VERFAHREN ZUM ABKÜHLEN EINES DREIDIMENSIONALEN BAUTEILS UND ABKÜHLVORRICHTUNG
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Abkühlen eines durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials hergestellten dreidimensionalen Objekts und un- verfestigten Aufbaumaterials , in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, sowie auf eine entsprechende Abkühlvor- richtung.
Verfahren und Vorrichtungen zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials werden beispielsweise beim Rapid Prototyping, Rapid Tooling oder Additive Manufacturing verwendet. Ein Beispiel eines solchen Verfahrens ist unter dem Namen "selektives Lasersintern" oder "selektives Laserschmelzen" bekannt. Dabei wird wiederholt eine dünne Schicht eines pulver- förmigen Aufbaumaterials aufgebracht und das Aufbaumaterial in jeder Schicht durch selektives Bestrahlen von Stellen, die einem Querschnitt des herzustellenden Objekts entsprechen, mit einem Laser selektiv verfestigt.
Die Druckschrift DE 195 14 740 Cl beschreibt ein Verfahren zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts mittels selektiven Lasersinterns oder Laserschmelzens sowie eine Vorrichtung zum Ausführen dieses Verfahrens.
Nach dem Herstellen des dreidimensionalen Objekts werden das dreidimensionale Objekt und das unverfestigte Aufbaumaterial , in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, abgekühlt. In der US 2010/0155985 AI ist vorgeschlagen, ein Kühlfluid, z.B. Stickstoff, durch den Pulverkuchen, der das hergestellte Objekt enthält, zu leiten, um diesen rasch zu kühlen.
Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein alternatives und/oder verbessertes Verfahren bzw. eine alternative und/oder verbesserte Vorrichtung zum Abkühlen eines durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials hergestellten dreidimensionalen Objekts und des unverfestigten Aufbaumaterials , in das das Objekt eingebettet ist, zur Verfü- gung zu stellen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und eine Vorrichtung gemäß Anspruch 11. Dabei kann das erfindungsgemäße Verfahren auch durch weiter unten in der Beschrei- bung bzw. in den Unteransprüchen ausgeführte auf die erfindungsgemäße Vorrichtung gerichtete Merkmale weitergebildet sein und umgekehrt .
Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Abkühlen eines durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials hergestellten dreidimensionalen Objekts und unver- festigten Aufbaumaterials , in das das dreidimensionale Objekt
eingebettet ist, durch Behandeln mit einem fluiden Medium. Das fluide Medium ist dabei aus einem Trägergas gebildet, das gezielt mit einer Zusatzkomponente, welche ein weiteres Gas und/oder eine Flüssigkeit umfasst, angereichert ist. Das fluide Medium kann auch aus einer Gasmischung gebildet sein, der gezielt mindestens eine Mischungskomponente zumindest teilweise entzogen ist. Durch das erfindungsgemäße Behandeln mit einem fluiden Medium, das mit einer Zusatzkomponente angereichert ist oder das durch das zumindest teilweise Entziehen einer oder mehrerer Mischungskomponenten aus der Gasmischung erhalten wird, kann beispielsweise die Wiederverwendbarkeit des unver- festigten Aufbaumaterials und/oder die Qualität eines dreidimensionalen Objekts, das unter zumindest teilweiser Wiederverwendung von unverfestigtem Aufbaumaterial hergestellt ist, ver- bessert werden. Ein weiterer vorteilhafter Effekt, der sich dadurch erzielen lässt, kann beispielsweise darin liegen, dass das unverfestigte Auf aumaterial einfacher gehandhabt, insbesondere besser gesiebt werden kann. Im Zuge des erfindungsgemäßen Behandeins, insbesondere des
Durchspülens des Pulverkuchens vorzugsweise mit dem darin befindlichen dreidimensionalen Objekt, mit einem fluiden Mediums können etwa folgende Effekte erzielt werden: Durch Anreichern des fluiden Mediums mit Wasserdampf kann ein chemischer Effekt beispielsweise dann erzielt werden, wenn das Aufbaumaterial ein Polymer enthält. Das Wasser kann z.B. dazu führen, dass es in den Polymerketten des Aufbaumaterials beim Abkühlen zu hydrolytischen Spaltungsreaktionen kommt, wodurch die mittlere Molmasse verringert wird bzw. eine Molmassenerhöhung, die ansonsten im Zuge des Herstellens eines dreidimensionalen Objekts aufträte, zumindest teilweise ausgeglichen wird.
Dies kann beispielsweise die Wiederverwendbarkeit des unverfes - tigten Aufbaumaterials und/oder die Qualität eines dreidimensionalen Objekts, das unter zumindest teilweiser Wiederverwendung von unverfestigtem Aufbaumaterial hergestellt ist, verbessert werden.
Durch Anreichern des fluiden Mediums mit Wasserdampf kann beispielsweise auch ein physikalischer Effekt erzielt werden-.
Durch die Behandlung kann eine Wasserhülle erzeugt werden, durch die die Pulverteilchen voneinander getrennt werden, sodass das Verkleben der Pulverteilchen verringert oder überhaupt verhindert wird. Ferner wird die elektrostatische Aufladung der Pulverteilchen verringert oder verhindert. Entsprechend kann dadurch das unverfestigte Aufbaumaterial einfacher gehandhabt, insbesondere besser gesiebt werden.
Durch Anreichern des fluiden Mediums mit einem für das jeweilige Aufbaumaterial geeigneten Stoff kann beispielsweise auch eine Oberflächenverbesserung des hergestellten dreidimensionalen Objekts erzielt werden. Zu diesem Zweck kann das fluide Medium beispielsweise mit einer Säure, bevorzugt mit einer Carbonsäure, insbesondere mit Ameisensäure und/oder Essigsäure angereichert werden. Bevorzugt umfasst die Zusatzkomponente, mit der das Trägergas gezielt angereichert wird, H2O. Dabei beträgt der H O-Gehalt der Zusatzkomponente weiter bevorzugt mindestens 90, noch weiter bevorzugt mindestens 95, insbesondere bevorzugt mindestens
99 Gewichtsprozent. Durch diese Anreicherung mit H20 können bei- spielsweise die Wiederverwendbarkeit und/oder die Siebbarkeit des unverfestigten Aufbaumaterials in besonders effektiver Wei-
se erhöht werden, da sich das unverfestigte Aufbaumaterial weniger stark oder überhaupt nicht elektrostatisch auflädt.
Vorzugsweise umfasst die Zusatzkomponente ein Tensid. Dadurch kann beispielsweise die Benetzbarkeit des unverfestigten Aufbaumaterials für andere Bestandteile der Zusatzkomponente erhöht werden, wodurch die weiter oben beschriebenen vorteilhaften Effekte des erfindungsgemäßen Verfahrens verstärkt werden können. Als Tenside werden beispielsweise ionische Tenside wie Natriumlaurylsulfat , Natriumdodecylbenzolsufonat , Natriumben- zolsulfonat bzw. nicht-ionische Tenside wie beispielsweise die unter dem Markennamen „Triton " vertriebenen Tenside in Betracht gezogen. Vorzugsweise umfasst das Trägergas ein Inertgas, insbesondere Stickstoff. Durch die Verwendung eines Inertgases können beispielsweise die weiter oben beschriebenen vorteilhaften Effekte bei gleichzeitigem Schutz vor (thermo- ) oxidativen Schädigungen des unverfestigten Aufbaumaterials erzielt werden. Alternativ kann auch ein anderes Inertgas wie beispielsweise Argon zum Einsatz kommen.
Bevorzugt ist das Trägergas bei der jeweils vorliegenden Temperatur und dem jeweils vorliegenden Druck mit der Zusatzkompo- nente mindestens zur Hälfte, weiter bevorzugt mindestens zu 80%, noch weiter bevorzugt mindestens zu 90%, gesättigt. Bei entsprechenden Konzentrationen der Zusatzkomponente können beispielsweise die weiter oben beschriebenen vorteilhaften Effekte des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders ausgeprägt sein. Es kann weiterhin beispielsweise zweckmäßig sein, das Trägergas gezielt zu erwärmen, um eine höhere Sättigung des Trägergases mit der Zusatzkomponente zu erreichen.
Vorzugsweise ist zumindest ein Teil der Flüssigkeit in dem fluiden Medium in Form von Tröpfchen verteilt. Bei dem fluiden Medium handelt es sich dann um ein Aerosol. Dadurch kann bei- spielsweise durch das Verdampfen der Flüssigkeit eine besonders effektive Abkühlwirkung erzielt werden. Wenn dabei die im fluiden Medium enthaltenen Tröpfchen verdampft sind, ist das fluide Medium kein Aerosol mehr, sondern ein gasförmiges fluides Medium.
Bevorzugt enthält das fluide Medium pro Kubikmeter mindestens 10, weiter bevorzugt mindestens 50, noch weiter bevorzugt mindestens 75 Gramm und/oder höchstens 300, weiter bevorzugt höchstens 200, noch weiter bevorzugt höchstens 150 Gramm der Zusatzkomponente. Bei entsprechenden Konzentrationen können beispielsweise die weiter oben beschriebenen vorteilhaften Effekte des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders ausgeprägt sein. Vorzugsweise durchströmt das fluide Medium das unverfestigte Aufbaumaterial , in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, wobei in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel die Durchströmung im Wesentlichen von unten bzw. in einer der Schwerkraft entgegengesetzten und/oder zu der Schwerkraft winkeligen Richtung erfolgt. Durch das Durchströmen kann beispielsweise sichergestellt werden, dass das fluide Medium in engem Kontakt mit dem unverfestigten Aufbaumaterial tritt, wodurch die weiter oben beschriebenen vorteilhaften Effekte in besonders effektiver Weise erzielt werden können. Wenn die Durchströmung im We- sentlichen in einer der Schwerkraft entgegengesetzten Richtung (von unten nach oben) oder in einer dazu winkeligen Richtung, die zumindest eine der Schwerkraft entgegen gerichtete Rieh-
tungskomponente aufweist, erfolgt, ist ein geringerer Druck des fluiden Mediums notwendig und die Anforderungen an die Dichtigkeit der Apparatur sind geringer, als wenn die Strömungsrichtung im Wesentlichen in Richtung der Schwerkraft erfolgt. In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel erfolgt das Durchströmen im Wesentlichen in der Richtung der Schwerkraft. Dadurch kann beispielsweise verhindert werden, dass unverfes- tigtes Aufbaumaterial von dem fluiden Medium mitgerissen wird. Vorzugsweise wird das unverfestigte Aufbaumaterial , in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, zumindest teilweise mit Hilfe des fluiden Mediums fluidisiert. Durch die Fluidisie- rung kann beispielsweise das Durchströmen des unverfestigten Aufbaumaterials mit dem fluiden Medium vereinfacht bzw. über- haupt erst ermöglicht werden. In der Praxis erfolgt bevorzugt zunächst ein Aufbrechen des Pulverkuchens und anschließend wird dieser durchströmt. Beide Schritte werden mit dem gleichen fluiden Medium ausgeführt . Vorzugsweise wird das fluide Medium in das Innere eines Abkühl- behälters geleitet und im Inneren des Abkühlbehälters mit dem dreidimensionalen Objekt und dem unverfestigten Aufbaumaterial in Kontakt gebracht. Dadurch kann beispielsweise ermöglicht werden, dass das unverfestigte Aufbaumaterial von dem fluiden Medium durchströmt wird. Dabei wird das fluide Medium bevorzugt über eine Fluidisierplatte in das Innere des Abkühlbehälters geleitet. Mithilfe einer Fluidisierplatte kann beispielsweise das unverfestigte Aufbaumaterial auf effektive Weise fluidisiert werden. Als Fluidisierplatte kann dabei z.B. eine gas- durchlässige Platte wie beispielsweise eine Lochplatte oder eine Metallfritte verwendet werden. Als Abkühlbehälter kann dabei insbesondere ein Baubehälter verwendet werden. Dadurch können
das hergestellte dreidimensionale Objekt und das unverfestigte Aufbaumaterial, in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, in einfacher Weise einer Vorrichtung zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts durch schichtweises selektives Ver- festigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials entnommen und in eine Abkühlvorrichtung eingesetzt werden.
Bevorzugt enthält das Auf aumaterial ein Polymer, weiter bevorzugt ein Polyaryletherketon und/oder ein Polyamid, dabei insbe- sondere bevorzugt Polyamid 12 und/oder Polyamid 11 und/oder Polyamid 6. Bei Verwendung eines derartigen Aufbaumaterials können beispielsweise die weiter oben beschriebenen vorteilhaften Effekte des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders ausgeprägt sein. Üblicherweise führt Wasser nur zu einer Änderung von Ma- terialeigenschaften eines Polymer-Werkstoffes, solange es in diesem vorhanden ist. Wird der Polymer-Werkstoff anschließend getrocknet, sind diese Änderungen von Materialeigenschaften in der Regel reversibel. Wie weiter oben ausgeführt, ist die Anwesenheit von Wasser für Folgeprozesse wie etwa Sieben vorteil- haft.
Im Rahmen der Erfindung wird auch in Betracht gezogen, dass das Aufbaumaterial mindestens ein Polymer, das aus der Gruppe, die aus Polyetherimiden, Polycarbonaten, Polyphenylensulfönen, Po- lyphenylenoxiden, Polyethersulfonen, Acrylnitril-Butadien-
Styrol-Copolymerisat , Polyacrylaten, Polyestern, Polyolefinen, Polypropylen, Polyetherblockamid sowie deren Copolymere und deren Polymer-Blends besteht, ausgewählt ist. In der Regel liegen nach der Herstellung eines dreidimensionalen Objekts durch schichtweise selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials erhebliche Mengen an unverfes-
tigtem Aufbaumaterial vor, so dass es ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, dieses sogenannte "Altpulver" soweit als möglich wiederzuverwenden, d.h. es erneut zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts zu verwenden. Üblicherweise kann das Alt- pulver nicht zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts wiederverwendet werden oder es muss mit zuvor noch nicht zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts verwendeten pulver- förmigen Aufbaumaterial (sogenanntes "Neupulver") vermischt werden, um wiederverwendet werden zu können. Der prozentuale Anteil des Neupulvers in einer derartigen Pulvermischung wird als "Auffrischrate" bezeichnet.
Vorzugsweise werden das Trägergas und/oder die Zusatzkomponente und/oder das Aufbaumaterial so ausgewählt und/oder aufeinander abgestimmt, dass die Auffrischrate des Aufbaumaterials gesenkt wird. Dadurch kann beispielsweise der Verbrauch an Aufbaumaterial in ökonomisch und ökologisch vorteilhafter Weise gesenkt werden . Die erfindungsgemäße Abkühlvorrichtung dient dazu, nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ein durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials hergestelltes dreidimensionales Objekt und unverfestigtes Aufbaumaterial , in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, durch Behan- dein mit einem fluiden Medium abzukühlen. Die Abkühlvorrichtung enthält einen Abkühlbehälter für das dreidimensionale Objekt und das unverfestigte Aufbaumaterial , in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, mit einer Abkühlbehälterwandung, die wenigstens in einem Bereich eine für das fluide Medium durchlässige Begrenzung aufweist, eine Herstelleinheit zum Herstellen des fluiden Mediums, die insbesondere einen Zerstäuber zum Zerstäuben einer Flüssigkeit enthält, und eine erste Lei-
tung zum Leiten des fluiden Mediums von der Herstelleinheit zu dem für das fluide Medium durchlässigen Bereich. Mit einer derartigen Abkühlvorrichtung steht beispielsweise eine Vorrichtung zur Verfügung, mit der das erfindungsgemäße Verfahren ausge- führt werden kann.
Vorzugsweise enthält die Abkühlvorrichtung ferner eine zweite Leitung zum Leiten des fluiden Mediums vom Abkühlbehälter zur Herstelleinheit und einen Verdichter zum Erzeugen eines Kreis- laufs des fluiden Mediums, wobei der Kreislauf durch den Ab- kühlbehälter, die zweite Leitung, die Herstelleinheit und die erste Leitung führt. Dadurch ist beispielsweise eine sparsame Verwendung des Trägergases bzw. bei entsprechender Kreislauf- führung auch eine sparsame Verwendung weiterer Komponenten des fluiden Mediums möglich.
Bevorzugt enthält die Abkühlvorrichtung ein Filter zum Filtern des fluiden Mediums, wobei das Filter weiter bevorzugt so angeordnet ist, dass es aus dem Abkühlbehälter austretendes fluides Medium filtert. Dadurch ist es beispielsweise möglich, dass vom fluiden Medium mitgerissene Partikel des unverfestigten Aufbaumaterials abgeschieden werden, um eine Verunreinigung der Abkühlvorrichtung zu verhindern. Vorzugsweise bildet der für das fluide Medium durchlässige Bereich zumindest einen Teilbereich eines Bodens des Abkühlbehäl- ters . Dadurch ist es beispielsweise möglich, das fluide Medium in einer im Wesentlichen der auf die Pulverpartikel des unver- festigten Aufbaumaterials wirkenden Schwerkraft entgegen ge- richteten Richtung oder in einer Richtung, die dazu winkelig ist und somit eine der Schwerkraft entgegen gerichtete Richtungskomponente aufweist, strömen zu lassen, wodurch das unver-
festigte Auf aumaterial gelockert und für das fluide Medium leichter durchströmbar gemacht wird. Weiter bevorzugt ist der für das fluide Medium durchlässige Bereich dabei als Fluidi- sierplatte ausgestaltet. Dadurch kann das unverfestigte Aufbau- material noch besser gelockert und noch leichter durchströmbar gemacht werden.
Vorzugsweise weist die Abkühlvorrichtung eine Rütteleinrichtung auf, welche ausgebildet ist, den Abkühlbehälter in eine Rüttel- bewegung zu versetzen. Bevorzugt ist die Rütteleinrichtung als Vibrator, Klopfer oder Schüttelplatte ausgebildet. Durch eine Rüttelbewegung kann beispielsweise verhindert werden, dass sich im Pulverkuchen Risse und/oder Hohlräume bilden, und es kann erreicht werden, dass sich Risse, die sich im Pulverkuchen ge- bildet haben, wieder schließen, indem unverfestigtes Aufbaumaterial in die Risse hineinrieselt oder -fließt. Versuche haben gezeigt, dass der Frequenzbereich von mindestens 25 Hz und/oder höchstens 40 Hz für die Rüttelbewegung im Sinne einer optimalen Rissvermeidung vorteilhaft sein kann. Die optimale Frequenz ist jedoch abhängig von der Bauteilgeometrie und muss an die Komplexität bzw. an filigrane Strukturen im Einzelfall angepasst werden. Massive Bauteile vertragen häufig höhere Rüttelfrequenzen als filigrane Bauteile. Merkmale und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen.
Fig. 1 ist eine schematische, teilweise im Schnitt darge- stellte Ansicht einer Vorrichtung zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts durch schichtweises se-
lektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumate- rials .
Fig. 2 ist eine schematische, teilweise im Schnitt dargestellte Ansicht einer Abkühlvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung.
Fig. 3 ist eine schematische, teilweise im Schnitt dargestellte Ansicht einer Abkühlvorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung.
Fig. 4 ist eine schematische, teilweise im Schnitt dargestellte Ansicht einer Abkühlvorrichtung gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung.
Fig. 5 ist eine schematische, teilweise im Schnitt dargestellte Ansicht einer Abkühlvorrichtung gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung.
Im Folgenden werden mit Bezug auf die Zeichnungen mehrere Ausführungsbeispiele vorliegender Erfindung beschrieben.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung ist eine im Stand der Technik grundsätzlich bekannte Lasersinter- oder Laserschmelzvorrichtung 1. Zum Herstellen eines Objekts 2 enthält sie eine Prozesskammer 3- mit einer Kammerwandung 4.
In der Prozesskammer 3 ist ein nach oben offener Baubehälter 5 mit einer Baubehälterwandung 6 angeordnet. Durch die obere Öffnung des Baubehälters 5 ist eine Arbeitsebene 7 definiert, wobei der innerhalb der Öffnung liegende Bereich der Arbeitsebene
7, der zum Aufbau des Objekts 2 verwendet werden kann, als Baufeld 8 bezeichnet wird.
In dem Baubehälter 5 ist ein in einer vertikalen Richtung V be- wegbarer Träger 10 angeordnet, an dem eine Grundplatte 11 angebracht ist, die den Baubehälter 5 nach unten abschließt und damit dessen Boden bildet. Die Grundplatte 11 kann eine getrennt von dem Träger 10 gebildete Platte sein, die an dem Träger 10 befestigt ist, oder sie kann integral mit dem Träger 10 gebil- det sein. Je nach verwendetem Aufbaumaterial und Prozess kann auf der Grundplatte 11 noch eine Bauplattform 12 als Bauunterlage angebracht sein, auf der das Objekt 2 aufgebaut wird. Das Objekt 2 kann aber auch auf der Grundplatte 11 selbst aufgebaut werden, die dann als Bauunterlage dient. In Fig. 1 ist das in dem Baubehälter 5 auf der Bauplattform 12 zu bildende Objekt 2 unterhalb der Arbeitsebene 7 in einem Zwischenzustand mit mehreren verfestigten Schichten, umgeben vom unverfestigtem Aufbaumaterial 13 dargestellt. Der Baubehälter 5 kann als Wechselbehälter ausgebildet sein, welcher der Vorrichtung 1 zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts entnehmbar ist und in eine weiter unter näher zu beschreibende erfindungsgemäße Abkühlvorrichtung einsetzbar ist. Der Baubehälter 5 kann dann in der Abkühlvorrichtung als Abkühlbehälter dienen.
Die Lasersintervorrichtung 1 enthält weiter einen Vorratsbehälter 14 für ein durch elektromagnetische Strahlung verfestigbares pulverförmiges Auf aumaterial 15 und einen in einer hori- zontalen Richtung H bewegbaren Beschichter 16 zum Aufbringen des Aufbaumaterials 15 innerhalb des Baufelds 8. Vorzugsweise
erstreckt sich der Beschichter 16 quer zu seiner Bewegungsrichtung über den gesamten zu beschichtenden Bereich.
Optional ist in der Prozesskammer 3 eine Strahlungsheizung 17 angeordnet, die zum Beheizen des aufgebrachten Auf aumaterials 15 dient. Als Strahlungsheizung 17 kann beispielsweise ein Infrarotstrahler vorgesehen sein.
Die Lasersintervorrichtung 1 enthält ferner eine Belichtungs- Vorrichtung 20 mit einem Laser 21, der einen Laserstrahl 22 erzeugt, der über eine Umlenkvorrichtung 23 umgelenkt und durch eine Fokussiervorrichtung 24 über ein Einkoppelfenster 25, das an der Oberseite der Prozesskammer 3 in der Kammerwandung 4 angebracht ist, auf die Arbeitsebene 7 fokussiert wird.
Weiter enthält die Lasersintervorrichtung 1 eine Steuereinheit 29, über die die einzelnen Bestandteile der Vorrichtung 1 in koordinierter Weise zum Durchführen des Verfahrens zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts 2 gesteuert werden. Alter- nativ kann die Steuereinheit 29 auch teilweise oder ganz außerhalb der Vorrichtung 1 angebracht sein. Die Steuereinheit 29 kann eine CPU enthalten, deren Betrieb durch ein Computerprogramm (Software) gesteuert wird. Das Computerprogramm kann getrennt von der Vorrichtung 1 auf einem Speichermedium gespei- chert sein, von dem aus es in die Vorrichtung 1, insbesondere in die Steuereinheit 29, geladen werden kann.
Im Betrieb wird zum Aufbringen einer Pulverschicht zunächst der Träger 10 um eine Höhe abgesenkt, die der gewünschten Schichtdicke entspricht. Der Beschichter 16 fährt zunächst zu dem Vorratsbehälter 14 und nimmt aus ihm eine zum Aufbringen einer Schicht ausreichende Menge des Aufbaumaterials 15 auf . Dann
fährt er über das Baufeld 8 und bringt dort eine dünne Schicht des pulverförmigen Aufbaumaterials 15 auf die Bauunterlage oder eine bereits vorher vorhandene Pulverschicht auf . Das Aufbringen erfolgt zumindest über den gesamten Querschnitt des herzu- stellenden Objekts 2, vorzugsweise über das gesamte Baufeld 8, also den durch die Baubehälterwandung 6 begrenzten Bereich der Arbeitsebene 7. Optional wird das pulverförmige Aufbaumaterial 15 mittels einer Strahlungsheizung 17 auf eine Arbeitstemperatur aufgeheizt.
Anschließend wird der Querschnitt des herzustellenden Objekts 2 von dem Laserstrahl 22 abgetastet, so dass das pulverförmige Aufbaumaterial 15 an den Stellen verfestigt wird, die dem Querschnitt des herzustellenden Objekts 2 entsprechen. Dabei werden Pulverpartikel an diesen Stellen durch die Energie, die durch die Strahlung eingebracht wird, teilweise oder vollständig aufgeschmolzen, so dass sie nach einer Abkühlung miteinander verbunden als Festkörper vorliegen. Diese Schritte werden so lange wiederholt, bis das Objekt .2 fertiggestellt ist.
Im Anschluss werden das hergestellte dreidimensionale Objekt 2 und das unverfestigte Aufbaumaterial 13, in das das dreidimen- sionale Objekt eingebettet ist, abgekühlt. Das Abkühlen findet dabei bevorzugt außerhalb der Prozesskammer 3 statt. Dadurch kann die Prozesskammer während des Abkühlens für die Herstellung eines weiteren dreidimensionalen Objekts zur Verfügung stehen.
In Fig. 2 ist eine Abkühlvorrichtung 30 gemäß einem ersten Aus- führungsbeispiel vorliegender Erfindung schematisch darge-
stellt. Die Abkühlvorrichtung 30 enthält als einen Abkühlbehäl- ter 31 in dieser Ausführungsform den als Wechselbehälter ausgebildeten Baubehälter 5, der bestimmt ist, das dreidimensionale Objekt 2 und das unverfestigte Aufbaumaterial 13, in das das dreidimensionale Objekt 2 eingebettet ist, in seinem Inneren aufzunehmen. Der Abkühlbehälter 31 ist im Bereich seines Bodens beispielsweise durch eine Fluidisierplatte 32 für das fluide Medium durchlässig ausgeführt. Um den Kontakt zwischen dem fluiden Medium und dem unverfestig- ten Aufbaumaterial 13 im Inneren des Abkühlbehälters 13 zu verbessern und/oder das unverfestigte Aufbaumaterial zumindest teilweise zu fluidisieren ist im Bereich des Bodens des Abkühlbehälters 31 eine Fluidisierplatte 32 vorgesehen, über die das fluide Medium in das Innere des Abkühlbehälters 30 geleitet wird .
Ferner enthält die Abkühlvorrichtung 30 eine Herstelleinheit 33 zum Herstellen des fluiden Mediums. Bei der Herstelleinheit 33 handelt es sich bevorzugt um einen zum Anreichern eines Trägergases mit einer Flüssigkeit ausgebildeten Befeuchter, mehr bevorzugt um einen Zerstäuber.
Ferner enthält die Abkühlvorrichtung 30 eine erste Leitung 34 zum Leiten des fluiden Mediums von der Herstelleinheit 33 zu dem für das fluide Medium durchlässigen Bereich des Abkühlbehälters 31, so dass das fluide Medium aus der Herstelleinheit 33 in das Innere des Abkühlbehälters 31 geleitet werden und im Inneren des Abkühlbehälters 31 mit dem unverfestigten Aufbauma- terial 13 und dem hergestellten Objekt 2 in Kontakt treten kann. Die Strömungsrichtung von der Herstelleinheit 33 zum Ab-
kühlbehälter 31 ist in Fig. 2 durch den Pfeil 35 gekennzeichnet .
Des Weiteren enthält die Abkühlvorrichtung 30 eine zweite Lei- tung 37 zum Leiten des aus dem Abkühlbehälter 31 austretenden fluiden Mediums zur Herstelleinheit. Die Richtung des Gasstroms in der zweiten Leitung 37 ist durch den Pfeil 38 gekennzeichnet. Das fluide Medium wird in der Abkühlvorrichtung zumindest teilweise im Kreislauf geführt, d.h. fluides Medium wird durch die erste Leitung 34 von der Herstelleinheit 33 in den Abkühlbehälter 31 geleitet und, nachdem es aus dem Abkühlbehälter 31 wieder ausgetreten ist, durch die zweite Leitung 37 in die Herstelleinheit 33 zurückgeführt. In einer alternativen Ausführungsform (nicht in den Zeichnungen dargestellt) wird aus dem Abkühlbehälter 31 austretendes fluides Medium nicht in die Herstelleinheit 33 zurückgeführt, sondern entsorgt. In Fig. 3 ist eine Abkühlvorrichtung 30 gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung schematisch dargestellt. Die Abkühlvorrichtung weist einen in Strömungsrichtung (Pfeile 35, 38) vor der Herstelleinheit 33 angeordnetes Filter 36 auf. Mittels dieses Filters werden aus dem fluiden Medium Feststoffe und/oder Flüssigkeitströpfchen entfernt, bevor das fluide Medium in die Herstelleinheit 33 eintritt, damit diese Feststoffe und/oder Flüssigkeiten nicht in die Herstelleinheit 33 gelangen und diese verunreinigen oder sogar verstopfen. Das fluide Medium wird bevorzugt in der Abkühlvorrichtung im
Kreislauf geführt. Durch das Filtern des fluiden Mediums mittels des Filters 36 wird verhindert, dass Pulverteilchen
und/oder andere Feststoffe und/oder Flüssigkeitströpfchen, die vom fluiden Medium aus dem Inneren des Abkühlbehälters 31 mitgerissen werden, in die Herstelleinheit 33 gelangen und diese verunreinigen oder sogar verstopfen.
In Fig. 4 ist eine Abkühlvorrichtung 30 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung schematisch dargestellt. Die Abkühlvorrichtung 30 weist einen Verdichter 39, beispielsweise eine Pumpe, auf, der in Strömungsrichtung (Pfei- le 35 und 38) vor der Herstelleinheit 33 und nach dem Filter 36 angeordnet ist. Mittels des Verdichters 39 wird ein Kreislauf des fluiden Mediums in der Abkühlvorrichtung erzeugt.
In Fig. 5 ist eine Abkühlvorrichtung 30 gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung schematisch dargestellt. Die Herstelleinheit 33 umfasst einen Behälter, der in seinem Inneren eine Flüssigkeit 44 aufnehmen kann, und einen Zerstäuber 43 auf. Mittels dieses Zerstäubers wird ein Trägergas, welches beispielsweise mit einem (in Fig. 5 nicht gezeig- ten) Verdichter durch die Herstelleinheit 33 gefördert wird, mit einer Flüssigkeit 44 angereichert.
Beim Durchströmen eines Pulverbetts mit einem fluiden Medium kann es zur Ausbildung von Rissen im Pulverbett kommen. Um die Bildung von Rissen in dem vom unverfestigten Aufbaumaterial 13 gebildeten Pulverbett zu verhindern bzw. gebildete Risse wieder zu schließen weist die Abkühlvorrichtung 30 optional im Bereich der Wandung des Abkühlbehälters 31 eine Rütteleinrichtung 40, die bevorzugt einen Vibrator und/oder Klopfer enthält, auf. Al- ternativ oder zusätzlich (nicht in den Zeichnungen dargestellt) kann als Rütteleinrichtung 40 auch eine Schüttelplatte vorgesehen sein, auf der der Abkühlbehälter 31 angebracht ist.
Der Abkühlbehälter 31 weist einen Wechselbehälter 41 auf, der von einem Deckel 42 nach oben abgeschlossen ist. An dem Deckel 42 ist die zweite Leitung 37, durch die fluides Medium aus dem Abkühlbehälter 31 austreten kann, angeschlossen; ansonsten schließt der Deckel den Abkühlbehälter 31 nach oben im Wesentlichen gasdicht ab.
Bei dem Wechselbehälter 41 handelt es sich um den Baubehälter 5, in dem das dreidimensionale Objekt 2 durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials 13 hergestellt worden ist.
Alternativ könnten der Baubehälter 5 und der Abkühlbehälter 31 auch voneinander verschieden sein. Das abzukühlende dreidimensionale Objekt 2 und das abzukühlende unverfestigte Aufbaumate- rial 13 werden in diesem Fall vom Baubehälter 5 in den Abkühlbehälter 31 transferiert, bevor das erfindungsgemäße Verfahren zum Abkühlen durchgeführt wird.
Alternativ könnte der Abkühlbehälter 31 auch so gestaltet sein, dass er den Baubehälter 5 in seinem Inneren aufnehmen kann. In diesem Fall wird der Baubehälter 5 gemeinsam mit dem darin enthaltenen abzukühlenden dreidimensionalen Objekt 2 und dem abzu- kühlenden unverfestigten Aufbaumaterial 13 in den Abkühlbehälter 31 eingebracht, bevor das erfindungsgemäße Verfahren zum Abkühlen durchgeführt wird.
In einem weiteren, nicht in den Zeichnungen dargestellten Aus- führungsbeispiel der erfindungsgemäßen Abkühlvorrichtung 30 weist die Abkühlvorrichtung zusätzlich oder alternativ zu einem vor der Herstelleinheit 33 und nach dem Filter 36 angeordneten
Verdichter 39 mindestens einen Verdichter auf, der vor dem Filter 36 und/oder nach der Herstelleinheit 33 angeordnet ist.
In einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Baubehälter 5, in dessen Inneren sich ein hergestelltes dreidimensionales Objekt 2 und das unverfestigte pulverför- mige Aufbaumaterial 13, in das das dreidimensionale Objekt 2 eingebettet ist, befindet, der Lasersinter- oder Laserschmelzvorrichtung 1 entnommen und als Abkühlbehälter 31 in die Ab- kühlvorrichtung 30 eingesetzt. Durch die Fluidisierplatte 32 wird ein fluides Medium in das Innere des Abkühlbehälters 31 geleitet, um damit das unverfestigte Aufbaumaterial 13 und das dreidimensionale Objekt 2 im Inneren des Abkühlbehälters 31 zu behandeln. Dabei werden der Abkühlbehälter 31 und damit das von dem unverfestigten Aufbaumaterial 13 gebildete Pulverbett von unten mit dem fluiden Medium durchströmt und zumindest teilweise fluidisiert.
Zu Beginn der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird im dargestellten Ausführungsbeispiel das fluide Medium hergestellt, indem Stickstoff, welcher Raumtemperatur hat, mit flüssigem Wasser, welches ebenfalls Raumtemperatur hat, in der Herstelleinheit 33 beispielsweise mittels des Zerstäubers 43 in Kontakt gebracht. Dadurch wird der Stickstoff mit Wasser nahezu oder vollständig gesättigt.
Das fluide Medium wird durch die Leitung 34 in den Abkühlbehälter geleitet und im Inneren des Abkühlbehälters 31 mit dem abzukühlenden unverfestigten Auf aumaterial 13 und mit dem abzu- kühlenden dreidimensionalen Objekt 2 in Kontakt gebracht, wodurch sich das fluide Medium erwärmt. Das fluide Medium gibt außerdem im Inneren des Abkühlbehälters 31 Wasser ab.
Das fluide Medium wird in der AbkühlVorrichtung 30 im Kreislauf geführt, wobei das fluide Medium, das aus dem Abkühlbehälter 31 austritt, durch die Leitung 37 in die Herstelleinheit 33 gelei- tet wird, in der das fluide Medium neuerlich Wasser aufnimmt, bis eine Sättigung mit Wasser nahezu oder vollständig erreicht ist. In der Herstelleinheit 33 kann die Temperatur des fluiden Mediums dabei wieder sinken. In einem konkreten Beispiel wurde die Feuchte unverfestigten Aufbaumaterials 13, das gemeinsam mit einem durch Lasersintern hergestellten dreidimensionalen Objekt 2 gemäß dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens abgekühlt worden war (erfindungsgemäß abgekühltes Aufbau- material 13), mit einem einen kapazitiven Feuchtesensor aufweisenden Feuchtemessgerät gemessen. Bei dem unverfestigten Auf- baumaterial handelte es sich um ein Polyamid- 12 -Pulver mit einer mittleren Korngröße d50 von 50 bis 65 um, welches z.B. von der EOS GmbH Electro Optical Systems unter der Handelsbezei- chung "EOS PA2200" ertrieben wird. Das Abkühlen erfolgte während einer Zeitdauer von etwa 10 Stunden, in der das unverfes - tigte Aufbaumaterial kontinuierlich vom fluiden Medium durchströmt wurde. Bei dem fluiden Medium handelte es sich um mit Wasser gesättigtes Stickstoffgas . Die Messung ergab eine Feuch- te von 22,1%. Das verwendete Feuchtemessgerät ("Feuchtelanze") weist eine Messspitze, welche zur Messung der Feuchte in das unverfestigte Aufbaumaterial 13 gehalten wird, auf.
Um einen Vergleichswert zu erhalten, wurde die Feuchte unver- festigten Auf aumaterials 13, welches nach Beendigung des Lasersinterverfahrens gemeinsam mit dem dreidimensionalen Objekt 2 im Inneren der Lasersintervorrichtung 1 über einen Zeitraum
von 18 Stunden abkühlen gelassen worden war (nicht erfindungs- gemäß abgekühltes Aufbaumaterial 13) , mit demselben Feuchtemessgerät gemessen. Die Messung ergab eine Feuchte von 6,2%. Das erfindungsgemäße Verfahren führt also dazu, dass das unver- festigte Aufbaumaterial eine wesentlich höhere Feuchte, d.h. einen wesentlich höheren Wassergehalt aufweist. Dadurch wird ein besser handhabbares, insbesondere ein besser siebbares un- verfestigtes Aufbaumaterial 13 erhalten.
Außerdem wird durch das erfindungsgemäße Verfahren unverfestig- tes Aufbaumaterial 13 erhalten, das für die Wiederverwendung besser geeignet ist, wie für das konkrete Beispiel ein Vergleich folgender Werte für die Schmelze-Volumenfließrate (MVR als Abkürzung des englischen Begriffs "Melt Volume- flow Rate") ergibt: Für das erfindungsgemäß abgekühlte unverfestigte Auf- baumaterial 13 wurde ein MVR-Wert von 12,51 cm3/10 min erhalten, während für das nicht erfindungsgemäß abgekühlte Aufbaumaterial 13 unter gleichen Messbedingungen ein MVR-Wert von 8,08 cm3/10 min erhalten wurde. Ein höherer MVR-Wert ist gleichbedeutend mit einer besseren Wiederverwendbarkeit des pulverförmigen Auf- baumaterials . Dabei wurden die MVR-Werte gemäß den Vorschriften der Norm ISO 1133:2011 gemessen. Die Merkmale der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele können, soweit möglich, miteinander kombiniert und verändert werden.
Durch die Erfindung ist es möglich, den Abbau des unverfestig- ten Aufbaumaterials 13 zu stoppen, wodurch die Auffrischrate gesenkt werden kann.
Durch die Erfindung ist es ferner realisierbar, unverfestigtes Aufbaumaterial 13 schneller abzukühlen und dadurch die Dauer des Abkühlens eines durch schichtweises selektives Verfestigen eines pulverförmigen Aufbaumaterials hergestellten dreidimensi- onalen Objekts 2 und unverfestigten Aufbaumaterials 13, in das das dreidimensionale Objekt eingebettet ist, zu verkürzen.
Durch die Erfindung ist es des Weiteren möglich, in das unver- festigte Aufbaumaterial 13 Feuchtigkeit einzutragen, sodass sich das unverfestigte Aufbaumaterial 13 weniger stark oder überhaupt nicht elektrostatisch auflädt. Dadurch wird die Handhabbarkeit des unverfestigten Aufbaumaterials 13 verbessert. Insbesondere wird dadurch das Sieben des unverfestigten Aufbaumaterials 13 nach dem Abkühlen erleichtert.
Erfindungsgemäß wird das Abkühlen durch Behandeln mit einem fluiden Medium durchgeführt. Das fluide Medium kann dabei aus einem Trägergas gebildet sein, das gezielt mit einem weiteren Gas und/oder einer Flüssigkeit angereichert ist. Das heißt, bei dem fluiden Medium handelt es sich eine Gasmischung oder ein
Aerosol mit einer Zusammensetzung, die durch Hinzufügen eines weiteren Gases und/oder einer Flüssigkeit in vorbestimmter Weise (gezielt) eingestellt ist. Die Begriffe "Anreichern mit einem Gas" und "Anreichern mit einer Flüssigkeit" bedeuten, dass dem Trägergas ein weiteres Gas (gasförmiger Reinstoff oder gasförmige Mischung) bzw. eine Flüssigkeit (flüssiger Reinstoff oder flüssige Mischung) hinzugefügt wird, wobei es dabei auf den Aggregatzustand, den das dem Trägergas Hinzugefügte vor dem Hinzufügen hat, ankommt und nicht darauf, ob das Hinzugefügte nach dem Hinzufügen diesen Aggregatzustand hat.
Das fluide Medium kann auch aus einer Gasmischung gebildet sein, der gezielt mindestens eine Mischungskomponente zumindest teilweise entzogen ist, d.h. das fluide Medium kann ein Gas sein, dessen Zusammensetzung durch teilweise oder vollständige Entziehung einer oder mehrerer Mischungskomponenten einer Gas- mischung in vorbestimmter Weise (gezielt) eingestellt ist.
Als Trägergas wird bevorzugt Inertgas, insbesondere N2 (Stickstoff) verwendet, welches zur Herstellung des fluiden Mediums mit Wasser angereichert wird. Dadurch kann aus einfach verfügbaren, preisgünstigen und umweltfreundlichen Ausgangsstoffen ein fluides Medium hergestellt werden, bei dessen Verwendung die oben beschriebenen Vorteile vorliegender Erfindung besonders ausgeprägt sind. Alternativ kann beispielsweise auch Argon als Trägergas verwendet werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das pulverförmige Aufbaumaterial ein Polymer enthält bzw. aus einem Polymer besteht, da Polymere bei hö- heren Temperaturen anfällig für thermische und/oder thermooxi- dative Schädigungen sind, die die Wiederverwendbarkeit des un- verfestigten Aufbaumaterials herabsetzen oder eine Wiederverwendung unmöglich machen. Zudem neigen in Pulverform vorliegende Polymere zur elektrostatischen Aufladung.
Auch wenn weiter oben das Herstellen eines dreidimensionalen Objekts durch Lasersintern bzw. Laserschmelzen beschrieben wurde, ist die Erfindung nicht auf das Abkühlen eines durch Lasersintern oder Laserschmelzen hergestellten dreidimensionalen Ob- jekts und unverfestigten Aufbaumaterials , in das ein derartiges dreidimensionales Objekt nach seiner Herstellung eingebettet ist, beschränkt. Sie kann auf das Abkühlen dreidimensionaler
Objekte, die mittels beliebiger Verfahren zum generativen Herstellen hergestellt worden sind, und entsprechende Aufbaumaterialien angewendet werden. Die Belichtungsvorrichtung kann beispielsweise einen oder mehrere Gas- oder Festkörperlaser oder jede andere Art von Laser wie zum Beispiel Laserdioden, insbesondere VCSEL (Vertical Cavity Surface Emitting Laser) oder VECSEL (Vertical External Cavity Surface Emitting Laser) , oder eine Zeile dieser Laser umfassen. Allgemein kann als Belichtungsvorrichtung jede Einrichtung verwendet werden, mit der Energie als Wellen- oder Teilchenstrahlung selektiv auf eine Schicht des Aufbaumaterials aufgebracht werden kann. Anstelle eines Lasers können beispielsweise eine andere Lichtquelle, ein Elektronenstrahl oder jede andere Energie- bzw. Strahlenquelle verwendet werden, die geeignet ist, das Auf aumaterial zu verfestigen. Statt des Ablenkens eines Strahls kann auch das Belichten mit einem verfahrbaren Zeilenbelichter angewendet werden. Auch auf das selektive Maskensintern, bei dem eine ausgedehnte Lichtquelle und eine Maske verwendet werden, oder auf das High-Speed-Sintern (HSS) , bei dem auf dem Aufbaumaterial selektiv ein Material aufgebracht wird, das die Strahlungsabsorption an den entsprechenden Stellen erhöht (Absorptionssintern) oder verringert (Inhibitationssintern) , und dann unselektiv großflächig oder mit einem verfahrbaren Zeilenbelichter belichtet wird, kann die Erfindung angewendet werden.
Als pulverförmiges Aufbaumaterial können verschiedene Materialien verwendet werden, vorzugsweise Kunststoffpulver, Metall- pulver, Keramikpulver, Sand, gefüllte oder gemischte Pulver.