DEC0005483MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 1. März 1952 Bekanntgemacht am: 1. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Entfernen von Kesselsteinansatz oder Mineralschlamm
aus Wasserrohrfcesseln und Dampferzeugern, und zwar handelt es sich um eine Vorrichtung,
die es ermöglicht, Schlamm und Kesselstein von Zeit zu Zeit ohne wesentliche Beeinträchtigung
des normalen Betriebs des Kessels oder Dampferzeugers zu entfernen. Die gemäß der Erfindung
vorgesehene Vorrichtung enthält eine Vorratskammer für eine Menge von Reibkörpern, die mittels
Schwerkraft und unter Steuerung durch ein von Hand bedienbares Ventil in den Strömungsweg
des in den Wasserrohrkessel eintretenden Speisewassers gelangen. Ferner ist für diese Reibkörper
eine mit der Speisewasseraüslaßleitung in Verbindung stehende Sammelkammer vorgesehen. An
der Verbindungsstelle von Sammelkammer und Auslaßleitung ist eine Vorrichtung zum Ablenken
der Reibkörper in die Sammelkammer vorgesehen, und in einem von der Sammelkammer in die Vorratskammer
führenden Auslaß liegt ein von Hand bedienbares Ventil.
Es ist bereits bekannt, Reibkörper, wie Sand, Glas, Kugeln od. dgl., als Reinigungsmittel für
Verdampferrdhre zu verwenden. Dabei ist die Einrichtung jedoch so getroffen, daß diese Reinigungsmittel
ständig im Verdampfer verbleiben. Hierbei besteht die Gefahr, daß das Reinigungsmittel aus
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C 5483 IaIUe
den Verdampferrohren in die übrige Anlage mit geführt wird, insbesondere zu Betriebszeiten, in
denen plötzlich ein starker Dampfstrahl entlassen wird.
Bei der Erfindung besteht der Vorteil, daß das Reinigungsmittel in dem Sammelbehälter jederzeit
verfügbar gehalten wird und ohne Betriebsunterbrechung den zu reinigenden Rohren zugeführt
werden 'kann, daß es aber trotzdem nicht ständig
ίο in diesen Rohren zu verbleiben braucht.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnungen an einem bevorzugten Ausführungsbeispiel beschrieben.
lug. ι veranschaulicht die Erfindung in Anwendung
auf einen Wasserrohrkessel, der sowohl zur Warmwassercrzeuguug als auch als Dampferzeuger
verwendet werden kann;
Fig. 2 zeigt im Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. ι im vergrößerten Maßstab eine konstruktive
ao Einzelheit.
Der mit einer Rohrschlange io ausgerüstete Wasserrohrkessel wird durch einen Brenner ii beheizt
und steht mit seinem Einlaßende mit dem Tunern eines hohlen \^erbindungsstückes 12 in Ver-
a5 bindung, das eine Fortsetzung der Speisewasserleitung
13 bildet, in welcher ein Absperrventil 14 vorgesehen ist. Die Speisewasserleitung 13 ist mit
einer an sich bekannten, nicht dargestellten Speisewasserpumpe verbunden. Ferner kann eine Rohrleitung
15 mit einem Absperrventil 16 vorgesehen sein, die an einen gesonderten, von der Speisewasserpumpe
unabhängigen Wasserbehälter angeschlossen ist, so daß der Rohrschlange Druckwasser
zugeführt werden ikann, wenn die Speisepumpe nicht in Betrieb ist.
Das Auslaßende der Rohrschlange 10 ist über eine Auslaßleitung 17 und die Rohrkupplung 18
mit einem besonderen Verbindungsstück 19 verbunden, in welchem ein Ablen'korgan in Form eines
Siebes oder Gitters 20 angeordnet ist, welches die Reibkörper od. dgl. aus dem aus der Rohrschlange
10 austretenden Wasser oder Gemisch von Wasser und Dampf aussiebt, jedoch dem Warmwasser oder
Dampf über die zum Dampfabscheider 22 führende Leitung 21 freien Durchtritt gewährt. Der Dampf
steigt in dem Dampfabscheider 22 der an sich bekannten Bauart nach oben und kann durch die Leitung
22„ austreten. Das Wasser sammelt sich im unteren linde 22i; des Abscheiders 22 und kann
durch eine mit einem Ventil 40 versehene Auslaßleitung 22,. abgezogen werden. Wenn das sich im
Dampfabscheider ansammelnde Wasser keine wesentlichen Mengen an Kesselstein oder Mineralschlamm
mehr enthält, kann es als S]>eise\vasser für den Kessel verwendet werden. Ist es jedoch
stark mit Mineralschlamm oder Kesselstein verunreinigt, so ist die Behandlung als Abwasser angezeigt.
Zwischen den Verbindungsstücken 12 und 19 ist
eine Abzweigleitung 23 angeordnet mit einem Leituiigsabschnitt
24, einer oberen Kammer 24,, und einem die untere Kammer 25a bildenden Leitungsabsclmitt
25. Die beiden Kammern sind für die •Aufnahme einer bestimmten Menge der Reibkörper
26 vorgesehen, wobei die Kammer 24,, die Reibkörper
aufnimmt, die durch die Auslaßleitung 17 zugeführt werden, während die Kammer 25,, die
Reibkörper für das Wiedereinbringen in die Rohrschlange 10 des Kessels bereithält. Die erwähnten
Reibkörper haben vorzugsweise die Form von kleineu Stücken gehärteten Stahls mit scharfen Ecken
oder Kanten, die aus Kohlenstoffstahl, und zwar zweckmäßig aus Stangenmaterial von beliebigem
Querschnitt hergestellt werden können. Es können jedoch auch Reibkörper anderer Form verwendet
werden, die sich für das Aufbrechen der erhärteten Mineralablagerungen in der Rohrschlange 10
eignen. :
Die Reibkörper gelangen aus der oberen Kammer 24a in die untere Kammer 25(i durch eine mit einem
Ventil verschließbare öffnung 27. Diese öffnung
27 wird durch einen Ventilsitz von im allgemeinen trichterförmiger Gestalt gebildet und arbeitet mit
einem Kugelverschluß oder einem Ventil 28 zusammen, das die öffnung 27 abschließt. Die Kugel
28 ist an einem Glied 29 aufgehängt, das an seinem oberen Ende mit einem kurzen Hebdarm 30 gelenkig
verbunden ist. Dieser Hebelarm 30 sitzt auf einer Achse 31, die mit einem Handhebel 32 versehen
ist.
Das untere Ende des Behälters 25 hat eine mit einem Ventilsitz von trichterförmiger Gestalt versehene
Auslaßöffnung, an der normalerweise ein Kugelverschluß'körper oder ein Ventil 34 angedrückt
wird, das am oberen Ende des Ventilschaftes 35 befestigt ist, dessen unteres Ende durch eine
Stopfbüchsenpackung 36 geführt und mit einem Betätigungshebel 37 verbunden ist. Die Schraubenfeder
38 zieht den Ventilschaft 35 nach oben und dient dazu, die Kugel 34 auf ihrem Sitz zu halten,
bis sie durch den Handhebel 37 abgehoben wird.
In Abständen, die durch die jeweilige Beschaffenheit des Wassers bedingt sind, wird durch die Bedienung
der Hebel 37 zum Abheben der Kugel 34 von ihrem Sitz betätigt, so daß die in der Kammer
25„ befindlichen Reibkörper 26 oder ein Teil derselben
in das Verbindungsstück 12 fallen, das einen Teil der Speisewasserleitung bildet. Diese Reibkörper
werden dann sofort mit großer Kraft durch die Rohrschlange 10 durch das unter hohem Druck
und mit hoher Geschwindigkeit über die Leitung 13 zugeführte Speisewasser durchgetrieben. Die
Reibkörper scheuern bei ihrer Bewegung durch die Rohrschlange 10 an der Innenwandung des Rohres
und entfernen dadurch alle Mineralschlamm- und Kesselsteinpartikel, die sich an dieser festgesetzt
haben. Der abgelöste Schlamm oder Kesselstein gelangt mit dem aus der Rohrschlange austretenden
Gemisch von Wasser und Dampf in den Dampfabscheider 22, wobei die Reibkörper auf das Sieb
oder Gitter 20 auf treffen, so daß sie nach unten in die Aufnahmekammer 24,, abgelenkt werden. Die
Reibkörper 26 bleiben dabei in der Aufnähmekammer 24a, da das Ventil 28 während des Durchspülens
oder der Bewegung der Reibkörper durch die Rohrschlange 10 normalerweise geschlossen ist.
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C 5483 IaI13 e
Nachdem alle Reibkörper aus der Rohrschlange io
in die Aufnahmekammer 24a gefördert worden sind,
können sie durch öffnen des Ventils 28 aus der Kammer 24a in die Kammer 2ζα übertreten, in
welcher sie zur erneuten Förderung durch die Rohrschlange 10 bereitliagen. Der gesamte Inhalt
der Kammer 25a an Reibkörperh oder ein Teil desselben
kann nun so oft wie gewünscht oder erforderlich durch die Rohrschlange 10 geschickt
werden, um diese von Schlamm und Kesselstein freizuhalten. Durch die Förderung der Reibkörper
durch die Rohrschlange wird der normale Betrieb des Kessels oder Dampferzeugers nicht gestört. Die
Erfindung ermöglicht daher auch unter den erwähnten ungünstigen Umständen die Verwendung
eines Wasserrohrkessels.
Das Sieb oder Gitter 20 muß sehr kräftig sein, so daß es für eine lange Zeit dem Aufschlag und
der Schleifwirkung des die Reibkörper mitführenden Strahls standhalten kann. Zweckmäßigerweise
kann dieses Sieb oder Gitter aus einer Anzahl gehärteter Staihl'platten 42 bestehen, deren untere
Kanten, wie Fig. 1 zeigt, mit einer nach unten gekrümmten Kurve ausgebildet sind und die seitlich
einen Abstand voneinander haben, der so bemessen ist, daß Dampf, Wasser und Mineralschlamm ungehindert
zum Dampfabscheider 22 gelangen können, wobei jedoch die Reibkörper nicht hindurchtreten
können. Der von der Rohrinnenwand losgelöste Kesselstein wird unter der Wirkung der
Reibkörper zu Pulver oder feinkörnig zerkleinert, so daß er mit dem Dampf und dem Wasser durch
das Gitter durchtritt. Das Gitter 20 ist vorzugsweise so ausgebildet, daß es zur Reparatur oder
für das Wiederauffüllen der Reibkörper 26 leicht ausgebaut werden kann. Zu diesem Zweck sind
die voneinander in Abstand befindlichen Platten auf einer Grundplatte 2oa befestigt, die mittels Bolzen
2Oj, an einem Verschlußstück 2oc für das Abschließen
eines Endes des Verbindungsstückes 19 festgeschraubt ist. Das Verschlußstück 2OC wird
durch Klemmbolzen 2O0- in seiner Lage gehalten.
Wenn die dargestellte Vorrichtung als Wassererhitzer in einer Warmwasseranlage verwendet
wird, füllt sich die Kammer 22 des Dampfabscheiders völlig mit Wasser, wobei der in die Kammer
22 mit dem Wasser gelangende Kesselstein oder Schlamm sich im unteren Teil des Behälters absetzt
und als Abfallstoff aus diesem von Zeit zu Zeit durch das öffnen des Ventils 40 entfernt werden
kann.
Wenn die Rohrschlange 10 bei außer Betrieb befindlichem
Kessel ausgeschlämmt und gereinigt werden soll, wird die Speisewasserleitung durch
das Ventil 14 geschlossen und das Ventil 16 geöffnet,
so daß in die Rohrschlange Wasser aus der Hilfswasserleitung 15 zugeführt wird. Während des
Schlämmvorgangs können die Reibkörper beliebig oft durch die Rohrschlange 10 gefördert werden,
um diese von allen mineralischen Ablagerungen gründlich zu reinigen.
Wenn die Rohrschlange während des normalen Betriebs des Kessels gereinigt wird, können die
Reibkörper 26 durch alle Rohrschlangen des Kessels gefördert werden. Wie sich aus Fig. 1 ergibt,
können die Reibkörper jedoch auch durch einzelne Rohrschlangen durch unmittelbares Verbinden des
Einlaß- und Auslaßendes derselben mit dem Verbindungsstück 12 bzw. mit der Auslaßleitung 17
gefördert werden. Wenn auch im allgemeinen Speisewasser für das Hindurchtreiben der Reibkörper
durch die Rohrschlangen verwendet wird, so können für diesen Zweck natürlich auch Dampf,
Druckluft oder andere Strömungsmittel verwendet werden, dadurch, daß die Leitungen 13 und/oder
an entsprechende Lieferquellen angeschlossen werden.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Entfernen von Kesselsteinansatz
in Wasserrohrkesseln und Dampferzeugern durch dem Speisewasserumlauf zugesetzte Reibkörper, gekennzeichnet durch eine
Vorratskammer (25a) für eine Menge von Reibkörpern
(26), die mittels Schwerkraft und unter Steuerung durch ein von Hand bedienbares
Ventil (34) in den Strömungsweg des in die Verdampferröhren (10) eintretenden Speisewassers
gelangen, sowie durch eine mit der von den Verdampferröhren (10) wegführenden Auslaß
leitung (17) in Verbindung stehende Sammelkammer (24,,) für die Reibkörper, wobei an
der Verbindungsstelle von Sammelkammer (24a)
und Auslaßleitung (17) eine Vorrichtung (20) zum Ablenken der Reibkörper in die Sammelkammer
(24a) vorgesehen und ein von der Sammeltkammer
in die Vorratskammer führender Auslaß (25) mit einem von Hand bedienbaren Ventil (28) versehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ablenkvorrichtung (20) aus einer Mehrzahl mit seitlichem Abstand voneinander
angeordneter, vorzugsweise austauschbarer Platten (42) besteht, deren der Auslaßleitung (17) zugekehrte Kanten gekrümmt ver-
laufen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhrkammer
(12) mit einem abschaltbaren Anschluß (15) für die Zufuhr einer Hilfsströmung zum Durchtreiben
der Reibkörper (26) durch die Kesselrohre (10) ausgerüstet ist.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 369231;
USA.-Patentschrift Nt. ι 642 6io.
Deutsche Patentschrift Nr. 369231;
USA.-Patentschrift Nt. ι 642 6io.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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