Vakuumschütz mit einer Anschlußvorrichtung
Die Erfindung betrifft ein Vakuumschütz mit wenigstens einer Vakuumschaltröhre und einem eine einseitig offene Kammer zur Aufnahme der Vakuumschaltröhre aufweisenden Isolierkörper, an dem als Verbindung zwischen der Vakuumschaltröhre und einem äußeren Stromkreis eine obere und eine untere Anschlußvorrichtung angeordnet sind, die jeweils an gegenüberliegenden Wandteilen des Isolierkörpers befestigt ist und die eine Anschlußkontakt¬ fläche für einen äußeren Leiter aufweist.
Ein Vakuumschütz dieser Art ist durch die DE-Firmendruck- schrift Siemens "Vakuumhochspannungsschütze 3TL6", Ausgabe 1988, Bestellnr. E86010-K1802-A201-A1 bekannt geworden. Die Anschlußvorrichtungen werden dabei durch Formteile aus Metall gebildet, die sowohl die Stromübertragung als auch die Befestigung an dem Isolierkörper wahrnehmen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Sicherheit gegen Teilentladungen und Durchschläge im Bereich der An¬ schlußvorrichtungen zu verbessern.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Anschlußkontaktfläche wenigstens der oberen Anschluß- Vorrichtung Bestandteil eines im wesentlichen nur ent¬ sprechend einem zu führenden Stom bemessenen Metallkörpers ist und daß zur Befestigung des Metallkörpers ein mit den Wandteilen der Kammer zu verbindender Träger aus Isolier¬ stoff dient. Auf diese Weise wird das Hochspannungs- potential in größerem Abstand von geerdeten Bauteilen gehalten, als dies mit den bisherigen Formkörpern aus Metall möglich war. Aufgrund der vergrößerten Abstände wird die elektrische Feldstärke an kritischen Stellen verringert und hierdurch die Sicherheit gegen Durchschläge
oder Teilentladungen verbessert. Obwohl es im Prinzip möglich ist, sowohl die obere als auch die untere An¬ schlußvorrichtung in der angegebenen Weise zu gestalten, genügt es häufig, nur die obere Anschlußvorrichtung ent- sprechend zu ändern. Aufgrund seiner erhöhten Spannungs- f.estigkeit kann das Vakuumschütz bei unveränderten Ab¬ messungen für höhere Nennspannungen als bisher eingesetzt werden.
Die Erfindung bietet die vorteilhafte Möglichkeit, den der Stromleitung dienenden Teilbereich der Anschlußvor¬ richtungen einfacher , ls bisher zu gestalten. Insbesondere kann der Metallkörper einen rechteckigen Querschnitt be¬ sitzen, wobei der Träger eine der Querschnittsform des Metallkörpers angepaßte Ausnehmung besitzt. Die Aus¬ nehmung übernimmt somit die gegenseitige Ausrichtung des Metallkörpers und des Trägers. Beispielsweise kann der Metallkörper eine gerade oder am Ende rechtwinklig abge¬ winkelte Profilschiene oder ein Gußstück aus Kupfer mit einem geeigneten Oberflächenschutz sein.
Der Träger kann gegen die Schmalseiten des Metallkörpers gerichtete Vorsprünge aufweisen. In diesem Fall über¬ nehmen die Vorsprünge die Aufgabe der Ausrichtung des Metallkörpers, während die übrigen Begrenzungsflächen der Ausnehmung des Trägers zur Erleichterung der Herstell¬ barkeit einen gewissen Neigungswinkel aufweisen können.
Ferner empfiehlt es sich, daß der Träger eine Anschlag- fläche zur Begrenzung der Ausnehmung in ihrer Längs¬ richtung sowie eine Durchtrittsöffnung für ein den Metallkörper und den Träger verbindendes Befestigungs¬ element besitzt. Beim Zusammenfügen des Metallkörpers und des Trägers werden daher beide Teile so ausgerichtet, daß
die Durchtrittsöffnung des Trägers mit einer entsprechen¬ den Durchtrittsöffnung in dem Metallkörper fluchtet und hierdurch eine Klemmschraube einführbar ist, welche den Metallkörper, den Träger und einen biegsamen Leiter mit- einander verbindet, der als bewegliche Verbindung zwischen der Anschlußvorrichtung und dem bewegbaren An¬ schlußbolzen der Vakuumschaltröhre vorgesehen ist.
Ähnlich wie die bisherigen, ganz aus Metall bestehenden Anschlußvorrichtungen kann der aus Isolierstoff bestehen¬ de Träger für die obere Anschlußvorrichtung gabelartig ausgebildet sein und kann zwei mit den gegenüberliegenden Wandteilen des Isolierkörpers zu verbindende Schenkel besitzen, zwischen denen ein zum Druchtritt des beweg- baren Anschlußbolzens der Vakuumschaltröhre geeigneter Abstand vorhanden ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Die Figur 1 zeigt ein Vakuumschütz teilweise im Schnitt
Die Figuren 2 und 3 zeigen einen Träger einer Anschlu߬ vorrichtung in einer Stirnansicht bzw. mit Blick auf die Unterseite.
Die Figur 4 zeigt einen Metallkörper mit einer Anschlu߬ kontaktfläche in der Draufsicht.
Das Vakuumschütz 1 gemäß der Figur 1 umfaßt einen Antriebs¬ kasten 2 mit einer Magnetspule 3 zum Ein- und Ausschalten einer Vakuumschaltröhre 4, die in einer Kammer 5 eines Isolierkörpers 6 untergebracht ist. Der Antriebskasten 2 und der Isolierkörper 3 sind fest miteinander verbunden.
Bei mehrpoliger Ausführung enthält der Isolierkörper 6 eine der Anzahl von Vakuumschaltröhren 4 entsprechende Anzahl von Kammern 5.
Die Vakuumschaltröhre 4 ist an ihrem unteren Ende im Be¬ reich ihres feststehenden Anschlußbolzerls 7 starr mit einer unteren Anschlußvorrichtung 8 verbunden, die einen Metallkörper 10 aufweist und die mittels Schrauben 11 an Wandteilen 12 des Isolierkörpers 6 befestigt ist. In dem Schnittbild gemäß der Figur 1 ist nur einer der gegenüber¬ liegenden Wandteile 12 sichtbar. An ihrem der Anschlu߬ vorrichtung 8 gegenüberliegenden Ende ist die Vakuum¬ schaltröhre 4 durch ihren bewegbaren Anschlußbolzen 13 mit einem wippenartigen Antriebshebel 14 gekuppelt, der einen mit der Magnetspule 3 zusammenwirkenden Anker trägt. In dem dargestellten Ausschaltzustand wird die Vakuumschalt¬ röhre 4 entgegen dem auf sie wirkenden äußeren Luftdruck durch eine Ausschaltfeder 15 gehalten, die sich gleich¬ falls in dem A.ntriebskasten 2 befindet.
Eine obere Anschlußvorrichtung 16 weist gleichfalls einen Metallkörper 17 mit einer Anschlußkontakt fläche 20 auf. Zusätzlich ist ein Träger 21 vorhanden, an dem der Metall¬ körper 17 befestigt ist. Einzelheiten dieser Teile werden im folgenden anhand der Figuren 2, 3 und 4 erläutert. Die Figuren 2 und 3 zeigen den Träger 21 in einer Stirnansicht und von der Unterseite. Wie diese Figuren zeigen, besitzt der aus einem Isolierstoff bestehende Träger 21 eine Aus¬ nehmung 22, die mit einem gewissen Übermaß der Breite des Metallkörpers 17 entspricht. Die Wandflächen 23 der Aus¬ nehmung 22 sind abgeschrägt und abgerundet derart ge¬ formt, daß der Träger 21 als Kunststof formteil vorteil¬ haft herstellbar ist. Zur Ausrichtung des Metallkörpers 17 in der Ausnehmung 22 sind gegen die Schmalseiten des
Metallkörpers gerichtete Vorsprünge 24 vorgesehen. Ferner ist die Ausnehmung 22 in der Längsrichtung durch eine An¬ schlagfläche 25 begrenzt. Eine in dem Metallkörper 20 vorgesehene Durchtrittsöffnung 26 und eine entsprechende Durchtrittsöffnung 27 in dem Träger 21 gelangen somit zur Fluchtung, wenn der Metallkörper 17 in die Ausnehmung 22 bis zum Anschlag an der Anschlagfläche 25 eingelegt wird. Die Teile nehmen dann die aus der Figur 1 ersicht¬ liche Stellung ein.
Wie die Figur 3 weiterhin zeigt, ist der Träger 21 etwa gabelförmig gestaltet und besitzt zwei Schenkel 28 und 30, die jeweils zwei Durchgangsöffnungen 31 für Befestigungs¬ schrauben besitzen. Mit den Schenkeln 28 und 30 liegt der Träger 21 an Wandteilen 32 im oberen Bereich des Isolier¬ körpers 6 an, wobei in der Figur 1 nur der Schenkel 30 des Trägers 21 sichtbar ist. Schrauben 11 dienen der Be¬ festigung des Trägers 21 an den Wandteilen 32. Eine Ver¬ bindungsschraube 33 verbindet den Metallkörper 17, den Träger 21 und einen biegsamen Stromleiter 34 miteinander, dessen anderes Ende mit dem bewegbaren Anschlußbolzen 13 der Vakuumschaltröhre 4 in Verbindung steht.
Wie man erkennt, erhält der Metallkörper 17 eine vorteil- haft einfache und leichte Gestaltung, dadurch, daß er im wesentlichen nur an seine Aufgabe als stromleitender An¬ schlußkörper ausgebildet ist. Der Metallkörper 17 ist als winkelförmiges Gußstück aus Kupfer mit geeignetem Ober¬ flächenschutz ausgebildet. Der Träger 21 ist demgegenüber ein isolierendes Befestigungsteil, das beispielsweise als Kunststoff-Spritzgußteil, ebenfalls wirtschaftlich her¬ stellbar ist. Im Vergleich zu einer nur aus Metall be¬ stehenden Anschlußvorrichtung wird das Hochspannungs¬ potential am oberen Ende der Vakuumschaltröhre 4 weniger
weit in Richtung des aus Metall bestehenden und geerdeten Antriebskastens 2 vorgetragen. Die dielektrische Bean¬ spruchung des Isolierköprers 6 wird in diesem Bereich daher gegenüber der bekannten Ausführung verringert.
Sinngemäß in gleicher Weise kann die untere Anschlußvor¬ richtung 8 aus einem der Stromleitung dienenden Metall¬ körper und einem isolierenden Träger bestehen, wobei die Ausnehmung des Trägers die vorstehend erläuterten Merkmale besitzt. Gabelförmige Schenkel benötigt ein solcher Träger nicht, weil der feststehende Anschlußbolzen 7 auf dem Metallkörper anfliegt und daher nicht durch den Träger hindurchtritt. In der Figur 3 ist durch eine strich¬ punktierte Linie angedeutet, daß der rechte Teil des gezeigten Trägers als Träger 35 für die untere Anschlu߬ vorrichtung 8 verwendbar ist. Strichpunktierte Öffnungen 36 sind für die unteren Befestigungsschrauben 11 vorgesehen.