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Verfahren und Vorrichtung zum Waschen insbesondere von. Haushaltwäsche
in Gegenstromanlagen Die Erfindung bezieht sich .auf ein Verfahren zum Waschen insbesondere
von Haushaltswäsche, in Gegenstromwaschanlagen und die besondere Ausbildung der
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
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Waschanlagen mit mehreren an eine oder mehrere Zu- oder Abflußleitungen
angeschlossenen, ringförmig hintereinandergeschalteten Waschmaschinen sind bekannt.
Dabei wird die Spülflüssigkeit im Gegenstrom zum üblichen Waschverfahren durch sämtliche
Maschinen geführt und im Laufe der Durchführung durch Zusatz von Chemikalien (Seife,
Bleichmittel, Alkalien) und Wärme, beispielsweise Dampf, in ein Waschbad umgewandelt.
In den letzten Maschinen des Maschinenringes wird dann die noch schmutzige Wäscheeingeweicht
bzw. vorgewaschen.
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Bei derartigen Waschverfahren ist es bekannt, den Ort der zeitweise
aus dem Maschinenring abgeschalteten Maschine nach je einem Waschvorgang um eine
Maschine längs des Ringes zu v@erl,egen.
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Es ist bekannt, für das Spülmeinen besonders hohen Badstand anzuwenden,
damit die Wäsche locker liegt, mit mehr Wasser in Berührung kommt und besser ausgespült
wird.
Demgegenüber besteht die Erfindung darin, daß durch besonders
ausgebildete Schaltmittel der 'Spülstrom der letzten Spülmaschiiie I in Form eines
Rückstromes der vorhergehenden neu beschickten Maschine VIII (erste Einweichmaschine)
zugeführt wird und sich mit dem aus der Maschine VII (zweite Einweichmaschine) kommenden
Hauptstrom vereinigt und abgeführt wird.
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Durch die Erfindung wird das Einweichen oder Vorwaschen in der eben
gerade neu beschickten Maschine im ersten Einweich- bzw. Vorwaschvorgang_ mit Spülwasser
von möglichst geringer Temperatur erzielt. Dadurch wird :eine wesentlich günstigere
Auswaschung von Blut- und Eiweißflecken in der Wäsche erreicht, und zwar insbesondere
sowohl durch die geringe Temperatur als auch schließlich -dadurch, daß wenig Alka:ligehalt
im Vorwaschwasser enthalten ist.
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Eine weitere Erfindung besteht in der besonderen Vorrichtung, durch
die eine günstige Teilung des Spülstromes beispielsweise mittels eines Drosselmittels
und eines überlaufstutzens -erreicht wird.
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Die Erfindung läßt sich in verschiedener Weise ausführen. Sie ist
in der Zeichnung m einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht, und zwar zeigt Abb.
i .eine Waschanlage für acht Maschinen, schematisch :dargestellt, mit geteilter
Spülstromführung; Abb.2 zeigt in größerem Maßstab eine besondere Ausbildung des
Schaltkastens zwischen zwei Maschinen mit mehreren regelbaren Durchflußöffnungen.
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In der beim Gegenstrom üblichen Weise ist eine Mehrzahl von Waschmaschinen,
insbesondere Doppeltrommelwaschmaschinen, im Ring hnntereeinnandergeschaltet. In
der Zeichnung sind die Maschinen I bis VIII veranschaulicht, die durch die unter
dem Badspiegel befindlichen übergangsleitungen i o miteinander verbunden sind.
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In den zweckmäßig zwischen den Maschinen vorgesehenen Schaltkästen
i i sind die durch herausnehmbare überlaufstutzen b verschließbaren Kanal. abläufe
bi vorgesehen; ferner sind auf einer Stufe 12 zur Regelung des Badstandes Verschlußstopfen
d in der Durchlaßöffnung d, eingesetzt, wobei diese Verschlußstopfen der Regelung
des Durchlaufs dienen. Die Ausbildung der Düsenstopfend ist weiter unten näher beschrieben.
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In diesem Zusammenhang wird auf das Patent 827 o6o Bezug genommen.
Auch im vorliegenden Falle sind zwischen den Maschinen oder auch unmittelbar in
die Maschinen einführbare Rohrleitungen zur Zuführung von Dampf, Chemikalien verschiedener
Art,- beispielsweise Seife, Alkalien, Bleiche, vorgesehen, die der Einfachheit halber
in der Zeichnung weggelassen sind.
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Von der Einweichmaschine VIII ist ein gegebenenfalls regelbarer überlaufstutzen
e eingesetzt. Dieser überlaufstutzene besitzt geringere Höhe als die zwischen den
Maschinen vorgesehenen, die Badhöhe bestimmenden überläufe b. Die Höhe dieses überlaufstutzens
e ist niedrig gehalten und besitzt etwa die Höhe der Stufe 12 zwischen den Maschinen.
Die zwischen den Maschinen VII und VIII in der Stufe 12 vorgesehene Durchlaßöffnung
d, ist in diesem Falle also völlig offen.
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Wie in Abb. i dargestellt, findet eine Spülwasserteilung des bei 13
in die Maschine 1 (letzte Spülmaschine) zugeführten Spülwassers statt. Hierbei ist
zwischen den Maschinen I und II der Ablauf des Spülwassers.in den Maschinenring
durch den gegebenenfalls in bezug auf seine Durchlaßöffnung veränderlichen Düsenstopfend
mit der regelbaren öffnungdl gedrosselt. Das iri größerer Menge zugeführte Spülwässer
kann also nur teilweise in die Maschinell gelangen und läuft durch den Düsenstopfen
b zwischen den Maschinen I und II ab, falls der Badspiegel über die Höhe des überlaufstutzens
b gelangt.
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Andererseits ist zwischen der letzten Spülmaschine I und der ersten
Vorwasch- (Einweich-) Maschine VIII ein überlaufstutzen a von geringerer Höhe eingesetzt
als die zwischen den Maschinen vorgesehenen, die Badhöhe bestimmenden überläufe
b. Die Höhe des Überlaufs dieses Stutzens a liegt etwa 2 bis 3 cm unter der
Ablaufkante der überlaufstutzen b.
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Das neue - Waschverfahren. besteht nun darin, daß der Spülstrom der
letzten Spülmaschine I durch die Anwendung eines gedrosselten Abschlußmittels d
zwischen Maschine I und II geteilt und teilweise mit den aus dem Waschgut der letzten
Spülmaschine I herausgespülten Chemikalien unmittelbar zum Vorwaschen in der neu
beschickten Maschine, beispielsweise. VIII, nach der Einschaltung derselben in den
Maschinenring Verwendung findet. Zu diesem Zwecke wird also das in die letzte Spülmaschine
I eingeführte frische Spülwasser im Zulauf zur vorletzten Spülmaschine II durch
das Abschlußmittel, beispielsweise einen Düsenstöpsel d, gedrosselt und ein Zulauf
zu der neu beschickten und in den Maschinenring neu eingeschlossenen Vorwaschmaschine,
beispielsweise VIII, über den. unter der durch die überlaufstutzen b bestimmten
Badhöhe liegenden, also niedrigeren überlaufstutzen a geschaffen.
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Der Kanalablauf ,ei zum Kanal c. der Waschanlage, der zwischen der
neu beschickten Maschine VIII und der davor befindlichen; bereits eine Taktzeit
dem Einweichvorgang ausgesetzt gewesenen Maschine VII liegt, ist mit dem niedrig
gehaltenen überlaufstutzen e versehen. Die zwischen den Maschinen VII und VIII in
der Stufe 12 vorgesehene Durchlaßöffnung dl ist in diesem Falle -völlig offen.
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Die Drosselung des Überlaufs von der Maschine I zur Maschine II ist
derart eingestellt, daß die Teilung des Spülwasserstromes 13 etwa je zur Hälfte
erfolgt, also die Hälfte des zwischen Maschine I und II gedrosselten Spülwassers
in den Maschinenring II bis VII geführt und dort in die Waschflotte unter Zusatz
von Wärme und Chemikalien umgewandelt wird, während die andere Hälfte des Spülwassers
unter Erwärmung an der Wäsche der letzten Spülmaschine zum Vorwaschen in der neu
beschickten Maschine, beispielsweise VIII, Verwendung findet.
Das
Waschen wird dabei zweckmälsig in der Weise durchgeführt, daß durch die Spülwasserteilung
die Temperatur in der ersten Vorwasch, maschine etwa eine Taktzeit; beispielsweise
5 Minuten lang, niedriger (beispielsweise 2o bis z5°) gehalten ist, als dies sonst
beim Durchführen des gesamten Waschbadstromes bis zur ersten Einweichmaschine VIII
der Fall ist. Dadurch wird eine günstige Auswaschung von Blut- und Eiweißflecken
in cler ersten Einweichmaschine erreicht, insbesondere auch durch den geringeren
Alkaligehalt des zum Vorwaschen benutzten Spülwasserteilstrom.es aus der letzten
I.
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Ferner ist es zweckmäßig, unter Verlegung des Spülwasserzulaufs zur
vorletzten Spülmaschine II etwa 2 Minuten vor dem Ausladen der Maschine I zwischen
Maschine I und II ein den Durchlauf bei d, abschließendes Verschlußmittel einzusetzen,
während das Drosselabschlußmittel d um eine Maschine, und zwar zwischen II und III
verlegt wird. Hierbei wird ein Teil. des Spülstromes der 'Spülmaschine I in - die
letzte Vorwaschmasichine dadurch abgestoßen,- daß der zwischen Einweichmaschinne
VIII und letzter Spülmaschine I befindliche niedrige Überlaufstutzen a kurze Zeit
entfernt wird, bis sich die gewünschte badhöhe in der Maschine I ergibt, worauf
erst anschließend der Zusatz von Säure oder Stärke in der Spülmaschine I erfolgt.
Im übrigen wird beim Taktwechsel, also bei Beendigung des Spülvorgangs in der Maschine
I und Neubeschickung derselben mit schmutziger Wäsche, nunmehr nicht nur eine Umsetzung
des Drosselstöpsels d, sondern auch des überlaufstutzens a und des Kanalablaurfstutzens
e vorgenommen.
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Beim Waschen ist es von Vorteil, darauf zu achten, daß die durch den
Rückstrom vorgespülte bzw. eingeweichte Wäsche der Maschine VIII erst dann in den
Waschbadstrom eingeschaltet wird, wenn das schmutzige Vorspülwasser aus dieser -Maschine
ganz abgeflossen ist. Dies kann leicht dadurch geschehen, daß man den zwischen den
Maschinen I und I I befindlichen Stöpsele öffnet.
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Der Waschbadstrom kann durch Vergrößerung der Düse im Düsenstopfend
so stark beschleunigt werden, daß die Wäsche nur mit weichem Wasser bestens gespült
wird und das. Absäuern nach dem Waschen nicht mehr erforderlich ist.
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Der Zusatz von Seife und Metasilikat erfolgt zweckmäßig genau in der
Mitte des Waschprozesses, so daß sich also 5o% der Maschinen auf der Waschseite
und die restlichen 5o% der Maschinen auf der Spülseite befinden. Der Zusatz von
Natriumtripolyphosphat erfolgt vorteilhafterweise genau in der Mitte der Spülseite,
so da.ß sich also 7 5 % der Maschinen auf der Waschseite und die restlichen
250/0 d:er Maschinen auf der Spülseite befinden.
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Durch den Zusatz von Phosphatsalzen werden die obergenannten Vorteile
erzielt. Es wird ein guter Schmutzlöseeffekt erreicht, besonders durch die Abwesenheit
von Alkali, durch das sonst Blut und Eiweiß .gerinnt.
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In der Abb. z ist gezeigt, daß man zwischen den Waschmaschinen auch
für die jeweilige Steuerung erforderliche Regelmittel anbringen kann, die nebeneinanderliegen.
Beispielsweise ist gezeigt, daß außer dem überlaufstutzen b eine durch den Stöpsel
f regelbare Durchlaßöffnung fi in der Stufe 12 des Schaltbehälters, daneben der
Stöpsel a (bzw. geringere Höhe besitzende überlaufstutzen) für den Rückstrom in
der öffnungai und der Düsenüberlaufstutzen d mit der Düsenöffnung d2 für
die Öffnungdi angeordnet sein können. Je nach Öffnen oder Schließen dieser Öffnungen
wird dann zwischen je zwei Maschinen entweder ein freier Durchfludi oder ein niedrigerer
Überlauf oder eine Drosselung des Waschbadstromes erreicht.
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Durch die Erfindung wird insbesondere erreicht, daß die Temperatur
beim Vorwaschen eine Taktlänge, beispielsweise 5 Minuten lang, niedriger gehalten
-bleibt, *odurch, wie erwähnt, eine günstigere Auswaschung der Blut- und Eiweißflecken
beim Vorwaschen erzielt wird. Es kann aber auch der Heißwaschbadstrom in der Geschwindigkeit
beliebig verstärkt werden, weil er wegen des Teilstromes zu der die schmutzigste
Wäsche enthaltenden Einweichmaschine VIII diese nie erhitzen kann. Die Praxis zeigt,
daß durch das neue Waschverfahren ein besonders hoher Weißgrad erzielt werden kann.
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An Stelle der Anwendung von Stöpseln in den Zwischenbehältern können
natürlich auch andere Regelmittel, insbesondere Ventile, Mehrweghähne, automatisch
einstellbare Drosselventile, in der Höhe veränderliche Überlaufstutzen od. dgl.,
Verwendung finden.
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Die Waschanlage kann auch mit vier, sechs, zwölf, vierzehn oder mehr
Maschinen ausgerüstet sein.