DEH0014125MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 13. Oktober 1952 Bekanntgemacht am 21. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Tunnelöfen, die eine Vorwärmzone!, eine Heizoder Glühzone und eine Kühlzone aufweisen, durch
welche das Gut auf Wagen hindurchbewegt wird, · werden unter anderem so' betrieben, daß aus seitlieh
liegenden Verbrennungskammern nur ausgebrannte Gase in den eigentlichen Erhitzungsraum
eintreten.
In dem Bestreben, in den einzelnen Querschnitten der Heizzone des Tunnelofens unten und oben eine
möglichst gleiche Temperatur des Behandlungsgutes zu erreichen, ist schon vorgeschlagen worden, bei
einem Tunnelofen mit seitlich vom Erhitzungsraum längs der Seiten der Heizzone angeordneten Verbrennungskammern,
aus denen ausgebrannte Gase dem eigentlichen Erhitzungsraum zugeführt werden, in diesen Verbrennungskammern nur untere ,
und obere Austrittsöffnungen vorzusehen, wobei die unteren Äustrittsöffnungen seitlich in den Behandlungsraum
münden, während die oberen Austrittsöffnungen in einen durch Überhöhungen der Wände
abgegrenzten Raum münden, aus dem die Gase am Gewölbe austreten und auf das in dem Behandlungsraum
befindliche Gut von oben auftre'ffen. Bei bekannten Öfen sind weiterhin die unteren seitlich in
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den Erhitzungsraum mündenden Austri'ttsöffnungen . sowie die oberen Austrittsöffnungen regelbar gemacht.
Derartige Tunnelöfen haben sich im allgemeinen bewährt; es würde jedoch gefunden, daß im
Behandlungsraum eine genaue Angleichung an die gewünschte Temperatur oben und unten in einem
Ofenquerschnitt insbesondere auf dem ansteigenden Ast der Temperaturkurve praktisch nicht erreicht
wurde. Eine Erhöhung der Temperatur durch entsprechende Regelung der Brennerflamme hatte zwar
ein Ansteigen der Temperatur unten im Behandlungsraum zur Folge, zugleich ergab sich aber ein
noch stärkerer Temperaturanstieg oben im Behandlungsraum, weil die heißeren Teile der Gase infolge
des natürlichen Auftriebs sich nach oben bewegten, während die Gase unten eine zu niedrige Temperatur
auf wiesen, wenn der obere Schieber geöffnet war. Andererseits kann der Temperaturanstieg
unten im Behandlungsraum stärker werden als oben, wenn die oberen Schieber geschlossen sind.
Es hat sich daher als Nachteil herausgestellt, daß insbesondere auf dem ansteigenden Ast der Temperaturkurve
das zu behandelnde Gut entweder unten zu wenig und oben richtig erhitzt wurde bzw.
unten richtig erhitzt, aber oben zu stark erhitzt wurde. Dies ist insbesondere bei empfindlichen
Waren, z. B. keramischen Platten, ein schwerwiegender Nachteil.
Es ist ferner ein Tunnelofen bekannt, bei dem von seitlichen, übereinander angeordneten Brennern
je eine getrennte Leitung zum Eintritt der Brenngase unten in den Behandlungsraum und oben in
den Behandlungsraum vorgesehen ist.
Bei diesem bekannten Ofen sind aber keine Vorverbrennungskammern vorgesehen, aus denen ausgebrannte
Gase in das Ofeninnere eintreten. Bei dem bekannten Ofen schlagen entweder die Flammen
aus den Brennern unmittelbar in den eigentlichen Behandlungsraum hinein, oder ein erheblicher Teil
unverbrannter bzw. nicht ausgebrannter Gase gelangt in den Ofenraum hinein.
Der Hauptzweck der Erfindung besteht darin, bei Tunnelofen, bei welchen die Heizgase teils im
Bereich der Wagenplattform, teils im Bereich der Ofendecke durch Austrittsöffnungen, die mit je
• einem für sich regelbaren Brenner verbunden sind, in den Brennraum einströmen, eine bessere Angleichung
der Temperatur in einem Ofenquerschnitt oben und unten zu verwirklichen, so1 daß über dem
ganzen Ofenquerschnitt praktisch die gleiche Temperatur herrscht.
Ein weiterer Zweck der Erfindung besteht darin, bei Tunnelofen eine beliebige und gewünschte Zusammensetzung
von aus einer Brennkammer in den Behandlungsraum eines Tunnelofens eintretenden
Gasen zu erhalten.
Weitere Untersuchungen haben gezeigt, daß bei theoretisch gleicher Temperatur unten und oben im
Ofenquerschnitt eines Tunnelofens in der Mitte des gleichen Querschnittes eine niedrigere Temperatur
vorhanden sein kann, und dies ergibt sich insbesondere daraus, daß sowohl die in den Behandlungsraum
unten seitlich eintretenden als auch die oben eintretenden Gase einen Teil ihrer Wärme an
das zu behandelnde Gut abgeben, sobald sie mit diesem in Berührung gelangen.
Ein weiterer Zweck der Erfindung besteht daher darin, diesen möglichen Temperaturunterschied in
den mittleren Bereichen in ein und demselben Ofenquerschnitt zu beseitigen. .
Bei einem Tunnelofen, bei welchem die Heizgase teils im Bereich der Wagenplattform, teils im Bereich
der Ofendecke durch Austrittsöffnungen, die mit je einem für sich regelbaren Brenner verbunden
sind, in den Brennraum einströmen, sind gemäß der Erfindung zwischen den beiden Brennern und den
Austrittsöffnungen Verbrennungskammern vorgesehen, die übereinander/liegen und in denen die
Brenngase vollständig ausbrennen, so daß nur vollständig ausgebrannte Heizgase mit dem Brenngut
in Berührung kommen.
Gemäß einer praktischen Ausführungsform der Erfindung kann mit den Vorverbrennungskammern
mindestens je eine weitere Leitung in Verbindung stehen, mittels welcher Zusätze, wie Gas, Dampf,
Luft, inerte Gase usw., regelbar zugeführt werden können, so daß sich im Innern des Ofens jeder gewünschte
Betriebszustand verwirklichen läßt und dabei eine gewünschte Feinstregelung des jeweiligen
Gaszustandes unten und oben im Verbrennungsraum herbeigeführt werden kann.
Die Erfindung hat gegenüber den bekannten Ausführungen mit nur einer jeweils seitlich des Erhitzungsraumes
angeordneten Brennkammer für die unten und oben austretenden Gase insbesondere den
Vorteil, daß infolge der unabhängigen Regelung der unten und oben in den Behandlungsraum eintretenden
Gase eine genaue Temperaturregelung erzielt werden kann, so daß je Ofenquerschnitt gesehen
unten und oben praktisch die gleiche Temperatur vorhanden ist. Dies .wirkt sich besonders günstig
bei solchem Brenngut aus, das gegen Temperaturschwankungen empfindlich ist, wie z. B. beim
Brennen von grobkörnigen Erzeugnissen, z. B. Wand- oder Fußbodenplatten usw., da dadurch
einerseits eine Gleichmäßigkeit in der Farbe des fertigen Gutes gewährleistet wird, andererseits aber
auch ein einseitiges Schwinden infolge örtlicher Überhitzung ausgeschaltet wird, so daß auch in der
Form des Gutes die gewünschte Gleichmäßigkeit erreicht wird.
Durch die Erfindung wird weiterhin der Vorteil
erreicht, daß infolge der gleichmäßigen Temperatur oben und unten im Erhitzungsraum die Leistung des
Ofens gesteigert werden kann, so daß es damit möglich ist, bei bereits vorhandenen Öfen durch
Einbau der Erfindung in der Zeiteinheit eine größere Leistung zu erzielen oder bei einer gegebenen
Leistung für Ofenneubauten eine Verkürzung des Ofens mit Verkleinerung der Querschnitte
vorzunehmen.
Um auch in mittleren Bereichen eines Warenstapels eine gleiche Temperatur unten und oben zu
erreichen, falls durch Wärmeabgabe an die Ware die Temperatur in der Mitte etwas abgesunken sein
sollte, können gemäß der Erfindung Teile der Ofen-
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wand in diesen Bereichen stärker erwärmt werden als andere Teile der Ofenwand, so daß durch erhöhte
Wärmeabstrahlung von der Seite her die gewünschte gleiche Temperatur auch in mittleren Bereichen
des Ofenquerschnitts erreicht wird.
Gemäß einer praktischen Ausführungsform der Erfindung können zur Erzeugung einer örtlichen
Mehrerwärmung der Ofenwandung die Gase in den Verbrennungskammern nutzbar gemacht werden.
ίο Zu diesem Zweck kann man bei übereinander angeordneten
Verbrennungskammern an der Seite des Erhitzungsraumes die Gaseinführung bzw. -einführungen
für die untere Brennkammer unmittelbar unterhalb der Decke dieser Kammer anordnen, und
die Gaseinführung bzw. -einführungen für die darüber befindliche zweite Verbrennungskammer
unmittelbar oder in der Nähe ihres Bodens vorsehen, so daß die Brenngase ihre Strahlen unmittelbar
auf die entsprechenden Teile der Innenwandungen dieser Verbrennungskammern bzw. die
mittleren Teile der Wandung des Erhitzungsraumes richten, die dann durch. Wärmeabstrahlung im mittleren
Bereich des Warenstapels den gewünschten vollständigen Temperaturausgleich gewährleistet.
Für die Durchführung der Erfindung können beliebige und gewünschte Brennstoffe in fester,
flüssiger oder gasförmiger Form verwendet werden. Die bei einem Ofen gemäß der Erfindung zu verwendenden
Wagen sind vorzugsweise so aus-
'30 gebildet, daß ihre Brenngasleitungen mit den seitlichen
Eintrittsöffnungen für die aus den unteren Verbrennungskammern austretenden Heizgase in
gleicher Höhe liegen, und sie sind vorzugsweise in unmittelbarer Nähe dieser Austrittsöffnungen angeordnet.
Die in den Wagen vorgesehenen Leitungen stehen mit nach oben gehenden Leitungen in Verbindung,
so daß auf ihrer Wagenplattform befindliche Ware möglichst gleichmäßig von diesen Gasen
bespült wird.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise und schematisch dargestellt.
Es bezeichnet 1 allgemein einen Ofenquerschnitt, in dessen Behandlungsraum 2 ein mit 3 bezeichneter
Wagen mit Plattform angeordnet ist, auf dem sich das zu behandelnde. Gut 4, z. B. zu brennende oder
zu glühende Ware (strichpunktiert angedeutet), befindet. Seitlich des Ofenraumes 2 sind übereinander
zwei Verbrennungskammern 5 und. 6 angeordnet, deren Innenwandungen einen Teil der Wandung
des inneren Ofenraumes 2 bilden können oder die getrennt von diesen ausgeführt sein können, wie es
beispielsweise in der deutschen Patentschrift 745 553 im einzelnen angegeben ist. Die beiden
Verbrennungskammern S und 6 sind unabhängig voneinander, und ihnen, werden durch Öffnungen 7
und 8 Brenngase zugeführt. Die obere Verbrennungskammer 5 weist eine oder mehrere obere Austrittsleitungen
9 auf, deren Öffnungen durch beliebige und zweckentsprechende Mittel, beispielsweise
durch von außen zugängliche Schiebersteine 10, geregelt werden können. Oberhalb dieser Austrittsöffnungen
9 befindet sich eine Vorkammer 11, welche durch eine Verlängerung 12 der inneren
Seitenwandiung der oberen Verbrennungskammer 5 oder der Ofenwand gebildet ist und welche mit
einer oder mehreren Austrittsöffnungen 13 versehen ist, so daß aus der Verbrennungskammer 5
austretende Gase in den Raum 11 zunächst einen Teil ihrer Strömungsgeschwindigkeit verlieren und
dann gegen die Decke des eigentlichen Heizraumes stoßen und von oben her gleichmäßig das Behandlungsgut
4 bestreichen.
Die untere Verbrennungskammer 6 ist mit einer oder mehreren seitlichen unteren Austrittsöffnungen
14 versehen, die durch zweckentsprechende Mittel, z. B. durch einen bei 15 angedeuteten und
von außerhalb zugänglichen Schieberstein regelbar sind. Die aus diesen unteren Austrittsöffnungen 14
austretenden ausgebrannten Gase treten in eine oder mehrere waagerechte Leitungen 16 des
Wagens 3 ein, aus der bzw. denen die Heizgase durch nicht dargestellte, nach oben gehende Öffnungen
strömen und die Ware 4 umspülen können.
Wie in der Zeichnung angedeutet, treten die Heizgase in den oberen Brennraum 5 nahe an dessen
Boden und in den Raum 6 nahe an dessen Decke ein, so daß die Heizgase zunächst auf die
inneren Brennkammerwandungen bzw. die Wandung des inneren Ofenraumes 2 t reff en und dort
eine örtlich höhere Erwärmung hervorrufen, welche als Wärmestrahlung für die mittleren Bereiche des
zu behandelnden Gutes zu dem oben genannten Zweck nutzbar gemacht wird.
Gegebenenfalls können die Innenwandungen der Verbrennungskammern 5 und 6 oder Teile dieser
Wandungen aus einem wärmeleitenden Material, z. B. Metall, bestehen, wie dies bei 17 und 18 angedeutet
ist.
Die Heizgase können durch die Leitungen 7 bzw. 8 von einem oder mehreren Brennern regelbar
zugeführt werden, so daß jeweils die Heizgasmenge bzw. deren Temperatur in der einen Verbrennungskammer
vollständig unabhängig von der Menge bzw. Temperatur in der anderen · Verbrennungskammer
geregelt werden kann.
Die Verbrennungskammern 5 bzw. 6 können über eine gewünschte Länge in der Heizzone des Ofens
auf beiden Seiten gleichmäßig verteilt angeordnet sein.
Gewünschtenfalls kann eine Mehrzahl von übereinanderliegenden unabhängigen Verbrennungskammern
über die Länge der Heizzone verteilt sein, um eine gewünschte Regelung der Temperaturkurve
über den gesamten Bereich der Heiz- bzw. Brennzone erzielen zu können.
Claims (4)
- PAT E N TAN S PR O C HE:i. Tunnelofen, bei welchen die Heizgase durch Austrittsöffnungen, die sowohl im Bereich der Wagenplattform als auch im Bereich der Ofendecke angeordnet sind, in den Ofen ■einströmen-, wobei die im Bereich der Ofen-609 546/276H 14125 IVc/80 cdecke angeordneten Austrittsöfifnungen mit anderen je für sich regelbaren Brennern als die im Bereich der Wagenplattform befindlichen in Verbindung stehen, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die oberen Austrittsöffnungen (13) mit den zugehörigen Brennern (7) als auch die unteren Austrittsöffnungen (14) mit den zugehörigen Brennern (8) durch Verbrennungskammern (5,6), in welchen die Brenngase vollständig ausbrennen, miteinander verbunden sind, wobei die Verbrennungskammern der oberen Austrittsöffnungen (13) über den der unteren Verbrennungskammern stehen und mit diesen nicht verbunden sind.
- 2. Tunnelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mit den Verbrennungskammern mindestens je eine weitere Leitung in Verbindung steht, mittels welcher Zusätze, wie Gas, Dampf, Luft, inerte Gase usw., regelbar zuführbar sind.
- 3. Tunnelofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gaseinführungen für die untere Verbrennungskammer nahe unterhalb der Decke dieser Kammer angeordnet sind, während die Gaseinführung für die darüber befindliche zweite Verbrennungskammer an oder in der Nähe des Bodens dieser Kammer angeordnet ist.
- 4. Tunnelofen nach einem der Ansprüche 1bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gaseinführungsöffnungen in die Verbrennungskammern in Richtung auf das Ofeninnere zu verlaufen.Angezogene Druckschriften:Britische Patentschrift Nr. 628 726.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 546/276 6. 56
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