DE971801C - Verfahren zur Temperaturregulierung der Kuehlflaechen eines Kontaktapparates zur Erzeugung von Schwefelsaeure - Google Patents
Verfahren zur Temperaturregulierung der Kuehlflaechen eines Kontaktapparates zur Erzeugung von SchwefelsaeureInfo
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- C01B17/00—Sulfur; Compounds thereof
- C01B17/69—Sulfur trioxide; Sulfuric acid
- C01B17/74—Preparation
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Description
Bei der Verbrennung von Schwefelwasserstoff entstehen Gase, die neben S O2 mindestens das
gleiche Volumen Wasserdampf enthalten. Es sind Verfahren bekannt, aus solchen oder anderen feuchten
S O2-haltigen Gasen, ohne sie vorher zu trocknen,
durch katalytische Oxydation und Kondensation Schwefelsäure zu erzeugen. Wenn das
Ausgangsgas und die Verbrennungsluft feucht sind, wird dabei Schwefelsäure mit z. B. 8o%
ίο H2SO4 gewonnen. Solche Verfahren sind beschrieben
in den Patentschriften 606 235, 610 448, 610449, 613677. Infolge des Verzichtes auf die
sonst übliche Entnebelung und Trocknung braucht das SO2-haltige Gas nicht völlig, sondern nur auf
die Initialtemperatur der katalytischen Oxydation gekühlt zu werden. Aus diesem Grunde wird zur
Abführung der Reaktionswärme bei der katalytischen Oxydation von H2 S-Verbrennungsgasen
nicht mit dem SO2-haltigen Gas, sondern mit
Luftgekühlt (vgl. Chem. Fabr., 8, S. 415 [1935]).
Es ist bekannt, daß bei der Kühlung der feuchten SO3-haltigen Gase die Wärmeaustauschflächen
nicht unter den Taupunkt dieser Gase abkühlen dürfen, damit Korrosionen an den Austauscherflächen
vermieden werden. Um eine genügend hochliegende Wandtemperatur zu erhalten, muß
man die Kühlflächen und die Menge der Kühlluft entsprechend den normalen Betriebsbedingungen
berechnen. Besonders gefährdet ist dann immer noch die Eintrittsstelle der kalten Kühlluft. Es ist
bekannt, diesen Mangel dadurch zu verbessern, daß man die Kühlluft mit Hilfe der Wärmetönung
der Kontaktreaktion vorwärmt.
Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß Korrosionen gerade in Zeiten schwankender Betriebsbedingungen
durch Absinken der sonst höher
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liegenden Gastemperaturen auf der heißen Seite der Austauscherflächen entstehen. Diese Temperaturen
sind bedingt durch die Wärmetönung der Kontaktreaktion. Wird diese Wärmetönung der
Kontaktreaktion nach dem bekannten Verfahren ebenfalls zur Vorwärmung der Kühlluft herangezogen,
so sinken die Gastemperaturen auf beiden Seiten der Austauschfläche. Dieses Verfahren ist
daher nicht geeignet, durch schwankende Betriebsbedingungen hervorgerufene Korrosionen wirksam
zu verhindern.
Es wurde nun gefunden, daß dieser Mangel beseitigt werden kann, wenn man für den Fall
sinkender Gastemperatur auf der heißen Seite des Austauschers die Temperatur auf der kalten
Seite zumindest konstant hält oder gar erhöht, indem man die Vorwärmung der Kühlluft durch
die Wärmetönung der S O2-bildenden Reaktion
vornimmt.
Der Vorteil einer solchen Maßnahme im Vergleich zur Vorwärmung des Kühlgases durch die
Schwefeltrioxyd bildende Reaktion besteht darin, daß eine bessere Stabilität der Temperaturverhältnisse
bei Betriebsschwankungen erreicht wird. Ein Absinken der Belastung des Kontaktapparates
bedingt auch eine Erniedrigung der Eintrittstemperatur des Kühlgases, wenn dies durch die im Kontakt frei werdende Wärmemenge
vorgewärmt wird, so daß die Gefahr Korrosion hervorrufender Kondensatbildung bei Betriebsschwankungen oder kurzzeitigen Stillegungen besteht.
Wärmt man die Kühlgase dagegen unter Ausnutzung der Wärmetönung der Schwefeldioxyd
bildenden Reaktion vor, so hat man infolge der wesentlich höheren zur Verfügung stehenden
Temperatur, etwa mindestens 9000C gegenüber
etwa 5000C, und infolge der großen Wärmekapazität
der Röstofen oder H2 S-Verbrennungsöfen die Möglichkeit, die Eintrittstemperatur der
Kühlgase trotz wechselnder Betriebsverhältnisse weitgehend konstant zu halten oder gegebenenfalls
zu erhöhen.
Die Kühlluft kann beispielsweise in einem Wärmeaustauscher mit dem H2 S-Verbrennungsgas
vorgewärmt werden. Dieses Gas enthält stets schon etwas SO3. Daher ist es zweckmäßig, um
Kondensationen auf der Austauscherfläche zu verhüten, Gas und Luft im Gleichstrom zu führen.
Da zum Vorwärmen der Kühlluft ein Anteil des Wärmeinhaltes der SO2-Gase ausreicht, ist es zur
besseren Ausnutzung der Wärmetönung der H2S-Verbrennung
zweckmäßig, für die Kühlung des S O2-Gases auf die Initialtemperatur der katalytischen
Oxydation einen Abhitzedampfkessel anzuwenden und die Kühlluft mittels Dampf vorzuwärmen.
Der Wärmeaustausch zwischen Dampf und Luft hat den Vorteil, daß Stoffe, die aggressive
Kondensate bilden könnten, dabei nicht zugegen sind.
Um die von der Kühlluft aufgenommenen Reaktionswärmen der Bildung von SO2 und SO8
zu verwerten, ist es im Zusammenhang mit einem Abhitzedampfkessel vorteilhaft, die ausgebrauchte
Kühlluft als Verbrennungsluft für H2S oder sonstige
S O2-liefernde Prozesse zu verwenden. Der
Wärmein'halt der ausgebrauchten Kühlluft kann auch zum Vorwärmen des Speisewassers für den
Abhitzekessel ausgenutzt werden. Ein weiterer Vorschlag, gemäß der vorliegenden Erfindung die
Reaktionswärmen möglichst weitgehend zur Erzeugung und Verwertung von Dampf auszunutzen,
ist die Verwendung des Abhitzedampfes als Kühlmittel für die reagierenden Gase unter Erzeugung
von überhitztem Dampf. Gegebenenfalls kann auch möglichst gesättigter Dampf anderer Herkunft auf
diese Weise überhitzt werden.
Wenn die feuchten SO2-haltigen Gase nicht
durch Verbrennung von H2S, sondern anders entstanden sind und kalt anfallen, müssen sie unter
Ausnutzung der Wärmetönung der katalytischen Oxydation auf die Initialtemperatur dieser Reaktion
vorgewärmt werden. In diesem Falle dient also das S O2-GaS als Kühlmittel für den Kontaktprozeß.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein solches oder ein Kühlgas sonstiger Herkunft ebenfalls
in der beschriebenen Weise vorzuwärmen.
Feuchte SO2-haltige Gase, die nicht durch Verbrennung
von H2S erzeugt worden sind, aber warm anfallen, können gemäß der vorliegenden
Erfindung ebenfalls zur Vorwärmung von Kühlgas benutzt werden.
Zwei oder mehrere der beschriebenen Ausführungsformen der Arbeitsweise entsprechend der
vorliegenden Erfindung können auch gemeinsam angewendet werden. So ist es beispielsweise vorteilhaft,
den Kontaktapparat teils mit Luft und teils mit Dampf zu kühlen, um auf diese Weise die
Luft mit Dampf vorzuwärmen und dem Dampf die abgegebene Wärmemenge aus der Wärmetönung
der Katalyse wieder zuzuführen oder ihn zu überhitzen. Eine solche Kombination ist dann günstig,
wenn die Dampfmenge des Abhitzekessels wie gewöhnlich zur Abführung des gesamten Wärmeüberschusses
der Katalyse allein nicht ausreicht.
Die Erhöhung der Kühlflächentemperatur setzt eine Verminderung des Temperaturgefälles, also
eine Vergrößerung der Kühlfläche voraus. Diesem einzigen Nachteil der Arbeitsweise, entsprechend
der vorliegenden Erfindung, stehen aber die beschriebenen wärmetechnischen Verbesserungen und
der ausschlaggebende Vorteil gegenüber, daß Kondensate, die den Bestand der Apparatur gefährden,
vermieden werden. Da Schwefelsäurekontaktapparate jahrzehntelang fast ununterbrochen
in Betrieb sind, ist dieser Vorteil von besonderer Bedeutung.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung folgt ein
Durch Verbrennung von H2S zu SO2 und iao
Katalyse zu SO3 entsteht ein Gasgemisch folgender
Zusammensetzung:
6,1 Volumprozent SO3
ο, ι Volumprozent S O2 9,3 Volumprozent H2 O
84,5 Volumprozent sonstige Gase
Aus diesem Gas kann eine Schwefelsäure von maximal etwa 92% H2SO4 kondensieren. Der
Kondensationspunkt liegt bei etwa 2000 C.
Im Kontaktapparat hat das katalysierte Gas eine Höchsttemperatur von 5300 C und eine Austrittstemperatur
von 4000 C. Unter der Annahme gleicher Wärmeübergangszahlen auf der Gas- und
Luftseite beträgt die Wandtemperatur beim Lufteintritt:
a) bei Gegenstrom einer
a) bei Gegenstrom einer
Lufttemperatur von 100C 205 ° C
b) bei Gegenstrom und Vorwärmung
der Luft auf 1400 C 2700 C
Die Wandtemperatur unter a) bietet keinerlei Sicherheit gegen eine Kondensation von Schwefelsäure,
während bei der Temperatur unter b) kein Kondensat zu erwarten ist.
Wenn die Gastemperaturen auf der heißen Seite etwas sinken, kann die Temperatur von 1400C
auf jeden Fall konstant gehalten oder nötigenfalls so weit erhöht werden, daß die Wandtemperatur
genügend weit oberhalb 2000C, etwa bei mindestens 2500 C liegt.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Temperaturregulierung der Kühlflächen eines Kontaktapparates zur Erzeugung von Schwefelsäure aus feuchten schwefeldioxydhaltigen Gasen auf Temperaturen oberhalb des Kondensationspunktes des schwefeltrioxydhaltigen Gases durch ein zu diesem im Gleich- oder Gegenstrom geführtes, vorgewärmtes Kühlgas, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Kühlgas unter Ausnutzung der Wärmetönung der schwefeldioxydbildenden Reaktion vorgewärmt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Kühlen Luft benutzt wird, die in einem Wärmeaustauscher im Gleichstrom mit den SO2-Gasen angewärmt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kühlgas durch Dampf aus einem Abhitzekessel der S O2-Erzeugung vorgewärmt wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Kühlen Dampf aus einem Abhitzekessel der S O2-Erzeugung benutzt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Maßnahmen nach Anspruch 2 bis 4 in beliebiger Kombination angewendet werden.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeinhalt der gebrauchten Kühlgase bei der Erzeugung von Dampf aus der Abwärme der S O2-bildenden Reaktion verwertet wird.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 606235, 610448, 610449, 613677, 613 691, 848349;Handbuch der Schwefelsäureindustrie, Lunge, 1916, Bd. i, S. 584, 585;»Chemische Technologie«, Winnacker, 1950, Bd. II, S. 34;»Chemische Fabrik«, 8, 1935, S. 415, 416;VDI-Zeitschrift, 1938, S. 777, 778.© 809 762/35 3.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEZ1611A DE971801C (de) | 1950-12-13 | 1950-12-14 | Verfahren zur Temperaturregulierung der Kuehlflaechen eines Kontaktapparates zur Erzeugung von Schwefelsaeure |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE745627X | 1950-12-13 | ||
| DEZ1611A DE971801C (de) | 1950-12-13 | 1950-12-14 | Verfahren zur Temperaturregulierung der Kuehlflaechen eines Kontaktapparates zur Erzeugung von Schwefelsaeure |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE971801C true DE971801C (de) | 1959-04-02 |
Family
ID=25947464
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEZ1611A Expired DE971801C (de) | 1950-12-13 | 1950-12-14 | Verfahren zur Temperaturregulierung der Kuehlflaechen eines Kontaktapparates zur Erzeugung von Schwefelsaeure |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE971801C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2479172A1 (fr) * | 1980-03-25 | 1981-10-02 | Haldor Topsoe As | Procede de fabrication d'acide sulfurique |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE606235C (de) * | 1931-12-19 | 1934-11-28 | Metallgesellschaft Ag | Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure nach dem Kontaktverfahren |
| DE613691C (de) * | 1927-04-28 | 1935-05-23 | I G Farbenindustrie Akt Ges | Apparat zur katalytischen Oxydation von Schwefelwasserstoff in Brenngasen |
| DE613677C (de) * | 1932-06-02 | 1935-05-23 | Metallgesellschaft Akt Ges | Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure aus den schwefelwasserstoffhaltigen Abgasen von Ammoniaksaettigern |
| DE848349C (de) * | 1949-04-08 | 1952-09-04 | Nouvelle Soc Induschimie D Etu | Vorrichtung zur Durchfuehrung von katalytischen Gasreaktionen |
-
1950
- 1950-12-14 DE DEZ1611A patent/DE971801C/de not_active Expired
Patent Citations (6)
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