Herbizid (gegenseitiges Mengenverhältnis zwischen 10:1 und 1 :100) wird verwendet, wobei die Aufwandmenge an Herbizid 0,005 bis 5,0 kg pro Hektar beträgt. Solche Tankmischungen werden vor oder nach der Aussaat appliziert.
iii) Applikation in der Saatfurche
Der Safener wird als Emulsionskonzentrat, Spritzpulver oder als Granulat in die offene besäte Saatfurche eingebracht. Nach dem Decken der Saatfurche wird in üblicher Weise das Herbizid im Vorauflaufverfahren appliziert.
v) Kontrollierte Wirkstoff abgäbe
Der Wirkstoff wird in Lösung auf mineralische Granulatträger oder polymerisierte Granulate (Harnstoff/Formaldehyd) aufgezogen und getrocknet. Gegebenenfalls kann ein Überzug aufgebracht werden (Umhüllungsgranulate), der es erlaubt, den Wirkstoff über einen bestimmten Zeitraum dosiert abzugeben.
Insbesondere setzen sich bevorzugte Formulierungen folgendermaßen zusammen: (% = Gewichtsprozent)
Emulgierbare Konzentrate:
Aktives Wirkstoffgemisch: 1 bis 90 %, vorzugsweise 5 bis 20 % oberflächenaktives Mittel: 1 bis 30 %, vorzugsweise 10 bis 20 % flüssiges Trägermittel: 5 bis 94 %, vorzugsweise 70 bis 85 %
Stäube:
Aktives Wirkstoffgemisch: 0,1 bis 10 %, vorzugsweise 0,1 bis 5 % festes Trägermittel: 99,9 bis 90 %, vorzugsweise 99,9 bis 99 %
Suspensions-Konzentrate:
Aktives Wirkstoffgemisch: 5 bis 75 %, vorzugsweise 10 bis 50 %
Wasser: 94 bis 24 %, vorzugsweise 88 bis 30 % oberflächenaktives Mittel: 1 bis 40 %, vorzugsweise 2 bis 30 %
Benetzbare Pulver:
Aktives Wirkstoffgemisch: 0,5 bis 90 %, vorzugsweise 1 bis 80 % oberflächenaktives Mittel: 0,5 bis 20 %, vorzugsweise 1 bis 15 % festes Trägermaterial: 5 bis 95 %, vorzugsweise 15 bis 90 %
Granulate:
Aktives Wirkstoffgemisch: 0,1 bis 30 %, vorzugsweise 0,1 bis 15 % festes Trägermittel: 99,5 bis 70 %, vorzugsweise 97 bis 85 %
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung weiter, ohne sie zu beschränken.
Formulierungsbeispiele für Mischungen aus HeΦiziden der Formel I und Safener der Formel lla bis llb?(% = Gewichtsprozent)
F1. Emulsionskonzentrate a) b) c) d)
Wirkstoffmischung 5 % 10 % 25 % 50 °/
Ca-Dodecylbenzolsulfonat 6 % 8 % 6 % 8 %
Ricinusöl-polyglykolether 4 % . 4 % 4 %
(36 Mol EO)
Octylphenol-polyglykolether - 4 % - 2 %
(7-8 Mol EO)
Cyclohexanon - - 10 % 20 %
Arom. Kohlenwasserstoff- 85 % 78 % 55 % 16 % gemisch C9-C12
Aus solchen Konzentraten können durch Verdünnung mit Wasser Emulsionen jeder gewünschten Konzentration hergestellt werden.
F2. Lösungen a) b) c) d)
Wirkstoffmischung 5% 10% 50% 90%
1 -Methoxy-3-(3-methoxy- propoxy)-propan - 20% 20%
Polyethylenglykol MG 400 20% 10%
N-Methyl-2-pyrrolidon - - 30% 10%
Arom. Kohlenwasserstoff- 75 % 60 % gemisch C9-d2
Die Lösungen sind zur Anwendung in Form kleinster Tropfen geeignet.
F3. Spritzpulver a) b) c) d)
Wirkstoffmischung 5% 25% 50% 80%
Na-Ligninsulfonat 4% - 3% -
Na-Laurylsulfat 2% 3% - 4%
Na-Diisobutyl-naphthalinsulfonat - 6% 5% 6%
Octylphenol-polyglykolether - 1 % 2% -
(7-8 Mol EO)
Hochdisperse Kieselsäure 1 % 3% 5% 10%
Kaolin 88% 62% 35% .
Der Wirkstoff wird mit den Zusatzstoffen gut vermischt und in einer geeigneten Mühle gut vermählen. Man erhält Spritzpulver, die sich mit Wasser zu Suspensionen jeder gewünschten Konzentration verdünnen lassen.
F4. Umhüllungs-Granulate a) b) c)
Wirkstoffmischung 0.1 % 5% 15%
Hochdisperse Kieselsäure 0.9 % 2 % 2 %
Anorg. Trägermaterial 99.0 % 93 % 83 %
(00.1 - 1 mm) wie z.B. CaCO3 oder SiO2
Der Wirkstoff wird in Methylenchlorid gelöst, auf den Träger aufgesprüht und das Lösungsmittel anschließend im Vakuum abgedampft.
F5. Umhüllungs-Granulate a) b) c)
Wirkstoffmischung 0.1 % 5% 15%
Polyethylenglykol MG 200 1.0% 2% 3%
Hochdisperse Kieselsäure 0.9 % 1 % 2 %
Anorg. Trägermaterial 98.0 % 92 % 80 % (00.1 - 1 mm) wie z.B. CaCO3 oder SiO2
Der fein gemahlene Wirkstoff wird in einem Mischer auf das mit Polyethylenglykol angefeuchtete Trägermaterial gleichmäßig aufgetragen. Auf diese Weise erhält man staubfreie Umhüllungs-Granulate.
F6. Extruder-Granulate a) b) c) d)
Wirkstoff mischung 0.1 % 3% 5% 15%
Na-Ligninsulfonat 1.5% 2% 3% 4%
CaΦoxymethylcellulose 1.4 % • 2 % 2 % 2 %
Kaolin 97.0% 93% 90% 79%
Der Wirkstoff wird mit den Zusatzstoffen vermischt, vermählen und mit Wasser angefeuchtet. Dieses Gemisch wird extrudiert und anschließend im Luftstrom getrocknet.
F7. Stäubemittel a) b) c)
Wirkstoffmischung 0.1 % 1 % 5%
Talkum 39.9 % 49% 35%
Kaolin 60.0 % 50 % 60 %
Man erhält anwendungsfertige Stäubemittel, indem der Wirkstoff mit den Trägerstoffen vermischt und auf einer geeigneten Mühle vermählen wird.
F8. Suspensions-Konzentrate a) b) c) d)
Wirkstoffmischung 3 % 10 % 25 % 50 %
Ethylenglykol 5 % 5 % 5 % 5 %
Nonylphenol-polyglykolether - 1 % 2 % o
(15 Mol EO)
Na-Ligninsulfonat 3 % 3 % 4 % 5 %
Carboxymethylcellulose 1 % 1 % 1 % 1 %
37%ige wäßrige Formaldehyd- 0.2 % 0.2 % 0.2 % 0.2 % o
Lösung
Silikonöl-Emulsion 0.8 % 0.8 % 0.8 % 0.8 %
Wasser 87 % 79 % 62 % 38 %
Der feingemahlene Wirkstoff wird mit den Zusatzstoffen innig vermischt. Man erhält so ein Suspensions-Konzentrat, aus welchem durch Verdünnen mit Wasser Suspensionen jeder gewünschten Konzentration hergestellt werden können.
Es ist oft praktischer, den Wirkstoff der Formel I und den Mischungspartner der Formel lla bis llb2 einzeln zu formulieren und sie dann kurz vor dem Ausbringen in Applikator im gewünschten Mischungsverhältnis als "Tankmischung" im Wasser zusammenzubringen.
Die Fähigkeit der Safener Kulturpflanzen vor der phytotoxischen Wirkung von Herbiziden der Formel zu schützen, wird in den folgenden Beispielen veranschaulicht.
Biologische Beispiele
Beispiel B1 : Post-emergente Anwendungen von Mischungen eines Herbizids der Formel I mit einem Safener der Formeln lla bis llb2 in Getreide
Unter Gewächshausbedingungen wird Weizen in Kunststofftöpfen bis zum 2-4-Blattstadium angezogen. In diesem Stadium werden zum einen die HeΦizide der Formel I allein als auch die Mischung der Herbizide mit einem Safener der Formeln lla bis llb2auf die Testpflanzen appliziert. Die Applikation erfolgt als wässrige Suspension der Prüfsubstanzen mit 500I Wasser/ha. Die Aufwandmengen für die HeΦizide betragen 250, 125 bzw. 60, g/ha. 17 Tage nach der Applikation wird mit einer Prozentskala ausgewertet. 100% bedeutet, dass die Testpflanze abgestorben ist; 0% bedeutet, dass keine phytotoxische Wirkung zu erkennen ist.
Es wurden die in den folgenden Tabellen B1 bis B3 erhaltenen Resultate erhalten. Diese zeigen, dass der verwendete Safener die durch die Herbizide auf den Kulturpflanzen verursachte Schädigung deutlich reduzieren kann.
Tabelle B1
Verb. Nr. Aufwandmengen (g/ha)
1.02 250 125 60 250 125 60
2.01 0 0 0 60 60 60
Weizen 60 50 30 10 0 0
Mais 20 10 0 5 0 0
Alopecurus 100 100 70 100 100 70
Avena 100 100 90 100 100 90
Lolium 100 100 95 100 100 95
Digitaria 100 100 100 100 100 100
Brachiaria 100 100 100 100 100 100
Abutilon 100 100 100 100 100 100
Xanthium 100 100 100 100 100 100
Polygonum 100 100 85 100 100 85
Kochia 100 100 100 100 100 100
Sinapis 100 100 100 100 100 100
Galium 100 100 95 100 100 95
Tabelle B2
Verb. Nr. Aufwandmengen (g/ha)
1.16 250 125 60 250 125 60
2.01 0 0 0 60 60 60
Weizen 30 15 0 0 0 0
Mais 40 20 0 15 0 0
Alopecurus 100 95 50 100 95 50
Avena 95 90 50 90 75 30
Lolium 30 10 0 30 10 0
Digitaria 100 100 90 100 100 85
Brachiaria 95 80 40 95 80 40
Abutilon 100 100 100 100 100 100
Xanthium 100 100 100 100 100 100
Polygonum 80 50 30 80 50 30
Kochia 100 100 90 100 100 90
Sinapis 100 100 100 100 100 100
Galium 90 80 50 90 80 50
Tabelle B3
Verb. Nr. Aufwandmengen (g/ha)
1.15 250 125 60 250 125. 60
2.01 0 0 0 60 60 60
Weizen 70 50 40 40 10 0
Mais 80 40 20 50 5 0
Alopecurus 100 95 60 100 95 60
Avena 100 95 85 100 95 85
Lolium 70 50 20 60 30 0
Digitaria 100 100 95 100 100 95
Brachiaria 95 80 60 95 80 60
Abutilon 100 100 100 100 95 90
Xanthium 100 100 100 100 100 100
Polygonum 100 100 100 100 100 100
Kochia 100 100 100 100 100 100
Sinapis 100 100 100 100 100 100
Galium 100 95 90 100 95 90
Dieselben Resultate werden erhalten, wenn man die Wirkstoffe gemäß einem der Beispiele F1. bis F8. formuliert.