Drehsteller
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Drehsteller zur
Drehwinkeleinstellung von Stellgliedern, insbesondere eines den Strömungsquerschnitt in einer Strömungsleitung
bestimmenden Drosselorgans für Brennkraftmaschinen, der im Oberbegriff des Anspruchs 1 definierten Gattung.
Bei einem bekannten Drehsteller dieser Art (DE 38 30 114 AI) sind zur Erzeugung des magnetischen Rückstellmoments bei stromlosem Stellmotor die beiden Statorpole unsymmetrisch mit stark voneinander abweichender Polbreite, in Umfangsrichtung gesehen, ausgebildet. Die als schalenförmigen Magnetsegmεnte ausgebildeten Rotorpole sind asymmetrisch am Rotor angeordnet und erstrecken sich jeweils über einen Umfangswinkel von größer 90°, wobei die in Umfangsrichtung gemessene Polbreite des Statorpols mit der kleineren Polbreite in etwa gleich dem Erstreckungswinkel der Rotorpole ist. Die Statorwicklung umgreift als Zylinderspule einen magnetischen Rückschlußbügel,
der die beiden Statorpole miteinander verbindet. Ein solcher Drehsteller ist wegen der starken Asymmetrie
fertigungstechnisch sehr kostenträchtig.
Vorteile der Erfindung
Der erfindungsgemäße Drehsteller mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil eines fertigungstechnisch einfach herzustellenden Stellmotors in kompakter Bauweise, dessen magnetisches Rastmoment ausreichend groß ist, um das Drosselorgan bei stromlosem Stellmotor in seine einen definierten minimalen Öffnungsquerschnitt
freigebende Grundstellung zurückzudrehen. Der Stellmotor ist robust und wenig störanfällig. Durch das Betreiben der
Statorwicklung mit einem Gleichstrom mit umkehrbarer
Stromrichtung, z.B. über eine Endstufe, die beide
Stromrichtungen liefern kann, wird ein ausreichend großer Stellwinkel des Rotors zwischen der Schließstellung des
Drosselorgans, bei welcher der freigegebene
Öffnungsquerschnitt der Strömungsleitung Null ist, und der Endstellung des Drosselorgans, bei welcher der freigegebene Öffnungsquerschnitt der Strömungsleitung maximal ist, erzielt.
Durch die in den weiteren Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Anspruch 1 angegebenen Drehstellers möglich.
Die magnetische Rastung auf den Pollücken zwischen den beiden Klauenpolen des Rotors, also sein magnetisches Rückdrehmoment bei stromloser Statorwicklung, kann verstärkt werden, wenn gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung im mittleren Bereich der stirnseitigen Verbindungen von Klauenpolen und Ringmantel bogenförmige Ausnehmungen eingebracht werden. Damit wird eine Verringerung des Querschnitts im magnetischen
Rückschluß herbeigeführt, so daß das Verhältnis der
magnetischen Widerstände im Rückschluß und in Querrichtung der
Klauenpole, was die Größe des Rastmoments bestimmt, vergrößert wird.
Die magnetische Rastung auf die Pollücken kann auch dadurch verstärkt werden, daß gemäß einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung der Luftspalt unter den Klauenpolen so ausgebildet ist, daß die radiale
Luftspaltbreite im mittleren Bereich der Klauenpole größer ist als in den in Umfangsrichtung gesehenen Randbereichen der Klauenpole.
Für den Permanentmagnetrotor wird in einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung als Magnetmaterial Hartferrit oder kunststoffgebundenes Ferrit oder kunststoffgebundenes Neodyn-Eisen-Bor verwendet. Gegenüber dem Seltenerden-Magnetmaterial wird eine wesentliche Reduzierung der
Fertigungskosten erzielt. Der Rotor kann dabei einen
zylindrischen Permanentmagneten mit diametraler
Magnetisierungsrichtung , der in einer zentralen
Axialbohrung die Rotorwelle drehfest aufnimmt oder drehbar auf einer Steckachse gelagert ist , oder zwei
schalenförmige Magnetsegmente aufweisen, die auf einem mit der Rotorwelle verbundenen zylindrischen Träger befestigt sind. Die radiale Magnetisierungsrichtung in den beiden
Magnetsegmenten verläuft bei dem einen Magnetsegment von außen nach innen und bei dem anderen Magnetsegment von innen nach außen. Die Befestigung des Permanentmagneten oder der
Permanentmagnetsegmente an der Rotorwelle bzw. an dem mit der Rotorwelle verbundenen Träger erfolgt in beiden Fällen
bevorzugt durch Kunststoffumspritzung.
Eine fertigungstechnische einfache Ausführung des Stators wird dadurch erzielt, daß gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung der Stator aus zwei gleich ausgebildeten
Statorteilen mit je einem Klauenpol besteht, die in einer rechtwinklig zur Statorachse ausgerichteten Trennebene nach Relativverdrehung in der Trennebene und Relativverdrehung in
Relativverdrehung in der Trennebene und Relativverdrehung in einer Drehebene, die sich längs der Statorachse und
rechtwinklig zur Trennebene erstreckt, um jeweils 180° aneinandergesetzt sind.
Zeichnung
Die Erfindung ist anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt eines Drehstellers für eine
B rennkraftmaschine,
Fig. 2 eine schematisierte Explosionszeichnung eines
wicklungslosen Stellmotors im Drehsteller der Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht des Drehstellers in Richtung
Pfeil III in Fig. 2,
Fig. 4 eine gleiche Darstellung wie Fig. 3 des
Stellmotors gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Der in Fig. 1 im Längsschnitt dargestellte Drehsteller dient zur Steuerung des Öffnungsquerschnittes einer Bypaßleitung 10 um eine schematisch dargestellte Drosselklappe 11 im Saugrohr 12 einer Brennkraftmaschine zwecks Leerlaufdrehzahlregelung. Der Drehsteller weist ein Stellergehäuse 13 aus Kunststoff auf, in dem ein langgestreckter Strömungskanal 17 ausgebildet ist, dessen Öffnungsquerschnitt von einem als Drehschieber ausgebildeten Drosselorgan 14 steuerbar ist. Das Drosselorgan 14 wird von einem Stellmotor 15 betätigt, der in einem
Motorgehäuse 16 untergebracht ist. Das Motorgehäuse 16 ist rechtwinklig zur Achse des Stellergehäuses 13 an diesem angesetzt, wobei das Drosselorgan 14 mit einem Steuerteil 141 durch einen bogenförmigen Durchbruch 131 im Stellergehäuse 13 hindurch den Strömungskanal 17 quer durchdringt.
Der Stellmotor 15 besteht in bekannter Weise aus einem am Motorgehäuse 16 gehaltenen Stator 18 mit Statorwicklung 19 und einem zum Stator 18 koaxialen Permanentmagnetrotor 20, der drehfest auf einer Rotorwelle 21 sitzt, die ihrerseits in Lagerstellen 22,23 am Stellergehäuse 13 bzw. am Motorgehäuse 16 drehbar gelagert ist. Das Drosselorgan 14 sitzt mit einem Befestigungsteil 142 drehfest auf der Rotorwelle 21. Das
Drosselorgan 14 mit Steuerteil 141 und Befestigungsteil 142 ist einstückig aus Kunststoff gefertigt, wobei die Befestigung an der Rotorwelle 21 durch Anspritzen an die Rotorwelle 21 beim Abspritzen des Drosselorgans 14 erfolgt.
Am Stator 18 sind zwei in Umfangsrichtung um 180°
gegeneinander versetzt angeordnete Klauenpole 24,25
ausgebildet, die an gegenüberliegenden Stirnseiten jeweils mit einem die Klauenpole 24,25 mit Radialabstand umgebenden
Ringmantel 26 für den magnetischen Rückschluß verbunden sind. In dem von Ringmantel 26 und den Klauenpolen 24,25 begrenzten Ringraum liegt die als Ringspule ausgebildete Statorwicklung 19 ein, die auf einem Spulenträger 36 aus Kunststoff
aufgewickelt ist. Zum einfachen Aufbringen der Statorwicklung 19 mit Spulenträger 36 ist der Stator 18 aus zwei identisch ausgebildeten Statorteilen 181 und 182 hergestellt, was besonders durch Fig. 2 veranschaulicht wird. Die beiden
Statorteile 181,182 sind in einer rechtwinklig zur Statorachse
27 ausgerichteten Trennebene 28 aneinandergesetzt, und zwar nachdem der eine Statorteil 182 einerseits in der Trennebene
28 um 180° gegenüber dem ersten Statorteil 181 gedreht werden ist und andererseits zusätzlich in einer Drehebene um 180° gegenüber dem ersten Statorteil 181 gedreht worden ist, die
sich längs der Statorachse 27 rechtwinklig zur Trennebene 28 erstreckt. Der zusammengesetzte Stator 28 ist in Fig. 1 zu sehen, wobei die unterschiedlichen Statorteile durch
verschiedene Schraffur kenntlich gemacht sind. Eine
Stirnansicht von Stator 18 und Rotor 20 in Richtung Pfeil III in Fig. 2 zeigt Fig. 3. Deutlich zu sehen sind die beiden um 180° gegeneinander verdrehten Klauenpole 24,25.
Der Rotor 20 trägt einen zylindrischen Permanentmagneten 29 mit diametraler Magnetisierungsrichtung, wie sie in Fig. 3 schematisch eingezeichnet ist. Als Magnetmaterial wird
Hartferrit oder kunststoffgebundenes Ferrit oder
kunststoffgebundenes Neodyn-Eisen-Bor verwendet. Der
Permanentmagnet 29 wird mit einer zentralen Axialbohrung 30 über die Rotorwelle 21 geschoben und wird beim Spritzvorgang des Drosselorgans 14 durch Kunststoffumspritzung mit an die Rotorwelle 21 angespritzt, so daß der Permanentmagnet 29 drehfest auf der Rotorwelle 21 sitzt. Für einen sog.
stromlosen Notbetrieb des Drehstellers, bei welchem das
Drosselorgan 14 einen vorgegebenen minimalen
Öffnungsquerschnitt im Strömungskanal 17 des Stellergehäuses 13 freigeben muß, wird durch entsprechende Bemessung der magnetischen Widerstände im magnetischen Rückschluß eine Rastung des Rotors 20 auf den Pollücken 31,32 zwischen den Klauenpolen 24,25 bei stromloser Statorwicklung 19
herbeigeführt. Das Drosselorgan 14 ist in Zuordnung zum Rotor 20 dann so auf der Rotorwelle 21 befestigt, daß es den gewünschten minimalen Öffnungsquerschnitt im Strömungskanal 17 freigibt.
Eine starke Rastung des Rotors 20 auf die Pollücken 31,32 wird dadurch erreicht, daß im mittleren Bereich der stirnseitigεn Verbindungen der Klauenpole 24,25 mit dem Ringmantel 26 jeweils eine bogenförmige Ausnehmung 33 bzw. 34 eingebracht ist. Durch die bogenförmigen Ausnehmungen 33,34 ist der
Querschnitt im magnetischen Rückschluß stark verringert,
wodurch das Verhältnis der magnetischen Widerstände im
magnetischen Rückschluß und in Querrichtung der Klauenpole 24,25, das bestimmend für die Größe des Rückdrehmoments ist, wesentlich vergrößert ist. Die Statorwicklung 19 wird mit einem Gleichstrom mit umkehrbarer Stromrichtung beaufschlagt. Dies kann beispielsweise dadurch bewirkt werden, daß die
Statorwicklung 19 über einen an dem aus Kunststoff bestehenden Motorgehäuse 16 einstückig angeformten Anschlußstecker 35 mit einer Endstufe verbunden wird, die beide Stromrichtungen liefern kann.
In einer weiteren, in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform des Stators 18 wird die starke Rastung des Rotors 20 auf den
Pollücken 31,32 durch Verkleinerung des Luftspaltes 37 an den Rändern der Klauenpole 24,25 erreicht. Dabei sind die
Klauenpole 24,25 so ausgebildet, daß die radiale
Luftspaltbreite im mittleren Bereich der Klauenpole 24,25 größer ist als in den beiden in Umfangsrichtung gesehenen Randbereichen der Klauenpole 24,25. Damit sind die
magnetischen Luftspaltwiderstände an den Klauenpol rändern kleiner als in der Klauenpolmitte, was zur Erhöhung des
Rückdrehmomentes für den Rotor 20 bei stromloser
Statorwicklung 19 führt. Allerdings muß man einen beschränkten Verstellwinkel des Rotors 20 in Kauf nehmen, der im
Ausführungsbeispiel der Fig. 4 ca. 40° beträgt. Durch die Verstellmöglichkeit des Rotors 20 in insverse Drehrichtungen ist jedoch ύer total mögliche Verstellwinkel des Drossεlcrgans 14 für den Einsatzzweck bei Brennkraftmaschinen ausreichend.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen
Ausführungsbeispiele beschränkt. So kann der Rotor
beispielsweise zwei auf einem zylindrischen Träger befestigte schalenförmige Permanentmagnetsegmente mit jeweils radialer Magnetisierungsrichtung aufweisen. Die Magnetisierungsrichtunc des einen Magnetsegments am Rotor weist dabei von außen nach innen und die des anderen Magnetsegmentes von innen nach
außen. Der zylindrische Träger für die Magnetsegmente ist drehfest mit der Rotorwelle verbunden. Die Befestigung der Magnetsegmente am Träger erfolgt wiederum durch
Kunststoffumspritzung.