Beschreibung Titel: Misch-Produkt
Die Erfindung betrifft ein Misch-Produkt aus organischen und anorganischen teilchenför- migen Stoffen und/oder Stoffgemischen mit einem dabei eingesetzten Hilfstoff (oder Hilfstoffgemisch). Der Hilfsstoff (oder Hilfstoffgemisch) ist ein Additiv, welches einem End-Produkt verschiedene Eigenschaften verleiht. Die Eigenschaften des Produkts sind dabei vor Produktionsbeginn kalkulierbar und einstellbar. Je nach Ausgangsstoff wird entsprechend der gewünschten Eigenschaften des End-Produktes des Hilfsstoffs zugegeben. Der Hilfsstoff führt zur Bildung von Kristallstrukturen und erfüllt (je nach End-Produkt) verschiedene Funktionen:
o Energieträger/ Stoff zur Energieumwandlung und/oder o Porosierungsmittel und/oder o Strukturierungsmittel und/oder o Reduktionsmittel und/oder o Filterstoff
Bestimmte Misch-Produkte können als Energiespeicher eingesetzt werden, wobei die E- nergiespeichermenge genau einstellbar ist. Weiter können andere Misch-Produkte als Reduktionsmittel in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Je nach Misch-Produkt kann ein Einsatz zum Beispiel bei der Aufbereitung von Trinkwasser, bei der Metallveredelung oder bei der Holz- und Papierveredelung erfolgen. Alle mit einem Misch-Produkt veredelten End-Produkte können dabei in gewünschte Ziel-Eigenschaften optimiert werden. Beispielsweise könnte ein mittels dem Misch-Produkt veredeltes Papier oder veredelte Pappen eine bisher für Papier/Pappe nicht bekannte Form-Stabilität und Festigkeit erhalten. Das veredelte Papier oder die veredelte Pappe gleicht in einer Ausführungsform nach der Veredelung hinsichtlich dieser Eigenschaften einem armierten Kunststoffrohr.
Derartige Misch-Produkte sind z. B. aus der WO 1996/06060 A bekannt. Dabei wird ein palettiertes Produkt aus Klärschlamm und schichtsilikatisches, quellfähiges Bindemittel mit feinem Gesteins-; Gasbeton-; oder Holzmehl durch Aufbringen mehrerer Verdichtun-
gen mit zwischenzeitlicher Dekrompession hergestellt, das in der Landwirtschaft verwendet oder gefahrlos deponiert werden kann.
Aus der DE 101 60 163 A ist es bekannt, ein Produkt aus Klärschlämmen und Flugaschen in einem Zementklinkerdrehofen einzusetzen und damit Kalk zu sparen.
Aus der DE 198 48 432 A ist es bekannt, ein Produkt aus Klärschlamm und Klären oder Teeröl ähnlichen Produkten durch Verpressen in einen Zustand überzuführen, der die thermische Verwendung des Produktes im Verfahren der Festbettdruckvergasung erlaubt.
Ziel der Erfindung ist, anders als im Stand der Technik, die Schaffung eines aus organischen und anorganischen teilchenförmigen Stoffen und/oder Stoffgemischen aufgebauten Materials mit hoher spezifischer innerer Oberfläche, das heißt hoher Adsorptionsfähigkeit für möglichst viele umweltbelastende Stoffe, beispielsweise Öl, Abgase und schädliche Partikel, z. B. Abgaspartikel und physikalisch-chemischen Eigenschaften zur Immobilisierung umweltbelastender Stoffe, beispielsweise toxische Stoffe, wobei das angestrebte Material auf konventionelle Weise leicht aus kostengünstigen Rohstoffen herstellbar sein soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die organischen und anorgani- sehen teilchenförmigen Stoffe und/oder Stoffgemische zusammen eine im Wesentlichen homogene Matrix bilden, dass, jeweils bezogen auf den Trockengehalt, 75 bis 85 Gew.-%, bevorzugt, um 82 Gew.-%, des Ausgangsstoffes im Wesentlichen von metallischem Material freie Reststoffe sind, dass der Rest Zuschlagstoffe (Additive) sind, die zu 80 bis 90 Gew.-%, bezogen auf die trockene Gesamtmenge an Zuschlagstoffen aus Ton, inklusive Bentonit, Zeolith und Kalk besteht, wobei der Rest Lignin und/oder Ligninderivate sind, und dass die Teilchengröße der die Matrix aufbauenden Stoffe und/oder Stoffgemische zwischen 50 μm und 3 mm liegt.
Unter "homogener Matrix" wird in der Beschreibung und den Ansprüchen ein Gebilde verstanden, das, mikroskopisch gesehen, dem Misch-Produkt an jeder Stelle gleiche Eigenschaften verleiht, wobei mikroskopisch gesehen, stützende Bereiche und darin eingelagerte
Stoffe nach wie vor unterscheidbar sind. Diese Eigenschaften entstehen durch die mittels der Mischung entstandene Kristallstruktur.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass Misch-Produkte, bei denen Kalzit (CaCO3), Rutil (TiO2) und Ankerit (CaMgO.77FeO.23(CO3)2) in kleiner Größe im Gewichtsverhältnis (70 bis 95) : (2 bis 15) : (2 bis 15) vorliegen, die Ausbildung einer Matrix mit den angestrebten Eigenschaften ermöglichen. Es ist nicht notwendig, dass diese drei Bestandteile in großem Ausmaß innerhalb des Misch-Produkts vorliegen, ganz im Gegenteil, wenn in sie in Summe 3 bis 5, ggf. 8 und in Einzelfällen bis 10 Gew.-% der unter erwähnten Zu- schlagstoffe ausmachen, ist dies ausreichend. Rutil und Ankerit müssen nicht gleichmäßig vorhanden sein.
Das zugehörige relative Massenverhältnis der Bestandteile der Zuschlagsstoffe zueinander liegt bei: Sauerstoff 50 - 55,
Magnesium 1,0 - 1,5,
Kalzium 32 - 38,
Titan 1 - 2 und
Eisen 0,7 - 1,5, allerdings bei entsprechender Beachtung der anderen dieser Elemente enthaltenden, aber am Entstehen der Matrix nicht beteiligten Stoffe, soll durch die Zusammensetzung und
Menge der zugegebenen Zuschlagstoffe angestrebt werden.
Diese Angaben bedürfen keiner so genauen Einhaltung wie bei chemischen Reaktionen mit ihren festen Stichometrien, da in Überschuss vorhandene Bestandteile einfach als eine Art „Füllstoff zurückbleiben oder entsprechend entweichen. Der Füllstoff lagert sich dabei in der ansonsten homogenen Matrix an.
Die Erfindung wird jetzt näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Übersicht der Herstellungsanlage,
Fig. 2 ein Pulverdiffraktogramm eines ersten gemischten Ausgangsstoffes,
-A- Fig. 3 ein Pulverdiffraktogramm eines ersten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem ersten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 4 ein Pulverdiffraktogramm eines zweiten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 5 ein Pulverdiffraktogramm eines zweiten erfindungsgemäßen Misch- Produktes, das aus dem zweiten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird,
Fig. 6 ein Pulverdiffraktogramm eines dritten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 7 ein Pulverdiffraktogramm eines dritten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem dritten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 8 ein Pulverdiffraktogramm eines vierten gemischten Ausgangsstoffes, Fig. 9 ein Pulverdiffraktogramm eines vierten erfϊndungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem vierten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 10 ein Pulverdiffraktogramm eines fünften gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 11 ein Pulverdiffraktogramm eines fünften erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem fünften gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 12 ein Pulverdiffraktogramm eines sechsten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 13 ein Pulverdiffraktogramm eines sechsten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem sechsten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 14 ein Pulverdiffraktogramm eines siebten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 15 ein Pulverdiffraktogramm eines siebten erfindungsgemäßen Misch- Produktes, das aus dem siebten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird,
Fig. 16 ein Pulverdiffraktogramm eines achten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 17 ein Pulverdiffraktogramm eines achten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem achten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 18 ein Pulverdiffraktogramm eines neunten gemischten Ausgangsstoffes, Fig. 19 ein Pulverdiffraktogramm eines neunten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem neunten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 20 ein Pulverdiffraktogramm eines zehnten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 21 ein Pulverdiffraktogramm eines zehnten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem zehnten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 22 ein Pulverdiffraktogramm eines elften gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 23 ein Pulverdiffraktogramm eines elften erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem elften gemischten Ausgangsstoff erhalten wird,
Fig. 24 ein Pulverdiffraktogramm eines zwölften gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 25 ein Pulverdiffraktogramm eines zwölften erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem zwölften gemischten Ausgangsstoff erhalten wird, Fig. 26 ein Pulverdiffraktogramm eines dreizehnten gemischten Ausgangsstoffes, Fig. 27 ein Pulverdiffraktogramm eines dreizehnten erfindungsgemäßen Misch-
Produktes, das aus dem dreizehnten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird,
Fig. 28 ein Pulverdiffraktogramm eines vierzehnten gemischten Ausgangsstoffes,
Fig. 29 ein Pulverdiffraktogramm eines vierzehnten erfindungsgemäßen Misch- Produktes, das aus dem vierzehnten gemischten Ausgangsstoff erhalten wird.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung:
Bei der folgenden beispielhaften Beschreibung eines Verfahrens zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Misch-Produkts wird Bezug genommen auf die Fig. 1 , in welcher ein Fließdiagramm eines beispielhaften Verfahrensablaufs zur Herstellung eines Misch- Produktes dargestellt ist. Alle folgenden Prozentangaben sind, wenn nicht anders angegeben, Masseprozent, entsprechend Gewichtsprozent.
Die zu verarbeitenden Rohstoffe werden vor der Zuführung in den Prozess durch ein unten aufgeführtes Verfahren analysiert, wobei Daten erhalten werden. Die erhaltenen Daten dieser Analyse gehen in einen Prozessrechner ein, der sie bei der Erstellung eines passenden Rezepts berücksichtigt. Dieses Rezept kann aufgrund der oben stehenden Erkenntnis, ausgehend von der ermittelten Zusammensetzung der Rohstoffe, leicht bestimmt werden. Selbstverständlich ist es möglich, diese Abstimmung, die im Wesentlichen der Lösung eines Systems linearer Gleichungen entspricht, durch ein EDV-Programm vornehmen zu lassen.
Die Eingabegröße der Eingangsstoffe, z. B. Klärschlämme, Papierschlämme, Kunststoffmaterialien, Holz, Verbundstoffe aus Kunststoff und Holz, Produkte aus der mechanischbiologischen Reststoffbehandlung, Tiermehl, Ölreste, kohlenwasserstoff- und kohlenwas-
serstoffderivathaltige Reststoffprodukte, wie z. B. Dachpappe, Teerdecken und/oder organische Reststoffprodukte, z. B. sedimentäre Materialien, wie Kieswaschschlämme, Stauraumsedimente, Abbruchmaterialien oder Kraftwerksflugasche, ist/sind unterschiedlich, wobei im Vorfeld eine maximale Größe der Einzelbestandteile von 300 mm durch einen Schredder 1 gewährleistet wird. Die zerkleinerten Teile der Eingangsstoffe werden anschließend mittels Förderband 2 zu einem ersten Prozessor (Kl) 3 gefördert, wobei Metalle per Abscheider separiert werden. Eine Separierung der Metalle erfolgt zudem innerhalb des ersten Prozessors (Kl) mittels Fliehkraft. Das Gewicht des Förderguts wird mit einer (nicht dargestellten) Bandwaage automatisch ermittelt. Die erhaltenen Daten gehen dann ebenfalls in den Prozessrechner ein. Im ersten Prozessor (Kl) 3 werden die Eingangsstoffe nochmals zerkleinert - auf eine Größe von kleiner oder gleich 3 mm. Diese nochmalige Zerkleinerung erfolgt beispielsweise durch (nicht dargestellte) Rotationswerkzeuge, welche eine Länge von bis zu 1300 mm aufweisen können und mit hoher Rotationsgeschwindigkeit, bis zu 2800 U/Min., rotieren. Eine weitere Separierung erfolgt später innerhalb des zweiten Prozessors (K2) mittels Fliehkraft und zudem mittels eines Metallabscheiders. Während dieses nochmaligen Zerkleinerungsprozesses wird hohe Energie, welche zu einer Verdampfung des Wassers führt, bis zu 90 % des Wassers verdampfen hierbei, in die Eingangsstoffe eingebracht. Die Anordnung der Rotationswerkzeuge ist so ausgerichtet, dass bis 90 % der Eingangsstoffe eine Größe von nicht über 1 mm erhält.
Nach Behandlung der Eingangsstoffe im ersten Prozessor (Kl) 3 wird der aufbereitete Rohstoff analysiert, wobei verschiedene Messungen durchgeführt werden. Im Einzelnen werden folgende Daten erhalten:
- die Mahlfeinheit (diese beträgt bis zu 98 % unter 3 mm, das heißt, dass zumindest
98 % der Partikel eine Größe von unter 3 mm aufweisen), der Verteilungsindex (hier wird gemessen, welche Anteile des aufbereiteten Rohstoffs eine Größe von unter 3 mm bzw. 1 mm aufweisen),
- das Gewicht, - die Feuchtigkeit,
- der pH- Wert,
- die elementare Zusammensetzung des aufbereiteten Rohstoffs (diese wird durch Röntgen-Fluoreszenz-Analyse (RFA) kontinuierlich bestimmt, insbesondere wird der Gehalt an Kohlenstoff bestimmt).
Diese, mittels im Förderband befindlichen Messstellen, ermittelten Daten gehen in den Prozessrechner ein und werden mit den Grenzwerten der unten aufgeführten Rezepturen verglichen. Diese Analyse führt automatisch dazu, dass entsprechende Steuerbefehle an das Misch- und Dosierprogramm, welches einem zweiten Prozessor (K2) 7 vorgeschaltet ist, geleitet werden. Im zweiten Prozessor (K2) 7 erfolgt dann die zweite Prozessstufe, wo- bei von einem nicht dargestellten Förderband die Eingabe der Stoffe, welche der jeweiligen Rezepturen entsprechen, in die Dosiereinheit des zweiten Prozessors (K2) 7 erfolgt.
Als Dosiereinheit dient eine Zählrad-Schleuse oder eine ähnliche technische Einrichtung. Dosiert wird nach dem Rezept, welches der Rechner den oben genannten Analysen ent- sprechend, automatisch wählen kann.
Im zweiten Prozessor (K2) 7 werden durch eine weitere, mehrfache Feinmahlung die einzelnen Teile eines ersten Stoffgemisches auf eine Größe von kleiner oder gleich 50 μm reduziert. Dabei beträgt der Anteil von Stoffen mit 3 mm Feinkorn, das heißt einem Durchmesser über 3 mm, zirka 5 % und der Anteil von Stoffen mit 1 mm Feinkorn zirka 8 %, der Rest ist Feinkorn mit einem Durchmesser von unter 1 mm, wobei der Hauptanteil eine Größe unter 100 μm aufweist. Dieses Feinkorn- Verteilungsverhältnis ist relevant für die Stabilisierung der Mischung (Gerüstaufbau).
Nach der Behandlung im zweiten Prozessor (K2) 7 wird das erste Stoffgemisch erneut auf ein Förderband 17 geführt.
Es erfolgen erneut die gleichen Messungen wie oben angegeben. Weiterhin werden übrig gebliebene Rest-Metalle aus dem ersten Stoffgemisch abgeschieden, wobei zu 99 % kein Metall gegeben ist.
Es folgt die Eingabe des Stoffgemisches in einen dritten Prozessor (Gl) 21, auch diesmal über eine Zuführung per Förderband 17, wobei das erste Stoffgemisch, wie zu erkennen, wiederum zunächst mit einer weiteren Dosiereinheit befördert werden kann.
Im dritten Prozessor (Gl) 21 erfolgt eine erste Intensivmischung. Dabei werden dem ersten Stoffgemisch, entsprechend der festgelegten Rezeptur, weitere Additive beigemischt. Der Anteil des ersten Stoffgemisches beträgt dabei meist zirka 85 % - also werden zirka 15 % Additive zugemischt. Das erste Stoffgemisch wird anschließend wieder auf ein Förderband 25 (oder ähnliche Fördereinrichtung) gebracht.
Es erfolgt eine Kontrollmessung mittels eingebauter Sensoren im Bereich des Förderbandes 25. Es werden die gleichen Messungen wie oben durchgeführt. Das Mischgut wird dann per Förderband 25 in einen vierten Prozessor (G2) 34 geführt. Hier erfolgt eine Nachregulierung der Zusammensetzung durch Zugabe von weiteren Additiven. In der Regel entsteht hier ein zweites Stoffgemisch, das zu 0 bis 5 % aus neu zugefügtem Additiv und zu 95 bis 100 % aus erstem Stoffgemisch besteht. Auch beim vierten Prozessor (G2) 34 erfolgt die Beförderung mittels einer vierten Dosiereinheit.
Das nun erfolgte zweite Stoffgemisch wird erneut auf ein Förderband gebracht und einer Behandlung zugeführt. Die Zuführung zu einer Behandlung kann durch eine Pelletieranlage (Trommelsieb) erfolgen. Dadurch entstehen Misch-Produkte nach der Erfindung.
Anschließend erfolgt eine vorher definierte Qualitätskontrolle. Es werden dabei die gleichen Messungen wie oben durchgeführt, im Weiteren wird eine Sortierung der Pellets vor- genommen. Beim Erreichen der Qualitätsnorm zu mindestens 99 % wird das Produkt in den Lagerbunker 38 eingeführt.
Bei einem Nichterreichen der vorher definierten Qualitätskontrolle, das heißt wenn weniger als 99 % des Produktes der gewünschten Zusammensetzung entsprechen, geht das zweite Stoffgemisch in die "Schlecht-Rutsche". Von dort aus wird es erneut dem Prozess zugeführt und zwar im Verhältnis kleiner 10 % "Schlechtstoff' zu größer 90 % neuer Stoffe, die Gesamtmenge wird nachfolgend bei der Festlegung der Additive als Ausgangsstoff
angesehen. Ein derartiges nicht Erreichen der angestrebten vorher definierten Qualitätskontrolle ist zumeist darin begründet, dass ein Mischverhältnis von 75 bis 85 % organischer und entsprechend 25 bis 15 % anorganischer Bestandteile im Ausgangsstoff bzw. in den Ausgangsstoffen nicht vorliegt. Ist dieses Mischverhältnis der Ausgangsstoffe nicht gege- ben, kann sich die gewünschte Kristallstruktur nicht ausreichend ausbilden. Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Misch-Produkts liegt darin, dass zu dessen Herstellung kostengünstige Sekundärrohstoffe einsetzbar sind. Bei dem erfindungsgemäßen Misch-Produkt handelt es sich solcher Art um ein Produkt als Ausgangsprodukt für weitere End-Produkte, wobei dem End-Produkt als Basisstoffe Reststoffe zu Grunde liegen, so dass in einer Nutzungs- kette eine außerordentliche Ökobilanz erreichbar ist.
Außerdem ist es vorteilhaft, als anorganische Stoffe anorganische Bindemittel, die überwiegend aus Reststoffen hergestellt werden, hierin zum Einsatz zu bringen. Dadurch ist in vielen Fällen die nachteilige Verwendung von herkömmlichen anorganischen Stoffen, wie anorganischen Bindemitteln, die mit hohem Energieeinsatz und damit relativ teuer aus Rohstoffen hergestellt werden und die durch erhebliche Eingriffe in das natürliche Landschaftsbild gewonnen werden müssen, umgehbar.
Weitere Ausführungsformen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprü- chen und der nachfolgenden Beschreibung näher veranschaulicht und gekennzeichnet.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Rezeptur des Misch-Produktes den jeweiligen Zielprodukten angepasst wird. Dies betrifft die Wahl der entsprechenden Reststoffe und/oder Reststoffgemische ebenso wie auch die übrigen Additive, die zur Bildung des Misch- Produktes zugemischt werden. Damit sind die entsprechenden Werkstoffeigenschaften des Misch-Produkts mit seiner jeweils erwünschten Werkstoffspezifikation festlegbar. Ebenso sind durch Zuschläge die Eigenschaften der in den verschiedenen Formen vorliegenden Misch-Produkte nutzungsspezifisch festlegbar.
Das erfindungsgemäße Misch-Produkt ist mit seiner jeweiligen Zusammensetzung jeweils Basismaterial aller weiteren Folgeprodukte und -anwendungen, gleichzeitig aber auch selbst vollwertig einsetzbares End-Produkt. So ist es z. B. als Abgas- und Partikelfilter in
der Lage, bei niederen Temperaturen CO2 und verschiedene weitere Schadstoffe aus Abgasen, wie beispielsweise Industrie-Rauchgase, wirkungsvoll zu entfernen, wobei partikuläre Schadstoffe auch bei höheren Temperaturen entfernt werden können. Diese Anwendung ist allerdings nur dann von Bedeutung für die Ökobilanz, wenn die weitere Verarbeitung des beladenen Materials nicht zu einer neuerlichen Freisetzung des CO2 führt. Beim Einsatz als CO2-Filter im Niedrigtemperaturbereich erfolgt gleichzeitig eine Trocknung des Misch- Produkts selbst, sowie eine Reduktion des pH- Wertes.
Das Misch-Produkt eignet sich auch als Zuschlagstoff in der Baustoffindustrie z. B. als Füllstoff für Betonprodukte im Landschafts-, Kanal- und Straßenbau, sowie als Füllstoff für Schallschutz- und Dammbauelemente.
Weiterhin ist ein Einsatz in der Metallveredelung, Holz- und Papierveredelung möglich.
Speziell konditioniertes Misch-Produkt ist auch für die Trinkwasseraufbereitung erfolgreich einsetzbar, wobei eine Reduktion der bakteriologischen und Schwermetallbelastung im Zusammenspiel mit dem Einsatz von Eisenverbindungen erzielt werden kann.
Einen weiteren wichtigen Einsatzbereich des Misch-Produkts stellt die Verwendung des- selben als wirkungsvolles Reduktions- und linmobilisierungsmittel für Chrom VI-haltige Abfalle dar, wobei eine Reduktion von Chrom VI in Chrom III erfolgt. Chrom VI wird als hundert- bis tausendfach toxischer angesehen als Chrom III und ist außerdem viel mobiler als Chrom III.
Für diesen Anwendungszweck wird das Misch-Produkt mit Tonmehl und geringer Menge H2SO4 (pH- Wert ca. 3) - als Additive - konditioniert und dient so als wirkungsvolles Reduktionsmittel für Chrom VI. Nach erfolgter Reduktion von Chrom VI zu Chrom III im schwach sauren Milieu wird die Pufferung auf Neutralwert und Stabilisierung - Schwermetallstabilisierung - durch Zugabe von Kalksteinmehl (mit einer Korngrösse- KorngrösseKorngröße < 200 μm) erreicht.
Bei Vorliegen des Misch-Produktes in gebrannter Form steht ein nutzungsspezifischer keramischer Werkstoff mit großer spezifischer Oberfläche zur Verfugung, der zusammen mit dem Ausgangs-Misch-Produkt für die Herstellung eines Ölbinders im Landeinsatz verwendbar ist. Ein Ölbinder z. B. für den Gewässereinsatz wird aus einer Kombination von Ausgangs-Misch-Produkt und von zu bestimmten Teilen bei niederen und von zu bestimmten Teilen bei höheren Temperaturen - Sintertemperaturen - gebranntem und/oder luftgetrocknetem, gebrochenem und/oder pelletiertem Misch-Produkt aufbereitet.
Eine weitere Verwendung findet das Misch-Produkt in gebrannter Form in der Reifenin- dustrie und führt der Einsatz zur Verringerung des gummispezifischen Schmierverhaltens, so dass eine Bremswegverkürzung und eine höhere Lebensdauer erreicht wird. Ferner wird das Misch-Produkt in der Tierhaltung als Einstreu, in Landwirtschaft, Gartenbau und Landschaftsbau zur Verbesserung der Bodeneigenschaften bezüglich Wasserhaltung und Düngefähigkeit eingesetzt.
Als Reststoffe können im erfindungsgemäßen Misch-Produkt folgende Materialien eingesetzt werden: Klärschlämme, Papierschlämme, Kunststoffmaterialien, Holz, Verbundstoffe aus Kunststoff und Holz, Produkte aus der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung, Tiermehle, Ölreste, kohlenwasserstoff- und kohlenwasserstoffderivathaltige Abfallproduk- te, wie z. B. Dachpappe, Teerdecken, Reststoffe mit erheblichen Anteilen organischer Reste und/oder anorganische Reststoffprodukte, z. B. sedimentäre Materialien, wie Kieswaschschlämme, Stauraumsedimente, oder Abbruchmaterialien, Kraftwerksflugasche oder andere Aschen.
Eine Aufbereitung pastöser Reststoffe (z. B. Ölschlamm) erfolgt jeweils nach logistischer Situation entweder nur für die Herstellung einer verarbeitungsfähigen organikreichen Komponente zur späteren Vermischung mit mineralischen Additiven oder bis zur endgültigen Verarbeitung bis zum endgültigen Misch-Produkt vor Ort durch Mischung im Zwangsmischer mit einer Auswahl an mineralischen Additiven und des in gebrannter Form vorliegenden Ausgangs-Misch-Produktes und Vermahlung auf eine Korngröße von < 200 μm. Eine danach gebildete pumpfahige Masse wird über einen Siebbeschicker in einen
Aktivator geleitet, wo unter Zugabe von Additiven, z. B. Brandkalk, Tonmehl und An- fangs-Misch-Produkt eine Homogenisierung und mechanische Aufschließung erfolgt.
Die aufbereiteten Reststoffe werden mit Reststoffen, die keiner weiteren Aufbereitung be- dürfen, zusammengeführt, worauf eine dosierte Zusarnmenführung dieser vereinigten Reststoffkomponenten mit mineralischen Additiven unter Einsatz einer der weiteren Produktkette und -anwendung angepassten Mischung mineralischer Additive, sowie bedarfsweise einem organisch-mineralischen Additiv (Tonmehl mit Ligninderivaten) erfolgt.
Die wichtigsten Komponenten der mineralischen Additive bzw. Additivmischung des Misch-Produktes sind:
1. Gesteinsmehl aus Ton bzw. Tongestein oder Mergel bzw. Mergelgestein - gemahlen auf < 200 μm durch Trockenvermahlung mit Mahltrocknung und/oder Nass- Vermahlung < 50 μm
2. Gesteinsmehl aus Kalkstein - gemahlen auf < 200 μm und/oder Nass- Vermahlung < 50 μm
3. Ca(OH)2, vorzugsweise als pulveriges Weißkalkhydrat mit 69 — 75 % CaO, 0,2 - 2,5 % MgO, Schüttdichte = 0,2 - 0,3 kg/dm3 4. Kraftwerksflugasche oder andere Aschen
5. Bentonit und/oder Zeolith (Klinoptilolith), beide Mineralmaterialien weisen eine hohe Kationenaustauschkapazität auf; Bentonit: feucht, dichtend, quellfähig, erhöht Mikroporenanteil; Zeolith: strukturell stabil, hohe geruchsreduzierende Eigenschaften 6. Organisch-mineralisches Additiv: Mineralischer Trägerstoff mit Ligninderivaten
Wichtige Aufgaben der organikreichen Reststoffkomponenten, einschließlich flüssiger, pastöser und fester kohlenwasserstoffhaltiger Reststoffprodukte in dem Misch-Produkt sind:
1. Energieträger/ Stoff zur Energieumwandlung und/oder
2. Porosierungsmittel und/oder
3. Strukturierungsmittel und/oder
4. Reduktionsmittel und/oder
5. Filterstoff
Vornehmliche Aufgaben der mineralischen Additive in dem Misch-Produkt sind:
1. Mechanische Stabilisierung des Ausgangs-Misch-Produktes und der Folgeprodukte, wie z. B. Misch-Produkt in gebrannter Form; Ölbinder sowie deren Mikrostruk- turierung 2. Hygienisierung (pH 12 durch Zugabe von Ca(OH)2 )
3. Optimierung der keramischen und zementtechnologischen Eigenschaften
4. Schadstoffimmobilisierung (Stabilität gegen Eluierung, z. B. Schwermetalle, Ammonium)
Herstellungsverfahren für das Misch-Produkt in Abhängigkeit von Reststoffart(en) und der nutzungsspezifischen Additive einschließlich Vorbehandlung von Reststoff und anorganischen Additiven
a) Reststoffvorbehandlung, wobei je nach Art der Reststoffe auf einzelne Schritte verzich- tet werden kann:
1. Grobaussortierung von Metallteilen
2. Vorzerkleinerung je nach Materialart auf < 300 mm bis < 30 mm
3. Magnetische Abtrennung eisenhaltiger Metallteile 4. Nachzerkleinerung auf < 8 mm
5. Weitere magnetische Abtrennung eisenhaltiger Metallteile
6. Feinzerkleinerung auf Korngrößen der anorganischen Additive vor und/oder während des Mischvorganges
b) Vorbehandlung und Eigenschaften der überwiegend anorganischen Komponenten (mineralischen Additive) des Misch-Produktes:
1. Gesteinsmehl aus Ton bzw. Tonstein oder Mergel bzw. Mergelstein durch Trockenvermahlung mit Mahltrocknung auf < 200 μm gemahlen. Ton/Tonstein: Besteht überwiegend aus Tonmineralen (feinkörnige Schichtsilikate wie z. B. Kaolin, Montmorillonit, Bentonit) sowie weiteren Mineralen, wie z. B. Quarz, Feldspäte, Oxide und/oder Hydroxide, z. B. Fe, Alkali, Erdalkali, und evtl. geringen Mengen an Karbonitmineralen. Im Einzelfall kann Karbonatfreiheit notwendig sein. Mergel/Mergelstein: Meist tonhaltiges silikatisch-karbonatisches Mischgestein, das neben den oben genannten Mineralen in anteilsmäßig ähnlicher Größenordnung Karbonatminerale (hier im Wesentlichen Calcit) enthält. 2. Gesteinsmehl aus Kalkstein auf < 200 μm gemahlen; bei dieser Komponente ist für bestimmte Anwendungen von Bedeutung, dass im Wesentlichen nur Calcit als Karbonatmineral vorliegt. Geringfügige Verunreinigungen durch silikatische oder andere Nichtkarbonatminerale ist ohne Bedeutung.
3. Ca(OH)2: Weißkalkhydrat pulvrig, mit 69 - 75 % CaO, 0,2 - 2,5 % MgO, Schütt- dichte 0,2 - 0,3 kg/dm3), technisch wasserfrei und karbonatfrei, Mahlfeinheit nach
Euronorm 459-2.
4. Kraftwerksflugasche, alkalireich (Flussmittelgeber für spezielle Produktprofile), Feinkörnigkeit nach aktueller Euronorm der Betontechnologie.
5. Bentonit mit Mindestsmektitgehalt von 60 % (Magerbentoni t) mit entsprechender (verglichen mit anderen tonigen Materialien hoher) Kationenaustauschkapazität, feinkörnig: Trockenvermahlung mit Mahltrocknung auf < 200 μm gemahlen, technisch haftwasserfrei (Feuchte < 1 %) und karbonatfrei
6. Zeolith, Klinoptilolith (natürlicher Zeolith), Klinoptilolithgehalt > 60 % mit entsprechenden mineralogisch-chemischen und umwelttechnischen Eigenschaften wie Ionenaustauschkapazität (Schadstoffbindung, Nährstoffspeicherung), Geruchsbindung und Wasserspeicherung; unbehandelt, feinkörnig: Trockenvermahlung mit Mahltrocknung auf < 200 μm gemahlen, technisch haftwasserfrei und karbonatfrei
7. Mineralischer Trägerstoff mit Ligninderivaten und/oder Ligninspaltprodukten (Additive organisch-mineralischer Natur), trocken vermählen mit Mahltrocknung auf < 200 μm, Feuchtegehalt < 1 %, mit feinvermahlenem (< 200 μm) Bentonit und/oder anderem mineralischem Trägerstoff innig vermengt, Gehalt an Ligninderivaten o- der Ligninspaltprodukten > 70 %.
c) Herstellungsverfahren des Misch-Produktes:
1. Vorbehandlung der Reststoff- und Additivkomponenten wie unter a) und b) definiert 2. Mischungsverfahren: Zugabe und Zusammenführung aller Reststoffkomponenten über Dosiereinheiten und nachgeschalteter Mischungseinheit bzw. nachgeschalteten Mischungseinheiten. Im Einzelfall wir die Mischeinheit zusätzlich als Zerkleinerungseinheit ausgelegt ("Aktivator").
3. Feuchtigkeitseinstellung: Verfahrensauswahl und angestrebte Feuchtigkeitsgehalte je nach Reststoff- und Additivkomponenten; Feuchtigkeitsgehalte bestimmt nach
DIN (z. B. Kombination von DIN 18 121 Tl, Ofentrocknung/Grundverfahren und DIN 18 121 T2, Schnellverfahren) von 10 - 45 Gew.-%.
4. Korngrößeneinstellung der Misch-Produkt-Aggregate: Mittels Siebverfahren und Rückführung des Überkorns. Abschluss der Herstellung des Ausgangs-Misch- Produkts.
5. Trocknung zur Herstellung von Misch-Produkt "trocken": a) Als Niedrigtemperatur-CO2-Filter (ca. 100°C), bei gleichzeitiger Partikelfilter- Funktion, unter Nutzung der Abgaswärme eingesetzt bei der Rauchgasfilterung; b) Herkömmliche Trocknungsverfahren unter Einsatz von Fremdenergie. Abschluss der Herstellung von Misch-Produkt "trocken"
Die Rezepturen für das Misch-Produkt werden in Abhängigkeit von der beabsichtigten Verwendung bzw. vom vorgesehenen Folgeprodukt ausgewählt:
a) Misch-Produkt als Abgasfilter (CO2-Aufnahme und Partikelfilterung im Niedrigtemperaturbereich; Verwendung von Misch-Produkt "trocken" als kalt verarbeiteter Zuschlagstoff für die Baustoffindustrie, z. B. Füllstoff für Betonprodukte im Landschafts-, Kanal - und Straßenbau sowie Füllstoff für Schallschutz- und Dammbauelemente
1. Reststoffart: Grundsätzlich alle organischen Reststoffe und Produkte, einschließlich
Kunststoffe und kohlenwasserstoffhaltige und kohlenwasserstoffderivathaltige Reststoffe und Produkte; nichtorganische nichtmetallische Reststoffe, Produkte und
sedimentäre Materialien, wie z. B. Kieswaschschlämme und Stauraumsedimente, auch als Additivunterstützer/-ersatz, Füllstoff und/oder Stützkorn. 2. Reststoffmenge (organisch): Je nach Reststoffart(en), Funktion und Produktprofil
30 - 80 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm). 3. Reststoffmenge (anorganisch): Je nach Reststoffart(en), Funktion und Produktprofil
0 — 45 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm).
4. Mineralische Additive: Je nach Funktion und Produktprofil 3 - 40 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm).
5. Additive organisch-mineralischer Natur: Je nach Funktion und Produktprofil 0 - 18 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm).
b) Getrocknetes Misch-Produkt (Misch-Produkt "trocken" als Ausgangsmaterial für die Herstellung von gebranntem (keramischem) Misch-Produkt :
1. Reststoffart (organisch): Alle unter a) 1. genannten organischen Reststoffe.
2. Reststoffart (anorganisch): Feinkörnige sedimentäre Materialien wie unter 3.1 genannt, nass im natürlichen Zustand und/oder gemahlen (< 200 μm). Grobkörnige Restmaterialien (z. B. Abbruchmaterialien) als wirtschaftlich günstiges Stützkorn bzw. Füllmaterial für besondere Anwendungen. 3. Reststoffmenge (organisch): Je nach Reststoffart(en), Funktion und Produktprofil
30 - 80 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm).
4. Reststoffmenge (anorganisch): Je nach Reststoffart(en), Funktion und Produktprofil 0 - 45 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm).
5. Mineralische Additive: Je nach Funktion und Produktprofil 3 - 40 Gew.-% (bezo- gen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm).
6. Additive organisch-mineralischer Natur: Je nach Funktion und Produktprofil 0 - 18 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz nach aktueller Euronorm). c) Misch-Produkt "trocken" in Mischung mit gebranntem Misch-Produkt zur Herstellung von Ölbinder zum Einsatz auf dem Land:
1. Eingesetzter Misch-Produkt-Typ: Misch-Produkt "trocken", hergestellt aus i) organikhaltigen Reststoffen wie unter a) 1. genannt,
ii) im natürlichen Zustand feinkörnigen Reststoffen wie unter a) 1. genannt, iii) mineralische Additive, wie unter b) Vorbehandlung und Eigenschaften der überwiegend anorganischen Komponenten 1. - 6. genannt, und iv) organisch-mineralischen Additiven, wie unter b) Vorbehandlung und Eigen- schaf- ten der überwiegend anorganischen Komponenten 7. genannt.
2. Eingesetzter gebrannter Misch-Produkt-Typ: Hergestellt aus Misch-Produkt "trocken" entsprechend Rezeptur b) 1. - 6.
3. Mischungsverhältnis von Misch-Produkt "trocken" und Misch-Produkt "gebrannt": 6 : 1 bis 1 : 6.
4. Herstellungsverfahren des Ölbinders für den Landeinsatz: i) Zerkleinerung von Misch-Produkt "gebrannt": Nach dem Brennvorgang wird vorgebrochenes Material weiter zerkleinert sowie, bedarfsweise, gemahlen zur Her- Stellung von Feinfraktion(en) und anschließend anwendungsgemäße Mischung gewählter Korngrößenbereiche. ii) Trockenmischung von Misch-Produkt "trocken" und Misch-Produkt "gebrannt" gewählter Körnung mit herkömmlichen Mischverfahren, wie z. B. Zwangsmi- scher oder Durchlaufmischer (bedarfsweise Aktivator) iii) Im Einzelfall gemeinsame Vermahlung von Misch-Produkt "gebrannt" und Misch-Produkt "trocken".
d) Misch-Produkt "trocken" in der Mischung mit Misch-Produkt "gebrannt" und gebrochenem Misch-Produkt "gebrannt" für die Herstellung von Ölbinder zum Einsatz auf Gewässern:
i) Eingesetzter Misch-Produkt-Typ: wie unter c) 1. genannt (Misch-Produkt "trocken") ii) Eingesetzter gebrannter Misch-Produkt-Typ: wie unter c) 2. genannt iii) Eingesetzter gebrannter, gebrochener Misch-Produkt-Typ: wie nachfolgend für
die Herstellung von Misch-Produkt "gebrannt" beschrieben iv) Mischungsverhältnis Misch-Produkt "trocken": Misch-Produkt "gebrannt": gebrochenem Misch-Produkt "gebrannt": Jede Komponente 10 - 60 Gew.-% Trockensubstanz (entsprechend aktueller Euronorm) v) Herstellungsverfahren des Ölbinders für den Einsatz auf Gewässern: vi) Dosierung: Den Anwendungsbedingungen entsprechen mittels herkömmlicher Dosiereinrichtung vii) Mischung: Trockenmischung wie c) 2. angegeben viii) Hydrophobierung: Mittels dosierter Besprühung des Gesamtgutes mit Kohlen- Wasserstoffen
Herstellungsverfahren von Misch-Produkt "gebrannt" aus Misch-Produkt "trocken" für die Herstellung von Ölbindern für den Landeinsatz
a) Feuchtigkeitseinstellung und Herstellung einer extrudierfahigen Masse aus Misch- Produkt "trocken": Technisch ähnlich herkömmlicher Ziegeltechnik b) Herstellung brennfahiger Förmlinge: Mischung in Doppelwellenmischer oder ähnlicher Mischeinrichtungen und Auspressen mittels Strangpresse oder ähnlichen Gerätschaften unter Einsatz eines Abschneiders c) Brand: Brennen im Tunnelofen oder anderer geeigneter Brennvorrichtung im materialmäßig zu wählenden Temperaturbereich von 750° - 950°C (ohne Sinterungseffekt und weitgehend ohne CO2-Abgabe) d) Zerkleinerung: Vorbrechen nach dem Brand
Herstellungsverfahren von gebranntem, gebrochenem Misch-Produkt aus Ausgangs- Misch-Produkt , Misch-Produkt "trocken" und/oder Misch-Produkt "gebrannt" sowie Rezepturen für die Herstellung von Ölbindern für den Einsatz auf Gewässern:
a) Misch-Produkt "trocken": Herstellung wie bei c) Herstellungsverfahren des Mischproduktes unter 5. und oben für die Herstellung von Ölbindern für den Landeinsatz unter 1.
angegeben b) Herstellung von gebrochenem, gebranntem Misch-Produkt : wie oben für die Herstellung von
Ölbindern für den Landeinsatz angegeben, jedoch Brand im höheren Temperaturbereich c) Zerkleinerung: Mittels herkömmlicher Brecher mit Überkornrückführung d) Hydrophobierung: Mittels dosierter Besprühung des gebrochenen Gutes mit Kohlenwasserstoffen
Zum besseren Verständnis des erfϊndungsgemäßen Misch-Produktes und der Vorgehens- weise zur Herstellung desselben sind einige Pulverdiffraktogramme beigefugt. Es wurde dabei jeweils eine Probe vor der Behandlung und eine Probe nach der Behandlung analysiert, um die jeweiligen chemischen Umsetzungen darzustellen, die im Wesentlichen oben beschrieben wurden. Die jeweiligen Messergebnisse der Pulverdiffraktrometrie sind den Diagrammen beigefugt.
Folgende Ausgangsstoffe ergeben dabei das erfindungsgemäße Misch-Produkt:
Ausgangsstoff: Misch-Produkt:
Figur 2 Figur 3
Figur 4 Figur 5
Figur 6 Figur 7
Figur 8 Figur 9
Figur 10 Figur 11
Figur 12 Figur 13
Figur 14 Figur 15
Figur 16 Figur 17
Figur 18 Figur 19
Figur 20 Figur 21
Figur 22 Figur 23
Figur 24 Figur 25
Figur 26 Figur 27
Figur 28 Figur 29