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Krempelsatz -Antrieb DieErfindung betrifft einen Krempelsatz-Antrieb.
Von der Gestaltung des Antriebes eines Krempelsatzes ist die Güte des gelieferten
Vorgarns wesentlich abhängig. Ebenso maßgeblich werden dieÜbersichtlichkeit der
Maschinenaggregate, ihreBetriebssichexheit und die Art und Weise der Bedienung von
den Antriebseinrichtungen beeinflußt.
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Bekannt ist der Antrieb der einzelnen Krempeln eines Sortiments mit
den dazugehörigen Apparaten durch synchron laufende Einzelmotoren, welche die Haupttrommeln
unmittelbar antreiben, von denen aus über verschieden ausgebildete Wechselgetriebe
und in der Regel über Flachriemen die zu der jeweiligen Krempel gehörigen Walzen
(Arbeiter, Wender, Läufer usw.) der Abnehmer sowie die Einzelapparate (Wiege- und
Speiseapparat), Vorreißapparat, Übertragungsapparat, Florteiler, Zuführvorrichtungen,
Florduetsche usw.) angetrieben werden.
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Um die durch den unkontrollierbaren Riemenschlupf bei derartigen,
mit zahlreichen Einzelriemen arbeitenden Antriebseinrichtungen bedingten Ungleichmäßigkeiten
des Vorgarns zu beseitigen, wurde schon vorgeschlagen, längs des Krempelsatzes eine
Welle anzuordnen, von der aus die Haupttrommeln bzw. die Zu- und Abführvorrichtungen
mit den Einzelapparaten ihren Antrieb erhalten. Es gibt Krempelsätze mit einer solchen
Längswelle in verschiedenen Ausführungen.
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In einem Falle verläuft die Welle beispielsweise unter Flur durchgehend
über die ganze Länge des Krempelsatzes, bei einer anderen Bauart ist sie über Flur
angeordnet und in mehrere Teilwellen aufgeteilt.
Der Antrieb der
Zu- und Abführvorrichtungen sowie der Einzelapparate erfolgt dann von dieser Welle
aus über Flachriemen, Ketten oder Zahnräder, wobei gelegentlich zwischen diese Einzelapparate
und die antreibende Welle Wechselräder eingeschaltet sind. Die Drehzahl der Welle
bzw. der Wellen ist entweder konstant oder veränderbar.
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Den bekannten Antriebseinrichtungen haften gewisse Nachteile an, deren
wesentlicher aus folgendem hervorgeht.
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Soll während eines Krempelprozesses die Liefergeschwindigkeit bei
konstanter Vorgarnnummer geändert werden, weil es ja nicht möglich ist, die optimale
bzw. maximale Liefergeschwindigkeit beim Einrichten der Maschine auf eine neue Partie
von vornherein zu bestimmen, so muß die Speisegeschwindigkeit am Wiegeapparat geändert
und außerdem müssen zahlreiche Wechsel an den Zu-und Abführvorrichtungen sowie an
den Einzelapparaten vorgenommen werden.
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Es ist aber nicht nur ein Einstellen dieser Wechsel an mehreren Stellen
erforderlich, sondern es besteht bei nicht genauer Beobachtung während der Zeit
des Materialdurchlaufes vom Wiegeapparat bis zum Florteiler (2o bis 30 Minuten)
die Gefahr der Lieferung ungleichmäßigen Vorgarns. Außerdem läuft in dieser Zeit
eine große Menge von Vorgarnabfall an. Diese Umstände bringen es mit sich, daß das
Bedienungspersonal nur sehr ungern die Liefergeschwindigkeit, vor allem während
einer Partie, verändert, und man verzichtet dann bewußt auf eine gegebenenfalls
erhebliche Leistungssteigerung.
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Auch diesem Übelstand hat man abzuhelfen versucht, indem beispielsweisebei
einem automatischen Dreikrempelsatz die über die ganze Länge des Satzes durchgehende
Antriebswelle von einem Motor über denTambour der Vorspinnkrempel und ein nachgeschaltetes
Wechselgetriebe angetrieben wurde. Wird die Drehzahl dieser Welle erhöht, so erhöht
sich automatisch die Liefergeschwindigkeit.
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Aber auch diese Bauart hat sich in der Praxis nicht bewährt. Nachteilig
ist bei ihr die sehr unterschiedliche Belastung der Antriebsmotoren, die aus spinntechnischen
Gründen nicht nur synchron laufen, sondern auch synchron an- und auslaufen müssen.
Während nämlich bei einem Dreikrempelsatz zwei Motoren lediglich einen Tambour und
die dazugehörigen Arbeitswalzen anzutreiben haben, muß ein dritter Motor nicht nur
den dritten Tambour mit seinen Arbeitswalzen, sondern auch noch alle Einzelapparate
einschließlich Florteiler sowie die Zu- und Abführvorrichtungen antreiben. Abgesehen
davon, daß man Motoren mit gewisser unterschiedlicher Belastung nicht synchron an-
und auslaufen lassen kann - Motoren beliebiger Leistung lassen sich bisher nur mit
erheblichem Aufwand über Motronikschaltungen in Verbindung mit Tachodynamos synchronisieren
-, bringt diese Anordnung noch andere Schwierigkeiten mit sich, so z. B. stößt die
Unterbringung der langen Welle unterFlur sehr häufig auf baulicheSchwierigkeiten.
Ferner ist mit einer Erhöhung der Liefergeschwindigkeit noch keine Erhöhung der
Nitschelwellen-und Hackerdrehzahl verbunden. Außerdem sind bei Ausbleiben des Stromes
(Kurzschluß) infolge der sehr unterschiedlichen Belastung der einzelnen Motoren
und damit verbunden verschiedene große Auslaufzeiten (1o bis 120 Sekunden) krempeltechnische
Schwierigkeiten unausbleiblich, die nach Neuanlauf des Sortiments eine genaueÜberprüfung
des Vorgarnes über eine längere Zeit (2o bis 30 Minuten) hindurch erforderlich
machen. Da der Abnehmer über die lange Welle angetrieben wird, der Tambour aber
durch einen besonderen Motor, und die Auslaufzeit dieser beiden Walzen dann sehr
oft unterschiedlich ist, sind Störungen an dieser Stelle oft unvermeidlich.
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Es ist schließlich noch ein Krernpelsatz-Antrieb bekannt,
bei dem jeder Krempel ein Einzelmotor zugeordnet ist und diese Motoren
synchronisiert sind. Die zugehörigen Einzelaggregate haben
einen
synchronen und unabhängig von der Krempeldrehzahl regelbaren
Antrieb, und zwar ist zu. diesem
Zweck an einer Krempel ein einziger
Antriebs-
motor für die zugehörigen Einzelaggregate vorge-
sehen,
von dein aus über eine Unterflurwelle die
.Aggregate der anderen
Krempeln angetrieben wer-
den. Statt des regelbaren Rotors zum
Antrieb der
Unterflurwelle kann auch ein nichtregelbarer
Motor
mit Wechselgetriebe vorgesehen sein. Ferner kanyt der
gesonderte Motor für die Aggregate entfallen,
indem die Unterfdurwelle
von einer Krempel aus über ein Wechselgetriebe angetrieben
wird.
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Unterflurwelle-n sind wegen der Schwierigkeiten der
Lagertang unerwünscht. Ferner läuft der ge-
sonderte IVlotor
für die zugehörigen Einzelaggregate nicht synchron zeit den Hauptmotoren,
die die
Taynboure antreiben. Beim An- und Auslaufen er-
gibt
sich dadurch nicht nur ein ungleichmäßiges Vorgarn, sondern
es können auch VliesbrÜche auftreten, die bei der Vorspinnkrempel
das Abreißen sämtlicher Florbändchen zur Folge haben. Wird
der
Antrieb von einem Hauptmotor oder von einer Krempel tauf die Unterflurwelle
isbertragen, so
treten die erwähnten Schwierigkeiten zwischen
dem
Tambour wand dem Abnehmer der anderen Krerrtpeln auf,
weil die vielen Kraftübertrdgungsorga.rae durch unvermeidliches
Spiel keinen gleichmäßigen Lauf des Abnehmers dieser anderen
Krempeln gewährleisten.
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Die Erfindung geht von der bekannten Anordnung aus,
bei der die einzelnen Krempeln durch
miteinander gleichlaufendeEinzelmotoren
angetrie-
ben sind. Gemäß der Erfindung treibt der
jeder
Krempel zugeordnete Einzelmotor nicht nur seinen
Tambour, sondern Über ein stufenlos regelbares
Getriebe und eine
Längswelle auch die diesem
Tambour zugehörigen Einzelaggregate
an, und
zwecks gemeinsamer Regelung aller Getriebe des
Krempelsatzes
ist jedem Getriebe ein Stellmotor zugeordnet, und alle Stellmotoren
sind miteinander synchronisiert.
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Dieser Antrieb bietet den Vorteil, dcaß für Tam-
bour
und Abnehmer jeder Krempel als gemeinsage Kraftquelle der erwähnte Einzelmotor
Zu-
geordnet ist, so daß Tambour und Abnehmer mit
größter
Genauigkeit synchron laufen, was insbesondere für den Anlauf wichtig ist.
Die stufenlos
regelbaren Getriebe an jeder Krempel können dabei
durch
die jedem Getriebe zugeordneten Stell-
motoren synchron verstellt werden,
ohne daß hier-
für eine über alle Krempel verlaufende Längswelle
erforderlich
wäre. Die Synchronisierung aller Stellrnotoren kann auf elektrischem
Wege erfolgen, und
die vorhandenen. Längswellen erstrecken sich immer
nur innerhalb des Bereichs der einzelnen Krempeln.
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Vorteilhaft ist die Drehzahl der einzelnen Krem-
peltamboure
unabhängig von der Drehzahl der
Längswellen regelbar. Es können
auch die Dreh-
zahlen aller Tamboure gemeinsam synchron
regel-
bar sein. Erfindungsgemäß erhält die Längswelle
eine Drehzahl von mindestens 400 Umdr.111Tin.
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Die Drehzahl der Längswelle von mindestens .loo Umdr./ntirt.
ist besonders für den Hackerantrieb erforderlich. Der Hacker benötigt
einerseits eiste relativ hohe Schwingungszahl, andererseits treten bei
seinem Antrieb oszillierende Kräfte auf,
die bei dein bisher
meist vom Tambour abgeleiteten
Hackeran.trieb von dem dafür
unempfindlichen Tambour aufgenommen wurden. Bei Verwendung
einer langsam laufenden Längswelle fü.rdeuHack erantrieb
wäre ein Übersetzungsgetriebe erforderlich,
das so groß dimensioniert
sein mri.ßte, daß es
ähnlich wie der Tambour die auftretenden
oszillie-
renden Kräfte aufnehmen könnte.
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Da. aber beimErfindungsgegenstand derTarnbour unabhängig von
der Liefergeschwindigkeit, je nach dem zur Verarbeitung kommenden
Fasergut, eine
konstante Drehzahl hat, würden auch bei. einem
vom Tambour abgeleiteten Haekerantrieb die Anzahl der Hackerschwingungen
unabhängig vors einer
gegebenenfalls geänderten Liefergeschwindigkeit konstant
bleiben. Aus spinntechnischen Belangen
muß indessen die Hackersehlagzahl
in einem ganz
bestimmtest Verhältnis zur Umfangsgeschwindig-
keit
des Abnehmers stehen, so daß die Haekerschlagzahl pro Längeneinheit
des Flors konstant bleibt; es ist daher auch entsprechend
der gegebenenfalls geänderten Liefergeschwindigkeit die
synchrone Veränderung
der Hackerdrehzahl er-
forderlich. Dies wird mit der die Liefergeschwin-
digkeit
regelnden und gleichzeitig den Hackerantrieb bewirkenden Längswelle ohiae
besonderes
Übersetzungsgetriebe zur Aufnahme der oszillie-
renden
Kräfte erreicht, wenn diese Welle die augegebene Mindestdrehzahl
hat.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung an dem Schema eines Zweikrempelsatzes
beispielsweise veranschaulicht.
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Jede Krempel A und B eines Krempelsatzes hat einen eigenen
Antrieb, in der Regel einen Einzelmotor i. Dieser Antriebsmotor i treibt die Haupttrommel
(Tambour) T der Krempel unmittelbar an, gegebenenfalls über ein stufenloses oder
ein Stufengetriebe 5', das eine Veränderung der Tambourdrehzahl gestattet. Diese
Getriebe 5' können je für sich oder synchron geregelt werden. Außerdem ist der Motor,
zweckmäßig über eine Überlastungskupplung 2, mit einem stufenlosen Regelgetriebe
3 verbunden, über welches die längs der Maschine gelagerte Welle W angetrieben wird.
Der Antrieb der Längswelle W kann natürlich auch von der Achse der Haupttrommel
T aus abgeleitet werden, wie in der Zeichnung durch die gestrichelte Linie 6 als
wahlweise Ausführungsform angedeutet ist. In diesem Falle ist der Motor i nicht
.mit dem Regelgetriebe 3 verbunden.
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Die Längswelle W treibt über Kegelgetriebe K die einzelnen Zu- und
Abführvorrichtungen sowie die zugehörigen weiteren Apparate an, wie sie in der Zeichnung
schematisch und beispielsweise angegeben sind. In die einzelnen Wellenzüge, die
zu den betreffenden Apparaten führen, sind stufenlose oder Stufengetriebe 5 eingeschaltet,
die für sich einstellbar sind. In der Längswelle W können Kupplungen vorgesehen
sein, die ein Auseinanderfahren der einzelnen Apparate gestatten.
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Der synchrone Lauf aller umlaufenden Teile des ganzen Satzes
A, B wird dadurch gewährleistet, daß die Einzelmotoren i synchron laufen,
deren gemeinsame Schaltung vom Schaltkasten i" aus erfolgt, der an beliebiger, passender
Stelle des Maschinensatzes aufgestellt sein kann. Die Veränderung der Liefergeschwindigkeit
des Krempelsatzes geschieht durch synchrone Verstellung der stufenlos regelbaren
Getriebe 3. Das wird dadurch erreicht, daß die Getriebe 3, wie in der Zeichnung
veranschaulicht, synchron laufende StellmOtorert q. erhalten, die von einer einzigen
Bedienungsstelle aus (Schaltkasten q.,) eine elektrische Fernregelung gestatten.
Dadurch läßt sich die Liefergeschwindigkeit von einer beliebigen Stelle aus mit
Druckknopfschaltern bequem und sicher steuern. Mit einer solchen Anordnung kann
man den Krempelsatz je nach Wunsch oder Bedürfnis schneller oder langsamer laufenlassen,
ohne genötigt zu sein, die Maschine stillzusitzen, um an irgendeiner Stelle Wechselräder
auszutauschen. Spinntechnische Schwierigkeiten ergeben sich dadurch nicht, so daß
mit dem Antrieb gemäß der Erfindung in einfacher Weise bei jeder Partie auch während
des Laufes die günstigste bzw. höchstmögliche Arbeitsgeschwindigkeit eingestellt
werden kann.
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Die zwischen den Längswellen W und den, einzelneti Apparaten vorgesehenen
Getriebe 5 gestatten eine bequeme Einstellung während des Stillstandes der Maschine
und bei der Neuauflage einer Partie.
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Bei dem Antrieb nach der Erfindung können synchron laufende Einzelmotoren
mit einer Drehzahl von 142o Umdr./Min. Verwendung finden, die einen geringen Raumbedarf
haben. Die Längswellen W können mit Drehzahlen von 400 bis 700 Umdr./Min.
umlaufen.
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Bei Veränderung der Liefergeschwindigkeit ändert sich beim dargestellten
Beispiel auch die Drehzahl des Hackers in der Weise, daß die Hackerschlagzahl, nämlich
ein Hackerschlag auf die Längeneinheit des Flors, konstant bleibt. Die Gleichmäßigkeit
des Flors bleibt dadurch gewährleistet. Da auch die Drehzahlen der Nitschelwellen
in analoger Weise synchron zur Änderung der
Liefergeschwindigkeit
geändert werden, bleibt die Anzahl der Nitschelungen je Längseinheit des Vorgarnes
konstant, was ebenfalls einen günstigen EinfluB auf den Ausfall des Garnes zur Folge
hat.
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Die Erfindung ist in analoger Weise auch anwendbar bei Krempelsätzen,
bei denen einzelne Apparate, die auf der Zeichnung beispielsweise gestrichelt sind,
fehlen.