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Empfänger mit selbsttätiger Abstimmung Es sind Empfänger bekannt,
bei denen nach Betätigung einer Taste ein Suchvorgang, eingeleitet wird, indem ein
kleiner Elektromotor oder ein Uhrwerk das Abstimmittel bewegt. Diese Bewegung dauert
so lange, bis ein empfangswürdiger, d. h. mit einer Mindestspannung empfangener
Sender angetroffen wird. Diese Mindestspannung ist einstellbar. Der Suchvorgang
wird dann selbsttätig wieder abgeschaltet. Wird dieselbe Taste wiederum betätigt,
so wird der Suchvorgang so lange fortgesetzt, bis ein. anderer empfangswürdiger
Sender gefunden wird. Eine derartige selbsttätige Abstimmung ist, wie bekannt, für
Autoempfänger sehr zweckmäßig, weil es dadurch dem Fahrer möglich ist, auf einfache
Weise auf einen anderen Sender abzustimmen.
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Es besteht jedoch gelegentlich der Wunsch, einen oder mehrere bestimmte
Sender einstellen zu können, die nicht gerade zu den Sendern mit der größten Feldstärke
gehören müssen. Es kann z. B. ein Autofahrer unterwegs seinen Heimatsender hören
wollen. Dieser Wunsch könnte mit den früher üblichen Drucktastenempfängern erfüllt
werden, bei denen einigen wenigen Sendern je eine Drucktaste
zugeordnet
war. Dieses System hat aber anderer-,eits den Nachteil, daß es keine Möglichkeit
bietet, einen anderen als die vorbestimmten Sender zu empfangen.
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Es sind Empfänger bekannt (USA.-Patentschrift "' 499 967), welche
beide Wünsche erfüllen. Sie haben eine Taste, die für den Suchvorgang betätigt wird,
und ferner je eine Drucktaste für drei nach Auswahl vorbestimmte Senderfrequenzen.
Zu jeder dieser letzteren Drucktasten gehört eine elektrische Raste, die aus einem
Schaltkontakt besteht, der von einer auf der Drehkondensatorachse angeordneten Nocke
in einer vorbestimmten Stellung geöffnet wird. Der für den Suchvorgang bestimmte
Motor wird auch für die Abstimmung auf die vorbestimmten Senderfrequenzen verwendet,
wobei jedoch der Suchvorgang zunächst unwirksam gemacht und erst in unmittelbarer
Nähe der vorbestimmten Senderfrequenz wieder wirksam gemacht wird, um eine genauere
Abstimmung zu erhalten.
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Bei einem ähnlichen bekannten Empfänger (brit. Patentschrift 631
732) dienen als elektrische Rasten an Stelle einer Kontaktanordnung Schwingungskreise,
die auf die vorbestimmten Senderfrequenzen abgestimmt sind. Sie arbeiten mit einer
Oszillatorröhre zusammen, deren Schwingungen dem Eingang des Empfängers zugeführt
werden, so daß der Empfänger während des Suchvorganges nur auf die jeweils eingeschaltete
Oszillatorschwingung reagiert.
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Die Erfindung zeigt eine andere Anordnung, die weniger Drucktasten
und entsprechend weniger Raum auf der Frontplatte des Empfängers benötigt. Erfindungsgemäß
ist allen vorbestimmten Senderfrequenzen die bereits für den Suchvorgang vorhandene
Drucktaste zugeordnet, die zum Empfang dieser Sender tiefer als für den Suchvorgang
eingedrückt wird. Nach einem solchen tiefen Eindrücken der Taste wird die Bewegung
des Motor> (»Einstellauf«) beendet, wenn die der nächsten vorbestimmten Senderfrequenz
entsprechende Raste erreicht ist. Man muß also gegebenenfalls die Taste noch ein
oder mehrere Male betätigen, um die gewünschte, vorbestimmte Senderfrequenz zu erhalten,
was jedoch bei einer geringen "Zahl der vorbestimmten Senderfrequenzen nicht von
wesentlichem Nachteil ist.
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Die Abb. 1 bis 3 zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung. In Abb.
1 wird das aus den beiden Variometern hl, TV, (rechts) und dem Triebwerk Tr bestehende
Abstimmsystem durch einen kurzen. geringen Druck auf die Suchtaste ST zum
Aufsuchen einer feldstärkemäßig empfangswürdigen Station veranlaßt. Diese Taste
schließt einen Stromkreis für das Relais Reli über den Kontakt k1. Hierdurch wird
der Kontakt k2 geschlossen, der die negative Gittervorspannung des rechten Systems
der Doppelröhre Rö3 herabsetzt und dadurch den Anodenstrom dieses Systems so weit
steigert, daß das Relais Rell gehalten wird. Bei erregtem Relais Rell wird die Sperrklinke
SK aus dem Windrad W
herausgehoben, wodurch der Antriebsmechanismus unter
dem Zug der Feder F sich in Bewegung setzt. Die Bewegung kommt in folgender Weise
beim Einfallen eines genügend starken Trägers zum Stillstand. Man benötigt für dieses
bekannte, feldstärkemäßig definiert arbeitende System den Oszillator O und den ZF-Verstärker
eineg Superhets, ferner zwei Dioden Di und D2, die gleichstrommäßig gegeneinandergeschaltet
sind und von denen die eine vorgespannt ist. Die an den Widerständen ri und r2 stehenden
Teilspannungen setzen sich zu der resultierenden Auslösespannung Ui zusammen, die
mit zunehmender Feldstärke zunimmt und einen Gleichstromverstärker Rö3 in der Art
steuert, daß oberhalb eines bestimmten positiven Wertes von U1 das von diesem Verstärker
Rö, gespeiste Relais Rell abfällt und mittels der dadurch abfallenden Sperrklinke
SK den Fortbewegungsmechanismus für die Abstimmelemente (Variometer) zum
Stillstand bringt. Auf diese Art kann oberhalb eines bestimmten und durch Wahl der
Verstärkung des HF-Verstärkers einstellbaren Wertes der Empfangsfeldstärke eines
Senders das Abstimmsystem scharf auf den Träger einer Sendestation eingestellt werden.
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Um eine frequenzmäßig definierte Wahl zu treffen, wird dieselbe Suchtaste
ST verwendet, die dann weiter eingedrückt werden muß. Sie schließt wieder den Kontakt
k1, wodurch, wie oben beschrieben, das Triebwerk Tr und die Abstimmeinrichtung V.,
Tl, sich in Bewegung setzen. Es muß nun aber, damit nicht wieder eine feldstärkemäßig
definierte Auswahl stattfindet, alles, was sich vor dem Gleichstromverstärker Rö3
in bekannter Weise abspielt, von diesem Verstärker ferngehalten werden. Zu diesem
Zweck kann man den Oszillator O oder den ZF-Kanal unterbrechen oder sonstwie dafür
sorgen, daß von irgendeinem feldstärkemäßig genügend stark einfallenden Sender keine
Spannung U1 an den Gleichstromverstärker Rö3 gelangt. Das wird z. B. durch einen
weiteren Kontakt k3 erreicht, den man mit der Suchtaste ST schließt. Mit ihm wird
über ein Relais Rel, die Anodenspannung des Oszillators über den Kontakt k7 weggenommen
bzw. in Abb. 3 mit dem Kontakt k7 die Steuerspannung U1 vom Gitter der Röhre Rö,
weggeschaltet.
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Für die feldstärkemäßig definierte Stationsauswahl wird die Suchtaste
ST nur bis zur fühlbaren Rast Ral eingedrückt, wobei nur ki geschlossen wird. Um
dagegen frequenzmäßig definiert zu suchen, muß man über die fühlbare Rast Ra. hinweg
bis zur Rast Rat durchdrücken, worauf durch den zusätzlich betätigten Kontakt k3
das Relais Rel2 erregt wird und keine Spannung Ui an den Gleichstromverstärker Rö,
gelangt (Abb.3) bzw. keine Anodenspannung an den Oszillator O (Abb. z).
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Der Abstimmvorgang dauert so lange an, bis die nächste elektrische
Raste erreicht wird. Die elektrische Raste kann z. B. durch eine an sich bekannte
mechanische Kontaktanordnung gebildet werden. Im Beispiel: der Abb. i dient der
Skalenzeiger Z zugleich als der vom Motor (Feder F) bewegte
Kontakt,
während die ortsfesten, den vorbestimmten Senderfrequenzen zugeordneten Kontakte
durch verschiebbare Reiter Ml, M2, M3 gebildet werden. Wird einer dieser Kontakte
bei der Bewegung des Zeigers geschlossen, so wird der Kondensator Cl, der beim kurzen,
tiefen Eindrücken der Taste ST über den Kontakt k4 auf die durch den Spannungsteiler
r3, r4 gewonnene Spannung U2 aufgeladen wird, an das linke Gitter der Doppelröhre
Rö, angelegt. Auf diese Weise wird mittels der Sperrklinke SK der Abstimmvorgang
genau so beendet wie bei dem anfangs beschriebenen Suchvorgang zur Abstimmung auf
einen feldstärkemäßig empfangswürdigen Sender.
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Damit die Anlage richtig arbeitet, sind noch einige zusätzliche Kontakte
erforderlich. Durch das obenerwähnte, über den Kontakt k3 erregte Relais Rel, wird
der Selbsthaltekontakt kg geschlossen, wodurch erreicht wird, daß die Drucktaste
ST nur kurz getippt zu werden braucht, ferner wird der Kontakt k7 geöffnet, der
die Anodenspannung vom Oszillator wegnimmt. Der Kontakt k5, der zum Relais Reli
gehört, dient dazu, nach dem Abfallen des Relais Rell infolge Ansprechens einer
elektrischen Raste den Stromkreis für das Relais Rel2 zu unterbrechen, so daß der
Oszillator O wieder seine Anodenspannung über den Kontakt k7 erhält.
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Es wird als ein Vorteil angesehen, wenn der Abstimmvorgang nur in
einer der beiden möglichen Bewegungsrichtungen derAbstimmeinrichtung sich vollzieht.
Um daher beispielsweise beim Rücklauf das Einstellen eines Senders zu verhindern,
wird vorgeschlagen, nur die in Frage kommende Seite der sich berührenden Kontaktstellen
bei Ml bis M3 kontaktblank herzustellen, die abgewendeten Seiten aber zu isolieren.
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Eine Variante der Abb. i ist in Abb. 2 dargestellt. In ihr sind der
Kontakt k4 und der Kondensator Cl der Abb. i fortgelassen. Dafür ist dem Relais
Rel2 der Arbeitskontakt k9 hinzugefügt, der den Spannungsteiler r3; r4 an die Spannung
von 25o V legt.
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In Abb. 3 ist die Anwendung einer anderen, an sich bekannten Art der
Verwirklichung von elektrischen Rasten dargestellt. Dort dienen als elektrische
Rasten auf die vorbestimmten Senderfrequenzen abgestimmte Schwingungskreise, die
bei Resonanz eine zur Abschaltung des Abstimmvorganges dienende Spannung liefern.
In Abb.3 ist der Einfachheit halber nur ein einziger solcher Schwingungskreis C2,
L2 neben dem Oszillator O dargestellt, der vom Bedienenden so eingestellt werden
kann, daß eine gewünschte Senderfrequenz die Zwischenfrequenz bildet. Er ist über
den Kondensator 04 an den Oszillator angekoppelt und schaukelt sich auf eine erhöhte
Spannung auf, wenn der Oszillator im Verlauf eines Abstimmvor-Banges seine Resonanzfrequenz
passiert. Die am Schwingungskreis C2, L2 aufgeschaukelte Spannung wird mit dem Gleichrichter
Gl gleichgerichtet und steht dann als die bereits bekannte Spannung U2 zur Verfügung.
Sie kann nur dann zur Steuerung an das Gitter des Gleichstromverstärkers Rö3 gelangen,
wenn das Relais Rel2 erregt ist und den Kontakt k8 geschlossen hat. Dies ist aber
nur dann der Fall, wenn eine vorbestimmte Senderfrequenz gesucht werden soll und
zu diesem Zweck die Taste ST in geforderter Weise bis zur Rast Rat durchgedrückt
worden ist, wodurch das Relais Rel2 in der beschriebenen Weise über k3 und k5 Strom
erhält und sich über kg so lange hält, als k5 nicht öffnet. Rel, unterbricht bei
k7 die Leitung zum ZP-Verstärker und hindert in erwünschter Weise während des frequenzabhängig
definiert ablaufenden AlSstimmvorganges den feldstärkeabhängig definiert verlaufenden
Suchvorgang am Zutritt zum Gleichstromverstärker Rö3. Der Abstimmvorgang findet
sein Ende, wenn U2 einen bestimmten Wert angenommen hat und dadurch das Relais Rell
abfällt, die SperrklinkeSK einfallen läßt und den Kontakt k. öffnet.