Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Möbelindustrie. Sie betrifft eine
stufenlos höhenverstellbare Standsäule für Sitzmöbel, welche in einem
Führungsrohr mittels einer Gasfeder teleskopartig verschiebbar und
blockierbar ist.
Stand der Technik
Es ist bekannt, zur Höhenverstellung von Sitzmöbeln blockierbare Gasfedern
einzusetzen. Gasfedern sind hydropneumatische Verstellelemente, welche
aus einem Druckrohr mit zwei Kammern, einer Kolbenstange mit Kolben
sowie geeigneten Anschlüssen bestehen. Sie sind mit komprimiertem
Stickstoff gefüllt und besitzen zum Gasaustausch zwischen den beiden durch
den Kolben getrennten Kammern eine Bohrung, welche durch ein Ventil
geschlossen werden kann. Derartige Gasfedern sind stufenlos
höhenverstellbar und können in jeder gewünschten Höhenlage durch
Schliessung des Ventils blockiert und damit festgestellt werden. Durch die
Kompressibilität des Gases ergibt sich bei geschlossenem Ventil eine
Federwirkung. Daher wird beim Setzen eines Benutzers auf das Sitzmöbel
durch das vorhanden Gaspolster eine Einfederung ermöglicht. Die
Federkennlinie ist flach. Nachteilig ist aber ein grosser Kraftaufwand, der zum
Auslösen der Blockierung erforderlich ist. Dieser hohe Kraftaufwand verringert
den Komfort und genügt den heutigen hohen ergonomischen Anforderungen
nicht mehr.
In DE 40 32 398 A1 wird deshalb vorgeschlagen, zur Betätigung der
Blockierung einer Stelleinrichtung, insbesondere einer Gasfeder, bei einem
Sitzmöbel eine integrierte Energiequelle zu benutzen. Dazu ist das mit
mindestens zwei bei Benutzung relativ zueinander beweglichen
Konstruktionsteilen versehene Sitzmöbel mit einer Fluidenpumpeinrichtung
kombiniert, die der Gasfeder zugeordnet ist. Die Pumpeinrichtung ist durch
die Relativbewegung der Konstruktionsteile antreibbar, wobei diese
Fluidenpumpeinrichtung mit einem Fluidendruckspeicher verbunden ist und
dieser als Energiequelle für einen am Sitzmöbel angebrachten
Energieverbraucher vorgesehen ist. Die Fluidenpumpeinrichtung umfasst
einen Pumpzylinder, einen in diesem Pumpzylinder beweglichen Pumpkolben
und eine den Pumpkolben gegenüber dem Pumpzylinder in eine
Bewegungsrichtung vorspannende Rückstellfeder.
Mit dieser Lösung kann nachteilig kein optimales Feder- und Hubverhalten
erreicht werden. Der Federweg ist begrenzt und die unterste Sitztiefe ist nicht
einstellbar, so dass der Sitz nicht tief einfedern kann. Es ergeben sich
dadurch Beschränkungen hinsichtlich der Baufreiheit. Ausserdem ist die
gesamte Einrichtung verkantungsanfällig, da nur eine Feder in einem einzigen
Führungsblock geführt wird. Da der Führungsblock bei den verkauften
Sitzmöbeln dieses Typs aus Kunststoff gefertigt ist, kommen als weitere
Nachteile eine große Verstaubungsanfälligkeit und eine erhöhte
Verklemmungsgefahr hinzu.
In DE 42 40 834 A1 wird zur Verbesserung der Tiefenfederung einer stufenlos
verstellbaren Hubvorrichtung für Möbel vorgeschlagen, eine zusätzliche
Gleitbüchse zwischen der Säule und dem eine Führungsbüchse für den
Zylinder der Gasfeder aufweisendem Teleskoprohr anzuordnen, wobei das
Teleskoprohr axial verschiebbar in der Gleitbüchse angeordnet ist und von
einer Schraubenfeder umgeben ist. Die Hülse dient der Federführung und der
Kraftübertragung von der Mittelsäule auf die Feder. Auch bei dieser Lösung
lässt der Sitzkomfort zu wünschen übrig. Die unterste Sitztiefe ist nicht
einstellbar.
Schließlich ist aus EP 0 151 899 B1 eine höhenverstellbare Standsäule für
Sitzmöbel bekannt, welche ein in einem Führungsrohr teleskopartig
verschiebbares Spindelrohr aufweist, an dessen unterem Ende Rastsegmente
eingehängt sind, welche durch einen darin auf und ab bewegbaren Rastkonus
aufspreizbar sind. Die Rastsegmente werden außen von einer Ringfeder
umfasst, die der Spreizkraft des Rastkonus entgegenwirkt. Im Inneren des
Führungsrohres sind aufeinanderfolgend ringförmige Nuten vorgesehen, in
welche die Ringfeder einrastet. Mit dieser Konstruktion kann in einfacher und
robuster Weise eine feinstufige Höhenverstellung vorgenommen werden. Im
Sinne eines Baukastensystems ist sie zu komfortableren Varianten mit
Gewichtsausgleichsfedern (Gasfedern) aufbaubar, wobei die letztere Lösung
aber aufgrund der vielen Bauteile einerseits relativ teuer und anderseits
aufgrund des einzigen Führungsrohres relativ verkantungsanfällig ist. Da die
Kolbenstange der Gasfeder bei dieser Ausführung am unteren Ende des
Führungsrohres befestigt ist, fehlt hier eine gewisse Tiefenfederung.
Außerdem ist diese bekannte technische Lösung wegen ihres benötigten
Mindesthöhenmaßes nur beschränkt einsetzbar bei Sitzmöbeln mit Fußkreuz
(Hochfuß).
Darstellung der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, die genannten Nachteile des Standes der Technik zu
vermeiden. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine stufenlos
höhenverstellbare, vorzugsweise drehbare Standsäule für Sitzmöbel zu
schaffen, welche sich durch ein optimales Feder- und Hubverhalten und damit
durch ein Höchstmass an Sitzkomfort, auszeichnet. Die Standsäule soll nicht
verkantungsanfällig sein, auch für Sitzmöbel mit Fußkreuzen, insbesondere
mit Hochfuß, gut einsetzbar sein und möglichst preisgünstiger sein als
bekannte Lösungen auf dem Markt.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe bei einer stufenlos höhenverstellbaren
Standsäule für Sitzmöbel mit einem Sitzträger, mit einer den Sitzträger
tragenden blockierbaren Gasfeder, welche in einem zylindrischen
Führungsrohr teleskopartig verschiebbar angeordnet ist und mit einem das
Führungsrohr umgebenden Standrohr, wobei am oberen und am unteren
Ende des Standrohres an seiner Innenseite eine obere und eine untere
Führung angeordnet sind und im Bereich zwischen der oberen und der
unteren Führung eine Druckfeder angeordnet ist, dadurch gelöst, dass das
Standrohr in Längsrichtung in seinen beiden Endbereichen zylindrisch und
dazwischen konisch ausgebildet ist, und dass das Führungsrohr an seinem
unteren Ende einen mit einer Öffnung versehenen Boden als Abstützscheibe
für die Gasfeder aufweist und im Bereich seines oberen Endes einen sich
nach aussen erstreckenden Kragen zur Halterung der Druckfeder aufweist.
Der Kragen kann beispielweise gekröpft oder angeschweisst sein.
Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass ein optimales Feder- und
Hubverhalten realisiert wird. Da sich die Gasfeder über die Abstützscheibe am
Führungsrohr nur abstützt und nicht fest verankert ist, wird eine zusätzliche
Tiefenfederung realisiert. Durch die beiden Führungen wird ein Verkanten der
Säule während des Verlängerungsvorganges zuverlässig verhindert.
Weiterhin ist es zweckmässig, wenn das Führungsrohr kürzer als das
Standrohr ist, wobei es nur eine solche Länge aufweist, dass es oben nicht
über den Bereich der Druckfeder hinausreicht, und wobei der Kragen das
obere Ende des Führungsrohres bildet und die obere Führung in
Längsrichtung zwischen dem Kragen und dem oberen Ende des Standrohres
und in Umfangsrichtung zwischen der Gasfeder und dem Standrohr
angeordnet ist.
Das hat den Vorteil, dass das Führungsrohr immer von oberer und unterer
Führung geführt wird und somit kein Verkanten möglich ist. Außerdem ist in
der höchsten, d. h. der ausgefahrenen Stellung der Gasfeder immer eine
größere Rohrüberdeckung im Führungsrohr vorhanden. Das Führungsrohr
taucht nur bis zur oberen Führung ein, wenn die Druckfeder auf Block ist.
Weiterhin kann es vorteilhaft sein, wenn das Führungsrohr länger als das
Standrohr ist und oben signifikant über den Bereich der Druckfeder
hinausreicht, wobei -der Kragen mit Abstand vom oberen Ende des
Führungsrohres angeordnet ist, die obere Führung in Längsrichtung zwischen
dem Kragen und dem oberen Ende des Standrohres und in Umfangsrichtung
zwischen dem Führungsrohr und dem Standrohr angeordnet ist und die
Kragenabstützung in die obere Führung eintaucht. Wenn der Abstützrand des
Kragens nach oben zeigt, kann die Druckfeder direkt auf dem Führungsrohr
radial geführt werden. Weiterhin kann die Baugrösse bzw. der Durchmesser
der Feder minimiert werden, wenn der Führungsrand in das untere Ende der
oberen Führung ragt.
Die obere Führung kann mittels verschiedener an sich bekannter
Befestigungsarten, beispielsweise einer Clipbefestigung, einer
Schraubenverbindung oder einer Bördelverbindung mit Schweissverbindung
fixiert sein. Alternativ kann die obere Führung auch durch Umbördelung des
Standrohres fixiert sein.
Weiterhin ist mit Vorteil das Führungsrohr in einem Axiallager drehbar
gelagert, wobei das Axiallager vorzugsweise ein Doppelschalenlager ist und
spezielle Trockenlaufschmiereigenschaften aufweist.
Schliesslich ist es vorteilhaft, wenn die obere und untere Führung aus einem
Führungsträger und einer eingelegten Führung aus einem Lagerwerkstoff
bestehen, weil dann besonders gute Führungseigenschaften erzielt werden
und diese Lösung kostengünstig ist.
Die erfindungsgemässe verstellbare Standsäule kann gegen bestehende, am
Markt käuflich zu erwerbende Säulen einfach ausgetauscht werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung der erfindungsgemässen Standsäule
in einer ersten Ausführungsvariante;
- Fig. 2
- einen Teillängsschnitt der in Fig. 1 dargestellten Standsäule im
zusammengebauten Zustand;
- Fig.3
- einen Teillängsschnitt der Standsäule in einem zweiten
Ausführungsbeispiel, geeignet für einen Flachfuß;
- Fig.4
- einen Teillängsschnitt der Standsäule in einem dritten
Ausführungsbeispiel, geeignet für einen Hochfuß; .
- Fig.5
- einen Teillängsschnitt der Standsäule in einem vierten
Ausführungsbeispiel und
- Fig. 6
- einen Querschnitt im Bereich der oberen Führung entlang der
Linie VI-VI in Fig. 2.
In den Figuren sind jeweils gleiche Positionen mit den gleichen
Bezugszeichen versehen. Es sind nur die für die Erfindung relevanten
Bauteile dargestellt.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Nachfolgend wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele und
der Fig. 1 bis 6 näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Explosionsdarstellung der erfindungsgemässen
Standsäule 1 für ein Sitzmöbel, beispielsweise einen Bürodrehstuhl, in einer
ersten Ausführungsvariante.
Die Standsäule 1 besteht gemäss Fig. 1 aus den folgenden Bauteilen: Einer
blockierbaren Gasfeder 2 mit einem Druckrohr 24, einem Kolben mit
Kolbenstange 25 und einem Axiallager und Puffer 14 für die Gasfeder 2, einer
oberen Führung 4 mit einer Führungsbefestigung 5, einem Führungsrohr 3 mit
einem Kragen 8 und einem mit einer Öffnung versehenen Boden 23, einer
Sicherung 10 für die Gasfeder 2, einer Druckfeder 6, welche die zentrale
Sitzfeder ist, einem Axiallager 9, einer unteren Führung 13, einem Standrohr
7, welches an seinem oberen und unteren Endbereich zylindrisch ausgebildet
ist und zwischen den zylindrischen Teilen 7a und 7c einen Konus 7b aufweist,
einer Aufnahme 11 (Aufnahmering) für einen Faltenbalg 12 und dem
Faltenbalg 12 selbst.
Fig. 2 zeigt einen Teillängsschnitt der in Fig. 1 dargestellten Standsäule 1 im
zusammengebauten Zustand, wobei hier wie auch in den Fig. 3 bis Fig. 5 nur
die rechte Seite der Standsäule 1 detailliert dargestellt ist. Die linke Seite ist
jeweils spiegelbildlich ausgebildet. Der Boden, auf dem das Sitzmöbel steht,
ist mit der unteren Geraden dargestellt. Die hier abgebildete Standsäule 1 ist
zum Zusammenbau mit einem in Fig. 1 nicht dargestellten Flachfuß geeignet.
Im unteren Teilbild von Fig. 2 ist die gesamte Standsäule 1 für das Sitzmöbel
dargestellt, die Verbindung mit dem Sitzträger 19 ist schematisch im oberen
Teilbild von Fig. 2 angedeutet.
Äusserlich sichtbar ist vor allem das Standrohr 7 der Standsäule 1. Das
Standrohr 7 weist in Längsrichtung an seinem unteren und oberen Bereich
jeweils einen zylindrischen Teil 7a und 7c auf, während der dazwischen
liegenden Teil als Konus 7b ausgebildet ist. Unten ist das Standrohr 7 von
einem Boden begrenzt, welcher in einem Fuß angeordnet ist. Da der
zylindrische untere Teil 7a des Standrohres 7 nur relativ kurz ist, ist die
Ausführung gemäss Fig. 2 für einen Flachfuß geeignet. In Längsrichtung ist in
der Mitte des Standrohres 7 die blockierbare Gasfeder 2 angeordnet, welche
das Standrohr 7 an seinem oberen Ende überragt.
Die Gasfeder 2 ist eine übliche aus dem Stand der Technik bekannte
blockierbare Gasfeder, welche käuflich erworben werden kann und wie bereits
oben beschrieben im wesentlichen aus dem zwei Kammern aufweisenden
Druckrohr 24 und dem Kolben mit Kolbestange 25 besteht. Die Gasfeder 2 ist
im Führungsrohr 3 angeordnet und in Längsrichtung zumindest teilweise von
diesem Führungsrohr 3 umgeben.
Das Führungsrohr 3 ragt in diesem Ausführungsbeispiel oben aus dem
Standrohr 7 hervor, ist also signifikant länger als das Standrohr 7 und als die
Druckfeder 6. Es besitzt an seinem unteren Ende einen eine Öffnung für die
Kolbenstange 25 der Gasfeder 2 aufweisenden Boden 23. Dieser dient als
Abstützscheibe für die Gasfeder 2 und gewährleistet eine zusätzliche
Tiefenfederung der Standsäule 1 im Vergleich zu einer sonst üblichen fest
fixierten Gasfeder. Weiterhin sind in diesem Bereich die Sicherung 10 für die
Gasfeder und das Axiallager und Puffer 14 für die Gasfeder 2 angeordnet.
Mit dem Führungsrohr 3 fest verbunden ist der sich nach aussen
erstreckenden Kragen 8, welcher als Federhalter dient. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist dieser im oberen Teil des Führungsrohres 3, mit
einem gewissen Abstand vom oberen Ende des Führungsrohres 3,
angeschweisst. Die Kragenabstützung taucht in die obere Führung 4 ein. Der
Abstützrand des Kragens 8 zeigt nach oben. Somit kann die Druckfeder 6
direkt auf dem Führungsrohr 3 radial geführt werden.
Der Führungsrand ragt in das untere Ende der oberen Führung 4 ein.
Baugrösse/Durchmesser der Feder 6 kann minimiert werden.
Gegenüber der aus EP 0 151 899 B1 bekannten technischen Lösung ergeben
sich fertigungstechnische Vorteile für den Kragen 8 bezüglich der Befestigung
am Führungsrohr 3, da die Schweissnähte auf Druck beansprucht werden.
Am oberen und am unteren Ende des Standrohres 7 sind an seiner
Innenseite mittels einer Führungsbefestigung 5 die obere Führung 4 und die
untere Führung 13 angeordnet. Durch diese doppelte Führung wird ein
Verkanten bei Betätigung der Gasfeder 2 sicher vermieden.
Im Bereich zwischen der oberen Führung 4 und der unteren Führung 13 ist
die Druckfeder 6, welche als zentrale Sitzfeder wirkt, angeordnet. Die
Druckfeder 6 wird durch den an ihrem oberen Ende am Führungsrohr 3
angeschweissten Kragen 8 beaufschlagt. Am unteren Ende der Druckfeder 6,
ist zwischen ihr und der unteren Führung 13 ein Axiallager 9 angeordnet. Das
Axiallager 9 ist ein Doppelschalenlager und weist mit Vorteil spezielle
Trockenlaufschmiereigenschaften auf.
Weiterhin sind in der Fig. 2 gut die am Boden des Standrohres 7 angebrachte
Aufnahme 11 des Faltenbalges 12 und der darin eingehängte Faltenbalg 12
zu erkennen. Dieser dient als Schmutzfänger und verhindert somit ein
Verschmutzen des Bodens. Es wird ein störungsfreier Betrieb gewährleistet.
Die Axiallager 9 und 14 können sich konkurrierend drehen. Durch diese
Anordnung wird in jeder Sitzhöhe eine optimale Drehung möglich. Die
Kolbenstange 25 der Gasfeder 2 muss keine Drehbewegungen ausgleichen.
Die Gasfeder 2 ist im Führungsrohr 3 frei drehend angeordnet, damit keine
Verschleissteile zur Dreharretierung notwendig werden.
Der obere Teil von Fig. 2 zeigt andeutungsweise einen Zustand, bei durch
Betätigen der Gasfeder 2 (Entblockierung) die Gasfeder 2 weiter nach oben
geschoben und somit die Standsäule 1 des Sitzmöbels teleskopartig erhöht
ist, d.h. die Sitzhöhe vergrössert ist.
Die Vorteile dieser erfindungsgemässen Lösung bestehen darin, dass ein
optimales Feder- und Hubverhalten realisiert wird. Da sich die Gasfeder über
die Abstützscheibe am Führungsrohr nur abstützt und nicht fest verankert ist,
wird eine zusätzliche Tiefenfederung realisiert. Durch die beiden Führungen
wird ein Verkanten der Säule während des Verlängerungsvorganges
zuverlässig verhindert. Außerdem ist die Standsäule wesentlich billiger als z.
B. die aus EP 0 151 899 B1 bekannte Standsäule, da auf die dort offenbarte
aufwendige Rastmechanik mit vielen Einzelteilen, beispielsweise das
Spindelrohr und die Rastsegmente, verzichtet werden kann. Durch die
geringere Anzahl von Bauteilen wird vorteilhaft auch weniger Reibung
verursacht, was sich in einer längeren Lebensdauer des Sitzmöbels vorteilhaft
bemerkbar macht.
In Fig. 3 ist in einem Längsschnitt der Standsäule 1 ein zweites
Ausführungsbeispiel dargestellt, welches ebenfalls für ein Sitzmöbel mit
einem Flachfuß geeignet ist.
Es werden lediglich die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2
beschrieben. Diese bestehen in der Ausgestaltung des Führungsrohres 3 mit
dem Kragen 8 und der oberen Führung 4 bzw. unteren Führung 13.
Die Ausführungsvariante gemäss Fig. 3 hat ein in etwa s-förmig ausgebildetes
Führungsrohr 3, welches kürzer als das Standrohr 7 ist, wobei es nur eine
solche Länge L aufweist, dass es oben nicht über den Bereich der Druckfeder
6 hinausreicht. Der nach aussen gerichtete Kragen 8 bildet hier das obere
Ende des Führungsrohres 3. Der Kragen 8 beaufschlagt auch hier die
Druckfeder 6. Die Feder 6 führt das Rohr 3. Die obere Führung 4 ist in
Längsrichtung zwischen dem Kragen 8 und dem oberen Ende des
Standrohres 7 und in Umfangsrichtung zwischen der Gasfeder 2 und dem
Standrohr 7 angeordnet. Im Unterschied zum Beispiel gemäss Fig. 2
bestehen die untere und die obere Führung 13, 4 hier aus einem
Führungsträger 21 und einer darin eingelegten dünnen Führung 20, welche
aus einem speziellen Lagerwerkstoff besteht. Damit werden besonders gute
Führungseigenschaften erzielt.
Die in Fig. 4 dargestellte erfindungsgemässe Variante unterscheidet sich von
der in Fig. 3 dargestellten Variante lediglich dadurch, dass der untere
zylindrische Teil 7a des Standrohres 7 wesentlich länger ausgebildet ist.
Damit kann auf einfache Weise ein Einsatz dieser Standsäule für einen
Hochfuß realisiert werden. Auch mit dieser Lösung werden die oben
beschriebenen Vorteile erzielt.
Bei dem in Fig. 5 dargestellten vierten Ausführungsbeispiel sind im
Unterschied zu Fig. 4 die obere und die untere Führung 4, 13 wie im ersten
Ausführungsbeispiel (siehe Fig. 2) ausgebildet. Zusätzlich ist die obere
Führung 4 mit einer Umbördelung 18 versehen, was vorteilhaft einen guten
Halt der Führung 4 während der Beaufschlagung der Gasfeder 2 bedingt.
Eine Alternative ist die Führung 4 mit Hilfe einer Schweissverbindung 15
einzuschweissen.
Schliesslich ist in Fig. 6 ein Querschnitt im Bereich der oberen Führung
entlang der Linie VI-VI in Fig. 2 dargestellt. Es sind verschiedene weitere
Möglichkeiten der Führungsbefestigung 5 aufgezeigt. So kann die obere
Führung 4 beispielsweise mittels einer Clipbefestigung 17 (siehe oberer Teil
von Fig. 6) oder mittels einer Schraube 16 (siehe unterer Teil von Fig. 6)
fixiert sein.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die beschriebenen
Ausführungsbeispiele beschränkt. So kann beispielsweise der Faltenbalg 12
direkt, d. h. ohne die separate Aufnahme 11, in das Standrohr 7 montiert sein.
Die untere Führung 13 weist dann zu diesem Zwecke am unteren Ende eine
Ausnehmung für den Faltenbalg 12 auf.
Die erfindungsgemässe verstellbare Standsäule 1 kann problemlos gegen
bestehende, am Markt käuflich zu erwerbende Säulen ausgetauscht werden.
Sie ist sowohl für Flach- als auch für Hochfüße durch Austausch des
Standrohres 7 (Lageverschiebung des Aufnahmekonus) realisiert werden.
Durch Lösen der Sicherung 10 kann die Gasfeder 2 einfach ausgetauscht
werden
Des weiteren ist eine rationelle Höhenabstimmung der unterschiedlich hohen
Sitzträger 19 durch unterschiedlich lange Gasfedern 2 und bei Beibehaltung
der umgebenden Säule realisierbar.
Über alle Sitzhöhen ist der gleiche Federkomfort durch die Druckfeder 6
gegeben. Außerdem ist die Absitzdämpfung sehr hoch aufgrund der
Doppelfederung von Gasfeder 2 und Druckfeder 6, jedoch ohne
Schwingeffekt durch die blockierbare Gasfeder 2. Dies wirkt sich vorteilhaft
auf die Wirbelsäule eines Sitzmöbelbenutzers aus
Bezugszeichenliste
- 1
- Standsäule
- 2
- Gasfeder
- 3
- Führungsrohr
- 4
- obere Führung
- 5
- Führungsbefestigung
- 6
- Druckfeder (zentrale Sitzfeder)
- 7
- Standrohr
- 7a,7c
- zylindrischer Teil des Standrohres
- 7b
- Konus des Standrohres
- 8
- Kragen / Federhalter
- 9
- Axiallager
- 10
- Sicherung für Gasfeder
- 11
- Aufnahme für Faltenbalg
- 12
- Faltenbalg
- 13
- untere Führung
- 14
- Axiallager und Puffer der Gasfeder
- 15
- Schweissverbindung
- 16
- Schraube
- 17
- Clipbefestigung
- 18
- Umbördelung
- 19
- Sitzträger
- 20
- Führung
- 21
- Führungsträger
- 22
- Lagerwerkstoff
- 23
- Boden mit Öffnung des Führungsrohres
- 24
- Druckrohr des Gasfeder
- 25
- Kolbenstange der Gasfeder
- L
- Länge des Führungsrohres