Wäßrige Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen und ihre Verwendung zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier
Beschreibung
Die Erfindung betrifft wäßrige Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen, die zumindest teilweise mit Polymerisaten überzogen sind, sowie die Verwendung der wäßrigen Anschlämmungen für die Herstellung von fülIstoffhaltigem Papier oder Karton sowie füllstoffhaltiger Pappe.
Aus der GB-A-2 125 838 ist die Behandlung von Füllstoffen, die für die Herstellung von Papier verwendet werden, mit kationischen Polyelektrolyten und Aluminiumsalzen sowie gegebenenfalls Aluminaten bekannt. Geeignete Polyelektrolyte sind beispielsweise kationische Polyacry lamide, die in Mengen von 0,1 bis 6 Gew.-%, bezogen auf die Mischung, eingesetzt werden. Die einzelnen Komponenten werden in trockenem Zustand gemischt. Beim Eintragen der Füllstoffmischung in einen Papierstoff zeigen die Oberflächen der Füllstoffteilchen eine positive Ladung. Diese
Füllstoffmischungen ergeben Papiere mit verbesserter Festigkeit. Die damit erzielbaren Effekte sind für die Anforderung in der Praxis jedoch noch unbefriedigend. Aus der EP-B-0 227 465 ist ein Verfahren zur Herstellung eines gefüllten Papiers bekannt, bei dem man sowohl die Papierfasern und separat davon die Füllstoffe jeweils in einem wäßrigen Medium mit synthetischen Polymeren behandelt, die eine Ladung tragen. Als synthetische Polymere kommen Flockungs- oder Reten- tionsmittel in Betracht, die üblicherweise bei der Papierherstellung verwendet werden. Die Einsatzmengen betragen 0,2 bis 1 Gew.-%, bezogen auf das Trockengewicht der Füllstoffe. Die mit diesem Verfahren erzielbaren Effekte einer Verbesserung der Trockenfestigkeit des Papiers sind noch verbesserungsbedürftig.
Aus der EP-A-278 602 ist ein Verfahren zur Herstellung von wäßrigen Suspensionen von feinteiligen Calciumcarbonat enthaltenden Füllstoffen bekannt, bei dem man zu mindestens 60 Gew.-% Füllstoffe enthaltenden Anschlämmungen einen anionischen und kationischen Polyelektrolyten in einem solchen Verhältnis zusetzt, daß die Füllstoffteilchen eine kationische Ladung tragen.
Als kationische Polyelektrolyte eignen sich beispielsweise Polydiallyldimethylammoniumchloride mit Molekulargewichten von etwa 10 000 bis 100 000. Die anionischen Polyelektrolyte werαen in Mengen von 0,01 bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf Füllstoff ein- gesetzt, während die kationischen Polyelektrolyte in Mengen von 0,01 bis etwa 1,5 Gew.-%, bezogen auf Füllstoff angewendet werden. Diese hochkonzentrierten Pigmentanschlämmungen haben eine relativ niedrige Viskosität, jedoch sind damit allein keine Papiere mit hoher Trockenfestigkeit herstellbar.
Aus der DE-A-2 115 409 ist die Behandlung von Füllstoffen, die bei der Herstellung von Papier verwendet werden, in wäßriger Anschlämmung mit wasserlöslichen Verbindungen bekannt, die durch Zusatz von Aluminiumsulfat, Calciumchlorid oder Borax auf den feiπteiligen Füllstoffen niedergeschlagen werden. Geeignete wasserlösliche Polymerisate sind beispielsweise Polyacrylate, die durch Zugabe von Natriumhydroxid oder Ammoniak in eine klare Lösung oder in ein klares Gel überführt werden können, sowie Polyvinylalkohol, Kasein oder Alginate. Die so behandelten
Pigmente werden auf diese Weise mit Polymeren überzogen. Mit den so behandelten Pigmenten erhält man Papiere mit höherer Festigkeit. Nachteilig ist hierbei die hohe Menge an Aluminiumsulfat, die für die Fixierung der Polymeren auf den Pigmentteilchen erforderlich ist. Die Festigkeitseigenschaften der mit diesen behandelten Füllstoffen hergestellten Papiere läßt noch zu wünschen übrig.
Aus der CA-A-1 110 019 ist ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Trockenfestigkeit bekannt, bei dem man zum Papierstoff zunächst ein wasserlösliches kationisches Polymerisat, z.B. Polyethylenimin, zugibt und danach ein wasserlösliches anionisches Polymerisat, z.B. ein hydrolysiertes Polyacrylamid zufügt und den Papierstoff auf einer Papiermaschine unter
Blattbildung entwässert. Die anionischen Polymerisate enthalten bis zu 30 Mol.-% Acrylsäure einpolymerisiert.
Aus der EP-B-0 193 111 ist ein Verfahren zur Herstellung von Papier mit hoher Trockenfestigkeit und möglichst niedriger
Naßfestigkeit bekannt, bei dem man dem Papierstoff nacheinander mit kationischen Polymerisaten und danach anionischen Polymerisaten behandelt und unter Blattbildung entwässert. Als anioni-
sehe Polymerisate kommen beispielsweise Homopolymerisate von ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäuren oder Copolymerisate dieser Carbonsäuren mit Amiden, Nitrilen und/oder Estern der ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäuren in
Betracht, wobei die Copolymerisate 35 bis 99 Gew.-% einer ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäure enthalten. Bei der Anwendung der beiden zuletzt genannten Verfahren in der Praxis hat sich jedoch gezeigt, daß die erzielbaren Effekte bezüglich der Trockenverfestigung wegen der sehr hohen Scherkräfte bei den schnellaufenden Papiermaschinen und wegen der hohen Störstofffracht in weitgehend geschlossenen Papiermaschinenwasserkreisläufen nicht zufriedenstellend sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, gegenüber dem Stand der Technik verbesserte wäßrige Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen für die Herstellung von füllstoffhaltigen Papieren zur Verfügung zu stellen. Die Füllstoffanschlämmungen sollen insbesondere zur Herstellung von gefüllten Papieren mit hoher Trockenfestigkeit verarbeitbar sein. Eine weitere Aufgabe besteht darin, die Füllstoffe gegenüber pH-Wertänderungen bei der Papierherstellung unempfindlicher zu machen und insbesondere die Löslichkeit von Calciumsulfatpigmenten in Wasser zu erniedrigen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit wäßrigen Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen, die zumindest teilweise mit Polymerisaten überzogen sind, für die Herstellung von füllstoffhaltigem Papier, die erhältlich sind durch aufeinanderfolgende Zugabe von
[a) 0,5 bis 5 Gew. -% eines kationischen Verfestigers für Papier und
(b) 0,5 bis 5 Gew.-% eines nichtionischen und/oder anionischen Verfestigers für Papier, eines nichtionischen und/oder anionischen Leimungsmittels für Papier oder Gemische der nichtionischen oder anionischen Verfestiger und
Leimungsmittel oder durch Zugabe der Verfestiger in umgekehrter Reihenfolge zu wäßrigen Anschlämmungen der Füllstoffe, wobei die kationischen verfestiger (a) gegenüber den Verbindungen (b) in einer solchen
Menge eingesetzt werden, daß die feinteiligen Füllstoffe eine Kationische Ladung tragen. Derartige Fül Istoffanschlämmungen werden zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier oder Karton oαer fül lstoffhaltiger Pappe durch Zugabe der wäßrigen Anschlämmungen zu einem Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs verwendet. Hierbei erhält man Papiere mit hoher Trockenfestigkeit. Die Umhüllung der Füllstoffe mit dem Polymeren bewirkt, daß die Füllstoffe deutlich besser in das Fasergefüge des Papiers eingebunden werden als unbehandelte Füllstoffe, so daß mit den erfindungsgemäßen wäßrigen Pigmentanschlämmungen gegenüber bekannten Pigmentanschlämmung deutlich höhere Papierfestigkeiten bei gleichem Füllstoffgehalt im Papier erzielbar sind. Als Füllstoffe kommen alle diejeningen feinteiligen Mineralien in Betracht, die üblicherweise zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier verwendet werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Calciumcarbonat, Kreide, Titandioxid, Kaolin, China-Clay, Satinweiß, Calciumsulfat, Bariumcarbonat und
Bariumsulfat. Die mittlere Teilchengröße der Füllstoffe liegt üblicherweise in dem Bereich von 0,1 bis 5,0 μm. Die feinteiligen Füllstoffe werden in Wasser suspendiert. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte die Füllstoffkonzentration der wäßrigen Anschlämmungen mindestens 10 Gew.-% betragen. Fül lstoffkonzentrationen bis zu 70 Gew.-% sind möglich, jedoch empfiehlt sich für höherkonzentrierte Pigmentanschlämmungen die Mitverwendung eines Dispergiermittels, um wäßrige Pigmentanschlämmungen mit .einer relativ niedrigen Viskosität herstellen zu können. Geeignete Dispergiermittel sind beispielsweise Polymerisate der Acrylsäure mit K-Werten von 8 bis 40 oder katioπische Dispergiermittel wie niedrigmolekulare Polymerisate des Diallyldimethylammoniumchlorids mit mittleren Molekulargewichten von 1000 bis 40 000. Die Dispergiermittel werden in Mengen von 0,01 bis 0,3, vorzugsweise 0,02 bis 0,05 Gew.-%, bezogen auf die FüllStoffe, eingesetzt. Sie gelangen jedoch nur dann zum Einsatz, wenn die Viskosität der wäßrigen Anschlämmungen der feinteiligen Pigmente zu hoch wird.
Die oben beschriebenen wäßrigen Pigmentanschlämmungen werden nacheinander (a) mit kationischen Verfestigern und dann (b) mit nichtionischen oder anionischen verfestigern, Leimungsmitteln
oder deren Gemischen oder in umgekehrter Reihenfolge, d.h. zunächst mit der anionischen Komponente (b) und danach mit katicnischen Verfestigern (a) behandelt. Zu diesem Zweck fügt man αie jeweils in Betracht kommenden Verbindungen in Form einer wäßrigen Lösung oder einer wäßrigen Dispersion zu den Pigmentanschlämmungen und verteilt sie darin möglichst gleichmäßig. Dies kann beispielsweise mit Hilfe von Scheraggregaten, wie Ultraturraxgeräten oder in der Praxis in einem Deliteur geschehen. Sobald die zuerst zur Anschlämmung der Füllstoffe zugegebenen Verbindungen (a) oder (b) weitgehend von den suspendierten
Füllstoffen aufgenommen sind, fügt man erst die andere für die Behandlung der Füllstoffe erforderliche Komponente (a) oder (b) zu, so daß zumindest teilweise überzogene suspendierte Füllstoffteilchen vorliegen. Beispielsweise können so behandelte
Calciumcarbonatfüllstoffe auch im sauren pH-Bereich, z.B. bei pH 5 bis 6, praktisch ohne Schädigung der Füllstoffe bei der Papierherstellung eingesetzt werden. Calciumsulfatfüllstoffe, die erfindungsgemäß mit einem Überzug versehen wurden, haben dadurch eine wesentlich herabgesetzte Löslichkeit in Wasser im Vergleich mit unbehandelten Calciumsulfatfüllstoffen. Die erfindungsgemäß behandelten Pigmente aus Calciumsulfat sind daher von besonderem Interesse für die Herstellung gefüllter Papiere und Papierprodukte, wie Pappe und Karton. Füllstoffe aus Calciumcarbonat und Füllstoffe aus Calciumsulfat werden vorzugsweise mit (a) kationischen Verfestigern, z.B. Polyethylenimin oder wasserlöslichen, vernetzten Polyamidoaminen und daran anschließend mit (b) Alky ldiketenemulsionen, z.B. Stearyldiketenemulsionen, oαer Copolymerisaten aus Acrylamid und Acrylsäure (der einpolymerisierte Gehalt an Acrylsäure beträgt 5 bis 20 Gew.-%) behandelt. Die Temperatur der wäßrigen Suspensionen der Füllstoffe kann während der Einwirkung der Verbindungen (a) und (b) in einem weiten Temperaturbereich variiert werden, z.B. zwischen 5 und 95°C. üblicherweise erfolgt das Zusammenbringen der Trockenverfestiger mit den wäßrigen Pigmentanschlämmungen bei Temperaturen in dem Bereich von 15 bis 40°C.
Als verfestiger (a) und (b) kommen alle diejenigen Polymeren in Betracht, die die Trockenfestigkeit von Papier bei Zusatz zum Papierstoff in einer Menge von 0,5 Gew.-%, bezogen auf trockene Fasern (z.B. gebleichter Kiefernsulfatzellstoff als Standard) um
mindestens 10 % erhöhen. Außer einer Erhöhung der TrockenfestigKeit kann auch die Naßfestigkeit des Papiers von den erfindungsgemäß in Betracht kommenden verfestigern (a) oder (b) erhöht werden.
Geeignete kationische Verfestiger (a) sind beispielsweise Polyethylenimine, die mindestens 5 Ethylenimineinheiten enthalten. Man kann sowohl niedrigmolekulare als auch sehr hochmolekulare Polyethylenimine verwenden. Die Polyethylenimine können mit organischen Säuren wie Ameisensäure, Essigsäure oder Propionsäure oder auch mit anorganischen Säuren, wie Salzsäure,
Schwefelsäure oder Phosphorsäure neutralisiert sein. Geeignete Polyethyleniminen haben in 10 gew.-%iger wäßriger Lösung bei 20°C Viskositäten von 5 bis 1500, vorzugsweise 25 bis 700 mPas (Brookfield-Viskosimeter, 20 UpM).
Geeignete kationische Verfestiger sind außerdem partiell bis vollständig hydrolysierte Homo- und Copolymerisate des N-Vinylformamids. Der Hydrolysegrad des N-Vinylformamids in diesen Polymerisaten beträgt mindestens 2 Mol.% und liegt vorzugsweise in dem Bereich von 50 bis 100 Mol.%. Geht man beispielsweise von einem Homopolymerisat des N-Vinylformamids aus und hydrolisiert es zu 100 %, so erhält man ein Polyvinylamin. Copolymerisate des N-Vinylformamids mit anderen Monomeren, z.B. Vinylacetat, vinylpropionat, Acrylnitril, Methacrylnitril, Acrylamid und Methacrylamid können ebenfalls durch Einwirkung von Säuren oder Basen hydrolysiert werden. Der Hydrolysegrad, der oben angegeben wurde, bezieht sich bei den Copolymeri säten des N-Vinylformamids immer auf den Gehalt an N-Vinylformamid im Copolymerisat. Bei der Hydrolyse von Copolymerisäten aus N-Vinylformamid und Vinylacetat oder Vinylpropionat erhält man Polymerisate, die neben den Einheiten der diesen Polymerisaten zugrundeliegenden Monomeren noch Einheiten von Vinylamin und Vinylalkohol aufweisen. Geeignete Homopolymerisate des N-Vinylformamids und Copolymerisate des N-Vinylformamids mit anderen ethylenisch ungesättigten Monomeren haben einen K-Wert von 50 bis 200, vorzugsweise 80 bis 150. Der K-Wert der hydrolysierten und der nicht hydrolysierten N-Vinylformamidpolymerisate stimmt im Rahmen der Fehlergrenzen überein. Solche Polymerisate sind beispielsweise aus der US-A 4 421 602 und der US-A 4444 667 bekannt.
Geeignete Verfestiger (a) sind außerdem Homo- und Copolymerisate von N-Vinylimidazol und N-Vinylimidazol in sowie deren Derivate. Die Cooo l ymer i sate enthalten mindestens 30 Gew.-% N-Vinylimiαazol oder N-Vinylimidazolin oder jeweils deren Derivate in Form der Salze mit anorganischen oder organischen Säuren oder in Form von Quaternisierungsprodukten einpolymerisiert. Als Comonomer zur Herstellung der Copolymerisate eignen sich beispielsweise Acrylamid, Methacrylamid, Acrylnitril, Methacrylnitril, vinylacetat, Vinylpropionat und C1- bis C4-Alkyl-vinylether, z.B. vinylmethylether. Als Derivate von N-Vinyl imidazol und N-vinylimidazolin kommen beispielsweise jeweils die in der 2-Stellung C1- bis C3-alkylsubstituierten bzw. phenylsubstituierten verDindungen in Betracht, z.B. 1-Vinyl-2-methylimidazolin in Form des Salzes mit Salzsäure.
Weitere wasserlösliche kationische Verfestiger (a), die sowohl die Trockenfestigkeit als auch die Naßfestigkeit von Papier erhöhen, sind Polyamidoamine, die mit Epichlorhydrin vernetzt sind. Geeignete Produkte dieser Art sind beispielsweise aus der US-PS 2 926 116 bekannt. Sie werden hergestellt, indem man eine Dicarbonsäure, wie Adipinsäure, mit einem Polyamin z.B.
Diethylentriamin oder Tetraethylenpentamin, kondensiert und das dabei erhaltene Harz soweit mit Epichlorhydrin vernetzt, daß man noch wasserlösliche Reaktionsprodukte erhält. Diese Polymeren haben in 10 gew.%iger wäßriger Lösung bei einer Temperatur von 20°C eine Viskosität von 20 bis 200 mPas (gemessen mit einem Rotations-Viskosimeter bei 20 U/min).
Zu dieser Gruppe von kationischen Verfestigern gehören auch mit Ethylenimin gepfropfte Polyamidoamine, die mit Epichlorhydrin oder gemäß der DE-PS 24 34 816 mit Reaktionsprodukten vernetzt sind, die durch Umsetzung der endständigen OH-Gruppen von
Polyalkylenoxiden mit 8 bis 100 Alkylenoxid-Einheiten (vorzugsweise Polyethylenoxiden) mit mindestens äquivalenten Mengen Epichlorhydrin erhalten werden. Hierbei handelt es sich dann um beidseitig mit Epichlorhydrin endgruppenverschlossene Polyalky lenoxide. Die Viskosität der mit Ethylenimin gepfropften und vernetzten, wasserlöslichen Produkte beträgt - gemessen mit einem Rotationsviskosimeter bei 20 U/min einer Konzentration an Polykondensat von 10 Gew.-% und 20°C - 300 bis 2500 mPas.
Außerdem eignen sich Homopolymerisate von Diallyldi-C1- bis C3-alkylammoniumverbindungen und Diaikylmono-C1- bis C3-aminen als kationische Verfestiger (a). Man kann entweder die freien Basen bzw. die Halogenide, insbesondere die Chloride oder quaternierte Produkte verwenden. Besonders geeignet sind Homopolymerisate von Diallyldimethylammoniumchlorid und DiallyIdiethylammoniumchlorid.
Als kationische Verfestiger (a) kommen auch Copolymerisate von Acrylamid in Betracht, die bis zu 45, vorzugsweise 2 bis
30 Gew.-% eines basischen Di-C1- bis C3-Alkylamino-C2- bis
C4-alkyl (meth)acrylats einpolymerisiert enthalten. Die basischen Acrylate werden in Form der Salze mit anorganischen oder organischen Säuren oder in quaternierter Form eingesetzt. Von besonderem Interesse sind hier Copolymeri sate aus Acryl ami d und Diethy l aminoethylacrylat oder Diethylaminoethylmethacry lat in Form des Hydrochlorids oder in mit Methylchlorid quaternierter Form, Copolymerisate aus Acrylamid und Diethylaminoethylacrylat als Sulfat, Chlorid und Methosulfat, Copolymerisate aus Acrylamid und Dimethylaminopropylacrylat als Hydrochlorid, Sulfat oder Methochlorid, Copolymerisate aus Acrylamid und Aminoethylacrylathydrochlorid, Copolymerisate aus Acrylamid und Diethylaminoethylmethacrylatsulfat und Copolymerisate aus Acrylamid und Diethylaminopropylacrylathydrochlorid.
Als kationische Verfestiger (a) sind auch Copolymerisate aus Acrylamid und Dialkylaminoalkylacrylamiden von Interesse, z.B. Copolymerisate des Acrylamids, die bis zu 30 Gew.-% Dimethylaminoethylacrylamid, Dimethylaminoethylmethacrylamid, Dimethylaminopropylacrylamid, Dimethylaminobutylacrylamid oder Aminoethylacrylamid einpolymerisiert enthalten. Auch diese verfestiger werden in Salzform oder in quarternierter Form eingesetzt.
Die oben beschriebenen Homo- und Copolymerisate sind als verfestigungsmittel für Papier bekannt. Sie haben K-Werte von 50 bis 200, vorzugsweise 80 bis 150 {gemessen nach H. Fikentscher in 1 %iger wäßriger Lösung des Polymeren bei 25°C und pH 7).
Einige der genannten Polymeren können auch für andere Anwendungen eingesetzt werden, z.B. werden mit Ethylenimin gepfropfte Polyamidoamine, die vernetzt sind, in der Praxis überwiegend als Retentioπsmmittel verwendet. Bei den gemäß Erfindung höheren
Einsatzmengen an Polymeren sind diese Verbindungen Verfestiger, die beispielsweise die Trocken- und Naßfestigkeit des Papiers erhöhen. Von den kationischen Verfestigern (a) werden bevorzugt Polyethylenimin mit mindestens 5 einpolymerisierten Ethy lenimineinheiten, wasserlösliche Polyamidoamine, auf die gegebenenfalls Ethylenimin aufgepfropft ist und die mit Epichlorhydrin oder mit einem beidseitig mit Epichlorhydrinendgruppen verschlossenen Polyalkylenoxid vernetzt sind oder Copolymerisate aus Acrylamid und Dimethylaminoethylacrylat als Salz oder in quaternisierter Form mit K-Werten von 50 bis 200 eingesetzt. In einigen Fällen kann eine Steigerung der Füllstoffretention erreicht werden, wenn Mischungen von Verfestigungsmitteln eingesetzt werden, z.B. eine Mischung aus Polyethylenimin, das 500 Ethylenimineinheiten enthält und einem Copolymerisat aus Acrylamid und 20 Gew.-% Dimethylaminoethylacrylatmethochlorid mit einem K-Wert von 190.
Die kationischen verfestiger werden zu den wäßrigen Anschlämmungen der feinteiligen Füllstoffe in Mengen von 0,1 bis 5, vorzugsweise 1 bis 2 Gew.-% zugesetzt. Wesentlich ist dabei, daß sie in einer solchen Menge angewandt werden, daß die damit behandelten feinteiligen Füllstoffe auch nach Zugabe der Trockenverfestiger (b) noch eine kationische Ladung tragen. Die Bestimmung der Ladung von Füllstoffen, die gemäß Erfindung behandelt wurden, kann beispielsweise dadurch vorgenommen werden, daß man die Füllstoffe aus der wäßrigen Anschlämmung isoliert, und mit Hilfe einer Elektrolyttitration die Ladung im Filtrat bestimmt, vgl. D. Hörn, Polyethylenimine/Physicochemical Properties and Application (IUPAC) Polymeric amines and Ammonium Salts, Pergamon Press, Oxford and New York, 1980, Seite 335-355. In der Praxis erfolgt dies mit Hilfe eines Mütek-PCD-Gerätes, Mütek-Laser und (opto-)elektronische Geräte GmbH, D-8036 Herrsching (vgl. die dazugehörige Broschüre von 1988).
Geeignete anionische Verfestiger (b) sind beispielsweise Homopolymeri säte von ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäuren. Hierzu gehören beispielsweise Homopolymerisate der
Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, hydrolysierte Homopolymerisate von Maleinsäureanhydrid und Homopolymerisate von itaconsäure. Die genannten ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren
können mit anderen Monomeren copolymerisiert werden. So eignen sich z.B. als anionische verfestiger Copolymerisate aus 1 bis 99 Gew.-% ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäuren, 99 bis 1 Gew.-% eines Amids, Nitrils und/oder eines Esters einer ethylenisch ungesättigten C3-bis C5-Carbonsäure und 0 bis
15 Gew.-% Styrol oder eines Cι~ bis C4-Alkylvinylethers. Die Copolymerisate enthalten vorzugsweise 5 bis 20 Gew.-% einer ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäure, 95 bis
80 Gew.-% eines Amids, Nitrils und/oder eines Esters einer ethylenisch ungesättigten Carbonsäure und 0 bis 15 Gew.-% Styrol oder eines C1- bis C4-Alkylvinylethers. Die Summe der Gewichtsprozente im Copolymerisat beträgt jeweils 100. Die Ester von ethylenisch ungesättigten C3- bis C5-Carbonsäuren der Copolymerisate leiten sich vorzugsweise von einwertigen Alkoholen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ab. Besonders bevorzugt als Komponente (b) sind Terpolymerisate aus (1) 5 bis 30 Gew.-% Acrylsäure, (2) 90 bis 65 Gew.-% Acrylamid und (3) 5 bis 30 Gew.-% Acrylnitril. Die anioniscnen wasserlöslichen Polymerisate (b) haben einen K-Wert (nach H. Fikentscher) von 50 bis 200 und vorzugsweise von 80 bis 150. Der K-Wert für die Copolymerisate wird bestimmt in 1 %iger wäßriger Lösung bei 25°C. Der pH-Wert bei der Bestimmung der K-Werte beträgt 7. Die anionischen
Trockenverfestiger (b) können in Form der freien Säuren bzw. in partiell oder vollständig mit Basen neutral isiserter Form zur Anwendung gelangen. Wichtig ist hierbei lediglich, daß die partiell oder vollständig neutralisierten Polymerisate in Wasser löslich sind. Als Basen kommen Alkali- und Erdalkali laugen sowie Ammoniak und Amine in Betracht, z.B. Natronlauge, Kalilauge, Calciumhydroxid, Bariumhydroxid, Ammoniak, Trimethylamin,
Ethanolamin und Morpholin.
Nichtionische Verfestiger (b) sind Polyvinylalkohole, die beispielsweise durch Polymerisieren von Vinylacetat und Verseifen der Polymeren erhältlich sind. Andere geeignete nichtionische Verfestiger sind Polyacrylamide, die durch Polymerisation von
Acrylamid herstellbar sind. Die nichtionischen Verfestiger haben ebenfalls wie die kationischen Verfestiger K-Werte in dem Bereich von 50 bis 200, vorzugsweise 80 bis 150. Die Verfestiger (b) können einzeln oder in Mischung eingesetzt werden, z.B. kann man als Trockenverfestiger eine Mischung aus Polyacrylamid und einem Copolymerisat aus Acrylamid und 20 Gew.-% Acrylsäure oder eine
Mischung aus einem Acry lamidhomopolymer und Acrylsäurehomopolymer einsetzen. Die Trockenverfestiger (b) werden in Mengen von 0,1 bis 5, vorzugsweise 1 bis 3 Gew.-% zu der wäßrigen Anschlämmung von Füllstoffen zugegeben. Zur Behandlung der wäßrigen Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen kann man natürlich auch so vorgehen, daß man in eine wäßrige Lösung des Verfestigers (a) oder (b) die feinteiligen Füllstoffe einträgt und die erhaltene Füllstoffsuspension durchmischt. Bei der Behandlung von feinteiligen Füllstoffen in wäßrigem Medium mit Verfestigern gemäß (a) und (b) werden die feinteiligen Füllstoffe oberflächlich zumindest teilweise mit Polymerisaten überzogen. Die entgegengesetzte Ladung der Verbindungen von (a) und (b) bewirkt, daß sich auf den Füllstoffteilchen Polymerisate niederschlagen und darauf festhaften. Um eine weitere Steigerung der Bindung der Polymerisate an die Füllstoffe zu erreichen, kann man gegebenenfalls zusätzlich noch Aluminiumsulfat (Alaun) in Mengen von 0,1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf Füllstoff zusetzen.
Als Komponente (b) können auch nichtionische und/oder anionische Leimungsmittel für Papier in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Füllstoffe, eingesetzt werden. Verwendet man die so erhältlichen wäßrigen Aufschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen bei der Herstellung von füllstoffhaltigen Papieren, so stellt man eine stark verminderte Wasseraufnahme gegenüber solchen füllstoffhaltigen Papieren fest, die unter Verwendung von leimungsmittelfreien wäßrigen Anschlämmungen von Füllstoffen, die nacheinander mit einem Verfestiger (a) und (b) behandelt wurden. Geeignete Leimungsmittel sind beispielsweise wäßrige Emulsionen von Alkyldiketenen, z.B. Stearyldiketen, Copolymerisate von Diisobuten und Maleinsäureanhydrid, die in hydrolysierter Form als Alkali- oder Ammoniumsalze in wäßriger Lösung Anwendung finden, Copolymerisate aus Styrol, Maleinsäureanhydrid und
Acrylsäure, bei denen ebenfalls das Maleinsäureanyhdrid hydrolysiert und zumindest partiell mit Natronlauge oder Ammoniak neutralisiert ist sowie Copolymerisate aus Butylacrylat und Acrylnitril, die durch Polymerisieren der Monomeren in wäßrigen
Lösungen von abgebauten Stärken erhältlich sind. Solche Leimungsmittel werden beispielsweise in der EP-B 0 257 412 beschrieben. Außerdem eignen sich als Komponente (b) Harzleime (Kolophonium) und wäßrige Dispersionen von Alkenylbernsteinsäureanhydriden.
Eine weitere Modifizierung der Füllstoffe ist dadurch möglich, daß man nach der Behandlung der wäßrigen Anschlämmungen der feinteiligen Füllstoffe mit den Trockenverfestigern (a) und (b) zusätzlich noch 0,001 bis 0,02 Gew.-% eines Acrylamidpolymerisates mit einem K-Wert von mindestens 220 als Flockungsmittel zufügt. Mit Hilfe dieser Maßnahme kann eine Steigerung des Aschegehaltes im Papier beim Einsatz der so behandelten feinteiligen Füllstoffe während der Papierherstellung erreicht werden.
Die wäßrigen Anschlämmungen der feinteiligen Füllstoffe, die nacheinander mit den Komponenten (a) und (b) bzw. in umgekehrter Reihenfolge behandelt wurden und die eine kationische Ladung tragen, werden zur Herstellung von füllstoffhaltigem Papier oder Karton sowie füllstoffhaltiger Pappe verwendet. Die wäßrigen Anschlämmungen werden zu einem Papierstoff, der außer der
Anschlämmung der Fasern in Wasser noch gegebenenfalls andere bei der Papierherstellung übliche Zusatzstoffe enthalten kann, z.B. Retentionsmittel, Entschäumer oder Farbstoffe, zugesetzt und gemischt. Danach wird der mit den wäßrigen Anschlämmungen von feinteiligen Füllstoffen gemischte Papierstoff in üblicher Weise auf der Papiermaschine entwässert. Die wäßrigen Anschlämmungen der Pigmente werden dem Papierstoff in einer solchen Menge zugegeben, daß man Papiere mit Füllstoffgehalten von 5 bis 70, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-% erhält. Die wäßrigen Pigmentanschlämmungen werden außerdem zur Herstellung von füllstoffhaltigem Karton sowie von füllstoffhaltiger Pappe verwendet. Die erfindungsgemäßen Pigmentanschlämmungen können zur Herstellung sämtlicher füllstoffhaltiger Papiere und Papierprodukte verwendet werden, z.B. zur Herstellung von Schreib-, Druck- und Verpackungspapieren. Die Papiere können aus einer Vielzahl verschiedenartiger Fasermaterialien bestehen, z.B. aus Sulfit- oder Sulfatzellstoff in gebleichtem oder ungebleichtem Zustand, Holzschliff, thermomechanischem Stoff (TMP), chemo-thermomechanischem Stoff (CTMP) und Altpapier. Die Papierherstellung erfolgt in dem pH-Bereich von 4 bis 9, vorzugsweise bei pH-Werten von 6 bis 7. Zur Einstellung eines pH-Wertes im sauren Bereich kann man der Stoffsuspension Schwefelsäure oder Aluminiumsulfat zusetzen. Die Prozentangaben in den Beispielen bedeuten Gewichtsprozent. Die Trockenreißlänge wurde nach DIN 53 112, Blatt 1 bestimmt.
Die Weiße des Papiers wurde bestimmt bei 457 μm mit einem üblichen Farbmeßgerät.
Die Ladungsdichte wurde mit Hilfe einer Elektrolyttitration mit einem Mütek-PCD-Gerät, Mütek-Laser und optoelektronische Geräte GmbH, D-8036 Herrsching, ermittelt.
Die K-Werte der Polymerisate wurden nach H. Fikentscher,
Cellulose-Chemie, Band 13, 58-64 und 71-74 (1932) in 1 %iger wäßriger Lösung bei 25°C und pH 7 bestimmt.
Beispiel 1 a) Wäßrige Anschlämmung von China-Clay
In einem Mischbehälter wird Wasser vorgelegt und soviel China-Clay einer mittleren Teilchengröße von 1 bis 3 μm unter Rühren eingetragen, daß eine 20 %ige wäßrige Anschlämmung von China-Clay gebildet wird. Zu dieser Anschlämmung gibt man dann unter kräftigem Rühren 0,6 %, bezogen auf China-Clay, eines Polyethylenimins, das in
10 %iger wäßriger Lösung eine Viskosität von 30 mPas hat. Die Anschlämmung wird dann 5 Minuten gerührt und mit 1,8 %, bezogen auf China-Clay-, eines Copolymerisates aus 80 % Acrylamid und 20 % Acrylsäure versetzt, das in Form des
Natriumsalzes einen K-Wert von 120 hat (anionischer Trockenverfestiger). Die in der Anschlämmung enthaltenen Feststoffteilchen wiesen einen Polymerüberzug auf und hatten eine positive Ladung. b) Herstellung von Papier
Auf einer Versuchspapiermaschine mit einer Arbeitsbreite von 75 cm wurde bei einer Geschwindigkeit von 60 m/min ein Papier aus 85 % gebleichtem Holzschliff und 15 % gebleichtem Kiefernsulfatzellstoff mit einem Flächengewicht von 80 g/m2 produziert. Der pH-Wert der Stoffsuspension betrug 7,5, der Mahlgrad 60° Schopper-Riegler (°SR). Zu der oben beschriebenen Faserstoffsuspension wurde die wäßrige Anschlämmung von China-Clay gemäß a) kontinuierlich in einer derartigen Menge zudosiert, daß das aus der Mischung hergestellte
Papier einen Aschegehalt von etwa 30 % hatte. Vor dem Stoffauflauf fügte man zu dem Papierstoff noch 0,04 % eines handelsüblichen Retentionsmittels (Kondensationsprodukt aus Adipinsäure und Diethylentriamin, gepfropft mit Polyethylenimiπ und vernetzt mit einem beidseitig mit Epichlorhydrin endgruppenverschlossenem Polyalkylenoxid) und 0,02 %, bezogen auf den Trockengehalt des Papierstoffs, eines Copolymerisats aus Acrylamid und Acrylsäure von K-Wert 250. Von dem so gebildeten Papier wurde die Flächenmasse, der Aschegehalt, die Trockenreißlänge und die Weiße bestimmt. Die Werte sind in Tabelle 1 angegeben.
Vergleichsbeispiel 1 Beispiel 1b) wurde mit der Ausnahme wiederholt, daß man zur Herstellung von Papier anstelle der mit Trockenverfestigern behandelten wäßrigen Anschlämmung a) eine unbehandelte 20 %ige wäßrige Anschlämmung von China-Clay einsetzte. Die Eigenschaften von daraus hergestelltem Papier sind in Tabelle 1 angegeben.
Vergleichsbeispiel 2 (gemäß der Lehre der CA-A-1 110 019)
Zu der in Beispiel 1b) beschriebenen Faserstoffaufschlämmung fügte man soviel einer wäßrigen Anschlämmung von China-Clay hinzu, um daraus Blätter mit einem Füllstoffgehalt (bestimmt durch den Aschegehalt des Papiers) von ca. 30 % herzustellen. Zu dem Faser- und Füllstoffe enthaltendem Papierstoff gab man dann, bezogen auf den Trockengehalt des Gesamtpapierstoffs, 0,2 % Polyethylenimin, das in 10 %iger wäßriger Lösung eine Viskosität von 30 mPas hatte, in der Mischbütte zu. Nach dem Stoffdichteregler wurde kontinuierlich, bezogen auf trockenen Gesamtstoff, 0,6 % eines Copolymerisats aus 80 % Acrylamid und 20 % Acrylsäure zudosiert. Dieses Copolymerisat lag in Form des Natriumsalzes vor und hatte einen K-Wert von 120. Die Eigenschaften von daraus hergestelltem Papier sind in Tabelle 1 angegeben.
Beispiel 2 a) wäßrige Anschlämmung von China-Clay
Durch Eintragen von China-Clay in Wasser wird zunächst eine 20 %ige wäßrige Anschlämmung hergestellt und unter kräftigem Rühren mit 1,2 %, bezogen auf China-Clay, mit einem Copolymerisat aus 80 % Acrylamid und 20 % Dimethylaminoethyl- acrylat-Methochlorid mit einem K-Wert von 130 (kationischer Trockenverfestiger) versetzt. Nach 5-minütigem Rühren gibt man zu der Fül Istoffanschlämmung 0,6 %, bezogen auf
China-Clay, eines Copolymerisates aus 90 % Acrylamid und 10 % Acrylsäure in Form des Natriumsalzes mit einem K-Wert von 120 zu und rühre die Anschlämmung noch 10 min. Die suspendierten Feststoffteilchen waren nach dieser Behandlung mit einem Polymerisat überzogen und wiesen eine kationische Ladung auf. b) Herstellung von Papier
Nach der in Beispiel lb) gegebenen Vorschrift wurde Papier mit der einzigen Ausnahme hergestellt, daß man anstelle der darin verwendeten behandelten China-Clay-Anschlämmung jetzt die Anschlämmung von China-Clay nach Beispiel 2a) einsetzte,
Die Eigenschaften des so erhältlichen Papiers sind in Tabelle 2 angegeben.
Vergleichsbeispiel 3 (gemäß der Lehre der CA-A-1 110 019)
Zu der im Vergleichsbeispiel 2 beschriebenen Faser- und Füllstoffsuspension gab man zunächst, bezogen auf den Trockengehalt des Gesamtpapierstoffs, in die Mischbütte 0,4 % eines Copolymerisats aus 80 % Acrylamid und 20 % DimethylaminoethylacrylatMethochlorid mit einem K-Wert von 130 und nach dem Stoffdichteregler kontinuierlich 0,2 % eines Copolymerisats aus 90 % Acrylamid und 10 % Acrylsäure in Form des Natriumsalzes mit einem K-Wert von 120 zu. Die Eigenschaften des so hergestellten Papiers sind in Tabelle 2 angegeben.
Vergleichsbeispiel 4
Das Vergleichsbeispiel 1 wurde wiederholt, wobei man ein Papier mit den in Tabelle 2 angegebenen Eigenschaften erhielt.
Beispiel 3 a) Wäßrige Anschlämmung von China-Clay Man trägt soviel China-Clay einer mittleren Teilchengröße von 1 bis 3 μm in Wasser unter kräftigem Rühren ein, daß eine 20 %ige wäßrige Anschlämmung von China-Clay entsteht. Dann fügt man unter kräftigem Rühren 1,2 %, bezogen auf China-Clay, eines Copolymerisats aus 80 % Acrylamid und 20 % Dimethylaminoethylacrylat-Methochlorid mit einem K-Wert von 130 (kationischer Trockenverfestiger) zu, rührt die Anschlämmung 5 min und versetzt sie dann mit 0,6 %, bezogen auf China-Clay, eines Copolymerisates aus 90 % Acrylamid und 10 % Acrylsäure in Form des Natriumsalzes mit einen K-Wert von 100 (anionischer Trockenverfestiger). Die Feststoffteilchen sind danach mit einem Polymerfilm überzogen und tragen eine positive Ladung. Man gab dann soviel Aluminiumsulfat zu der Anschlämmung, bis der pH-Wert 4,5 betrug. b) Herstellung von Papier
Beispiel lb wurde mit der einzigen Ausnahme wiederholt, daß man anstelle der dort verwendeten wäßrigen Anschlämmung jetzt die gemäß Beispiel 3a) erhaltene China-Clay-Anschlämmung einsetzte. Die Eigenschaften des so erhaltenen Papiers sind in Tabelle 3 angegeben. Vergleichsbeispiel 5 Das Vergleichsbeispiel 1 wurde wiederholt. Die Eigenschaften des dabei erhaltenen Papiers sind in Tabelle 3 angegeben.
Vergleichsbeispiel 6 (Vergleich gemäß DE-A-32 43 904) Eine 20 %ige wäßrige Anschlämmung von China-Clay wurde mit 1,8 % eines Copolymerisates aus 80 % Acrylamid und 20 % Dimethylaminoethylacrylat-Methochlorid mit einem K-Wert von 130 versetzt und anschließend durch Zugabe von Aluminiumsulfat auf einen pH-Wert von 4,5 eingestellt. Diese Füllstoffsuspension wurde dann anstelle der im Beispiel lb) angegebenen Suspension la) zur Herstellung von Papier verwendet. Die Eigenschaften des so erhältlichen Papiers sind in Tabelle 3 angegeben.