DE961803C - Verfahren zur UEberfuehrung von Nitrogruppen enthaltenden primaeren und sekundaeren aromatischen Aminen in die entsprechenden Sulfamidsaeuren - Google Patents
Verfahren zur UEberfuehrung von Nitrogruppen enthaltenden primaeren und sekundaeren aromatischen Aminen in die entsprechenden SulfamidsaeurenInfo
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Description
Es ist* seit langem bekannt, daß man Sulfamidsäuren zahlreicher primärer und sekundärer aromatischer
Basen, wie Anilin, den Phenylendiaminen, N-Monoalkyl-anilinen, N-Dialkylamino-anilinen, Diphenylamin,
Aminodiphenylaminen sowie von deren Derivaten, die insbesondere durch Halogenatome,
Alkyl-, Alkoxy- und Nitrogruppen substituiert sind, herstellen kann, und zwar dadurch, daß man auf diese
Basen in wasserfreiem Pyridin Chlorsulfonsäure einwirken läßt. Die Reaktion wird im allgemeinen so ausgeführt,
daß man die kalte Chlorsulfonsäure in wasserfreies Pyridin im Überschuß einführt und dann der so
erhaltenen Lösung die zu sulfonierende Base hinzusetzt. Die Sulfonierung geht je nach den Umständen
infolge des gebildeten Pyridiniumanhydrosulfonats bei wechselnden Temperaturen vor sich, wobei der Überschuß
an Pyridin die Rolle eines Lösungsmittels spielt. Aus Gründen der WirtschaftHchkeit ist das üblicherweise
verwendete Pyridin technisches Pyridin, welches außer dem reinen Pyridin ein Gemisch wechselnder
Mengen höherer Homologen, wie α-, β- und y-Picoline,
Lutidine und andere Analoge enthält.
Man kann ganz allgemein und insbesondere im Falle der durch elektronegative Substituenten, wie Nitro-
| Reaktionsprodukt | Ausbeute in Pyridin % |
Ausbeute in ct-Picolin % |
Ausbeute in 2,6-Lutidin % |
| Natrium-2, 4-dinitro-anilin-N-sulfonat Natrium-2, 6-dinitro-anilin-N-sulfonat. Natrium-4-nitro-diphenylamin-N-sulfonat |
60 bis 80 O 5.5 |
praktisch 100 21 70 |
25,7 83 |
gruppen, substituierten Amine, feststellen, daß die Ausbeute der Reaktion weit davon entfernt ist,
quantitativ zu sein; sie ist manchmal sogar äußerst gering, wenn nicht gar Null, wie im Falle des 2, 6-Dinitro-anilins.
Neben mehr oder weniger bedeutenden Mengen der Sulfamidsäuren erhält man dabei die nicht
umgewandelte Base zurück.
Es wurde nunmehr festgestellt, daß man, im Falle der Verwendung von Nitrogruppen enthaltenden primären
und sekundären aromatischen Aminen als Ausgangsverbindungen, eine erhebliche Verbesserung der
Ausbeute erzielt, wenn man als Sulfonierungsmittel ein Additionsprodukt des Schwefeltrioxyds und einer
Pyridinbase, die mindestens eine CH3-Gruppe in o-Stellung des Stickstoffes enthält, wie 2-Methyl-pyridin
(a-Picolin) oder 2, 6-Dimethyl-pyridin (2, 6-Lutidin) oder ein Gemisch dieser Homologen oder ein
Gemisch tertiärer Basen, das im wesentlichen aus einer solchen Base bzw. Basen zusammengesetzt ist,
verwendet.
Es ist weiterhin bemerkenswert, daß 4-Methyl-pyridin
oft schlechtere Resultate ergibt als Pyridin selbst. So beläuft sich z. B. im Falle des Natrium-4-nitrodiphenylaroin-N-sulfonats
die Ausbeute auf nur etwa 2,5 %.
Anstatt einfache Additionsprodukte des Schwefeltrioxyds an a-Methyl-pyridinbasen kann man auch
komplexere Additionsprodukte verwenden, wie sie beispielsweise durch Addition von Chlorsulfonsäure,
Pyrosulfurylchlorid oder Alkylestern der Chlorsulfonsäure an a-Methyl-pyridinbasen erhalten werden.
400 Teilen wasserfreien a-Picolins (Siedepunkt:
127 bis 1280) setzt man allmählich 152 Teile Chlorsulfonsäure
hinzu, so daß die Temperatur nicht über 300 hinausgeht. Man fügt 152 Teile 2,4-Dinitroi-aminobenzol
zu und erhitzt 1 Stunde auf 50°. Nach 2stündigem Stehenlassen bei Raumtemperatur gießt
man die Lösung in 210 Teile Natriumcarbonat und 1800 Teile Wasser. Man stellt mit Brillantgelbpapier
als Indikator fest, daß der pH-Wert alkalisch ist, und entfernt das a-Picolin mit Wasserdampf. Bei Beendigung
dieses Vorganges bemerkt man keinen unlösliehen Rückstand. Das Natrium-2, 4-dinitro-i-aminobenzol-N-sulfonat
kristallisiert durch Abkühlen aus und bildet gelbe Nadeln; es ist in alkalischem Medium
stabil. Die Ausbeute beläuft sick auf etwa 100%.
Ersetzt man das a-Picolin durch gereinigtes wasserfreies Pyridin (Siedepunkt: 114 bis 117°) und geht
man in ähnlicher Weise vor, erhält man nach Entfernen des Pyridins durch Wasserdampf 40% nicht
umgewandeltes 2, 4-Dinitro-aminobenzol zurück; man Dieses Ergebnis, das kaum vorherzusehen war, ist
von großem technischem Interesse, denn insbesondere das a-Picolin, welches unter den in technischem Pyridin
anwesenden Homologen den größten Anteil darstellt, hatte bisher nur eine sehr geringe gewerbliche
Verwendung gefunden. Das Ergebnis kommt um so unerwarteter, als man im Falle der Veresterung von
Leukoderivaten von Küpenfarbstoffen durch Chlorsulfonsäure in Gegenwart von a-Picolin weniger gute
Ausbeuten erhält, als in Gegenwart von Pyridin. Außerdem werden durch dieses Ergebnis gewisse
Sulfamidderivate, die als Zwischenprodukte für die Herstellung von Oxydationsfarbstoffen von großem
Wert sind, zugänglich. Diese Sulfamidderivate konnten bisher nur in so geringen Ausbeuten erhalten werden,
daß ihre Herstellung in industriellem Maßstabe ausgeschlossen war.
Als Beispiele seien die nachstehenden Verbindungen, hergestellt durch Sulfonierung mittels Chlorsulfonsäure
in verschiedenen Pyridinbasen, angeführt:
trennt von der noch warmen Lösung durch Filtrieren ab. Die Ausbeute an Natrium-2,4-dinitro-i-aminobenzol-N-sulfonat
beläuft sich auf höchstens 60 %.
Verwendet man ein technisches Pyridin (Siedepunkt: 115 bis 130 °) und setzt man das Erhitzen
mehrere Stunden fort, kann man die Ausbeute bis auf 80% steigern.
600 Teilen wasserfreien 2, 6-Lutidins (Siedepunkt: 1420) setzt man im Beispiel 1 117 Teile Chlorsulfonsäure
und anschließend 143 Teile 4-Nitro-diphenylamin zu. Man erhitzt 4 Stunden auf 500. Nach i6stündigem
Stehenlassen bei Raumtemperatur wird die Lösung in 185 Teile 93°/oiges Natriumcarbonat und
1000 Teile Wasser gegossen. Man stellt durch Brillantgelbpapier als Indikator fest, daß der pH-Wert alkalisch
ist, und entfernt das 2, 6-Lutidin mit Wasserdampf. Anschließend wird das nicht umgesetzte 4-Nitro-diphenylamin
abgetrennt. Die denRückstand enthaltende Lösung wird auf etwa 2500 Teile verdünnt. Man entfernt
das 4-Nitro-diphenylamin aus der kaltenLösung durch Filtrieren. Das Natrium-4-nitro-diphenylamin-N-sulfonat
wird durch Aussalzen mit Natriumchlorid ausgefällt. Die Ausbeute beläuft sich auf 83%. Das
Natrium-4-nitro-diphenylamin-N-sulfonat bildet beim Auskristallisieren aus seiner wäßrigen Lösung gelbe iao
Nadeln; es ist ziemlich wenig stabil und zersetzt sich unter Hydrolyse, wenn man es im Vakuum in Gegenwart
von Natriumhydroxyd zu trocknen versucht, und zwar auch bei gewöhnlicher Temperatur. In alkalischer
Lösung oder in feuchtem und alkalischem Zustande wird es nicht zersetzt. Geht man in der gleichen Weise
vor und verwendet man an Stelle des 2, 6-Lutidins ein Gemisch aus 300 Teilen wasserfreiem a-Picolin (Siedepunkt
: 127 bis 1280) und 100 Teilen wasserfreiem
2, 6-Lutidin (Siedepunkt: 1420), dann erhält man
Natrium-4-nitro-diphenylamin-N-sulfonat in einer Ausbeute
von 71%.
Bei Verwendung von 400 Teilen wasserfreiem a-Picolin (Siedepunkt: 127 bis 128°) an Stelle des
2, 6-Lutidins und unter den gleichen Verhältnissen beläuft sich die Ausbeute auf 70 °/0.
Ersetzt man schließlich das 2,. 6-Lutidin durch wasserfreies Pyridin (Siedepunkt: 115 bis 117°), dann
beläuft sich die Ausbeute auf 5,5 °/0.
300 Teilen wasserfreien 2,6-Lutidins setzt man tropfenweise 75 Teile Chlorsulfonsäure und anschließend
75 Teile 2, 6-Dinitro-i-aminobenzol hinzu. Man erhitzt 4 Stunden auf 500, läßt dann 16 Stunden bei
Raumtemperatur stehen und gießt dann in die Lösung von 130 Teilen 93%igen Natriurncarbonats in 1000
Teilen Wasser. Man stellt fest, daß der pH-Wert alkaliseh
ist, worauf das Lutidin durch Wasserdampf entfernt wird; dabei wird das nicht umgesetzte 2, 6-Dinitro-i-aminobenzol
ausgefällt. Letzteres wird nach Verdünnen der kalten Lösung auf 2000 Teile durch
Filtrieren abgetrennt. Das Natrium-2,6-dinitro-iaminobenzol-N-sulfonat
wird durch Aussalzen mit Natriumchlorid abgeschieden; es bildet gelbe Blättchen,
welche sich beim Trocknen im Vakuum über Natriumhydroxyd bei gewöhnlicher Temperatur durch
Hydrolyse zersetzen. In alkalischer Lösung oder in feuchter und alkalischer Form ist es stabil. Man erhält
eine Ausbeute von 25,7 °/0.
Bei Verwendung von 200 Teilen wasserfreien a-Picolins oder eines Gemisches aus 70 Teilen wasserfreien
2, 6-Lutidins und 130 Teilen a-Picolins an Stelle des 2, 6-Lutidins und unter den gleichen Verhältnissen
beträgt die Ausbeute an Natrium-2, 6-dinitro-i-aminobenzol-N-sulfonat
21 %.
Ersetzt man das 2, 6-Lutidin durch wasserfreies Pyridin (Siedepunkt: 114 bis 117°), dann bildet sich
kein Natrium-2,6-dinitro-i-aminobenzol-N-sulfonat.
Claims (5)
1. Verfahren zur Überführung von Nitrogruppen enthaltenden, primären und sekundären aromatischen
Aminen in die entsprechenden Sulfamidsäuren, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Sulfonierungsmittel ein Additionsprodukt von Schwefeltrioxyd und mindestens einer Pyridinbase,
die mindestens eine Methylgruppe in α-Stellung enthält, verwendet.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Pyridinbase 2-Methylpyridin oder 2, 6-Dimethyl-pyridin verwendet.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß man ein Gemisch homologer Pyridinbasen verwendet.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Additionsprodukt des
Schwefeltrioxyds mit mindestens einer Pyridinbase ein Produkt verwendet, das durch Einwirkung
von Chlorsulfonsäure auf die Pyridinbase erhalten wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man 2,4-Dinitro-i-aminobenzol,
4-Nitro-diphenylamin oder 2,6-Dinitroi-aminobenzol
als Ausgangsverbindung verwendet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 499 571, 514 821.
Deutsche Patentschriften Nr. 499 571, 514 821.
© 6O9 658/4S3 1O.56
(609 855 4. 57)
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR961803X | 1954-03-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE961803C true DE961803C (de) | 1957-04-11 |
Family
ID=9499465
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC10905A Expired DE961803C (de) | 1954-03-12 | 1955-03-12 | Verfahren zur UEberfuehrung von Nitrogruppen enthaltenden primaeren und sekundaeren aromatischen Aminen in die entsprechenden Sulfamidsaeuren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE961803C (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE499571C (de) * | 1926-06-01 | 1930-06-11 | Paul Baumgarten Dr | Verfahren zur Sulfonierung anorganischer und organischer Stoffe |
| DE514821C (de) * | 1926-03-17 | 1930-12-18 | Paul Baumgarten Dr | Verfahren zur Darstellung von Anhydro-N-pyridiniumsulfonsaeuren |
-
1955
- 1955-03-12 DE DEC10905A patent/DE961803C/de not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE514821C (de) * | 1926-03-17 | 1930-12-18 | Paul Baumgarten Dr | Verfahren zur Darstellung von Anhydro-N-pyridiniumsulfonsaeuren |
| DE499571C (de) * | 1926-06-01 | 1930-06-11 | Paul Baumgarten Dr | Verfahren zur Sulfonierung anorganischer und organischer Stoffe |
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