DE974557C - Verfahren zur Lenkung und Verstaerkung der Wirkung von Sprengkoerpern - Google Patents
Verfahren zur Lenkung und Verstaerkung der Wirkung von SprengkoerpernInfo
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Description
Zur Durchstoßung bzw. Durchlöcherung von festen Körpern bzw. Wänden werden häufig Sprengkörper
verwendet, die in unmittelbarer Nähe oder in geringer Entfernung zur Detonation gebracht werden. Dabei
geht ein großer Teil der bei der Sprengung frei werdenden Energie verloren, d. h., er wird wegen der nach
allen Seiten des Raumes sich ausbreitenden Druckwelle nicht für den beabsichtigten Zweck ausgenutzt, und die
Wirkung der Sprengkörper ist daher unbefriedigend. Man hat zur Verstärkung dieser Wirkung häufig von
dem sogenannten Hohlladungsprinzip Gebrauch gemacht.
Dabei wird zwar eine wesentliche Verstärkung der Wirkung auf einen engbegrenzten Raum erzielt, die
Energieausnutzung ist jedoch auch hierbei gering.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man die Wirkung von Sprengkörpern erhöhen kann,
wenn zwischen Sprengkörper und Ziel ein sich gegen das Ziel verjüngender, aus beliebigem Material erstellter
Hohlkörper eingesetzt wird.
Es genügt, z. B. vor einer kegelförmigen oder zylindrischen Sprengladung mit glatter, gegen das
Ziel gerichteter Oberfläche einen dünnwandigen trichterförmigen Hohlkörper anzubringen, um eine
eklatante Verbesserung der Durchschlagskraft der Explosionsschwaden zu erzielen. Dieser Effekt ist
um so überraschender, als der Hohlkörper, der aus den verschiedensten Materialien, z. B. aus Metall,
Holz, Kunststoff, Preßpappe od. a. bestehen kann, bei der Detonation vollkommen zerstört wird. Es hat sich
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gezeigt, daß die Wirkung dieser Maßnahme sich noch verbessern läßt, wenn man den Hohlkörper aus einem
spezifisch besonders schweren Material, z. B. Blei fertigt oder besonders schwer und haltbar gestaltet
Der Hohlkörper kann auch aus mehreren Schichten aufgebaut sein. Die Verstärkung der Wirkung des
Hohlkörpers ist steuerbar durch Änderung der Neigung des Winkels des Hohlkörpers oder auch durch die
Länge des Hohlkörpers sowie auch durch den Abstand ίο zwischen Hohlkörper und Ziel.
Der zur Verwendung kommende Sprengkörper wird aus Handhabungsgründen zweckmäßig mit einem
Mantel, z. B. aus Blech der verschiedensten Wandstärken, versehen. Man kann nun den konischen
Hohlkörper entweder direkt mit dem Mantel für den Sprengkörper aus einem Stück fertigen oder ihn auch
auf den Rand des Mantels aufsetzen und in beliebiger Weise befestigen, wobei es schon genügt, ihn mit
einem Klebstreifen anzuheften. Der Hohlkörper kann sogar einen geringen Abstand von der Oberkante
des Sprengstoffmantels haben. — Die Ausbildung der Oberfläche des Sprengstoffes kann in weiten Grenzen
varieren. Man kann auch vorteilhaft das Prinzip der Hohlladung mit der erfindungsgemäßen Anordnung
des konischen Hohlkörpers verbinden. Ferner kann man auch, ähnlich wie es bei Hohlladungen bekannt
ist, auf der gegen das Ziel gerichteten, beliebig gestalteten Oberfläche eine aus leicht verformbarem
bzw. leicht schmelz- oder verdampfbarem Metall bestehende Abdeckung anbringen, um die Wirkung
nqch_j;u steigern. Der durch das erfindungsgemäße
Verfahren mit dem Hohlkörper erzielte Effekt unterscheidet sich vom Hohlladungseffekt. In Verbindung
mit einer Hohlladung ergibt der.'Hohlkörper einen Zusatzeffekt zur Hohlladungswirkung vor allem bezüglich
der Eindringstiefe und Wandglätte.
Es hat sich weiterhin gezeigt, daß der geschilderte Effekt auch eintritt, wenn man den konischen Hohlkörper
an der Spitze ganz oder teilweise schließt, wobei die Ausbildung der Spitze in verschiedener Form, z. B.
flach, konkav oder konvex geschehen kann.
In den Abb. 1 bis 9 sind beispielsweise und schematisch
verschiedene Ausführungsformen von Sprengladungen mit aufgesetzten konischen Hohlkörpern
dargestellt.
In den Abbildungen sind jeweils mit 1 die Sprengladungen
und mit 2 der in Richtung auf das Ziel aufgesetzte konische Hohlkörper bezeichnet.
Nach Abb. 1 ist der in einem Blechmantel befindliche
Sprengkörper 1 mit dem Hohlkörper 2 durch das Klebeband 3 verbunden, während Abb. 2 ein Maß für
die Abschrägung des Hohlkörpers durch Einzeichnung eines Winkels von 170 gibt. In Abb. 3 besitzt der
Sprengkörper 1 eine nach unten ausgebauchte untere Fläche, und in Abb. 4 ist der Hohlkörper 2, der nach
den Abb. 1 bis 3 unten glatt abgeschnitten und offen war, nach unten gerundet und geschlossen.
Abb. 5 wiederum zeigt eine Sprengstoffladung, bei der die Metallhülse 2, die wiederum durch ein Klebeband
3 mit der Sprengladung verbunden ist, einen Winkel von 25° bildet. Abb. 6 gibt einen an der
verjüngten Seite mit einem trichterförmigen Einsatz verschlossenen Hohlkörper 2 zusammen mit einem
Sprengkörper 1 wieder, während die Abb. 7 eine Anordnung erkennen läßt, bei der in dem Sprengkörper
eine im Schnitt einen Kreissektor darstellende Einlage 4 aus z. B. Kupfer vorgesehen ist. Auf diese
Weise wird das Prinzip der Hohlladung mit der erfindungsgemäßen Anordnung verbunden. Nach
Abb. 8 wird eine Eisenhülse als konischer Hohlkörper verwendet, bei der mit 5 eine homogene Verbleiung
angedeutet ist. Abb. 9 zeigt schließlich noch eine Ausführung, bei der der Sprengkörper 1 in den Hohlkörper
2 hineinragt. Folgende Beispiele mögen ferner die Erfindung erläutern.
In eine Metallform (s. Abb. 1) wurde eine Sprengstoffmischung,
bestehend aus Trinitrotoluol-Hexogen 40: 60, eingegossen. Das bei dem Beispiel erzielte
Ladegewicht betrug 75 g.
Der Durchmesser der Sprengladung betrug an seiner größten Stelle 50 mm. Entsprechend der Abb. 1
wurde die konische Hülse mit Klebeband befestigt. Die für die Sprengung vorbereitete Ladung wurde so
vor der zu sprengenden -Eisenplatte befestigt, daß der Abstand der Hülsenmündung von der Platte 15 mm
betrug. Bei diesem Beispiel wurde eine Eisenplatte von 8 mm Stärke verwendet. Nach der Sprengung
wies die Eisenplatte ein ausgestanztes Loch von 40 mm Durchmesser lichter Weite auf. Bei einer Vergleichssprengung ohne konische Hülse wurde dagegen nur
eine beulenartige Verformung des Materials erzielt.
Ί3 e i s ρ i el "2 """"■—·———■—■
Eine Metallhülse entsprechend der Abb. 5 wurde mit . 48 g.. Sprengstpjfmischung ausgegossen. Die
konische Hülse wurde mit Klebeband befestigt. Die fertigmontierte Sprengladung wurde direkt auf eine
Stahlplatte - von 30 "mm Stärke mit dem verjüngten Teil der Hülse aufgesetzt. Nach der Sprengung wies
die Stahlplatte eine Aushöhlung im Durchmesser von 30 mm auf. Bei der Vergleichssprengung ohne Hülse
wurde nur eine kaum erkennbare Vertiefung erhalten.
Es wurde eine dem Beispiel 2 entsprechende gleiche Sprengladung hergestellt. An Stelle der Anordnung
nach Abb. 5 wurde eine nach Abb. 8 homogen verbleite Eisenhülse verwendet. Der mit Bleimantel
versehene konische Kegelmantel wurde, wie in den Beispielen 1 und 2 beschrieben,- befestigt und auf die
Sprengunterlage aufgesetzt. Nach der Sprengung wurde eine "■■ ähnliche kraterartige Aushöhlung des
Materials erzielt, wobei das Maß der Aushöhlung stärker war als bei Verwendung einer einfachen
eisernen Hülse.
Eine Metallhülse analog der Abb: 5 wurde mit 48 g liner Sprengstoffmischung, bestehend aus Trinitrotoluol-Hexogen
50: 50, ausgegossen. Der Durchmesser der Sprengladung betrug an seiner breitesten
Stelle 45 mm. Mittels eines Klebebandes wurde ein beidseitig" offener, kegelförmiger Hohlkörper aus
0,5 -mm-Blech, dessen Mantelfläche eine Neigung
von 25° gegen die Achse hatte und der 35 mm hoch war, auf der Sprengladung befestigt und der fertig
montierte Sprengkörper mit dem verjüngten Ende auf eine Stahlplatte von 15 mm Stärke aufgesetzt. Nach
der Sprengung wies die Stahlplatte ein ausgestanztes Loch von etwa 25 mm Durchmesser auf.
Bei Verwendung eines kegelförmigen Hohlkörpers aus demselben Material von 52 mm Höhe, dessen
Mantelfläche mit der Achse einen Winkel von 150
bildete, wurde mit derselben Sprengladung bei einer Stahlplatte von 15 mm Stärke ein Durchschuß von
etwa 30 mm Durchmesser erzielt. Ein entsprechender Hohlkörper von 80 mm Höhe, dessen Mantelfläche
io° gegen die Achse geneigt war, stanzte, auf dieselbe Sprengladung aufgesetzt, aus der 15 mm starken
Stahlplatte ein Loch von etwa 32 mm Durchmesser aus.
Auf einer Sprengladung, wie in Beispiel beschrieben,
wurde ein beidseitig offener, kegelförmiger Hohlkörper aus Polyäthylen von 1 mm Wandstärke
und 31 mm Höhe, dessen Mantelfläche eine Neigung von 300 gegen die Achse hatte, mit Klebeband analog
Zeichnung 5 befestigt. Auf eine Stahlplatte von 10 mm Stärke mit dem verjüngten Ende des Hohlkörpers
aufgesetzt, erzielte der Sprengkörper bei der Sprengung einen Durchschlag von etwa 15 mm Durchmesser.
Claims (11)
1. Verfahren zur Lenkung und Verstärkung der Wirkung von Sprengkörpern, dadurch gekenn-
zeichnet, daß zwischen Sprengkörper und Ziel ein sich gegen das Ziel verjüngender, aus beliebigem
Material erstellter Hohlkörper eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper nicht unmittelbar auf das Ziel aufgesetzt wird, sondern mit einem
Abstand zum Ziel eingebaut wird, der nicht größer ist als die doppelte Länge des Hohlkörpers.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper direkt am
oder in geringer Entfernung vom Sprengkörper angebracht wird.
4. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mantel des Sprengkörpers und der Hohlkörper aus einem Stück bestehen.
5. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß Sprengkörper (1) und Hohlkörper (2) durch ein Klebeband (3) miteinander verbunden
sind.
6. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper an der verjüngten Seite offen ist.
7. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper an der verjüngten Seite flach, konkav oder konvex, ganz oder teilweise
geschlossen ist.
8. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper aus spezifisch schwerem Material gefertigt ist.
9. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper aus mehreren Schichten besteht, z. B. aus homogen verbleitem Eisen.
10. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Ziel zugewandte Oberfläche der Sprengladung eben, konvex oder nach dem
Prinzip der Hohlladung aufgebaut ist.
11. Sprengkörper zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Ziel zugewandte Oberfläche der Sprengladung mit einem leicht verformbaren
bzw. leicht schmelz- oder verdampfbarem Material, vorzugsweise weichem Blech oder Kupfer ganz
oder teilweise abgedeckt ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentanmeldung ρ 29 525 IV a/78 η D
(bekanntgemacht am 5. 7. 51);
britische Patenschriften Nr. 618 617, 694 144;
belgische Patentschrift Nr. 504149;
USA.-Patentschrift Nr. 2 605 703.
Deutsche Patentanmeldung ρ 29 525 IV a/78 η D
(bekanntgemacht am 5. 7. 51);
britische Patenschriften Nr. 618 617, 694 144;
belgische Patentschrift Nr. 504149;
USA.-Patentschrift Nr. 2 605 703.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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